Rolex Grand Slam of Show Jumping

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Mittendrin im Rolex Grand Slam - Interview mit Olivier Philippaerts, Züchter Im Gespräch,und mehr!

Photos: Rolex Grand Slam / Kit Houghton Photos: Rolex Grand Slam / Kit Houghton

ROLEX GRAND SLAM OF SHOW JUMPING – BESTÄTIGTE TERMINE FÜR DIE MAJORS 2021

 

Das Weltfest des Pferdesports, CHIO Aachen (NEUES DATUM)

Für den CHIO Aachen 2021 gibt es ein neues Datum, er findet nun von Freitag, dem 10. bis Sonntag, dem 19. September statt. Weitere Informationen zum CHIO Aachen 2021 finden Sie auf https://www.chioaachen.de/

Spruce Meadows ‘Masters’ 

Die Termine für das Spruce Meadows 'Masters' 2021 bleiben unverändert: das Turnier findet vom Mittwoch, 8. bis Sonntag, 12. September statt. Weitere Informationen zum Spruce Meadows ‘Masters’ 2021 finden Sie auf https://www.sprucemeadows.com/

CHI Genf 

Die Termine für das CHI Genf 2021 bleiben unverändert: das Turnier findet vom Donnerstag, 9. bis Sonntag, 12. Dezember statt. Weitere Informationen zum CHI Genf 2021 finden Sie auf https://www.chioaachen.de/

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INTERVIEW MIT SPRINGREITER OLIVIER PHILIPPAERTS

 

Was sind Ihre Pläne für das restliche Jahr 2021, und was würden Sie am Ende gerne noch erreichen?

Ich würde gerne noch ein 5*-Turnier mit Legend [H&M Legend of Love] gewinnen. Sie ist ein großartiges Pferd, und ich habe sie schon sehr lange. Sie war einfach unglaublich. Die Erfolge und die vielen guten Durchgänge, die wir gemeinsam hatten, waren wirklich fantastisch. So auch in der letzten Woche – sie ist jetzt 15 Jahre alt –, sie versucht immer noch jede Woche auf jedem Turnier ihr Bestes zu geben. Ich würde also gerne irgendwann in diesem Jahr noch einen 5*-Grand Prix mit ihr gewinnen, was hoffentlich für uns möglich sein wird.

 

Wie geht es nun weiter?

Das letzte Jahr war wirklich ein einziger Nackenschlag, aber dieses Jahr sind wir von Anfang an auf dem richtigen Weg. Im Januar war ich in Oliva Nova, um die Pferde auf die Saison vorzubereiten. Dann kam Doha, und danach habe ich versucht, mich auf das „The Dutch Masters“ vorzubereiten, was ja aber leider aufgrund der momentanen Umstände abgesagt wurde. Trotzdem freuen wir uns auf die Saison, und wir glauben fest daran, dass diese Saison wirklich fantastisch und für alle Beteiligten ein weiterer Schritt nach vorne sein wird. Es stehen viele Turniere an, darunter die Majors des „Rolex Grand Slam of Show Jumping“ und natürlich die Olympischen Spiele in Tokio, zu denen wir alle natürlich sehr gerne anreisen würden. Das sind also meine größten Ziele dieses Jahr, und im Moment versuche ich, den besten Plan zusammenzustellen, um diese auch zu erreichen.

 

Mit welchen Pferden freuen Sie sich dieses Jahr am meisten, bei Turnieren an den Start zu gehen?

Im Moment habe ich ziemlich Glück, ich habe ein paar sehr gute Pferde im Stall. Dazu gehören einige erfahrene Pferde wie Legend of Love und Extra [H&M Extra], die ich seit etwa zwei Jahren habe. Und ich habe auch ein neues Pferd namens Blue Diamond [Le Blue Diamond V't Ruytershof], der seinen ersten 5*-Grand Prix letzte Woche in Doha gegangen ist, worüber ich mich sehr gefreut habe. Ich glaube wirklich, dass er ein Pferd sein könnte, das durchgehend auf 5*-Niveau Turniere gehen kann. Ich freue mich wirklich auf dieses Jahr, und darauf, mit ihm in der Spitzenklasse des Sports antreten zu können.

