Rolex Grand Slam of Show Jumping

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Genf, den 28. September 2020 – Warum sollten sich die besten Reiter und Fahrer der Welt nicht messen wie Hockeyspieler oder Fußballer? Nachdem die Organisatoren des Concours Hippique International von Genf (CHIG) ein umfassendes Hygienekonzept entwickelt haben und sich der Herausforderungen bewusst sind, freuen sie sich, die 60. Ausgabe des CHI Genf vom 10. bis 13. Dezember mit großartigen Prüfungen im Springen, Fahren und der Vielseitigkeit vorzuschlagen.

Die Organisatoren des CHI Genf sind bestrebt, sowohl den Reiterinnen und Reitern als auch allen Pferdesportbegeisterten die Möglichkeit zu bieten, zusammenzukommen und mit zu fiebern. Obwohl sie sich bewusst sind, dass sich die epidemiologische Situation jederzeit ändern kann, haben sie in den letzten Monaten sowohl am Programm der 60. Ausgabe als auch an einem strengen Hygienekonzept gearbeitet.

"Wir haben alle Optionen geprüft. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Durchführung des CHI Genf unter Einhaltung strenger und fachgerechter Hygienemaßnahmen durchgeführt werden kann und die Sicherheit jedes Einzelnen gewährleistet werden kann", sagt Sophie Mottu Morel, Generaldirektorin des CHI Genf. Sie fügt hinzu: "Wir sind uns sehr wohl bewusst, dass sich die gesundheitliche Situation bis Dezember ändern kann, und uns zwingen könnte, in den kommenden Wochen weitere Entscheidungen zu treffen. Aber wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, damit der CHI Genf 2020 stattfinden kann. Wir sind entschlossen, eine 60. Ausgabe zustande zu bringen, die den Reitsport auf höchstem Niveau präsentiert. Sie wird für Zuschauer, Teilnehmer und Partner gleichermaßen attraktiv sein."

Auch in diesem Jahr stehen Springen, Fahren und Hallenvielseitigkeit auf dem Programm. Es wird viele Highlights geben, von denen das 20. Rolex IJRC Top 10 Finale am Freitagabend und der Rolex Grand Prix, eine der vier Etappen des Rolex Grand Slam of Show Jumping am Sonntag den krönenden Abschluss bilden. Die U25 Prüfungen, die im vergangenen Jahr eingeführt wurden, werden ebenfalls beibehalten. Auch die berühmte Hallenvielseitigkeit, das Indoor Cross, das von der Tribune de Genève präsentiert wird und der FEI Driving World Cup, der von RTS präsentiert wird, sind mit von der Partie.

Das Organisationskomitee möchte seinen Sponsoren, die sich während der letzten Monate solidarisch gezeigt haben und die heute seine Wahl unterstützen, herzlich danken. Der Termin vom 10. bis 13. Dezember steht fest, um den Reitern und Fahrern in der Genfer Hallen Arena zu applaudieren.

Ian Allison and Eric Lamaze (Photo: Rolex Grand Slam/Ashley Neuhof) Ian Allison and Eric Lamaze (Photo: Rolex Grand Slam/Ashley Neuhof)

Mittendrin im Spruce Meadows 'Masters' at Home mit Ian Alisson

 

Was steht dieses Jahr auf dem Programm für das Spruce Meadows ‘Masters’ at Home?

Wir haben tief im Archiv gegraben und großartige historische ‘Masters’-Inhalte gefunden, darunter vollständige Programme, Reportagen und Interviews. Vieles davon dreht sich um den Sport, aber wir haben uns auch die Traditionen angesehen, wie die holländischen Blumen, den British Day und besondere Eigenheiten, die die ‘Masters’ einzigartig machen.

Wie sind Sie auf die Ideen für die Inhalte gekommen?

Das Spruce Meadows-Team hat sich zusammengesetzt und sich über alle die großartigen Momente und Erinnerungen der ‘Masters’ Gedanken gemacht. Wir haben auch unseren Fans zugehört, die sich zur Art der Inhalte geäußert haben, die sie gerne sehen würden. Nach unserem Erfolg mit den Ausgaben von Spruce Meadows „National“ und „North American at Home“ schien dies für uns ein sinnvoller Weg, unsere 45. Jubiläumssaison – irgendwie – feiern zu können.

Was haben Sie ins Programm aufgenommen, um ein internationales Publikum anzuziehen?

Die ‘Masters’ haben schon ein internationales Publikum, und die Gewinner stammen aus allen Ecken der Welt. Auf dem Programm stehen nicht nur Kanadier, sondern großartige Champions und Teams aus unserer gesamten Geschichte. Spruce Meadows hat eine globale Reichweite. Athleten aus über 60 Nationen sind hier angetreten, und beim BMO Nations‘ Cup waren bisher stets die besten Teams der Welt aus Nord- und Südamerika sowie Europa dabei.   

Was unterscheidet das Spruce Meadows ‘Masters’ at Home von anderen virtuellen Events?

Wir hatten das Glück, ein paar unserer Vorhaben für 2020 durchführen zu können, wie den XEROX Young Rider Award und Name the Foal, presented by TELUS. Von beiden Preisen werden wir Aufzeichnungen der Gewinner 2020 zeigen, die im Rahmen der Spruce Meadows ‘Masters’ at Home 2020 bekanntgegeben werden. Spruce Meadows verfügt zudem über eine umfangreiche Bibliothek an nicht nur vollständigen Turnieren, sondern auch hervorragenden Reportagen, die den Austragungsort und die erfolgreichen Reiter beleuchten, die dort angetreten sind.

Wie hat sich das Team auf die Corona-Pandemie eingestellt?

Dieses Jahr war auf jeden Fall ein sehr ungewöhnliches Jahr. Glücklicherweise konnten wir aber unsere Geschichte feiern und mit allen unseren Partnern zusammenarbeiten, um zuversichtlich in die Zukunft zu blicken und wieder zur Normalität zurückzukehren. Wir konnten unsere Geschichte feiern, für die Zukunft planen und Technologien nutzen, um weiterhin in Kontakt zu bleiben.

Haben die Ereignisse in diesem Jahr Sie zu einer Änderung des Formats der Events im kommenden Jahr bewogen?  

Wir möchten Spruce Meadows immer weiterentwickeln und Neuerungen einführen und stellen uns hierfür immer die Frage, wie wir noch besser werden können. Dieses Kapitel in unserer Geschichte wird sicherlich einige Änderungen bewirken, nicht nur für uns, sondern für alle Sportarten.

Die Spruce Meadows Summer Series veranstalteten Sie als digitale Version – wie kam das beim Publikum an?

Wir haben viel positives Feedback von unseren Fans bekommen, die unser „National“, „North American“ und den Canada Day at Home angesehen haben. Viele hatten Anmerkungen zu den Turnieren und Arten der Funktionen, die sie gerne für die ‘Masters’ hätten. Das haben wir bei der Planung der ‘Masters’ at Home berücksichtigt und haben sogar eine Abstimmungsfunktion für Fans eingerichtet, über die sie einige der Turniere auswählen können, die sie gerne sehen würden. Unsere Archive stecken mit unzähligen denkwürdigen Momenten und unvergesslichen Athleten und Offiziellen voller Optionen.

Mit welchen Reitern haben Sie bisher zusammengearbeitet? Und welche Reiter stehen schon auf der Teilnehmerliste?

Für das Spruce Meadows ‘Masters’ at Home konzentrieren wir uns hauptsächlich auf die historischen Inhalte. Wir haben einige vergangene Momente ausgewählt, von denen wir hoffen, dass sie dem Publikum gefallen werden, und haben es den Fans ermöglicht, bei der Auswahl der Inhalte, die präsentiert werden, mitzureden. Zum Glück haben wir noch vor unserem 45. Jahrestag und der Pandemie die Gelegenheit genutzt, uns mit vielen heutigen und auch früheren Stars des Sports zu unterhalten.  

Was war die größte Lehre, die Sie aus den Ereignissen der letzten Zeit gezogen haben? 

Wir alle müssen lernen, uns anzupassen und Dinge zu bewältigen. Gesundheit und Sicherheit haben für unsere Fans, Mitarbeiter, Athleten, Offiziellen und Sponsoren oberste Priorität. Wir werden diese Zeit überstehen, dabei viele Lektionen lernen und am Ende mit einigen fantastischen Innovationen dastehen.

Sie haben auch ein Fußballteam. Vermischen Sie die Kommunikation zwischen den beiden Sportarten? 

Ja, die Marken Spruce Meadows und Cavalry FC werden aus den gleichen Gründen respektiert und positiv aufgenommen. Wir können unsere Kommunikation mischen und für beide Sportarten neue Fans gewinnen.

Was hat Ihnen bei der Vorbereitung auf die Spruce Meadows ‘Masters’ at Home am meisten Spaß gemacht? 

Es war wirklich toll, mit vielen jüngeren Kollegen im Archiv (und unseren Erinnerungen) zu graben und solch unvergessliche Momente, von denen es so viele gab, noch einmal Revue passieren zu lassen. Durch diesen Prozess haben die folgenden Generationen an Führungskräften unsere Vergangenheit besser verstehen und schätzen gelernt.

2021 wird der Rolex Grand Slam of Show Jumping ausgetragen. Welche Reiter haben Ihrer Meinung nach gute Chancen?

Das lässt sich nur schwer voraussagen. Jeder Reiter in den Top 50 der Weltrangliste kommt in Frage. Ich denke, Steve Guerdat hat den Sieg immer im Blick. Scott Brash sollte man auch nicht ignorieren, da er eine neue Auswahl an Pferden vorbereitet.

Wenn der CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ dieses Jahr stattgefunden hätte, wer hätte beim CP ‘International’, presented by Rolex Ihrer Meinung nach den Sieg geholt?

Ich denke, Steve Guerdat wäre sicherlich ein Favorit gewesen. Die Spiele in Tokyo wären abgeschlossen gewesen, und zwischendrin hätte es eine ausreichend lange Pause gegeben. Er hat das Talent, die Konzentration und starke Pferde.

Judy Ann Melchior (Photo: Erin Gilmore Photography) Judy Ann Melchior (Photo: Erin Gilmore Photography)

Wort der Züchter mit Judy Ann Melchior, Züchterin in Zangersheide und internationale Reiterin

 

Was ist Ihre früheste Erinnerung ans Reiten?

Meine früheste Erinnerung ist ein Besuch beim CHIO Aachen mit meinem Vater, ich glaube, ich war etwa sieben oder acht Jahre alt. Alles war so riesig und unglaublich beeindruckend!

Worauf sind Sie in Ihrer Karriere besonders stolz?

