Rolex Grand Slam of Show Jumping

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Harry Charles (Photo: Rolex / Ashley Neuhof) Harry Charles (Photo: Rolex / Ashley Neuhof)

Nick Skelton (GBR) and Big Star winners of the Rolex Grand Prix Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton

Interview Mit Olympiasieger Und Springreitlegende Nick Skelton

 

Welches war das erste Major, an dem Du teilgenommen hast? Wie ist es gelaufen?

Ich habe den Grand Prix zum ersten Mal in Genf im Jahr 1978 gewonnen, noch bevor es ein Rolex Turnier war.

Wie hat es sich angefühlt, Ihr erstes Major zu gewinnen?

So, wie es sich bei jedem anfühlen würde. Unglaublich aufregend. Ich war sehr zufrieden und extrem froh, gewonnen zu haben. Damals hatte ich einige sehr gute Pferde. Apollo hat zwei Grand Prix beim CHIO Aachen gewonnen, und dann gewann ich 1982 den Aachen Grand Prix auf einem Pferd namens Everest if Ever. Schließlich hat im Jahr 2013 Big Star den Rolex Grand Prix in Aachen gewonnen, als der schon zum Rolex Grand Slam of Show Jumping gehörte, und so wurde ich zu einem Rolex Live Contender.

Fühlt es sich verglichen mit anderen Turnieren anders an, wenn Sie in den Parcours eines Majors des Rolex Grand Slam einreiten?

Der CHIO Aachen war immer ein tolles Turnier. Sogar damals in den 80er Jahren waren die Zuschauerränge immer vollgepackt und die Atmosphäre war einfach großartig. Den Rolex Grand Prix in Aachen zu gewinnen, ist für jeden Reiter eine unglaubliche Leistung. Er ist wahrscheinlich, neben Calgary, das mit am schwierigsten zu gewinnende Major.

Welchen Major sind Sie am liebsten geritten?

Ich glaube, alle Reiter würden mir zustimmen wenn ich sage, dass der CHIO Aachen das beste Major ist. Er ist wie das Wimbledon des Springsports oder das Masters im Golf – die Krönung des Sports. Ich denke, die meisten Reiter sehen das auch so.

Glauben Sie, man braucht eine ganz besondere und einzigartige Art von Pferd, um eins der Majors, aus denen der Rolex Grand Slam of Show Jumping besteht, zu gewinnen?

Selbstverständlich. Die Parcours sind hoch und lang und durch die davon angezogenen Zuschauermengen herrscht eine Menge Druck. Zusätzlich setzen sich die Reiter selbst auch noch unter Druck, weil sie die wichtigsten Grand Prix sind, die es zu gewinnen gilt.

Wie hat sich der Springsport im Laufe Ihrer Karriere verändert?

Er hat sich sehr verändert. Heutzutage fällt mir besonders die erlaubte Zeit auf. Man muss jetzt viel schneller durch den Parcours kommen als früher. Neulich habe ich mir ein Video angesehen, ich glaube aus dem Jahr 1987, als ich einen Grand Prix mit Apollo gewonnen hatte. Die erlaubte Zeit betrug 102 Sekunden. Heute reitet man auf dem gleichen Platz mit der gleichen Anzahl an Hindernissen, aber die erlaubte Zeit liegt jetzt zwischen 82 und 84 Sekunden. Man muss heute also etwa 20 Sekunden schneller sein als damals. Man kommt heutzutage auch schneller an die Sprünge. In einen modernen Parcours werden häufig mehr Sprünge eingebaut, obwohl die Plätze relativ klein sind. Selbst auf den kleinsten Platz quetschen sie jetzt etwa 13 Sprünge. Das erhöht den Druck auf die Pferde, die jetzt nicht nur schneller sein, sondern auch über mehr Hindernisse gehen müssen als damals.

Würden Sie sagen, dass es jetzt wichtiger ist, eine größere Auswahl an Pferden zu haben, anstatt eines absoluten Top-Pferdes?

Auf jeden Fall. Heute finden viel mehr Turniere statt. In Europa gibt es jede Woche irgendwo einen großen Grand Prix. Man braucht also schon viel mehr Pferde, und es ist schwierig, richtig gute Pferde zu finden. Deshalb sind sie auch so teuer.

Wie hat die Einführung des Rolex Grand Slam of Show Jumping das Springreiten bereichert?

Das Konzept ist sehr gut, und er ist unglaublich schwierig zu gewinnen. Ich glaube, früher hätte ich es schaffen können. Ich glaube, ich habe diese Grands Prix gewonnen, manche davon sogar im selben Jahr. Scott Brash ist der einzige Reiter, der das bisher geschafft hat. Es ist schon schwer, in einer Saison zwei davon zu gewinnen, geschweige denn drei oder vier. Das ist also eine fantastische Leistung. Ich denke, generell hat er den Sport ehrgeiziger werden lassen. Die Reiter wollen jetzt bei der Krönung des Springreitens dabei sein, beim Rolex Grand Slam.

Sie sind so viele Jahre bei Turnieren angetreten. Waren Sie am Ende vor großen Turnieren immer noch nervös?

Ich glaube nicht, dass ich nervös war. Alle Reiter sind vor einem wichtigen Ritt angespannt, weil man ja erfolgreich sein möchte. Wenn jemand sagt, er spüre nichts, würde ich sagen, dass er lügt. Reiter fühlen Emotionen, weil sie gut sein wollen. Es ist aber mehr der Adrenalinschub als Nervosität würde ich sagen. Ich kann nur von mir selbst reden, aber sobald man mit dem Ritt begonnen hat, habe ich nie irgendetwas davon mitgekriegt, was um mich herum passiert ist. Ich denke, das ist bei anderen Athleten genauso. Ich kann mir vorstellen, dass auch Tennisspieler, die in Wimbledon spielen, sich auf ihr Spiel konzentrieren und die Zuschauer gar nicht wahrnehmen. Mir ging es auch so.

In Ihrer Karriere mussten sie einige schwierige Momente meistern – was hat sie zum Weitermachen motiviert?

Ich hatte immer ein paar junge Pferde bei mir. Während ich verletzt war, freute ich mich also darauf, diese Jungpferde aufzubauen und weiterzubringen, und dadurch wollte auch ich stärker in den Sport zurückkehren. Ich hatte erst Arko und dann Big Star. Es kamen also immer ein paar gute junge Pferde zu mir, von denen ich dachte, dass sie mal gut genug werden würden, und das hat mich zur Rückkehr motiviert. Aber mir war klar, dass ich nach Big Star kein annähernd so gutes Pferd mehr finden würde. Außerdem wurde ich ja auch älter, und in Anbetracht dessen, was ich bis zu diesem Punkt alles gewonnen hatte, wusste ich, dass dies der richtige Zeitpunkt war, um meine Karriere zu beenden. Auch weil mein Rücken Probleme machte und Big Star nicht mehr so fit war wie früher. Die Zeit war einfach gekommen.

Ich glaube, wir kennen die Antwort auf diese Frage schon, aber welches Pferd war das Pferd Ihres Lebens?

Big Star, ganz klar. Ich hatte sehr viel Glück. Ich hatte einige wirklich sehr gute Pferde. Es ist schwierig, zu entscheiden, welches von ihnen wirklich besser war. Aber er war einfach außergewöhnlich. Meine Karriere wurde von einigen unglaublich guten Pferden begleitet, wie zum Beispiel Dollar Girl, St James, Apollo, Tinka’s boy, Top Gun, Carlo – zu der Zeit einige der besten Pferde der Welt. Aber Big Star war ein wirklich besonderes Pferd, und ich bin sehr sehr dankbar, dass ich ihn reiten durfte.

Als Sie anfingen, Big Star zu reiten, war Ihnen da schon bewusst, dass er etwas Besonderes war?

Mir war klar, dass er anders war. Als ich ihn das erste Mal ritt, war da etwas, dass mich spüren ließ, dass er anders war. Dass er außergewöhnlich war.

Was macht Big Star jetzt? Springen Sie zuhause noch mit ihm?

Er steht zur Zucht auf einem Gestüt, und wenn er nach Hause kommt, versuchen wir, ihn so gut es geht fit zu halten. Wir springen ein bisschen und gehen ins Gelände. Er wird sehr verwöhnt und genießt seinen Ruhestand.

Was vermissen Sie am Turnierreiten am meisten bzw. überhaupt nicht?

Gewinnen ist das, was ich am meisten vermisse! Was ich überhaupt nicht vermisse ist das Reisen, obwohl ich immer noch mit unseren Schülern und Laura recht viel unterwegs bin. Ich vermisse das Mitreiten. Manchmal schaue ich zu und denke mir: „Das ist ein großer Grand Prix, wäre es nicht schön, jetzt da draußen auf dem Platz zu sein und mitzumachen.“ Aber, ich war und bin zufrieden mit dem, was ich im Laufe meiner Karriere erreicht habe. Ich bin nicht von der Sorte Mensch, die zurückblickt und irgendetwas bereut.

Was würden Sie den Nachwuchs-Springreitern raten, die nun in den ranglisten nach oben klettern, wie z. B. Peter Charles Sohn Harry?

Der Trick ist, die richtigen Pferde auszuwählen. Die, die dich bis ganz nach oben bringen können. Man muss sie zwar auch reiten können, aber die besten Pferde zu finden, ist das Allerwichtigste.

Welcher Reiter hat sie am meisten inspiriert?

Da gibt es viele, ehemalige aber auch heute noch aktive. Ich würde sagen, im Moment Scott Brash, Steve Guerdat und die Brüder Philippaerts, aber es gibt so viele gute Reiter heutzutage, die alle inspirierend sind.

Wie haben Sie die Pferde während des Lockdowns im Training gehalten?

Wir haben sie einfach zuhaue trainiert. Wir haben dort ein paar Parcours für unsere Schüler aufgebaut, und einmal in der Woche wählen wir einen aus und üben dann. Das war wirklich unterhaltsam und es hat Spaß gemacht, weil ich noch nie so viel Zeit zuhause verbracht habe. Der Lockdown war für mich also kein allzu großes Problem.

