Rolex Grand Slam of Show Jumping

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Marcus Ehning mit Pret A Tout (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton) Marcus Ehning mit Pret A Tout (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton)

Springlegende Marcus Ehning gewinnt den Rolex Grand Prix und ist damit aktueller Rolex Grand Slam-Anwärter

 

Der Deutsche Marcus Ehning ritt im Stechen auf Pret à Tout meisterhaft und gewinnt den Rolex Grand Prix und damit sein zweites Major-Turnier des Jahres. Der als Fünfter gestartete Ehning unterbot die vom Weltranglisten-Ersten Harrie Smolders vorgelegte Zeit um mehr als drei Sekunden und legte eine Zeit vor, die nicht zu schlagen war. Sehr zur Freude des heimischen Publikums ritt Steve Guerdat auf Bianca fehlerfrei, musste sich aber mit einer Zeit von nur 0,45 Sekunden mehr als der spätere Gewinner mit dem zweiten Platz zufriedengeben.

Wie haben Sie sich heute bei Ihrem Ritt gefühlt?

Ich bin mit meiner Leistung und meinem Pferd sehr zufrieden. Ich fand, es war ein toller Parcours mit dem richtigen Gewinner! Das letzte Mal war ich zum World-Cup™-Finale in dieser Position, also vor einigen Jahren, und ich bin sehr froh, das wieder geschafft zu haben. Der Sieg fühlt sich wie ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk an.

Pret à Tout hat dieses Jahr sehr gute Leistungen erbracht. Können Sie über Ihre Beziehung zu ihm sprechen? 

Dieses Pferd ist so schlau und hat so viel Erfahrung. Er ist sehr stark und ein sehr gutes Pferd für das Stechen. Es fällt ihm leicht, Galoppsprünge auszulassen, und er schafft die Wendungen immer.

Hatten Sie das Gefühl, dass der Parcours im Stechen zu Ihnen passte?

Ich fand den Parcours wirklich gut. Er war nicht zu verrückt, er war ziemlich technisch und hat den Teilnehmern viel abverlangt, was ich mag. Es fühlte sich wie ein vollständiger Parcours an, und ich dachte, wenn ich alles so gut wie möglich bewältigte, hätte ich eine gute Chance.

Alle Reiter sagen, dass sie nicht wissen, was Ihr Geheimnis ist. Können Sie uns sagen, was es ist? Wie können Sie so schnell reiten?

Ich bin nur so gut wie meine Pferde. Ich bin schon lange dabei und habe deshalb viel Erfahrung, was hilft. Steve (Guerdat) ist sehr schnell; er hat noch ein paar Jahre, um mich einzuholen. Ich fand sein Stechen im Rolex IJRC Top 10 Finale unglaublich. Ich glaube nicht, dass ich ein Geheimnis habe. Ich reite einfach wie ich reite und sorge dafür, dass ich die besten Pferde habe.

Werden Sie sich, mit Blick auf das nächste Major-Turnier, die Dutch Masters, jetzt auf den Rolex Grand Slam des Springreitens konzentrieren?

Ich nehme schon seit langem an Wettkämpfen teil und weiß, dass man nicht zu weit vorausplanen kann. Ich bin sehr glücklich, der aktuelle Titelanwärter auf den Rolex Grand Slam zu sein, und freue mich auf die Teilnahme bei den Dutch Masters im nächsten Jahr!

Scott Brash mit Ursula XII  (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton) Scott Brash mit Ursula XII (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton)

Rolex-Markenbotschafter Scott Brash, der einzige Reiter, der jemals den Rolex Grand Slam im Springreiten gewonnen hat, gab heute den Rücktritt seiner 17-jährigen Stute Ursula XII bekannt

 

In einem berührenden Interview würdigte Scott das schottische Sportpferd, während er über den unglaublichen Weg nachdenkt, den sie gemeinsam zurückgelegt haben.

War es für Sie emotional zu wissen, dass dies Ursulas letzter Auftritt sein würde?

Es fühlte sich erstaunlich an. Aber ja, ich habe gemischte Gefühle; auf der einen Seite bin ich sehr traurig, dass es ihr letztes Event ist, aber auf der anderen Seite bin ich begeistert von ihr und ihrer Leistung heute Abend. Sie ist ein erstaunliches Pferd, und in ihrem Alter so schwere Klassen zu springen und sich dabei so gut zu fühlen, ist ein Verdienst meines Teams und der Besitzer. Es ist für mich eine große Belohnung, dass ich sie an der Spitze des Sports in den Ruhestand schicke, in so guter Gesundheit und Verfassung, was für mich das Wichtigste ist.

Viele erstklassige Reiter-Pferd-Paare waren im Stechen. Sind Sie zufrieden damit, wie es gelaufen ist?

Ich war etwas enttäuscht vom Stechen. Der erste zu sein, ist wirklich schwierig, besonders bei so vielen schnellen Reitern hinter mir. Der Parcours ritt sich etwas anders als beim Ablaufen, und wenn ich etwas später gestartet wäre und einige der anderen gesehen hätte, hätte ich vielleicht meine Taktik etwas geändert. Aber Ursula ist großartig gesprungen. Ich kann mich nicht beschweren und bin sehr glücklich.

Wie geht es für Ursula weiter?

Ursula bleibt bei uns im Stall. Wir hoffen, dass sie nächstes Jahr ein Fohlen austragen wird. Sie wird eine wirklich gute Mutter sein, da sie ein sehr gutes Temperament hat. Und ich denke, sie will wirklich Mutter werden: Wenn sie andere Fohlen sieht, schaut sie sich diese immer an und ist an ihnen interessiert. Also drücken wir die Daumen dafür. Wir werden dafür sorgen, dass sie einen sehr glücklichen Ruhestand genießt, und sie wird auf jeden Fall sehr verwöhnt werden.

Was war Ihr bester Moment mit Ursula?

Ich denke, der Sieg beim Rolex Grand Prix in Spruce Meadows 2016 war mein Lieblingsmoment mit ihr. Ich glaube nicht, dass ich jemals wieder ein Pferd reiten werde, das so leicht wie Ursula einen so großen Parcours springen kann. In diesem Parcours hat sie dafür gesorgt, dass ich mich unglaublich gut gefühlt habe, und das werde ich wirklich vermissen.

Rodrigo Pessoa (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton) Rodrigo Pessoa (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton)

Inteview mit Rodrigo Pessoa

Sie haben die gleiche Anzahl Rekordsiege beim IJRC Rolex Top 10 Finale und Rolex Grand Prix zusammen erzielt. Was denken Sie, warum Sie hier immer so gut abgeschnitten haben?

Genf ist ein Turnier, das mir schon immer sehr gut gefallen hat, und da ich Teil der Rolex-Familie bin, wollte ich immer hierherkommen und mein Bestes geben. Ich denke, Genf war auch einfach ein wirklicher Glücksort für mich. Ich hatte das große Glück, so unglaubliche Pferde zu haben, und an den Wettkampftagen hat dann immer alles zusammengepasst.

Was macht Ihrer Meinung nach den perfekten Schüler aus? Wonach suchen Sie, wenn Sie unterrichten?

Ich suche aufnahmefähige und aufnahmebereite Schüler. Schüler, die offen für Veränderungen sind und darauf vertrauen, was man ihnen aus der Erfahrung heraus mitteilt und vermittelt, damit sie sich verbessern können. Ich suche Schüler, die nicht die Augen verschließen vor dem, was ich sage; denn als Trainer habe ich viele Erfahrungen in meinem Leben gemacht und viel gesehen, was ich nutzen kann, um meinen Schülern zu helfen.

Wer wird Ihrer Ansicht nach den Rolex Grand Prix am Sonntag gewinnen?

Das ist eine schwierige Frage, denn die besten Reiter und Pferde der Welt sind hier. Es ist sehr schwer, einen davon auszuwählen. Da sind Kent Farrington, McLain Ward, Pedro Veniss, Steve Guerdat, Scott Brash; wir haben so viele gute Reiter, dass es schwer zu sagen ist. Was ich sagen kann: Es wird ein ausgezeichneter Wettkampf mit den besten Reitern und Pferden der Welt, die für ein unglaubliches Schauspiel sorgen werden.

Wenn Sie Jungpferde begutachten, nach welchen Qualitäten suchen Sie, die das nächste Fünf-Sterne-Springpferd ausmachen könnten?

Man schaut sich die Rohqualitäten des Pferdes an, wie intelligent es ist, wie viel Sprungkraft es hat und wie es seine Fehler korrigiert. Bei einem jungen Pferd weiß man nichts mit Sicherheit. Viel wird passieren, bevor es ein Fünf-Sterne-Pferd wird. Viele Fragen kann nur die Zeit beantworten, und deshalb ist es wirklich schwierig, immer die richtige Vorhersage zu treffen.

Wenn Sie mit jedem Pferd der Welt, das jemals gelebt hat, an Turnieren teilnehmen könnten, welches wäre es?

Wahrscheinlich Jappeloup, das Pferd von Pierre Durand, dem Olympiasieger von 1988; das wäre das Pferd meiner Träume.

Steve Guerdat mit Alamo (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton) Steve Guerdat mit Alamo (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton)

Der Schweizer Held Steve Guerdat stiehlt im Rolex IJRC Top 10 Finale allen die Show

 

Das Rolex IJRC Top 10 Finale, bei dem die weltbesten Reiter um die begehrte Trophäe kämpfen, verspricht immer Spitzensport und hat auch in diesem Jahr nicht enttäuscht. Es war ein Heimsieg für den Schweizer Helden Steve Guerdat auf Alamo, der die Menge mit einem atemberaubenden Ritt in 39,75 Sekunden begeisterte. Der Schwede Henrik von Eckermann lag knapp dahinter, konnte aber die Millisekunden, die ihn von dem ehemaligen Olympiasieger trennten, nicht aufholen. Mannschaftsweltmeister McLain Ward aus den USA und seine überwältigende Stute Clinta absolvierten einen lehrbuchmäßigen Ritt, der ihm den dritten Podiumsplatz einbrachte.

War es schwer für Sie, auf das Endergebnis zu warten?

Ja, es ist manchmal sehr schwer zu warten, besonders wenn noch so gute Reiter am Start stehen. Jedes Mal, wenn ein neuer Reiter in den Parcours einritt, wurde ich nervöser und hoffte, dass wir die Führung behalten können. Ich war sehr glücklich über meinen Ritt heute Abend. Es fühlt sich unglaublich an.

Wann haben Sie sich entschieden, Alamo für diesen Wettkampf anzumelden?

Ich habe Alamo vor einiger Zeit für dieses Finale eingeplant. Ich habe ihn letzte Woche hauptsächlich deshalb mit nach Paris genommen, um ihn auf diesen Wettkampf vorzubereiten. Er ist ein etwas nervöses Pferd. Also wollte ich ihm mehr Zeit im Parcours geben, um seine Nerven zu beruhigen. Ich hatte ein wirklich gutes Gefühl mit ihm auf dem Abreiteplatz. Er hörte mir wirklich zu; also beschloss ich, im Stechen alles zu geben. Alamo hat im Parcours sehr gut auf mich reagiert und ist wunderbar gegangen; ich bin einfach nur stolz auf ihn.

Können Sie uns sagen, was Sie während des Stechens dachten?

Ich wusste, dass Alamo ein sehr guter Springer ist und dass er schnell ist. Er hat einen gewaltigen Galopp und springt gut vorwärts, daher kam mir dieser Stechparcours sehr entgegen. Meine Wendung zur Mauer war nicht perfekt, also dachte ich nach der Kombination, dass ich wirklich alles geben muss. Ich verlängerte die Galoppsprünge noch mehr bis zum vorletzten Hindernis, und mein Pferd half mir da wirklich. Dann entschied ich mich, noch mehr Tempo zu machen und beim letzten Hindernis einen Galoppsprung weniger zu reiten. Alamo war einfach unglaublich. Aber ich war auch erleichtert, dass keine Hindernisse mehr kamen, denn ich glaube nicht, dass ich ihn noch hätte halten können.

Wie fühlt es sich an, sich mit Rodrigo Pessoa den Rekord der meisten Siege beim CHI Genf zu teilen?

Rodrigo war ein Idol von mir, als ich jünger war. Zu erfahren, dass wir beide heute die gleiche Anzahl Siege in Genf errungen haben, fühlt sich unglaublich an und ist sehr schön zu hören!

Joanne Sloan-Allen mit Suma's Zorro (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton) Joanne Sloan-Allen mit Suma's Zorro (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton)

Interview mit Joanne Sloan Allen – Besitzerin von Suma‘s Zorro

 

Was haben Sie gedacht, als Sameh in Spruce gewonnen hat?

Das war tatsächlich ziemlich kurios, weil ich nicht wusste, dass er gewonnen hatte. Es sah so aus, als wäre Sameh Zweiter, und ich konnte die Anzeige nicht sehen, weil ich wirklich klein bin. Also habe ich alle gefragt: „Hat er gewonnen?“. Schließlich habe ich es erfahren und konnte vor Aufregung und Emotionen einfach nicht an mich halten. Der zweite Umlauf war unglaublich. Mir liefen die Tränen, weil das alles war, wofür wir gearbeitet hatten. Es war alles, wofür Zorro gearbeitet hatte. Ihr ganzes Leben lang hatten die Leute gesagt, dass sie kein Springvermögen hätte. Aber jetzt tritt sie in dieser 1,70m-Klasse an, und niemand kann mehr sagen, dass sie kein Springvermögen hat. Ich freue mich so sehr für Sameh. Wir haben einen langen Weg hinter uns, und ich hatte das Gefühl, dass dies sein Jahr ist.

Wie haben Sie danach gefeiert?

Wir aßen eine Suppe und stiegen ins Flugzeug! Wir waren in so einem Rausch, aber wir mussten ins Flugzeug steigen, um direkt nach Tryon zu fliegen. Dann verlor Sameh seine Medaille. Das war vielleicht ein Drama. Wir kamen nach Hause und sein Koffer war noch nicht am Flughafen Dublin angekommen. Also sagte ich: „Gut, dass ich die Medaille in dein Handgepäck getan habe.“ Da wurde er sehr still. Sameh erzählte mir, dass er die Medaille in den Koffer gepackt hatte, weil sie zu schwer zum Tragen war. Zwei Tage später immer noch kein Koffer, und wir wollten nach Tryon fahren. Sameh fragte: „Was machen wir jetzt?“ Also habe ich es auf Facebook veröffentlicht, und alle haben geholfen und es geteilt, und schließlich hat jemand den Koffer gefunden. Erst eine Woche später haben wir ein Hoffest für alle organisiert. Aber wir planen ein Weihnachtsfest nach diesem Turnier.

Was hat Zorro für eine Persönlichkeit?

Zorro ist das perfekte Pony. Wenn man im Leben nur ein Pferd hätte, müsste es Zorro sein. Sie lässt sich reiten wie ein Engel. Sie ist süß. Sie ist freundlich. Sie hat ein paar Macken – sie hasst Tierärzte und sie hasst es, wenn sie geschoren wird, aber sie ist das netteste, süßeste Pferd. Sie will einfach nur gewinnen. Sie glaubt, dass sie alles springen kann. Ich bekam sie als Fohlen im Alter von drei Monaten, und sie kam mit sechs Monaten auf den Hof. Bei ihrer Ankunft trat sie aus dem Anhänger, trabte zu einem Tor mit fünf Querbalken und hüpfte drüber. Seitdem ist sie so fantastisch geblieben.

Was haben Sie in diesem frühen Alter in Zorro gesehen?

Vor 14 oder 15 Jahren, als wir gerade mit unserem grünen Programm in den Sycamore Stables begannen, gab es einen Abverkauf, bei dem alle Stuten verkauft wurden. Ich sah dieses Stütchen, das einfach nur sprang und sprang. Ich sagte zu meinen Eltern, dass wir sie kaufen müssen. Die Sprungtechnik, die sie jetzt hat, ist die gleiche, die sie im Alter von drei Monaten hatte. Sie sieht einfach wie ein kleiner Star aus, und das war sie schon immer.

Können Sie etwas über Ihre Vorahnung vor Spruce erzählen?

Sameh und ich sind selten unterschiedlicher Meinung, wir arbeiten so gut zusammen. Aber er wollte unbedingt bei den Weltreiterspielen antreten, die nach Spruce stattfanden. Wir waren uns zunächst einig, dass wir nicht an beiden Turnieren teilnehmen könnten. Aber eines Tages hatte ich diesen Traum, dass Sameh nach Spruce gereist war und gewonnen hatte. Ich teilte ihm also am Morgen mit, dass er nach Spruce gehen würde. Sameh war nicht einverstanden. Aber ich glaubte, dass wir beides schaffen könnten. Zwischen den Wettkämpfen lagen ausreichend freie Tage, und die Stute war wirklich fit. Ich dachte, das sei ihr Jahr und deshalb musste sie antreten. Ich sagte Sameh, dass er so enttäuscht wäre, wenn er in Tryon einen Abwurf hätte und nicht nach Spruce gegangen wäre. Immerhin ist Spruce Teil des Rolex Grand Slams, eine einmalige Gelegenheit, die man ergreifen muss. Noch am Morgen des Turniers sagte ich zu Sameh: „Das ist dein Parcours.“ So sollte es sein.

Wie ist es, mit Sameh zu arbeiten?

Er ist erstaunlich, wir arbeiten so gut zusammen. Es ist schwer, jemanden mit den gleichen Ideen und Einstellungen zu finden. Ich wollte versuchen, ganz nach oben zu kommen, dabei aber die Pferde im Blick behalten; sie stehen immer an erster Stelle. Es ist schwierig, wenn man ein Wettkämpfer wie Sam ist, einen Besitzer im Hintergrund zu haben, der sagt: „Heute nicht.“ Aber er glaubt genauso wie ich daran, dass die Pferde an erster Stelle stehen sollten. Sameh ist ein echter Wettkämpfer. Ich glaube so sehr an ihn. Ich glaube, wenn der Tag stimmt und der Parcours stimmt, dann wird Sameh gewinnen.

Erzählen Sie mir von Ihrem Werdegang!

Ich glaube, Pferde liegen einem im Blut. Meine Großeltern mütterlicherseits waren im Renngeschäft, das lag ihnen im Blut. Als wir klein waren, nahm meine Mutter meine Schwester und mich mit zum Reiten. Meine Schwester gab früh auf, aber ich blieb dabei. Ich habe an der Universität einen betriebswirtschaftlichen Abschluss auf Französisch erworben und dann meinen eigenen Hof aufgebaut. Ich hatte das Glück, in England von einigen fantastischen Leuten wie David Broom zu lernen. Dann habe ich meinen eigenen Hof aufgebaut. Es macht mir Spaß, Pferde aufzuziehen.

Verkaufen Sie Ihre Pferde weiter? Wie entscheiden Sie, welche Pferden Sie behalten?

Leider können wir sie nicht alle behalten. Es ist uns sehr wichtig, dass unsere Pferde an den richtigen Ort kommen, und ich bin sehr wählerisch, zu wem sie kommen. Bisher hatten wir viel Glück; alle unsere Pferde sind in sehr gute Hände gekommen. Wir haben im Moment acht Fünfjährige, die wir nicht alle behalten können. Manchmal behalten wir sie, je nach Geschlecht oder Abstammung. Wir entscheiden uns auch für Pferde, die zu unserem System passen.

Werden Sie nervös, wenn Sie Ihre Pferde im Wettkampf beobachten?

Es ist schwieriger zuzusehen, als selbst aktiv zu sein. Wenn ich springe, gibt es nur mich und das Pferd. Aber wenn ich draußen stehe, kann ich nichts tun, und das frustriert mich sehr. Ich springe bei jedem Hindernis mit Sam mit und schnalze bei jedem Sprung. Er sagt immer, ich soll damit aufhören! An jedem Hindernis bin ich bei ihnen. Manchmal denke ich, dass ich einen Herzinfarkt bekomme. Teil von etwas so Besonderem zu sein, ist so großartig.

Schauen Sie lieber zu oder reiten Sie lieber selbst?

Zuzuschauen ist eine Qual. Sam sagt dasselbe. Wenn Sie Ihre Arbeit und die Pferde so lieben, ist es unmöglich, nicht diesen Adrenalinschub zu bekommen.

Wie hat der Rolex Grand Slam im Springreiten Ihrer Meinung nach den Springsport verbessert?

Das Gefühl, das man hier in Genf bekommt, ist Stolz, Geschichte und Tradition. Das ist auch das, was man in Spruce Meadows spürt. Es ist eine riesige, qualitativ hochwertige Veranstaltung. Sie sind so stolz auf ihren Platz und alles andere. Für mich ist Rolex der perfekte Partner. Wenn man an die Marke Rolex denkt, denkt man an Qualität, Präzision, an Stolz auf das, was sie tun. Für mich ist der Springsport ein Zusammenspiel zwischen beidem. Wenn ein Sponsor wie Rolex in den Sport tritt und den Grand Slam veranstaltet, verändert dies das Leben von Menschen wie Sameh und die anderen auf unserem Hof. Seit acht Jahren bemühen wir uns und kommen Schritt für Schritt weiter; der Einstieg in diese Turniere ist sehr schwierig. Einen Rolex Major zu gewinnen, war unglaublich für Sameh. Wir waren ein winziger Hof in Nordirland, und dass wir an einem solchen Turnier teilnehmen und eine Chance haben, ist ein solcher Traum. Also dass Rolex Teil dieses Traums ist, ist großartig.

Sind Sie schon einmal in Genf angetreten?

Noch nie.

Was sind Ihre Ziele und Träume für die Zukunft?

Unsere Zukunft ist es, den nächsten Rolex Grand Prix mit Zorro zu gewinnen. Am Sonntag steht der Rolex Grand Prix an und nächste Woche Prag. Sameh ist qualifiziert, weil er in Paris gewonnen hat. Die nächsten Monate werden wir dann langsamer angehen lassen. Wir werden wieder mit unseren anderen Pferden arbeiten und sie fordern, da wir sie für einige Zeit zurückgestellt hatten. Im Januar wollen wir auf dem Hof sein und versuchen, ein paar Pferde zu verkaufen. Dann gehen wir im Februar auf Tour, und alles beginnt wieder von Neuem. Wir sind in Bewegung, wechseln ständig die Pferde und genießen jede Minute. Es ist eine unglaubliche Zeit. Wenn man es nicht zu schätzen weiß und genießt, warum würde man es dann tun? Manchmal muss man innehalten und sich daran erinnern, wie erstaunlich das alles ist.

Gérard Lachat (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton) Gérard Lachat (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton)

Interview mit Gérard Lachat, Parcoursbauer beim Swiss Rolex Grand Prix

 

Wie lang dauert es, einen Parcours für den Rolex Grand Prix zu entwerfen?

Ich habe mit der Planung vor zwei Wochen begonnen. Wir haben ein paar Ideen gesammelt und skizziert, was wir vorhatten. Dann habe ich letzte Woche den Plan fertiggestellt, und diese Woche stimmen wir alle technischen Details ab und machen den Feinschliff, bevor wir am Sonntag aufbauen.

Wie viele fehlerfreie Ritte erwarten Sie am Sonntag?

Im Idealfall möchten wir, dass zwischen acht und zwölf Reiter fehlerfrei durchkommen, aber manchmal ist es schwer vorherzusagen, wie die Pferde auf den Parcours reagieren.

Wie haben Sie mit dem Parcoursbau begonnen?

Ich habe vor langer Zeit angefangen, zuerst als Assistent bei nationalen Wettbewerben in der Schweiz, dann bin ich vor sieben Jahren auf internationales Niveau aufgestiegen. Ich bin seit fünf Jahren beim CHI Genf und genieße es sehr, Teil einer so renommierten Veranstaltung zu sein. Die Atmosphäre ist immer großartig, und die weltbesten Pferde und Reiter treten hier an. Es ist fantastisch, an einem solchen Turnier beteiligt zu sein.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten?