Auf zwei Dinge: Die Bronzemedaille bei den FEI World Equestrian Games™ und die Teilnahme am FEI Nations Cup™ in Aachen, wo die Atmosphäre so richtig knisterte.

Wie sind Sie auf den Zuchtaspekt dieses Sports gekommen?

Ich glaube, das war mehr ein Familienunternehmen, in das ich reingewachsen bin. Zuhause haben wir schon immer Pferde gezüchtet – mein Vater hat ein Zuchtbuch. Die Pferdezucht hat also schon immer eine sehr große Rolle gespielt. Schon als Kind hatte ich damit zu tun und habe bis zum heutigen Tag daran festgehalten. Noch präsenter wurde das Ganze, als meine Springstuten in das Zuchtprogramm aufgenommen wurden und ich so die Chance bekam, Fohlen von meinen ehemaligen Sportpferden zu ziehen und diese zu unseren Sportpferden von heute auszubilden.

Könnten Sie kurz zusammenfassen, worauf es bei der Zucht eines Springpferdes besonders ankommt, was dahintersteckt, wie Sie entscheiden, welche Paare Sie zur Zucht einsetzen, etc.?

Ich glaube, es gibt zwei Aspekte, die wirklich wichtig sind. Natürlich ist die Abstammung der Pferde wichtig, aber auf der anderen Seite muss man auch seinen Hengst und seine Stute gut kennen. Wenn man weiß, welche Qualitäten eine Stute mitbringt, und auch, wie der Hengst diese ergänzen kann, kann man eine fundierte Entscheidung treffen und so die Paare optimal zusammenstellen. Die Abstammung sollte natürlich auch nicht vernachlässigt werden, und man stellt sich hierzu Fragen wie zum Beispiel welche anderen Blutlinien bei der Zucht nachweislich guten Nachwuchs hervorgebracht haben. Im Prinzip ist es ein Puzzle, von dem Sie nie zu 100% sicher sein können, dass es am Ende passt. Außerdem sind Leidenschaft und Gefühl bei der Zucht ebenfalls unglaublich wichtig.

Wurden Sie von Ihren Zuchtergebnissen auch hier und da mal überrascht?

Ja, das war bei einigen unserer Paarungen der Fall, und in beide Richtungen. Wir hatten Kombinationen, von denen wir dachten‚ das wird der nächste Superstar, und dann stellte sich das Pferd als eher durchschnittlich heraus. Dann gab es Kombinationen, die uns wirklich überrascht haben. Was aber tatsächlich passiert, ist, dass sich die Pferde eben weiterentwickeln. Manchmal hat man also Fohlen, von denen man meint, sie seien nur so mittelprächtig, die sich aber später, wenn sie älter sind, zu einem tollen Pferd gemausert haben.

Die Partnerschaft zwischen Pferd und Reiter ist zweifelsohne wichtig. Ist das etwas, wonach Sie Ausschau halten, wenn Sie Ihre Pferde an neue Besitzer verkaufen?

Ja. Die Partnerschaft, die sich im Laufe der Zeit mit dem Reiter entwickelt, das ist tatsächlich genau das, was das Pferd später ausmacht. Wenn Reiter und Pferd nicht harmonieren, kann man das Potential des Pferdes nie vollständig ausschöpfen.

Können Sie uns ein paar Einblicke hinter die Kulissen eines typischen Zuchtprogramms geben?

Also, da haben wir die Stuten, manche neu und manche, die schon im Zuchtprogramm eingesetzt wurden. Wir schauen uns immer die Fohlen der schon im Zuchtprogramm vorhandenen Stuten an, um zu sehen, wie sie sich entwickelt haben und ob die Hengst-Stute-Kombination wie erwartet funktioniert hat oder nicht. Je nach Zuchtergebnis der vorigen Fohlen ändern wir dann womöglich etwas. Wenn wir sehen, dass das Ergebnis der Stute mit einem bestimmten Hengst gut funktioniert hat, setzen wir normalerweise dieselbe Paarung wieder ein. Sollte das nicht möglich sein, wählen wir für die Stute einen Hengst, der von der Abstammung und dem Typ her dem vorigen möglichst ähnlich ist. War das Ergebnis eines Zuchtpaares nicht befriedigend, versuchen wir herauszufinden, woran es lag. Handelt es sich um eine neue Stute, oder eine Stute, die erst kürzlich aus dem Sport genommen und noch nicht zur Zucht eingesetzt wurde, schauen wir sie uns etwas genauer an und analysieren die Qualitäten, die sie schon hat, und wie der Hengst seine Eigenschaften beitragen kann. Ab diesem Moment beginnt die Fortpflanzung.

Wie lange behalten Sie ein Fohlen, bevor es an den neuen Besitzer geht oder Sie mit der Ausbildung anfangen?

Stuten und Fohlen bleiben etwa fünf bis sechs Monate zusammen. Danach, während der Absetzzeit, wird das Fohlen langsam unabhängiger von der Mutter. Anschließend werden die Fohlen in Gruppen von sieben oder acht Tieren gehalten. Bei gutem Wetter können sie auf den Paddock oder die Koppel, und bei schlechtem Wetter haben sie freien Zugang zu ihren Ställen und dem Paddock. Sie können im Prinzip also kommen und gehen, wie sie möchten. Im Alter von etwa drei Jahren beginnen wir mit dem Freispringen. Von den dreijährigen Stuten ziehen wir manchmal ein Fohlen, bevor sie in den Sport gehen, und die Hengste werden auf die Körung vorbereitet. Die meisten Hengste reiten wir an, bevor sie vier Jahre alt sind, bei den Stuten warten wir etwas länger damit.

Wie viele Pferde züchten Sie pro Jahr?

In einem Jahr ziehen wir etwa 25 Fohlen.

Was ist für Sie das Hauptanliegen mit Ihrer Pferdezucht?

Mein Ziel ist es, sowohl für uns als auch für andere Reiter Sportpferde von höchster Qualität zu züchten. Es ist auch richtig toll, wenn wir unsere eigenen Pferde auf höchstem Niveau reiten können. Manche Pferde aus unserer Zucht waren sehr erfolgreich, und Christian [Ahlmann] hat auch viele Pferde aus unserer Zucht im Stall, die zu seiner Top-Auswahl gehören.

Auf welches selbst gezogenes Pferd sind Sie am meisten stolz?

Ich würde sagen, As Cold as Ice Z ist einer meiner von mir selbst gezogenen Favoriten, weil sie viele meiner Träume hat wahr werden lassen und eine Stute ist, die bei uns zuhause geboren wurde. Als zweites würde ich Take a Chance on Me Z nennen. Er war das erste selbst gezogene Pferd aus einem meiner alten Sportpferde. Er hat sich außerdem zu einem Grand Prix-Pferd entwickelt, was mich unglaublich stolz darauf macht, dass ich ihn aufgezogen und zu so einem großartigen Pferd ausgebildet habe. Wir haben schon mit seiner Mutter und seinem Vater Grand Prix-Preise gewonnen, und dass wir diese Erfolge auch mit dem Fohlen fortsetzen konnten, macht es zu etwas ganz Besonderem.

Abgesehen von der Zucht, was sind Ihre Ambitionen und Wünsche für Ihre Karriere im Springsport?

Ich bin schon seit etwa 18 Monaten kein Turnier mehr geritten, da ich unser zweites Kind bekommen habe und aufhören musste, weil ich einfach keine Zeit hatte. Mit der Zucht, den Auktionen und anderen Dingen war es einfach zu viel. Trotzdem habe ich mich nicht zur Ruhe gesetzt, weil ich das Reiten liebe. Aber im Moment habe ich keine Zeit, an Turnieren teilzunehmen. Springen nimmt viel Zeit in Anspruch, und weil mein Zeitplan schon mit Familie und Pferdezucht so voll ist, kann ich das momentan nicht unterbringen. Aber warten wir ab, was die Zukunft bringt. Ansonsten habe ich natürlich Ambitionen. Mich bei Auktionen zu engagieren macht mir wirklich sehr viel Spaß. Vor etwa sieben Jahren haben wir eine der ersten Online-Auktionen organisiert. Heute sind diese Auktionen weit verbreitet, es wurde also zu einem ziemlich großen Geschäft für uns.

Welcher der vier Majors, aus denen der Rolex Grand Slam of Show Jumping besteht, gefällt Ihnen am besten?

Aachen, keine Frage. Das ist fast wie unser Heimturnier, wir wohnen nur 30 Minuten entfernt. Es fühlt sich so an, als ob es mehr ein Heimturnier für mich ist, als für die Deutschen. Wenn die Arena voll ist, ist die Stimmung einfach unglaublich.

Wer hat Sie am meisten inspiriert? Wer hat Sie im Laufe Ihrer Karriere am meisten inspiriert?

Mein Vater.

Wie lautet der beste Ratschlag, den Sie jemals erhalten haben?

Gute Frage. Ich habe über die Jahre viele gute Ratschläge bekommen. Aber es gibt ein Zitat, das mir immer im Hinterkopf bleibt: „Wenn du fällst und wieder aufstehst, bist du stärker als derjenige, der niemals hingefallen ist“ – Das halte ich mir immer vor Augen, egal, was ich in meinem Leben gerade tue.

Michael Mronz (photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton) Michael Mronz (photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton)

Behind the CHIO Aachen Digital with Michael Mronz, General Manager, CHIO Aachen

 

Erzählen Sie uns vom „CHIO Aachen digital“. Was sind die Höhepunkte?

Es ist total abwechslungsreich. Wir haben Sport-Challenges mit Top-Reitern wie Patrik Kittel, Luciana Diniz, Ludger Beerbaum, Jessica von Bredow-Werndl und Sandra Auffarth. Beim virtuellen SAP Cup können die CHIO Aachen-Fans zu „Vielseitigkeits-Manager“ werden. Zudem wird es viele Storys rund um die wichtigsten Prüfungen geben. So wird uns Luciana Diniz nochmal erzählen, wie es war, dreimal den Sieg im Rolex Grand Prix haarscharf zu verpassen, und Otto Becker und viele andere berichten von der Faszination Mercedes-Benz Nationenpreis. Außerdem natürlich Höhepunkte vom Rolex Grand Prix, von anderen faszinierenden Prüfungen sowie Re-Lives vom CHIO Aachen 2019, angereichert um O-Töne und spannende Hintergrundinformationen. Erzählt wird das alles vom 4. bis zum 9. August in einem täglichen Magazin bei Facebook, Youtube, auf chioaachen.de und bei clipmyhorse.tv.

Wie sind Sie auf die Ideen für den Inhalt gekommen?

