Rolex Grand Slam of Show Jumping

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Der Schweizer Springreiter Steve Guerdat und sein deutscher Kollege Christian Ahlmann stehen im Mittelpunkt des Interesses beim Spruce Meadows `Masters´. Denn diese beiden haben beim Major-Turnier am Fuße der kanadischen Rocky Mountains die Chance, einen Bonus im „Rolex Grand Slam der Springreiter“ zu erreichen. Diese Initiative der drei Major-Turniere CHI Genf, CHIO Aachen und Spruce Meadows `Masters´ ist die ultimative Herausforderung im Pferdesport.

Guerdat als Sieger von Genf und Ahlmann, der den Rolex Grand Prix beim CHIO Aachen 2014 gewinnen konnte, sind mit guten Ergebnissen in Kanada gestartet. Zwar verpasste Guerdat im Sattel von „Nasa“ mit fünf Fehlerpunkten und Ahlmann mit „Cornado II“ (ein Fehler für Zeitüberschreitung) das Stechen im „Tourmaline Oil Cup“ am Freitag, doch präsentierten sich beide in starker Verfassung für den Sonntag. Dann werden sie versuchen, im „CP International präsentiert von Rolex“ erfolgreich zu sein und als erste Reiter der Geschichte einen Bonus im Rolex Grand Slam der Springreiter zu erreichen.

Chistian Ahlmann Chistian Ahlmann

Was bedeutet Ihnen der Sieg im Rolex Grand Prix in Aachen?

Christian Ahlmann: Es bedeutet mir sehr, sehr viel. Mit Sicherheit ist der Sieg des Rolex Grand Prix mit das Beste, was ich bisher gewonnen habe. Ich war einige Jahre nah dran, jetzt hat es endlich geklappt! Der Sieg ist mehr wert als ein Weltcup-Sieg, mehr wert als ein Mannschaftssieg. Eines der besten und wichtigsten Springen – gerade auch als deutscher Springreiter. Die ganze Welt kommt dafür nach Aachen! Vor so einem Publikum anzutreten, in so einer Stimmung: Das alles macht es sehr speziell.

 

Was war für Sie der schönste Moment?

Ahlmann: Sportlich gesehen der ganze Tag! Codex One hat mir bei allen Umläufen ein super Gefühl vermittelt. Man konnte dann schon hoffen, dass es ein ganz besonderer Tag wird. Und als dann klar war, dass ich gewonnen habe, und der ganze Druck abfiel, kam die Freude! Die Siegerehrung vor dem tollen Aachener Publikum war die absolute Krönung und Gänsehaut pur. Das Sahnehäubchen oben drauf!

 

Was hat ihre Familie zu dem tollen Sieg in Aachen gesagt?

Ahlmann: Ich komme aus einer sehr pferdesportbegeisterten Familie. Daher waren natürlich alle glücklich über den Erfolg in Aachen! Mein Vater ist selbst vor Jahren in Aachen angetreten. Daher ist für uns alle der Stellenwert ein ganz besonderer.

 

Welche Bedeutung hat aus Ihrer Sicht der Rolex Grand Slam der Springreiter?

Ahlmann: Ich bin sehr dankbar, dass Rolex jetzt schon viele Jahre den Reitsport unterstützt. Und es ist toll, dass es jetzt so eine Initiative gibt, mit Turnieren, die einzeln schon einen so hohen Stellenwert haben.

Das ist mit dem Rolex Grand Slam jetzt noch getoppt worden! Sicherlich ist es sehr schwer, die Serie zu gewinnen. Der Wettkampf ist sehr hart geworden, härter als früher. Es gibt noch mehr Konkurrenz und natürlich gehört immer auch Glück dazu. Aber jeder Reiter würde das gerne einmal schaffen! Das ist eben etwas Besonderes und Außergewöhnliches und hat sportlich einen extrem hohen Stellenwert.

 

Welches große Ziel haben Sie noch für die Zukunft?

Ahlmann: Ich hatte immer drei große Ziele: Einmal Weltranglistenerster sein. Den Rolex Grand Prix in Aachen gewinnen. Ein Championat gewinnen. Eins davon habe ich jetzt erreicht! Da bleibt ja noch viel zu tun.

Wenn heute das traditionsreiche und prestigeträchtige Spruce Meadows „Masters“ beginnt, ist es zugleich der Countdown für die größte Herausforderung im internationalen Pferdesport, den Rolex Grand Slam der Springreiter. Diese Initiative der drei Major-Turniere Spruce Meadows „Masters“, CHI Genf und CHIO Aachen hat den Beginn einer neuen Ära im Pferdesport markiert. Um hier zu bestehen, bedarf es außergewöhnlicher Leistungen von Pferd und Reiter.

Beim mit umgerechnet einer Million Euro dotierten „CP International präsentiert von Rolex“ am kommenden Sonntag bietet sich zwei Reitern die Gelegenheit, in die Geschichte des Pferdesports einzugehen. Christian Ahlmann aus Deutschland hat im Juli den „Rolex Grand Prix“ beim CHIO Aachen gewinnen können, dass er nun Chancen auf den Rolex Grand Slam hat, ist auch für den erfahrenen Springreiter aus dem westfälischen Marl außergewöhnlich: „Das ist etwas Besonderes und hat sportlich einen extrem hohen Stellenwert.“ Chancen auf einen Erfolg beim „masters“ sieht er durchaus, auch wenn er weiß: „Sicherlich ist es sehr schwer, den Rolex Grand Slam zu gewinnen. Der Wettkampf ist sehr hart geworden, es gibt noch mehr Konkurrenz und natürlich gehört immer auch Glück dazu. Aber jeder Reiter würde das gerne einmal schaffen!“

Das gilt auch für den Schweizer Olympiasieger Steve Guerdat. Vor Jahresfrist in Kanada als Zweiter noch knapp gescheitert, gelang ihm Ende 2013 der Sieg im „Rolex Grand Prix“ bei seinem Heimspiel in Genf. Nachdem es in Aachen im Sommer nicht so gut für ihn lief, kann er in Spruce Meadows aber immer noch einen Bonus in Höhe von 250.000 Euro gewinnen. Dass er der erste Bonus-Gewinner in der noch jungen Geschichte des Rolex Grand Slam der Springreiter werden kann, steht für Guerdat aber erst an zweiter Stelle, denn: „Das Turnier hat Tradition und Bedeutung, die besten Reiter haben hier schon gewonnen.“ Für ihn steht der sportliche Erfolg ganz vorne, nicht das Preisgeld.

Neben den beiden freuen sich die kanadischen Organisatoren auf Top-Reiter wie Beezie Madden (USA), Kevin Staut (FRA), Daniel Deußer (GER), Eric Lamaze (CAN) oder Vorjahressieger Pieter Devos aus Belgien.  “Es ist großartig, diese Top-Reiter beim diesjährigen `Masters´ begrüßen zu dürfen”, sagt Spruce Meadows-Präsidentin Linda Southern-Heathcott.

Spruce Meadows Spruce Meadows

Das mit 1,5 Millionen Dollar “CP International präsentiert von Rolex”, Teil des Rolex Grand Slam der Springreiter, der mit 300,000 Dollar dotierte BMO Nationenpreis sind die Höhepunkte – Gesamtdotierung mehr als 2,8 Millionen kanadische Dollar

Alles ist vorbereitet für das Spruce Meadows “Masters“ vom 10. bis zum 14. September. Die Top-Prüfung der Woche ist das “CP International präsentiert von Rolex”, eine der prestigeträcjtigsten Prüfzungen der Welt und Teil des Rolex Grand Slam der Springreiter. Die Gesamtdotierung beträgt 2,8 Millionen kanadische Dollar – ein Anstieg von mehr als einer halben Million Dollar im Vergleich zum Vorjahr. Die besten Reiter der Welt – viele von ihnen kommen direkt von den Weltmeisterschaften in der Normandie nach Spruce Meadows – werden das Publikum begeistern, wenn sie um Top-Preisgelder kämpfen. Unter anderem freut sich Spruce Meadows auf die französischen Mannschafts-Silbermedaillengewinner Kevin Staut und Penelope Leprevos und auf das US Team, das Bronze holte mit McLain Ward, Kent Farrington sowie der Einzel-Drittplatzierten Beezie Madden.

“Es ist großartig, diese Top-Reiter beim diesjährigen `Masters´ begrüßen zu dürfen”, sagt Spruce Meadows-Präsidentin Linda Southern-Heathcott. „Das mit 1,5 Millionen Dollar dotierte CP International, präsentiert von Rolex, wird eine großartige Veranstaltung mit einigen der bekanntesten Namen des Sports, und wir sind sehr neugierig, ob es einem Reiter gelingt, auch im Rolex Grand Slam erfolgreich zu sein. Wir arbeiten hart dafür, das Spruce Meadows Masters jedes Jahr noch ein bisschen besser zu machen – für unsere Sponsoren, Aussteller und die Zuschauer. Ich bin mir sicher, dass auch das Jahr 2014 wieder unvergesslich werden wird.“

Diese acht Mannschaften werden im BMO Nationenpreis starten:

Belgien: Vorjahressieger CP International präsentiert von Rolex Pieter Devos, der Sieger von 2012 Olivier Philippaerts, Nicola Philippaerts, and Niels Bruynseels

Deutschland: FEI Weltcupsieger Daniel Deusser, der Sieger im Rolex Grand Prix Aachen 2014 Christian Ahlmann, Marco Kutscher, Philipp Weishaupt und Andre Thieme

Frankreich: Kevin Staut, Penelope Leprevost, Cedric Angot, Marie Hecart

Großbritannien: Europameister Michael Whitaker, Robert Whitaker, William Whitaker und Guy Williams

Irland: Conor Swail, Shane Breen, Dermott Lennon, and Billy Twomey

Kanada: Olympiasieger Eric Lamaze, 10-facher Olympiateilnehmer Ian Millar, Olympiateilnehmerin Tiffany Foster und der 20jährige Newcomer Ben Asselin

Schweiz: Olympiasieger Steve Guerdat, Marie Etter, Alain Jufer, and Nadja Peter Steiner

USA: Olympiasieger Beezie Madden, McLain Ward, Leslie Howard und Olympiateilnehmerin Lauren Hough

Als Einzelstarter sind u.a. die Nummer 1 der USA, Kent Farrington, Weltcupsieger Rich Fellers (USA), Olympiateilnehmerin Reed Kessler (USA), Richard Spooner (USA), Quentin Judge (USA), Kyle King (USA), Jonathon Millar (CAN), Christian Sorensen (CAN), Frank Shuttert (NED), Marc Houtzager (NED), Jaime Azcarraga (MEX), Luis Alejandro Placensia (MEX), Lucia Vizzini (ITA), Sameh El Dahan (EGY), Paulo Santana (BRA) und Mark Lindh (AUS) mit dabei.