 

Welchen positiven Beitrag hat der Rolex Grand Slam Ihrer Meinung nach für den Springsport geleistet?

Ich denke, es war ein unglaublicher Erfolg, dass Rolex unserem Sport den Grand Slam gegeben hat. Das ist die beste Art für uns, unseren Sport mit beispielsweise Tennis vergleichen zu können. Jeder weiß, dass die Grand Slam-Turniere die wichtigsten Veranstaltungen eines Jahres sind, und dass wir das nun in unseren Sport übertragen können, um jemandem zu erklären, der den Pferdesport nicht verfolgt, was die Grand Slams sind, verleiht unserem Sport zusätzlichen Aufschwung. Als Reiter sind diese Turniere die wichtigsten des Jahres, und als echte Athleten und Wettstreiter kämpfen wir natürlich darum, diese Siege auf unserer Liste der Erfolge zu sehen.

 

Haben Sie unter den Majors einen Favoriten? Gibt es einen, der für Sie als das Turnier hervorsticht, das Sie unbedingt gewinnen möchten?

Natürlich, jeder hat doch seine Favoriten. Spruce Meadows wird für mich immer etwas ganz Besonderes sein, denn als ich dort gewonnen habe, war das für mich ein wirklich einzigartiger Moment. Aachen, andererseits, ist ebenfalls wirklich klasse, weil es nicht weit von meinem Zuhause entfernt ist und ich dort schon sehr lange hingehe. Mein Vater ist dort so viele Male angetreten, und auch ich bin dort schon geritten – das sind also die beiden Turniere, die für mich im Laufe eines Jahres den größten Stellenwert haben.

 

Was haben Sie im letzten Jahr gelernt – über sich selbst? Und welche positiven Schlüsse können Sie aus diesem doch sehr ungewöhnlichen und schwierigen Jahr ziehen?

Ich denke, der größte Unterschied war, dass wir im Jahr davor an so vielen Turnieren teilgenommen haben, vielleicht waren es etwas zu viele. Es ist zwar toll, dass es so viele 5*-Turniere gibt, da so alle eine bessere Chance auf den Sieg haben. Aber aus persönlicher Sicht denke ich, dass ich ab jetzt weniger 5*-Turniere auswähle, an denen ich teilnehmen werde. So habe ich die Gelegenheit, zu diesen Turnieren zu gehen und mich voll und ganz auf diese bestimmten Wettkämpfe zu konzentrieren. Manchmal sind wir Woche für Woche auf Turnieren unterwegs, nur weil es so viele davon gibt, und fliegen dauernd um die Welt  – was vielleicht etwas übertrieben ist. Im letzten Jahr habe ich gelernt, dass es besser wäre, sich auf eine kleinere Anzahl von Turnieren zu konzentrieren und dafür gut vorbereitet und mit den richtigen Pferden an den Start zu gehen.

Ich glaube auch, dass wenn man unter Zeitdruck steht, so wie es bei mir war, man kleine Fehler macht, die man gar nicht bemerkt. Jetzt, da wir alle viel zuhause waren, konnten wir uns neu organisieren, sodass jetzt alles für die kommende Saison bereit ist. Wir versuchen, junge Pferde zu kaufen und sie bis zur Spitzenklasse auszubilden. Dafür haben wir versucht, eine gute und solide Struktur zu erschaffen, sodass wir, auch wenn ich auf Turnieren unterwegs bin, immer noch eine gute Gelegenheit haben, die besten Jungpferde ausfindig machen zu können. In diesem Sport vergeht die Zeit so schnell – es ist also wichtig, immer auch Pferde für die Zukunft im Stall zu haben.

Photo: Élevage du Thot Photo: Élevage du Thot

ZÜCHTER IM GESPRÄCH

Interview mit Familie Noël (Élevage du Thot)

 

In dieser Ausgabe von Züchter im Gespräch sprechen wir mit Margrith und Florian Noël vom Gestüt „Le Thot“ in der Normandie in Frankreich – www.elevage-du-thot.com. Unser Dank geht außerdem an Judith Noël, die dieses Interview ermöglicht hat.

 

Was ist Ihre früheste Erinnerung ans Reiten?