Am besten gefällt mir, die Teilnehmer im Parcours zu sehen, den sie hoffentlich genießen. Ich bin auch immer von den Ergebnissen fasziniert, also freue ich mich darauf herauszufinden, wer sich gut schlägt und wer nicht!

Spüren Sie zusätzlichen Druck, wenn Sie einen Parcours für ein Rolex Major entwerfen?

Ja, wenn man einen Parcours für einen Rolex Grand Prix entwirft, lastet definitiv zusätzlicher Druck auf einem. Die Majors sind die größten Wettkämpfe der Welt und der Höhepunkt der Saison, also muss man es richtig machen und die besten Ergebnisse erzielen.

Hat sich die Kunst des Parcoursbaus weiterentwickelt, seit Sie damit begonnen haben?

Ja, vieles hat sich verändert. Die Stangen sind viel leichter geworden, was man bei der Planung berücksichtigen muss. Die Fähigkeiten der Reiter und Pferde haben sich weiterentwickelt und verbessert, sodass man den Parcours technischer gestalten muss, um sie mehr herauszufordern, und man muss sich mehr denn je auf die Linienführung und Distanzen konzentrieren.

Welche Reiter haben Ihrer Meinung nach gute Chancen, am Sonntag zu gewinnen?

Es ist sehr schwierig vorherzusagen, wer am Sonntag gut abschneiden wird. Wir haben die weltbesten Reiter-Pferd-Paare dabei, und es ist fast unmöglich, unter ihnen auszuwählen. Aus Schweizer Sicht würde ich gerne Steve Guerdat gewinnen sehen, aber wer weiß!

Daniel Deusser mit Calisto Blue (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton) Daniel Deusser mit Calisto Blue (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton)

Der Deutsche Daniel Deusser gewinnt die Trophée de Genève, die erste Qualifikation für den Rolex Grand Prix beim CHI Genf

 

Bei der ersten Qualifikationsprüfung für den Rolex Grand Prix erreichten neun Reiter-Pferd-Paare das hart umkämpfte Stechen. Daniel Deusser, der mit Calisto Blue in einer beeindruckenden Zeit von 37,31 Sekunden die Messlatte hoch legte, war der erste, der einen fehlerfreien Ritt absolvierte.

Der letzte Reiter, Pieter Devos, schien gleichauf mit Deusser dessen fehlerfreie Leistung nachzuahmen, war aber ein wenig zu langsam und musste sich mit dem zweiten Platz begnügen. Simon Delestre landete auf dem dritten Platz. Beide sind hervorragende Anwärter auf den Rolex Grand Prix am Sonntag.

Wie hat sich der Parcours heute Abend angefühlt?

Der erste Umlauf war zeitlich wirklich knapp bemessen, sodass alle gezwungen waren, Tempo zu machen, und am Ende mussten sich die Pferde ziemlich strecken, was zu vielen Fehlern führte. Zehn Reiter-Pferd-Paare ritten fehlerfrei und noch ein paar weitere mit Zeitfehlern, was eine gute Anzahl für ein Stechen ist. Aber es war definitiv kein einfacher Wettkampf.

Dachten Sie, als Sie ins Stechen gingen, dass Sie gute Chancen hätten?

Um ehrlich zu sein, war ich mir nicht sicher. Es gab viele schnelle Paare, gegen die es zu bestehen galt, und ich dachte, dass ein oder zwei vielleicht etwas schneller sein könnten. Aber ich denke, mein fehlerfreier Ritt übte Druck aus, und einige der Pferde waren gezwungen, schneller zu werden, wodurch sie etwas flacher sprangen. Ich hatte einen guten Ritt und war sehr zufrieden mit meinem Pferd.

Wenn Sie an den Rolex Grand Prix am Sonntag denken, wer ist Ihrer Meinung nach Ihr größter Konkurrent?

Es gibt hier an diesem Wochenende einige wirklich gute Wettkämpfe, daher ist das schwer zu sagen. Ich denke, McLain und Clinta werden eine gute Leistung ablegen; auch Steve Guerdat und Bianca sind schwer zu schlagen, wenn sie in Form sind. Es wird sicher ein guter Wettkampf werden.

Emma Uusi-Simola groom to Steve Guerdat with Albfuehren's Bianca (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton) Emma Uusi-Simola groom to Steve Guerdat with Albfuehren's Bianca (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton)

Hinter der Stalltür mit: Emma Uusi-Simola, Pferdepflegerin von Steve Guerdat

 

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten?

Besonders mag ich das Reisen. Ich habe wirklich Spaß daran, verschiedene Teile der Welt zu sehen und weit weg vom Heimatstall Zeit mit den Pferden zu verbringen. Ich liebe auch die Atmosphäre auf Turnieren. Sie sind alle so unterschiedlich, aber das Gefühl der Aufregung, das man in der Menge spürt, ist überall gleich und etwas ganz Besonderes.

Hat eines von Steves Pferden irgendwelche kuriosen Eigenschaften?

Ja, Bianca hat so einen ausdrucksstarken Charakter, und sie ist eine typische Stute. Zuhause ist sie das ruhigste Pferd auf dem Hof, so entspannt und cool. Aber sobald sie auf einem Turnier ist, wird sie wirklich nervös und viel unruhiger. Ich denke, sie wird wegen des Wettkampfes nervös, aber sie schafft es immer, im Parcours die Nerven zu behalten. Sie ist auch sehr wählerisch darin, welche Leckerli sie mag, und wenn man ihr die falschen gibt, rümpft sie die Nase.

Albfuehren‘s Bianca hat bisher ein Jahr unglaublicher Ergebnisse vorgelegt. Was denken Sie, warum sie besser abschneidet als je zuvor?

Steve arbeitet schon eine Weile mit Bianca und wollte sicherstellen, dass er ihr Zeit zum Wachsen und Entwickeln gibt, bevor er sie überfordert. Ich denke, das ist der Schlüssel zu ihrem Erfolg, denn es ist wichtig, sicherzustellen, dass das Pferd sowohl geistig als auch körperlich bereit ist, Wettkämpfe auf diesem Niveau zu bestreiten. Sie ist jetzt erwachsen und ein tolles Pferd mit so viel Talent und einem breiten Einsatzbereich. Deshalb freuen wir uns sehr, dass sie sich so gut macht.

Haben Sie irgendwelche Pflege- oder Reisetipps?

Ich denke, der wichtigste Teil dieser Arbeit und der beste Tipp, den ich geben kann, ist, immer sicherzustellen, dass die Pferde glücklich sind. Ich möchte, dass sie frei sind und sich wie Pferde fühlen, nicht nur wie Wettkampfteilnehmer. Also sorgen wir dafür, dass sie viel Weidezeit bekommen, um entspannen und Gras fressen zu können. Es ist kein Geheimnis, aber ein glückliches Pferd sorgt für einen glücklichen Reiter, und das macht meine Arbeit einfacher!

Wie sieht die übliche Pflege der Pferde nach dem Wettkampf aus?

Nachdem sie gesprungen sind, kühlen wir ihnen die Beine mit Eis, striegeln sie sehr gründlich, um die Durchblutung anzuregen, und einigen Pferden legen wir auch Massagedecken auf.

Welchen Rat würden Sie jemandem geben, der eine Karriere in diesem Bereich beginnen möchte?

Man muss sich sicher sein, dass man wirklich hart arbeiten will; die Tage sind lang und erfordern viel Einsatz. Meine Empfehlung wäre, dass man sich immer weiterbilden soll. Man soll stets Fragen stellen und auch andere um Rat fragen, denn das bedeutet, dass man sich ständig verbessert.

Was war bisher der beste Moment Ihrer Karriere?

Das ist eine schwierige Frage, weil es bei meiner Arbeit für Steve viele Höhepunkte gab. Ich würde sagen, die zwei herausragendsten Momente für mich waren zum einen das erste Mal, dass wir das Weltcup-Finale gewannen. Ich kann mich noch an das schwirrende Gefühl und das Feiern erinnern. Das war so aufregend. Das zweite Mal war, als Steve hier mit Nino den Rolex Grand Prix gewann; die Reaktion des Publikums war unglaublich und es war so emotional.

Sophie Mottu Morel mit Alban Poudret (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton) Director of CHI Geneva Sophie Mottu Morel with Alban Poudret, competition Director (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton)

Gespräch mit den Organisatoren; Sportdirektor Alban Poudret und Generaldirektorin Sophie Mottu Morel

 

Der CHI Genf wurde neunmal zum besten Turnier der Welt gewählt. Wie sorgen Sie jedes Jahr für neuen Schwung auf dem Turnier?

Sophie: Jedes Jahr nehmen wir uns die Zeit, mit den verschiedenen Turnierbeteiligten zu sprechen und sie zu fragen, was gut funktioniert hat und was verbessert werden kann. Es ist wirklich wichtig, dass wir Informationen sammeln, auf Kommentare hören und diese nutzen, um jedes Jahr voranzukommen. Wir werden nie selbstzufrieden sein, und egal, wie klein ein Detail oder eine Anpassung auch sein mag, wir wollen nichts unversucht lassen. Es ist auch wichtig, dass wir die Freiwilligen stets motivieren können und sie gut behandeln, denn ohne sie wären wir schlicht nicht in der Lage, so eine großartige Veranstaltung zu organisieren.

Alban: Dem kann ich nur hinzufügen, dass wir uns mit ganzem Herzen der Aufgabe widmen, denn wir wollen, dass man unsere Liebe zum Sport spüren kann. Unser Ziel ist es, die Reiter, Pferdepfleger, Zuschauer und Freiwilligen willkommen zu heißen – alle, die dieses Turnier so besonders machen. Ich benutze gerne den Vergleich: „Wenn Sie Freunde zu sich nach Hause einladen, möchten Sie, dass sie sich willkommen fühlen und eine angenehme Zeit verbringen“ und das ist es, was wir jedes Jahr beim CHI Genf zu erreichen versuchen.

Sie haben zwei Parcoursbauer. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Alban: Wir halten es für sehr wichtig, zwei Parcoursbauer für das Springen hier zu haben, denn wir haben die ganze Woche über so viele verschiedene Prüfungen – darunter viele Spezialprüfungen wie das Zeitspringen über Naturhindernisse und die Kombinationsprüfung – das alles wäre für eine Person kaum zu schaffen. Ich denke, es ist auch wichtig, mit jemandem zusammenzuarbeiten und Ideen austauschen zu können; und ich glaube fest daran, dass man immer bessere Ergebnisse erzielt, wenn man in einem Team arbeitet. Unser System besteht darin, dass wir einen Schweizer Parcoursbauer, derzeit Gérard Lachat, und einen internationalen Parcoursbauer haben.

Wie hat sich das Turnier verändert, als es Teil des Rolex Grand Slam of Showjumping wurde?

Sophie: Wir waren lange Zeit, von 1979 bis 2012, Teil des World Cups. Daher war diese Veränderung keine leichte Entscheidung, aber ich habe das Gefühl, dass es das Turnier wiederbelebt und uns großen Antrieb gegeben hat. Wir als Team sind so stolz darauf, zusammen mit dem CHIO Aachen, den CSIO Spruce Meadows „Masters“ und den Dutch Masters am Rolex Grand Slam teilzunehmen. Bevor wir Teil des Rolex Grand Slams wurden, dachten einige unserer langjährigen Teammitglieder über einen Rücktritt nach, aber die Aufnahme in den Rolex Grand Slam hat ihnen neuen Schwung verliehen; und uns hat es definitiv ermöglicht, ein neues, aufregendes Kapitel aufzuschlagen.

Sophie, können Sie über Ihren Werdegang sprechen und darüber, wie Sie Generaldirektorin geworden sind?

Sophie: Ich habe zwei Jahre lang mit dem ehemaligen Präsidenten zusammengearbeitet. Ende 2001 sagte er, dass er zurücktreten wolle, und fragte mich, ob ich dem Team beitreten würde. Zuerst dachte ich, er sei verrückt. Ich war so jung (28 Jahre) und wusste nicht, ob ich für so eine große Verantwortung bereit wäre. Ich nahm mir etwas Zeit, darüber nachzudenken, und beschloss, das Angebot anzunehmen. 2004 wurde ich dann Generaldirektorin. Als kleines Mädchen hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich eines Tages in dieser Position sein würde! Allein auf dem Turnier zu arbeiten, war für mich ein Traum, der in Erfüllung ging; eine Veranstaltung mit so viel Geschichte, bei der so schöne Pferde und talentierte Reiter antreten. Es war definitiv eine große Herausforderung, aber das Team hat mich sehr herzlich aufgenommen und glaubte wirklich an mich, wofür ich sehr dankbar bin. Tatsächlich war Alban gut mit meinen Eltern befreundet, und ich habe seine Arbeit immer bewundert. Also schien die Arbeit mit ihm zunächst sehr surreal. Aber seine Unterstützung ist etwas, das ich nie vergessen werde, und jetzt sind wir auch sehr gute Freunde.

Alban: Wir hatten volles Vertrauen in Sophie und können uns nur bei ihr bedanken. Sie ist so eine gute Direktorin und bringt so viel Temperament in das Team. Sie hat 15 Jahre Glück in das Organisationskomitee gebracht, und unsere Freundschaft ist mit jeder Herausforderung gewachsen. Ich denke, dieses Komitee ist etwas ganz Besonderes, denn es geht uns hier allen um den Sport, niemandem geht es nur um sich selbst. Uns alle eint die Leidenschaft, den Sport zu verbessern, und wir alle hatten den Kindheitstraum, ein Teil dieser besonderen Welt zu werden; und wir bleiben unseren Wurzeln und unserem Traum treu.

Es ist ein solch historisches Turnier. Wie hat es sich seit seinen Anfängen verändert?

Alban: Das Turnier gibt es seit 1926, es findet aber erst seit 1991 jährlich statt. Ursprünglich gab es bei uns nur das Springen, bis wir 1997 die Dressur einführten. Dann nahmen wir 2002 das Fahren in unser Programm auf, und vor zwei Jahren wurden wir gänzlich verrückt und beschlossen, vier Disziplinen auszurichten. Wir wollten ein Mini-Indoor-Aachen mit Springen, Dressur, Fahren und Vielseitigkeit schaffen. Wir wissen, dass wir jetzt aus Platzgründen unsere Grenzen erreicht haben, aber wir lieben die Herausforderung, die das mit sich bringt, und sind stolz darauf, wie weit wir gekommen sind. Wir wissen nicht, was die Zukunft bringen wird. Wir sorgen dafür, dass wir auf unsere Zuschauer hören und ihr Feedback annehmen, damit wir ihnen das bieten können, was sie bei den nächsten Veranstaltungen sehen wollen.

Alban, was sind Ihre drei besten Zahlen zu dem Turnier?

Alban:

  1. Wir sind sehr stolz darauf, neunmal den Preis „Bestes Turnier der Welt“ gewonnen zu haben.
  2. Rodrigo Pessoa hält den Rekord für die meisten Siege im Rolex IJRC Top 10 Finale und im Rolex Grand Prix zusammen. Pessoa hat 10 Mal gewonnen. Steve Guerdat liegt mit neun Siegen sehr dicht dahinter, und dann folgt Kent Farrington mit sechs Titeln.
  3. Unser Zuschauerrekord liegt bei 50.000 beim FEI World Cup™ Finale und unser Besucherrekord für eine normale Veranstaltung bei 43.000.

Welchen Rat würden Sie jemandem geben, der eines Tages Generaldirektor werden möchte?

Sophie: Ich würde sagen, Sie müssen an sich selbst glauben. Manchmal fühlt es sich an, als müsse man einen großen Berg erklimmen, aber Sie müssen sich sagen, dass Sie den Gipfel erreichen werden. Sie müssen auch offen sein für die Menschen, mit denen Sie arbeiten, und nicht denken, dass Sie alle Lösungen kennen. Und schließlich würde ich raten, den Freiwilligen Respekt zu erweisen, denn ohne sie können wir nichts tun.

Alban: Sie müssen sicherstellen, dass Sie eine gute Ausdauer haben. Denn die Tage sind lang, und nach der Arbeit muss man noch Energie zum Tanzen haben! Ich würde auch sagen, vergessen Sie nie Ihre Kindheitsträume und bleiben Sie immer Ihrer Leidenschaft treu.

BALSIGER Bryan (SUI) mit Clouzot de Lassus - CHI Genf 2017 (Photo: Pierre Costabadie – CHI de Genève) BALSIGER Bryan (SUI) mit Clouzot de Lassus - CHI Genfa 2017 (Photo: Pierre Costabadie – CHI de Genève)

Wie begann Ihre Karriere als Reiter?

Meine Eltern haben eine Reitschule mit über 50 Pferden, also lag es mir schon immer im Blut. Ich begann schon sehr früh mit dem Reiten und mit sechs bin ich zum ersten Mal gesprungen. Mein Vater war ein erfolgreicher Springreiter und er hat sein Wissen an meinen Bruder und mich weitergegeben. Wir sind zu jedem Turnier mitgegangen und ich habe immer davon geträumt, eines Tages in seine Fußstapfen zu treten.

Was motiviert Sie am meisten?

Ich liebe es einfach, jeden Tag mit den Pferden arbeiten zu können. Sie sind so wunderbare und treue Tiere und nichts gleicht dem Gefühl, das in einer erfolgreichen Partnerschaft mit ihnen entsteht.

Ich habe in meinem Leben viele andere Sportarten ausprobiert. Ich habe früher Fußball und Basketball gespielt und Leichtathletik gemacht, aber nichts davon ist wie das Springreiten. Ich betreibe diese anderen Sportarten immer noch gelegentlich als Hobby, aber der Nervenkitzel, jede Woche mit meinen Pferden an einem anderen Ort anzutreten, ist etwas ganz Besonders.

Auch der ständige Wettkampf motiviert mich sehr. Ich gewinne gern und will der Beste sein! Ich arbeite ständig auf den nächsten Schritt hin und möchte besser werden – es wird also nie langweilig!

Welchen Höhepunkt haben Sie in Ihrer Karriere bisher erlebt?

Der beste Moment meiner Karriere war wahrscheinlich, als ich bei der Europameisterschaft der Jungen Reiter mit Clouzot de Lassus die Goldmedaille gewann. Es war wirklich ein harter Wettkampf und das Gefühl, Europameister zu werden, war unglaublich. Das hat in mir den Hunger nach mehr geweckt!

Worauf freuen Sie sich bei Ihrer Teilnahme am CHI Genf am meisten?

Ich freue mich sehr darauf, dieses Jahr am CHI Genf teilnehmen zu können, zumal ich mich bereits für den Rolex Grand Prix qualifiziert habe. Das Turnier ist eine Veranstaltung mit bedeutender Historie und großer Tradition, und für mich ist die Chance, vor einem so begeisterten Publikum anzutreten, ein wahrgewordener Traum.

Ich hatte eine gute Saison und deshalb hoffe ich, wenn am Tag des Großen Preises alles gut geht, eine Chance zu haben, in die Top Ten zu kommen.

Welches Pferd werden Sie im Rolex Grand Prix reiten?

Ich nehme Clouzot de Lassus, meinen zehnjährigen Wallach. Ich reite ihn jetzt seit drei Jahren und er ist einfach unglaublich. Jedes Mal, wenn wir zusammen springen, gibter mir ein unbeschreibliches Gefühl. Das habe ich noch nie zuvor so erlebt. Unser gegenseitiges Vertrauen wird immer größer und ich bin sehr froh, diese wunderbare Partnerschaft mit ihm zu haben.

Was würde es für Sie bedeuten, eines Tages den Rolex Grand Slam of Show Jumping zu gewinnen?

Den Rolex Grand Slam of Show Jumping zu gewinnen, wäre ein Traum für mich, vor allem vor meinem heimischen Publikum beim CHI Genf! Es ist die „fast unerreichbare Trophäe“, die jeder Reiter unbedingt einmal gewinnen will, und für mich ist sie ein großes Ziel in meiner Karriere. Hoffentlich kann ich den Pokal eines Tages mit nach Hause nehmen.

Was sind die wichtigsten Ziele in Ihrer Karriere?

Im Moment ist mein Hauptziel, den Rolex Grand Prix des CHI Genf zu gewinnen. Ein Sieg bei einem der Majors wäre großartig, aber vor meinem heimischen Publikum zu gewinnen, wäre unübertrefflich. Ich würde auch gern den Großen Preis des CHIO Aachen gewinnen. Das ist ein Ziel für nächstes Jahr! 

Wer ist Ihre Inspiration?

Marcus Ehning und Steve Guardat sind meine beiden größten Idole. Marcus reitet so perfekt und hat eine unglaubliche Arbeitsmoral. Seine lange und erfolgreiche Karriere ist ein Ziel, das ich anstrebe und selbst erreichen möchte. Steve Guerdat ist ein Schweizer Held. Unter Druck ist er so cool, bei Turnieren reitet er so gut und er hat eine so enge Beziehung zu seinen Pferden.

Wenn Sie kein Springreiter wären, was wäre dann Ihr Beruf?

Das ist eine schwierige Frage, denn ich bin immer so froh, bereits meinen Traumjob gefunden zu haben. Aber wenn ich nicht Springreiter sein könnte, dann wäre ich Ingenieur. Das wäre mein Plan B, aber einer, auf den ich hoffentlich nicht zurückgreifen muss.

Was wäre der beste Rat, den Sie Ihrem zehnjährigen Ich geben könnten?

Ich würde mich auffordern, hart zu arbeiten, ein gutes Pferd und ein gutes Team zu finden und auf diejenigen zu hören, die mit mir arbeiten. Auf diese Weise führt der einzige Weg nach oben.

Spüren Sie zusätzlichen Erfolgsdruck, weil Ihr Vater auch Springreiter war?

Seit ich angefangen habe zu reiten, war mein Vater mein Trainer. Er hat immer hinter mir gestanden und mich bei allem unterstützt. In unserer Familie sind Pferde der Lebensinhalt und es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass wir so ein starkes, unterstützendes Netzwerk haben. Mein Bruder reitet auch Turniere und macht jedes Jahr Fortschritte. Wir reiten immer zusammen.

Wie sieht ein normaler Tag für Sie aus?

Ich habe wirklich Glück, einen so tollen Pferdebesitzer zu haben: Olivier de Coulon stellt mir zehn fantastische Pferde zur Verfügung. Ich gehe morgens zum Arbeiten in seinen Stall, trainiere die Pferde und übernehme ihre Ausbildung. Dann fahre ich zu meinem Familienstall und reite weitere Pferde, oft die jüngeren, und helfe meinem Vater mit Reitschulkunden. Es ist ein echtes Familienunternehmen und ich muss mich immer selbst kneifen, denn ich weiß, wie glücklich ich mich schätzen kann, so großartige Möglichkeiten zu haben, die ich gegen nichts in der Welt eintauschen würde.

Steve Guerdat mit Alamo (Photo: Rolex / Ashley Neuhof) Steve Guerdat mit Alamo (Photo: Rolex / Ashley Neuhof)

Vom 6. bis 9. Dezember 2018 werden mehr als 41.000 Zuschauer zur 58. Ausgabe des CHI Genf, dem letzten Major des Jahres, in der Schweiz erwartet. Im Palexpo, der mit 5.200 m2 größten Indoor-Arena der Welt, können sich die Besucher bei einer Veranstaltung, die nicht weniger als achtmal mit dem Preis für das beste Reitsport-Event der Welt ausgezeichnet wurde, auf hervorragende Unterhaltung freuen.