Steve Guerdat setzt sich selber hohe Ziele. In Calgary will er sie mit der Stute Nasa erreichen.

Steve Guerdat Steve Guerdat

Von Peter Jegen.

Natürlich wolle er stets gewinnen, sagt Steve Guerdat. Sein Ehrgeiz und sein erfolgsorientiertes Denken lassen einzig diese Zielsetzung zu. Selbst im Wissen, dass konstanter Erfolg gar nicht möglich ist. Weil nicht immer alles so perfekt zusammen passt wie im Sommer 2012. Bei den Olympischen Spielen von London ritt Steve Guerdat mit Nino des Buissonnets zu Gold. Viel will sich der heute 32-jährige Schweizer Springreiter darauf aber nicht einbilden. „Ich habe noch einiges Verbesserungspotenzial“, verrät er, „denn von den rund 50 Turnieren, die ich pro Jahr reite, kehre ich ja nicht jedes Mal als Sieger heim.“
Im Zusammenspiel zwischen Mensch und Pferd muss für den Erfolg jedes Detail stimmen. „Es ist eine Gratwanderung“, sagt Guerdat, speziell auch in Bezug auf Nino des Buissonnets. Der 13-jährige Franzosen-Wallach aus dem Besitz des Zürcher Financiers Urs E. Schwarzenbach, sei ein Pferd zwischen Genie und Wahnsinn, schwärmt Guerdat. Beeindruckendes Talent, gewaltiges Sprungvermögen und seine Vorsicht machen Nino des Buissonnets zu einem der besten Springpferde der Welt. Gleichzeitig aber prägen diese Eigenschaften auch den eigenen Willen des Pferdes. Dieser hatte im Juli beim CHIO Aachen wieder einmal die Oberhand. Im Rolex Grand Prix verweigerte Nino des Buissonnets im zweiten Umlauf den Einsprung in der Zweierkombination. „Das lief nicht wie gewünscht“, sagt Guerdat lakonisch.
Er hat gelernt, mit dem schwierigen Charakter seines Pferdes umzugehen, so wie er mittlerweile auch seinen eigenen impulsiven Charakter zu zügeln weiss. Ehrgeiz und Erfolgshunger sollen ihn beflügeln, nicht zerreißen, weshalb ihm auch sein Trainer Thomas Fuchs immer wieder sagt, doch etwas lockerer zu werden. Das bleibt nicht ungehört „Ich habe womöglich jeweils zu viel fokussiert und mir zu viele Gedanken gemacht“, gesteht Guerdat ein. Zumal im Sport Erfolg und Niederlage bekanntlich ja einfach nahe beieinander liegen – auch bei Steve Guerdat und Nino des Buissonnets.  Nach dem  CHIO Aachen gewannen sie beim Viersterne-CSI in Münster postwendend den Großen Preis.
Nino des Buissonnets ist das Titelkampf-Pferd des Schweizers, Nasa derweil das Spitzenpferd beim Spruce Meadows Masters, dem direkt auf die WM folgenden nächsten Major-Turnier. „Sie fühlt sich in Spruce Meadows wohl“, sagt Guerdat zu der 13-jährigen Schimmelstute, die ebenso Urs E. Schwarzenbach gehört, in dessen Stallungen oberhalb von Herrliberg bei Zürich Guerdat seit sieben Jahren beheimatet ist. 2013 hat er mit Nasa in Kanada im Großen Preis den zweiten Platz belegt, um einen Strafpunkt wegen Zeitüberschreitung blieb er nur knapp hinter dem siegreichen Belgier Pieter Devos zurück. Gelingen nun abermals fehlerlose Umgänge und das auch noch in der besten Zeit, sähe sich Steve Guerdat dafür am 14. September doppelt belohnt. Einerseits mit dem größten Anteil am Preisgeld von 1,5 Millionen Dollar, andererseits mit einem Bonus von 250.000 Euro. 
Denn im vergangenen Dezember hatte er bei seinem Heimturnier in Genf, neben Aachen und Calgary die dritte Station des Rolex Grand Slam der Springreiter, den Rolex Grand Prix gewonnen.  Damit qualifizierte sich Guerdat für das Bonus-Programm, das zusätzlich zum Preisgeld eine Million Euro auszahlt, wenn ein Reiter oder eine Reiterin innerhalb von zwölf Monaten alle drei Großen Preise in Folge gewinnt.  Werden zwei GP in Serie gewonnen, beträgt der Bonus 500.000 Euro, bei „zwei aus drei“, wie das nun für Guerdat möglich ist, sind es die erwähnten 250.000 Euro.
Doch weder diese lukrativen Summen, noch das Faktum, dass Guerdat der erste Bonus-Gewinner im Rolex Grand Slam werden könnte, stehen für den Reiter selber im Vordergrund. „Das Turnier hat Tradition und Bedeutung, die besten Reiter haben hier schon gewonnen“, sagt Guerdat als Erstes auf den CSIO in Calgary angesprochen. Springreiter ist Guerdat nämlich nicht des hohen Preisgeldes wegen geworden. Die Faszination Pferd machte ihn dazu. Sie ließ Guerdat denselben Weg wie sein Vater einschlagen. Schon Philippe Guerdat, der jetzt Equipenchef der Franzosen ist, war ein erfolgreicher Springreiter. Und der Grossvater Serge Guerdat war zu Hause in Bassecourt, im Schweizer Kanton Jura, ein bekannter Pferdehändler. Der Pferdehandel aber sagte Enkel Steve nie wirklich zu, deshalb kehrte er in den ersten Berufsjahren auch dem Stall von Jan Tops den Rücken. Weil dort ein Pferd sofort verkauft wurde, sobald Guerdat mit ihm erfolgreich war. „Ich wusste schon früh, dass ich in meiner Karriere sportlich alles zu erreichen versuche und nicht möglichst viel Geld gewinnen will“, sagt Guerdat. 
Sportlich hat Steve Guerdat bereits viel erreicht: Olympiasieg, Team-Europameistertitel, Führung in der Weltrangliste, zahlreiche bedeutende Grand-Prix-Erfolge. Ob ein 32-jähriger Springreiter da noch überhaupt Ziele haben kann? „Ja, ich versuche jeden Parcours fehlerlos zu reiten“, sagt Guerdat. Die absolute Harmonie mit dem Partner Pferd ist also sein höchster Anspruch. Kein Wunder, ist Steve Guerdat damit der Perfektionist unter den Springreitern.

The international ring The international ring

Ganz hinten am Horizont sind die mächtigen Gipfel der kanadischen Rocky Mountains zu erkennen. So beeindruckend die Fernsicht, so imposant das gesamte Turniergelände: Das Spruce Meadows „Masters“ ist legendär. Hier beim zweiten Major des Jahres treffen sich die besten Springreiter der Welt, um Geschichte zu schreiben. Und einer von ihnen, Christian Ahlmann, hat die Möglichkeit, zu einer Legende des Pferdesports zu werden. Nach seinem Sieg im Rolex Grand Prix beim CHIO Aachen, dem ersten Major des Jahres, wird er nun als einer der großen Favoriten in den „International Ring“ einreiten. Sollte ihm ein Sieg im abschließenden Großen Preis gelingen, hat er die Gelegenheit, beim dritten Major des Jahres in Genf den „Rolex Grand Slam der Springreiter“ zu gewinnen. Einer, der es auch wieder versuchen wird, war bereits im vergangenen Jahr ganz nah dran am Sieg. Hinter Belgiens Pieter Devos landete Olympiasieger Steve Guerdat aus der Schweiz auf dem zweiten Platz. Anschließend siegte er in Genf – was ihn nun immerhin in die komfortable Situation bringt, mit einem Sieg in Calgary zusätzlich zum Preisgeld 250.000 Euro gewinnen zu können. Denn wer bei den drei Major-Turnieren zwei Turniere zwar nicht hintereinander, aber nach dem „two out of three“ Modus gewinnt, erhält diesen Bonus. Auch Christian Ahlmann schnupperte im vergangenen Jahr bereits am ganz großen Triumph vor den Toren Calgarys. Mit „Taloubet Z“ wurde er Vierter.

Doch es sind nicht nur die großen Namen und der große Sport, die das Spruce Meadows „Masters“ zu einer der weltweit beeindruckendsten Sportveranstaltungen machen. Es gibt nicht viele Orte auf der Welt, die besser geeignet sind, um Sportgeschichte zu schreiben. Als 1971 die Geschichte des Turniers beginnt, steht von Beginn an ein Streben im Vordergrund: Etwas Einzigartiges zu schaffen, eine veranstaltung, die großen Sport kombiniert mit freundschaftlicher Atmosphäre und wirtschaftlichem Hiuntergrund. Dieser Traum der Familie Southern, die bis heute dem Spruce Meadows „Masters“ voransteht, lebt wie nie zuvor. So kamen im Vorjahr 234.785 enthusiastische Zuschauer und sorgten für eine außergewöhnliche Atmosphäre. Zu dieser ganz besonderen Stimmung kommen ein für die Sportler überaus attraktives Preisgeld, eine perfekte Infrastruktur und eine Top-Organisation. Und seitdem der „Rolex Grand Slam der Springreiter“ ins Leben gerufen wurde, bietet das Masters zudem die Chance für die Sportler nicht einfach“nur“ viel Geld zu gewinnen, sondern zu einer Legende des Sports zu werden. Das ist im besten verständnis der Gründerväter einzigartig. Willkommen beim Spruce Meadows „Masters 2014“, willkommen beim Rolex Grand Slam der Springreiter.

