Rolex Grand Slam of Show Jumping

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Mittendrin im Rolex Grand Slam: Züchter im Gespräch, Next Gen Interview und mehr!

Grégory Wathelet and Nevados S Grégory Wathelet and Nevados S

Züchter im Gespräch mit:

Grégory Wathelet

 

Was ist Ihre früheste Erinnerung ans Reiten?

Meine früheste Erinnerung an den Reitsport ist die Teilnahme an meinem ersten Turnier, als ich sieben Jahre alt war. Das war ein Lokalturnier in der Nähe von Lüttich, Belgien, wo ich aufgewachsen bin. Die Hindernisse waren so niedrig, im Grunde nur eine Stange auf dem Boden, und obwohl ich Hilfe brauchte, um durch den Parcours zu kommen, fand ich es einfach nur toll.

Worauf sind Sie in Ihrer Karriere besonders stolz?

Es wäre ziemlich einfach für mich, die [Mannschafts-]Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen zu nennen. Das war ein ganz besonderer Moment für mich, mein Land, mein Team und den Sport in Belgien. Aber ich denke, der stolzeste Moment meiner bisherigen Karriere ist mein Sieg beim Rolex Grand Prix in Aachen 2017. Es war immer ein Traum von mir, dort zu gewinnen, und meine Gefühle, als ich gewonnen hatte, sind nicht in Worte zu fassen. Aachen ist ein so besonderer Ort, dass ich mich in diesem Jahr dazu entschieden habe, anstelle bei den Europameisterschaften in Riesenbeck in der Aachener Soers zu starten – so unglaublich toll ist es da.

Wie sind Sie auf den Zuchtaspekt dieses Sports gekommen?

Mein Vater war eine große Inspiration, er war schon vor mir in der Zucht tätig. Ich habe vor vier Jahren angefangen, als ich den Hof meiner Eltern gekauft habe. Dann hatte ich die notwendige Anlage dafür, mit 28 Hektar Feldern, 60 Ställen und Trainingsmöglichkeiten drinnen und draußen. Da ich ausgezeichnete Stuten und Hengste habe, dachte ich, ich sollte es einfach mal ausprobieren, und dann habe ich mich schnell in die ganze Sache verliebt.

Können Sie zusammenfassen, was die wichtigsten Elemente der Zucht eines Spitzen-Springpferdes sind?

Zucht und Verkauf von Sportpferden sind grundverschieden. Für den Springsport brauchen wir schnelle, kluge und vorsichtige Pferde. Bei den Olympischen Spielen zum Beispiel waren die Spitzenpferde in der Lage, sich der Herausforderung zu stellen und erfolgreich zu sein. Für den Verkauf, der jedes Jahr etwa 95 Prozent der Pferde ausmacht, braucht man ein entspanntes und mutiges Pferd, das ein gutes Gebäude hat und „auffällt", damit es sich leichter verkaufen lässt. Ich stehe erst am Anfang des Prozesses, ich lerne also noch.

Ich habe die meisten Stuten auf hohem Niveau und in Grands Prix geritten, daher kenne ich sie sehr gut. Die Mehrheit der Hengste habe ich ebenfalls geritten. So kann ich sie anhand ihrer Eigenschaften zuordnen. Manche Züchter schauen gerne auf die Geschichte der Blutlinien, aber ich schaue lieber auf die Gegenwart und das individuelle Talent, das sie haben.

Ist die Partnerschaft zwischen Pferd und Reiter für den Verkauf eines Pferdes von großer Bedeutung?

Ja, sogar von sehr großer Bedeutung. Ich versuche wirklich, das richtige Pferd mit dem richtigen Reiter zusammenzubringen. Manchmal bitten mich die Leute, ein bestimmtes Pferd ausprobieren zu dürfen, aber ich bin sehr ehrlich und sage: „Ich glaube nicht, dass das das richtige Pferd für Sie ist.“ Ich bin kein Verkaufsstall und das Glück von Pferd und Reiter sind mit wirklich wichtig. Darüber hinaus ist dieser Prozess sehr wichtig, wenn man ein Unternehmen aufbauen und sicherstellen will, dass die Menschen einem vertrauen.

Wie lange behalten Sie ein Pferd normalerweise, bevor Sie es verkaufen oder einreiten?