Kent Farrington with Creedance (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Kent Farrington with Creedance (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Virtual CHIO Aachen 2020 Virtual CHIO Aachen 2020

Perfekter Mix aus virtuellen Erfahrungen, Social Media, Sport und Unterhaltung

 

Das O steht für online: Aus dem „Concours Hippique International Officiel“ wird ein einziges Mal der „Concours Hippique International Online“. Vom 4. bis zum 9. August 2020 wird es den „CHIO Aachen digital“ geben.

„Natürlich übertrifft nichts den echten CHIO Aachen“ sagt Frank Kemperman, Vorstandsvorsitzender des Aachen-Laurensberger Rennvereins e.V. (ALRV), aber mit dem CHIO Aachen digital habe man mit modernster Technologie eine sehr gute Antwort auf die coronabedingte Absage des Events gefunden. „Bereits seit vielen Jahren setzen wir auf modernste Technik und Innovationen, um so unseren einmaligen Sport bestmöglich darzustellen, aber natürlich auch transparenter und somit besser verständlich zu machen“, sagt Michael Mronz, Geschäftsführer der Aachener Reitturnier GmbH. So habe man gemeinsam mit dem offiziellen Technologiepartner SAP die inzwischen weltweit eingesetzte Judging-App für die Dressur entwickelt, eine Technik, die in abgewandelter Form nun auch beim CHIO Aachen digital Anwendung finden wird.

Beim „CHIO Aachen digital“ setzen die Organisatoren auf einen Mix aus virtuellen Erfahrungen, Social Media, Sport und Unterhaltung. Dressur- und Spring-Challenges mit internationalen Top-Reitern wird es geben, ebenso eine virtuelle Vielseitigkeit, jede Menge Fan-Involvement, ein Handy-Game und ein deutsch – niederländisches Länderspiel der Vierspänner. Auch werden die Höhepunkte aus den letzten Jahren von einigen der berühmtesten Prüfungen der Welt gezeigt. Angereichert werden Rolex Grand Prix, Mercedes-Benz Nationenpreis, Deutsche Bank Preis und Co. dabei mit aktuellen Sportler-Kommentaren, Hintergründen, fun facts und viel bislang unveröffentlichtem Material.

„Natürlich haben wir uns alle eine Live-Veranstaltung auf unserem traditionsreichen Turniergelände gewünscht“, sagt ALRV-Präsident Carl Meulenbergh, „doch ich bin mir sicher, dass wir mit dem Digital-Event viel von der legendären CHIO-Atmosphäre zu den Menschen nach Hause bringen werden.“

In den kommenden Tagen und Wochen werden auf den Social Media-Plattformen und auf chioaachen.de Details zum CHIO Aachen digital bekannt gegeben.

www.chioaachen.de
#chioaachen

Spruce Meadows Spruce Meadows

Spruce Meadows sagt – mit dem Rückhalt seiner Werbepartner – schweren Herzens das für die Zeit vom 9. bis zum 13. September 2020 anberaumte „Masters“-Springreitturnier ab

Es war eine sehr schwere Entscheidung im vollen Bewusstsein der erheblichen Auswirkungen, die dies nach sich ziehen wird. Das Flaggschiff der Veranstaltung, das „Masters“-Turnier, sollte 2020 eines der besten Events aller Zeiten werden. Zu den geplanten Highlights zählten die weltbesten Pferd-und-Reiter-Teams, die hier beim größten Springreitturnier überhaupt gegeneinander antreten sollten, dazu fantastische Einkaufsmöglichkeiten, Ausstellungen und Unterhaltungsprogramme wie der Musical Ride der Royal Canadian Mounted Police, die FireFit, die World Blacksmith Championships, der „Evening of the Horse“ am Freitag, die Military Colour sowie die wunderbaren Stimmen der The Tenors, um nur einige wenige Programmpunkte zu nennen.

Nichtsdestotrotz gibt es auch positive Neuigkeiten zu vermelden. Es muss nicht komplett auf Spruce Meadows verzichtet werden. Spruce Meadows feiert dieses Jahr sein 45-jähriges Bestehen mit einer wunderschönen Auswahl unvergesslicher Geschichten auf vielen unserer Medienkanäle und sozialen Plattformen. TELUS Name the Foal läuft virtuell weiter und das Team von Spruce Meadows arbeitet daran, ein virtuelles Spruce Meadows „Masters“ auf der Website und in den sozialen Medien auf die Beine zu stellen.  Weitere Einzelheiten zu diesen Initiativen folgen in den kommenden Wochen.
 
Vollständige Presseerklärung hier

 

CHIO Aachen CHIO Aachen

Weltfest des Pferdesports wird nur virtuell ausgetragen

Das Weltfest des Pferdesports, CHIO Aachen, wird in diesem Jahr nicht wie geplant stattfinden können. Aufgrund der Corona-Krise haben sich die Organisatoren zur Absage entschlossen. „Die Gesundheit der Menschen steht über allem“, sagt Frank Kemperman, der Vorstandsvorsitzende des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV). Daher habe man, auch vor dem Hintergrund der nationalen und internationalen Entwicklungen sowie der von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen, entschieden, den CHIO Aachen 2020 abzusagen.

„Das war für uns alle eine sehr emotionale und schwere Entscheidung“, so Michael Mronz, Geschäftsführer der Aachener Reitturnier GmbH (ART). Der CHIO Aachen sei auch dank seiner starken und verlässlichen Partner sowie der großen Verbundenheit seiner treuen Zuschauer gut aufgestellt, dennoch sei die Situation eine riesengroße Herausforderung, so Mronz. Doch völlig verzichten müssen die Fans und Freunde des CHIO Aachen nicht. „Wir werden einen virtuellen CHIO Aachen 2020 organisieren“, so Michael Mronz. Auf der Webseite und in den sozialen Medien wird es die legendäre CHIO Aachen-Atmosphäre zumindest digital geben. In den nächsten Tagen werden die Organisatoren das Projekt detaillierter vorstellen.

Die Corona-Absage ist die erste Absage des CHIO Aachen. 1898 begann die Geschichte des heute größten Reitturniers der Welt. Der Aachen-Laurensberger Rennverein wurde gegründet, zunächst wurden Pferderennen, später dann kleinere Turniere organisiert. Seit den 1920er Jahren gibt es internationale Reitturniere in Aachen, unterbrochen nur während des Zweiten Weltkriegs von 1940 bis 1945. Doch schon 1946 wurden auf dem Gelände in der Aachener Soers wieder Wettbewerbe ausgetragen, ab 1947 auch wieder international. Rund 350.000 Besucher aus aller Welt kommen inzwischen an den zehn Turniertagen auf das traditionsreiche Turniergelände vor den Toren Aachens.

Und deren Verbundenheit mit dem CHIO Aachen ist groß: Denn die Organisatoren dürfen derzeit eine ganz außergewöhnliche Erfahrung machen: „Die Solidarität der Menschen mit ihrem CHIO Aachen ist in diesen schwierigen Zeiten riesig“, weiß ALRV-Präsident Carl Meulenbergh zu berichten. Viele Karteninhaber haben bereits erklärt, auf die Rückerstattung des Kartenpreises zu verzichten. „Für dieses tolle Zeichen möchten wir von Herzen Danke sagen“, so Meulenbergh, denn: „Der ALRV als gemeinnütziger Verein ist auf diese Unterstützung angewiesen.“ Spender erhalten natürlich eine Spendenquittung.

Gekaufte Karten können in Tickets für den CHIO Aachen 2021 (25. Juni bis 4. Juli) umgewandelt werden, alle Infos und weitere Optionen stehen unter chioaachen.de/tickets. Das Team vom CHIO Aachen nimmt nun Kontakt zu allen registrierten Kartenkunden auf und bittet darum, derzeit von telefonischen Nachfragen abzusehen, da Zeit für die aufwendige Umsetzung benötigt wird. Die Geschäftsstelle des CHIO Aachen bleibt weiterhin für den Publikumsverkehr geschlossen.

Alle Infos: www.chioaachen.de
 

„Wir befinden uns bereits seit längerem in intensiven Gesprächen mit dem Weltverband FEI, dem nationalen Pferdesportverband FN, den Behörden und unseren Partnern“, sagen Frank Kemperman, Vorstandsvorsitzender des CHIO Aachen-Ausrichters Aachen-Laurensberger Rennvereins e.V. (ALRV) und Michael Mronz, Geschäftsführer des CHIO-Vermarkters Aachener Reitturnier GmbH (ART). In diesen Gesprächen geht es darum, auszuloten, was vor dem Hintergrund der Corona-Krise die beste Lösung für den CHIO Aachen und alle Besucher, Sportler mit ihren Pferden, Aussteller, Partner und Mitarbeiter des Turniers sei.

Den ursprünglichen Termin Anfang Juni werde man nicht beibehalten, denn: „Ein Festhalten am geplanten Termin macht keinen Sinn, die aktuelle und zukünftige Gesundheit und Sicherheit aller am Turnier Beteiligten haben für uns allerhöchste Priorität“, so Frank Kemperman. So ist nun vorrangiges Ziel, den CHIO Aachen zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr zu organisieren.

Sobald der neue Termin feststehe, werde man ihn umgehend mitteilen. Dann werden die CHIO Aachen-Organisatoren auch die Kartenkunden mit allen weiteren notwendigen Details informieren. Die Geschäftsstelle des CHIO Aachen bleibt aufgrund der aktuellen Umstände weiterhin geschlossen.

Aufgrund von COVID-19 verkündete das Organisationskomitee des The Dutch Masters 2020 heute Nachmittag die Absage der Veranstaltung mit sofortiger Wirkung. Die Regierungsrichtlinien der Niederlande schreiben eine Absage von Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen vor.

Der Turnierleiter des The Dutch Masters, Marcel Hunze: „Soeben hat die nationale Regierung verkündet, dass alle Veranstaltungen in den Niederlanden mit mehr als 100 Personen abgesagt werden müssen. Hier beim The Dutch Masters haben wir zwar nur 60 Reiter, aber zusammen mit den Pflegern und Organisatoren kommen wir auf weit über 100 Personen. Uns blieb also nicht anderes übrig, als das Event sofort abzusagen. In den letzten paar Minuten hatten wir die Gelegenheit, mit Sportlern, Mitarbeitern und Partnern des Events zu sprechen, und alle zeigen vollstes Verständnis und stimmen zu, dass es keine Alternative gibt.“

Die Familie des Rolex Grand Slam of Show Jumping zeigt sich solidarisch: Die Organisatoren des CHIO Aachen, von Spruce Meadows und dem CHI Genf sichern dem The Dutch Masters ihre volle Unterstützung zu.