Der CHI Genf war in puncto Innovation schon immer seiner Zeit voraus. Im Dezember wird der CHI Genf in der Palexpo Arena den ersten und einzigen Indoor- Vielseitigkeits-Wettbewerb der Schweiz austragen. Zu dieser Prüfung werden erstklassige Vielseitigkeitsreiter, Olympiasieger und ein paar ausgewählte Schweizer Reiter erwartet. Für die Vielseitigkeitsstrecke werden ausschließlich natürlich Hindernisse verwendet. Dies ist also eine einmalige Gelegenheit durch Hinzunahme der Vorbereitungshalle die längste Indoor-Vielseitigkeitsstrecke der Welt mit See und Wall zu schaffen.

Steve Guerdat Münster 2014 Steve Guerdat Münster 2014

Steve Guerdat hat den Großen Preis von Münster gewonnen. Der Goldmedaillengewinner der Olympischen Spiele von London und Gewinner des #chigeneve 2013 lieferte am 10. August in der Siegerrunde mit Nino des Buissonnets in 44,76 Sekunden einen schnellen und fehlerfreien Ritt ab, den keiner der zwölf Mitbewerber unterbieten konnte. Die Prüfung ist mit insgesamt 100.000 Euro dotiert. In einem Monat kann er im Rahmen des Rolex Grand Slam in Spruce Meadows nach dem „two out of three-Modus“ noch den Bonus von 250.000 Euro gewinnen.

 

Der Rolex Grand Slam der Springreiter ist jetzt auch auf Facebook und Twitter!

Auf diesen Seiten werden wir Sie über die Major-Turniere CHIO Aachen (GER), CSIO Spruce Meadows (CAN) und CHI Geneva (SUI) , drei der weltbesten Turniere, auf dem Laufenden halten!

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Christian Ahlmann Christian Ahlmann

Ein Jahr nach seiner Premiere ist der Rolex Grand Slam der Springreiter dorthin zurückgekehrt, wo alles begann: In die beeindruckende Aachener Arena, diese Kathedrale des Pferdesports. 40.000 begeisterte Zuschauer feierten Christian Ahlmann, für den nach seinem Sieg nun sein persönlicher Rolex Grand Slam der Springreiter begonnen hat.

 

Denn im Sattel von Codex One blieb Christian Ahlmann als einziger von fünf Reitern fehlerfrei. „Über diesen Moment habe ich 20 Jahre lang nachgedacht“, so Ahlmann. Nun ging sein Blick bereits nach vorne: „Natürlich möchte ich den nächsten Schritt im Rolex Grand Slam gehen und beim Spruce Meadows Masters starten – vorausgesetzt ich bleibe fit und gesund. Der Rolex Grand Slam ist wahrlich eine große Nummer für uns Springreiter, eine große Herausforderung. Es bedeutet mir sehr viel, dass Rolex diese Initiative ins Leben gerufen hat und uns Springreitern die Möglichkeit gibt, solche Preisgelder zu gewinnen und solch eine Aufmerksamkeit zu erlangen. Nun versuche ich, das Beste aus meinem persönlichen Rolex Grand Slam zu machen.“

Und auch sein Pferd hat ganz offenbar seinen Spaß an der neuen Herausforderung „Rolex Grand Slam der Springreiter“ – denn Codex One stupste die Trophäe schon mal an, als wollte er sagen: „Wir sehen uns im September beim Spruce Meadows Masters wieder…“. Denn nur wer die drei Major-Turniere CHIO Aachen, Spruce Meadows „Masters“ und CHI Genf in Folge gewinnt, gewinnt den Grand Slam und wird zu einer Legende des Sports – und erhäl 1 Million Euro zusätzlich zum Preisgeld. Auch wer zwei von drei Turnieren gewinnt, erhält einen Bonus. Werden die Turniere hintereinander gewonnen, beträgt der Bonus 500.000 Euro. Ist der Sportler nach dem „two out of three-Modus“ erfolgreich, aber eben nicht bei zwei aufeinanderfolgenden Turnieren, beträgt der Bonus 250.000 Euro. Der Gewinn des Bonus ist auch auf unterschiedlichen Pferden möglich.

 

Im Fokus standen zu Beginn des Rolex Grand Prix beim CHIO Aachen 2014 der Schweizer Olympiasieger Steve Guerdat, der das letzte Major-Turnier in Genf gewinnen konnte sowie  Pieter Devos aus Belgien, der beim Major im kanadischen Spruce Meadows im vergangenen September siegreich war. Beide hatten also vor Begonn des Rolex Grand Prix gute Chancen im Rolex Grand Slam der Springreiter. Doch für Steve war der Traum vom zweiten Major-Sieg in Folge nach einem Fehler am Wassergraben früh zu Ende. „Mein Ziel war es, hier zu gewinnen, und es hat sich auch alles gut angefühlt“, so Guerdat, „vielleicht hätte ich am Wasser noch etwas mehr kämpfen müssen.“ Und auch Pieter Devos hatte keinen guten Tag erwischt, am überbauten Wasser gab es eine Verweigerung. Der Belgier hat die Zeit in Aachen dennoch genossen: „Es war ein schöner Grand Prix, eine tolle Erfahrung für mein junges Pferd.“

(Mit freundlicher Genehmigung der Aachener Zeitung.Von Marlon Gego)

Vom Glück, die Chance seines Lebens zu verpassen 

Wunderkind, Arbeitsloser, Olympiasieger: Steve Guerdat musste trotz außergewöhnlichen Talents hart kämpfen, um sich den Traum vom Olympiasieg zu erfüllen.

Aachen. Man sieht Steve Guerdat seine Geschichte nicht an, sie steht ihm nicht ins Gesicht geschrieben, vielleicht weil er noch jung ist, erst 32. Manche kennen seine Geschichte, aber nicht mehr alle erinnern sich an sie. Die Menschen erinnern sich lieber an die schönen Momente, an die von Guerdats Olympiasieg 2012 zum Beispiel, auch im Reiten zählt am Ende der Erfolg mehr als der Weg, der zum Erfolg geführt hat. Dabei ist es erst acht Jahre her, dass Steve Guerdat die Chance seines Lebens in den Wind schoss und vom Wunderkind zum Arbeitslosen wurde. Und dann zum Olympiasieger.

Guerdat kommt aus Bassecourt im Nordwesten der Schweiz, er wuchs mit seiner Familie auf dem Hof des Großvaters auf, der Pferdehändler war. Der Vater, Philippe, war selbst Springreiter, 1985 war er mal Vize-Europameister. Guter Reiter, aber nicht halb so talentiert wie Steve, sein Sohn. Steves Leben verlief einigermaßen vorhersehbar, früh zeigte sich, dass Steve es im Pferdesport weit bringen könnte. Als er in der elften Klasse die Schule abbrach, um Profireiter zu werden, war das für den Vater in Ordnung, für die Mutter nicht. Philippe Guerdat vertraute darauf, dass Steves Talent ausreichen würde, um irgendwie vom Reiten leben zu können. Seine Zeit als Juniorenreiter war dann so erfolgreich, dass er 2003 vom Niederländer Jan Tops unter Vertrag genommen wurde, einem der bedeutendsten Pferdehändler Europas.

Im Gegensatz zu einigen seiner Konkurrenten ist Steve Guerdat nicht von Hause aus vermögend, er ist auf Menschen angewiesen, die ihm Pferde zur Verfügung stellen, auf denen er konkurrenzfähig ist. Der beste Reiter ist nichts ohne gutes Pferd, und wenn man Olympiasieger werden will, braucht man ein Pferd, das mindestens eine hohe sechsstellige Summe kostet, oft sogar mehr.

Der Preis für seinen Idealismus

Bei Jan Tops hatte Guerdat nun zwar hervorragende Pferde, aber immer nur solange, bis Tops Käufer fand, die die richtige Summe für diese Pferde zu zahlen bereit waren. War das eine Pferd verkauft, bekam Guerdat das nächste, mit dem er wieder von vorn anfing. Selbst die besten Pferde und die besten Reiter brauchen eine Weile, ehe sie sich aneinander gewöhnt haben. Aber Guerdat hatte mittlerweile einen Namen, er wollte mehr, er wollte vor allem kontinuierlich mit seinen Pferden arbeiten können ohne fürchten zu müssen, dass sie am nächsten Tag verkauft sind. Anfang 2006 kündigte er.

In den meisten Lebensläufen gibt es Brüche, manchmal sind es private Schicksalsschläge oder ungewöhnliche berufliche Entscheidungen. Die meisten Auf- oder Abstiege erklären sich aus solchen Brüchen, und bei Steve Guerdat ist es nicht anders.

Als er bei Tops gekündigt hatte, erhielt er das Angebot, für den ukrainischen Ölmilliardär Oleksandr Onischtschenko zu reiten, der gerade eine Reitmannschaft aufbaute. Geld spielte nicht so die Rolle, Onischtschenko überwies Guerdat das Gehalt für vier Jahre im Voraus, überdies sagte der Unternehmer zu, die besten Pferde für Guerdat kaufen zu wollen. Einzige Bedingung: Guerdat sollte, wie die anderen Teammitglieder auch, Ukrainer werden, mindestens bis nach Olympia 2012.

Guerdat stimmte zögerlich zu, die Dinge nahmen ihren Lauf: Dienstwohnung in Lüttich, Dienstwagen, großes Gehalt, finanzielle Unabhängigkeit. Für Guerdat, 23 Jahre alt, die Chance seines Lebens.