Margrith Noël:

Mein Vater war bei der Schweizer Kavallerie, und jeder Angehörige hatte seinen eigenen Sattel und sein eigenes Pferd zuhause. Ich war noch jung, und als es dieses Pferd nicht mehr gab, legte er immer seinen Sattel unten über das Treppengeländer. Ich – jung wie ich war, etwa vier oder fünf – verbrachte viel Zeit damit, auf diesen Sattel zu klettern und so zu tun, als würde ich reiten gehen.

Florian Noël:

Ich wuchs mit Pferden auf, und da ich auch zwei ältere Schwestern hatte, die leidenschaftlich gerne ritten, wollten meine Eltern immer, dass ich in ihre Fußstapfen trete. Mittwochs und samstags haben meine Eltern mich immer dazu vergattert, ein Pferd oder Pony fertig zu machen und es zu striegeln, aber ich hatte daran wirklich keinen Spaß. Das Reiten habe ich schon als Kind gelernt, da das bei uns in der Familie eben „normal“ war. Im Sommer bin ich mit meinen Schwestern in Freizeitcamps gegangen, wo wir viel geritten sind, aber auch andere Aktivitäten gemacht haben. Jedes Mal nahm ich mein Fahrrad mit, also verbrachte ich eigentlich mehr Zeit damit, mit dem Rad den Reitstall zu umrunden, als auf den Pferden zu reiten. Ich hatte auch einen Freund, der ein Pony besaß, und wir machten in den Feldern oder am Strand immer Wettrennen gegeneinander. Wir sind also viel mehr um die Wette geritten, als auf andere Art zu reiten.

 

Worauf sind Sie in Ihrer Karriere besonders stolz?

Margrith Noël:

Für uns als Familie war das Ideo du Thot, ein Pferd, das 2007 den World Cup in Las Vegas gewann. Ein Pferd dieses Kalibers zu haben, war wirklich außergewöhnlich, ein wirklich einmaliges Pferd. Das war ein unglaublich stolzer Moment für uns. Als Mutter macht es mich sehr stolz, drei Kinder zu haben, die alle leidenschaftlich gerne reiten, und wenn sie mit unseren eigenen, selbstgezogenen Pferden auf Turniere gehen, macht mich das ganz besonders stolz.

 

Wie sind Sie auf den Zuchtaspekt dieses Sports gekommen?

Margrith Noël:

Alles hat damit begonnen, dass ich Jean-Francois Noël geheiratet habe, dessen Vater viel mit Pferdezucht zu tun hatte. Sein Vater wiederum war ein Rinderzüchter aus der Normandie, der auch ein paar Stuten besaß, und so begann er schon in sehr jungen Jahren damit, die Pferde einzureiten. Wir haben dieses Unternehmen Schritt für Schritt aufgebaut, haben ein paar Fohlen gekauft und versucht, sie durch Einkreuzen unserer eigenen Blutlinien weiterzuentwickeln. So wurde unsere Zucht immer größer, und so kamen wir auch dazu, die Blutlinie von Ideo zu kaufen, die wir dann mit unserer kreuzten, wodurch wir uns weiter vergrößern konnten. Es ist interessant zu sehen, wie weit wir gekommen sind. Wir haben nur zu zweit angefangen, mit drei Pferden. Das war vor 35 Jahren, und heute sind wir zu einem großen und erfolgreichen Zuchtbetrieb geworden.

 


Könnten Sie kurz zusammenfassen, worauf es bei der Zucht eines Springpferdes besonders ankommt, was dahintersteckt, wie Sie entscheiden, welche Paare Sie zur Zucht einsetzen, etc.?

 

Florian Noël:

Das Ganze ist eine Mischung aus körperlichen und geistigen Veranlagungen und der Ausbildung des Pferdes. Das Pferd muss gut erzogen sein, gut im Futter stehen und über eine große mentale Stärke verfügen. Das Einreiten und die Ausbildung sind für das Heranziehen eines Pferdes der Spitzenklasse ebenfalls maßgeblich. Außerdem ist es sehr wichtig, über gute Grundlagen zu verfügen, wodurch es einfacher wird, Pferde zu haben, die leichtrittig und mental ausgeglichen sind. Außerdem ist die Qualität der Stute von zentraler Bedeutung, denn wenn man einmal eine gute Stute hat, bieten sich bei der Wahl des Vaters viele Möglichkeiten. Es ist also entscheidend, die Mutterstute richtig auszuwählen.