Die Ideen und das Konzept haben wir zum einen natürlich im gesamten Team des CHIO Aachen erarbeitet. Ein großer Teil kam aber auch von außen – von den CHIO Aachen-Fans, und und auch Reiter haben sich mit Ideen und Wünschen eingebracht.

Was wollen Sie mit dem digitalen Event erreichen?

Unser Ziel ist das gleiche wie für das „echte“ CHIO Aachen: Menschen unterhalten. Wir wollen in diesem herausfordernden Jahr wenigstens den CHIO Aachen-Fans ein bisschen dieser sehr besonderen und einmaligen Atmosphäre aus der Aachener Soers in ihre Wohnzimmer bringen.

Wie hat sich das Team auf die Corona-Pandemie eingestellt?

Das hat sehr gut geklappt. Die meisten Kollegen arbeiten im Homeoffice und wir kommunizieren via Videokonferenz und online. Alle haben sich sehr schnell auf die Situation eingestellt und ich glaube, dass wir auch viel darüber gelernt haben, wie wir in Zukunft arbeiten werden.

Müssen Sie angesichts der Ereignisse in diesem Jahr das Format des CHIO Aachen für das nächste Jahr umdenken?

Wir werden sicherlich viele der Aspekte, die wir jetzt digital in die CHIO Aachen integriert haben, auch in Zukunft nutzen können: Apps wie den „Eventing Manager“, aber auch den intensiven Online-Austausch mit unseren Besuchern und Fans.

Glauben Sie, dass es mehr virtuelle Events geben wird, selbst wenn die Pandemie vorbei ist?

In kleinerem Umfang kann ich mir das gut vorstellen. Alles, was einen Mehrwert bietet, sollte man auch für die Zukunft in Betracht ziehen.

Haben Sie interessante Initiativen in anderen Sportarten gesehen?

Klar, es gibt viele gute Initiativen und Ideen, großartige Events trotz der Pandemie lebendig werden zu lassen.

Welche Reiter sind beim CHIOAachen digital dabei?

Sowohl nationale als auch internationale Reiter. Zum Beispiel Ludger Beerbaum und Sandra Auffarth, Jessica von Bredow-Werndl, Ijsbrand Chardon, Patrik Kittel und Luciana Diniz.

Was war die wichtigste Lektion, die Sie in diesen schwierigen Zeiten gelernt haben?

Dass man sich nie zu sicher sein darf.

Was hat Ihnen bei der Zusammenstellung des CHIO Aachen digital am meisten Spaß gemacht?

Die Begeisterung innerhalb des Teams. Natürlich waren wir alle traurig, enttäuscht und fassungslos, dass der CHIO Aachen 2020 abgesagt werden musste – aber es war toll, zu erleben, wie neue Ideen geboren und umgesetzt wurden.

Schauen wir auf 2021, welche reiter sehen sie mit guten Chancen beimRolex Grand Slam of Show Jumping?

Das Tolle an unserem Sport ist die große Leistungsdichte. Es gibt nicht mehr wie früher die fünf, sechs Reiter, die alles dominieren. Wir erleben alljährlich beim Rolex Grand Slam of Show Jumping herausragenden Sport in den faszinierendsten Pferdesport-Arenen der Welt. Wir durften durch Scott Brash erleben, dass es möglich ist, die ultimative Herausforderung zu meistern, aber wer die nächsten Contender sein werden? Unmöglich, vorherzusagen. Aber, wenn ich das persönlich sagen darf: Ich würde mich riesig freuen, wenn es eine Frau wäre.

Sean Lynch (photo: Tiffany Van Halle) Sean Lynch (photo: Tiffany Van Halle)

Hinter Der Stalltür mit Sean Lynch Internationaler „Travelling Groom“ Bei Daniel Deusser

 

Wie hat sich Ihr Tagesablauf während des Lockdowns verändert?

Es gab definitiv weniger zu tun, weil keine Wettkämpfe stattfanden. Am Anfang war es sehr ruhig. Gegen Ende hatten wir zu Hause schließlich trotzdem sehr viel zu tun. Wir hatten einigen Mitarbeitern freigegeben, weil es ja keine Veranstaltungen gab und nicht jeder gebraucht wurde. Im April waren da nur ich, ein Bereiter und Daniel, und obwohl wir pünktlich Feierabend machen konnten, was gut war, hatten wir trotzdem alle Hände voll zu tun!

Haben Sie dadurch, dass Sie so viel Zeit zu Hause mit ihnen verbracht haben, etwas Neues über die Pferde gelernt?

Ich muss sagen, dass ich es sehr schön fand. Wenn ich zu Turnieren reise, bin ich jede Woche mit anderen Pferden unterwegs, zum Beispiel mit Jasmine, Killer Queen und Tobago in der einen Woche und mit den jungen Pferden in der Woche darauf. Von daher war es wirklich schön, zu Hause sein und mich täglich um die Grand-Prix-Pferde kümmern und gleichzeitig einige der neueren Pferde, die wir im Stall haben, besser kennenzulernen zu können.

Haben Sie die Zeit genutzt, um sich neue Fähigkeiten anzueignen? 

Jetzt, wo Sie es erwähnen ... ich arbeite zurzeit an einer App für iPhone und Android. Sie heißt GroomsGoTo und hält auf Knopfdruck alles bereit, was man so braucht. Von den Veranstaltungskalendern, die mit World of Show Jumping verlinkt werden, bis hin zu Übernachtungsställen und Kliniken, und ich werde auch noch ein paar Lerndvideos für die jüngere Generation einstellen, die nicht so viel auf Reisen ist. Es wird jede Menge interessante „Get-to-knows“ zu lesen geben. Und zuletzt wird noch der Papierkram integriert, wie Packlisten und ähnliches, um alles zu vereinfachen.

Ich hatte auch angefangen, etwas Deutsch zu lernen, habe es aber schnell wieder aufgegeben!

Was hat Sie auf diese Idee gebracht?

Ein Gespräch mit meiner Mutter und meinem besten Freund. Wir waren uns einig, dass es viel einfacher wäre, alles Notwendige an einem Ort zu vereinen. Anstelle von 20 verschiedenen Papierblättern hat man alles in nur einer App, die einen benachrichtigt und einem das Leben ein bisschen leichter macht. Wenn sie so gut ankommt wie ich hoffe, möchte ich noch einen Job-Bereich hinzufügen.In diesem kann man inserieren, wenn man zum Beispiel einen Showpfleger für einen Monat, und dort kann man sich auch gleich auf den Job bewerben.

Was fehlt Ihnen an den Wettkämpfen am meisten?

Die Aufregung! Vor allem, weil wir in den Wochen vor dem Lockdown zwei 5-Sterne-Grand Prix nacheinander gewonnen hatten. Ich war so aufgekratzt, die Pferde waren hervorragend in Form, wir waren dabei, alles für das FEI World Cup™-Finale zu organisieren. Ich war schon auf dem Weg nach 's-Hertogenbosch, als ich einen Anruf erhielt und erfuhr, dass ich umkehren konnte, weil die Veranstaltung abgesagt worden war. Ganz klar: Am meisten fehlt mir die ganze Aufregung, das Adrenalin, aber auch meine  „Turnierfamilie“, die sehr wichtig für mich ist, weil wir so viel Zeit zusammen verbringen.

Was haben Sie am wenigsten vermisst?

Das Fahren ... ich bin in den Transporter gestiegen, um nach St. Tropez zu fahren, und dachte mir scherzhaft: „Nein, ich kann das einfach nicht mehr.“

Wie halten Sie die Pferde fit und einsatzbereit für ein Major-Springturnier? Oder haben Sie ihnen eine Pause gegönnt?

Ich glaube, das muss man von Fall zu Fall entscheiden. Es ist ja nicht so, dass man uns anruft und sagt, in drei Tagen findet der CHI Genf statt. Das ist ein längerer Prozess und wir haben ein paar Wochen Vorlauf, um alles vorzubereiten. Wir haben den Pferden ein paar entspannte Tage gegönnt, und als uns im April und Mai klar war, dass der Lockdown noch anhält, haben wir ihnen ein paar Tage freigegeben. Killer Queen ist jeden Tag in den Wald auf die Rennbahn gegangen und durfte noch etwas länger einfach nur ein „normales“ Pferd sein. Aber als wir erfuhren, dass St. Tropez eventuell in ein paar Wochen stattfinden würde, haben wir das Training sofort wieder aufgenommen. Wir haben sie locker weiter trainiert, damit sie in Form blieben und quasi auf Abruf bereit wären für einen Wettkampf.

Wie hat sich Daniels Strategie verändert?

Wir mussten ja abwarten, wie sich das Jahr weiterentwickelt und welche Pferde einsatzbereit waren. Uns standen mehrere Optionen offen, da wir so privilegiert sind, gleich mehrere Grand Prix-Pferde zu haben. Im Augenblick haben wir etwa sechs Grand Prix-Pferde im Stall, von denen drei bei einer Meisterschaft antreten könnten. Unsere Position ist großartig, denn neben den tollen Pferden haben wir auchein unglaubliches Team. Was Details der Strategie angeht: Ich kenne nicht die ganze Planung, aber Jasmine sollte zum Beispiel nach 's-Hertogenbosch fahren, um dort im letzten Major vor dem FEI World Cup™-Finale zu starten. Ich weiß nicht, was für den Rest des Jahres geplant war. Daniel hat vom CSIO Spruce Meadows Masters gesprochen hat und davon, dass Killer Queen bei den Olympischen Spielen antreten sollte. Klar, wir haben auch viel spekuliert, aber letztlich mussten wir abwarten, wie das Jahr verlief. Daniel hat immer einen hervorragenden Plan, was die Pferde angeht, er ist sehr professionell und sehr clever. Er überbeansprucht die Pferde nie, aber alles hing davon ab, wie sich das Jahr entwickeln würde.

Auf welche Pferde setzen Sie beim Rolex Grand Prix im Dezember beim CHI Genf?

Mein Dreamteam wären Killer Queen, Tobago und Jasmine. Dann können wir alles gewinnen! Killer Queen ist vergangenes Jahr dort als Neunjährige angetreten und ihr erstes Rolex IJRC Top 10 Finale gesprungen. Das war gar nicht geplant, aber Tobago hatte sich verletzt und sie hat sich letztlich den vierten Platz geholt, was einfach erstaunlich ist. Sie ist jetzt viel erfahrener, besonders in dieser Arena. Es könnte ein gutes Turnier für sie sein.

Daniel stand schon mehr als einmal haarscharf vor einem Major-Sieg. Ist das eins der großen Ziele des Teams?