Im Mai 2006 sollte dann beim Reitturnier in La Baule in Frankreich der Vertrag unterschrieben werden, montags gab Guerdat seinen Schweizer Pass ab, mittwochs war Vertragsunterzeichnung. Als Guerdat sich hingesetzt und den Stift in die Hand genommen hatte, hielt er inne und sagte: „Ich unterschreibe nicht.“

Diese Situation damals ist nicht Guerdats Lieblingsthema, er gehört zu den Menschen, die lieber nach vorn schauen als zurück. Aber am Dienstagabend spricht er beim Aachener CHIO doch noch mal darüber. Er sei ein impulsiver Typ, sagt Guerdat, er habe diesen Vertrag einfach nicht unterschreiben können, es habe sich „nicht richtig angefühlt“. Vor der geplanten Vertragsunterzeichnung habe der deutsche Olympiasieger Ludger Beerbaum bei ihm angerufen, sagt Guerdat, der Inhalt des Gesprächs „bleibt unter uns“. Aber: „Ich bin ihm bis heute dankbar.“

Die Verweigerung der Unterschrift war natürlich ein Affront gegen den Milliardär aus der Ukraine. Noch am selben Tag waren Dienstwagen und Dienstwohnung weg, das bereits überwiesene Gehalt für vier Jahre, Gerüchten zufolge ein siebenstelliger Betrag, musste Guerdat umgehend zurücküberweisen. Er stand mit nicht viel mehr als seiner Kleidung, die er trug, auf dem Turnierplatz in La Baule, vor allem hatte er von einer Minute auf die andere keine Pferde mehr. Der Bruder kam und holte ihn in Frankreich ab.

Einige Monate lang passierte erst mal nichts, Guerdat verpasste die Weltmeisterschaft 2006 in Aachen. Philippe Guerdat, der Vater, sagt: „In den Zeitungen liest sich diese Geschichte immer so schön, weil ja alles gut gegangen ist. Aber glauben Sie mir, Steve hatte eine verdammt schwere Zeit damals.“ Der Preis für seinen Idealismus?

Wenn man Menschen sucht, die Guerdats Entwicklung über längere Zeit aus der Nähe verfolgt haben, stößt man schnell auf Rolf Grass. Grass war zwischen 2002 und 2010 Equipechef der Schweiz, der Nationaltrainer der Springreiter. Um zu verdeutlichen, wer Steve Guerdat ist und was ihn antreibt, erzählt Grass die folgende Anekdote: 2008, Olympische Spiele in Peking, die Schweizer Reiter reisten früh an, um an der Eröffnungsfeier teilnehmen zu können. Grass hatte gute Verbindungen nach Peking, für seine Mannschaft organisierte er eine Stadtrundfahrt, die Reiter sollten sehen, wo sie sind. Kurz bevor es losgehen sollte, kam es laut Grass zu diesem Dialog:

Steve Guerdat: „Muss ich an dieser Stadtrundfahrt teilnehmen?“

Grass: „Ja.“

Guerdat: „Man merkt, dass Du keine Ahnung vom Reiten hast.“

Grass: „Das kann sein, aber Du hast von nichts anderem Ahnung als vom Reiten.“

Guerdat ging ohne weitere Worte auf sein Zimmer und überlegte eine Weile. Dann zog er sich um und kam mit.

„Steve beschäftigt sich minutiös mit dem Reiten, er macht sich über jeden Schritt Gedanken, alles ist geplant, er ist total überzeugt von dem, was er sich überlegt hat“, sagt Grass. Stadtrundfahrten kommen in Guerdats Überlegungen selten vor. „Er kann nicht gut über seinen Schatten springen, er will nie umdisponieren.“ Schwäche und Stärke zugleich.

Nach der geplatzten Vertragsunterzeichnung hatte Guerdat Glück. Man kann andererseits sagen: Guerdat hat seinem Glück durch seine Unterschriftsverweigerung entscheidend auf die Sprünge geholfen. Vater Philippe stellte den Kontakt zu einem alten Freund her, Yves Piaget, ein Schweizer Uhrenhersteller. Piaget kaufte Jalisca Solier, mit der Guerdat sich für Olympia 2008 qualifizierte. Der frühere Zürcher Polospieler Urs Schwarzenbach stellte Guerdat seinen Hof in Herrliberg oberhalb des Zürichsees zur Verfügung, seit 2007 ist Guerdat selbstständig und beschäftigt ein kleines Team von Helfern. Der Olympiasieg kam zwar nicht zwangsläufig, aber er war das Ergebnis akribischer Planung, nicht enden wollenden Trainings und einem Willen, der Ölmilliardäre versetzt.

Rolf Grass sagt: „Es gibt nur sehr wenige, die das Zeug dazu haben, Olympiasieger zu werden, bei denen Talent, Fleiß und gute Pferde zusammenkommen.“

Ist es ihm nun egal oder nicht?

Sätze wie diese sagen sich leichter, als sie in die Tat umzusetzen sind, und niemand weiß das besser als Guerdat. Es gibt nur wenige Sportler, die ähnlich hohe Ansprüche an sich selbst stellen wie Guerdat, macht er in einem wichtigen Springen einen Fehler, „kommt er manchmal stundenlang nicht aus dem Stall heraus, er kann dann nur mit sich sein“. Sagt Thomas Fuchs, früherer Schweizer Weltklassereiter und seit 2007 Guerdats Trainer. Fuchs findet, er könne Guerdat nicht mehr viel beibringen, aber er versuche immer wieder, ihn daran zu erinnern, dass es noch „etwas anderes als Titel und Medaillen gibt“. Fuchs sagt: „Wenn er eines noch lernen kann, dann lockerer zu werden.“ Mit ihm auch daran zu arbeiten, „ist meine Hauptaufgabe, oder?“, sagt Fuchs und lacht. Wenn einer locker ist, dann Fuchs.

Steve Guerdat ist neben Roger Federer der populärster Sportler der Schweiz, auch einer der erfolgreichsten. Und wie die meisten populären Menschen hat Guerdat nicht ausschließlich Freunde. Einerseits ist er selbstbewusst genug, sich nicht dafür zu interessieren, ob andere es richtig finden, wie er trainiert und wo er reitet. Andererseits beginnt er schon mal einen Streit mit Journalisten, wenn er meint, in einem Artikel nicht gut weggekommen zu sein. Was die Öffentlichkeit über den Reiter Guerdat denkt, ist ihm egal, die Erfolge sprechen ohnehin für ihn. Was die Öffentlichkeit über den Menschen Guerdat denkt, ist ihm weit weniger egal. Weshalb er niemand ist, der sich um Öffentlichkeitstermine reißt. Am liebsten ist es ihm, der Mensch wird öffentlich kaum sichtbar.

Guerdat ist kein Sunnyboy, er ist Reiter, und als solcher hat er den Respekt vieler seiner Kollegen. Als er nach seinem Olympiasieg am 7. August 2012 auf einem Holzzaun neben dem Turnierplatz saß, ein bisschen abseits und mit den Emotionen kämpfend, kam die US-Springreiterin Laura Kraut auf Guerdat zu und sagte: „Wenn einer es verdient hat, Olympiasieger zu werden, dann Du.“ Kraut, das muss man wissen, ist die Freundin des englischen Springreiters Nick Skelton, den Guerdat Minuten vorher knapp geschlagen hatte.

Eine Anekdote noch, Peter Jegen erzählt sie, Sportredakteur bei der „Neuen Zürcher Zeitung“. Es klinge zwar kitschig, sagt Jegen, aber Guerdat sei ein wirklicher Pferdefreund. Nichts sei ihm wichtiger als seine Pferde, als das Reiten, und dafür gebe es mehr Belege als die Beteuerungen Guerdats. Ende 2012, sagt Jegen, verzichtete Guerdat auf einen Start beim Finale der hoch dotierten Global-Champions-Tour in Abu Dabi. Obwohl Guerdat es sich kaum leisten kann, auf hohe Preisgelder zu verzichten, entspreche „das mit viel Geld lancierte Turnier nicht seinem Pferdesportverständnis“. Guerdat habe einfach keine Lust auf Reitturniere ohne Tradition und ohne Identifikation mit dem Pferd. Sein im Moment bestes Pferd, Nino de Buissonnetts, lässt Guerdat auf zehn oder elf Turnieren pro Jahr starten, er gehört nicht zu denen, die mit guten Pferden maximal viel Geld in minimal kurzer Zeit verdienen wollen.

„Das Preisgeld und das Geld von den Sponsoren brauche ich eigentlich nur, um meine Angestellten bezahlen und meinen Betrieb am laufen halten zu können“, sagt Guerdat. Was erheblich entbehrungsreicher ist, als sich jahrelang von einem ukrainischen Ölmilliardär alimentieren zu lassen.

Man sieht Steve Guerdat seine Geschichte nicht an, sie steht ihm nicht ins Gesicht geschrieben, aber wenn man ihn länger anschaut und sich fragt, wie es sein, kann, dass ein so junger Mensch so ernst schauen kann, dann beginnt man zu begreifen, dass auch schöne Gesichter schwierige Geschichten erzählen können. Man muss nur etwas genauer hinschauen.

Erst einmal: Herzlichen Glückwunsch zum Mannschaftssieg im Mercedes-Benz Nationenpreis. Mit Ihrer tollen Leistung am Donnerstagabend haben Sie sich auch für den Rolex Grand Prix qualifiziert. Wie ist Ihre Turnierwoche sonst verlaufen?

Ich bin sehr zufrieden mit meinen bisherigen Ergebnissen. Vor allem der Sieg im Nationenpreis mit dem belgischen Team war natürlich spektakulär. Ich hoffe, dass ich diesen Schwung mit in den Rolex Grand Prix nehmen kann und eine gute Leistung zeige. „Greenfield of India“, die ich beim Rolex Grand Prix reiten werde, hat sich in Aachen ja bereits in guter Form gezeigt.

Was erwarten Sie vom Rolex Grand Prix? Springt ein Sieg für Sie heraus?