 

Vorstellung der Reiter des Rolex Grand Slam of Show Jumping

 

Wenn es darum geht, wer bei diesem geschichtsträchtigen Rolex Grand Slam Major in diesem Jahr zum Sieg springen wird, dann sind unter den zahlreichen Top-Paaren, die beim CHI Genf an den Start gehen werden, einige große Namen hervorzuheben:Ein Favorit auf den Grand-Prix-Sieg ist der aktuelle Titelanwärter auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping, Sameh El Dahan. Der Ägypter siegte im September beim CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ in Calgary mit Suma‘s Zorro, und die Saison hat gezeigt, dass seine gute Form bis zum CHI Genf angehalten hat. Da für den Sieg bei zwei Majors in Folge ein Bonus in Höhe von 500.000 Euro lockt, wird Sameh El Dahan sein Bestes geben, um seinen Erfolg aus Kanada zu wiederholen.

 

Immer für einen Sieg gut ist Rolex Testimonee Steve Guerdat, der derzeit in der Weltrangliste der Springreiter den zweiten Platz belegt. Als Schweizer Reiterwird Guerdat in Genf auf gute Unterstützung des Publikums zählen können. Wenn man sein unbestrittenes Können dazurechnet, wäre es eine Überraschung, wenn er nicht einen der Spitzenplätze des Wettbewerbs erzielen würde, zumal er den Rolex Grand Prix des CHI Genf bereits dreimal gewonnen hat.

 

Der Sieger vom letzten Jahr, der amerikanische Reiter und Rolex Testimonee Kent Farrington, stürzte leider, kurz nachdem der Rolex Grand Slam für ihn begonnen hatte,beim Winter Equestrian Festival vom Pferd und brach sich das Bein. Trotz dieses Rückschlags trat der Chicagoer nur wenige Monate später wieder auf Turnieren an und stieg schnell wieder in die Top 20 der Weltrangliste auf. Der bekannte und talentierte Reiter Farrington ist sicherlich einer der Topanwärter auf den begehrten Sieg im Rolex Grand Prix.

 

Scott Brash MBE ist ein Reiter, den man nicht vorstellen muss. Brash ist der erste und einzige Reiter, der den berühmten Titel des Rolex Grand Slam of Show Jumping gewonnen hat, die Belohnung für den Gewinn von drei Majors in Folge. Brash ist ein Name, der für Erfolg bei den Majors steht. Dieser unbestrittenen Legende des Sports, deren letzter Majorsieg im Jahr 2016 war, steht vielleicht auch 2018 ein Sieg bevor.

 

Der aufstrebende Nachwuchsreiter Martin Fuchs ist auchjemand, auf den man beim letzten Major des Jahres achten sollte. Der in seiner Schweizer Heimat antretende 26-Jährige hat bereits viele Erfolge zu verzeichnen, darunter kürzlich die Silbermedaille im Einzelspringen bei den FEI Weltreiterspielen 2018. Seine Ergebnisse in diesem Jahr haben dazu geführt, dass er sich einen stabilen Platz unter den Top 10 der Welt gesichert hat und in guter Form ist, um das Jahr mit seinem ersten Sieg im Rolex Grand Slam abschließen zu können.

Sameh El Dahan mit Suma’s Zorro (Photo credit: Rolex Grand Slam of Show Jumping / Ashley Neuhof) Sameh El Dahan mit Suma’s Zorro (Photo credit: Rolex Grand Slam of Show Jumping / Ashley Neuhof)

Interview mit Sameh El Dahan, Titelanwärter auf den Rolex Grand Slam der Springreiter

 

Wie war das Gefühl, Ihr erstes Rolex Grand Slam Major zu gewinnen?

Das war das fantastischste Gefühl überhaupt. Darauf habe ich mein ganzes Leben lang hingearbeitet – praktisch seit meiner Kindheit. Dieser Grand Prix (das „CP ‚International‘, presented by Rolex“) ist einer der anspruchsvollsten der Weltund einer, den alle Reiter gewinnen wollen. Meinen Namen neben denen der Reiterlegenden wie Eric Lamaze, Nick Skelton und den Whitakers an der Wand zu sehen, ist einfach ein wahrgewordener Traum.

Was waren Ihre Erwartungen an das CSIO Spruce Meadows ‘Masters’?

Das ist eine lustige Geschichte. Wir hatten uns eigentlich entschieden, in diesem Jahr nicht in Spruce Meadows anzutreten, da wir uns auf die Weltreiterspiele in Tryon, USA, konzentrieren wollten. Eines Morgens, etwa zwei Monate vor Spruce, sagte Zorros Besitzerin Joanne Sloan Allen bei einem Kaffee zu mir: „Ich bin heute Morgen mit diesem seltsamen Gefühl aufgewacht, dass du in Spruce antreten musst und dass du dort gewinnen wirst…“

Meine erste Reaktion war, dass es logistisch sehr schwierig werden würde, dies zu realisieren. Es schien mir einfach unmöglich.Joanne war jedoch fest entschlossen, dass Zorro und ich in Spruce gewinnen würden und dass sie mich bis zum Schluss unterstützen würde, also konnte ich natürlich nicht nein sagen!

Ich bin immer optimistisch und hoffe, dass ich im Wettbewerb gut abschneide. Aber es fühlte sich damals etwas weit hergeholt an, dass wir ein Rolex Grand Slam Majorgewinnen würden. Doch ich dachte mir, dass wir hinfahren und unser Bestes geben werden. Mein Pferd ist unglaublich, mein Support-Team ist fantastisch. Also wusste ich, dass ich, wenn an dem Tag alles perfekt laufen würde, eine Chance hätte, und glücklicherweise ist für uns alles nach Plan verlaufen.

Ich habe immer das Gefühl, dass alles aus einem bestimmten Grund geschieht, und aus welchem Grund auch immer Joanne dieses seltsame Gefühl hatte, sie hatte völlig recht!

Wie ist das Leben seit Ihrem Major-Sieg bei dem CSIO Spruce Meadows ‘Masters’?

Es war viel los! Ich bin so dankbar für all die Unterstützung, die ich erhalten habe. Menschen aus der ganzen Welt haben mir Glückwünsche geschickt. Die Resonanz aus Ägypten war überwältigend. Außerdem haben mir Freunde aus verschiedenen Ländern Zeitschriften geschickt, weil ich auf der Titelseite abgebildet war. Mein Handy stand einfach nicht mehr still! Es ging alles drunter und drüber, eine richtige Achterbahnfahrt.

Es ist lustig, weil wir immer Außenseiter waren, aber ein einzelner Sieg bei einem Major hat uns ins Rampenlicht gerückt. Jetzt erwarten die Leute, wenn sie meinen Namen sehen, dass ich gut abschneide. Also besteht da etwas mehr Druck, aber ich liebe es.

Gehen wir zu den Anfängen zurück: Wie sind Sie zum Pferdesport gekommen?

Ich war fünf, als meine Eltern mich zum Hof unseres Cousins mitnahmen und ich mit dem Reiten anfing. Mein Bruder ist vier Jahre älter als ich und er begeisterte sich fürs Reiten – viel mehr als ich. Er weckte mich um fünf Uhr vor der Schule auf und schleppte mich mit zu den Ställen. Damals hätte ich nie gedacht, dass das mal meine Karriere werden würde. Tatsächlich habe ich Medizin studiert. In meiner Familie sind alle Ärzte, also schien mir das damals der richtige Weg zu sein. Im dritten Jahr des Studiums wusste ich aber, dass ich eine Karriere im Pferdesport verfolgen wollte. Ich hatte das Glück, dass viele Besitzer mir Pferde zum Reiten gaben. Und als ich zehn Pferde in meinem Stall hatte, wurde mir klar, dass ich es wirklich zu etwas bringen könnte. Ich gebe nie etwas auf. Also habe ich, obwohl ich wusste, dass ich nicht Arzt werden würde, mein Studium beendet und die Approbation beantragt. Ich habe nicht die Absicht, zur Medizin zurückzukehren, denn die Pferde sind jetzt mein Leben und ich könnte mit dieser Entscheidung nicht glücklicher sein.

Suma‘s Zorro ist ein erstaunliches Pferd. Wie kam es zu dieser Partnerschaft?

Ich habe früher mit Cian O‘Connor gearbeitet und hatte vor, 2011 zum Start der Sunshine Tour wieder bei ihm anzufangen. Doch Joanne rief Cian an, da ihr Reiter sich den Arm gebrochen hatte und sie jemanden brauchte, der mit ihren Pferden an Turnieren teilnahm. Er schlug mich vor und damit begann unsere wunderbare Partnerschaft.

Joanne erholte sich zu der Zeit von einem gebrochenen Bein, also ritt ich die ersten fünf Wochen lang alle Pferde. Als sie dann wieder fit war, ritt ich nur die jungen und Joanne die älteren Pferde und so kam ich zu Zorro. Ich nahm mit ihr an den ersten Turnieren teil und wir passten einfach sehr gut zusammen. Joanne konnte sehen, dass sich unsere Partnerschaft entwickelte, und sie erlaubte mir, mit der Stute weiter auf Turnieren anzutreten. Ich bin so glücklich, Joanne zu haben. Vom ersten Tag an hat sie mich unterstützt und mir Rückhalt gegeben. Ich glaube wirklich, dass alles aus einem bestimmten Grund geschieht, und ohne Zorro und die Gelegenheit, die Joanne mir damals gegeben hat, wäre ich heute nicht hier.

Wie ist Zorro zu Hause? Hat sie irgendwelche kuriosen Eigenschaften?

Zorro ist ein sehr entspanntes Pferd, bis sie einen Tierarzt mit einer Spritze oder die Schermaschine sieht! Die hasst sie. Auch Lärm mag sie nicht so sehr. Wenn auf dem Hof viel los  und es laut ist, stellt sie sich in Richtung Boxenecke und verdreht die Ohren mürrisch nach hinten! Sie liebt Futter und genießt ihre Weidezeit. Sie mag auch Leckerlies sehr gerne und wenn sie Joanne, mich oder ihren Pfleger hört, streckt sie ihren Kopf aus der Box und schaut einen erwartungsvoll an.

Irland ist ganz anders als Ägypten. Hat es eine Weile gedauert, bis Sie sich an Ihr neues Zuhause gewöhnt hatten?

Ehrlich gesagt hat es nicht sehr lange gedauert. Als Kind bin ich viel mit meiner Familie gereist, so dass ich an verschiedene Orte und Kulturen gewöhnt bin. Das Einzige, womit ich zu kämpfen hatte, war der Regen! Es gibt nicht viel Regen in Ägypten, und in der ersten Woche in meinem neuen Zuhause hat es jeden Tag geregnet. Zuerst habe ich den Regen sehr genossen, aber ich wurde ihn schnell leid! Spaß beiseite: Joanne hat mir den Übergang sehr einfach gemacht. Sie ist so offen und ich habe ein Netzwerk großartiger Menschen um mich herum. Ich mag Gesellschaft und mag es nicht, allein zu sein, also fühlt es sich wunderbar an, dass da so viele sind, die mich unterstützen und lieben. Ich habe so viel Glück, in Dr. Joe und Pat Sloan unglaubliche Sponsoren und Besitzer zu haben. Ohne die kontinuierliche Unterstützung ihrer Firma WKD wäre nichts von meinem Erfolg möglich.. Es lässt sich einfach nicht beschreiben, wie dankbar ich bin.

Wie ist es in den Sycamore Stables?

Sycamore Stables besteht aus drei Höfen. Der Haupthof hat 18 Boxen, in denen die fünfjährigen und älteren Turnierpferde untergebracht sind. Dann gibt es noch zwei weitere Höfe, auf denen die Zuchtstuten und Jährlinge leben. Alle drei Höfe sind großartig ausgestattet und haben viel Weidefläche für die Pferde. Es ist ein ziemlich großes Unternehmen, das Joanne und ich leiten. Und wir wachsen und haben kürzlich ein neues Teammitglied eingestellt, das sich um die jungen Pferde kümmert.

Gibt es noch mehr Pferde in den Sycamore Stables, die Ihrer Meinung nach ein Rolex Grand Slam Major gewinnen könnten?

Ich glaube an alle meine Pferde, aber ich habe derzeit drei achtjährige Stuten, die, denke ich, einmal unglaubliche Fünf-Sterne-Pferde abgeben werden. Sie sind alle völlig unterschiedlich und verfügen über verschiedenste Stile und Techniken. Ich freue mich wirklich auf unsere gemeinsame Zukunft. Und dann gibt es da noch eine Sechsjährige, wegen der ich sehr aufgeregt bin. Aber ich halte sie unter dem Radar, weil sie noch so jung ist.

Arbeiten Sie mit Basisprogrammen in Ägypten zur Förderung junger Reiter zusammen?

Ich habe mich früher an einer Akademie in Ägypten engagiert, aber wegen meines vollen Arbeitspensums ist das inzwischen eingeschlafen. Ich stehe zurzeit in Kontakt mit Freunden zu Hause und wir besprechen den Aufbau eines Stalls in Ägypten, der sich auf die Unterstützung junger Nachwuchstalente konzentrieren soll. Auch mit Joanne arbeite ich daran. Unser Ziel ist es, das Gleiche in Europa zu schaffen, damit die ägyptischen Reiter im Sommer hier eine Basis und ein Support-Netzwerk haben.

Welche Erwartungen haben Sie an den CHI Genf? Hoffen Sie, Ihren Erfolg beim Rolex Grand Slam fortzusetzen?

Ich habe ein fantastisches Pferd. Also, wenn wir alles richtig machen und alles nach Plan läuft, haben wir in Genf eine sehr gute Chance. Zorro genießt derzeit ihren Urlaub. Aber wir haben einen Plan aufgestellt, um sicherzustellen, dass sie für den CHI Genf in Topform ist. Vor Genf wird sie an zwei 5*-Turnieren teilnehmen, da sie interessanterweise bei ihrem dritten Turnier immer am besten abschneidet. Hoffentlich funktioniert das so. Ich werde dafür sorgen, dass auch ich in Bestform bin.

Was ist der beste Ratschlag, den Sie jemals erhalten haben?

Sei demütig; Bleib bodenständig.

Unabhängig vom Ergebnis beim CHI Genf, planen Sie an den beiden anderen Majors teilzunehmen: dem The Dutch Masters und dem CHIO Aachen?

Natürlich plane ich, an beiden Turnieren teilzunehmen. Es ist ein Traum für jeden Reiter, in Aachen zu reiten. Die Atmosphäre und die Anlagen sind die besten der Welt.  Ich bin schon eine Weile nicht mehr bei dem The Dutch Masters gestartet, aber ich habe von Leuten, die dort letztes Jahr angetreten sind, sehr Gutes gehört, also freue ich mich darauf, daran teilzunehmen.

 

Sameh El Dahan  (Photo: Spruce Meadows Media/Mike Sturk) Sameh El Dahan (Photo: Spruce Meadows Media/Mike Sturk)

Und der Gewinner ist...

Erster Major-Sieg für Sameh El Dahan beim CP International, presented by Rolex

 

Als sich die Wolken nach leichtem Regen am Morgen verzogen hatten, nahmen 38 der weltweit talentiertesten Pferd- und Reiter-Paare beim CP International, presented by Rolex, die Herausforderung des venezolanischen Parcourschefs Leopoldo Palacios mit 1,70 m hohen Hindernissen an.

Als Dritter am Start in der ersten Runde war der Deutsche André Thieme mit seinem 10-jährigen braunen Wallach Aretino 13. Das Paar drehte in 88,84 Sekunden eine Nullrunde.
Keiner der folgenden 30 Reiter konnte es dem deutschen Paar gleichtun und fehlerlos bleiben – ein Beweis für die enorme Leistung, die dem Feld in diesem Parcours abverlangt wurde. Der Ägypter Sameh El Dahan brach schließlich den Bann und ritt mit seiner 14-jährigen Stute Suma's Zorro die zweite Nullrunde dieses Wettkampfes. Der Parcours von Palacios war aber weiterhin unbarmherzig und forderte unter den namhaften Pferd- und Reiter-Paaren einige Opfer. Es gab nur fünf weitere fehlerfreie Ritte.

12 Paare erreichten die zweite Runde, die sich für 10 Mitbewerber als zu hart erwies. Am Ende konnten lediglich der Niederländer Maikel von der Vleuten und der Ägypter Sameh El Dahan zwei Nullrunden hinlegen – allerdings erst nach einem atemberaubenden Stechen: Van der Vleuten trat zuerst an und blieb mit einer rasanten Zeit von 42,98 Sekunden fehlerfrei. Danach dominierte El Dahan mit seiner Stute im spannungsgeladenen International Ring. Er bewältigte den Parcours fast mühelos ohne Fehler, triumphierte am Ende mit einer Zeit von 42,21 Sekunden und durfte sich als der neue Sieger des Rolex Grand Slam der Springreiter krönen lassen.

Was bedeutet ein Sieg bei einem Rolex Grand Slam der Springreiter Major für Sie?

„Ich bin hocherfreut und überglücklich. Als ich zur Anzeigetafel schaute – weil ich mir bei meiner Zeit nicht sicher war – und sah, dass ich den ersten Platz erreicht hatte, war das ein unglaubliches Gefühl! Bei einem der vier renommierten Grand-Prix-Turniere des Rolex Grand Slam der Springreiter siegreich zu sein, davon träumt bestimmt jeder Reiter der Welt.“

Bitte erzählen Sie uns etwas über Suma's Zorro...

„Suma's Zorro wurde als Fohlen von Joanne Sloan Allen und Sycamore Stables erworben. Als sie auf dem Hof ankam, sprang sie bereits im Alter von nur 6 Monaten über fünf Stangen. Es war ziemlich offensichtlich, dass wir es hier mit einem absoluten Springtalent zu tun hatten. Joanne hat sie bis zu ihrem 7. Lebensjahr sehr gut ausgebildet. Danach habe ich angefangen, auch mit ihr zu arbeiten. Heute wird sie hauptsächlich von Joanne geritten. Ich nehme Suma’s Zorro nur fürs Springen, Joanne hat also sehr gute Arbeit geleistet.“

Sameh El Dahan und Marketa Churovà (Photo: Rolex Grand Slam of Show Jumping / Ashley Neuhof) Sameh El Dahan und Marketa Churovà (Photo: Rolex Grand Slam of Show Jumping / Ashley Neuhof)

Interview mit Marketa Churovà, reisebegleitende Pferdepflegerin bei Sameh El Dahan

 

Was für ein Pferd ist Suma's Zorro?

Suma's Zorro ist eine eigenwillige Stute, aber auch liebenswert und eine Kämpfernatur. Eins ist sicher: Sie liebt Sameh, und Sameh liebt sie. Ihm zufolge ist sie sehr einfach zu reiten und macht alles automatisch. Sie ist so ruhig und vereint alles, was man sich von einem Grand-Prix-Pferd wünschen kann.

Wie lange betreuen Sie Suma's Zorro bereits?

Ich bin erst seit drei Monaten dabei. Samehs Heimatstall ist in Nordirland, obwohl ich da bisher noch nicht gewesen bin!

Wie sah der Alltag für Suma's Zorro in den letzten Wochen aus, und was steht als Nächstes für sie an?

Sie hat auf der Weide gestanden und einfach nur lange Ferien gehabt, sich entspannt und das Leben genossen. Daher kam sie sehr glücklich und entspannt nach Spruce Meadows. Ich weiß, ihr gefällt es hier. Als Nächstes reisen wir zu den Weltreiterspielen, und danach bin ich mir nicht sicher. Aber bestimmt gibt es auch eine Pause für das ganze Team.

Haben Sie jemals damit gerechnet, eines der Rolex Grand Slam der Springreiter Majors zu gewinnen?

Nein, nie im Leben! Ich war im Vorfeld zu diesem Turnier etwas nervös. Der Sieg ist absolut fantastisch, aber mein eigentlicher Wunsch war nur, dass mein Pferd unversehrt wieder zurückkommt. Es ist das erste Mal, dass ich in Spruce Meadows bin, und es wird hoffentlich nicht das letzte Mal sein!

Leopoldo Palacios (Photo: Rolex Grand Slam of Show Jumping / Ashley Neuhof) Leopoldo Palacios (Photo: Rolex Grand Slam of Show Jumping / Ashley Neuhof)

Unterwegs im Parcours des Spruce Meadows Masters mit Parcourschef Leopoldo Palacios

 

Was können Sie uns über den Parcours sagen, den Sie für das CP International, presented by Rolex, zusammengestellt haben?

Die erste Runde wird machbar sein, und ich hoffe, etwa 12 fehlerfreie Ritte zu haben, aber mir ist es egal, ob es im Endeffekt einige mehr oder weniger sind. Die zweite Runde ist sehr anspruchsvoll und der letzte Durchgang schwierig. In der ersten Runde nehme ich den Wassergraben für die Kombination, damit die Reiter vielseitig gefordert werden. Und natürlich gibt es Rolex-Hindernisse. Momentan kann ich nur so viel sagen.

Wir haben bereits über die Partnerschaft von Rolex mit Turnieren gesprochen, bei denen es um Qualität anstatt um Quantität geht. Fühlen Sie sich geehrt, Teil des Rolex Grand Slam der Springreiter zu sein?

Ich bin sehr stolz darauf, für das CSIO Spruce Meadows Masters und den Rolex Grand Slam arbeiten und den Parcours zusammenstellen zu dürfen. Die unterschiedlichen Wettkämpfe weltweit sind natürlich bedeutend, aber der Rolex Grand Slam ist heutzutage der Höhepunkt des Sports. Jede Sportart hat Grand Slams, wie z. B. im Tennis, wo es die French Open, das US Open, das Australian Open und das Turnier in Wimbledon gibt. Meiner Meinung nach sind der CHIO Aachen und das CSIO-Turnier in Spruce Meadows die French Open und das Wimbledon der Springreiter. Und Rolex ist neben dem CHI Genf und den The Dutch Masters, Partner dieser Hauptveranstaltungen – der besten Turniere dieses Sports. Rolex ist schon etwas ganz Besonderes – ein exklusives Produkt und der König der Uhrenbranche, der daher auch mit den führenden Turnieren arbeiten muss. Deshalb ist es die ideale Partnerschaft.

Sie sind bereits seit 25 Jahren der Parcourschef in Spruce Meadows. Wie hat Ihre Laufbahn begonnen?

Bevor ich angefangen habe, für den Springreitsport Parcours zu bauen, habe ich im Bauwesen gearbeitet. Ich bin als Amateur in der Mannschaft von Venezuela bei großen Veranstaltungen mitgeritten. Die Mannschaft bestand aus zahlreichen Amateuren, die zu Hause und international an Turnieren teilnahmen. In den Parcoursbau gelang ich durch einen Zufall und am Anfang habe ich selbst sogar meine Auftraggeber bezahlt! Ich konnte es nicht glauben, als man dann schließlich mich bezahlte. Für etwas bezahlt zu werden, was man absolut liebt, das war einfach perfekt! Ich bin jetzt 71 Jahre alt und liebe diesen Sport. Ihm möchte ich bis zu meinem Tod verbunden bleiben. Ich bin mir nicht sicher, was ich nach dem Parcoursbau tun werde. Vielleicht sollte ich ein Buch über diesen Sport schreiben oder unterrichten. Dafür begeistere ich mich sehr.

Was macht Spruce Meadows zu einem für Sie so besonderen Ort und was sind Ihre frühesten Erinnerungen?

Für mich dreht sich Spruce Meadows nicht nur um eine Person. Es war immer schon Teamarbeit. Wir arbeiten hier bereits seit vielen Jahren zusammen. Man sieht immer dieselben Menschen, und wir ändern uns praktisch nie. Ohne das Parcoursteam, auf das ich mich hier verlassen kann, wäre ich nicht so erfolgreich gewesen. Ich kann mich noch daran erinnern, als ich vor 20 Jahren hier ankam, habe ich den Parcours für den Queen's Cup gebaut und in die Tribüne des International Ring geschaut. Ich sah eine riesige Zuschauermenge, was mir Angst bereitete. Ich wollte nur noch nach Hause. Aber die Leute hier in Spruce Meadows haben mich schnell mit offenen Armen aufgenommen. Ich war also nicht lange eingeschüchtert. Nach 25 Jahren bin ich jetzt immer noch hier und kann Ihnen davon erzählen.