Ich weiß, dass er letztes Jahr in Aachen am Boden zerstört war, als er so haarscharf am Sieg vorbeigeschrammt ist. Als Pfleger möchte man immer, dass die eigenen Reiter und Pferde gut abschneiden. Das freut jeden. Es wäre also etwas ganz Besonderes, so etwas wie den CHIO Aachen zu gewinnen. Er ist eine der größten Reitsportveranstaltungen und das Publikum würde ausrasten. Wir sind bereit, nächstes Jahr dabei zu sein!

Was würden Sie tun, wenn Sie kein Pfleger wären?

Ich weiß es nicht. Ich war schon immer im Pferdesport tätig. In jüngeren Jahren bin ich geritten und habe als Pfleger gearbeitet, jetzt bin ich Travelling Groom für einen der besten Reiter der Welt. Ich glaube, ich habe es ziemlich gut getroffen, aber natürlich möchte ich nicht für den Rest meines Lebens von Show zu Show reisen, denn ich hätte schon gern eine Familie und all das. Ich würde gern einen Stall managen, sodass ich auch mal zu Hause bleiben kann. Aber jetzt noch nicht. Das ist eher mein Plan für die Zukunft.

Der beste Rat, den Sie je bekommen haben?

Nie aufhören, zu lernen. In diesem Job lernt man nie aus. Es gibt Pfleger der alten Schule, die einem erzählen können, wie die Dinge früher gemacht wurden. Wir neuen Pfleger haben neue Maschinen, neue Methoden und so weiter. Dadurch hat sich alles sehr verändert. Aber eine Sache, die ich immer im Kopf behalten werde, ist „Nie aufhören, zu lernen.“

Der schlimmste Rat, den Sie je bekommen haben?

Das ist nicht wirklich ein Rat, sondern betrifft die Differenzierung der Pfleger. Wir machen alle denselben Job und sind alle gleich. Ich hasse diese Kontroversen, bei denen 2-Sterne-Pfleger und 5-Sterne-Pfleger so hingestellt werden, als wären sie Welten voneinander entfernt – wir sind alle gleich und wir sollten auch alle gleich behandelt werden.

Der bisher beste Augenblick Ihrer Karriere?

Da gab es so viele, dass ich Ihnen meine Top 3 nennen muss. Rio gehört definitiv dazu, die Europäischen auch. Das hört sich vielleicht seltsam an, aber auch der FEI World Cup™ in Mechelen letztes Jahr, einfach nur deshalb, weil wir durch den Ausfall von Tobago eine so schwere Zeit hatten und der Sieg deshalb umso schöner für uns war. Ich könnte noch viel mehr aufzählen, aber diese drei werden immer etwas Besonderes für mich bleiben.

Welche anderen Sportarten verfolgen Sie? / inspirieren Sie? Unterstützen Sie irgendein Team?

Nein, nicht wirklich. Die Pferdewelt ist wie eine Droge, sie beherrscht fast dein ganzes Leben. Wenn die Olympischen Spiele laufen und ich die Chance habe, sehe ich mir gern die Leichtathletik mit Usain Bolt und Co. an. Das gefällt mir sehr, aber ich würde mir nicht extra Zeit freischaufeln, um mir das anzusehen. Aber wenn es gerade läuft, sehe ich es mir an. Ich bin durch und durch Pferdesportler und zurzeit habe ich großen Gefallen an der Dressur gefunden.

Harry Charles (Photo: Rolex / Ashley Neuhof) Harry Charles (Photo: Rolex / Ashley Neuhof)

Nick Skelton (GBR) and Big Star winners of the Rolex Grand Prix Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton

Interview Mit Olympiasieger Und Springreitlegende Nick Skelton

 

Welches war das erste Major, an dem Du teilgenommen hast? Wie ist es gelaufen?

Ich habe den Grand Prix zum ersten Mal in Genf im Jahr 1978 gewonnen, noch bevor es ein Rolex Turnier war.

Wie hat es sich angefühlt, Ihr erstes Major zu gewinnen?

So, wie es sich bei jedem anfühlen würde. Unglaublich aufregend. Ich war sehr zufrieden und extrem froh, gewonnen zu haben. Damals hatte ich einige sehr gute Pferde. Apollo hat zwei Grand Prix beim CHIO Aachen gewonnen, und dann gewann ich 1982 den Aachen Grand Prix auf einem Pferd namens Everest if Ever. Schließlich hat im Jahr 2013 Big Star den Rolex Grand Prix in Aachen gewonnen, als der schon zum Rolex Grand Slam of Show Jumping gehörte, und so wurde ich zu einem Rolex Live Contender.

Fühlt es sich verglichen mit anderen Turnieren anders an, wenn Sie in den Parcours eines Majors des Rolex Grand Slam einreiten?

Der CHIO Aachen war immer ein tolles Turnier. Sogar damals in den 80er Jahren waren die Zuschauerränge immer vollgepackt und die Atmosphäre war einfach großartig. Den Rolex Grand Prix in Aachen zu gewinnen, ist für jeden Reiter eine unglaubliche Leistung. Er ist wahrscheinlich, neben Calgary, das mit am schwierigsten zu gewinnende Major.

Welchen Major sind Sie am liebsten geritten?

Ich glaube, alle Reiter würden mir zustimmen wenn ich sage, dass der CHIO Aachen das beste Major ist. Er ist wie das Wimbledon des Springsports oder das Masters im Golf – die Krönung des Sports. Ich denke, die meisten Reiter sehen das auch so.

Glauben Sie, man braucht eine ganz besondere und einzigartige Art von Pferd, um eins der Majors, aus denen der Rolex Grand Slam of Show Jumping besteht, zu gewinnen?

Selbstverständlich. Die Parcours sind hoch und lang und durch die davon angezogenen Zuschauermengen herrscht eine Menge Druck. Zusätzlich setzen sich die Reiter selbst auch noch unter Druck, weil sie die wichtigsten Grand Prix sind, die es zu gewinnen gilt.

Wie hat sich der Springsport im Laufe Ihrer Karriere verändert?

Er hat sich sehr verändert. Heutzutage fällt mir besonders die erlaubte Zeit auf. Man muss jetzt viel schneller durch den Parcours kommen als früher. Neulich habe ich mir ein Video angesehen, ich glaube aus dem Jahr 1987, als ich einen Grand Prix mit Apollo gewonnen hatte. Die erlaubte Zeit betrug 102 Sekunden. Heute reitet man auf dem gleichen Platz mit der gleichen Anzahl an Hindernissen, aber die erlaubte Zeit liegt jetzt zwischen 82 und 84 Sekunden. Man muss heute also etwa 20 Sekunden schneller sein als damals. Man kommt heutzutage auch schneller an die Sprünge. In einen modernen Parcours werden häufig mehr Sprünge eingebaut, obwohl die Plätze relativ klein sind. Selbst auf den kleinsten Platz quetschen sie jetzt etwa 13 Sprünge. Das erhöht den Druck auf die Pferde, die jetzt nicht nur schneller sein, sondern auch über mehr Hindernisse gehen müssen als damals.

Würden Sie sagen, dass es jetzt wichtiger ist, eine größere Auswahl an Pferden zu haben, anstatt eines absoluten Top-Pferdes?

Auf jeden Fall. Heute finden viel mehr Turniere statt. In Europa gibt es jede Woche irgendwo einen großen Grand Prix. Man braucht also schon viel mehr Pferde, und es ist schwierig, richtig gute Pferde zu finden. Deshalb sind sie auch so teuer.

Wie hat die Einführung des Rolex Grand Slam of Show Jumping das Springreiten bereichert?

Das Konzept ist sehr gut, und er ist unglaublich schwierig zu gewinnen. Ich glaube, früher hätte ich es schaffen können. Ich glaube, ich habe diese Grands Prix gewonnen, manche davon sogar im selben Jahr. Scott Brash ist der einzige Reiter, der das bisher geschafft hat. Es ist schon schwer, in einer Saison zwei davon zu gewinnen, geschweige denn drei oder vier. Das ist also eine fantastische Leistung. Ich denke, generell hat er den Sport ehrgeiziger werden lassen. Die Reiter wollen jetzt bei der Krönung des Springreitens dabei sein, beim Rolex Grand Slam.

Sie sind so viele Jahre bei Turnieren angetreten. Waren Sie am Ende vor großen Turnieren immer noch nervös?

Ich glaube nicht, dass ich nervös war. Alle Reiter sind vor einem wichtigen Ritt angespannt, weil man ja erfolgreich sein möchte. Wenn jemand sagt, er spüre nichts, würde ich sagen, dass er lügt. Reiter fühlen Emotionen, weil sie gut sein wollen. Es ist aber mehr der Adrenalinschub als Nervosität würde ich sagen. Ich kann nur von mir selbst reden, aber sobald man mit dem Ritt begonnen hat, habe ich nie irgendetwas davon mitgekriegt, was um mich herum passiert ist. Ich denke, das ist bei anderen Athleten genauso. Ich kann mir vorstellen, dass auch Tennisspieler, die in Wimbledon spielen, sich auf ihr Spiel konzentrieren und die Zuschauer gar nicht wahrnehmen. Mir ging es auch so.

In Ihrer Karriere mussten sie einige schwierige Momente meistern – was hat sie zum Weitermachen motiviert?

Ich hatte immer ein paar junge Pferde bei mir. Während ich verletzt war, freute ich mich also darauf, diese Jungpferde aufzubauen und weiterzubringen, und dadurch wollte auch ich stärker in den Sport zurückkehren. Ich hatte erst Arko und dann Big Star. Es kamen also immer ein paar gute junge Pferde zu mir, von denen ich dachte, dass sie mal gut genug werden würden, und das hat mich zur Rückkehr motiviert. Aber mir war klar, dass ich nach Big Star kein annähernd so gutes Pferd mehr finden würde. Außerdem wurde ich ja auch älter, und in Anbetracht dessen, was ich bis zu diesem Punkt alles gewonnen hatte, wusste ich, dass dies der richtige Zeitpunkt war, um meine Karriere zu beenden. Auch weil mein Rücken Probleme machte und Big Star nicht mehr so fit war wie früher. Die Zeit war einfach gekommen.

Ich glaube, wir kennen die Antwort auf diese Frage schon, aber welches Pferd war das Pferd Ihres Lebens?

Big Star, ganz klar. Ich hatte sehr viel Glück. Ich hatte einige wirklich sehr gute Pferde. Es ist schwierig, zu entscheiden, welches von ihnen wirklich besser war. Aber er war einfach außergewöhnlich. Meine Karriere wurde von einigen unglaublich guten Pferden begleitet, wie zum Beispiel Dollar Girl, St James, Apollo, Tinka’s boy, Top Gun, Carlo – zu der Zeit einige der besten Pferde der Welt. Aber Big Star war ein wirklich besonderes Pferd, und ich bin sehr sehr dankbar, dass ich ihn reiten durfte.