 

Wurden Sie von Ihren Zuchtergebnissen auch hier und da mal überrascht?

Margrith Noël:

Ja, Samourai du Thot, der einmal das beste französische Vielseitigkeitspferd auf der Weltrangliste war. Dieses Pferd stammte aus einer Mischung, von der wir nicht glaubten, dass sie ein so erstklassiges Pferd hervorbringen könnte. Die Mutter war ein gutes, vollkommenes Pferd, aber nicht unbedingt sehr bekannt. Aber sie war ein Pferd, dass über viel Sinn verfügte. Wir haben sie mit Milor Landais verpaart, und mit Samourai du Thot kam dabei eine echte Überraschung heraus.

Florian Noël:

Manchmal versuchen wir an Hengste zu kommen, die gar nicht unbedingt alle unsere Wünsche erfüllen, sondern eigentlich ziemlich unspektakulär sind. Das gibt uns die Gelegenheit, ein bisschen herumzuprobieren, wie zum Beispiel das Einkreuzen von reinrassigen Pferden, Anglo-Arabern, um etwas wirklich Einzigartiges zu erhalten.  

 

Photo: Élevage du Thot Photo: Élevage du Thot

Die Partnerschaft zwischen Pferd und Reiter ist zweifelsohne wichtig. Ist das etwas, wonach Sie Ausschau halten, wenn Sie Ihre Pferde an neue Besitzer verkaufen, oder wenn sie die Pferde selbst reiten?

Margrith Noël:

Ja, das ist etwas, wonach wir Ausschau halten, aber aufgrund der Art und Weise, wie der Markt und die Branche funktionieren, haben wir darauf oft nicht viel Einfluss. Wir machen viele Geschäfte mit Händlern, was die Dinge manchmal verkompliziert. Wenn es einen Kunden gibt, der nicht gut zum Pferd passt, können wir das Pferd nicht zurücknehmen und durch ein anderes ersetzen, denn bei 12-15 Fohlen haben alle jeweils andere Eigenschaften.

Florian Noël:

Wir versuchen, Pferde zu produzieren und heranzuziehen, die leicht zu reiten und zu handhaben sind, da viele Menschen in einem Pferd mehr oder weniger dieselben Dinge suchen. Sie möchten ein hochwertiges, schickes und gut gerittenes Pferd. Je besser ein Pferd geritten ist, desto einfacher ist es, mit ihm zu arbeiten. Deshalb versuchen wir, das beste Pferd für unsere Kunden zu produzieren, und wir bemühen uns immer darum, dass es in bestmöglichem Zustand zu ihnen kommt.

 

Können Sie uns ein paar Einblicke hinter die Kulissen Ihres Zuchtprogramms geben?

Florian Noël:

Es gibt mehrere wichtige Faktoren, die eine Rolle spielen, zum Beispiel gute Mutterstuten, gute Kreuzungen und Vielfalt. Die Pferde, von denen wir glauben, dass sie aufgrund ihrer Abstammung viel Potenzial für den Einsatz im Sport mitbringen, behalten wir manchmal bis zu ihrem sechsten Lebensjahr, bevor wir den Embryotransfer durchführen. Wir ziehen zudem die Pferde alle auf die gleiche Weise auf, um zu versuchen, das Beste aus ihnen herauszuholen. Das ist die Methode, die wir anwenden, aber es gibt Zeiten, in denen wir uns an die verschiedenen Pferde und ihre Bedürfnisse anpassen müssen.

 

Wie lange behalten Sie ein Fohlen, bevor es an den neuen Besitzer geht oder Sie mit der Ausbildung anfangen?