Wir verkaufen nicht viele Fohlen – normalerweise nur zwei oder drei, um einen Teil der Kosten zu decken. Ich verkaufe die Pferde nicht gerne, wenn sie jung sind, denn ich möchte sehen, wie sie sich entwickeln und heranreifen, wenn sie zwei oder drei Jahre alt sind. Die meisten bleiben, bis sie drei Jahre alt sind, nachdem wir mit Freispringen und Einreiten begonnen haben. Da ich erst vor relativ kurzer Zeit angefangen habe, ist dies auch das Stadium, in dem sich viele der Pferde gerade befinden.

Wie viele Pferde züchten Sie pro Jahr?

Das alles ist für mich noch sehr neu. In meinem ersten Jahr habe ich etwa zehn Fohlen gezüchtet, dieses Jahr waren es aber schon 34. Idealerweise möchte ich etwa 15 bis 20 Tiere züchten. In diesem Jahr haben wir mehr gezüchtet, da wir aufgrund der Pandemie viel mehr Zeit hatten, in den Prozess zu investieren.

Welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrem Zuchtprogramm?

Wir würden gerne ein oder mehrere Pferde haben, die auf höchstem Niveau springen. Das könnte auch potentiell mit mir als Reiter sein, was also sehr aufregend ist. Es ist bekannt, dass die Zucht sehr teuer ist, und es gibt viele Enttäuschungen. Es ist also wichtig, etwas zu haben, wovon wir träumen und worauf wir hinarbeiten können, damit wir nicht aufgeben.

Ich bin sehr stolz auf unsere bisherigen Fortschritte. Ich gebe bei allem, was ich tue, 100 Prozent, und ich habe in den letzten Jahren so viel gelernt. Langsam fange ich an, die züchterische Seite des Sports wirklich zu genießen. Ich habe mich definitiv mehr mit den mütterlichen und väterlichen Blutlinien beschäftigt und mich dafür interessiert – früher habe ich mir nur Gedanken darüber gemacht, ob das Pferd gut oder schlecht ist.

Gibt es ein Pferd, auf dessen Zucht Sie besonders stolz sind?

Vor neun Jahren haben mein Vater und ich eine Stute namens Argentina gezüchtet. Sie ist definitiv das Pferd, auf das wir am meisten stolz sind. Sie stammt von einer ganz „normalen" Stute ab, die gerade mit einem Amateurmädchen A-Springen gegangen ist, und von einem von meinem Vater ausgesuchten, nicht gekörten Hengst. Diese unerwartete Kombination führte zur Zucht eines Pferdes, das so toll ist, dass ich sie gerne „My Little Star" nenne. Sie springt jetzt 2* Grands Prix und hat die Belgischen Meisterschaften gewonnen. Ich weiß nicht, ob sie 5* Grands Prix springen wird, aber sie ist wirklich unglaublich.

Welchen positiven Beitrag leistet der Rolex Grand Slam Ihrer Meinung nach für den Springsport?  

Er ist so wichtig für den Sport. Ich finde, dass die vier Turniere die Krone des Springsports sind. Sie haben alle eine großartige Atmosphäre und werden sowohl von Prominenten als auch von der breiten Öffentlichkeit besucht, was großartig für den Sport ist.

Von den Grand-Slam-Turnieren sind Aachen und Genf definitiv meine Favoriten. Die Austragungsorte und das Publikum sind fantastisch. Ich habe bei diesen Turnieren viele Male Nationenpreise und Große Preise gewonnen. Deshalb haben sie einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Meiner Meinung nach ist Genf das beste Hallenturnier, dort ist alles perfekt für die Pferde.

Wer war in Ihrer Karriere/Ihrem Leben Ihre größte Inspiration?

Ich war schon immer ein riesiger Fan von John Whitaker und davon, wie er seine Pferde reitet und managt. Aber es gibt nicht nur eine Person, die mich inspiriert. Im Laufe meiner Karriere habe ich mich von so vielen Menschen inspirieren lassen. Ich beobachte, höre zu und lerne von den Besten der Besten, und das hilft mir, mich weiter zu verbessern und dazuzulernen, um an der Spitze zu bleiben.

Wie lautet der beste Ratschlag, den Sie im Laufe Ihrer Karriere erhalten haben?

Meine Eltern haben mir immer gesagt, dass man hart arbeiten muss – und wenn man das tut, wird man erreichen, was man will. Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich in der Pferdewelt oder der normalen Welt bewegt.