Ich hoffe natürlich, dass ich gewinne, das ist doch klar. Allerdings ist diese Vorstellung schon sehr, sehr optimistisch bei diesem Spitzenteilnehmerfeld und dem anspruchsvollen Parcours. In Calgary bin ich mit „Candy“ an den Start gegangen und habe gesiegt. Dieses Pferd ist wie geschaffen für große Arenen wie Aachen. Leider ist sie verletzt und kann in Aachen nicht dabei sein. „Greenfield of India“ muss erst noch Erfahrung sammeln. Es wird spannend, wie sie morgen vor dieser beeindruckenden Kulisse reagieren wird. Ich setzte mein ganzes Vertrauen in sie.

Was macht Aachen für einen Springreiter so außergewöhnlich?

Das ist meine zweite Teilnahme in Aachen und was soll ich sagen: Ich bin noch genauso beeindruckt wie bei meinem ersten Besuch. Wenn ich mich als Springreiter für ein Stadion auf der ganzen Welt entscheiden müsste, dann bräuchte ich nicht lange zu überlegen: Aachen. Der Sieg beim Nationenpreis am Donnerstagabend war der schönste in meiner bisherigen sportlichen Karriere. Diese gigantische Kulisse und die Zuschauer, die mit all ihren Emotionen mitfiebern, sind wirklich sehr beeindruckend. Das macht Lust auf den Rolex Grand Prix!

Wenn du den Rolex Grand Prix gewinnst, können Sie auch Ihre persönliche Rolex Grand Slam Geschichte weiterschreiben. Was bedeutet das für Sie?

Der Rolex Grand Slam ist eine sehr gute Initiative. Für den Springsport ist er eine wahre Bereicherung und natürlich ist er auch gute Werbung . Wir Reiter gehen mit dieser zusätzlichen Chance noch motivierter in einen Rolex Grand Prix. Denn diese Herausforderung lässt niemanden kalt. Jeder will zumindest versuchen, diese drei Turniere in Aachen, Genf und Calgary zu gewinnen.

 

Steve, freuen Sie sich schon auf Sonntag? Wenn Sie im Rolex Grand Prix in Aachen siegen, hätten Sie die nächste Stufe im Rolex Grand Slam erreicht…

Ja klar, ich bin ganz heiß auf den Sonntag, überhaupt auf Aachen. Immerhin habe ich den Rolex Grand Prix hier noch nie gewonnen. Das heißt: Ich werde alles geben!

Was bedeutet der Rolex Grand Slam der Springreiter für Sie?

Der Rolex Grand Slam ist sehr gut für unseren Sport und natürlich auch für die Medien. Und er ist ein Aufmersamkeitsgarant für den internationalen Springsport. Diese drei großen Turniere in Aachen, Genf und Calgary besitzen ein Wahnsinns-Prestige – jeder Springreiter möchte dort gewinnen. Ich finde es gut und wichtig, dass Rolex derartig hinter dieser Initiative steht.

Und wie sehen Sie Ihre Chancen, den Rolex Grand Slam zu gewinnen, diese gewaltige sportliche Herausforderung zu meistern?

Mit Nino Des Buissonnets gehe ich mit einem Pferd an den Start, mit dem ich beim Rolex Grand Slam viel erreichen kann. Wir sind gut vorbereitet und werden gemeinsam alles geben. Nino ist in einer ausgezeichneten Form. Wir werden diese einmalige Chance, die uns am Sonntag geboten wird, nutzen. Ich möchte nicht in ein paar Jahren zurückblicken und mir Vorwürfe machen, dass ich doch nicht alles gegeben habe.

Klar, Nino ist der Star. Sie haben aber auch viele andere talentierte Pferde mit nach Aachen gebracht…

Ja, das stimmt. Zum Beispiel Nasa. Sie werde ich wahrscheinlich im Mercedes-Benz Nationenpreis reiten. Sie liebt große Turniere, da kommt  Aachen gerade recht. Oder Kavalier, ein achtjähriger Hengst, mit dem ich beim Sparkassen-Youngsters-Cup an den Start gehe. Er soll hier vor dieser großartigen Kulisse Erfahrungen sammeln, denn in ein paar Jahren würde ich gerne mit ihm am Grand Prix teilnehmen.

Wie wichtig ist das Pferd für einen Reiter?

Sehr wichtig! Ein Reiter ist nur so gut wie sein Pferd und umgekehrt – das kann man nicht trennen, mir fallen dazu direkt berühmte Paarungen wie Eric Lamaze und Hickstead sowie Meredith Michaels-Beerbaum und Shutterfly ein. Solche Paarungen waren voll und ganz eine Einheit. Die Chemie muss halt stimmen, das Vertrauen muss da sein. Ganz klar: Ohne ein Top-Pferd kann ich ein renommiertes Turnier wie den Rolex Grand Prix in Aachen nicht gewinnen – und einen Rolex Grand Slam schon gar nicht.

Wie war es für Sie, den Grand Prix beim CHI Genf zu gewinnen?

Das Turnier in Genf ist etwas sehr besonderes für mich, sozusagen ein Heimspiel. Viele Reiter wünschen sich, dieses Turnier zu gewinnen. Das Publikum und die Atmosphäre im Palexpo sind einfach toll. Manchmal fürchte ich mich selbst vor so viel Erfolg…

Und was bedeutet der CHIO Aachen für Sie?

Die Turniere in Genf und Aachen sind gar nicht miteinander vergleichbar. Ganz klar, der CHIO Aachen ist das Hauptturnier des Jahres. Mit der ganzen Geschichte im Background und der tollen Springarena ist er natürlich DAS Turnier überhaupt! Vor 40000 Zuschauern in das Hauptstadion einzureiten, speziell beim Rolex Grand Prix, macht wahnsinnig stolz. Und das macht Aachen ebenfalls einzigartig: Die Zuschauer verfügen über ein Wahnsinnswissen über den Reitsport. Ich freue mich sehr, wieder hier zu sein.

Zumal die Schweiz in diesem Jahr das Partnerland des Weltfests des Pferdesports ist.

Eine gute Entscheidung. Die Stimmung beim Empfang der Schweizer auf dem Aachener Marktplatz war schon beeindruckend. Ich bin mir sicher, dass meine Schweizer Landsfrauen und –männer das CHIO-Publikum begeistern werden.

Mit dem Turkish Airlines-Preis von Europa bietet sich beim CHIO Aachen 2014 heute ab 14.15 Uhr für die teilnehmenden Springreiter die erste Möglichkeit, sich für den Rolex Grand Prix, Großen Preis von Aachen, zu qualifizieren. Konzentration ist bei dem anspruchsvollen Parcours mit einer Hindernishöhe bis 1,55 m gefragt. Die Springprüfung mit einem Umlauf und Stechen ist mit 76.000 Euro dotiert und eine der traditionsreichsten Prüfungen beim Weltfest des Pferdesports. Im Jahre 1957 wurde sie erstmalig ausgetragen. Damals konnte Hans Günter Winkler mit seinem Spitzenpferd Halla den Sieg erringen. Wer es wohl dieses Jahr, mehr als 55 Jahre später, schaffen wird? Das Teilnehmerfeld ist vielversprechend.

Der amtierende Olympiasieger Steve Guerdat wird sich bei dieser Prüfung mit seiner 13-jährigen Schimmelstute „Nasa“ präsentieren. Und der Belgier Pieter Devos, wie Guerdat zurzeit auf Erfolgskurs im Rolex Grand Slam der Springreiter, geht mit seinem Top-Pferd „Dream of India Greenfield“ an den Start. Er muss sich erst noch für das große Finale am Sonntag qualifizieren. Diese Hürde bleibt Guerdat erspart, denn als amtierender Olympiasieger ist er automatisch für den Rolex Grand Prix qualifiziert. Guerdat und Devos sehen sich jedoch einer starken Konkurrenz gegenüber, denn unter den 54 Startern befinden sich Weltklasse-Springreiter und -Pferde wie Pénélope Leprevost (FRA) mit Nayana, Marcus Ehning (GER) mit Cornado NRW, Ludger Beerbaum (GER) mit Chaman, Ben Maher (GBR) mit Wings Sublieme und Kevin Staut (FRA) mit Oh D’eole.

Welche Springreiter sich für den Rolex Grand Prix am Sonntagnachmittag qualifizieren und damit auch eine Chance auf ihren persönlichen Rolex Grand Slam haben, entscheidet sich erst am Freitag, 18. Juli. Denn neben dem Turkish Airlines-Preis von Europa gibt es noch beim Mercedes-Benz Nationenpreis am Donnerstagabend unter Flutlicht und beim Preis von Nordrhein-Westfalen am Freitag die Möglichkeit, sich zu qualifizieren. Über ein Gesamtpunktesystem wird dann errechnet, welche 40 Reiter am Rolex Grand Prix, eine der anspruchsvollsten Springprüfungen der Welt, starten dürfen.