Maikel van der Vleuten (Photo: Rolex Grand Slam / Ashlex Neuhof) Maikel van der Vleuten (Photo: Rolex Grand Slam / Ashlex Neuhof)

Zum diesjährigen The Dutch Masters vom 12. bis zum 15. März 2020 werden über 65.000 Zuschauer in die Stadt ’s-Hertogenbosch strömen, um ein Kopf-an-Kopf-Rennen einiger der besten Reiter der Welt mitzuerleben. Das Publikum darf sich auf ein umfassendes Programm voller Reitsportwettkämpfe zwischen einigen der hervorragendsten Spring- und Dressurreiter der Welt freuen. Der Rolex Grand Prix, die Krönung der diesjährigen Veranstaltung, bildet das Highlight am Sonntagnachmittag, wenn eine Auswahl der Elite des Pferdesports miteinander um die Anwärterschaft auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping wetteifern.

Der Rolex Grand Slam of Show Jumping – ein Blick auf die Reiter

Die 14.500 Zuschauer fassenden Brabanthallen in ’s-Hertogenbosch heißen eine Vielzahl der weltbesten Pferd-und-Reiter-Teams willkommen. Beim The Dutch Masters 2020 treten zahlreiche Kandidaten gegeneinander um den Sieg im ersten Major des Kalenderjahres an.

Rolex-Markenbotschafter Steve Guerdat (SUI) erzielte schon wiederholt Bestleistungen bei Major-Turnieren. Der dreimalige Gewinner des CHI Genf und aktuell die Nummer eins der Weltrangliste hofft sicherlich, diesen Erfolg beim diesjährigen The Dutch Masters zu wiederholen. Er reist mit einer eindrucksvollen Auswahl von Pferden an, mit denen er im bevorstehenden Wettkampf gut gerüstet sein dürfte, um neuer Anwärter auf den Rolex Grand Slam zu werden.

Auch der derzeitige Anwärter auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping, Martin Fuchs (SUI), nimmt am Wettkampf teil. Er hat in seinen jungen Jahren schon so viel erreicht und zu den Höhepunkten seiner Karriere zählen eine Silbermedaille im Einzel bei den FEI Weltreiterspielen 2018 sowie jüngst eine Einzel-Goldmedaille bei der FEI Europameisterschaft 2019. Auch in letzter Zeit präsentierte sich Fuchs in Bestform und sicherte sich auf Stalando 2 den ersten Platz beim Equinimity WEF Challenge Cup (CSI 5*). Er hofft nun sicherlich darauf, seiner beeindruckenden Erfolgsgeschichte auch den diesjährigen Siegerpokal des The Dutch Masters hinzufügen zu können. Der Schweizer Rolex-Markenbotschafter hat ein starkes Kontingent an Pferden dabei, darunter auch sein Spitzenpferd Clooney 51, der ihm im vergangenen Dezember zum Sieg beim CHI Genf verhalf.

Henrik von Eckermann (SWE), ehemals Anwärter auf den Rolex Grand Slam, ist ebenfalls ein heißer Kandidat beim diesjährigen The Dutch Masters. Nach herausragenden Leistungen 2019 wie den Siegen im Rolex Grand Prix des The Dutch Masters sowie bei der CHI Royal Windsor Horse Show wird von Eckermann darauf hoffen, seinen Titel verteidigen und erneut als Anwärter auf den Rolex Grand Slam die Zügel in die Hand nehmen zu können. Im starken Zusammenspiel mit seiner talentierten Toveks Mary Lou konnte sich der schwedische Reiter stetig die Weltrangliste hinaufarbeiten, und dank der Fähigkeit seiner Stute, in kleinen Arenen hervorragende Zeiten im Stechen abzuliefern, wird er nächste Woche zweifellos mit großer Zuversicht in die Niederlande reisen.

Der legendäre Pferdesportler und die ehemalige Nummer eins der Weltrangliste, Scott Brash (GBR), ist ein Paradebeispiel für Erfolg bei den Majors. 2015 schrieb der Schotte Geschichte, als er als erster Reiter überhaupt drei aufeinanderfolgende Majors des Rolex Grand Slam of Show Jumping gewann. Brash konnte auch jüngst bereits ein paar beneidenswerte Ergebnisse erzielen, darunter sein überwältigender Sieg beim Turkish Airlines Olympia Grand Prix (London) sowie ein zweiter Platz beim Rolex Grand Prix auf dem CHI Genf vergangenen Dezember. Während sich der Brite stetig in der Weltrangliste nach oben kämpft, werden bei seinem ersten Major dieses Jahr aller Augen auf ihn gerichtet sein.

Daniel Deußer (GER), die Nummer drei der Weltrangliste, gehört beim diesjährigen The Dutch Masters ebenfalls zu den Top-Kandidaten. Der Deutsche konnte in zahlreichen Fünf-Sterne-Wettkämpfen durchgehend Spitzenergebnisse erzielen und ist mehr als einmal nur haarscharf an einem Majorsieg vorbeigeschrammt. Sein deutscher Teamkollege, Marcus Ehning, startet mit jeder Menge Erfahrung ins diesjährige The Dutch Masters. Nach seinen Siegen beim Rolex Grand Prix des CHI Genf und des CHIO Aachen 2018 auf Prêt a Tout wird der ehemalige Anwärter auf den Rolex Grand Slam große Hoffnungen hegen, sich in ’s-Hertogenbosch für den diesjährigen Wettkampf zu qualifizieren.

Von jenseits des großen Teichs mischt Kent Farrington das Feld auf. Der US-Amerikaner ist für seine schnellen Zeiten im Stechen bekannt, die ihm 2019 zum Sieg des Rolex IJRC Top 10 Finales verhalfen, wo er sich dank einer blitzschnellen Runde auf seiner neuen, kastanienbraunen Stute Austria 2 die begehrte Trophäe holte. In einer atemberaubenden Darbietung von Schnelligkeit und Können verkürzte das flinke Duo die Zeit des Iren Darragh Kenny um unglaubliche 2,22 Sekunden. Fans dürfen damit rechnen, dass Farrington auch diesmal wieder sein außergewöhnliches reiterliches Können demonstrieren wird, das ihn 2019 ebenfalls beim CHIO Aachen zum Sieg im Rolex Grand Prix führte.

Das Heimpublikum kann sich auf ein starkes Starterfeld freuen, darunter die ehemalige Nummer eins der Weltrangliste Harrie Smolders sowie der EM-Goldmedaillengewinner Jeroen Dubbeldam, die hier beide auf Spitzenergebnisse aus sein dürften. Sehr bewegend wird die Veranstaltung für den niederländischen Reiter Maikel van der Vleuten werden, der hier sein legendäres Pferd Verdi TN nach unglaublicher 15-jähriger Partnerschaft in den Ruhestand verabschieden wird.

New ad campaign (Photo: Rolex Grand Slam) New ad campaign (Photo: Rolex Grand Slam)

Nach dem Erfolg der zweijährigen Kampagne „Surpass yourself and become a legend (Übertriff dich selbst und werde zur Legende)“ von 2018 startet der Rolex Grand Slam of Show Jumping zum Auftakt des The Dutch Masters, des ersten Majors des Jahres 2020 vom 12. bis zum 15. März, bei dem die weltbesten Reiter im niederländischen ’s-Hertogenbosch gegeneinander antreten werden, eine innovative neue Werbekampagne.

Unter dem Motto „The Quest for Excellence (Das Streben nach Vortrefflichkeit)“ zeigt die Kampagne dieses Jahr einen packenden 60-sekündigen Film, der auf eindringliche Art aufzeigt, welche Leidenschaft und Hingabe nötig sind, um eine der hervorragendsten Leistungen im Reitsport zu vollbringen – den Rolex Grand Slam of Show Jumping zu gewinnen. Das Konzept vereint sorgsam ausgewähltes Bildmaterial aus jedem der vier Majors, aus denen sich der Rolex Grand Slam of Show Jumping zusammensetzt, mit einer bahnbrechenden Grafik, die die wichtigsten Eigenschaften hervorhebt.

Die neue, im Vergleich zu den Vorjahren grafisch deutlich fortschrittlichere Werbung will durch ihren innovativen und offenen Charakter die traditionellen Grenzen des Reitsports sprengen. „The Quest for Excellence“ spricht die vielfältigsten Zielgruppen an, von eingefleischten Reitsportanhängern über Sportfans bis hin zu jenen, die Gefallen an der Herausforderung einer beinahe unmöglichen Aufgabe finden.

New ad campaign (Photo: Rolex Grand Slam) New ad campaign (Photo: Rolex Grand Slam)

Es wird eine weltweite digitale Freischaltung auf zahlreichen Plattformen wie dem Fernsehen und den sozialen Medien geben, um mit dem Motto „The Quest for Excellence“ ein noch größeres Publikum zu erreichen. Ebenfalls im Vorfeld des The Dutch Masters wird ein kürzerer 30-Sekunden-Spot an den Start gehen und in erster Linie in den sozialen Medienkanäle des Rolex Grand Slam of Show Jumping sowie im Fernsehen zu sehen sein.

Michael Mronz, Präsident des Lenkungsausschusses des Rolex Grand Slam of Show Jumping, kommentierte wie folgt: „Diese neue Kampagne verdeutlicht, wie sehr sich das Springreiten weiterentwickelt hat und wie innovativ es geworden ist. Und was nötig ist, um an die Spitze zu gelangen. Es ist ein geschichtsträchtiger und traditionsreicher Sport und genau das wollten wir demonstrieren, jedoch mit modernem Ansatz.“

Mronz weiter: „Wir wollten etwas erschaffen, das echte Gefühle weckt und gleichzeitig die Feinheiten des Sports aufzeigt und zum Leben erweckt.“

Der Schweizer Reiter Martin Fuchs begann seine „Quest for Excellence“ im Dezember vergangenen Jahres nach seiner herausragenden Leistung im Rolex Grand Prix des CHI Genf. Als Anwärter auf den Rolex Grand Slam werden ihn die Worte aus der neuen Werbekampagne bei seinem weiteren Streben nach einem der begehrtesten Preise des Springreitens sicherlich stets begleiten.