Welchen Rat würden Sie jemandem geben, der eine professionelle Karriere im Springsport anstrebt?

Ich würde noch einmal betonen, wie wichtig dieser Ratschlag meiner Eltern ist. Auch wenn man nicht aus einem Pferdebetrieb kommt oder über große finanzielle Mittel verfügt, ist es möglich, seine Träume zu verwirklichen, wenn man hart dafür arbeitet. Zum Beispiel haben Jérôme Guery und ich beide auf diese Weise Medaillen bei den Olympischen Spielen gewonnen. Natürlich ist der Weg lang und hart, aber er macht einen stärker. Mit harter Arbeit ist alles möglich.

Grégory Wathelet's Stables (Photo: Sébastien Boulanger) Grégory Wathelet's Stables (Photo: Sébastien Boulanger)

Jack Ryan (Photo: Sportfot) Jack Ryan (Photo: Sportfot)

Next Gen Interview mit:

Jack Ryan

 

Was sind Ihre Pläne für das Jahr 2021, und was möchten Sie erreichen?

Ich habe ein wirklich gutes neunjähriges Pferd namens BBS McGregor, mit dem ich vor zwei Wochen an der Spring-Europameisterschaft der FEI für Junge Reiter, Junioren und Children im portugiesischen Vilamoura teilgenommen habe. Wir konnten in der Einzelwertung Platz sieben belegen und haben Mannschaftssilber gewonnen, was mich sehr gefreut hat. Irgendwann in den nächsten Monaten würde ich BBS McGregor gerne in die nächste Stufe aufsteigen lassen, aber als neunjähriges Pferd ist es schwierig zu wissen, wie gut er wirklich ist. Wenn er auf das nächste Level aufsteigt, werden wir sehen, was wirklich in ihm steckt. Nach dem Turnier im französischen Saint-Lô hoffe ich, dass ich bei der FEI-Spring-Europameisterschaft in Riesenbeck, Deutschland, in der 3*-Klasse starten kann. Diese Woche nehme ich an einem Turnier in Deauville in Frankreich teil, anschließend an einem 2*-Turnier in Bolesworth. Zwei Wochen danach ist dann schon die Europameisterschaft in Riesenbeck.

Was ich mit der Young Riders Academy vorhabe, weiß ich noch nicht. Aber ich hoffe, dass ich beim CHIO Aachen starten darf – es wäre schön, dorthin zu fahren, da ich an diesem Turnier noch nicht teilgenommen habe. Ich würde auch gerne Ende des Jahres in Genf antreten, aber jeder braucht eine Chance, also wäre schon eines dieser Turniere fantastisch. Jack Whitaker hat die Wildcard für das Rolex Grand Slam-Turnier bei den Dutch Masters in 's-Hertogenbosch bekommen und hat sich mit dem Gewinn des Audi-Preises sehr gut geschlagen. Mein Traum für dieses Jahr ist es, bei einem großen 5*-Rolex-Grand-Slam-Turniere anzutreten.

Mit welchen Pferden freuen Sie sich dieses Jahr am meisten, bei Turnieren an den Start zu gehen?

Mein Toppferd ist BBS McGregor, den meine Mutter und ich gezüchtet haben – er ist nach dem Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Conor McGregor benannt. Als er zwei Jahre alt war, haben wir und große Sorgen um das Pferd gemacht. Alles, was er fraß, spuckte er wieder aus, und als wir ihn in seinen Stall brachten, konnte er nicht mehr aufstehen. Wir wussten nicht, was los war, und eine Woche später erschien eine Beule vorne auf seinem Gesicht. Meine Mutter dachte, es könnte Krebs sein, also haben wir den Tierarzt angerufen und ihn röntgen lassen. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass er von einem anderen Pferd getreten worden war. Dabei war ihm ein Zahn ausgeschlagen worden, der sich in die Maulhöhle gebohrt hat. Diese Schmerzen waren also die Ursache all seiner Probleme, die durch eine Operation aber behoben werden konnten. Also haben wir ihn BBS McGregor genannt, weil er ein Kämpfer ist, und sein Spitzname ist Lucky, weil er Glück hat, noch am Leben zu sein! Momentan tritt er in 1,50m-Prüfungen an und hat bereits einen 3*-Grand Prix absolviert. Ich hoffe, dass ich mit ihm als nächstes auf 5*-Niveau starten kann.