Als Sie anfingen, Big Star zu reiten, war Ihnen da schon bewusst, dass er etwas Besonderes war?

Mir war klar, dass er anders war. Als ich ihn das erste Mal ritt, war da etwas, dass mich spüren ließ, dass er anders war. Dass er außergewöhnlich war.

Was macht Big Star jetzt? Springen Sie zuhause noch mit ihm?

Er steht zur Zucht auf einem Gestüt, und wenn er nach Hause kommt, versuchen wir, ihn so gut es geht fit zu halten. Wir springen ein bisschen und gehen ins Gelände. Er wird sehr verwöhnt und genießt seinen Ruhestand.

Was vermissen Sie am Turnierreiten am meisten bzw. überhaupt nicht?

Gewinnen ist das, was ich am meisten vermisse! Was ich überhaupt nicht vermisse ist das Reisen, obwohl ich immer noch mit unseren Schülern und Laura recht viel unterwegs bin. Ich vermisse das Mitreiten. Manchmal schaue ich zu und denke mir: „Das ist ein großer Grand Prix, wäre es nicht schön, jetzt da draußen auf dem Platz zu sein und mitzumachen.“ Aber, ich war und bin zufrieden mit dem, was ich im Laufe meiner Karriere erreicht habe. Ich bin nicht von der Sorte Mensch, die zurückblickt und irgendetwas bereut.

Was würden Sie den Nachwuchs-Springreitern raten, die nun in den ranglisten nach oben klettern, wie z. B. Peter Charles Sohn Harry?

Der Trick ist, die richtigen Pferde auszuwählen. Die, die dich bis ganz nach oben bringen können. Man muss sie zwar auch reiten können, aber die besten Pferde zu finden, ist das Allerwichtigste.

Welcher Reiter hat sie am meisten inspiriert?

Da gibt es viele, ehemalige aber auch heute noch aktive. Ich würde sagen, im Moment Scott Brash, Steve Guerdat und die Brüder Philippaerts, aber es gibt so viele gute Reiter heutzutage, die alle inspirierend sind.

Wie haben Sie die Pferde während des Lockdowns im Training gehalten?

Wir haben sie einfach zuhaue trainiert. Wir haben dort ein paar Parcours für unsere Schüler aufgebaut, und einmal in der Woche wählen wir einen aus und üben dann. Das war wirklich unterhaltsam und es hat Spaß gemacht, weil ich noch nie so viel Zeit zuhause verbracht habe. Der Lockdown war für mich also kein allzu großes Problem.

Kent Farrington with Creedance (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Kent Farrington with Creedance (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Virtual CHIO Aachen 2020 Virtual CHIO Aachen 2020

Perfekter Mix aus virtuellen Erfahrungen, Social Media, Sport und Unterhaltung

 

Das O steht für online: Aus dem „Concours Hippique International Officiel“ wird ein einziges Mal der „Concours Hippique International Online“. Vom 4. bis zum 9. August 2020 wird es den „CHIO Aachen digital“ geben.

„Natürlich übertrifft nichts den echten CHIO Aachen“ sagt Frank Kemperman, Vorstandsvorsitzender des Aachen-Laurensberger Rennvereins e.V. (ALRV), aber mit dem CHIO Aachen digital habe man mit modernster Technologie eine sehr gute Antwort auf die coronabedingte Absage des Events gefunden. „Bereits seit vielen Jahren setzen wir auf modernste Technik und Innovationen, um so unseren einmaligen Sport bestmöglich darzustellen, aber natürlich auch transparenter und somit besser verständlich zu machen“, sagt Michael Mronz, Geschäftsführer der Aachener Reitturnier GmbH. So habe man gemeinsam mit dem offiziellen Technologiepartner SAP die inzwischen weltweit eingesetzte Judging-App für die Dressur entwickelt, eine Technik, die in abgewandelter Form nun auch beim CHIO Aachen digital Anwendung finden wird.

Beim „CHIO Aachen digital“ setzen die Organisatoren auf einen Mix aus virtuellen Erfahrungen, Social Media, Sport und Unterhaltung. Dressur- und Spring-Challenges mit internationalen Top-Reitern wird es geben, ebenso eine virtuelle Vielseitigkeit, jede Menge Fan-Involvement, ein Handy-Game und ein deutsch – niederländisches Länderspiel der Vierspänner. Auch werden die Höhepunkte aus den letzten Jahren von einigen der berühmtesten Prüfungen der Welt gezeigt. Angereichert werden Rolex Grand Prix, Mercedes-Benz Nationenpreis, Deutsche Bank Preis und Co. dabei mit aktuellen Sportler-Kommentaren, Hintergründen, fun facts und viel bislang unveröffentlichtem Material.

„Natürlich haben wir uns alle eine Live-Veranstaltung auf unserem traditionsreichen Turniergelände gewünscht“, sagt ALRV-Präsident Carl Meulenbergh, „doch ich bin mir sicher, dass wir mit dem Digital-Event viel von der legendären CHIO-Atmosphäre zu den Menschen nach Hause bringen werden.“

In den kommenden Tagen und Wochen werden auf den Social Media-Plattformen und auf chioaachen.de Details zum CHIO Aachen digital bekannt gegeben.

www.chioaachen.de
#chioaachen

Spruce Meadows Spruce Meadows

Spruce Meadows sagt – mit dem Rückhalt seiner Werbepartner – schweren Herzens das für die Zeit vom 9. bis zum 13. September 2020 anberaumte „Masters“-Springreitturnier ab

Es war eine sehr schwere Entscheidung im vollen Bewusstsein der erheblichen Auswirkungen, die dies nach sich ziehen wird. Das Flaggschiff der Veranstaltung, das „Masters“-Turnier, sollte 2020 eines der besten Events aller Zeiten werden. Zu den geplanten Highlights zählten die weltbesten Pferd-und-Reiter-Teams, die hier beim größten Springreitturnier überhaupt gegeneinander antreten sollten, dazu fantastische Einkaufsmöglichkeiten, Ausstellungen und Unterhaltungsprogramme wie der Musical Ride der Royal Canadian Mounted Police, die FireFit, die World Blacksmith Championships, der „Evening of the Horse“ am Freitag, die Military Colour sowie die wunderbaren Stimmen der The Tenors, um nur einige wenige Programmpunkte zu nennen.

Nichtsdestotrotz gibt es auch positive Neuigkeiten zu vermelden. Es muss nicht komplett auf Spruce Meadows verzichtet werden. Spruce Meadows feiert dieses Jahr sein 45-jähriges Bestehen mit einer wunderschönen Auswahl unvergesslicher Geschichten auf vielen unserer Medienkanäle und sozialen Plattformen. TELUS Name the Foal läuft virtuell weiter und das Team von Spruce Meadows arbeitet daran, ein virtuelles Spruce Meadows „Masters“ auf der Website und in den sozialen Medien auf die Beine zu stellen.  Weitere Einzelheiten zu diesen Initiativen folgen in den kommenden Wochen.
 
Vollständige Presseerklärung hier

 

CHIO Aachen CHIO Aachen

Weltfest des Pferdesports wird nur virtuell ausgetragen

Das Weltfest des Pferdesports, CHIO Aachen, wird in diesem Jahr nicht wie geplant stattfinden können. Aufgrund der Corona-Krise haben sich die Organisatoren zur Absage entschlossen. „Die Gesundheit der Menschen steht über allem“, sagt Frank Kemperman, der Vorstandsvorsitzende des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV). Daher habe man, auch vor dem Hintergrund der nationalen und internationalen Entwicklungen sowie der von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen, entschieden, den CHIO Aachen 2020 abzusagen.

„Das war für uns alle eine sehr emotionale und schwere Entscheidung“, so Michael Mronz, Geschäftsführer der Aachener Reitturnier GmbH (ART). Der CHIO Aachen sei auch dank seiner starken und verlässlichen Partner sowie der großen Verbundenheit seiner treuen Zuschauer gut aufgestellt, dennoch sei die Situation eine riesengroße Herausforderung, so Mronz. Doch völlig verzichten müssen die Fans und Freunde des CHIO Aachen nicht. „Wir werden einen virtuellen CHIO Aachen 2020 organisieren“, so Michael Mronz. Auf der Webseite und in den sozialen Medien wird es die legendäre CHIO Aachen-Atmosphäre zumindest digital geben. In den nächsten Tagen werden die Organisatoren das Projekt detaillierter vorstellen.

Die Corona-Absage ist die erste Absage des CHIO Aachen. 1898 begann die Geschichte des heute größten Reitturniers der Welt. Der Aachen-Laurensberger Rennverein wurde gegründet, zunächst wurden Pferderennen, später dann kleinere Turniere organisiert. Seit den 1920er Jahren gibt es internationale Reitturniere in Aachen, unterbrochen nur während des Zweiten Weltkriegs von 1940 bis 1945. Doch schon 1946 wurden auf dem Gelände in der Aachener Soers wieder Wettbewerbe ausgetragen, ab 1947 auch wieder international. Rund 350.000 Besucher aus aller Welt kommen inzwischen an den zehn Turniertagen auf das traditionsreiche Turniergelände vor den Toren Aachens.

Und deren Verbundenheit mit dem CHIO Aachen ist groß: Denn die Organisatoren dürfen derzeit eine ganz außergewöhnliche Erfahrung machen: „Die Solidarität der Menschen mit ihrem CHIO Aachen ist in diesen schwierigen Zeiten riesig“, weiß ALRV-Präsident Carl Meulenbergh zu berichten. Viele Karteninhaber haben bereits erklärt, auf die Rückerstattung des Kartenpreises zu verzichten. „Für dieses tolle Zeichen möchten wir von Herzen Danke sagen“, so Meulenbergh, denn: „Der ALRV als gemeinnütziger Verein ist auf diese Unterstützung angewiesen.“ Spender erhalten natürlich eine Spendenquittung.

Gekaufte Karten können in Tickets für den CHIO Aachen 2021 (25. Juni bis 4. Juli) umgewandelt werden, alle Infos und weitere Optionen stehen unter chioaachen.de/tickets. Das Team vom CHIO Aachen nimmt nun Kontakt zu allen registrierten Kartenkunden auf und bittet darum, derzeit von telefonischen Nachfragen abzusehen, da Zeit für die aufwendige Umsetzung benötigt wird. Die Geschäftsstelle des CHIO Aachen bleibt weiterhin für den Publikumsverkehr geschlossen.