Hier können Sie sich den neuen Film ansehen

Martin Fuchs (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Martin Fuchs (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Worte von Martin Fuchs

Anwärter auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping

 

Was ist Ihre früheste Erinnerung ans Reiten?

Eine meiner ersten Erinnerungen ans Reiten ist an mein Pony Cleopatra, als ich sieben war. Mit ihr habe ich mein allererstes Springturnier bestritten.

Die letzten paar Jahre waren wirklich unglaublich für Sie. Wie haben Sie es geschafft, das noch zu toppen?

Ich habe das große Glück, ein ganz fantastisches Team zu haben, das mich unterstützt, tolle Sponsoren und wunderbare Pferdebesitzer. Meine Eltern haben mich schon immer bei allem unterstützt, ich habe auch zu Hause ein unglaubliches Team. Sie alle haben mir geholfen, meine Ziele und Träume zu verwirklichen. Außerdem habe ich hart gearbeitet. Ich hatte schon vorher ziemlich gute Ergebnisse, aber zurzeit habe ich eine ganze Reihe außergewöhnlicher Pferde, dank derer ich beinahe jede Woche hervorragende Leistungen auf Fünf-Sterne-Turnieren zeigen konnte. Zuvor hatte ich nur ein paar Spitzenpferde, aber im Augenblick habe ich eine ganze Reihe großartiger Pferde. Ich habe also freie Wahl und kann Woche um Woche versuchen, mir einen Sieg zu holen.

Wie finden Sie Ihre Pferde, wonach genau suchen Sie?

Kein Pferd ist wie das andere. Wir wollen ein vorsichtiges und kämpferisches Pferd, das sein Bestes gibt, damit der Reiter das Beste aus ihm herausholen kann.

Manchmal treten Sie gegen Reiter an, die Ihnen um Jahrzehnte an Erfahrung voraushaben. Wie schaffen Sie es, sich davon nicht einschüchtern zu lassen?

Meine Familie hat schon immer Pferde geliebt. Ich bin mit dem Reitsport und all den großen Reitern aufgewachsen und so war es ein ganz natürlicher Prozess für mich, selbst an großen Turnieren teilzunehmen. Noch heute beobachte ich die anderen Reiter und versuche, von ihnen zu lernen. Ich achte darauf, ob sie irgendetwas besonders gut machen, was ich für mich übernehmen und noch besser machen kann. Trotz meines Alters habe ich ziemlich viel Erfahrung auf hochklassigen Turnieren mit verschiedenen Pferden. Aber es gibt immer gewisse Situationen, in denen ich von erfahreneren Reitern im Parcours lernen und mich weiter verbessern kann.

Die Familie Fuchs ist im Springreiten weltbekannt. Wie haben Ihre Eltern Sie während Ihrer Kindheit und Karriere unterstützt?

Meine Eltern haben mich beide schon von klein auf unterstützt, mich trainiert, für mich nach Pferden gesucht und mir auch dabei geholfen, Pferdebesitzer und Sponsoren zu finden. Es war im Grunde eine Teamleistung meiner ganzen Familie, denn ohne sie wäre ich nicht in der Lage gewesen, die Nummer eins der Weltrangliste zu werden und einen Rolex Grand Prix zu gewinnen.

Clooney 51 ist ein Superstar unter den Pferden. Wie hat Ihre gemeinsame Reise begonnen und wie sind Sie zusammen gewachsen?

Wir haben Clooney im Alter von sieben Jahren durch einen meiner besten Freunde gekauft. Am Anfang war er etwas schwierig, aber er war schon immer ein großartiges Reitpferd. Als er acht wurde, erkannte ich, dass er das Zeug zu einem außergewöhnlichen Pferd hatte, denn er landete bei wichtigen Turnieren oft unter den Besten. Als Neunjähriger holte er sich einen zweiten Platz in einem Fünf-Sterne-Grand-Prix in Doha. Um zu dem Team zusammenzuwachsen, das wir heute sind, haben wir hart an unserer Dressur und seinem Selbstvertrauen gearbeitet. Ich versuche mein Möglichstes, damit er glücklich und zufrieden ist und das nötige Selbstvertrauen hat, um gute Leistungen zu bringen. Und dafür lässt er mich auf dem Parcours in der Regel auch nie im Stich.

Welche Eigenschaften machen ihn Ihrer Meinung nach so besonders?

Clooney geht die Hindernisse sehr vorsichtig und klug an. Er hat seine Umgebung sehr gut im Blick und weiß immer ganz genau, wo die Stangen sind. Er ist ein sehr intelligentes Springpferd mit eigenem Stil. Er springt nie zu hoch oder rennt gegen ein Hindernis.

Haben Sie vor, Clooney mit zum The Dutch Masters zu nehmen?

Ich nehme Clooney auf jeden Fall mit. Wir haben hart trainiert, uns vorbereitet und haben guten Chancen, gut abzuschneiden.

Sie haben schon so viel erreicht, aber wie sehen Ihre weiteren Ziele und Träume aus? Was möchten Sie noch erreichen?

Es war überwältigend, die Nummer eins der Weltrangliste zu werden. Das war natürlich ein Riesenerfolg und ein wahr gewordener Traum für mich, vor allem, weil ich ja noch ziemlich jung bin. Mit dem Sieg beim Rolex Grand Prix in Genf hätte es gar nicht besser für mich laufen können, und so bin ich nun Anwärter auf den Rolex Grand Slam. Mein Hauptziel für dieses Jahr sind der Rolex Grand Slam of Show Jumping und natürlich die Olympischen Spiele in Tokyo, auf die ich mich schon wahnsinnig freue.

Ihr Sieg beim Rolex Grand Prix des CHI Genf war verständlicherweise sehr emotional für Sie. Können Sie uns beschreiben, was dieser Sieg Ihnen bedeutet hat, vor allem vor Heimpublikum?

Das Genfer Turnier ist schon immer ziemlich gut für mich gelaufen. Aber einem Rolex-Grand-Prix-Sieg war ich dort noch nie nahe. Es war also sehr aufregend, mich für das Stechen zu qualifizieren. Clooney war ausgezeichnet in Form und ich wusste, dass das Stechen uns beiden zugutekommen würde. Ich blieb konzentriert und habe versucht, so schnell zu reiten, wie ich konnte, und gleichzeitig meinem Plan treu zu bleiben. Es war wirklich hart, den anderen zuzusehen, denn ich war mir ziemlich sicher, dass es nicht für mich reichen würde und einer der Spitzenreiter mich schlagen würde. Als Darragh Kenny, der letzte Reiter im Parcours, einen Abwurf hatte, wurde mir klar, dass ich gewonnen hatte. Es war ein unglaublicher Augenblick und ein ganz besonderer noch dazu, weil ich vor heimischem Publikum, meiner Familie und meinen Freunden gewonnen hatte.

Demnächst steht das The Dutch Masters an, das in einer viel kleineren Arena stattfindet. Ändert dies etwas an Ihren Vorbereitungen?

Unsere Vorbereitung bleibt dieselbe. Clooney ist sehr gut in kleineren Arenen, ihm kommt das also sehr entgegen. Ich bin sehr aufgeregt, weil ich zum ersten Mal beim The Dutch Masters dabei sein werde. Zwei Wochen vor dem The Dutch Masters starten wir ebenfalls in den Niederlanden bei einem Zwei-Sterne-Turnier mit Clooney, um uns so gut vorzubereiten, wie es nur geht.

Wenn wir noch weiter in den Terminkalender zum CHIO Aachen schauen, erwartet Sie wiederum eine völlig andere Arena. Wächst Clooney in einer Arena wie Aachen an seiner Aufgabe bzw. wie wirkt sich das auf ihn aus?

Clooney kann in großen Gras-Arenen schon mal etwas nervös werden, was die Sache ein klein wenig erschwert. Aber Aachen dauert eine ganze Woche und das gibt mir Gelegenheit, Clooney vor dem Grand Prix ein paar Mal im Parcours starten zu lassen. Das hilft uns dabei, uns einzugewöhnen. Letztes Jahr ist er wirklich gut gesprungen und hatte einen fehlerfreien Umlauf, doch in der zweiten Runde bin ich nicht so gut geritten. Letztendlich jedoch freue ich mich darauf, wieder mit ihm auf dieser Veranstaltung zu starten.

Scott Brash hat den Rolex Grand Slam auf Hello Sanctos gewonnen. Glauben Sie, Clooney hat das Potenzial, es ihm nachzutun?

Ich vertraue Clooney völlig. Ich weiß, dass er jede Prüfung in jeder Arena der Welt gewinnen kann. Das gibt mir viel Selbstvertrauen, aber in meinen kühnsten Träumen wage ich nicht, an einen Sieg des Rolex Grand Slam zu denken, weil es so schwer ist. Jeder, der sich in unserem Sport auskennt, weiß, dass Scott Brash etwas einfach Unglaubliches erreicht hat, und die Chancen, dass so etwas noch mal geschieht, sind minimal. Natürlich werden Clooney und ich unser Bestes geben und wer weiß, was die Zukunft für uns bereithält.

Welches ist der beste Ratschlag, den Sie je bekommen haben?

Ich glaube, einen Null-acht-fünfzehn-Rat habe ich noch nie bekommen. Ich habe viele wichtige Werte von vielen verschiedenen Menschen mit auf den Weg bekommen. Ich glaube, das Wichtigste ist, hart zu arbeiten, Leidenschaft zu haben, Verständnis für sein Pferd aufzubringen und jeden Tag sein Bestes zu geben.

Was tun Sie, wenn Sie gerade nicht reiten und an Turnieren teilnehmen? Haben Sie noch andere Hobbys außer dem Springreiten?

Ich bin ein ziemlich entspannter Mensch. Wenn kein Wettbewerb ansteht, mache ich gern lange Strandspaziergänge, aber manchmal fahre ich auch gern in die Stadt. Ich versuche, so viel wie möglich zu entspannen, wenn ich nicht gerade trainiere oder starte. Ich finde das sehr wichtig, wenn man gut sein will.