Philipp Weishaupt (Photo: Spruce Meadows Media / Mike Sturk) Philipp Weishaupt (Photo: Spruce Meadows Media / Mike Sturk)

Rolex-Reiter-Revue: Wichtiges aus der CSIO Spruce Meadows Masters SUNCOR Siegerrunde des Springens über 1,50 Meter

 

29 Pferde und Reiter durchliefen den von Leopoldo Palacios entworfenen Parcours im berühmten International Ring von Spruce Meadows. Jedes Paar hoffte, abschließend in der SUNCOR Siegerrunde des CSIO Spruce Meadows Masters triumphieren zu können.

Die lokalen Favoriten Eric Lamaze und sein 22-jähriges Wunderkind, Kara Chad, begeisterten die gespannten Zuschauer auf der vollen Tribüne mit fehlerfreien Ritten und beeindruckenden Zeiten von jeweils 71,10 Sekunden mit Chacco Kid und 71,45 Sekunden mit Viva – beide problemlos innerhalb der von Palacios vorgegebenen Zeit von 74 Sekunden. Ebenfalls in die zweite Runde kam Jim Ifko aus Calgary mit seinem 10-jährigen braunen Hengst, Un Diamant des Forets, der mit einer Zeit von 71,80 Sekunden ohne Fehler blieb. Sieben weitere Reiter aus sechs Ländern bestanden die schwierige Herausforderung des durch den Venezolaner zusammengestellten Parcours erfolgreich. Die Endrunde umfasste demnach 10 Paare und unter ihnen nennenswerte Reiter der Spitzenklasse wie Maikel van der Vleuten aus den Niederlanden und der Deutsche Philipp Weishaupt.

Erster am Start war sodann der Ire Connor Swail, der mit einem fehlerfreien Ritt und einer Zeit von 54,38 Sekunden früh ein aggressives Tempo vorgab. Der sechsmalige Major-Sieger Eric Lamaze mit Chacco Kid zeigte mit zwei fehlerfreien Ritten, aus welchem Stoff er und sein Pferd gemacht sind. Auch Lamazes Schützling, Kara Chad, zeigte auf Viva eine hervorragende Leistung, hatte aber beim letzten Sprung einen Abwurf und war somit nicht fehlerfrei. Der Franzose Edward Levy, der Ire Daniel Coyle und der Australier Rowan Willis lagen mit ihren Abwürfen zum Schluss in der Gesamtwertung allesamt hinter Chad. Jim Ifco schaffte zwei Nullrunden und erreichte das Ziel um Haaresbreite vor Lamaze. Philipp Weishaupt und Solitaer 41 bestachen auf dem Platz durch Eleganz und Brillanz und schoben sich mit einer beeindruckenden Zeit von 53,25 Sekunden noch vor Swail an die Spitzenposition. Für Maikel van der Vleuten, der als Letzter an den Start ging, war sein Bestes heute leider nicht gut genug, um Weishaupt den Sieg nehmen zu können.

Weishaupt, der nach seinem Sieg mit Sansibar 89 beim CANA Cup am Donnerstag eine hervorragende Woche hatte, durfte seinen Namen und den seines 10 Jahre alten grauen Wallachs Solitaer 41 nach einer ausgezeichneten Springleistung auf die SUNCOR-Siegertrophäe gravieren.

Nach dem Sieg 2017 beim CP International, presented by Rolex, mit LB Convall nimmt das Duo nun am Sonntag voll Zuversicht an der mit 3 Millionen Dollar dotierten Blue-Ribbon-Klasse teil und wird Erfolgsreiter und Landsmann Marcus Ehning beim Rolex Grand Slam der Springreiter harte Konkurrenz machen.

 

Kent Farrington und Creedance (Rolex Grand Slam of Show Jumping / Ashley Neuhof) Kent Farrington und Creedance (Rolex Grand Slam of Show Jumping / Ashley Neuhof)

Interview mit Rolex-Botschafter Kent Farrington

 

Bitte erzählen Sie uns von Ihren Pferden...

Ich habe Sherkan D’amaury bereits seit seinem 7. Lebensjahr. Heute ist er 11. Im Jahr 2016 und 2017 gewann er bei der von Rolex gesponserten Royal Windsor Horse Show in England hintereinander zwei Grand-Prix-Turniere. Es ist einfach fantastisch, wie viel Rolex für den Reitsport tut. In den letzten fünf Jahren hat das Unternehmen sein Engagement durch die Partnerschaft beim Rolex Grand Slam und den vier Majors sogar noch weiter ausgebaut. Das Turnier in Windsor ist großartig, und ich hatte bereits zweimal das Glück, Ihrer Majestät, der Königin, zu begegnen. Das zweite Mal hat sie mich sogar erkannt. Wir sind etwa gleich groß, vielleicht lag es daran! Sherkan D’amaury hat sich seitdem in ein wirklich vielversprechendes Grand-Prix-Pferd entwickelt. Mit Creedance war ich im Juli in Spruce Meadows mit dabei, und er hat hier bereits sehr viel Erfahrung gesammelt. Er kennt sich mit dem Platz aus, und daher habe ich ihn jetzt wieder mitgebracht. Er ist in dieser Klasse noch nie an den Start gegangen. Es wird die schwierigste Klasse in seiner Springlaufbahn sein. Ich hoffe auf etwas Glück und dass er am Sonntag gut in Form ist. Und dann habe noch ein anderes Grand-Prix-Pferd, Gazelle. Diese Stute habe ich nicht mitgebracht, da ich das Gefühl hatte, dass der Grand Prix nicht unbedingt zu ihr passt.

 

Erzählen Sie uns vom Februar, als Sie sich eine schwere Verletzung am Bein zugefügt hatten. Wie haben Sie Ihr Comeback geschafft?

Ja, das war eine ziemlich schwere Verletzung, die ich mir in einem Rahmenspringen über 1,30 Meter beim Winter Equestrian Festival in Florida zuzog. Mein Pferd bockte und schnellte so zurück, dass es über seinen Kopf fiel und auf meinen Füßen landete. Ich zog mir einen komplizierten Bruch des rechten Schien- und Wadenbeins zu und wurde noch am selben Abend operiert, konnte aber innerhalb von 48 Stunden – zwar mit Krücken – wieder gehen. Mein Tagesablauf danach bestand nur aus Essen, Schlafen und Reha – jeden Tag, um wieder reiten zu können. Das war eine harte Zeit für mich, weil ich, die damalige Nummer 1 in diesem Sport, noch nicht einmal selbstständig gehen, geschweige denn reiten oder an Turnieren teilnehmen konnte. Als ich das erste Mal wieder im Sattel sitzen durfte, war es schon eine Herausforderung, und es fiel mir schwer, mir eine Rückkehr in den Turniersport und das Springreiten beim Grand Prix vorzustellen. Ein wichtiger Teil meiner Genesung war mentales Training. Ich musste daran glauben, dass ich das alles überstehen würde. Und das war der eigentliche Kampf. Ich habe es meinen sehr guten Trainern und Ärzten zu verdanken, dass sich für mich jetzt fast alles wieder normal anfühlt, obwohl das Bein mir manchmal – wenn es draußen kalt ist oder wenn ich mich noch nicht eingeritten habe – doch hier und da noch Beschwerden bereitet.

 

Bereiten Sie sich und Ihr Pferd auf den Rolex Grand Slam der Springreiter anders als auf die anderen 5*-Turniere vor?

Ich versuche eigentlich, nicht so viel zu ändern. Meine Vorbereitungen laufen daher im Großen und Ganzen immer gleich ab. Die Wahl des richtigen Pferdes für das jeweilige Turnier ist viel wichtiger. Danach gilt es dafür zu sorgen, dass es genau zur rechten Zeit seine Spitzenleistung erbringt. Für das Major-Turnier in ‘s-Hertogenbosch würde ich zum Beispiel ein anderes Pferd als für den CHIO Aachen wählen. Leider konnte ich dieses Jahr aufgrund meiner Verletzung weder an dem einen noch an dem anderen Turnier teilnehmen. Ich hinke buchstäblich etwas hinterher. Aber hoffentlich klappt es nächstes Jahr, dass ich an allen vier Rolex Grand Slam Majors teilnehmen kann. Davon abgesehen besteht unsere Vorbereitung darin, dass wir den Pferden etwas Auszeit geben, damit sie vor einem so großen Turnier wie diesem mehr Energie haben. Das Springen am Sonntag ist sehr anspruchsvoll, daher gönne ich Creedance eine etwas längere Pause als sonst.

 

Kaytlyn Brown (Photo: Rolex Grand Slam of Show Jumping / Ashley Neuhof) Kaytlyn Brown (Photo: Rolex Grand Slam of Show Jumping / Ashley Neuhof)

Hinter der Stalltür mit Kaytlyn Brown, Stallmeisterin bei Eric Lamaze

 

Eric Lamaze tritt am Sonntag mit Fine Lady beim CP International, presented by Rolex, an. Erzählen Sie uns etwas über diese Stute...

Sie hat sehr viel Charakter und ist ein ganz besonderes Pferd. Entweder sie mag Sie, oder sie mag Sie nicht. Und wenn sie Sie nicht mag, macht sie es einem nicht gerade einfach, sie zu versorgen. Obwohl sie zu den älteren Stuten zählt, wirkt sie nicht so. Sie ist 15 Jahre alt und macht den Eindruck einer Sechsjährigen. Der Gang zum Turnierplatz ist immer eine Herausforderung, da sie sehr geräuschempfindlich ist. Ohrstöpsel kommen bei ihr nicht in Frage, weil sie uns ihre Ohren nicht berühren lässt. Und auch ihr Gesicht ist ein Problem. Das dürfen wir noch nicht einmal bürsten. Aber obwohl sie hier und da schwierig sein kann, ist sie im Großen und Ganzen ein Pferd, mit dem ich sehr gut zurechtkomme.

 

Sie kennen sich in Spruce Meadows aus wie in Ihrer Westentasche. Was gefällt Ihnen hier besonders?

Mit gefällt es sehr, dass es ein Turnier der alten Schule ist und dass hier das pferdebegeisterte Publikum im Mittelpunkt steht. Auf dem Weg zum International Ring sehen Sie all diese Zuschauer, die sich für diesen Sport begeistern. Ein unglaublicher Anblick. Sie wissen genau, um was es geht und was das Ziel ist. Und jeder hat seinen Lieblingsreiter, den er sehen will. Spruce Meadows ist einfach ein wirklich cooler Ort.

 

Inwiefern unterscheidet sich für Sie der Rolex Grand Slam der Springreiter von „normalen“ 5* Major-Turnieren?

Er ist einfach viel spannender. Die besten Pferde und Reiter treten bei den Majors an – das ist einfach ein anderes Niveau. Ich bin vor jedem Turnier nervös, aber vor einem Major wie dem CSIO Spruce Meadows Masters ist für uns Kanadier der Druck besonders hoch. Und damit müssen wir zusätzlich zu allem anderen zurechtkommen. Ich war schon bei den Majors beim CHIO Aachen und den Dutch Masters, beides fantastische Turniere, aber für mich ist Spruce Meadows eine ganz besondere Veranstaltung.

 

Erzählen Sie uns bitte etwas über Ihren Werdegang...

Ich bin noch jung und habe in meinem Beruf noch nicht so viel gemacht. Ich habe mit 5 Jahren mit dem Reiten angefangen und mich einfach in die Sportart verliebt. Aber komischerweise ist das Reiten selbst nicht unbedingt mehr meine Lieblingsbeschäftigung. Ich will einfach nur bei den Pferden sein. Ich habe dort, wo ich aufgewachsen bin, in einem Handelsstall gearbeitet und dann bei einem Sattelhersteller, weil ich in der Reiterbranche arbeiten wollte. Aber ich habe gemerkt, dass ich nur dann glücklich bin, wenn ich direkt mit Pferden arbeiten kann. Danach habe ich Chemie studiert und auch einige Wirtschaftskurse belegt, aber ich war nicht mit dem Herzen dabei. Vor drei Jahren habe ich dann die Arbeit in Torrey Pines bei Eric Lamaze begonnen und bin immer noch mit Begeisterung dabei.

 

Was ist als erstklassige Stallmeisterin Ihr Traum beim Springreiten?

Das ist eine schwierige Frage. Natürlich würde ich gerne 2020 bei den Olympischen Spielen in Tokio dabei sein. Aber abgesehen davon, schätze ich mich einfach glücklich und freue mich, das tun zu dürfen, was ich momentan tue. Ich liebe meine Arbeit und das, was ich jeden Tag mache, macht mich glücklich. Ich erwarte nicht viel mehr. Man könnte also sagen, dass ich bereits jeden Tag meinen Traum lebe.

 

Philipp Weishaupt und Sansibar 89 (Photo: Rolex Grand Slam of Show Jumping / Ashley Neuhof) Philip Weischaupt und Sansibar 89 (Photo: Rolex Grand Slam of Show Jumping / Ashley Neuhof)

Reiterinterview – Philipp Weishaupt

Wir haben den deutschen Springreiter Philipp Weishaupt getroffen, nachdem er mit seiner 12-jährigen braunen Stute zweimal fehlerfrei gesprungen war und den CANA Cup (1,60 m) des Spruce Meadows Masters gewonnen hatte.

 

Was hatten Sie sich für das Stechen vorgenommen?

 

Ich wusste, dass meine Stute sehr raumgreifend geht, daher habe ich nach Möglichkeit versucht, sie nicht ganz ausschreiten zu lassen. Und ich wusste, dass mir Richtungswechsel mit ihr schwerfallen. Letztendlich war die Wendigkeit nicht so problematisch wie erwartet und eigentlich hatte sie sich sogar verbessert, weil sie es aus der ersten Runde bereits kannte, als die Zeit knapp war. Ich wusste, ich musste aufs Ganze gehen und durchgaloppieren, um eine gute Zeit vorzugeben, wollte aber nicht ganz den Kopf verlieren. Nur gerade schnell genug, um Druck auf die anderen Reiter auszuüben. Und zum Glück blieb es dabei.

 

Wie hat sich der Parcours heute angefühlt?

 

Der Parcours war anspruchsvoll und hat uns gefordert, insbesondere aufgrund der sehr knappen Zeitvorgabe. Hier ist es immer eng, aber die Zeit war wirklich kurz. Und daher gab es für so viele Reiter Abwürfe. Zum Schluss war da noch eine recht schwierige Kombination, aber im Großen und Ganzen war ich mit meiner Stute sehr zufrieden.

 

Wie hat sich Sansibar zu Beginn des Stechens angefühlt?

 

Sie machte in der ersten Runde einen guten Eindruck. Sie fühlt sich auf diesen großen Grasplätzen sehr wohl.

 

Wie werden Sie sich auf das „CP ‚International‘, presented by Rolex“, am Sonntag vorbereiten?

 

Ich weiß, die Wahrscheinlichkeit, das „CP ‚International‘, presented by Rolex“ zweimal hintereinander zu gewinnen, ist recht gering, aber wenn ich es gar nicht erst versuche, ist sie gleich null. L. B. Convall ist fit und spring hier sehr gerne. Ich habe das Gefühl, dass er gereift ist und es ihm Spaß macht.
Ich bin gestern mit ihm bei einer kleineren 1,50 m-Runde gesprungen, um ihn etwas vorzubereiten, und hatte einige Zeitfehler. Heute haben wir es zum Training wiederholt und er fühlte sich ganz gut an, obwohl wir wieder Zeitfehler hatten. Er hat jetzt bis zum „CP ‚International‘, presented by Rolex“ zwei Tage frei und nur etwas Dressur, damit er am Sonntag dann fit ist.

Ian Allison und Eric Lamaze (Photo: Rolex Grand Slam of Show Jumping / Ashley Neuhof) Ian Allison und Eric Lamaze (Photo: Rolex Grand Slam of Show Jumping / Ashley Neuhof)

Auf ein Wort mit den Organisatoren: Ian Allison

Inwiefern verhilft der Rolex Grand Slam der Springreiter Ihrer Meinung nach dieser Disziplin zur globalen Anerkennung, die sie verdient?

Als der Rolex Grand Slam der Springreiter im April 2013 der Öffentlichkeit und den Medien vorgestellt wurde, hatten die Partner eine gemeinsame Vision, die sie verwirklichen wollten. In den letzten fünfeinhalb Jahren wurden daher eine Menge Arbeit und Engagement in die Förderung des Rolex Grand Slam gesteckt, damit aus ihm das wurde, was er heute ist. Entsprechend durften und dürfen sich Reitsportfans und andere Sportbegeisterte dank dieser Initiative eines Wettbewerbs auf außergewöhnlichem Niveau erfreuen. Wir sind begeistert davon, wie die Sportler den Rolex Grand Slam aufgenommen haben und wie die Medien die vier Majors jetzt anerkennen – aber auch was sie für den Sport bedeuten. Wir hatten auch insofern sehr viel Glück, dass Scott Brash so früh den Titel gewann, womit er natürlich bewies, dass es überhaupt möglich war, beim Rolex Grand Slam siegreich zu sein. Seitdem verfolgen wir mit sehr viel Interesse, wie die Sportler die vier Majors priorisieren und wie sie ihre Pferde den einzelnen Turnieren zuordnen. Der Rolex Grand Slam hat die Aufmerksamkeit von Sportfans aller Art geweckt, die ihm – meiner Meinung nach – jetzt dieselbe Bedeutung zuordnen wie den Grand Slam-Turnieren im Tennis und Golf. Spruce Meadows ist zu einem wichtigen globalen Sportereignis aufgestiegen, und das wäre nicht möglich gewesen, hätte sich Rolex nicht so ausgezeichnet an unserer Vision ausgerichtet.

 

Was macht Spruce Meadows für Sie zu einer solch besonderen Veranstaltung?

Die Formel für Spruce Meadows wird von unseren Gründern mit ganz einfachen Worten wiederge­geben: gute Freunde, gutes Geschäft und guter Sport. Diese Grundsätze treffen auf alle Beteiligten zu – die Medien, die Sportler, unsere Unternehmenspartner, unsere Fans und unsere ehrenamtlichen Mitarbeitenden. Diese Anlage wurde 1975 eröffnet, was wir nicht zuletzt dem Beitrag der Freiwilligen aus dem Pegasus Club zu verdanken haben. Es gibt ein Foto, auf dem einige dieser ehrenamtlichen Mitarbeitenden bei der Eröffnung zu sehen sind. Viele von ihnen sind heute immer noch mit dabei: einige in höheren Positionen, andere wiederum eher im Hintergrund, wo sie beim Transport, in der Bewirtung, beim Parken und in diversen operativen Rollen helfen. Wir haben ca. 100 Vollzeitmit­arbeitende – eine Zahl, die auf mehr als 1500 ansteigt, wenn sich Spruce Meadows auf das Masters vorbereitet. Ohne unsere engagierten ehrenamtlichen Mitarbeitende wäre diese Show einfach nicht möglich. Und das ist der Grund, warum mir Spruce Meadows so sehr am Herzen liegt.

 

Wie aufregend ist es für Spruce Meadows, dass sich Reitergrößen wie Marcus Ehning für eine Teilnahme am Masters entschieden haben?

Marcus Ehning zählt zu den größten Springreitern aller Zeiten. Und ich kann sagen, dass ich fast alle Großen in Spruce Meadows gesehen haben. Seine Titel beim Weltcup und bei den Weltreiterspielen, sein kürzlicher Sieg beim Rolex Grand Prix beim CHIO in Aachen – all diese Errungenschaften hat er mit verschiedenen Pferden und im Laufe der Zeit für sich entscheiden können. Ein phänomenaler Erfolg. Marcus Ehning nun – vor dem Hintergrund seiner Laufbahn – hier begrüßen zu dürfen und die Tatsache, dass dieses Turnier so kurz vor den Weltreiterspielen zu seinen Prioritäten zählt, belegt, wie weit der Rolex Grand Slam der Springreiter gekommen ist. Ein Kinderspiel wird es für ihn nicht werden, denn sein Landsmann und Titelverteidiger des „CP ‚International‘, presented by Rolex“, Philipp Weishaupt, wird ihm eine gute Konkurrenz machen. Neben Ehning und Weishaupt werden noch weitere Weltklassereiter wie Beezie Madden und Luciana Diniz am Rolex Grand Slam der Springreiter teilnehmen – ein riesiges Kompliment für das Management-Team und die Mitarbeitenden hinter den Kulissen.

 

Der CHIO Aachen wurde schon mit den Wimbledon Championships im Tennis verglichen. Mit welcher globalen Sportveranstaltung würden Sie das Spruce Meadows Masters vergleichen?

In vielerlei Hinsicht ist es meiner Ansicht nach passend, das Spruce Meadows Masters mit dem Masters im Golf zu vergleichen. Ich habe im Laufe der letzten Jahrzehnte oft mit unserem Mitgründer und Mitvorsitzenden Ron Southern über die Betriebsmodelle des Masters gesprochen, denn es unterscheidet sich schon etwas von der PGA Tour, genau wie Spruce Meadows weit entfernt ist von den euro-lastigen internationalen Springreitturnieren. In dieser Hinsicht hat Spruce Meadows nämlich vieles ganz anders gemacht, als es die vermeintlichen Normen zahlreicher Turniere auf der Welt vorzuschreiben meinen – einfach nur, um überleben zu können. Allerdings wäre Wimbledon auch ein hochinteressanter Vergleich. Die Briten sind nicht unbedingt die besten Tennisspieler der Welt, aber sie veranstalten das größte Grand Slam Turnier. Ebenso ist Kanada nicht die beste Springreiternation, aber wir präsentieren eines der bedeutendsten Rolex Grand Slam Turniere!

Denise Moriarty (Photo: Rolex Grand Slam of Show Jumping / Ashley Neuhof) Denise Moriarty (Photo: Rolex Grand Slam of Show Jumping / Ashley Neuhof)

Interview mit Denise Moriarty, Stallmeisterin bei Kent Farrington

 

Creedance ist eines der Springpferde, die am Sonntag am „CP ‚International‘, presented by Rolex“ an den Start gehen. Wie würden Sie ihn so kurz vor dem Rolex Grand Slam der Springreiter-Majors beschreiben?

 

Er ist ein kleines Pferd, aber das weiß er nicht. Er sieht sich eher als einer der ganze Großen. Er ist ein Kämpfer und er gibt bei jedem Turnier sein Bestes. Er ist mutig und ich würde sagen, er ist ein bisschen wie Conor McGregor  – immer vorne mit dabei! Eine seiner größten Marotten ist, dass er einfach nie müde ist. Als würde er ständig nur Red Bull trinken. Er schläft nachts und macht auch tagsüber hier und da ein Nickerchen. Aber wenn es ums Ganze geht, ist er sofort da, aufgeregt und überglücklich.

 

Was gefällt Ihnen an Spruce Meadows am besten?

Ich liebe die Stimmung hier, und das Publikum ist toll. Das Personal, die Leute hinter den Kulissen, in den Ställen, die Stewards – alle sind wie eine große Familie und einfach unglaublich. Wir kommen jedes Jahr für die Summer Series hier hin und es ist wie ein zweites Zuhause: Man weiß genau, was einen erwartet. Braucht man Hilfe, ist schon jemand zur Stelle. Die Organisation stimmt einfach.

 

Inwiefern unterscheidet sich der Rolex Grand Slam der Springreiter von anderen 5* Majors-Turnieren?

Springreiten von dem Kaliber, das hier erwartet wird, findet man sonst nirgends auf der Welt. Hinzu kommen dann noch die Höhe der Hindernisse und die Qualität der Pferde, die am Turnier teilnehmen und man hat etwas ganz Besonderes. Bei einem Rolex Grand Slam wie diesem bemühen wir uns immer noch ein Bisschen mehr, weil ein Erfolg hier wirklich sehr viel bedeutet.