Alle Infos: www.chioaachen.de
 

„Wir befinden uns bereits seit längerem in intensiven Gesprächen mit dem Weltverband FEI, dem nationalen Pferdesportverband FN, den Behörden und unseren Partnern“, sagen Frank Kemperman, Vorstandsvorsitzender des CHIO Aachen-Ausrichters Aachen-Laurensberger Rennvereins e.V. (ALRV) und Michael Mronz, Geschäftsführer des CHIO-Vermarkters Aachener Reitturnier GmbH (ART). In diesen Gesprächen geht es darum, auszuloten, was vor dem Hintergrund der Corona-Krise die beste Lösung für den CHIO Aachen und alle Besucher, Sportler mit ihren Pferden, Aussteller, Partner und Mitarbeiter des Turniers sei.

Den ursprünglichen Termin Anfang Juni werde man nicht beibehalten, denn: „Ein Festhalten am geplanten Termin macht keinen Sinn, die aktuelle und zukünftige Gesundheit und Sicherheit aller am Turnier Beteiligten haben für uns allerhöchste Priorität“, so Frank Kemperman. So ist nun vorrangiges Ziel, den CHIO Aachen zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr zu organisieren.

Sobald der neue Termin feststehe, werde man ihn umgehend mitteilen. Dann werden die CHIO Aachen-Organisatoren auch die Kartenkunden mit allen weiteren notwendigen Details informieren. Die Geschäftsstelle des CHIO Aachen bleibt aufgrund der aktuellen Umstände weiterhin geschlossen.

Aufgrund von COVID-19 verkündete das Organisationskomitee des The Dutch Masters 2020 heute Nachmittag die Absage der Veranstaltung mit sofortiger Wirkung. Die Regierungsrichtlinien der Niederlande schreiben eine Absage von Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen vor.

Der Turnierleiter des The Dutch Masters, Marcel Hunze: „Soeben hat die nationale Regierung verkündet, dass alle Veranstaltungen in den Niederlanden mit mehr als 100 Personen abgesagt werden müssen. Hier beim The Dutch Masters haben wir zwar nur 60 Reiter, aber zusammen mit den Pflegern und Organisatoren kommen wir auf weit über 100 Personen. Uns blieb also nicht anderes übrig, als das Event sofort abzusagen. In den letzten paar Minuten hatten wir die Gelegenheit, mit Sportlern, Mitarbeitern und Partnern des Events zu sprechen, und alle zeigen vollstes Verständnis und stimmen zu, dass es keine Alternative gibt.“

Die Familie des Rolex Grand Slam of Show Jumping zeigt sich solidarisch: Die Organisatoren des CHIO Aachen, von Spruce Meadows und dem CHI Genf sichern dem The Dutch Masters ihre volle Unterstützung zu.

Maikel van der Vleuten (Photo: Rolex Grand Slam / Ashlex Neuhof) Maikel van der Vleuten (Photo: Rolex Grand Slam / Ashlex Neuhof)

Zum diesjährigen The Dutch Masters vom 12. bis zum 15. März 2020 werden über 65.000 Zuschauer in die Stadt ’s-Hertogenbosch strömen, um ein Kopf-an-Kopf-Rennen einiger der besten Reiter der Welt mitzuerleben. Das Publikum darf sich auf ein umfassendes Programm voller Reitsportwettkämpfe zwischen einigen der hervorragendsten Spring- und Dressurreiter der Welt freuen. Der Rolex Grand Prix, die Krönung der diesjährigen Veranstaltung, bildet das Highlight am Sonntagnachmittag, wenn eine Auswahl der Elite des Pferdesports miteinander um die Anwärterschaft auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping wetteifern.

Der Rolex Grand Slam of Show Jumping – ein Blick auf die Reiter

Die 14.500 Zuschauer fassenden Brabanthallen in ’s-Hertogenbosch heißen eine Vielzahl der weltbesten Pferd-und-Reiter-Teams willkommen. Beim The Dutch Masters 2020 treten zahlreiche Kandidaten gegeneinander um den Sieg im ersten Major des Kalenderjahres an.

Rolex-Markenbotschafter Steve Guerdat (SUI) erzielte schon wiederholt Bestleistungen bei Major-Turnieren. Der dreimalige Gewinner des CHI Genf und aktuell die Nummer eins der Weltrangliste hofft sicherlich, diesen Erfolg beim diesjährigen The Dutch Masters zu wiederholen. Er reist mit einer eindrucksvollen Auswahl von Pferden an, mit denen er im bevorstehenden Wettkampf gut gerüstet sein dürfte, um neuer Anwärter auf den Rolex Grand Slam zu werden.

Auch der derzeitige Anwärter auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping, Martin Fuchs (SUI), nimmt am Wettkampf teil. Er hat in seinen jungen Jahren schon so viel erreicht und zu den Höhepunkten seiner Karriere zählen eine Silbermedaille im Einzel bei den FEI Weltreiterspielen 2018 sowie jüngst eine Einzel-Goldmedaille bei der FEI Europameisterschaft 2019. Auch in letzter Zeit präsentierte sich Fuchs in Bestform und sicherte sich auf Stalando 2 den ersten Platz beim Equinimity WEF Challenge Cup (CSI 5*). Er hofft nun sicherlich darauf, seiner beeindruckenden Erfolgsgeschichte auch den diesjährigen Siegerpokal des The Dutch Masters hinzufügen zu können. Der Schweizer Rolex-Markenbotschafter hat ein starkes Kontingent an Pferden dabei, darunter auch sein Spitzenpferd Clooney 51, der ihm im vergangenen Dezember zum Sieg beim CHI Genf verhalf.

Henrik von Eckermann (SWE), ehemals Anwärter auf den Rolex Grand Slam, ist ebenfalls ein heißer Kandidat beim diesjährigen The Dutch Masters. Nach herausragenden Leistungen 2019 wie den Siegen im Rolex Grand Prix des The Dutch Masters sowie bei der CHI Royal Windsor Horse Show wird von Eckermann darauf hoffen, seinen Titel verteidigen und erneut als Anwärter auf den Rolex Grand Slam die Zügel in die Hand nehmen zu können. Im starken Zusammenspiel mit seiner talentierten Toveks Mary Lou konnte sich der schwedische Reiter stetig die Weltrangliste hinaufarbeiten, und dank der Fähigkeit seiner Stute, in kleinen Arenen hervorragende Zeiten im Stechen abzuliefern, wird er nächste Woche zweifellos mit großer Zuversicht in die Niederlande reisen.

Der legendäre Pferdesportler und die ehemalige Nummer eins der Weltrangliste, Scott Brash (GBR), ist ein Paradebeispiel für Erfolg bei den Majors. 2015 schrieb der Schotte Geschichte, als er als erster Reiter überhaupt drei aufeinanderfolgende Majors des Rolex Grand Slam of Show Jumping gewann. Brash konnte auch jüngst bereits ein paar beneidenswerte Ergebnisse erzielen, darunter sein überwältigender Sieg beim Turkish Airlines Olympia Grand Prix (London) sowie ein zweiter Platz beim Rolex Grand Prix auf dem CHI Genf vergangenen Dezember. Während sich der Brite stetig in der Weltrangliste nach oben kämpft, werden bei seinem ersten Major dieses Jahr aller Augen auf ihn gerichtet sein.

Daniel Deußer (GER), die Nummer drei der Weltrangliste, gehört beim diesjährigen The Dutch Masters ebenfalls zu den Top-Kandidaten. Der Deutsche konnte in zahlreichen Fünf-Sterne-Wettkämpfen durchgehend Spitzenergebnisse erzielen und ist mehr als einmal nur haarscharf an einem Majorsieg vorbeigeschrammt. Sein deutscher Teamkollege, Marcus Ehning, startet mit jeder Menge Erfahrung ins diesjährige The Dutch Masters. Nach seinen Siegen beim Rolex Grand Prix des CHI Genf und des CHIO Aachen 2018 auf Prêt a Tout wird der ehemalige Anwärter auf den Rolex Grand Slam große Hoffnungen hegen, sich in ’s-Hertogenbosch für den diesjährigen Wettkampf zu qualifizieren.

Von jenseits des großen Teichs mischt Kent Farrington das Feld auf. Der US-Amerikaner ist für seine schnellen Zeiten im Stechen bekannt, die ihm 2019 zum Sieg des Rolex IJRC Top 10 Finales verhalfen, wo er sich dank einer blitzschnellen Runde auf seiner neuen, kastanienbraunen Stute Austria 2 die begehrte Trophäe holte. In einer atemberaubenden Darbietung von Schnelligkeit und Können verkürzte das flinke Duo die Zeit des Iren Darragh Kenny um unglaubliche 2,22 Sekunden. Fans dürfen damit rechnen, dass Farrington auch diesmal wieder sein außergewöhnliches reiterliches Können demonstrieren wird, das ihn 2019 ebenfalls beim CHIO Aachen zum Sieg im Rolex Grand Prix führte.

Das Heimpublikum kann sich auf ein starkes Starterfeld freuen, darunter die ehemalige Nummer eins der Weltrangliste Harrie Smolders sowie der EM-Goldmedaillengewinner Jeroen Dubbeldam, die hier beide auf Spitzenergebnisse aus sein dürften. Sehr bewegend wird die Veranstaltung für den niederländischen Reiter Maikel van der Vleuten werden, der hier sein legendäres Pferd Verdi TN nach unglaublicher 15-jähriger Partnerschaft in den Ruhestand verabschieden wird.

New ad campaign (Photo: Rolex Grand Slam) New ad campaign (Photo: Rolex Grand Slam)

Nach dem Erfolg der zweijährigen Kampagne „Surpass yourself and become a legend (Übertriff dich selbst und werde zur Legende)“ von 2018 startet der Rolex Grand Slam of Show Jumping zum Auftakt des The Dutch Masters, des ersten Majors des Jahres 2020 vom 12. bis zum 15. März, bei dem die weltbesten Reiter im niederländischen ’s-Hertogenbosch gegeneinander antreten werden, eine innovative neue Werbekampagne.

Unter dem Motto „The Quest for Excellence (Das Streben nach Vortrefflichkeit)“ zeigt die Kampagne dieses Jahr einen packenden 60-sekündigen Film, der auf eindringliche Art aufzeigt, welche Leidenschaft und Hingabe nötig sind, um eine der hervorragendsten Leistungen im Reitsport zu vollbringen – den Rolex Grand Slam of Show Jumping zu gewinnen. Das Konzept vereint sorgsam ausgewähltes Bildmaterial aus jedem der vier Majors, aus denen sich der Rolex Grand Slam of Show Jumping zusammensetzt, mit einer bahnbrechenden Grafik, die die wichtigsten Eigenschaften hervorhebt.