Thomas Fuchs (Photo: Alban Poudret) Thomas Fuchs (Photo: Alban Poudret)

Worte von Thomas Fuchs

Internationaler Springreiter, Trainer und Vater des Anwärters auf den Rolex Grand Slam

 

Wann haben Sie erkannt, dass Martin das Zeug dazu hat, es in die Weltspitze zu schaffen?

Als er die Junioren-Turniere hinter sich hatte, wurde mir klar, dass er vielleicht das Potenzial haben könnte, es bis ganz nach oben zu schaffen. Anfangs begleitete ihn meistens meine Frau zu den Turnieren. Ich fuhr auch ein paar Mal mit, aber er fiel oft runter und da habe ich aufgehört, ihn zu begleiten. Er wollte schon immer Springreiter werden. Mit elf oder zwölf startete er mit einem damals 18 oder 19 Jahre alten ehemaligen Grand-Prix-Pferd von Renata bei einigen Turnieren. Damals gelangen ihm erste Siege und ich erkannte sein Potenzial.

Welche Eigenschaften haben Martin dorthin gebracht, wo er heute ist?

Seine Bindung zu seinem Pferd ist wirklich erstaunlich. Er ist sehr ruhig, er wird überhaupt nicht nervös. Er besitzt ein sehr gutes reiterliches Fundament, das er sich durch den Dressurunterricht angeeignet hat. Das hat ihn zu dem Reiter gemacht, der er heute ist.

Als Martin den Rolex Grand Prix in Genf gewann, war das natürlich ein sehr emotionaler Moment. Was ging Ihnen in diesem Augenblick durch den Kopf?

Ich erinnere mich noch an das Gefühl, als uns klar wurde, dass Martin die Europameisterschaft gewonnen hatte. Das ganze Team war sehr bewegt und uns wurde langsam bewusst, dass da gerade etwas ganz Besonderes geschah. Genf war auch deshalb etwas Besonderes, weil alle da waren, um ihn zu unterstützen, und es hat Martin viel bedeutet, eine so große Prüfung in seinem Heimatland zu gewinnen.

Sie haben in den 1980ern das The Dutch Masters gewonnen. Glauben Sie, Martin wird in Ihre Fußstapfen treten?

Ja, stimmt, ich glaube, da habe ich tatsächlich gewonnen! Was ich mir für ihn erhoffe, ist vielleicht nicht genau das, was eintreten wird, aber er hat definitiv gute Chancen. Clooney 51 sieht sehr fit aus. Er ist seit Genf nicht mehr gestartet, hat also eine schöne Pause gehabt und sich in Form gehalten. Somit steht einem guten Ergebnis beim The Dutch Masters nichts im Wege.

Die Arena beim The Dutch Masters ist ziemlich klein im Vergleich zu der in Genf. Wie stimmen Sie die Vorbereitungen darauf ab?

Die Pferde sind an viele unterschiedliche Arenen gewöhnt. Ich glaube nicht, dass Clooney ein Problem damit haben wird, denn er ist an unterschiedliche Rahmenbedingungen gewöhnt. Man braucht immer eine Prise Glück und das Pferd muss in Spitzenform sein. Das wird erst Clooneys zweites Turnier seit Genf sein, darum ist es schwer vorherzusagen, wie er sich präsentieren wird. Er ist fantastisch in Form, aber es muss einfach alles richtig zusammenkommen.

Werden Sie nervös, wenn Sie Martin zuschauen?

Ehrlich gesagt, nein, nicht wirklich. Das Pferd hat bisher so viele fehlerfreie Runden absolviert. Bei den Stechen am Ende werde ich immer ein bisschen nervös, aber das Pferd ist so unglaublich, dass ich alles in allem nicht sonderlich nervös bin. Ich habe Vertrauen in meinen Sohn und in Clooney und glaube, ich brauche inzwischen nicht mehr nervös zu sein.

Sie sind ein weltbekannter Pferdehändler. Wie haben Sie Clooney und die anderen Pferde für sich selbst und für Martin gefunden?

Im Laufe der Jahre habe ich mir ein Netzwerk aus guten Freunden und großartigen Kontakten aufgebaut. Wenn jemand aus diesem Netzwerk ein besonderes Pferd entdeckt, gibt er mir Bescheid. Wir haben uns so viele Pferde angesehen. Es ist ja nicht so, dass man jedes Jahr ein Pferd wie Clooney entdeckt. Er ist etwas ganz Besonderes. Man muss einfach ein bisschen Glück haben und das hatten wir.

Als Sie Clooney zum ersten Mal gesehen haben, dachten Sie da schon, dass er mal der Star wird, der er heute ist?

Anfangs, als wir ihn das erste Mal sahen, hielten wir ihn für ein sehr nettes Pferd. Damals dachten wir noch nicht, dass er mal ein Star werden würde. Doch als er als Achtjähriger die Schweizer Meisterschaft gewann, wurde uns klar, dass er ein ganz besonderes Pferd mit einem einzigartigem Talent ist.

Martin hat in seinen jungen Jahren schon so viel erreicht. Was erhoffen und erträumen Sie sich für ihn, welche Erfolge wünschen Sie ihm noch?

Ich freue mich wirklich sehr über das, was er bisher erreicht hat. Er hat eine außergewöhnliche Karriere hingelegt und schon viel mehr gewonnen als ich. Allerdings glaube ich, dass es für ihn ein bisschen einfacher ist. Heutzutage ist die Ausrüstung viel besser. Und er kann zu Veranstaltungen reisen, ohne sich darum sorgen zu müssen, wer sich um seine Pferde kümmert. Wir haben ganz tolle Mitarbeiter in den Ställen, die sich fantastisch um die Pferde kümmern, und seine Mutter erledigt sämtlichen Papierkram. So kann er sich ganz aufs Reiten und auf die Turniere konzentrieren.

Wenn Sie Ihre Anfänge mit Martins Karriere vergleichen, wie hat sich das Springreiten seitdem verändert?

Heute gibt es viel mehr Spitzenreiter in den Wettkämpfen. Es ist unglaublich, wie viel besser der Sport geworden ist. Zu meiner Zeit sind wir oft auf ganz normalen Pferden gestartet. Heutzutage braucht man Spitzenpferde, um überhaupt mithalten zu können. Damals war das noch nicht so. Man konnte auch auf einem Durchschnittspferd gewinnen, doch heute sind nur noch die wirklich großen Prüfungen überhaupt von Interesse.

Was war der stolzeste Moment Ihrer Kariere als Springreiter?

Ich würde sagen, der stolzeste Moment meiner Karriere war wahrscheinlich, als ich Trainer der beiden besten Reiter der Welt wurde. Ich habe als Reiter viele Turniere gewonnen, doch nie eine der Spitzenprüfungen. Mein Bruder und ich mussten uns vor allem zu Beginn unserer Karrieren um wesentlich mehr Dinge kümmern als die Reiter heute. Wir musste die Stallarbeit noch selbst verrichten. Wir konnten uns nicht immer nur ausschließlich auf den Wettkampf konzentrieren, denn wir hatten noch viele andere Pflichten. Ich glaube, das ist einer der Gründe, weshalb ich mich so früh in meiner Karriere aus dem aktiven Turniersport verabschiedet habe. Es war einfach zu viel.

Als Trainer von Steve Guerdat und Martin muss ich nicht jeden Tag vor Ort sein, doch auf den großen Turnieren und Meisterschaften bin ich dabei und versuche, sie zu beruhigen. Insgesamt ist uns eine gute Mischbeziehung aus Trainer, Vater und Freund gelungen.

Das muss sehr interessant sein. Steve und Martin sind ja sehr eng befreundet, konkurrieren aber miteinander um die Weltspitze. Herrscht da eine freundschaftliche Rivalität zwischen den beiden?

Es herrscht große Rivalität zwischen ihnen. Das lässt sie härter trainieren und noch bessere Leistungen erbringen, weil sie beide die Nummer eins sein wollen. Sie sind zwar Konkurrenten, aber natürlich trotzdem gute Freunde. Steve und Martin wollen beide gewinnen, aber wenn einer von ihnen Platz zwei belegt und der andere gewinnt, freuen sie sich dennoch, weil sie sich so nahestehen. Sie unterstützen einander sehr. Im Parcours sind sie Rivalen, aber privat sehr gute Freunde. Manchmal gibt es kleine Eifersüchteleien, aber das ist nur natürlich und etwas Gutes, wenn man der Beste sein will.

Das Lustige ist, als Martin die Nummer eins der Weltrangliste wurde, hat er mich angerufen und gefragt: „Wie ist es, Trainer des besten Reiters der Welt zu sein?“ Und ich habe geantwortet: „Daran bin ich gewöhnt.“ Er hätte besser fragen sollen, wie es ist, Vater der Nummer eins der Weltrangliste zu sein.

Eine letzte Frage noch. Wenn Sie nicht in der Welt des Springreitens oder des Reitsports arbeiten würden, welche andere Karriere könnten Sie sich vorstellen?

Im Pferdesport zu arbeiten ist alles, was wir kennen. Wir haben als Lehrlinge angefangen und sind dann in den Pferdehandel eingestiegen. Martin ist durch und durch Pferdemensch und ich glaube, ich selbst bin auch nicht so übel. Ich könnte mir keine andere Laufbahn für uns beide vorstellen.

Happy Holiday Season Happy Holiday Season

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Photo: CHI de Genève / scoopdyga.com Photo: CHI de Genève / scoopdyga.com

Der Schweizer Martin Fuchs ist nach seinem Sieg des Rolex Grand Prix beim CHI Genf neuer Anwärter auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping. Mit einer fehlerfreien Runde im Stechen, die nicht mehr zu überbieten war, bewies das beeindruckende Duo Fuchs und Clooney 51 wieder einmal, was für ein starkes Team es ist. Der Brite Scott Brash lag nur 0,05 Sekunden hinter seinem Rolex-Markenbotschafterkollegen und sicherte sich auf Hello Senator den zweiten Platz. Dritter wurde der Belgier Jérôme Guery.