Steve Geuerdat Steve Geuerdat

Erst gestern verkündete Steve Guerdat auf dem Aachener Marktplatz beim Empfang des CHIO-Partnerlandes Schweiz: „Ich bin ganz heißt auf den Rolex Grand Prix am Sonntag“. Schon heute ist er das erste Mal auf dem „Heiligen Rasen“ im Springstadion in der Aachener Soers zu sehen. Beim STAWAG Eröffnungsspringen, das um 11:45 beginnt, startet der amtierende Olympiasieger mit „Qui Vive De La Tour“, bevor er ab 14:15 Uhr mit seinem achtjährigen Hengst „Kavalier“ beim Sparkassen-Youngsters-Cup erstmalig in der Aachener Springarena einreitet. „Ich möchte, dass Kavalier dieses Stadion sieht, damit er Erfahrung sammeln kann, denn in ein paar Jahren möchte ich ihn auch beim Grand Prix reiten.“ 

Die beeindruckende Aachener Arena Die beeindruckende Aachener Arena

Der Rolex Grand Slam der Springreiter kehrt dahin zurück, wo vor einem Jahr alles begann. Hier, auf dem traditionsreichen Turniergelände in der Aachener Soers, werden die besten Pferdesportler der Welt versuchen, ihren ganz persönlichen Platz in der Geschichte des Pferdesports einzunehmen. Vor den Augen von 40.000 Zuschauern im Hauptstadion, diesem Tempel des internationalen Pferdesports. Auf Steve Guerdat und Pieter Devos werden die Blicke gerichtet sein. Der Schweizer Routinier und der belgische Newcomer könnten als erste Reiter aller Zeiten einen Bonus erringen. Und Steve Guerdat hat, einen Sieg in Aachen vorausgesetzt, sogar die Chance auf den Grand Slam. Der erste Sieger war vor einem Jahr Nick Skelton. Der erfahrene Brite siegte im Rolex Grand Prix vor der Schweizerin Janika Sprunger. Somit trug er sich nicht nur auf die berühmte Siegertafel in Aachen ein, sondern war auch der erste Reiter, der im Rolex Grand Slam hätte erfolgreich sein können. Da Skelton aber nicht beim Spruce Meadows „Masters“  starten konnte, waren seine Chancen dahin. Denn ein Start bei drei Major-Turnieren hintereinander ist Voraussetzung für den Gewinn des Rolex Grand Slam der Springreiter. Die Reihenfolge ist dabei egal, mit einem Sieg bei einem Major-Turnier beginnt für einen Springreiter der ganz persönliche Rolex Grand Slam. So haben beim CHIO Aachen 2014 Pieter Devos und Steve Guerdat die Chance, einen Bonus zusätzlich zum Preisgeld zu erreichen. Gelingt Devos der Sieg im Rolex Grand Prix, erhält er zusätzlich 250.000 Euro, da er beim Rolex Grand Slam nach dem Modus „two out of three“ erfolgreich war. Steve Guerdat würde mit einem Sieg im Rolex Grand Prix die Chance auf einen zusätzlichen Bonus in Höhe von einer Million wahren – einen Sieg im September beim Spruce Meadows „Masters“ vorausgesetzt. Gewinnt er in Aachen, nicht aber in Kanada, würde er 500.000 Euro zusätzlich erreichen. Entscheidend ist dabei, dass der Reiter bei drei Turnieren hintereinander startet, er kann das durchaus mit unterschiedlichen Pferden tun. 
Nicht nur die Reiter sind begeistert von dieser neuen Initiative.
Der Rolex Grand Slam der Springreiter erfährt auch bei Medien und Zuschauern eine hohe Akzeptanz. Wenn also der Pferdesport nun nach Hause in die Aachener Soers kommt, wird das nächste Kapitel dieser noch jungen Erfolgsgeschichte geschrieben. So zieht Arnaud Boetsch, Direktor Communication & Image, Rolex, nach dem ersten Jahr ein überaus positives Fazit dieser neuen Initiative: „Der Rolex Grand Slam ist ein überwältigender Erfolg und hat die Messlatte für diese Sportart sehr hoch gelegt. Wir freuen uns sehr, Teil einer so bedeutenden Initiative zu sein, die Pferd und Reiter gleichermaßen die Möglichkeit bietet, ihr Können bei diesem Top-Event im Springreiten unter Beweis zu stellen.“ 
Wer also wird der Beste der Besten sein am Nachmittag des 20. Juli 2014 im großen Aachener Stadion? Welche Paarung wird mit Nervenstärke und Können brillieren, möglichst unbeeindruckt von der Atmosphäre in dieser größten Arena des Pferdesports? Der Rolex Grand Slam der Springreiter ist zurück, wo alles begann. Willkommen in Deutschland, Willkommen beim CHIO Aachen 2014.

Steve Guerdat kommt mit seinem Olympia-Goldpferd Nino des Buissonnets zum CHIO Aachen 2014. Nach seinem Sieg beim CHI Genf Ende letzten Jahres, hat für den Schweizer Reiter sein persönlicher Rolex Grand Slam der Springreiter begonnen. Mit einem Sieg des Rolex Grand Prix in Aachen am 20. Juli kann er einen Bonus von 500.000 Euro holen.

Pieter Devos in Calgary Pieter Devos in Calgary

Im September siegte er beim Spruce Meadows Masters in Kanada, nun legte er in China nach: Belgiens Pieter Devos hat das wichtigste Springen beim Turnier in Shanghai gewonnen. Bereits beim CHI Genf hatte Devos das Stechen erreicht, und so gezeigt, wie sehr mit ihm in Zukunft zu rechnen sein wird. Auch für den CHIO Aachen in gut einem Monat ist er somit wieder ein ernster Kandidat – bei einem Erfolg in der Soers wäre er nach seinem Kanada-Sieg zudem um 250.000 Euro reicher, da er noch im Rennen um den „2 out of 3-Bonus“ des Rolex Grand Slam der Springreiter im Rennen ist. Beeindruckend, dass Devos nicht nur mit der beim Masters erfolgreichen Stute „Candy“ siegen kann. In Shanghai dominierte er die Konkurrenz im Sattel von „Dream of India“.

Logo Genf neu Das neue Logo des CHI Genf.

Der Concours Hippique International in Genf hat das Logo seiner Veranstaltung geändert. Nachdem sich der CHI Genf 15 Jahre lang mit dem vorherigen Design identifiziert hat, war es laut Veranstalter an der Zeit, ein moderneres Logo zu wählen.

Die Künstlerin des neuen Logos ist Emilie Lacroix, die bereits 2013 die ansprechende Grafik für den CHI 2013 erstellt hatte. Beim neuen Logo legte sie besonders Wert darauf, dass das über ein Hindernis springende Pferd moderner und dynamischer dargestellt wird. Sie spielt auch auf den Genfer See an, der die Arena des Palexpo symbolisiert. 

Die Farben des Logos haben ebenfalls eine Bedeutung: die Farbe beige symbolisiert den Sandboden in der Arena des Palexpo, grün stellt den Bezug zur Hauptfarbe des alten Logos dar und blau steht für das Wasser des Genfer Sees.

Big Star feiert nach der Verletzungspause sein Comeback. Big Star und Nick Skelton beim Rolex Grand Slam 2013 in Aachen.

Big Star, mit dem Nick Skelton den Rolex Grand Prix beim CHIO Aachen 2013 gewonnen hat, feiert nach einer Verletzungspause bei der Royal Windsor Horse Show sein sportliches Comeback. Seit letzten Jahr im August musste Big Star verletzungsbedingt pausieren. Nick Skelton und Big Star waren zwar auch beim Winter Equestrian Festival in Wellington, Florida, im Einsatz, allerdings nur in einem kleinen Rahmenspringen. In Windsor treffen sie auf große Konkurrenz aus dem eigenen Land: mit Scott Brash und Ben Maher kommen die derzeit weltbesten Springreiter aus Großbritannien. 

Steve Guerdat, winner of the Rolex Grand Prix at the CHI Geneva 2013 Steve Guerdat, winner of the Rolex Grand Prix at the CHI Geneva 2013

Nach seinem Sieg beim CHI Genf kann der Schweizer Springreiter Steve Guerdat als erster Sportler der Geschichte den Rolex Grand Slam gewinnen – die ultimative Herausforderung im Pferdesport. Im Interview erklärt er, warum er glaubt, dass das den Druck dennoch nicht erhöhen wird.

 

Frage: Nachdem Sie geritten waren, dauerte das Stechen noch rund eine Viertelstunde…
Steve Guerdat: Das waren 15 Minuten, die sich wie eine Ewigkeit angefühlt haben, länger als das ganze Wochenende. Zumal ich nicht besonders schnell war und daher ehrlich gesagt keinen Pfifferling auf mich gesetzt hätte. Im Gegenteil: Ich hätte eine Menge gegen mich gewettet.

 

Frage: Die Rolex, die Sie gewonnen haben, ist wahrscheinlich das perfekte Weihnachtsgeschenk.
Guerdat: (lacht) Auf jeden Fall. Aber ich werde Sie weiterverschenken, für Jemanden werden es ganz besondere Weihnachten werden. Aber grundsätzlich möchte ich sagen, dass es sensationell ist, was Rolex für unseren Sport tut. Von diesem Engagement profitieren Alle: Zuschauer, Reiter, Medien und der gesamte Sport.

 

Frage: Durch den Sieg hat Ihr ganz persönlicher Rolex Grand Slam begonnen.
Guerdat: So ist es, eine tolle Geschichte. Heute hat es begonnen, ich bin mal sehr gespannt, wo es enden wird. Aber sicher ist, dass Nino auf jeden Fall eins der wenigen Pferde ist, das auch die Klasse hat, den Rolex Grand Slam zu gewinnen.

 

Frage: Sie können nun als erster Reiter in der Geschichte den Rolex Grand Slam der Springreiter gewinnen. Erhöht das den Druck auf Sie beim nächsten Turnier, dem CHIO Aachen 2014?
Guerdat: Nein, das glaube ich nicht. Aachen ist ohnehin ein Weltklasse-Turnier auf allerhöchstem Niveau. Und wenn Du dort startest, dann willst Du gewinnen, genau wie beim Spruce Meadows `Masters´ und beim CHI Genf. Insofern ist der Rolex Grand Slam eine tolle zusätzliche Geschichte, aber der Druck ist ohnehin schon extrem hoch. Auf der anderen Seite: Mal abwarten, wie es dann tatsächlich während des Turniers ist.

 

Frage: Wie werden Sie den Erfolg von Genf feiern?
Guerdat: Ich werde mit einer großen Gruppe von Freunden Ski fahren gehen. Unter anderem sind auch Rodrigo Pessoa und Eric Lamaze mit dabei. 

Steve Steve

Triumph beim Heimspiel: Es ist einer der prestigeträchtigsten Erfolge, den es im internationalen Pferdesport zu gewinnen gibt: Der Rolex Grand Prix beim CHI Genf. Durch seinen heutigen Triumph hat sich Steve Guerdat aus der Schweiz nicht nur in eine Reihe überaus illustrer Sieger des Traditionsturniers  gesellt, für ihn hat heute auch sein persönlicher Rolex Grand Slam der Springreiter begonnen.