 

Was ist für Sie als Stallmeisterin auf diesem hohen Niveau der größte Wunsch beim Springreiten?

Ehrlich gesagt, das wäre bei einem Rolex Grand Slam siegreich zu sein. Oder eine olympische Medaille zu gewinnen. Mir macht es einfach Spaß mit anzusehen, wenn die Pferde erfolgreich sind und sich weiterentwickeln. Creedance ist seit seinem 7. Lebensjahr bei uns. Jetzt ist er 11. Und ihm bei Turnie­ren auf diesem Niveau zuzuschauen und zu sehen, wie gut er sich entwickelt hat, das freut einen schon sehr. Wenn Pferde wie er dann bei so einem wichtigen Turnier gewinnen, ist es ein echtes Erfolgs­erlebnis.

 

Erzählen Sie uns bitte etwas über Ihren Werdegang...

Ich habe meine Ausbildung in Irland als veterinärmedizinisch-technische Assistentin begonnen. Vor sechs Jahren bin ich in die USA gezogen und lernte Kent kennen. Sein damaliges Pferd stand in dem Stall, in dem ich gearbeitet habe. Kents Stall ist seitdem natürlich gewachsen und wir mit ihm. Angefangen haben wir mit vielleicht fünf Pferden und jetzt haben wir eine ganze Reihe und sogar einige Jungtiere, die ihre Ausbildung beginnen. Die ganze Organisation hat sich weiterentwickelt und ist sehr erfolgreich.

 

Wenn Sie nicht Stallmeisterin wären, was wären Sie dann?

Ich würde auf jeden Fall etwas mit Tieren machen. Als ich noch in Irland war, habe ich bei RDAI viel Zeit mit Hippotherapie verbracht, was mir gut gefallen hat. Das war eine sehr bereichernde Erfahrung.

Marcus EHNING mit Pret A Tout (Photo: Rolex / Kit Houhgton) Marcus EHNING mit Pret A Tout (Photo: Rolex / Kit Houhgton)

Der Deutsche Marcus Ehning gab den 40’000 patriotischen Zuschauern beim CHIO Aachen Grund zum Feiern, als er auf seinem 15-jährigen Fuchswallach Pret A Tout den begehrten Rolex-Grand-Prix-Titel holte. Obwohl es das vierte Major-Turnier ist, das Ehning gewonnen hat, geht der Rolex Grand Slam im Springreiten für ihn gerade erst los, da er nun der neue Anwärter auf den Titel ist. Wir sprachen mit ihm nach seiner unglaublichen Leistung, die ihm einen Abstand von zwei Sekunden auf seine nächste Konkurrentin, die Portugiesin Luciana Diniz, einbrachte.

Was haben Sie gedacht, als Sie den Parcours abgelaufen sind?

Ich dachte, das ist ein wirklich guter Parcours. Ich dachte, dass es ungefähr 10 fehlerfreie Ritte geben würde, und am Ende waren es dann 11. Es gab keine Stelle, an der ich dachte, dass sie zu anspruchsvoll wäre oder dass mein Pferd nicht ausreichend springen könnte. Mein Pferd hat hier in den letzten Jahren erstaunliche Leistungen vollbracht, und es gab mir die Zuversicht, dass ich ihm wirklich vertrauen und glauben konnte, dass wir es schaffen können. Es ist ein sehr flexibles Pferd, und ich kann mich sehr glücklich schätzen, ihn zu reiten.

Welcher Umlauf war schwieriger, der erste oder der zweite?

Für mich war der erste Umlauf schwieriger. Ein paar Mal fand ich nicht den perfekten Rhythmus, den ich haben wollte. Aber ich war sehr froh, dass ich fehlerlos durchkam. Der zweite Umlauf war vom ersten bis zum letzten Sprung fantastisch. Wir waren schnell, aber sehr kontrolliert, und ich habe es wirklich genossen.

Waren Sie nervös, als Sie bei Lucianas Ritt zusahen?

Ich war nervös, als ich Luciana beobachtete. Sie ist eine gute Reiterin und hat hier ein paar Mal fast gewonnen.

Sie sind jetzt der aktuelle Anwärter auf den Titel Rolex Grand Slam im Springreiten. Werden Sie bei den CSI Spruce Meadows «Masters» im September antreten?

Vor diesem Sieg heute habe ich mich ausschließlich auf die Weltreiterspiele konzentriert, aber jetzt ist es natürlich eine ganz andere Situation. Ich muss nun mit meinem Team und den Besitzern sprechen, um eine Strategie auszuarbeiten und darüber nachzudenken, was wir tun werden.

Hinter der Stalltür mit:

Mel Obst, der Stallmeisterin von Marcus Ehning

Mel Obst (Photo: Jenny Abrahamsson / World of Show Jumping ) Mel Obst (Photo: Jenny Abrahamsson / World of Show Jumping )

Können Sie uns etwas über Pret A Tout erzählen?

Pret A Tout ist das einfachste Pferd, das wir haben. Er hat einen super Charakter und ist so mutig. Er ist sehr ruhig, man kann ihn jedem zum Halten geben, und er benimmt sich. Er ist einfach wunderbar und unkompliziert. Wenn er springt, strahlt er die Haltung aus: «Ich mache meine Arbeit und konzentriere mich.» Und wenn er fertig ist: «Ich bin cool, ich will nur fressen.» Wenn er frisst, ist er sehr glücklich. Ich glaube, er hat sogar bei der Preisverleihung etwas Gras stibitzt! Im Stall ist er so entspannt und so ein wunderbares Pferd, dass ich glücklich bin, mit ihm zu arbeiten.

Wie werden Sie ihn heute Abend belohnen?

Wir werden ihn mit viel Futter belohnen – er liebt Futter. Er liebt Karotten, Äpfel – einfach alles. Also wird er all das heute Abend auf jeden Fall bekommen.

Werden Sie nervös, wenn Sie Marcus beim Wettkampf zusehen?

Nein, meist geht es mir gut. Wenn ich zuschaue, bleibe ich normalerweise sehr ruhig. Ich denke: Was auch immer passiert, es wird in Ordnung sein! Wenn er im Parcours ist, werde ich etwas nervös, aber ich versuche immer, es zu verstecken!

Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie merkten, dass Marcus gewonnen hat?

Ich fühlte mich unglaublich, es ist so aufregend für uns! Wir hatten eine tolle Woche hier beim CHIO Aachen, und der Gewinn des Rolex Grand Prix ist nun der krönende Abschluss eines unglaublichen Turniers für uns. Diesen Wettkampf und den Nationenpreis zu gewinnen, fühlt sich wie ein Traum an. Es dauerte eine Weile, bis mir bewusst wurde, dass wir wirklich gewonnen hatten. Ich merkte plötzlich, dass Lucianas Zeit langsamer war, und verstand, dass wir tatsächlich gewonnen hatten. Es war unwirklich.

Jetzt sind Sie Teil des Rolex Grand Slam. Denken Sie, dass Sie nach Spruce Meadows reisen werden?

Wir haben einige fantastische Pferde, die sich in Spruce Meadows sicherlich gut behaupten könnten. Den Rolex Grand Slam im Springreiten möchte jeder Reiter gewinnen, und ich würde mich sehr freuen, wenn wir nach Spruce gehen. Aber wir werden sehen.

Parcours Besichtgung mit:

Frank Rothenberger, der Parcoursbauer

Frank Rothenberger (Photo: Rolex / Kit Houhgton) Frank Rothenberger (Photo: Rolex / Kit Houhgton)

Können Sie uns etwas über den Parcours des Rolex Grand Prix erzählen?

Das ist die höchste Klasse, die ich jedes Jahr baue. Der Parcours ist bis zu 1,70 m ausgeschrieben. Wir haben dreizehn Sprünge mit einem großen Wassergraben und einer dreifachen Kombination. Es ist ein sehr anspruchsvoller Parcours auf einem großen Platz, auf dem immer eine sehr aufgeregte Stimmung herrscht. Es wird zwei Umläufe mit einem kniffligen Stechen geben. Wir haben einen Parcours fast am oberen Ende des Möglichen gebaut, es wird also sehr interessant werden.

Was sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen?

Ich denke, dass es heute die doppelten Gräben und der Doppel-Oxer sind. Man weiß nie, wie sehr sich die Pferde erschrecken und wie sie reagieren, wenn sie das Wasser neben dem See sehen. Die letzte Strecke mit ihren drei großen Sprüngen vom Eingang weg ist ebenfalls sehr schwierig. Dafür sind sieben lange und fünf kurze Galoppsprünge nötig. Das werden wahrscheinlich die schwierigsten Aspekte des Parcours sein. Aber wir werden ja sehen.

Wie viele fehlerfreie Ritte erwarten Sie?

Es wäre schön, wenn etwa 10 bis 12 Reiter fehlerfrei durchkommen und es 3 bis 4 Reiter ins Stechen schaffen.

Wie lange brauchen Sie, um den Parcours zu bauen / zu entwerfen? Was steckt dahinter?

Manchmal zwanzig Minuten bis eine halbe Stunde und manchmal brauchen wir drei oder vier Stunden. Es kommt darauf an, wie der Parcours verläuft. Ich bereite auch andere Parcours für Aachen im März und April vor, und dann komme ich hierher zurück und habe die Möglichkeit, zu überlegen, was ich sonst noch mit dem Parcours machen kann.

Spüren Sie einen zusätzlichen Druck, wenn Sie einen Parcours entwerfen, der Teil des Rolex Grand Slam im Springreiten ist?

Ich fange gerade an zu schwitzen. Ich werde schon nervös, und meine Hände werden schon feucht. Natürlich ist das ein sehr nervenaufreibendes Erlebnis. Je näher der Rolex Grand Prix heranrückt, desto nervöser werde ich. Aber ich freue mich darauf, zu sehen, wie die Reiter den Parcours meistern.

Was gefällt Ihnen am besten an Ihrer Arbeit?

Am besten gefällt es mir, die Parcours zu entwerfen, vor allem große Klassen wie den Rolex Grand Prix und die Nationenpreise. Ich liebe es, am Anfang zu beginnen und zu sehen, wie die Parcours wachsen und sich entwickeln. Es gibt so viel Druck, weil man nie weiß, wie die Ergebnisse aussehen werden. Manchmal will man zehn Reiter im Stechen haben, es werden aber schließlich fünfzehn. Oder man will zehn, und es schaffen nur zwei oder drei. Dann muss man sich fragen, warum das passiert ist und warum so viele ins Stechen gekommen sind. Wir müssen überlegen, was falsch war und wie wir den Parcours beim nächsten Mal ändern können. Jeder Parcours ist anders. Ich mache diese Arbeit nun seit 40 Jahren, und kein Parcours ist wie der andere. 

Wie groß ist Ihr Team?

In Aachen haben wir 60 bis 70 Mitarbeiter. Es ist ein so großes Turnier mit so vielen verschiedenen Klassen, darunter der Nationenpreis und der Rolex Grand Prix, sodass wir ein großes Team brauchen, um alles gut zu bewältigen.

Mclain Ward mit Clinta (Photo: Rolex / Kit Houghton) Mclain Ward mit Clinta (Photo: Rolex / Kit Houghton)

Das zweite Qualifikationsturnier für den Rolex Grand Prix, den Preis von Nordrhein-Westfalen, gewann McLain Ward aus den USA mit einem sehr zügigen Ritt. Mit 46,95 Sekunden setzte er sich an die Spitze der Rangliste und verwies seinen nächsten Konkurrenten, Kevin Staut, mit fast zwei Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz. McLain äußerte sich nach seinem Sieg anerkennend über seine beeindruckende 11-jährige Stute Clinta.

Können Sie uns etwas über Clinta erzählen?

Ich habe sie dieses Jahres im Februar gekauft. Tatsächlich habe ich sie letztes Jahr direkt nach Aachen das erste Mal probegeritten. Sie hatte hier eine sehr gute Leistung gezeigt, und wir waren sehr beeindruckt von ihr. Im März haben wir zusammen die ersten Wettkämpfe in Florida bestritten, und das hat sich von Anfang an fantastisch angefühlt. Sie hat den ersten Fünf-Sterne-Grand-Prix in New York und den Vier-Sterne-Grand-Prix in Devon gewonnen. Also, das war auf jeden Fall ein großartiger Beginn für uns. Wir sind sehr gespannt auf ihre Karriere. Sie ist wirklich eine spektakuläre Springerin. Sie ist eines der vorsichtigsten Pferde, und ich denke, dass uns eine vielversprechende Zukunft bevorsteht.

Wen werden Sie beim Rolex Grand Prix reiten?

Ich werde HH Azur im Rolex Grand Prix reiten. Clinta wird morgen in der großen Klasse starten, und das ist dann ihr letzter Auftritt diese Woche.

Ich habe das große Glück, zwei so tolle Pferde hier zu haben. Sie sind beide großartig. Sie sind beide von etwas unterschiedlichem Charakter – Azur hat Leichtigkeit, Blut und Athletik in sich, die sich in der Art zeigen, wie sie steht. Clinta ist etwas schneller, bewegt sich etwas rascher und ihr Sprung ist etwas dynamischer. Ihre Gemeinsamkeit besteht darin, dass sie diese wunderbare Eigenschaft haben, einem alles zu geben, was in ihnen steckt.

Spüren Sie zusätzlichen Druck, wenn Sie an einem der vier Major des Rolex Grand Slam im Springreiten teilnehmen?

Ich mache mir selbst Druck, da es der letzte große Grand Prix der Welt ist, den ich noch nicht gewonnen habe. Ich möchte meinen Namen an dieser Wand sehen, bevor ich mich zur Ruhe setze. Das ist also mein Antrieb: Ich will hier unbedingt gewinnen. Also werden wir unser Bestes geben, hoffentlich etwas Glück haben und am Sonntagabend eine Chance bekommen.

Daniel Bluman (Photo: Rolex / Kit Houghton) Daniel Bluman (Photo: Rolex / Kit Houghton)

Reiterinterview: Daniel Bluman

Wie haben Sie Aachen dieses Wochenende bis jetzt erlebt?

Es ist wirklich gut. Es ist ein unglaublicher Ort. Gleich von Beginn an, beim Turkish Airlines-Preis von Europa am Mittwoch, der als Qualifikation für den Grand Prix gilt, ist Abiana wirklich gut gesprungen. Sie kam in die Wertung, was mir eine gute Chance auf eine Qualifikation für den Grand Prix am Sonntag gibt. Also war die Woche bisher fantastisch.

Welche Pferde haben Sie dieses Wochenende hier? Und insbesondere für den Rolex Grand Prix?

Diese Woche: Bacara und Ladriano für den Grand Prix. Ladriano ist ein Pferd genau für diese Art von Wettkampf. Ich reite ihn normalerweise im Grand Prix – das ist meist seine Aufgabe. Er ist in Florida gestartet und hat zu Beginn des Jahres ein Fünf-Sterne-Turnier gewonnen. In letzter Zeit habe ich ihn etwas geschont. Ich bin mit ihm als Vorbereitung hierfür in Calgary gesprungen und diese Woche hier als Vorbereitung für den Grand Prix am Wochenende. Und dann werden wir zum Rolex Grand Prix in Spruce Meadows und hoffentlich zu den Weltreiterspielen reisen und dann am Ende des Jahres zum CHI Genf.

Also konzentrieren Sie sich auf den Rolex Grand Slam im Springreiten?

Ja, er bedeutet mir sehr viel. Ich liebe das Konzept und war schon immer ein großer Fan von Rolex und dem, was sie für unseren Sport tun. Ich versuche, die großen Wettkämpfe zu bestreiten. Es ist wirklich gut, dass Rolex in die großen Turniere geht. Ich sollte mit einem anderen Pferd in Windsor antreten, aber leider gab es eine kleine Verletzung, so dass ich nicht fliegen konnte. Aber es gibt Windsor, Rom, Spruce Meadows, Wellington, die alle von Rolex ausgerichtet werden. Es ist eine prestigeträchtige Marke mit prestigeträchtigen Veranstaltungen. Ich will ein Teil davon sein! Das sind Turniere, die immer in meinem Kalender stehen und bei denen ich wirklich dabei sein will.

Was denken Sie, wer Ihre größten Konkurrenten am Sonntag sind?

Das lässt sich im Moment unmöglich sagen, da das Niveau der Reiter in der Welt unglaublich ist. Da ist ein Eric Lamaze, der vor allem einer meiner Mentoren und ein Idol ist. Er ist stark und war wirklich gut in den letzten Monaten. Aber da ist auch Steve Guerdat, der fantastisch ist. Dann Philip Weishaupt und der Rest der deutschen Mannschaft, die Großartiges leisten: Marcus Ehning usw. Die Liste ist noch viel länger. Da sind so viele Menschen mit unglaublichem Talent. Es wird ein harter Wettkampf werden, und ich denke, dass jeder gewinnen kann.

Für Sie ist das eine ziemlich familiäre Angelegenheit. Können Sie uns etwas über das Unterstützungsnetzwerk Ihrer Familie erzählen?

Ja, das beutet mir viel. Es ist unsere Reiterfamilie der ersten Generation. Unsere Eltern sind nicht geritten, aber mit meinen Cousins Elan und Marky und meinem Bruder Stephen haben wir ein Reitsportgeschäft aufgebaut. Wir haben Kunden in Amerika, und in Europa ist der Geschäftsbetrieb mit den Jungpferden, der Zucht und allem anderen. Es ist wirklich großartig, so etwas zu haben, weil dies mir ermöglicht, den Sport so zu betreiben, wie ich es mir erträume, und ihn gleichzeitig mit meiner Frau, meinem Bruder und meinen Cousins zu erleben. Das macht die ganze Erfahrung umso besser.

 

Sie werden im Oktober Vater. Haben Sie die Hoffnung, dass Ihr Nachwuchs in Ihre Fußstapfen tritt?

Ich denke da viel darüber nach. Wir sind sehr gespannt auf unseren kleinen Sohn, der im Oktober geboren wird! Vor allem werde ich versuchen, ihm die Liebe und Leidenschaft für das Tier Pferd mitzugeben. Wenn er das von seiner Mutter oder von mir übernimmt, besteht eine große Chance, dass er Reiter wird. Das Beste wird sein, wenn wir ihm vermitteln, was die Pferde und das Leben mit ihnen für uns bedeuten. Vielleicht wird dann der Funke überspringen und er eines Tages hier mit uns springreiten.

Anu HarrAnu Harrila, der Pferdepflegerin von Meredith Michaels-Beerbaum  (Photo: Rolex / Kit Houghton)ila, der Pferdepflegerin von Meredith Michaels-Beerbaum Anu Harrila, der Pferdepflegerin von Meredith Michaels-Beerbaum (Photo: Rolex / Kit Houghton)

Hinter der Stalltür mit Anu Harrila, der Pferdepflegerin von Meredith Michaels-Beerbaum

Sie arbeiten schon sehr lange mit Meredith zusammen. Was gefällt Ihnen am besten an diesem Job?

Das Beste ist die Arbeit mit den Pferden. Ich habe in den letzten 20 Jahren mit vielen Pferden gearbeitet, und es gibt immer einige, denen man sich verbunden fühlt und die einem besonders am Herzen liegen. Ich habe das Glück, mit so großartigen Pferden zu arbeiten, also ist das auf jeden Fall das Beste an meinem Job. Meredith ist eine wunderbare Chefin. Ich kenne sie inzwischen in- und auswendig; also funktioniert es reibungslos zwischen uns, und ich denke, wir sind ein tolles Team.

Meredith hat hier in der Vergangenheit gewonnen. Glauben Sie, dass sie dieses Wochenende gewinnen kann?

Also damit würde ein Traum in Erfüllung gehen. Wir haben einen richtig feinen Neunjährigen; er ist noch ein wenig unerfahren, aber er geht gut. Wir werden also unser Bestes geben!

Mit welchen Pferden treten Sie dieses Jahr hier an?

Wir haben einen Neunjährigen namens Calle, er ist ein wirklich gutes junges Pferd. Ich hoffe, er wird diese Woche Großes leisten. Er ist etwas ganz Besonderes. Er ist nicht gern allein und braucht immer einen Freund. Er ist empfindlich gegenüber lauten Geräuschen, also muss man immer dafür sorgen, dass er sich sicher fühlt. Wir haben auch eine achtjährige Stute, die Meredith erst seit 8 oder 10 Wochen hat, also kennen wir sie noch nicht so gut. Aber sie ist sehr vielversprechend und scheint ein sehr liebes Pferd zu sein.

Spüren Sie im Team einen zusätzlichen Druck, wenn Sie an einem Major des Rolex Grand Slam im Springreiten teilnehmen?

Bei einem Major des Rolex Grand Slam gibt es immer Druck, denn natürlich will man gut abschneiden. Hier in Aachen sind wir ja in Deutschland – es geht um das heimische Publikum und um viel Preisgeld.

Wie sieht die übliche Pflege der Pferde nach dem Wettkampf aus?

Normalerweise erhalten sie eine Dusche, dann legen wir Ihnen Kühlgamaschen an, um ihre Beine zu kühlen und zu erfrischen. Den meisten legen wir entweder eine Massagedecke oder eine Magnetdecke über. Wir striegeln sie gründlich und führen sie vielleicht etwas spazieren, um sie in Bewegung zu halten. Vielleicht legen wir Bandagen an, wenn sie die mögen.

Wenn Sie nicht Pferdepflegerin wären, was wären Sie dann?

Ich weiß es wirklich nicht. Ich kann mir nichts anderes vorstellen. Ich schätze, ich habe meinen Traumjob.

Was macht den CHIO Aachen für Sie so besonders?

Es herrscht eine tolle Atmosphäre, alles ist sehr gut organisiert. Das Publikum ist unglaublich. Wenn jemandem ein fehlerfreier Ritt gelingt, jubelt es so laut, dass man Gänsehaut bekommt! Ich denke, es ist eines der besten Turniere der Welt.

Henrik VON ECKERMANN (Photo: Rolex / Kit Houghton) Henrik VON ECKERMANN (Photo: Rolex / Kit Houghton)

Rolex-Reiterinterview

Der Schwede Henrik von Eckermann holte sich nach einem hart umkämpften Stechen mit dem Schimmelwallach Castello 194 den Turkish Airlines-Preis von Europa. Wir sprachen mit ihm nach seinem Sieg:

Wie hat sich der Parcours heute angefühlt?

Der Parcours war sehr lang. Es gab drei Kombinationen, eine dreifache, eine doppelte und natürlich die Doppelplanke, die einige Probleme verursachte. Die Zeit war schwer zu halten und aufgrund der langen Strecke wurden die Pferde am Ende müde. Ich war mit der Leistung meines Pferdes zufrieden und war begeistert, dass ich ins Stechen kam.

Wie war Ihre Taktik im Stechen?

Meine Taktik bestand darin, McLains Ritt zu beobachten und herauszufinden, wo ich Zeit einsparen könnte, da er normalerweise derjenige ist, den es bei einem Stechen wie diesem zu schlagen gilt. Ich sah eine kleine Lücke, wo ich ihn einholen könnte. Das war am vorletzten Hindernis, wo er etwas weit in Richtung des Oxers kam. Da ich ein sehr raumgreifendes Pferd habe, dachte ich, ich würde etwas enger am Sprung bleiben und ihn so erwischen können, was wir auch taten.

Wie werden Sie sich auf den Rolex Grand Prix am Sonntag vorbereiten?

Das Pferd muss bis Sonntag frisch und entspannt bleiben. Es ist ein grosser Wunsch, den Rolex Grand Prix zu gewinnen, aber wir alle wissen, wie schwierig der Wettbewerb ist. Ich bin natürlich hinter dem Rolex Grand Slam her. Ich war Zweiter im Grand Prix von Genf, also kann ich hoffentlich an diesem Wochenende noch eins besser werden.