 

Wie fühlt es sich an, Ihr erstes Major zu gewinnen? 

Wow! Das ist ein enormer Sieg für mich. Es ist auf jeden Fall ein Highlight meiner Karriere und ein toller Abschluss eines unglaublichen Jahres für mich. Ich bin so glücklich.

Was bedeutet der CHI Genf jetzt für Sie? 

Er ist eins der besten Turniere der Welt und jeder Reiter will es gewinnen. Es freut mich sehr, dass ich mich bei diesem von Rolex gesponserten Major so gut präsentieren konnte, und vor meinem Heimpublikum den Großen Preis zu gewinnen, ist einfach fantastisch.

Clooney 51 ist ein Superstar. Wie hat er sich heute gefühlt? 

Clooney ist ein phänomenales Pferd und seine heutige Leistung war außergewöhnlich. Jeder hat gesehen, was er in der Arena vollbracht hat, er strengt sich so an und ist einfach fantastisch.  

Scott Brash and Hello Sanctos (Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Scott Brash and Hello Sanctos (Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Super-Samstag beim CHI Genf

Die US-Amerikanerin Coco Faith gewinnt mit ihrem Fuchswallach Exotik Sitte die größte U25-Prüfung beim CHI Genf, den Grand Prix des Espoirs. In einem spannungsgeladenen Stechen besiegelte die 19-Jährige aus Fairfield Connecticut ihren Sieg mit einer Zeit von 34,89 Sekunden.

Faith kommentierte ihren Sieg mit den Worten: „Ich fühle mich so geehrt und voller Demut, einfach nur Teil dieser legendären Veranstaltung zu sein, aber hier zu gewinnen, ist ein wahr gewordener Traum. Ich habe das große Glück, mit Amethyst Equestrian ein ganz unglaubliches Team hinter mir zu haben. Rodrigo, Alexa und Fran (unsere Pferdepflegerin) unterstützen mich hier sehr, ebenso wie das genauso unglaubliche Team zuhause, das mich aus der Ferne anfeuert! Und natürlich ist der einzigartige Exotik Sitte, auch Scotty genannt, der beste Partner, den ich mir wünschen könnte!“

Es war ein emotionaler Samstagabend beim CHI Genf, als die Welt des Springreitens Scott Brashs legendäres Pferd Hello Sanctos in einer speziellen Abschiedsfeier in den Ruhestand entließ. Brash brachte seine Dankbarkeit an das Pferd, das ihn zum bisher einzigen Gewinner des Rolex Grand Slam of Show Jumping gemacht hatte, mit folgenden Worten zum Ausdruck: „Er hat all meine Träume wahr werden lassen und ich kann ihm nicht genug für alles danken, was er geleistet hat. Ich möchte auch den Besitzern dafür danken, dass sie an mich und an Sanctos geglaubt haben. Wir waren ein unglaubliches Team und ich hoffe, dass er als Superstar in Erinnerung bleiben wird.“

Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof

Im Gespräch mit einer Legende: Peter Charles

Sie waren in der Vergangenheit sehr erfolgreich beim CHI Genf. Was bedeutet Ihnen diese Veranstaltung?

Ich glaube, wenn man hierherkommt, weiß man, dass man an einem der besten Turniere der Welt teilnimmt. Die besten Reiter und Pferde sind hier versammelt und sorgen für sportliche Spitzenunterhaltung. Die Einführung des IJRC Rolex Top 10 Finales war eine fantastische Idee, denn so hat man all die besten Reiter an einem Ort. Und ich finde, die Einführung des Rolex Grand Slam of Show Jumping hat das Springreiten noch mehr bereichert, Der Zusammenschluss von vier der besten Turniere der Welt macht diesen Sport noch interessanter. Sie erhalten dadurch eine ganz neue Dimension und das hier ist zweifellos eine der wichtigsten Veranstaltungen im Kalender.

Sie blicken auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurück. Geben Sie Ihr Wissen jetzt an Ihre Kinder weiter?

Ich finde es wichtig, sich als Trainer zusammen mit dem Sport weiterzuentwickeln, die Veränderungen zu erleben. Die Zeitvorgabe ist stark verkürzt worden, die Distanzen haben sich verändert und sind viel technischer geworden. Ein Springturnier in Spruce Meadows hat ein völlig anderes Konzept als hier in Genf. So würde man zum Beispiel nicht unbedingt dasselbe Pferd für beide Turniere nehmen. Man muss sich sehr genau überlegen, mit welcher Strategie und welchen Pferden man bei den verschiedenen Veranstaltungen und Grand-Prix-Turnieren antritt.

Werden Sie nervös, wenn Sie Harry zuschauen? 

Meine Frau ja! Sie ist immer sehr nervös und ihr wird übel, wenn die beiden antreten! Er hat noch viel zu lernen, aber er ist genau am richtigen Ort dafür. Wenn er jetzt antritt, ist er von den besten Reitern der Welt umringt und kann enorm viel von ihnen lernen. Scott (Brash) und Ben (Maher) sind sehr nett zu ihm und helfen ihm viel. Alle arbeiten so gut zusammen und sind füreinander da. Ich finde es immer schön zu sehen, wie ältere Reiter jüngeren Ratschläge geben. Es ist eine Bereicherung und wirklich toll, wenn man sieht, wie sie dem Sport etwas zurückgeben.

Wie wichtig ist die Young Riders Academy und die Einführung der U25-Prüfungen für die jüngere Generation, die versucht, sich in diesem Sport nach oben zu kämpfen?

Jeder muss eine Entwicklung durchlaufen. Ob man nun 16, 18 oder 25 ist – die Young Riders Academy ist für genau diese Altersgruppen da. Sie ist unverzichtbar für unseren Sport und es ist wichtig, dass sie weitergeführt wird. Rolex hat fantastische Sponsorenarbeit für die Academy geleistet und sie sehr unterstützt. So kommen diese Reiter in Kontakt mit den besten Profis, ob nun in Tierkliniken, zum Thema Buchhaltung oder wie man einen Betrieb leitet und wie es in der realen Welt zugeht. Die Young Riders Academy legt einen großartigen Grundstein für diese aufstrebenden Athleten und bereitet sie auf die Berufswelt vor. Ich finde, mit Eleonora haben wir die tollste Vorsitzende. Sie ist unglaublich. Würde sie für all die Stunden bezahlt, die sie hineinsteckt, wäre sie Milliardärin! Sie ist maßgeblich und sehr gut in dem, was sie tut. Ein Großteil des Verdienstes gebührt ihr.

Welche Träume und Wünsche haben Sie in Bezug auf Ihre Kinder? 

Sie haben alle eigenständig entschieden, Profireiter zu werden. Meine Töchter reiten inzwischen Zwei- bzw. Drei-Sterne-Turniere. Das Wichtigste ist, ein Team aus guten Pferden zu finden, die sie reiten können, aber ebenso wichtig ist es, ihnen beizubringen, wie das Geschäft funktioniert. Es geht nicht nur um die Turniere, sondern auch um Verkäufe, Weiterbildung etc. Das alles gehört auch dazu und man braucht ein wirklich gutes Team. Ich setze sie nicht zu sehr unter Druck. Es kommt, wie es kommt. Aber ich glaube, sie haben wirklich Talent, und wenn sie hart arbeiten, gibt es keinen Grund, wieso sie nicht Großes erreichen können.

Kent Farrington (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Kent Farrington (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

US-Amerikaner Kent Farrington gewinnt das Rolex IJRC Top 10 Finale

Es war ein weiterer Sieg für Kent Farrington, der sich den begehrten Sieg im Rolex IJRC Top 10 Finale beim CHI Genf sichern konnte. Auf seiner neuen braunen Stute Austria 2 schlug der US-Amerikaner die von dem Iren Darragh Kenny vorgegebene Zeit auf eindrucksvolle Weise um ganze 2,22 Sekunden. 

 

Das war eine unglaubliche Leistung von Austria 2, wie lässt sie sich reiten?

Ja, sie ist einfach toll. Ich reite sie seit April und mir war sofort klar, dass sie ein herausragendes Pferd ist. Sie ist von der Statur her sehr klein, aber sie hat ein riesiges Herz und enorm viel Springvermögen. Dies ist die größte Prüfung, die sie je gesprungen ist, sie also gleich zu gewinnen ist wirklich beeindruckend. Sie ist unglaublich. 

 

Wie war die Atmosphäre heute Abend? 

Es war großartig. Der CHI Genf ist meine Lieblingsveranstaltung und vielleicht sogar die beste der Welt – zwischen ihm und dem CHIO Aachen ist nicht viel dazwischen. Das Publikum war heute Abend fantastisch. Jeder will hier gewinnen, insbesondere diese Prüfung. Es war also ein ganz besonderer Abend.

 

Sie haben hier in Genf bereits zwei Prüfungen gewonnen. Glauben Sie, Sie können den Hattrick vollmachen und auch den Sieg beim Rolex Grand Prix am Sonntag davontragen?

Ja, ich glaube schon, dass ich gewinnen kann! Ich werde auf jeden Fall alles geben und hoffen, dass am Sonntag alles zueinander findet.

Louis Konickx (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Louis Konickx (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Ein Blick auf den Parcours mit

dem internationalen Parcoursdesigner Louis Konickx

 

Was erwartet uns am Sonntag im Parcours des Rolex Grand Prix?

Wir haben die besten Reiter der Welt hier versammelt, und ich habe zusammen mit Gérard Lachat den Parcours ausgearbeitet. Uns ist bewusst, dass der Parcours alles beinhalten und zudem sehr präzise aufgebaut sein muss. Wir müssen die Anordnung der Hindernisse sowie die Distanz dazwischen berücksichtigen. Kombinationen stellen immer eine große Herausforderung dar und wir müssen sicherstellen, dass sie an exakt der richtigen Stelle stehen, damit sie auch einen gewissen Schwierigkeitsgrad für die Reiter besitzen. Die Zeitvorgabe ist auch immer ein wichtiger Faktor, den wir einbeziehen müssen. Gestern haben zwölfder 13 Reiter das Stechen innerhalb von einer Sekunde Zeitunterschied beendet. Gibt man also auch nur eine Sekunde mehr Zeit vor, macht das den Parcours direkt einfacher für die Reiter. Wenn Sie mich also fragen, was der Rolex Grand Prix bietet – einfach alles! Die Arena ist aufgrund ihrer Größe etwas ganz Besonderes und verleiht dem Parcours deswegen das gewisse Extra, weil die Reiter richtig galoppieren können.