Florian Noël:

Bestimmte Fohlen können wir manchmal schon verkaufen, wenn sie noch bei ihrer Mutter sind. Das ist selten, aber es kommt vor. Wir beginnen im Winter mit der Ausbildung, wenn sie zwischen zwei und drei Jahre alt sind. Im Moment zum Beispiel sind so ziemlich alle schon eingeritten. Als Test lassen wir sie zwei oder drei Mal frei springen und steigen ein paar Mal auf. So erhalten wir einen Einblick in das Temperament des Pferdes und können abschätzen, wie sich das Pferd später verhalten wird. Im Frühjahr kommen sie alle auf die Weide, und im nächsten September, am Ende des dritten Lebensjahres, holen wir sie wieder in den Stall. Zu dem Zeitpunkt sind wir dann mit der Auswahl beschäftigt. Wir stellen die Pferde im Alter von drei Jahren auf ihren ersten Turnieren vor, und dann beginnt der Handel, sobald das veterinärmedizinische Programm abgeschlossen ist. Es gibt Pferde, die schon während des Winters verkauft werden, aber wir versuchen, sie je nach individuellem Entwicklungsstand zu verkaufen. Manche Pferde sind schon bereit, aber wir behalten einige etwas länger, da sie noch sehr jung sind.


Wie viele Pferde züchten Sie pro Jahr?

Wir haben jedes Jahr etwa 30. Etwa die Hälfte davon gehört uns, und die andere Hälfte gehört anderen Besitzern, von denen die meisten im Ausland wohnen.

 

Was ist für Sie das Hauptanliegen mit Ihrer Pferdezucht?

Jahr für Jahr die Qualität unserer Pferde weiter zu steigern.

 

Auf welches selbst gezogenes Pferd sind Sie am meisten stolz?

Das ist definitiv Ideo du Thot, aber er wird jetzt langsam schon etwas älter. Dieses Jahr haben wir Diaz du Thot, die bei Constant Van Paesschen steht, und Diadem du Thot, der bei Laura Kraut in den USA steht und von dem wir hoffen, dass er es wie Ideo an die Spitze schafft.

 

Abgesehen von der Zucht, was sind Ihre Ambitionen und Wünsche?

Margrith Noël:

Da wir direkt am Meer leben, haben wir viele Pferde, die für eine Thalassotherapie hierher kommen (zur Rehabilitation nach einer Verletzung oder einfach zum puren Genuss). Wir hatten schon einige sehr gute Pferde hier, wie zum Beispiel Paille de la Roque von Steve Guerdat. Wir arbeiten kontinuierlich daran, diesen Aspekt unseres Programms zu verbessern, und wir versuchen auch immer, die sportliche Seite der Dinge mit unseren jungen Pferden weiterzuentwickeln. Es ist sehr erfüllend, aus unseren jungen Pferden Wert zu schöpfen, wenn sie erst vier, fünf oder sechs Jahre alt sind, und es ist auch großartig, einige wirklich gute Leistungen aus ihnen herauszuholen.

Florian Noël:

Als Züchter und fünfköpfige Familie versuchen wir immer, unser Wissen und unsere Kommunikation, unsere Struktur und Organisation zu verbessern. Außerdem beschäftigen wir zur Zeit einige Mitarbeiter, und wir möchten, dass dies ein schöner Ort zum Arbeiten ist. Wir führen ein Familienunternehmen, und die Zucht ist unsere Leidenschaft, dafür leben wir. 

 

Welchen positiven Beitrag hat der Rolex Grand Slam Ihrer Meinung nach für den Springsport geleistet?

Margrith Noël:

Das sind vier legendäre Turniere, und wir träumen davon, dass einmal eines unserer Pferde dort antritt. Es ist den Sponsoren wie Rolex zu verdanken, dass diese Turniere so berühmt-berüchtigt geworden sind und weltweit wahrgenommen werden. Es ist immer wieder eine Freude, Pferde auf so schönen Rasenplätzen wie in Aachen gegeneinander antreten zu sehen.

Florian Noël:

Wir gehen jedes Jahr zum Turnier nach Genf, weil es im Dezember stattfindet, wenn es bei uns immer etwas ruhiger ist. Es ist also ein bisschen wie ein kleiner Winterurlaub für uns, nach Genf zu gehen und alte Freunde zu treffen. Das sind zweifelsohne die besten Turniere der Welt, und deshalb schauen wir uns alle an, egal ob vor Ort oder im Fernsehen.