Frank Kemperman und Michael Mronz (Photo: Kit Houghton) Frank Kemperman und Michael Mronz (Photo: Kit Houghton)

Auf ein Wort mit den Organisatoren

Vorstandsvorsitzender Frank Kemperman und Geschäftsführer Michael Mronz haben sich die Zeit genommen, um mit uns darüber zu sprechen, was den CHIO Aachen so einzigartig macht:

CHIO Aachen ist so ein traditionelles Turnier. Wie schaffen Sie es, ihn weiterzuentwickeln und zu verbessern?

Frank: Aachen hat eine reiche Geschichte. Wenn man sich die Siegerliste anschaut, sind nur die besten Reiter der Welt dabei. Es wird von den Reitern als eines der besten Turniere der Welt angesehen und ist der Ort, an dem sie gewinnen wollen. Wir unternehmen alles, um eine der besten Veranstaltungen der Welt anzubieten. Wir sehen uns an, was in anderen Sportarten passiert und unternehmen alles, um die besten Anlagen, Wettbewerbe und grossartigen Sport für unsere Reiter und Zuschauer zu schaffen.

Michael: Die sozialen Medien sind sehr wichtig für die Zukunft dieser Veranstaltung. Unsere Zuschauer wollen Informationen sofort von überall empfangen können, deshalb ist es für uns wichtig, uns darauf zu konzentrieren, diese bereitzustellen. Wir investieren viel Zeit und Geld in die Entwicklung der App. Sie wurde hier in Aachen eingeführt und wir haben gesehen, das andere Turniere nachziehen und eigene Apps entwickeln. Gestern habe ich sogar erfahren, dass eine Modenschau ein ähnliches System wie die Jury-App verwendet, also ist es gut zu wissen, dass wir ihnen hier in Aachen einen Schritt voraus sind! In den letzten Jahren haben wir unser digitales Team ausgebaut und haben nun fünf Mitarbeiter, welche die sozialen Medien bedienen. Wir wollen sicherstellen, dass wir uns wirklich auf unser Publikum hier vor Ort konzentrieren, aber auch auf diejenigen, die von zuhause aus daran teilhaben wollen.

Dieses Turnier wurde als das «Wimbledon des Pferdesports» beschrieben. Wie lässt sich ein Major im Tennis mit einem Major im Reitsport vergleichen?

Michael: Tennis ist natürlich bekannter, aber durch die Einführung des Rolex Grand Slam im Reitsport wird der Sport zugänglicher für Menschen, die ihm noch nicht folgen. Wie im Tennis besteht der Rolex Grand Slam aus vier Majors und die Zuschauer wissen, dass dies die vier besten Wettkämpfe sind und die, welche die Reiter gewinnen wollen. Sie schaffen den besten Sport und bringen die besten Konkurrenten zusammen, was ein grösseres Publikum anzieht. Es ist ein grosser Schritt für die Entwicklung des Springsports und das Bestreben, ein grösseres Publikum zu erreichen und Menschen ohne Bezug zum Pferdesport ein Verständnis für den Sport zu vermitteln. Natürlich ist es schön, mit Wimbledon verglichen zu werden. Ich würde sagen, wir sind ganz anders in Bezug auf Grösse und Reichweite, aber es bedeutet, dass wir kreativer und innovativer sein müssen, um diesen Standard zu erreichen.

Wer wird wohl den Rolex Grand Prix gewinnen?

Frank: Das ist eine schwere Frage! Wir haben hier jedes Jahr die besten Reiter der Welt, also könnte es jeder sein. Jedes Jahr versuchen wir vorherzusagen, wer gewinnen wird, aber es gibt hier so viele Talente, dass man es einfach nicht voraussagen kann. Jeder Reiter möchte den Rolex Grand Prix gewinnen, es ist immer ihr Hauptaugenmerk, wenn sie zum Wettkampf nach Aachen kommen. Ich habe gerade die Nachricht erhalten, dass Philipp Weishaupt nicht am Stechen dieser Klasse teilnimmt, weil er sich jetzt für den Rolex Grand Prix qualifiziert hat und sich darauf konzentrieren will. Es ist so ein wichtiger Wettkampf für alle Reiter und mit so tollen Pferde- und Reiterkombinationen in diesem Jahr wird es ein sehr hart umkämpftes Turnier werden.

Dale Hailstone (Photo: Kit Houghton) Dale Hailstone (Photo: Kit Houghton)

Hinter der Stalltür mit Dale Hailtsone

Dale Hailstone, 26 Jahre, wurde in Glasgow geboren und begann vor vier Jahren für eine der besten Reiterinnen der USA, Laura Kraut zu arbeiten. Er hat sich hochgearbeitet und ist jetzt Krauts Stallmeister, der mit ihr um die Welt zu den prestigeträchtigsten Veranstaltungen des Springsports reist. Wir haben Hailstone abgefangen, als er die Pferde von Kraut für den Rolex Grand Prix am Sonntag vorbereitete:

Was macht den CHIO Aachen so besonders?

Für mich ist es ohne Zweifel das beste Turnier der Welt. Es ist grossartig für die Pferdepfleger, die Reiter und die Pferde. Wir gehen zu Turnieren auf der ganzen Welt, aber viele sind nicht sehr pferdefreundlich. Aachen ist so gut für die Pferde, wir haben so viel Platz zum Weiden und Trainieren der Pferde. Man kann den Tag leicht planen, da die Anlagen so gut zugänglich sind. Die Atmosphäre ist unglaublich, und der Boden ist super für die Pferde, also ist es der perfekte Ort für einen Wettkampf.

Welche Pferde treten diese Woche an?

Diese Woche haben wir Confu, Deauville S., Zeremonie und SFS Vincomte in der Klasse für junge Pferde. Die Pferde haben alle einen tollen Charakter. Deauville ist etwas ganz Besonderes im Parcours, er liebt ihn! Er galoppiert immer von der Seite auf die Sprünge zu, ich weiss eigentlich nicht, wie Laura darüber kommt, sie ist so gut! Sobald er den Parcours verlässt, wird er ruhig und ist sehr glücklich, einfach nur still dazustehen und mit Leuten zu reden, die zu ihm kommen und Hallo sagen! Confu wiehert gern, wenn er den Parcours betritt. Es ist fast so, als wolle er den Leuten mitteilen, dass er jetzt angekommen ist!

Wir gehen davon aus, dass Zeremonie beim Rolex Grand Prix antreten wird. Laura hat letztes Jahr den Leading Rider of the Show und Zeremonie gewann Best Horse, also sind sie ein tolles Paar und wir hoffen, dass wir dieses Jahr noch besser werden und den Rolex Grand Prix gewinnen können. Wir haben das Glück, dass uns eine gute Auswahl an Grand-Prix-Pferden zur Verfügung steht, aber der Plan ist im Moment, dass Zeremonie im Grand Prix springen wird.

Haben Sie irgendwelche geheimen Pflegertipps?

Tatsächlich habe ich einen ziemlich guten Tipp: Es klingt ziemlich simpel, aber eine Sache, auf die ich nie verzichte, ist Babypuder – besonders bei Schimmeln. Es hilft, Flecken zu verdecken und vollbringt Wunder auf dem Fell. Ich streue es auch in die Gamaschen, damit sie nicht reiben und bequem bleiben. Es ist billig, aber etwas, ohne das ich nie das Haus verlasse.

Niels  BRUYNSEELS und Gancia de Muze (photo: Kit Houghton) Niels BRUYNSEELS und Gancia de Muze (photo: Kit Houghton)

UND DER SIEGER IST...

DER SIEGER DES ROLEX GRAND PRIX: NIELS BRUYNSEELS

Nach einer sensationellen Leistung im Rolex Grand Prix beim The Dutch Masters, einem der vier Majors des Rolex Grand Slam of Show Jumping, ist Niels Bruynseels als neuer Rolex-Grand-Slam-Herausforderer hervorgegangen.  

Im Scheinwerferlicht der Brabanthallen kämpften die besten Pferde- und Reiterpaare der Welt darum, ihre persönliche Reise im Rolex Grand Slam of Show Jumping antreten zu dürfen.  

Unter den 13 Reitern, die durch einen Nullfehler-Ritt im Umlauf das Stechen erreichen konnten, war auch Scott Brash, was den Druck auf seine Mitstreiter erhöhte. Denn der Brite ist der bislang einzige Reiter, der den Rolex Grand Slam of Show Jumping gewinnen konnte.

Als Achter am Start hatte Marcus Ehning die Messlatte mit einem schnellen, fehlerfreien Ritt in 37.80 Sekunden extrem hoch gelegt, aber letztendlich war es Niels Bruynseels aus Belgien, der in unschlagbaren 37.10 Sekunden zum ersten Majorsieg seiner Karriere sprang.

1. Platz: NIELS BRUYNSEELS (BEL)

  • 2016 und 2017 Sieger des Stephex Rolex Grand Prix
  • Pferd: Gancia De Muze, eine 12-jährige braune Stute

2. Platz: MARCUS EHNING (GER)

  •  
  • Pferd: Cornado NRW, ein 15-jähriger Schimmelhengst

3. Platz: HARRIE SMOLDERS (NED)

  • Zweiter in der Weltrangliste
  • Pferd: Emerald, ein 14-jähriger Fuchshengst

SIEGER-INTERVIEW MIT...

NIELS BRUYNSEELS

WIE FÜHLT ES SICH AN, ZUM ERSTEN MAL EIN MAJOR ZU GEWINNEN?

"Es ist ohne Frage einer meiner größten Siege. Ich habe gar nicht die richtigen Worte, um zu beschreiben, wie viel es für mich bedeutet. Dieses Turnier war schon immer großartig, aber die Unterstützung von Rolex hat es noch besser gemacht und es ist eine Ehre für mich, hierher zu kommen und gegen die besten Reiter der Welt antreten zu dürfen. Die Atmosphäre in der Arena war unglaublich, es war ein ganz besonderer Moment für mich."

IHR ROLEX GRAND SLAM OF SHOW JUMPING HAT NUN BEGONNEN, WIRD IHR FOKUS JETZT AUF DEM CHIO AACHEN LIEGEN?

"Aachen ist definitiv meine nächste Station. Der Rolex Grand Slam of Show Jumping ist der größte Preis in unserem Sport und ich hoffe, dass ich im Juli nach Deutschland kommen und das, was ich hier erreicht habe, wiederholen kann."

HABEN SIE DAS GEFÜHL, DASS DER PARCOURS DEM STANDARD DES ROLEX GRAND PRIX GERECHT WAR?

"Ich denke, dass die Parcoursdesigner einen sehr guten Job gemacht haben. Es war ein schwerer Parcours, aber gut für die Pferde. Es waren 13 Paare im Stechen, was sehr schön für das Publikum war und für einen Spitzenwettbewerb sorgte."

NUN ZU IHREM PFERD, WAREN SIE STOLZ AUF SIE HEUTE?

"Mein Pferd war heute ein Superstar, Ich kann ihr nicht genug danken. Sie gibt immer ihr Bestes für mich und ich hätte nicht glücklicher über ihre Leistung heute Nachmittag sein können. Ich denke, es war ein Vorteil, dass ich als Letzter starten durfte. Alle anderen Reiter waren vor mir dran und ich konnte zuschauen und sehen, wo die Schwierigkeiten des Parcours lagen. Ich hatte einen Plan in meinem Kopf. Ich wusste, dass ich schnell reiten musste und Gancia hat alle Erwartungen übertroffen. Sie ist auf jeden Fall ein besonderes Pferd.“

HINTER DER STALLTÜR MIT...

FRANK DELVALLET, DER PFLEGER DES ROLEX-GRAND-PRIX-GEWINNERS

WIE EMOTIONAL SIND SIE JETZT GERADE, NACH SIE NIELS’ SENSATIONELLEM SIEG IM ROLEX GRAND PRIX?

"Es ist einfach großartig, das Pferd ist unglaublich! Es ist mein erster Sieg in einer 5Sterne-Prüfung und bedeutet so viel für das ganze Team. Ich bin erst seit Juli bei Niels angestellt, aber er ist ein unglaublich guter Reiter und ich bin gerade so gerührt, ich habe sogar eine Träne im Auge!"

IHRE REISE ZUM ROLEX GRAND SLAM OF SHOW JUMPING HAT NUN BEGONNEN, WIE FÜHLEN SIE SICH?

"Es ist so aufregend, Teil des Rolex Grand Slam of Show Jumping zu sein. Wir haben nicht erwartet, dass es so gut laufen würde, und wir hoffen, dass die Reise so lange wie möglich anhält!"

GANCIA DE MUZE IST EIN AUSSERORDENTLICHES PFERD. WIE IST ES, SIE ZU PFLEGEN?

"Sie ist ein wundervolles Pferd, so einfach zu händeln, sie kennt ihren Job und hat heute wieder bewiesen, dass sie eines der besten Pferde der Springreiterszene ist. Sie wird heute Abend viele Streicheleinheiten und Küsse von uns bekommen, auch wenn sie dies nicht besonders mag!"

Parcourdesigner Louis Konickx (Photo: Kit Hougton) Parcourdesigner Louis Konickx (Photo: Kit Hougton)

WÖRTER DES PARCOURDESIGNERS...

LOUIS KONICKX - ROLEX GRAND PRIX PARCOURDESIGNER

ERZÄHLEN SIE UNS ETWAS DARÜBER, WIE MAN ES ANGEHT, EINEN SO WICHTIGEN PARCOURS WIE DEN ROLEX GRAND PRIX ZU BAUEN.

"Wir haben die ersten Ideen und das erste Konzept vor drei Wochen entwickelt. Mein Assistent und ich kommunizieren ständig, tauschen immer Ideen aus, es ist eine Team-Leistung. Da die Arena in diesem Jahr größer ist, haben wir längere Kombinationen und mehr Distanzen eingebaut. Es ist auch sehr wichtig, die richtige Anzahl an Steilsprüngen und Oxern zu haben, denn wenn man zu defensiv ist und zu viele schwierige Oxer baut, verlangt dies zu viel von den Pferden und man bekommt nicht die erwünschte Anzahl Null-Fehler-Ritte. Es muss anspruchsvoll sein… aber machbar."

GAB ES IRGENDWELCHE KNIFFELIGEN AUFGABEN, DIE SIE EINGEBAUT HABEN?

"Ja, aber wir wollten sichergehen, dass der Kurs vielfältig ist, um den verschiedenen Pferdetypen gerecht zu werden. Wenn man nur große Oxer baut, ist dies eine Herausforderung für Pferde, die nicht so viel Vermögen haben, aber es ist einfach für die Pferde mit Vermögen. Daher ist eine gewisse Vielfalt unerlässlich, um letztendlich den besten Wettbewerb zu entwickeln. In jedem Fall wollen wir die Abstimmung zwischen Pferd und Reiter sowie ihre Fähigkeit, zusammen in einer Partnerschaft zu arbeiten, testen. Das ist es, wonach wir Parcoursbauer streben."

IST DER DRUCK AUF SIE NUN GRÖSSER, JETZT, WO DIESER GRAND PRIX ZUM ROLEX GRAND SLAM OF SHOW JUMPING GEHÖRT

"Ja, es gibt auf jeden Fall mehr Druck! Der Meiste kommt von den Reitern. Sie wollen um jeden Preis diese Prüfung gewinnen und sich den Rolex-Grand-Slam-Titel holen, deswegen müssen wir dafür sorgen, dass der Parcours ihnen die Möglichkeit gibt, ihr Bestes zu zeigen. Jetzt, wo diese Prüfung Teil des Rolex Grand Slam ist, geht es um viel mehr als nur das Ergebnis des Grand Prix."

WOHER NEHMEN SIE DIE LEIDENSCHAFT FÜR IHRE TÄTIGKEIT?

"Jeder Tag und jede Veranstaltung ist anders. Ich habe dieses Jahr The Dutch Masters besonders genossen, da wir viele neue Hindernisse gebaut haben, die das Flair der Niederlande widerspiegeln. Unser Fokus lag auf niederländischen Künstlern, zum Beispiel Van Gogh, der unserer Meinung nach einen ‚Dutch Master‛, also einen, niederländischen Meister‘ darstellt. Wir haben auch Hindernisse gebaut, die niederländisches Obst repräsentieren. All diese Kleinigkeiten machen den Parcours meiner Meinung nach zu etwas ganz Besonderem."

Niels  BRUYNSEELS und Gancia de Muze (Photo: Kit Houghton) Niels BRUYNSEELS und Gancia de Muze (Photo: Kit Houghton)

DEN PREIS IM AUGE BEHALTEN: REISE ZUM ROLEX GRAND SLAM

Die erste Ausgabe des The Dutch Masters kam zu einem spektakulären Ende und nun sind alle Augen auf das nächste Major gerichtet, den Rolex Grand Prix des CHIO Aachen am 22. Juli 2018. Die größten Namen des Pferdesports werden erwartet und der neue Herausforderer des Rolex Grand Slam of Show Jumping wird ohne Zweifel alles geben, um mit einem weiteren Sieg Sportgeschichte zu schreiben.

Kent Farrington, winner of the Rolex Grand Prix at CHI Geneva 2017. Kent Farrington and Gazelle, winners of the Rolex Grand Prix at CHI Geneva 2017.

 

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Sieg im Rolex Grand Prix des CHI Genf 2017! Sie waren schon einige Male ganz nah dran, nun ist Ihnen endlich der Majorsieg gelungen.

Kent Farrington: Ich bin überglücklich, aber ehrlich gesagt, stehe ich immer noch unter Schock. Ich habe so lange versucht, diesen Großen Preis zu gewinnen. Jetzt, wo ich es geschafft habe, fällt es mir schwer zu glauben, dass es wirklich vorbei ist und dass ich das Turnier als Sieger verlassen habe. Das ist ein fantastischer Jahresabschluss für mich!


Wie schwer war es, sich im Rolex Grand Prix durchzusetzen?

Farrington: Ich war schon oft hier am Start und es ist immer sehr schwer. Man reitet gegen die stärksten Reiter und die besten Pferde der Welt. Der Parcours ist immer sehr anspruchsvoll gebaut und die Zeit ist knapp bemessen. Dass es in diesem Jahr besonders schwierig wird, war mir klar, als ich das erste Paar im Parcours gesehen habe. Es war wirklich ein harter Wettkampf und das macht den Sieg für mich umso wertvoller.


Nun hat der Rolex Grand Slam of Show Jumping für Sie begonnen. Die nächste Etappe findet im März im niederländischen `s-Hertogenbosch statt. Waren Sie schon einmal dort?

Farrington: Vor einigen Jahren nahm ich in `s-Hertogenbosch beim Weltcupfinale teil, aber beim The Dutch Masters bin ich bisher noch nicht geritten. Deshalb freue ich mich sehr darauf! Es ist eines der größten Hallenturniere der Welt und wie es für ein Grand-Slam-Major üblich ist, werden dort die besten Reiter und Pferde der Welt am Start sein. Ich werde mich also gut darauf vorbereiten müssen.


Wie sieht bis dahin Ihr Plan aus?

Farrington: Erst einmal fliege ich nach Florida, um Weihnachten zuhause zu verbringen. Sicherlich werden wir dort auch meinen Majorsieg feiern. Ich habe ein großartiges Team hinter mir, ohne das dieser Sieg nicht möglich gewesen wäre. Wahrscheinlich werde ich den ganzen Winter über in Florida bleiben und dann im Frühjahr für das The Dutch Masters zurück nach Europa kommen. Auch dort den Großen Preis zu gewinnen, wird eine extrem schwere Aufgabe werden, aber ich liebe Herausforderungen. Ich werde definitiv mein Bestes geben, den nächsten Schritt im Rolex Grand Slam of Show Jumping zu schaffen. 

Kent Farrington riding Gazelle winning the Rolex Grand Prix at CHI Geneva 2017. Kent Farrington riding Gazelle winning the Rolex Grand Prix at CHI Geneva 2017.

Kent Farrington hat den Rolex Grand Prix des CHI Genf 2017 gewonnen. Bei der letzten Jahresetappe des Rolex Grand Slam of Show Jumping sprang der US-Amerikaner am Sonntagnachmittag im ausverkauften Palexpo an die Spitze und feierte damit den ersten Majorsieg seiner Karriere.

„Das ist der Sieg, nach dem ich schon seit Jahren gestrebt habe. Ich war ein paar Mal nahe dran und bin überglücklich, heute hier in Genf gewonnen zu haben. Mein Pferd sprang unglaublich, das Publikum hat mich super unterstützt. Es ist ein fantastischer Jahresabschluss für mich“, so Kent Farrington, der im Rolex Grand Prix auf die elfjährige Stute Gazelle gesetzt hatte.

 

Nun darf sich der 36-Jährige in der ultimativen Herausforderung des Pferdesports beweisen, dem Rolex Grand Slam of Show Jumping: Derjenige Reiter, der drei Majors des Pferdesports direkt hintereinander gewinnt, geht als Grand-Slam-Champion in die Geschichte ein und erhält eine Prämie von einer Million Euro. „Das wird eine große Aufgabe, aber ich werde mein Bestes geben“, verspricht Kent Farrington mit Blick auf die kommenden Grand-Slam-Etappen. Im März beim The Dutch Masters in den Niederlanden geht es nun für ihn um den zweiten Majorsieg in Folge. Sollte ihm auch dort der Triumph gelingen, würde er im Juli beim CHIO Aachen 2018 in Deutschland um den Grand-Slam-Titel reiten.

In Genf war Philipp Weishaupt als aktueller Grand-Slam-Herausforderer an den Start gegangen. Im Sattel von Asathir verpasste der Deutsche jedoch den Einzug ins Stechen um den Rolex Grand Prix.

The Dutch Masters, das nächste Major des Rolex Grand Slam of Show Jumping, findet vom 8. bis 11. März 2018 im niederländischen ‘s-Hertogenbosch statt.

The current Grand Slam contender, Philipp Weishaupt, riding Asathir during CHI Geneva 2017. The current Grand Slam contender, Philipp Weishaupt, riding Asathir during CHI Geneva 2017.

 

Am Samstagabend ist die letzte Qualifikationsprüfung für den Rolex Grand Prix zu Ende gegangen und somit stehen alle 40 Reiter fest, die am Sonntag beim CHI Genf 2017 um den Majorsieg im Rolex Grand Slam of Show Jumping reiten dürfen.

Angefangen bei den beiden aktuellen Grand-Slam-Herausforderern Philipp Weishaupt aus Deutschland und Grégory Wathelet aus Belgien umfasst die Starterliste die aktuelle Nummer eins der Welt, Kent Farrington aus den USA, den amtierenden Einzel-Europameister Peder Fredricson aus Schweden, den kanadischen Olympiasieger Eric Lamaze, den amtierenden Doppel-Weltmeister Jeroen Dubbeldam aus den Niederlanden sowie Irlands Topreiter Bertram Allen.

Auch der Schweizer Olympiasieger Steve Guerdat, dem im Genfer Palexpo bereits dreimal der Majorsieg gelang, ist dabei, ebenso wie der Vorjahressieger Pedro Veniss aus Brasilien und der französische Team-Olympiasieger Kevin Staut. Luciana Diniz wird die portugiesischen Farben im Parcours vertreten und nach ihren beiden zweiten Plätzen in diesem Jahr in Aachen und Calgary um den ersten Majorsieg ihrer Karriere kämpfen.

Der Rolex Grand Prix beginnt am Sonntag um 14:30 Uhr (MEZ). Die komplette Prüfung wird live und kostenlos auf der Website des Rolex Grand Slam of Show Jumping unter www.rolexgrandslam.com übertragen.

Gregory Wathelet and Phillipp Weishaupt during the interview at CHI Geneva 2017 Gregory Wathelet and Phillipp Weishaupt during the interview at CHI Geneva 2017

Beim CHI Genf 2017 haben Philipp Weishaupt und Grégory Wathelet die Chance auf ihren zweiten Majorsieg in diesem Jahr. Ein Interview mit den beiden Grand-Slam-Kandidaten über Kampfgeist, eigenwillige Partner und namhafte Große Preise, die jeder Reiter einmal im Leben gewinnen will.