Für welchen Pferdetyp ist dieser Parcours besonders geeignet?

Das ist eine interessante Frage. Jedes Pferd ist hier vorsichtig, alle Pferde sind sehr feinfühlig, doch es gibt einen großen Unterschied zwischen Pferden mit größerer Sprungweite und Pferden mit kleinerer Sprungweite. Grundsätzlich können beide in dieser Arena schneller galoppieren. Schnell muss man immer sein, und die Reiter werden die Zeitvorgabe abschätzen und für jedes Pferd die richtige Lösung finden, um das Bestmögliche aus ihm herauszuholen. Kleinere Pferde sind oft schneller, und manche Pferde vergeuden kostbare Zeit, weil sie zu hoch springen.

Wie erarbeiten Sie und Gérard die Parcourspläne?

Ich liebe Gérards Stil. Er entwirft sehr flüssige Parcours und nutzt den Platz, der uns hier zur Verfügung steht, voll aus. Beim Parcoursdesign ist es immer so: Wenn man an seinen eigenen Designs festhält, kann einem schon mal etwas entgehen. Doch ich kann mir hier das Design von jemand anderem ansehen, eigene Vorschläge einbringen und Dinge ändern, die ihm vielleicht nicht aufgefallen sind. Es ist eine gute Partnerschaft. Unsere Zusammenarbeit ermöglicht es uns, die Entwürfe des jeweils anderen aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten und so Dinge zu entdecken, die vielleicht abgeändert werden müssen.

Welche Reiter haben Ihrer Einschätzung nach am Sonntag gute Chancen auf den Sieg?

Wenn es um einen so großen Preis wie hier geht, werden sich alle Reiter in Bestform zeigen. Es ist dasselbe wie bei jedem Championat. Die Teilnehmer müssen Ruhe bewahren. Wenn sie zu verbissen an die Sache herangehen, passieren Fehler. Diejenigen, die ruhig bleiben, haben immer bessere Chancen als die, die sich zu sehr von der Aufregung mitreißen lassen. Alle Reiter wollen gewinnen, aber sie müssen ihre Gefühle im Zaum halten.

Wie viele fehlerfreie Runden würden Sie gern sehen?

Das ist schwer zu sagen. Als Parcoursdesigner haben wir immer Angst davor, die Zeitvorgabe falsch berechnet zu haben. Setzen wir sie zu hoch an, machen wir es allen zu einfach, setzen wir sie zu niedrig an, reiten die Reiter zu schnell und die Pferde können nicht sauber springen. Unser Ziel als Parcoursdesigner ist es, den Pferden ideale Voraussetzungen zum Springen zu schaffen, damit die Reiter uns – dem Publikum – tolle Runden liefern können. Ein Zeitfehler oder Abwurf ist natürlich schade, aber die Reiter treten gern an, wenn sie spüren, dass ihr Pferd sein Bestes geben kann. Wenn sie sich zu sehr beeilen müssen, setzt sie das sehr unter Druck und das ist nicht schön anzusehen. Ich fände es toll, wenn wir sechs bis acht fehlerfreie Runden zu sehen bekämen.

Was gefällt Ihnen am CHI Genf am besten?

Wir dürfen nicht vergessen, dass dies eine ganz besondere Veranstaltung ist. Der Schauplatz ist unglaublich schön, und die Organisation und Dekoration sind fantastisch. Wir haben so viele ehrenamtliche Helfer auf unglaublich professionellem Niveau. Sie wissen, wie man effizient arbeitet und dabei trotzdem Spaß hat. Das macht diese Veranstaltung so großartig und verleiht ihr diese Atmosphäre. Hier kann einfach niemand arbeiten, der sich nicht für die Veranstaltung interessiert. Für mich ist es das beste Turnier der Welt. Die riesige Arena, die fantastische Dekoration und Atmosphäre – es gibt einfach nichts Vergleichbares. Außerdem haben wir hier das Rolex IJRC Top 10 Finale, was es ebenfalls nirgends sonst zu sehen gibt.

Harry Allen (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Harry Allen (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

U25-Interview mit:

Nachwuchsreiter Harry Allen

 

 

Können Sie uns ein bisschen darüber erzählen, wie es ist, hier beim CHI Genf dabei zu sein?

Ich freue mich sehr, hier reiten zu können, es ist das erste Mal, dass ich hier mitreite. Einmal war ich hier, um meinem Bruder Bertram (Allen) zuzuschauen, aber hier mitzureiten wird, denke ich, unglaublich sein.

Die Majors bieten jetzt auch immer mehr U25-Wettkämpfe an – wiehilft das den Nachwuchsreitern, die am Anfang ihrer Karriere stehen?

Ich denke, das ist einfach toll für mich und für viele andere Leute in meinem Alter auch. Wir können auf diese großen Turniere gehen, und wenn wir gut sind, eröffnen sich dadurch weitere Möglichkeiten, auf anderen großen Reitturnieren anzutreten. Letztendlich sammeln wir Erfahrung in den großen Arenen, wodurch wir am Ende auch in unserer Karriere weiterkommen.

Welche Ziele haben Sie als Reiter?

Naja, ich möchte so hoch springen wie möglich in diesem Sport, aber ich verkaufe auch gerne Pferde und mir macht der Handel Spaß.

Wie ist die Atmosphäre beim CHI Genf?

Ich glaube, wir werden schon viel Druck spüren, es werden jede Menge Zuschauer da sein (so war es schonbei der Prüfung heute Morgen), aber hoffentlich – wenn alles gut geht – wird die Stimmung gut

Werden Sie nervös, wenn Sie in den Parcours einreiten?

Nein, das macht mir nicht wirklich viel aus, ich versuche einfach, mich so gut es geht zu konzentrieren.

In diesem Sport gibt es hinsichtlich der Konkurrenz eine wirklich breite Altersgruppe. Ist es schwierig, in die höchste Profi-Klasse aufzusteigen?

Es hat seine Höhen und Tiefen, aber es hilft, weil ich von den älteren Reitern und meinem Bruder viel Hilfestellung bekomme. Ich habe in dieser Hinsicht also viel Glück.

Abgesehen von Bertram (Allen), zu welchen Reitern schauen Sie auf?

Marcus Ehning ist ein toller Reiter. Sein Stil, sein System, die Art und Weise, wie er alles macht. Er ist bei diesen Rolex-Grand-Slam-Turnieren immer sehr erfolgreich, also hoffentlich ist dieses Turnier für ihn auch ein gutes.

Welche Pferde haben Sie diese Woche mitgebracht?

Ich habe Dancing Queen dabei. Sie eine sehr gute Stute, sie hat Anfang des Jahres den U25 Grand Prix in Fontainebleau gewonnen, und ich habe sie zu den Europameisterschaften mitgenommen, wo ich im Team Bronze gewonnen und als Einzelreiter auf den fünften Platz gekommen bin.

Sie haben die Schule mit 16 beendet, um eine Karriere als Springreiter zu verfolgen. Wie kamen Sie zu dieser Entscheidung?

Es war ehrlich gesagt nicht wirklich eine Entscheidung, ich habe an den Junioren-Turnieren teilgenommen, bin nach Deutschland gegangen und war ganz gut, und so hat sich das einfach entwickelt und ich bin dabeigeblieben

Der Rolex Grand Slam of Show Jumping –ist das etwas, von dem Sie hoffen, es eines Tages mal gewinnen zu können?

Es wäre traumhaft, allein einen Grand Prix oder auch nur eine Prüfung bei einem dieser großen Turniere zu gewinnen.

Kent Farrington (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Kent Farrington (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Der US-Amerikaner Kent Farrington absolvierte auf seinem für seine Schnelligkeit bekannten Fuchswallach Creedance eine blitzschnelle Runde und trug beim CHI Genf den Sieg der Trophée de Genève davon. Damit sicherte sich Farrington die Teilnahme am Rolex Grand Prix am Sonntag, bei dem er auf eine Wiederholung seines Erfolgs von 2017 hofft, als er den Großen Preis gewinnen konnte.um erneut Anwärter auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping zu werden.

Wie ist Ihnen eine so schnelle Runde gelungen?

Ich startete heute auf Creedance, weil er so unglaublich schnell ist und zudem sehr viel selbst macht. Ich versuche also, ihm nicht im Weg zu sein und ihn einfach machen zu lassen – das funktioniert meistens am besten. Er hat diese Prüfung schon einmal gewonnen, er weiß also ganz genau, was er tut, und das hat er heute Abend gezeigt.

Sie waren bei diesem Major bereits sehr erfolgreich. Wie fühlt es sich an, erneut hier anzutreten?

Ja, der CHI Genf ist meiner Meinung nach eine der besten, wenn nicht sogar die beste Veranstaltung des Jahres. Hier treffen die besten Reiter und besten Pferde aufeinander und jede Prüfung fühlt sich wichtig an. Natürlich sind die Prüfungen auch sehr schwer zu gewinnen, was den Rolex Grand Slam of Show Jumping so besonders macht. Ich bin wirklich froh, dass wir einen so tollen Start hinlegen konnten, und wir werden diesen Erfolg hoffentlich fortsetzen.

Mit welchem Pferd werden Sie am Sonntag beim Rolex Grand Prix antreten?

Ich denke, ich werde mit Gazelle starten. Ich werde unsere übliche Routine befolgen und sie in ein paar kleineren Prüfungen springen lassen, um ihr Selbstvertrauen zu stärken, damit wir dann am Sonntag alles geben können.

Ben Maher mit Explosion W und Cormac Kenny (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Ben Maher mit Explosion W und Cormac Kenny (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Stallgeflüster mit Cormac Kenny,

Pferdepfleger von Ben Maher

Können Sie uns von Ihrem Tagesablauf als Turnier-Pferdepfleger erzählen?