CHI Genf, CHIO Aachen und das Spruce Meadows `Masters´: Drei Siege bei drei der prestigeträchtigsten Turniere der Welt, das ist der Rolex Grand Slam der Springreiter, die ultimative Herausforderung im internationalen Pferdesport. Nur wer drei Erfolge innerhalb eines Jahres schafft, wird zu einer Legende des Sports. „Sensationell, dass nun mein Rolex Grand begonnen hat“, so Guerdat nach seinem Triumph im Rolex Grand Prix beim CHI Genf am Sonntagnachmittag. In der beeindruckenden Arena des Palexpo, der größten Reithalle der Welt, behielt er im Sattel von „Nino de Buissonnets“ die Nerven. Es waren große Namen, die es bis ins Stechen geschafft hatten: Alvaro de Miranda aus Brasilien war dabei, Frankreichs Kevin Staut oder auch Scott Brash aus Großbritannien. Am schnellsten meisterte letztlich Olympiasieger Guerdat den Parcours – frenetisch gefeiert von 8200 begeisterten Zuschauern in der ausverkauften Arena. „Fantastisch, wie ich hier unterstützt und gefeiert wurde“, so Guerdat, der lange warten musste, bis der Sieg feststand, „das waren 15 Minuten wie eine Ewigkeit“

Vorerst ausgeträumt ist der Traum vom Rolex Grand Slam für Belgiens Pieter Devos. Nach seinem Erfolg beim Spruce Meadows `Masters´ im September hatte er sich zwar für das Stechen qualifizieren können – für den ganz großen Erfolg langte es letztlich aber nicht, im Sattel von „Candy“ wurde Devos Neunter. Dennoch kann der Belgier noch hoffen: Denn ist ein Sportler nach dem „two out of three-Modus", aber nicht bei zwei aufeinanderfolgenden Turnieren erfolgreich, gewinnt er einen Bonus von 250.000 Euro. 

Rechtzeitig zum Rolex Grand Slam der Springreiter befinden sich die besten Sportler der Welt in Top-Form. Es sind die ganz großen Namen des internationalen Pferdesports, die sich für den morgigen Rolex Grand Prix qualifizieren konnten. Und auch Belgiens Pieter Devos wahrte seine Chance auf den Rolex Grand Slam.

 

Der Sieger des Spruce Meadows `Masters´ 2013 machte es spannend. Er nutzte mit dem Sieg im heutigen „Coupe de Geneve“ seine letzte Chance zur Qualifikation. Genauso hatte er es auch in Spruce Meadows gemacht. Ein gutes Zeichen? „Wäre super, wenn es genauso endet wie in Kanada“ lacht Devos. Nun sei er erst einmal erleichtert, dass es mit der Qualifikation geklappt habe. So wahrte er die Chance, als erster Reiter der Geschichte, den Rolex Grand Slam der Springreiter zu gewinnen. Er versucht allerdings, das thema so weit es geht auszublenden: „Sonst wird der Druck ja noch größer.“ Beim Rolex Grand Prix wird er auf eine bärenstarke Konkurrenz treffen. Der Olympiasieger und Publikumsliebling Steve Guerdat wird ebenso am Start sein wie Europameister Roger Yves Bost und der aktuelle Weltranglisten-Erste Scott Brash aus Großbritannien. Aber auch Frankreichs Top-Stars Kevin Staut und Penelope Leprevost sind qualifiziert ebenso wie Daniel Deußer, Marcus Ehning und Ludger Beerbaum aus Deutschland.

Pieter Devos and Candy Pieter Devos and Candy

Er ist der erste Reiter, der Pferdesportgeschichte schreiben kann: Der Belgier Pieter Devos hat nach seinem Erfolg beim Spruce Meadows `Masters´ beim morgen beginnenden CHI Genf als erster Springreiter einen Bonus beim Rolex Grand Slam der Springreiter zu gewinnen. Bei einem Sieg im Rolex Grand Prix wären ihm 500.000 Euro zusätzlich zum Preisgeld sicher, bei einem weiteren Erfolg im kommenden Jahr beim Roelx Grand Prix des CHIO Aachen, würde er insgesamt eine Million gewinnen. Vor allem aber wäre er eine Legende des Sports. Wir unterhielten uns mit ihm über Calgary, Genf und seine Gefühlslage.

 

Wie hat es sich angefühlt, Steve Guerdat und Penelope Leprevost bei einer der härtesten Springprüfungen der Welt, dem CN International Grand Prix präsentiert von Rolex beim Spruce Meadows `Masters´ zu schlagen?
Überragend. Ich konnte es bis zuletzt nicht glauben, Steve ist Olympiasieger, einer der besten Reiter der Welt. Erst als ich Steve neben mir in der Siegerehrung gesehen habe, da wusste ich: Es ist wahr. Für mich natürlich der großartigste Tag in meiner bisherigen sportlichen Karriere.

 

Wie hat sich Ihr Leben durch den Erfolg verändert?
Es sind viele Türen aufgegangen, es gibt Einladungen zu Turnieren, bei denen ich früher nicht so einfach starten konnte. Die Medien interessieren sich stärker für mich, das hat einen wirklichen Karriereschub bedeutet.

 

Gab es zuhause eine Party?
Ja, tatsächlich haben wir zum allerersten Mal nach einem Sieg in einem Großen Preis eine kleine Party gemacht. Normalerweise bist Du direkt auf das nächste Turnier, den nächsten Start fokussiert, das Leben geht ja weiter. Aber dieses eine Mal durfte sich die Erde ruhig ein bisschen langsamer drehen und einige meiner Freunde haben gesagt: Dieses Mal wird gefeiert. Sie haben Recht gehabt (lacht).

 

Wie haben Sie die Atmosphäre in Calgary erlebt?
Es war mein erster Start dort, der erste Einritt in dieses Stadion war unfassbar, nicht zu beschreiben. Das ist kein Reitplatz, das ist ein Park, riesengroß. Eine unglaubliche Erfahrung. Im Grand Prix haben mich die Zuschauer dann sensationell unterstützt. Schon vorher haben alle gesagt, es sei unglaublich, ich habe dann immer jaja gesagt (lacht). Und jetzt? Ich sage Ihnen: Es ist unglaublich (lacht). Für mich war es übrigens noch aus einem anderen Grund etwas Besonderes, dort zu gewinnen: Ich habe mein Pferd „Candy“ selber ausgebildet und viele haben uns nicht zugetraut, auch einen schweren Grand Prix zu gewinnen. Denen haben wir es aber gezeigt (lacht).

 

Erzählen Sie ein bisschen von Candy.
Sie ist super klar im Kopf und hat sich rasant entwickelt. Binnen kürzester Zeit konnten wir von 1,20 Meter-Sprüngen auf 1,40 Meter wechseln. Und sie ist unglaublich aufmerksam und vorsichtig und will für mich immer alles geben – das ist das Wichtigste.

 

Werden Sie mit ihr auch beim CHI in Genf starten?
Ich denke schon. Ich bin in der glücklichen Situation, dass ich mit „Dream of India Greenfield“ noch ein Pferd habe, das in den ganz großen Prüfungen starten kann, aber für Genf werde ich wohl auf Candy setzen.

 

Was spricht für Candy?
Die Halle in Genf ist sehr groß und die Stute braucht viel Platz, das kommt ihr entgegen. Deswegen wird sie wohl erste Wahl für den CHI Genf sein.

 

Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein?
Leicht wird es nicht werden (lacht). Im Ernst: Es sind die besten Reiter der Welt am Start und alle wollen sie gewinnen – Ich hingegen bin noch ziemlich jung, habe wenig Erfahrung mit solchen großen Hallenturnieren. Aber so war es vor Spruce Meadows auch, warum soll es also nicht wieder funktionieren? Lass´ uns ruhig ein bisschen optimistisch sein.

 

Sie können Geschichte schreiben…
…und als erster Reiter den Rolex Grand Slam gewinnen. Eine Super-Geschichte, die das ganze allerdings nicht einfacher macht. So richtig entspannt werde ich sicher nicht im Sattel sitzen, da ich weiß, dass sich viele Augen zusätzlich auf mich richten werden. Aber das gibt noch einmal eine Portion Extra-Motivation.

 

Denken Sie viel darüber nach?
Ich versuche, es so ein bisschen zu verdrängen. Es ist eine der spannendsten, vielleicht sogar die spannendste Geschichte, die der Pferdesport derzeit schreibt. Der Rolex Grand Slam steht ja nicht nur für die Möglichkeit, sehr viel Geld gewinnen zu können. Man kann auch in die Geschichte eingehen. Klar ist es großartig, dass ich diese Chance habe. Aber keine Frage: Der Druck ist auch gigantisch.

 

Wie bewerten Sie den Rolex Grand Slam?
Er tut dem Sport sehr gut. Für uns Reiter ist er eine große zusätzliche Motivation, aber der Rolex Grand Slam ist viel mehr, da er viel Aufmerksamkeit bringt. Bei den Fans, den Medien, bei Allen, die den Sport begleiten.

 

Sie sind Profi-Reiter, aber Sie sind nicht nur auf den Sport angewiesen…
Ich arbeite noch in der Firma meiner Eltern mit, wir produzieren und exportieren Obst auf unserem Hof in Beekkevoort in Belgien…

 

…wo Sie auch trainieren?
Ja, wir sind gerade in unsere neue gebauten Stallungen umgezogen. Es ist ein neu errichteter Komplex mit großem Reitplatz, einer Halle und 40 Boxen. Das sind Top-Bedingungen. Ein wichtiger Punkt ist für mich übrigens auch, dass meine Freundin dort mitarbeitet und den Stall managt. Auch mein Bruder und meine Schwägerin reiten, wir sind ein echtes Familien-Team. Und die Firma macht uns auch ein bisschen unabhängig, so dass wir gute Pferde auch einmal behalten können.