 

Gestern haben die Wettbewerbe beim CHI Genf begonnen. Wie ist die Stimmung hier im Palexpo?

Grégory Wathelet: Einfach super! Die Atmosphäre hier ist großartig, das Publikum ist unglaublich. Es ist einfach ein richtig gutes Turnier.
Philipp Weishaupt: Absolut fantastisch. Wir kommen jedes Jahr gerne hier her, weil wir einfach wissen, was uns erwartet.


Gestern fand auch bereits die erste Qualifikation für den Rolex Grand Prix statt. Wie ist es für Sie gelaufen?

Wathelet: Für mich war es richtig gut. Ich wollte mich so früh wie möglich für den Großen Preis qualifizieren und mit dem vierten Platz gestern ist mir das gelungen. Jetzt ist für mich schon ein wenig der Druck abgefallen und ich kann mich auf den Großen Preis am Sonntag konzentrieren.
Weishaupt: Ich bin gestern in der Qualifikation ein Nachwuchspferd, die achtjährige Stute Call me Eva, geritten und hatte ein wenig Pech. Wir hatten eine gute erste Hälfte, aber die Wendung auf den Steilsprung nahm ich mit viel Risiko und hatte dort eine Verweigerung. Das war mein Fehler. Aber ich bin guter Dinge, dass mir heute Abend die Qualifikation für den Rolex Grand Prix gelingt. Da werde ich mein bestes Pferd Asathir reiten.


Geht man als aktueller Grand-Slam-Kandidat anders in so ein Turnier? Ist der Druck größer?

Wathelet: Klar. Philipp kann hier in Genf mehr Geld gewinnen als ich, also hat er auch mehr Druck. (beide lachen) Nein, im Ernst: Natürlich denken wir auch an den Grand Slam, aber im Endeffekt ist es der wichtige Grand Prix, den wir gewinnen wollen, egal, ob wir dafür einen Bonus bekommen oder nicht.
Weishaupt: Genauso sehe ich das auch. Das Preisgeld spielt immer eine Rolle, aber in erster Linie willst du als Top-Reiter einmal in deinem Leben den Großen Preis von Genf gewinnen. Der Bonus wäre super, aber alle 40 Reiter werden ihr Allerbestes geben, um zu gewinnen. Ich werde dasselbe tun, aber ohne den Bonus im Kopf. Wenn es gelingt, gelingt es. Und wenn nicht, geht das Leben weiter und ich versuche es im nächsten Jahr noch einmal. 


Welche Pferde haben Sie für den Rolex Grand Prix am Sonntag eingeplant? 

Wathelet: Ich werde Corée reiten, mit der ich im Juli in Aachen gewonnen habe. Mit ihr habe ich es in den vergangenen Wochen etwas langsamer angehen lassen, damit sie nun hier in Genf topfit ist. Heute Abend werde ich sie im Credit Suisse Grand Prix reiten, dann hat sie einen Tag Ruhe und am Sonntag steht dann der Große Preis an.
Weishaupt: Wenn ich mich für Sonntag qualifiziere, werde ich Asathir reiten. Sie war in den vergangenen Wochen sehr gut unterwegs und sie mag solche großen Hallenarenen wie hier in Genf. Gestern sprang ich sie in einer kleinen Prüfung und sie fühlte sich sehr gut an. Heute Abend starte ich mit ihr auch im Credit Suisse Grand Prix, in dem wir uns hoffentlich ein Startticket für den Rolex Grand Pric sichern werden.


Wenn Sie Ihre beiden Top-Pferde miteinander vergleichen, sind sie ähnliche Typen?

Wathelet: Ehrlich gesagt kenne ich Philipps Pferd nicht so gut, deswegen kann ich nur für meine Stute sprechen. Sie ist einfach unglaublich, aber auch unglaublich kompliziert. Eine richtige Frau, also! (lacht) Aber ich weiß, sie kann alle Parcours springen und alles gewinnen, wenn sie mich nur gut genug reiten lässt.
Weishaupt: Ich glaube nicht, dass die beiden besonders viel gemeinsam haben, eher im Gegenteil. Vielleicht kann man sagen, dass beide einen sehr starken Charakter haben. Sie gehen gerne ihren eigenen Weg. Aber ich bin in der glücklichen Position, dass meine Stute super leicht zu reiten ist. Grégory muss da schon härter arbeiten. 


Wie sieht es bei Ihnen beiden aus? Sind Sie denn ähnliche Reiter-Typen?

Weishaupt: Es wäre schön, wenn ich eines Tages mal so ein guter Reiter wäre wie Grégory. Er kann ein Pferd im Parcours einfach zwei Sekunden schneller reiten als jeder andere, und das ist eine Gabe, die nur ganz wenige Reiter auf der Welt beherrschen. Und wenn man schaut, mit wie vielen unterschiedlichen Pferden er schon Große Preise gewonnen hat, ist das wirklich erstaunlich. Ich hoffe, dass ich eines Tages mit ihm mithalten kann.
Wathelet: Ich finde, wir sind uns gar nicht so unähnlich. Jeder Reiter auf diesem Level muss gewisse Eigenschaften haben: Er muss gut organisiert sein. Er muss das, was er macht, wirklich ernst nehmen. Aber vor allem muss er ehrgeizig sein, sehr ehrgeizig! Ein richtiger Kämpfer. Wenn man auf diesem Niveau nicht wirklich gewinnen will, wird man auch nie die Chance haben, zu gewinnen. Ich glaube, Philipp und ich haben diesen Kampfgeist und deswegen konnten wir schon den ein oder anderen wichtigen Großen Preis gewinnen.


Wie schwer wird es am Sonntag für Sie werden, den Rolex Grand Prix und damit ein weiteres Grand-Slam-Major zu gewinnen? 

Weishaupt: Ich glaube, was Scott Brash mit seinem Grand-Slam-Sieg vor zwei Jahren geschafft hat, wird so schnell nicht mehr passieren. Es gibt vielleicht fünf noch aktive Reiter, die in ihrer Karriere drei Majors gewinnen konnten, und manchmal lagen da 20 Jahre zwischen den Siegen. Mehr als ein Major innerhalb einer Saison zu gewinnen, ist eine große Herausforderung. Aber ich habe ein wirklich gutes Pferd und werde mein Bestes geben.
Wathelet: Als der Rolex Grand Slam ins Leben gerufen wurde und wir Reiter zum ersten Mal den Modus gehört haben, dachten wir, es wird unmöglich sein, das zu schaffen. Dann kam Scott und er schaffte es auf Anhieb. Also haben wir gelernt, dass es eben doch möglich ist. Aber wie Philipp gerade gesagt hat, es ist sehr, sehr schwierig. Es sind die Großen Preise, die jeder Reiter einmal in seinem Leben gewinnen will. Das können wir an diesem Wochenende sehen: Alle großen Namen sind hier, mit ihren besten Pferden. Sicherlich hoffen und träumen wir alle davon, die Grand-Slam-Majors zu gewinnen, und im besten Fall im selben Jahr. Aber auch wenn einige Jahre dazwischen liegen, bleibt es eine ganz besondere Leistung. Genauso wie am Sonntag Vierter oder Fünfter im Rolex Grand Prix zu werden. Das wäre bei diesem Starterfeld auch ein tolles Ergebnis.
Weishaupt: Es wird auf jeden Fall ein harter Wettkampf werden und egal wie es ausgeht. Ich bin mir sicher, dass wir großen Sport sehen werden.

Das letzte Major des Jahres 2017 ist in vollem Gange: Seit Donnerstag treten die besten Springreiter der Welt beim CHI Genf in der Schweiz gegeneinander an und die ersten Startplätze für den mit 1,2 Millionen Schweizer Franken dotierten Rolex Grand Prix sind bereits vergeben.

In der ersten Qualifikation, dem Credit Suisse Geneva Classic am Donnerstagabend, sicherten sich die vier besten Reiter eine Startberechtigung für den Großen Preis am Sonntag. Als Sieger ritt der Niederländer Harrie Smolders im Sattel von Zinius vom Platz. Auf den Rängen zwei bis vier folgten Abdel Said aus Ägypten mit Hope van Scherpen Donder, die US-Amerikanerin Laura Kraut mit Deauville S und Grégory Wathelet aus Belgien mit Eldorado van het Vijverhof.

Grégory Wathelet, dem Sieger des Rolex Grand Prix beim diesjährigen CHIO Aachen, steht in Genf ein Grand-Slam-Bonus in Aussicht: Sollte er am Sonntag den Großen Preis gewinnen, wäre dies der zweite Majorsieg innerhalb seines Grand-Slam-Zyklus. Die Belohnung dafür wäre eine Prämie in Höhe von 250.000 Euro.

Wohingegen sich Wathelet bereits zum Turnierauftakt in Topform präsentierte, lief die erste Qualifikation für den aktuellen Grand-Slam-Herausforderer Philipp Weishaupt nicht optimal. Der Deutsche, dem nach seinem Triumph im September in Calgary nun beim CHI Genf der zweite Majorsieg in Folge in Aussicht steht, konnte sich am ersten Turniertag noch keinen Startplatz für den Rolex Grand Prix sichern.

Es gibt allerdings noch drei weitere Qualifikationen: den Credit Suisse Grand Prix am Freitag um 19:15 Uhr sowie am Samstag den Coupe de Genève um 12:15 Uhr und das Rolex IJRC Top 10 Final um 20:30 Uhr. Erst danach stehen alle 40 Paare fest, die am Sonntag ab 14:30 Uhr um Sieg in diesem Major des Rolex Grand Slam of Show Jumping reiten dürfen.

0712_Grégory Wathelet and Eldorado van het Vijverhof competing in the Credit Suisse Geneva Classic at CHI Geneva 2017 Grégory Wathelet and Eldorado van het Vijverhof competing in the Credit Suisse Geneva Classic at CHI Geneva 2017

„Der Sieg in Genf wird eine gewaltige Aufgabe!“

 

Zum letzten Major des Jahres kehrt der Rolex Grand Slam of Show Jumping zurück in die Schweiz: Vom 7. bis 10. Dezember treten die besten Springreiter der Welt beim CHI Genf 2017 gegeneinander an. Ein Interview mit dem aktuellen Grand-Slam-Herausforderer Philipp Weishaupt, der in Genf um den zweiten Majorsieg in Folge reiten wird.

2016 haben Sie den Rolex Grand Prix des CHIO Aachen gewonnen. Nun konnten sie im September beim CSIO Spruce Meadows ‚Masters‘ ebenfalls den Großen Preis für sich entscheiden. 32 Jahre alt und schon zwei Majorsiege auf dem Konto – das ist eine beeindruckende Bilanz …

Philipp Weishaupt: Auf jeden Fall. Jeder, der mit dem Springreiten anfängt, träumt von zwei Dingen: von Championaten und von den legendären Großen Preisen wie Aachen und Calgary. Dass ich es in meinem Alter schon geschafft habe, diese beiden Prüfungen zu gewinnen, macht mich ganz besonders stolz. 


Welchen Stellenwert hat der Rolex Grand Slam of Show Jumping im Reitsport? 

Weishaupt: Die vier Majors, die den Rolex Grand Slam of Show Jumping umfassen, sind tatsächlich die vier besten Turniere, die es im Springreiten gibt. Jedes genießt für sich allein betrachtet schon einen besonderen Ruf, hat seinen eigenen Charme und seine spezifischen Herausforderungen. Wer den Grand Slam gewinnen will, muss sich unter den verschiedensten Bedingungen beweisen. Das macht seinen Stellenwert im Reitsport so einzigartig und den Rolex Grand Slam of Show Jumping für uns Reiter zu etwas ganz Besonderem.


In Genf gehen Sie als aktueller Grand-Slam-Herausforderer an den Start. Was unterscheidet die Indoor-Majors von Aachen und Calgary? 

Weishaupt: Aachen und Spruce Meadows haben die wahrscheinlich größten Grasplätze, die es auf der Welt gibt. Allein deswegen herrschen dort ganz andere Verhältnisse als bei den Hallenturnieren auf Sand in Genf und ’s-Hertogenbosch. In ’s-Hertogenbosch zum Beispiel ist die Arena viel kleiner, da kommt es sehr viel mehr auf die Wendigkeit von Pferd und Reiter an. Genf dagegen hat vom Reitgefühl her relativ wenig von dem typischen Hallencharakter. Wegen der riesigen Arena ist es eher wie ein überdachtes Außenturnier, man hat wie in Aachen oder Calgary viel Platz zum Galoppieren. Das kommt mir und meinen Pferden sehr entgegen. 


Wie schwer wird es für Sie werden, sich in Genf gegen die Konkurrenz durchzusetzen und das zweite Major in Folge zu gewinnen? 

Weishaupt: Das ist eine gewaltige Aufgabe, aber gerade weil sie so schwierig ist, macht es ganz besonders viel Spaß, sich dieser zu stellen. Allein eine Startberechtigung für den Großen Preis zu bekommen, ist die erste große Klippe, denn man reitet gegen die stärksten Paare der Welt und am Ende schaffen es nur die 40 Besten aus den Qualifikationsprüfungen der vorherigen Tage auf die Starterliste für den Rolex Grand Prix am Sonntag. Wenn man diese Hürde genommen hat, muss man schauen, dass das Pferd auch noch genug Energie für den tatsächlichen Höhepunkt des Turniers hat und topfit in den Großen Preis startet. Nur dann kann man in der Prüfung voll angreifen und mit etwas Glück am Ende als Majorsieger vom Platz gehen. 

1120_Weishaupt Philipp Weishaupt, aktueller Rolex Grand Slam of Show Jumping Herausforderer.

1120_Palexpo Palexpo in Genf, das größte Hallenturnier der Welt.

            

CHI Genf 2017: 7. bis 10. Dezember, Palexpo, Genf (SUI)

Der Rolex Grand Slam of Show Jumping geht in die nächste Runde: Zum letzten Major des Jahres reisen die besten Reiter der Welt an das Ufer des Genfer Sees, um sich einmal mehr der ultimativen Herausforderung des Pferdesports zu stellen.

Schon seit dem ersten internationalen Turnier im Jahre 1926 ist der CHI Genf geradezu ein Synonym für Springsport auf allerhöchstem Niveau und lebendig gewordene Tradition. Die Sieger im renommierten Rolex Grand Prix – das sind jene Namen, die auf ewig unvergessen bleiben.

Im vergangenen Jahr schrieb ein Brasilianer in Genf Geschichte: Pedro Veniss setzte sich im Sattel seines Toppferdes Quabri de l’Isle gegen die internationalen Superstars durch und feierte im Palexpo, dieser größten Indoor-Arena der Welt, seinen allerersten Majorsieg. „Es ist das Beste überhaupt, der größte Erfolg in meiner Karriere“, kommentierte der 34-jährige Veniss seine Ausnahmeleistung vor fast genau einem Jahr, die ihm „einen Kindheitstraum erfüllt“ und seinen Namen in die Schlagzeilen gebracht hat.

Jüngst zierte jedoch der Name eines jungen Deutschen die Schlagzeilen, wenn es um den Rolex Grand Slam of Show Jumping ging: Philipp Weishaupt siegte im September im Großen Preis des CSIO Spruce Meadows ‚Masters‘ 2017 und geht damit in Genf als aktueller Grand-Slam-Herausforderer an den Start. Eine Situation, die dem 32-Jährigen bereits bekannt ist, konnte er doch schon im Jahr 2016 den Rolex Grand Prix des CHIO Aachen für sich entscheiden. Damals verpasste er allerdings die Chance auf einen Grand-Slam-Bonus, denn ein weiterer Sieg in den darauffolgenden Majors blieb ihm verwehrt. Das soll sich nun ändern: „Jetzt, wo ich die beiden Outdoor-Majors gewinnen konnte, ist mein Ehrgeiz umso mehr geweckt, auch die beiden Indoor-Majors zu gewinnen. Es wird sehr schwer werden, aber ich werde mein Bestes geben“, versichert Philipp Weishaupt. Sollte ihm hier in Genf erneut der Sprung an die Spitze gelingen, würde er im März 2018 beim The Dutch Masters in den Niederlanden um den Grand-Slam-Titel reiten.

Keine Frage also, dass alle Blicke auf ihn gerichtet sein werden, wenn Philipp Weishaupt am 10. Dezember zum Rolex Grand Prix des CHI Genf in den Parcours einreiten wird. Doch nicht nur ihn werden die Zuschauer ganz besonders im Auge behalten: Grégory Wathelet aus Belgien konnte im Juli den Großen Preis von Aachen gewinnen und hat damit in Genf die Aussicht auf den 250.000-Euro-Bonus für zwei Majorsiege innerhalb eines Grand-Slam- Zyklus. Außerdem wäre da noch der Publikumsliebling Steve Guerdat: Dem Schweizer Olympiasieger gelang bereits dreimal der Triumph im Major von Genf, zuletzt im Jahr 2015. Sicher würde er nur allzu gerne noch einmal seinen Namen auf der Siegerliste des Rolex Grand Prix verewigen. Wer wird als Majorsieger des CHI Genf 2017 in die Geschichte eingehen? 

„Das Gefühl ist nicht in Worte zu fassen“

Philipp Weishaupt, winner of the CP ‚International‘, presented by Rolex at the Spruce Meadows ‘Masters’ 2017. Philipp Weishaupt, Gewinner des CP ‚International‘, presented by Rolex bei den Spruce Meadows ‘Masters’ 2017.

Am Sonntag hat Philipp Weishaupt den CP ‚International‘, presented by Rolex, den Großen Preis des CSIO Spruce Meadows ‚Masters‘ 2017, gewonnen und konnte damit nach seinem Sieg im Rolex Grand Prix des CHIO Aachen 2016 bereits den zweiten Majorsieg seiner Karriere feiern. Ein Interview mit dem 32-jährigen Deutschen über seinen erneuten Erfolg im Rolex Grand Slam of Show Jumping.

 

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Sieg im CP ‚International‘, presented by Rolex, dem Großen Preis des CSIO Spruce Meadows ‚Masters‘ 2017! Andere Reiter träumen ihr ganzes Leben lang von einem Majorsieg, Sie dürfen nun schon ihren zweiten feiern. Ist die Freude genauso groß wie beim ersten Mal?

Philipp Weishaupt: Definitiv! Aachen und Calgary, das sind zwei Große Preise, die jeder Reiter einmal gewinnen möchte. Das Gefühl, in meiner vergleichsweise jungen Karriere nun schon beide gewonnen zu haben ist einfach nicht in Worte zu fassen! Ich muss mich ganz, ganz herzlich bei meinem Pferd LB Convall bedanken, der so viel zu diesen Siegen beigetragen hat. Ohne ihn wären sie nicht möglich gewesen. Seine Qualität ist einfach unglaublich! Als wir in Aachen gewonnen haben, war LB Convall erst neun Jahre alt und am Anfang seiner Karriere. Der Sieg kam für viele überraschend und hat ihn erst international bekannt gemacht. In Calgary zählten wir von Anfang an zu den Favoriten und es war für mich nicht unbedingt leicht, diese Rolle auch zu erfüllen. Aber LB Convall hat es mir leichtgemacht. Er hat mir über die ganzen Turniertage hinweg ein fantastisches Gefühl gegeben und ist am Sonntag ganz fantastisch gesprungen.


Er kennt sich in Spruce Meadows ja auch bestens aus…

Weishaupt: In der Tat. In seinem jungen Alter von zehn ist LB Convall schon fünf Mal in Calgary gewesen. LB Convall liebt einfach den „International Ring“. Solche riesigen Rasenplätze liegen ihm ganz besonders. In den vergangenen zwei Jahren haben wir im Sommer jeweils fünf Wochen an der Sommer-Turnierserie von Spruce Meadows teilgenommen. Das waren immer tolle Vorbereitungen für den CHIO Aachen und selbstverständlich auch für das ‚Masters‘. 
 


Bei den nächsten beiden Etappen des Rolex Grand Slam of Show Jumping werden Sie sich allerdings in der Halle und auf Sand beweisen müssen. Wie schätzen Sie Ihre Chancen auf einen weiteren Majorsieg ein?

Weishaupt: Ich glaube an LB Convalls Qualität, auch in der Halle, und werde ihn natürlich so gut wie möglich auf die Hallenturniere vorbereiten. Aber man kann sich so gut wie möglich vorbereiten und noch so gut in Form sein, am Ende gehört einfach auch ein wenig Glück dazu, damit es für einen Majorsieg reicht. Das, was Scott Brash vor zwei Jahren mit seinen drei Majorsiegen in Folge geschafft hat, war sensationell und wird wahrscheinlich so schnell nicht noch einmal passieren. Aber die Grand-Slam-Etappen sind die vier schönsten Turniere der Welt. Die zwei besten Hallenturniere und die zwei besten Außenturniere in einer Serie vereint zu wissen, ist etwas ganz Besonderes und jeder Reiter träumt davon, den Grand Slam zu gewinnen. Ich werde es auf jeden Fall mit allen Kräften versuchen!

Philipp Weishaupt and Philipp Weishaupt and "LB Convall" winning the "CP ‘International’ Grand Prix presented by Rolex" at the Spruce Meadows 'Masters' 2017, Photo: Rolex Grand Slam / Pascal Renauldon

Philipp Weishaupt hat den CP 'International', presented by Rolex, den Großen Preis des CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ 2017, gewonnen. Im Sattel von LB Convall setzte sich der Deutsche am Sonntagnachmittag über zwei Umläufe gegen die Topstars des internationalen Springsports durch und ging als Sieger der zweiten Jahresetappe des Rolex Grand Slam of Show Jumping hervor. Nach seinem Triumph im Rolex Grand Prix des CHIO Aachen 2016 ist es für den 32-Jährigen bereits der zweite Majorsieg seiner Karriere.

„Das Gefühl, hier gewonnen zu haben, ist nicht in Worte zu fassen! Ich muss mich ganz, ganz herzlich bei meinem Pferd LB Convall bedanken, ohne den ich nicht als Sieger hier stehen würde. Seine Qualität ist einfach unglaublich“, so Philipp Weishaupt, der als einziger Reiter über beide Umläufe fehlerfrei blieb und Luciana Diniz (POR) mit Fit For Fun und den US-Amerikaner McLain Ward mit HH Azur auf die Plätze verwies. Nun wird sich Philipp Weishaupt erneut der ultimativen Herausforderung des Pferdesports stellen, dem Rolex Grand Slam of Show Jumping: Derjenige Reiter, der es schafft, drei Majors des Pferdesports direkt hintereinander zu gewinnen, geht als Grand-Slam-Champion in die Geschichte ein und erhält eine Prämie von einer Million Euro. Sollte Philipp Weishaupt also im Dezember beim CHI Genf 2017 ein weiterer Majorsieg gelingen, wird er im März 2018 beim The Dutch Masters im niederländischen ´s-Hertogenbosch um den Grand-Slam-Titel reiten. „Das, was Scott Brash vor zwei Jahren mit seinen drei Majorsiegen in Folge erreicht hat, war sensationell und wird wahrscheinlich so schnell nicht noch einmal passieren. Aber ich werde es auf jeden Fall mit allen Kräften versuchen“, versprach Philipp Weishaupt mit Blick auf die nächsten Etappen des Rolex Grand Slam of Show Jumping.

Versucht hat es Grégory Wathelet in Calgary auch mit allen Kräften, dennoch wollte dem Sieger im Rolex Grand Prix des CHIO Aachen 2017 beim Spruce Meadows ‚Masters‘ nicht der zweite Majorsieg in Folge gelingen: Während der Turnierwoche überzeugte der Belgier mit souveränen Vorstellungen im Parcours. Am Sonntag präsentierten sich Wathelet und sein Hengst Eldorado van het Vijverhof jedoch nicht in Topform und schlossen den CP 'International', presented by Rolex mit acht Strafpunkten aus dem ersten Umlauf auf Platz 29 ab.