Die neue, im Vergleich zu den Vorjahren grafisch deutlich fortschrittlichere Werbung will durch ihren innovativen und offenen Charakter die traditionellen Grenzen des Reitsports sprengen. „The Quest for Excellence“ spricht die vielfältigsten Zielgruppen an, von eingefleischten Reitsportanhängern über Sportfans bis hin zu jenen, die Gefallen an der Herausforderung einer beinahe unmöglichen Aufgabe finden.

New ad campaign (Photo: Rolex Grand Slam) New ad campaign (Photo: Rolex Grand Slam)

Es wird eine weltweite digitale Freischaltung auf zahlreichen Plattformen wie dem Fernsehen und den sozialen Medien geben, um mit dem Motto „The Quest for Excellence“ ein noch größeres Publikum zu erreichen. Ebenfalls im Vorfeld des The Dutch Masters wird ein kürzerer 30-Sekunden-Spot an den Start gehen und in erster Linie in den sozialen Medienkanäle des Rolex Grand Slam of Show Jumping sowie im Fernsehen zu sehen sein.

Michael Mronz, Präsident des Lenkungsausschusses des Rolex Grand Slam of Show Jumping, kommentierte wie folgt: „Diese neue Kampagne verdeutlicht, wie sehr sich das Springreiten weiterentwickelt hat und wie innovativ es geworden ist. Und was nötig ist, um an die Spitze zu gelangen. Es ist ein geschichtsträchtiger und traditionsreicher Sport und genau das wollten wir demonstrieren, jedoch mit modernem Ansatz.“

Mronz weiter: „Wir wollten etwas erschaffen, das echte Gefühle weckt und gleichzeitig die Feinheiten des Sports aufzeigt und zum Leben erweckt.“

Der Schweizer Reiter Martin Fuchs begann seine „Quest for Excellence“ im Dezember vergangenen Jahres nach seiner herausragenden Leistung im Rolex Grand Prix des CHI Genf. Als Anwärter auf den Rolex Grand Slam werden ihn die Worte aus der neuen Werbekampagne bei seinem weiteren Streben nach einem der begehrtesten Preise des Springreitens sicherlich stets begleiten.

Hier können Sie sich den neuen Film ansehen

Martin Fuchs (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Martin Fuchs (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Worte von Martin Fuchs

Anwärter auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping

 

Was ist Ihre früheste Erinnerung ans Reiten?

Eine meiner ersten Erinnerungen ans Reiten ist an mein Pony Cleopatra, als ich sieben war. Mit ihr habe ich mein allererstes Springturnier bestritten.

Die letzten paar Jahre waren wirklich unglaublich für Sie. Wie haben Sie es geschafft, das noch zu toppen?

Ich habe das große Glück, ein ganz fantastisches Team zu haben, das mich unterstützt, tolle Sponsoren und wunderbare Pferdebesitzer. Meine Eltern haben mich schon immer bei allem unterstützt, ich habe auch zu Hause ein unglaubliches Team. Sie alle haben mir geholfen, meine Ziele und Träume zu verwirklichen. Außerdem habe ich hart gearbeitet. Ich hatte schon vorher ziemlich gute Ergebnisse, aber zurzeit habe ich eine ganze Reihe außergewöhnlicher Pferde, dank derer ich beinahe jede Woche hervorragende Leistungen auf Fünf-Sterne-Turnieren zeigen konnte. Zuvor hatte ich nur ein paar Spitzenpferde, aber im Augenblick habe ich eine ganze Reihe großartiger Pferde. Ich habe also freie Wahl und kann Woche um Woche versuchen, mir einen Sieg zu holen.

Wie finden Sie Ihre Pferde, wonach genau suchen Sie?

Kein Pferd ist wie das andere. Wir wollen ein vorsichtiges und kämpferisches Pferd, das sein Bestes gibt, damit der Reiter das Beste aus ihm herausholen kann.

Manchmal treten Sie gegen Reiter an, die Ihnen um Jahrzehnte an Erfahrung voraushaben. Wie schaffen Sie es, sich davon nicht einschüchtern zu lassen?

Meine Familie hat schon immer Pferde geliebt. Ich bin mit dem Reitsport und all den großen Reitern aufgewachsen und so war es ein ganz natürlicher Prozess für mich, selbst an großen Turnieren teilzunehmen. Noch heute beobachte ich die anderen Reiter und versuche, von ihnen zu lernen. Ich achte darauf, ob sie irgendetwas besonders gut machen, was ich für mich übernehmen und noch besser machen kann. Trotz meines Alters habe ich ziemlich viel Erfahrung auf hochklassigen Turnieren mit verschiedenen Pferden. Aber es gibt immer gewisse Situationen, in denen ich von erfahreneren Reitern im Parcours lernen und mich weiter verbessern kann.

Die Familie Fuchs ist im Springreiten weltbekannt. Wie haben Ihre Eltern Sie während Ihrer Kindheit und Karriere unterstützt?

Meine Eltern haben mich beide schon von klein auf unterstützt, mich trainiert, für mich nach Pferden gesucht und mir auch dabei geholfen, Pferdebesitzer und Sponsoren zu finden. Es war im Grunde eine Teamleistung meiner ganzen Familie, denn ohne sie wäre ich nicht in der Lage gewesen, die Nummer eins der Weltrangliste zu werden und einen Rolex Grand Prix zu gewinnen.

Clooney 51 ist ein Superstar unter den Pferden. Wie hat Ihre gemeinsame Reise begonnen und wie sind Sie zusammen gewachsen?

Wir haben Clooney im Alter von sieben Jahren durch einen meiner besten Freunde gekauft. Am Anfang war er etwas schwierig, aber er war schon immer ein großartiges Reitpferd. Als er acht wurde, erkannte ich, dass er das Zeug zu einem außergewöhnlichen Pferd hatte, denn er landete bei wichtigen Turnieren oft unter den Besten. Als Neunjähriger holte er sich einen zweiten Platz in einem Fünf-Sterne-Grand-Prix in Doha. Um zu dem Team zusammenzuwachsen, das wir heute sind, haben wir hart an unserer Dressur und seinem Selbstvertrauen gearbeitet. Ich versuche mein Möglichstes, damit er glücklich und zufrieden ist und das nötige Selbstvertrauen hat, um gute Leistungen zu bringen. Und dafür lässt er mich auf dem Parcours in der Regel auch nie im Stich.

Welche Eigenschaften machen ihn Ihrer Meinung nach so besonders?

Clooney geht die Hindernisse sehr vorsichtig und klug an. Er hat seine Umgebung sehr gut im Blick und weiß immer ganz genau, wo die Stangen sind. Er ist ein sehr intelligentes Springpferd mit eigenem Stil. Er springt nie zu hoch oder rennt gegen ein Hindernis.

Haben Sie vor, Clooney mit zum The Dutch Masters zu nehmen?

Ich nehme Clooney auf jeden Fall mit. Wir haben hart trainiert, uns vorbereitet und haben guten Chancen, gut abzuschneiden.

Sie haben schon so viel erreicht, aber wie sehen Ihre weiteren Ziele und Träume aus? Was möchten Sie noch erreichen?

Es war überwältigend, die Nummer eins der Weltrangliste zu werden. Das war natürlich ein Riesenerfolg und ein wahr gewordener Traum für mich, vor allem, weil ich ja noch ziemlich jung bin. Mit dem Sieg beim Rolex Grand Prix in Genf hätte es gar nicht besser für mich laufen können, und so bin ich nun Anwärter auf den Rolex Grand Slam. Mein Hauptziel für dieses Jahr sind der Rolex Grand Slam of Show Jumping und natürlich die Olympischen Spiele in Tokyo, auf die ich mich schon wahnsinnig freue.

Ihr Sieg beim Rolex Grand Prix des CHI Genf war verständlicherweise sehr emotional für Sie. Können Sie uns beschreiben, was dieser Sieg Ihnen bedeutet hat, vor allem vor Heimpublikum?

Das Genfer Turnier ist schon immer ziemlich gut für mich gelaufen. Aber einem Rolex-Grand-Prix-Sieg war ich dort noch nie nahe. Es war also sehr aufregend, mich für das Stechen zu qualifizieren. Clooney war ausgezeichnet in Form und ich wusste, dass das Stechen uns beiden zugutekommen würde. Ich blieb konzentriert und habe versucht, so schnell zu reiten, wie ich konnte, und gleichzeitig meinem Plan treu zu bleiben. Es war wirklich hart, den anderen zuzusehen, denn ich war mir ziemlich sicher, dass es nicht für mich reichen würde und einer der Spitzenreiter mich schlagen würde. Als Darragh Kenny, der letzte Reiter im Parcours, einen Abwurf hatte, wurde mir klar, dass ich gewonnen hatte. Es war ein unglaublicher Augenblick und ein ganz besonderer noch dazu, weil ich vor heimischem Publikum, meiner Familie und meinen Freunden gewonnen hatte.

Demnächst steht das The Dutch Masters an, das in einer viel kleineren Arena stattfindet. Ändert dies etwas an Ihren Vorbereitungen?

Unsere Vorbereitung bleibt dieselbe. Clooney ist sehr gut in kleineren Arenen, ihm kommt das also sehr entgegen. Ich bin sehr aufgeregt, weil ich zum ersten Mal beim The Dutch Masters dabei sein werde. Zwei Wochen vor dem The Dutch Masters starten wir ebenfalls in den Niederlanden bei einem Zwei-Sterne-Turnier mit Clooney, um uns so gut vorzubereiten, wie es nur geht.

Wenn wir noch weiter in den Terminkalender zum CHIO Aachen schauen, erwartet Sie wiederum eine völlig andere Arena. Wächst Clooney in einer Arena wie Aachen an seiner Aufgabe bzw. wie wirkt sich das auf ihn aus?

Clooney kann in großen Gras-Arenen schon mal etwas nervös werden, was die Sache ein klein wenig erschwert. Aber Aachen dauert eine ganze Woche und das gibt mir Gelegenheit, Clooney vor dem Grand Prix ein paar Mal im Parcours starten zu lassen. Das hilft uns dabei, uns einzugewöhnen. Letztes Jahr ist er wirklich gut gesprungen und hatte einen fehlerfreien Umlauf, doch in der zweiten Runde bin ich nicht so gut geritten. Letztendlich jedoch freue ich mich darauf, wieder mit ihm auf dieser Veranstaltung zu starten.

Scott Brash hat den Rolex Grand Slam auf Hello Sanctos gewonnen. Glauben Sie, Clooney hat das Potenzial, es ihm nachzutun?