Eines meiner Pferde, das letzte Woche in Eschweiler mit am Start war, ist der zehnjährige Guminka. Er konnte sich in ein paar 2*-Grands-Prix platzieren, schlug sich dann aber an. Er erholt sich jetzt gerade davon. Ich denke, er hat viel Potenzial. BBS McGregor wäre das Pferd, das ich nehmen würde, wenn ich für eines der großen Rolex-Grand-Slam-Turniere ausgewählt würde. Das wäre sein erstes 5*-Turnier. Die Leute denken, ich sei verrückt, aber alles, was er bisher gemacht hat, lief so einfach.

Welchen positiven Beitrag hat der Rolex Grand Slam Ihrer Meinung nach für den Springsport geleistet?

Einen riesigen Beitrag. Rolex ist ein riesiger Förderer des Springsports. Eine Initiative wie diese zu haben, ist für Reiter und Züchter einfach großartig. Die Züchter von Explosion W und Hello Sanctos sind für uns alle wegweisend, da sie auf olympischer Ebene und beim Rolex Grand Slam gewonnen haben. Das ist ein echter Ansporn, ein weiteres Pferd dieses Kalibers zu züchten. Unser Ziel ist es, BBS McGregor bei einem der Rolex Grand Prix springen zu lassen. Mit Ausnahme von diesem Jahr, in dem die Olympischen Spiele stattgefunden haben, steht der Rolex Grand Slam ganz oben auf der Liste jedes Reiters.

Was haben Sie im Laufe der letzten 18 Monate gelernt und welche positiven Schlüsse ziehen Sie daraus?

Ich habe gelernt, jeden Tag so zu leben, wie er kommt, und jeden Tag zu genießen, denn das Leben ist nicht mehr, wie es früher war. Hoffentlich wird es im nächsten Jahr wieder so weit wie möglich zur Normalität zurückkehren, aber es wird nie wieder genau so sein wie früher. Da ich für Shane Breen in Hickstead arbeite, war ich nicht so oft zu Hause, um meine Familie zu sehen, aber ich habe viel mehr Zeit im Stall verbracht. Wir haben den Pferden eine ganze Weile lang eine Pause gegönnt, was ihnen auch gut getan hat, denn in der Saison haben sie viel zu tun. Das Positive, was ich aus dem letzten Jahr mitnehme, ist: Es war gut, die jüngeren Pferde zu fördern und den älteren Pferden eine Pause zu gönnen.

Chinese version of the website (Photo: Rolex Grand Slam) Chinese version of the website (Photo: Rolex Grand Slam)

ROLEX GRAND SLAM OF SHOW JUMPING STÄRKT SEINE ONLINE-PRÄSENZ IN CHINA

 

Nicht erst im Zuge der Olympischen Spiele in Tokio hat der Springreitsport in Asien zunehmend an Bekanntheit gewonnen. Aufgrund dieses steigenden Interesses haben die Veranstalter des Rolex Grand Slam entschieden, sich zukünftig verstärkt auch an chinesische Reitsportfans zu wenden. Daher wird die offizielle Website der renommierten Turnierserie ab heute auch in die chinesische Sprache übersetzt.

 

Dank der brandneuen Version der Webseite stehen alle Menüpunkte ab sofort auch auf Mandarin zur Verfügung. Hier können sich die Fans über die vier Majors (The Dutch Masters, CHIO Aachen, CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ und CHI Genf) informieren, mehr über den aktuellen Titelanwärter erfahren und noch viele weitere Informationen über den Rolex Grand Slam of Show Jumping abrufen.

 

Und das ist noch nicht alles! In dem Bestreben, sich mit Fans auf der ganzen Welt auszutauschen, ist der Rolex Grand Slam ab sofort auch auf zwei neuen Social-Media-Plattformen aktiv: Sina Weibo und Douyin.

 

Auf diesen Plattformen werden exklusive Inhalte gepostet, die den Nutzern spannende Einblicke  bieten undnatürlich auch alles über die Majors des Rolex Grand Slam näherbringen.

 

Die chinesische Version der Website finden Sie hier

Das Weibo-Konto finden Sie hier

Das Douyin-Konto finden Sie hier

 

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Es ist an der Zeit.

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