Auch für Pedro Veniss, dem als Sieger im Rolex Grand Prix des CHI Genf 2016 in Calgary der 250.000-Euro-Bonus für zwei Majorsiege innerhalb eines Grand-Slam-Zyklus in Aussicht stand, verlief der Große Preis nicht optimal: Auf dem Rücken seines Toppferdes Quabri de l’Isle leistete sich der 34-Jährige im ersten Umlauf einen Abwurf. Ein Strafpunkt für das Überschreiten der erlaubten Zeit kam noch hinzu, sodass sich der Brasilianer am Ende auf Rang 22 platzierte.

Die Qualifikationen sind vorüber, die Starterliste ist geschrieben: 50 Weltklasse-Paare werden sich am Sonntag im legendären „International Ring“ von Spruce Meadows der ultimativen Herausforderung stellen und um den Sieg im mit drei Millionen kanadischen Dollar dotierten „CP ‚International‘, presented by Rolex“ reiten.

Zwei Umläufe in Parcours auf Fünf-Sterne-Niveau gilt es bei dieser Etappe des Rolex Grand Slam of Show Jumping zu überwinden. Sind am Ende der beiden Runden mehrere Paare fehlerfrei, wird ein Stechen über den Majorsieg entscheiden.

Das Starterfeld verspricht einen Wettbewerb der Superlative: Angefangen bei den aktuellen Grand-Slam-Herausforderern Grégory Wathelet aus Belgien und Pedro Veniss aus Brasilien haben sich die aktuelle Nummer eins der Weltrangliste Kent Farrington aus den USA, der Grand-Slam-Champion von 2015 und Majorsieger des Vorjahres Scott Brash aus Großbritannien und der kanadische Olympiasieger Eric Lamaze für den Großen Preis qualifiziert. Außerdem dürfen sich die Zuschauer auf den Team-Olympiasieger Kevin Staut aus Frankreich, den Majorsieger von Aachen 2014 Christian Ahlmann aus Deutschland, den frisch gekürten Mannschafts-Europameister Cian O’Connor aus Irland, den Italiener Lorenzo de Luca (aktuell Nummer zwei der Weltrangliste), den Schweizer Olympiasieger Steve Guerdat, den amtierenden Team-Weltmeister Maikel van der Vleuten aus den Niederlanden und die für Portugal reitende Top-Amazone Luciana Diniz freuen – um nur einige der ganz großen Namen des Springsports zu nennen, die ebenfalls auf der Starterliste des Großen Preises zu finden sind.

Am Sonntag um 12 Uhr Ortszeit (UTC/GMT -6:00) startet die erste Runde des „CP ‚International‘, presented by Rolex“. Die gesamte Prüfung wird live im Internet übertragen: Alle Zuschauer aus Kanada können ab 12:00 Uhr Ortszeit (UTC/GMT -6:00) auf CBC (www.cbc.ca/sports) oder auf der Website von Spruce Meadows (www.sprucemeadows.com) verfolgen, wer als Majorsieger von Calgary hervorgehen wird. Für Zuschauer aus allen anderen Ländern der Welt stellt der Rolex Grand Slam of Show Jumping ebenfalls ab 12 Uhr Ortszeit (UTC/GMT -6:00) einen Livestream auf seiner Website unter www.rolexgrandslam.com zur Verfügung.
 

World No.1 Kent Farrington and World No.1 Kent Farrington and "Voyeur" at the Spruce Meadows 'Masters' 2017, Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof

Grégory Wathelet and „Eldorado van het Vijverhof” Grégory Wathelet und „Eldorado van het Vijverhof” im “Cana Cup” bei den Spruce Meadows ‘Masters’ 2017

Die besten Reiter der Welt treten in diesen Tagen beim Spruce Meadows ‚Masters‘ 2017, der zweiten Jahresetappe des Rolex Grand Slam of Show Jumping, im kanadischen Calgary gegeneinander an und die aktuellen Grand-Slam-Herausforderer Grégory Wathelet und Pedro Veniss konnten sich bereits am Donnerstag einen Startplatz für den Großen Preis am Sonntag sichern.

Grégory Wathelet, Gewinner der vergangenen Grand-Slam-Etappe im Juli in Aachen, sprang im „Cana Cup“ am Donnerstagnachmittag auf Rang sieben und löste damit eines der 50 Tickets für den mit drei Millionen kanadischen Dollar dotierten „CP ‚International`, presented by Rolex“. „Mein Pferd ‚Eldorado‘ ist in super Form und jetzt, wo uns die Qualifikation für den Großen Preis gelungen ist, geht es für mich in den nächsten Tagen hauptsächlich darum, ihn frisch und motiviert zu halten, um unter optimalen Voraussetzungen am Sonntag an den Start zu gehen“, so der Belgier über seine Pläne, bis es am Sonntag für ihn um den zweiten Majorsieg in Folge geht. Sollte Grégory Wathelet der Sieg im „CP ‚International`, presented by Rolex“ gelingen, würde er im Dezember beim CHI Genf um den Grand-Slam-Titel reiten.

Pedro Veniss, dem Sieger im „Rolex Grand Prix“ des CHI Genf 2016, steht Sonntag im Großen Preis des Spruce Meadows ‚Masters‘ 2017 der 250.000-Euro-Bonus für zwei Majorsiege innerhalb eines Grand-Slam-Zyklus in Aussicht. Dass der Brasilianer zu den Favoriten um den Sieg im „CP ‚International`, presented by Rolex“ zählt, konnte er ebenfalls am Donnerstag beweisen: Den „Cana Cup“ schloss er auf Platz vier ab und wurde dafür ebenfalls mit einem Startplatz für den Großen Preis am Sonntag belohnt. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis heute“, so Pedro Veniss nach dem „Cana Cup“. „Meine Pferde sind gut aufgelegt und ich hoffe, dass ich auch am Sonntag im Großen Preis eine tolle Leistung zeigen kann.“

Vier Qualifikationen für den Großen Preis sind bereits vorüber, drei stehen noch aus: Am Freitag haben die Reiter im „Friends of the Meadows Cup“ und im „Atco Six Bar“ gleich in zwei Prüfungen die Chance, auf die Starterliste für den „CP ‚International`, presented by Rolex“ zu springen. Die letzten Tickets werden im „BMO Nations‘ Cup“ am Samstag vergeben. Dann stehen schließlich alle 50 Paare fest, die am Sonntag um den Majorsieg im Rolex Grand Slam of Show Jumping reiten dürfen.
 

The picture enclosed shows the Rolex Grand Slam Trophy in the The Rolex Grand Slam Trophy in the "International Ring" of Spruce Meadows.

Am morgigen Mittwoch startet das Spruce Meadows ‚Masters‘ im kanadischen Calgary, die zweite Jahresetappe im Rolex Grand Slam of Show Jumping, und gleich am ersten Turniertag werden die ersten Startplätze für den Großen Preis am Sonntag vergeben.

Von Mittwoch bis Freitag haben die Reiter jeden Tag in zwei Prüfungen die Möglichkeit, sich für den mit drei Millionen kanadischen Dollar dotierten „CP ‚International‘, presented by Rolex“ zu qualifizieren. Die letzten Startplätze werden im Nationenpreis am Samstag verteilt. Danach stehen alle 50 Paare fest, die am Sonntag um den Majorsieg reiten dürfen.

Angekündigt haben sich die Top-Reiter aus insgesamt 19 Nationen. Das Gastgeberland Kanada wird angeführt von seinen beiden Reitsport-Legenden Eric Lamaze und Ian Millar. Aus dem Nachbarland USA kommen unter anderem die aktuelle Nummer eins der Welt Kent Farrington, Beezie Madden, der diesjährige Weltcupfinal-Sieger McLain Ward und Lauren Hough. Auch die europäischen Spitzenreiter sind allesamt nach Kanada gereist: Vorjahressieger Scott Brash (GBR), Kevin Staut (FRA), Christian Ahlmann (GER), Lorenzo de Luca (ITA), Steve Guerdat (SUI), Sergio Alvarez Moya (ESP), Henrik von Eckermann (SWE), Cian O`Connor (IRE), Maikel van der Vleuten (NED) sowie Luciana Diniz (POR) sind nur einige wenige der berühmten Namen, die in Calgary die europäischen Fahnen vertreten werden.

Selbstverständlich sind auch die beiden aktuellen Herausforderer des Rolex Grand Slam of Show Jumping beim Spruce Meadows ‚Masters‘ mit von der Partie: Dem Belgier Grégory Wathelet könnte in Calgary der nächste Schritt in Richtung Grand Slam gelingen. Sollte er nach seinem Sieg im „Rolex Grand Prix“ des CHIO Aachen im Juli nun auch den „CP ‚International‘, presented by Rolex“ gewinnen, wäre dies sein zweiter Majorsieg in Folge, sodass er im Dezember beim CHI Genf um den Grand-Slam-Titel reiten würde. Genau bei diesem Major stand im vergangenen Jahr Pedro Veniss ganz oben auf dem Siegespodest. Ein Triumph in Calgary würde für den Brasilianer demnach eine Prämie von 250.000 Euro für zwei Majorsiege innerhalb eines Grand-Slam-Zyklus bedeuten.

Doch zunächst müssen alle Athleten die Qualifikationsphase meistern: Los geht es am Mittwoch um 9:00 Ortszeit mit dem „Telus Cup“, bei dem sich die besten drei Reiter ein direktes Ticket für den „CP ‚International‘, presented by Rolex“ am Sonntag sichern.

„Vor einem Majorsieg hat jeder Respekt!“

The picture enclosed shows Gregory Wathelet and The picture enclosed shows Gregory Wathelet and "Corée", winners of the "Rolex Grand Prix" at CHIO Aachen 2017.

Es ist wieder an der Zeit! Der Rolex Grand Slam of Showjumping heißt die besten Reiter der Welt zum zweiten Major des Jahres im kanadischen Calgary willkommen: Beim Spruce Meadows ‚Masters‘ vom 6. bis 10. September wird der Belgier Grégory Wathelet besonders im Fokus stehen, denn als aktueller Anwärter auf den Grand-Slam-Titel reitet er um den zweiten Majorsieg in Folge. Was er sich für die kommenden Etappen des Rolex Grand Slam vorgenommen hat, welche Herausforderungen in Spruce Meadows auf Pferde und Reiter zukommen und warum der 10. September gleich in doppelter Hinsicht sein großer Tag werden soll, hat der 36-Jährige im Interview verraten. 

 

Ihr Triumph im „Rolex Grand Prix“ beim CHIO Aachen 2017 war Ihr erster Majorsieg. Ein besonderer Meilenstein Ihrer Karriere?

Gregory Wathelet: Definitiv. Es ist der Traum eines jeden Reiters, seinen Namen auf der Siegertafel in Aachen verewigt zu sehen, und für mich ist es etwas ganz Besonderes, dass ich nun auch darauf stehe. Ein Majorsieg ist anders als andere Grand-Prix-Siege. Etwas, vor dem jeder Respekt hat, zu dem jeder gratuliert. Mein Team und meine Pferdebesitzer nach meinem Sieg in Aachen so glücklich zu sehen, war das allerschönste Gefühl der Welt für mich. 


Mit diesem Sieg hat nun der Rolex Grand Slam of Show Jumping für Sie begonnen.

Wathelet: Diese Herausforderung nehme ich sehr gerne an! Als der Rolex Grand Slam of Show Jumping ins Leben gerufen wurde, war das eine große Sache für uns Reiter, immerhin haben sich die besten Turniere der Welt zusammengetan. Jeder versucht, bei den Majors noch ein bisschen mehr zu leisten, noch ein bisschen stärker zu sein. Ich habe nun die Chance, mich im Grand Slam besonders zu beweisen und freue mich schon sehr auf die kommenden Etappen.


Was ist das Besondere am Spruce Meadows ‚Masters‘?

Wathelet: Es ist ein ganz spezielles Turnier an einem Ort, an den wir Reiter eigentlich gar nicht mehr gewöhnt sind: Die Atmosphäre ist einzigartig, voll von Geschichte und Tradition, so wie es zum Beispiel auch in Aachen der Fall ist. Aber trotzdem unterscheidet sich Spruce Meadows von allen anderen Grand Slam Majors: Die Sprünge sind massiver gebaut, die Linienführung und die Verteilung der Hindernisse im Parcours sind ganz speziell. Alles wirkt größer und mächtiger, auch für die Pferde. Man muss also einen vierbeinigen Partner haben, der sich von diesen Dimensionen nicht einschüchtern lässt. Deswegen vertraue ich auf „Eldorado“. Er hat schon im vergangenen Jahr seine Qualität in Calgary bewiesen und inzwischen sind noch einige sehr, sehr gute Resultate auf anderen Turnieren dazugekommen. Er ist ein Pferd, das über alles und überall springen kann.
 


Am 10. September ist Grand-Prix-Tag in Calgary – und Ihr Geburtstag! Was haben Sie sich denn gewünscht?

Wathelet: Den Sieg natürlich! (lacht) Nein, im Ernst, es ist zufälligerweise so, dass beide Tage aufeinander fallen, aber ich versuche, nicht zu viel darüber nachzudenken. Ich will an diesem Tag einfach so gut wie möglich im Parcours sein und dann schauen, wie es weitergeht. Die Prüfung wird schwer genug sein, die Konkurrenz stark. Um ehrlich zu sein, ist meine Chance, den Großen Preis beim Spruce Meadows ‚Masters‘ zu gewinnen, genauso groß oder klein wie für jeden anderen Reiter auch, der dort an den Start geht. Jeder will gewinnen, jeder hat sein bestes Pferd unterm Sattel. Aber ich werde meine Chance nutzen, ich will später nichts bereuen! Ich werde mit top-vorbereiteten Pferden nach Calgary kommen und dafür kämpfen, dass der 10. September mein ganz großer Tag wird!

The picture enclosed shows the International Ring of Spruce Meadows. It can be used free of charge (picture: Rolex Grand Slam of Show Jumping/Kit Houghton) International Ring of Spruce Meadows

Wenn Sport Geschichte schreibt, dann ist aus einem Athleten ein Held geworden, ein Sieg zu einem Triumph, ein Schauplatz zu einem Symbol. Spruce Meadows ist in dieser Hinsicht legendär.

Schon seit 1976 treffen sich die besten Reiter der Welt auf der imposanten Reitanlage am Fuße der kanadischen Rocky Mountains, um sich in Wettkämpfen auf höchstem Niveau miteinander zu messen. Das Spruce Meadows ‚Masters‘ im September, Etappe des Rolex Grand Slam of Show Jumping, ist der Höhepunkt der Turniersaison. Wer den „International Ring“ nach dem Großen Preis als Majorsieger verlässt, dem ist ein Platz in der Ruhmeshalle des Reitsports sicher.

2016 war es Scott Brash, der den „CP ‚International‘, presented by Rolex“ für sich entscheiden konnte. Genauso wie schon ein Jahr zuvor, als dem Briten beim Spruce Meadows ‚Masters‘ 2015 sein legendärer Triumph im Rolex Grand Slam of Show Jumping gelang: Als erster Reiter überhaupt konnte Brash drei Majors in Folge und damit den Grand-Slam-Titel gewinnen. Grégory Wathelet würde es ihm nur zu gern gleichtun: Aufgrund seines Sieges im „Rolex Grand Prix“ des CHIO Aachen 2017 geht der Belgier in Calgary als aktueller Grand-Slam-Herausforderer an den Start. Sollte er am 10. September 2017 nicht nur seinen 37. Geburtstag, sondern auch seinen zweiten Majorsieg in Folge feiern dürfen, reitet Wathelet im Dezember in Genf um den Grand-Slam-Titel.

„Jeder Reiter träumt davon, den Rolex Grand Slam of Show Jumping zu gewinnen. Die Majors sind die besten und schwersten Turniere unseres Sports. Man reitet gegen die stärksten Paare der Welt und ich weiß, es wird sehr schwer werden, auch in Calgary zu gewinnen. Aber für mich ist das jetzt eine vielleicht einmalige Chance, die ich mit allen Kräften nutzen werde“, verspricht Wathelet, der vor zwei Jahren seine bislang beste Platzierung in Calgary verbuchen konnte, als er den Großen Preis auf Rang sechs abschloss.

Auch Pedro Veniss hat das Spruce Meadows ‚Masters‘ 2015 in bester Erinnerung, sicherte er sich doch den dritten Platz im „CP ‚International‘, presented by Rolex“. 2016 nahm der Brasilianer ebenfalls hocherfolgreich am Turnier teil und beendete den Großen Preis auf Rang acht. In diesem Jahr konnte er bei der Sommer-Turnierserie in Spruce Meadows bereits einen Grand-Prix-Sieg auf Fünf-Sterne-Niveau verbuchen.

Der Zeitpunkt, um in Calgary noch einmal ganz nach oben zu springen, könnte für Veniss nicht besser sein. Denn wegen seines Sieges im „Rolex Grand Prix“ des CHI Genf im vergangenen Jahr hat er nun die Aussicht auf den Bonus für zwei Majorsiege innerhalb eines Grand-Slam-Zyklus. „Meine Pferde sind bestens vorbereitet und sprangen hier schon im Sommer fantastisch. Ich glaube an unsere Chance“, so der 34-Jährige. „Aber letztendlich fallen die Entscheidungen im Parcours.“

Scott Brash, Grégory Wathelet, Pedro Veniss – das sind nur drei der großen Namen, die sich beim Spruce Meadows ‚Masters‘ 2017 beweisen wollen. Doch wem wird am 10. September der Majorsieg gelingen? Am Ende wird der Sport seine ganz eigene Geschichte und ein neues Kapitel im Rolex Grand Slam of Show Jumping schreiben.

Interview mit Majorsieger Gregory Wathelet

Am Sonntag ging Gregory Wathelet beim CHIO Aachen 2017 als Sieger des „Rolex Grand Prix“ hervor. Im Interview spricht der Belgier über die Faszination Aachen, das Zeug, aus dem Majorsieger gemacht sind, und seine Geburtstagspläne.

 

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Majorsieg in Aachen! Wie haben Sie den „Rolex Grand Prix“ erlebt?

Gregory Wathelet: Einfach fantastisch! Die Atmosphäre in Aachen ist immer einmalig, das Publikum genauso. Wenn man ins Stadion einreitet, ist das jedes Mal ein ganz besonderes Gefühl, nicht zu vergleichen mit Turnieren, an denen man sonst jedes Wochenende teilnimmt. Man weiß von vorneherein, dass der „Rolex Grand Prix“ eine schwere Aufgabe darstellen wird, so war es auch diesmal. Die Pferde mussten gleichermaßen durch Sprungvermögen, Technik und Schnelligkeit überzeugen. Ich bin einfach unglaublich stolz auf meine Stute. Ich glaube nicht, dass wir Glück hatten. Ich glaube, „Coree“ ist einfach ganz außergewöhnlich gesprungen. Diesen Sieg hat sie mir heute geschenkt. Dank ihr steht mein Name nun auf der Siegertafel in Aachen, und das ist das Allerschönste für mich!


Wann haben Sie denn realisiert, dass der Sonntag Ihr Tag werden könnte?

Wathelet: Ehrlich gesagt erst, als Laura Kraut als Schlussreiterin des Stechens über das letzte Hindernis gesprungen ist. Es war bis zum Ende alles offen, jeder Starter war hochmotiviert. Die Grand Slam Majors sind die besten und schwersten Turniere der Welt. Da reicht es nicht, 100 Prozent zu geben. Man muss 500 Prozent geben und einfach hoffen, dass es reicht. Das ist uns diesmal gelungen.


Und mit diesem Sieg hat nun Ihr persönlicher Rolex Grand Slam of Show Jumping begonnen. Wie geht es nun für Sie weiter?

Wathelet: Der Rolex Grand Slam of Show Jumping ist eine tolle Herausforderung für uns Reiter. Wir sind Rolex sehr dankbar, dass sie unseren Sport so unterstützen und solche fantastischen Turniere wie Aachen, Calgary, Genf und `s-Hertogenbosch ermöglichen. Ich glaube, jeder träumt davon, einmal den Grand Slam zu gewinnen, und natürlich werde ich meine Chance nicht ungenutzt lassen und mich so gut wie möglich auf das nächste Major vorbereiten. Aber erstmal freue ich mich einfach nur über meinen Sieg hier in Aachen. In den nächsten Tagen mache ich dann gemeinsam mit meinem Team einen Plan, wie es bis Calgary weitergeht. 


Sie haben am 10. September Geburtstag. Es mag Zufall sein, dass an diesem Tag in Calgary der Große Preis ausgetragen wird. Aber der zweite Majorsieg in Folge wäre doch ein schönes Geburtstagsgeschenk…

Wathelet: Ja, das schon (lacht). Aber wie gesagt, gerade bin ich überglücklich über meinen Sieg in Aachen. Was danach noch kommt, werden wir sehen. Fest steht auf jeden Fall, dass ich meinen Geburtstag in diesem Jahr in Calgary verbringen werde.

Gregory Whatelet with the Rolex Grand Slam signpost Gregory Whatelet with the Rolex Grand Slam signpost (picture: Rolex Grand Slam of Show Jumping/Kit Houghton)

Für Gregory Wathelet hat der Rolex Grand Slam of Show Jumping begonnen

40.000 Zuschauer waren live dabei, als beim CHIO Aachen 2017 Sportgeschichte geschrieben wurde: Über zwei Umläufe mit anschließendem Stechen um den „Rolex Grand Prix, Großer Preis von Aachen“ konnte sich Gregory Wathelet im Sattel von „Coree“ gegen die geballte Weltspitze des Springsports durchsetzen und die erste Jahresetappe des Rolex Grand Slam of Show Jumping gewinnen. Damit feierte der Belgier den ersten Majorsieg seiner Karriere.

„Es ist einfach ein Traum, nun meinen Namen auf der Siegertafel in Aachen zu sehen! Um ein Major zu gewinnen, reicht es nicht, 100 Prozent zu geben. Man muss 500 Prozent geben, und das haben wir heute getan. Mein Pferd war einfach undglaublich“, so ein überglücklicher Gregory Wathelet, der sich nun der ultimativen Herausforderung des Pferdesports stellen wird: Wer drei Majors direkt hintereinander gewinnt, gewinnt den Rolex Grand Slam of Show Jumping und eine Million Euro zusätzlich zum Preisgeld. Daher heißt es für Gregory Wathelet nun: Voller Fokus auf Calgary, wo er vom 6. bis 10. September beim Spruce Meadows ‚Masters‘ 2017 um den zweiten Majorsieg in Folge reiten wird.

Die Sieger der vergangenen Majors konnten indes ihre Chance auf einen Grand-Slam-Bonus nicht nutzen: Scott Brash, der beim Spruce Meadows ‚Masters‘ 2016 abermals ganz oben auf dem Siegerpodest stand, hatte in Aachen die Aussicht auf eine 250.000-Euro-Prämie für zwei Majorsiege innerhalb eines Grand-Slam-Zyklus. Der Brite leistete sich mit Stute „Ursula XII“ jedoch im ersten Umlauf einen Abwurf und beendete die Prüfung auf Rang neun. Der Sieger des CHI Genf 2016, Pedro Veniss, konnte nicht am „Rolex Grand Prix, Großer Preis von Aachen“ teilnehmen. Das Glück war über die Turnierwoche hinweg nicht auf der Seite des Brasilianers gewesen, dem es letztendlich nicht gelang, sich für den Grand Prix zu qualifizieren. Für ihn ist der Rolex Grand Slam of Show Jumping allerdings noch nicht vorbei: Im September beim Spruce Meadows ‚Masters‘ 2017 wird Pedro Veniss derjenige sein, für den es um den mit 250.000 Euro prämierten zweiten Majorsieg innerhalb eines Grand-Slam-Zyklus geht.

Gregory Wathelet, winner of the Gregory Wathelet, winner of the "Rolex Grand Prix" at CHIO Aachen 2017

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