Ich vertraue Clooney völlig. Ich weiß, dass er jede Prüfung in jeder Arena der Welt gewinnen kann. Das gibt mir viel Selbstvertrauen, aber in meinen kühnsten Träumen wage ich nicht, an einen Sieg des Rolex Grand Slam zu denken, weil es so schwer ist. Jeder, der sich in unserem Sport auskennt, weiß, dass Scott Brash etwas einfach Unglaubliches erreicht hat, und die Chancen, dass so etwas noch mal geschieht, sind minimal. Natürlich werden Clooney und ich unser Bestes geben und wer weiß, was die Zukunft für uns bereithält.

Welches ist der beste Ratschlag, den Sie je bekommen haben?

Ich glaube, einen Null-acht-fünfzehn-Rat habe ich noch nie bekommen. Ich habe viele wichtige Werte von vielen verschiedenen Menschen mit auf den Weg bekommen. Ich glaube, das Wichtigste ist, hart zu arbeiten, Leidenschaft zu haben, Verständnis für sein Pferd aufzubringen und jeden Tag sein Bestes zu geben.

Was tun Sie, wenn Sie gerade nicht reiten und an Turnieren teilnehmen? Haben Sie noch andere Hobbys außer dem Springreiten?

Ich bin ein ziemlich entspannter Mensch. Wenn kein Wettbewerb ansteht, mache ich gern lange Strandspaziergänge, aber manchmal fahre ich auch gern in die Stadt. Ich versuche, so viel wie möglich zu entspannen, wenn ich nicht gerade trainiere oder starte. Ich finde das sehr wichtig, wenn man gut sein will.

Thomas Fuchs (Photo: Alban Poudret) Thomas Fuchs (Photo: Alban Poudret)

Worte von Thomas Fuchs

Internationaler Springreiter, Trainer und Vater des Anwärters auf den Rolex Grand Slam

 

Wann haben Sie erkannt, dass Martin das Zeug dazu hat, es in die Weltspitze zu schaffen?

Als er die Junioren-Turniere hinter sich hatte, wurde mir klar, dass er vielleicht das Potenzial haben könnte, es bis ganz nach oben zu schaffen. Anfangs begleitete ihn meistens meine Frau zu den Turnieren. Ich fuhr auch ein paar Mal mit, aber er fiel oft runter und da habe ich aufgehört, ihn zu begleiten. Er wollte schon immer Springreiter werden. Mit elf oder zwölf startete er mit einem damals 18 oder 19 Jahre alten ehemaligen Grand-Prix-Pferd von Renata bei einigen Turnieren. Damals gelangen ihm erste Siege und ich erkannte sein Potenzial.

Welche Eigenschaften haben Martin dorthin gebracht, wo er heute ist?

Seine Bindung zu seinem Pferd ist wirklich erstaunlich. Er ist sehr ruhig, er wird überhaupt nicht nervös. Er besitzt ein sehr gutes reiterliches Fundament, das er sich durch den Dressurunterricht angeeignet hat. Das hat ihn zu dem Reiter gemacht, der er heute ist.

Als Martin den Rolex Grand Prix in Genf gewann, war das natürlich ein sehr emotionaler Moment. Was ging Ihnen in diesem Augenblick durch den Kopf?

Ich erinnere mich noch an das Gefühl, als uns klar wurde, dass Martin die Europameisterschaft gewonnen hatte. Das ganze Team war sehr bewegt und uns wurde langsam bewusst, dass da gerade etwas ganz Besonderes geschah. Genf war auch deshalb etwas Besonderes, weil alle da waren, um ihn zu unterstützen, und es hat Martin viel bedeutet, eine so große Prüfung in seinem Heimatland zu gewinnen.

Sie haben in den 1980ern das The Dutch Masters gewonnen. Glauben Sie, Martin wird in Ihre Fußstapfen treten?

Ja, stimmt, ich glaube, da habe ich tatsächlich gewonnen! Was ich mir für ihn erhoffe, ist vielleicht nicht genau das, was eintreten wird, aber er hat definitiv gute Chancen. Clooney 51 sieht sehr fit aus. Er ist seit Genf nicht mehr gestartet, hat also eine schöne Pause gehabt und sich in Form gehalten. Somit steht einem guten Ergebnis beim The Dutch Masters nichts im Wege.

Die Arena beim The Dutch Masters ist ziemlich klein im Vergleich zu der in Genf. Wie stimmen Sie die Vorbereitungen darauf ab?

Die Pferde sind an viele unterschiedliche Arenen gewöhnt. Ich glaube nicht, dass Clooney ein Problem damit haben wird, denn er ist an unterschiedliche Rahmenbedingungen gewöhnt. Man braucht immer eine Prise Glück und das Pferd muss in Spitzenform sein. Das wird erst Clooneys zweites Turnier seit Genf sein, darum ist es schwer vorherzusagen, wie er sich präsentieren wird. Er ist fantastisch in Form, aber es muss einfach alles richtig zusammenkommen.

Werden Sie nervös, wenn Sie Martin zuschauen?

Ehrlich gesagt, nein, nicht wirklich. Das Pferd hat bisher so viele fehlerfreie Runden absolviert. Bei den Stechen am Ende werde ich immer ein bisschen nervös, aber das Pferd ist so unglaublich, dass ich alles in allem nicht sonderlich nervös bin. Ich habe Vertrauen in meinen Sohn und in Clooney und glaube, ich brauche inzwischen nicht mehr nervös zu sein.

Sie sind ein weltbekannter Pferdehändler. Wie haben Sie Clooney und die anderen Pferde für sich selbst und für Martin gefunden?

Im Laufe der Jahre habe ich mir ein Netzwerk aus guten Freunden und großartigen Kontakten aufgebaut. Wenn jemand aus diesem Netzwerk ein besonderes Pferd entdeckt, gibt er mir Bescheid. Wir haben uns so viele Pferde angesehen. Es ist ja nicht so, dass man jedes Jahr ein Pferd wie Clooney entdeckt. Er ist etwas ganz Besonderes. Man muss einfach ein bisschen Glück haben und das hatten wir.

Als Sie Clooney zum ersten Mal gesehen haben, dachten Sie da schon, dass er mal der Star wird, der er heute ist?

Anfangs, als wir ihn das erste Mal sahen, hielten wir ihn für ein sehr nettes Pferd. Damals dachten wir noch nicht, dass er mal ein Star werden würde. Doch als er als Achtjähriger die Schweizer Meisterschaft gewann, wurde uns klar, dass er ein ganz besonderes Pferd mit einem einzigartigem Talent ist.

Martin hat in seinen jungen Jahren schon so viel erreicht. Was erhoffen und erträumen Sie sich für ihn, welche Erfolge wünschen Sie ihm noch?

Ich freue mich wirklich sehr über das, was er bisher erreicht hat. Er hat eine außergewöhnliche Karriere hingelegt und schon viel mehr gewonnen als ich. Allerdings glaube ich, dass es für ihn ein bisschen einfacher ist. Heutzutage ist die Ausrüstung viel besser. Und er kann zu Veranstaltungen reisen, ohne sich darum sorgen zu müssen, wer sich um seine Pferde kümmert. Wir haben ganz tolle Mitarbeiter in den Ställen, die sich fantastisch um die Pferde kümmern, und seine Mutter erledigt sämtlichen Papierkram. So kann er sich ganz aufs Reiten und auf die Turniere konzentrieren.

Wenn Sie Ihre Anfänge mit Martins Karriere vergleichen, wie hat sich das Springreiten seitdem verändert?

Heute gibt es viel mehr Spitzenreiter in den Wettkämpfen. Es ist unglaublich, wie viel besser der Sport geworden ist. Zu meiner Zeit sind wir oft auf ganz normalen Pferden gestartet. Heutzutage braucht man Spitzenpferde, um überhaupt mithalten zu können. Damals war das noch nicht so. Man konnte auch auf einem Durchschnittspferd gewinnen, doch heute sind nur noch die wirklich großen Prüfungen überhaupt von Interesse.

Was war der stolzeste Moment Ihrer Kariere als Springreiter?

Ich würde sagen, der stolzeste Moment meiner Karriere war wahrscheinlich, als ich Trainer der beiden besten Reiter der Welt wurde. Ich habe als Reiter viele Turniere gewonnen, doch nie eine der Spitzenprüfungen. Mein Bruder und ich mussten uns vor allem zu Beginn unserer Karrieren um wesentlich mehr Dinge kümmern als die Reiter heute. Wir musste die Stallarbeit noch selbst verrichten. Wir konnten uns nicht immer nur ausschließlich auf den Wettkampf konzentrieren, denn wir hatten noch viele andere Pflichten. Ich glaube, das ist einer der Gründe, weshalb ich mich so früh in meiner Karriere aus dem aktiven Turniersport verabschiedet habe. Es war einfach zu viel.

Als Trainer von Steve Guerdat und Martin muss ich nicht jeden Tag vor Ort sein, doch auf den großen Turnieren und Meisterschaften bin ich dabei und versuche, sie zu beruhigen. Insgesamt ist uns eine gute Mischbeziehung aus Trainer, Vater und Freund gelungen.

Das muss sehr interessant sein. Steve und Martin sind ja sehr eng befreundet, konkurrieren aber miteinander um die Weltspitze. Herrscht da eine freundschaftliche Rivalität zwischen den beiden?

Es herrscht große Rivalität zwischen ihnen. Das lässt sie härter trainieren und noch bessere Leistungen erbringen, weil sie beide die Nummer eins sein wollen. Sie sind zwar Konkurrenten, aber natürlich trotzdem gute Freunde. Steve und Martin wollen beide gewinnen, aber wenn einer von ihnen Platz zwei belegt und der andere gewinnt, freuen sie sich dennoch, weil sie sich so nahestehen. Sie unterstützen einander sehr. Im Parcours sind sie Rivalen, aber privat sehr gute Freunde. Manchmal gibt es kleine Eifersüchteleien, aber das ist nur natürlich und etwas Gutes, wenn man der Beste sein will.

Das Lustige ist, als Martin die Nummer eins der Weltrangliste wurde, hat er mich angerufen und gefragt: „Wie ist es, Trainer des besten Reiters der Welt zu sein?“ Und ich habe geantwortet: „Daran bin ich gewöhnt.“ Er hätte besser fragen sollen, wie es ist, Vater der Nummer eins der Weltrangliste zu sein.

Eine letzte Frage noch. Wenn Sie nicht in der Welt des Springreitens oder des Reitsports arbeiten würden, welche andere Karriere könnten Sie sich vorstellen?

Im Pferdesport zu arbeiten ist alles, was wir kennen. Wir haben als Lehrlinge angefangen und sind dann in den Pferdehandel eingestiegen. Martin ist durch und durch Pferdemensch und ich glaube, ich selbst bin auch nicht so übel. Ich könnte mir keine andere Laufbahn für uns beide vorstellen.

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