Photo: Élevage du Thot Photo: Élevage du Thot

Welchen der vier Majors, aus denen der Rolex Grand Slam of Show Jumping besteht, würden Sie am liebsten besuchen, und warum?

Unser Traum ist es, nach Aachen zu gehen – das ist die Krone unseres Sports. Als Familie gehen wir auch gerne nach Genf, weil es von den Vieren uns am meisten am Herzen liegt.

 

Wer hat Sie am meisten inspiriert? Wer hat Sie im Laufe Ihrer Karriere am meisten inspiriert?

Florian Noël:

Ich war bei William Funnell in England und habe auf seinem Gestüt gearbeitet. Ich fand es sehr inspirierend, dass er nur etwa so viele Fohlen züchtet wie wir, und er hat dem Heranziehen junger Pferde viel Wert verliehen. Außerdem gehört er der britischen National-Equipe an und ist daher eine echte Inspiration. Aber das Inspirierendste, was ich von ihm mitnehme, ist, dass er dem Zuchtvorgang von Anfang bis Ende Wert verleiht.

 

Wie lautet der beste Ratschlag, den Sie jemals erhalten haben?

Florian Noël:

Mir wurde einmal gesagt, dass wir alle als Familie zusammenarbeiten sollten, da wir alle einen gemeinsamen Nenner haben. Wir alle teilten die gleiche Leidenschaft, aber wir kamen nicht immer gut miteinander aus. Deshalb wurde mir gesagt, dass es uns wirklich guttun würde, wenn wir alle zusammenarbeiten.

Margrith Noël:

Mir wurde auch gesagt, dass egal was man tut, man es immer nach bestem Wissen und Gewissen tun soll.

Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton

VETCHECK MIT:

Randy de Greef, Tierarzt beim The Dutch Masters

 

Was ist EHV-1 und was tut die FEI, um den Ausbruch einzudämmen?

EHV-1 ist ein Virus, das Pferde befällt und bei manchen der infizierten Tiere neurologische Probleme hervorrufen kann. Soweit ich weiß, hilft die FEI dabei, Tierärzte in Valencia in Spanien zu organisieren, um die betroffenen Tiere zu behandeln. Darüber hinaus hat die FEI internationale Turniere in mehreren europäischen Ländern abgesagt, um das Risiko einer weiteren Verbreitung des Virus zu minimieren. 

 

Musste der Springsport sich jemals mit einem Virus wie diesem auseinandersetzen?

Ich glaube nicht, dass der Pferdesport jemals in einem so großem Ausmaß wie bei dem jetzigen Ausbruch des EHV-1 von einem Virus betroffen war.

 

Ist es wahrscheinlich, dass das Virus sich letztendlich weltweit, also auch außerhalb Europas ausbreiten wird?

Das Virus existiert bereits in der Pferdepopulation weltweit. Es wird jedoch zu einem Problem, wenn sich große Gruppen von Pferden infizieren und aus irgendeinem Grund die Infektion nicht am Herd des Ausbruchs eingedämmt werden kann. In dieser Situation werden große Mengen des Virus übertragen, wodurch andere Pferde dann erkranken.

 

Welche Maßnahmen wurden implementiert, um zu verhindern, dass das Virus außer Kontrolle gerät?

Soweit ich informiert bin, werden alle Pferde in Valencia so gut es geht isoliert, und die FEI hat internationale Turniere in mehreren europäischen Ländern abgesagt, um das Risiko einer weiteren Verbreitung des Virus zu minimieren.

 

Wie schnell könnte das Virus unter Kontrolle sein? Kann es überhaupt weltweit gänzlich ausgerottet werden?

Das hängt wirklich davon ab, wie viele Pferde das Turniergelände in Valencia bereits verlassen haben und nun in ihren Ställen zuhause für andere Pferde infektiös sind. EHV-1 wird niemals vollständig ausgerottet werden können. Wir müssen mit diesem Virus leben, und in Zukunft vielleicht etwas vorsichtiger und gewissenhafter mit Hygienemaßnahmen beim Pferdetransport sein, besonders wenn dieser international abläuft.

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Es ist an der Zeit.

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