Ich stehe früh am Morgen auf, um die Pferde zu füttern. Anschließend geben wir ihnen etwas Zeit, damit sie in Ruhe ihr Futter verdauen können. Dann reiten wir die Pferde den ganzen Vormittag über, und falls sie danach Kälteumschläge oder in einer anderen Art speziell versorgt werden müssen, kümmern wir uns darum. Nach dem Mittagessen gehen wir mit ihnen draußen grasen, damit sie an der frischen Luft entspannen können.

Was mögen Sie an ihrer Arbeit am liebsten?

Das Beste an meiner Arbeit ist für mich das Reiten zuhause - ich liebe das Reiten und die Arbeit mit den Pferden. Normalerweise reite ich jeden Tag drei bis vier Pferde. Explosion und F One sind unglaublich toll zu reitende Pferde. Explosion ist sehr leichtrittig, er ist frisch und immer gut drauf. F One ist schon etwas eigenwillig, es wird mit ihm also nie langweilig. Er ist eben immer etwas anders, man kann nie wissen, was als nächstes kommt. Die Arbeit mit ihm ist daher immer aufregend.

Und was mögen Sie an ihrer Arbeit am wenigsten?

Das Reisen. Ich hasse den Transporter, das fällt mir schwer. Ich muss noch ein paar gute Podcasts runterladen. Normalerweise schaue ich Netflix, und ich habe mir ein paar gute Playlists auf Spotify zusammengestellt. Das mache ich unterwegs zum Zeitvertreib.

Wie sind Sie zu diesem Job gekommen?

Als ich jung war, hat mich mein Vater mit zu unseren Nachbarn genommen. Die hatten ein Pferd, auf dem ich reiten durfte, und so habe ich meine Liebe zu Pferden entdeckt. Ich bin ein bisschen auf Turnieren gesprungen, habe aber festgestellt, dass es mir die Arbeit als Pfleger wirklich Spaß macht – also habe ich das weiterverfolgt.

Wie ist es, für Ben zu arbeiten?

Er ist sehr auf seine Arbeit fokussiert, aber er ist auch lustig. Er hat neben seiner sehr fokussierten Seite, wenn er weiß, was er will und was er tun muss, um es zu erreichen, auch eine sehr lustige Seite an sich. Es ist wirklich etwas Besonderes für jemanden zu arbeiten, der schon so eine phänomenale Karriere hinter sich hat. Wir haben Glück, dass wir jeden Tag mit so wunderbaren Pferden arbeiten dürfen, und Ben und den Pferden auf Turnieren zuzuschauen ist immer sehr aufregend. Wenn man neben ihnen steht, bevor sie in den Parcours gehen, kann man schon sehen, dass ein Pferd wie Explosion wirklich gewinnen will und genau weiß, was er tut. Auf dem Abreiteplatz macht er manchmal Blödsinn und buckelt etwas, aber sobald er weiß, dass es in die Arena geht, gibt er alles.

Werden Sie beim Zuschauen nervös?

Ja, extrem nervös, manchmal kann ich gar nicht hingucken. Aber das Gefühl, wenn ich realisiere, dass Ben und eines der Pferde gewonnen haben, bin ich schon sehr stolz. Nicht nur auf mich, sondern auf alle. Es ist harte Arbeit, auch nur ein einziges Pferd auf ein Turnier vorzubereiten, und dann ist es für alle Beteiligten großartig, wenn wir ein gutes Ergebnis erzielen, weil wir dadurch alle angespornt werden, noch härter zu arbeiten, damit wir noch mehr erreichen können.

Der CHI Genf ist ein ein Major des Rolex Grand Slam of Show Jumping. Spüren Sie da einen Unterschied in der Stimmung/beim Druck?

Ja, die Atmosphäre hier ist wirklich besonders –wenn man hier ankommt, spürt man sofort, dass dieses Turnier einfach anders als die anderen ist. Es ist ein wenig angespannt, jeder konzentriert sich. Die Pferde spüren den zusätzlichen Druck auch. Als ich die Pferde auf dem Abreiteplatz geritten bin, waren sie aufmerksamer und frischer. Das muss an der Atmosphäre hier beim CHI liegen.

Mit Blick auf den Rolex Grand Prix: Wie bereiten Sie Explosion und das Team darauf vor?

Wir müssen den CHI Genf einfach wie jedes andere Turnier angehen. Wir sehen ihn nicht anders, obwohl er eines der faszinierendsten Turniere überhaupt ist, und natürlich ist der Rolex Grand Slam etwas, bei dem jeder dabei sein will. Die Pferde müssen gut drauf sein. Wir müssen darauf achten, dass sie gut versorgt sind und so entspannt und guter Stimmung wie nur möglich sind.

Welche Belohnung bekommt Explosion, wenn er gewinnt?

Er wird jeden Tag verwöhnt – da gibt es leider nichts zu verheimlichen! Alle Pferde werden schon ziemlich verwöhnt, aber Explosion bettelt viel mehr und bekommt am Ende dann auch ein paar mehr Leckerli als die anderen. Seine Lieblingsbelohnung sind immer eine Menge Karotten.

Sophie Mottu Morel (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Sophie Mottu Morel (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Auf ein Wort mit den Veranstaltern:

Sophie Mottu Morel, Präsidentin des CHI Genf

Wie schaffen Sie es, jedes Jahr neue Innovationen für das Turnier zu finden?

Es ist nicht leicht, sich jedes Jahr etwas Neues einfallen zu lassen, aber wir hören auf unsere Partner und Sponsoren, wenn sie uns neue Ideen vorschlagen. Außerdem hören wir auf die Reiter und das Publikum, sodass jedes Jahr etwas Neues auf sie wartet, wenn sie zum CHI kommen. Dieses Jahr haben wir die CHI TV Plattform in der Nähe der Attraktionsarena, wir haben die allgemeine Beleuchtung geändert, sodass es ein bisschen dunkler in den Hallen ist, wir haben die Lichteffekte und die Musik vor einer Prüfung spannender gemacht, damit wir – mehr wie bei einer Show – vor den Prüfungen eine tolle Atmosphäre schaffen können. Wir denken auch an die Pferde in den Ställen, also haben auch sie etwas Neues bekommen und sind komfortabler untergebracht. Nächstes Jahr haben wir noch mehr Innovationen zu enthüllen, da wir dann 60. Jubiläum haben, also werden wir zu diesem Anlass etwas komplett anderes machen. Dieses Jahr ist es ein bisschen wie im vergangenen Jahr, wir haben nur ein paar kleinere Dinge angepasst, um das Turnier zu verbessern, es fällt also nicht so auf. Wir halten uns auch immer das Feedback vor Augen, das wir am Ende des Turniers bekommen.

Finden Sie, dass die Digitalisierung und die Sozialen Medien die Art, wie Sie für das Event werben, verändert/beeinflusst haben?

Das ist für uns äußerst wichtig. Wir haben eine große Community, und wir möchten mit ihr über Social Media kommunizieren – denn das macht heutzutage nunmal jeder so. Social Media ist einfach ein schneller Weg, unser Publikum und die Personen, mit denen man in Kontakt treten möchte, sofort zu erreichen. Dieses Jahr haben wir einen tollen Medienmanager. Wir wollen jedes Jahr besser werden, weil wir wissen, dass die junge Generation heute auf diese Art und Weise kommuniziert. Trotzdem sind wir auch der Meinung, dass die traditionellen Kommunikationswege, also Zeitungen, ebenfalls noch sehr wichtig sind. In unserem Publikum finden sich Menschen aller Art, und wir müssen mit allen kommunizieren. Wir legen dabei allerdings jedes Jahr den Schwerpunkt mehr und mehr auf Social Media, weil das die Zukunft ist.

Was machen Sie während des Turniers am liebsten (falls Sie Zeit haben)?

Ich schaue den Pferden gerne beim Springen zu. Während des Turniers habe ich nicht viel Zeit, ich gehe von einem Meeting zum nächsten, spreche mit Partnern, Sponsoren, den ehrenamtlichen Helfern und anderen Leuten. Wenn ich also mal Zeit habe, setze ich mich auf einen Stuhl und schaue den Pferden beim Springen zu. Besonders toll ist es für mich, wenn ich die Gelegenheit dazu habe, das Rolex IJRC Top 10 Finale zu verfolgen, aber das größte Highlight ist der Rolex Grand Prix am Sonntag, weil das natürlich die schwierigste Prüfung des Turniers ist.

Welche spannenden Ereignisse finden die Woche über statt? Worauf können sich die Leute freuen?

Es gibt viel Spannendes zu sehen, was die Leute nicht verpassen sollten, wenn sie diese Woche zum Turnier kommen. Als erstes natürlich den Rolex Grand Prix – wir haben 40 der besten internationalen Reiter, die gegeneinander antreten. Es ist eine wunderbare Prüfung und der Höhepunkt des Turniers. Das Rolex IJRC Top 10 Finale ist auch ein Highlight und absolut sehenswert. Für mich ist es mit am schönsten, einfach in der Halle mit dabei zu sein, weil immer so viel Energie von den Reitern auf das Publikum überspringt. Wir haben drei Disziplinen. Wenn es also möglich ist, sollte man alle drei anschauen. Die Besten sind dafür der Rolex Grand Prix, die Indoor Cross Vielseitigkeit und der Weltcup im Fahren.

Wie viele Menschen braucht es, um dieses Event auf die Beine zu stellen?

Im Komitee sind wir 35 Leute, und wir haben dazu noch 700 ehrenamtliche Helfer – wir sind also ziemlich viele. Für die Arena haben wir 150 ehrenamtliche Helfer, für die Ställe mehr als 100. Außerdem haben wir noch alle unsere Partner, das Catering, die Aussteller – alle gehören mit zum Team, weil sie es sind, die das Turnier gestalten. Wir haben viel Glück, dass wir mit so vielen ehrenamtlichen Helfern arbeiten können, Genf ist doch eine eher kleine Stadt! Aber rund um Genf gibt es viele Reitställe und Höfe, also haben wir hier viele reit- und pferdebegeisterte Leute, die dann auch gerne bei diesem Turnier mithelfen. Es ist unglaublich, aber es ist nicht schwer, ehrenamtliche Helfer für dieses Turnier zu finden, weil sie etwas zum CHI beitragen möchten. Normalerweise müssen wir rund 100 Leuten absagen, was uns immer sehr leid tut!

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