 

Reiten auf Top-Niveau, einen neuen Stall bauen, Mitarbeit in der elterlichen Firma…
…langweilig war es nicht gerade in den letzten Monaten und Jahren. Aber seien wir doch mal ehrlich: ich bin jung und habe Super-Möglichkeiten. Die muss man packen und nutzen, und genau das tue ich.

 

Wie sind Sie zum Pferdesport gekommen?
Bereits meine Eltern hatten Pferde, da lag es nahe. Mein erstes Pony hieß Moonjump, es hatte nicht gerade einen angenehmen Charakter. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich runtergefallen bin, so dass meine Eltern es verkaufen wollen. Aber das wollte ich auf keinen Fall. Am Ende habe ich sicher viel von Moonjump gelernt.

 

War schon mit Moonjump klar, dass Sie Springreiter werden möchten?
Oh ja, ich wollte immer nur springen, von der ersten Sekunde an, die ich in einem sattel saß, habe ich das gewusst. Meine Eltern sind auch Springreiter, das war überhaupt nie eine Frage.

 

Ihre Entwicklung ist sehr kontinuierlich, es geht stetig bergauf. Gibt es das eine große Ziel oder den großen Plan in Ihrem Leben?
Die Dinge einfach auf mich zukommen zu lassen, ist definitiv nicht meine Strategie. Wenn ich in den Parcours gehe, ist mein Plan ganz simpel: Ich will gewinnen. Wenn Du nicht immer versuchst, zu gewinnen, dann klappt es auch nicht. Das große Ziel? Bei Olympischen Spielen dabei zu sein, das wäre super.

 

Was ist Ihre herausragende Eigenschaft?
Ich hatte nie ein fertiges Pferd, auf das ich mich nur noch draufsetzen musste. Bei Autos würde man wohl sagen: Ich bin nie Automatik gefahren. Ich habe alle Pferde immer selber ausgebildet. Wenn Sie nach einer herausragenden Eigenschaft fragen, dann sicher die, dass ich mit unterschiedlichsten Pferden klarkomme – indem ich mich dem Pferd anpasse und nicht umgekehrt. Ich habe nicht das eine System und entweder es passt oder es passt nicht, sondern ich erkenne die Qualität eines Pferdes und arbeite sie heraus. So habe ich bereits einige Pferde in den Top-Sport bringen können.

Pieter Devos und Candy Pieter Devos und Candy

Die vergangenen Monate waren wohl die intensivsten im Leben des belgischen Springreiters Pieter Devos. Beim Spruce Meadows ‘Masters’ gelang ihm die Sensation, er siegt im CN International Grand Prix präsentiert von Rolex vor Olympiasieger Steve Guerdat und der französischen Weltklassereiterin Pénélope Leprévost. „Geglaubt habe ich das erst, als ich bei der Siegerehrung vor Steve stand“ erinnert er sich. Bescheiden ist der 27-Jährige, aber auch zielstrebig und selbstbewusst. So formuliert er auch kühn vor dem CHI Genf: „Warum soll so eine Überraschung wie beim Spruce Meadows ‘Masters’, nicht noch einmal gelingen?“
Die große Arena im Palexpo kommt seiner Stute Candy auf jeden Fall entgegen. Sie mag die weiten Wege, die großen Abmessungen. Sie ist ein Pferd, das – so der Reiter – absolut klar im Kopf, sehr vorsichtig und mit unglaublichen Möglichkeiten ausgestattet ist. In der Arena von Spruce Meadows, diesem gewaltigen Park mit den mächtigen Sprüngen, blieb Candy als einziges Pferd fehlerfrei und bescherte ihrem Reiter so die Möglichkeit, als erster Pferdesportler den Rolex Grand Slam der Springreiter zu gewinnen. Devos versucht, nicht allzu häufig an den Grand Slam zu denken: „Sonst wird der Druck ja noch größer. Beim Rolex Grand Slam geht es ja nicht nur um viel Geld, es geht vor allem darum, zu einer Legende des Sports zu werden.“ So wird er versuchen, möglichst unbekümmert in Genf zu reiten, aber klar ist auch: „Wenn ich an den Start gehe, dann will ich auch gewinnen.“

CHI Genf CHI Genf

Palexpo. Ehrfürchtig wird der Name genannt. Der Name dieser mächtigen Halle, dieses Tempels des Pferdesports. Eine Indoor-Arena, wie es sie auf der Welt kein zweites Mal gibt. Es ist ein Ort, der beeindruckt, und der geschaffen wurde, um aus Reitern Legenden des Sports zu machen. Seit 1991 wird hier am Genfer See, in Sichtweite des majestätischen Mont Blanc, der CHI Genf ausgetragen.   Beeindruckende Ausmaße und eine begeisternde Atmopshäre machen den Palexpo zu einer der Kultstätten des Pferdesports. Im Dezember wird hier eine der spannendsten Geschichten im internationalen Sport weitergeschrieben: Die Geschichte des Rolex Grand Slam der Springreiter, der Tradition, Leidenschaft und Weltklassesport auf allerhöchstem Niveau miteinander verbindet. Wer wird sich zum ersten Mal die Krone des Sports aufsetzen können, wer wird zum ersten Mal in der Geschichte des Pferdesports hintereinander beim Spruce Meadows ‘Masters’, beim CHI Genf und beim CHIO Aachen erfolgreich sein? Beim CHI Genf 2013 werden sich alle Augen auf Pieter Devos richten, diesen jungen Belgier, der beim Masters in Calgary die gesamte Elite des Sports hinter sich ließ und im Sattel von Candy unbekümmert zum Sieg ritt. In Genf setzt Devos auf die große Halle, die Candy entgegen komme. Bereits seit 1991 wird auf diesem weltweit größten Indoor-Springplatz der CHI ausgetragen. Bei seiner Premiere im Jahr 1926 wird das erste Internationale Springturnier Genf noch im damals neu errichteten Palais des Expositions ausgetragen. 50 Jahre später zieht das Turnier in das Vernets Sports Center um, ehe es dann 1991 seine Heimat im Palexpo findet. Wo, wenn nicht hier, auf dem größten Hallenreitplatz der Welt, wäre der perfekte Ort, um Geschichte zu schreiben? Pieter Devos wird es nicht leicht haben, seinen Triumph von Calgary zu wiederholen. Insbesondere der Olympiasieger und Schweizer Sportheld Steve Guerdat wird versuchen, sein Heimspiel für sich zu entscheiden: „Im Juni in Aachen war ich Fünfter, im September in Calgary Zweiter – nun hoffe ich natürlich, dass ich im Dezember in Genf ganz oben stehen werde.“ Am Sonntag wird sich im traditionsreichen Rolex Grand Prix entscheiden, ob aus dem erfolgreichen Reiter Pieter Devos schon in jungen Jahren die Legende Pieter Devos werden kann. Herzlich Willkommen beim CHI Genf 2013, Herzlich Willkommen beim Rolex Grand Slam der Springreiter.

Der Rolex Grand Slam beim CHI Genf

Die Teilnehmer stehen fest

Was für ein spektakuläres Teilnehmerfeld bei der 53. Auflage des Concours Hippique International (CHI) Genf! Der Olympiasieger, der Europa- und der Weltmeister werden vom 12. bis zum 15. Dezember in der weltweit größten Halle ebenso an den Start gehen wie die fünf letzten Sieger des Rolex Grand Prix des CHI Genf.

Acht Fahrer werden bei der einzigen FEI Weltcup-Station in der Schweiz starten, unter ihnen die beiden Schweizer Werner Ulrich und Jérôme Voutaz aus Valais mit einem Team aus dem Bezirk der Freiberge im Kanton Jura. Und als Hauptattraktion ist die französische “Garde Républicaine” dabei.

Erneut wurde der CHI Genf zum weltweit besten Springreit-Event gewählt. Von daher ist das hochklassige Teilnehmerfeld kein Zufall, viele Reiter möchten Teil dieser Erfolgsgeschichte sein. Hinzu kommt der Rolex Grand Slam: Alle Augen werden auf den jungen Belgieer Pieter Devos gerichtet sein. Für ihn hat durch seinen Sieg beim Spruce Meadows `Masters´ sein ganz persönlicher Grand Slam bereits begonnen. Wird er mit diesem Druck umgehen können? Der Konkurrenzkampf wird hart sein, es warten unter anderem Olympiasieger Steve Guerdat, der sich der Unterstützung des Publikums sicher sein kann, Weltmeister Philippe Lejeune aus Belgien und der neue Europameister, Frankreichs Roger-Yves Bost.

Die Reiter, die einmal die herzliche Atmosphäre in Genf erlebt haben, kommen gerne wieder. So werden gleich fünf der letzten Sieger im Rolex Grand Prix am Start sein : Australiens Edwina Tops-Alexander (2012), der Brasilianer Alvaro de Miranda Neto (2011), der Franzose Kevin Staut (2010), Kanadas Eric Lamaze (2008) and der Deutsche Ludger Beerbaum (2007), ohne dabei den Amerikaner Richard Spooner zu vergessen, der im vergangenen Jahr den Credit Suisse Grand Prix gewinnen konnte. Namen, die für absolute Weltklasse im Springsport stehen wie der von Meredith Michaels-Beerbaum aus Deutschland, der Brite Michael Whitaker, Brasiliens Rodrigo Pessoa oder der Schwede Rolf-Göran Bengstsson komplettieren das Feld. Sie alle werden beim 53. CHI Genf in den großen Prüfungen an den Start gehen: Beim Geneva Classic am Donnerstagabend, dem Credit Suisse Grand Prix am Freitagabend, der 3. Champions´ Challenge© präsentiert von Rolex am Samstagabend und dem Rolex Grand Prix, einer von drei Prüfungen des Rolex Grand Slam der Springreiter, am Sonntagnachmittag.

Schweiz bereit für die Herausforderung

Für die Schweiz werden neben Steve Guerdat neun Reiter an den Start gehen, unter ihnen Janika Sprunger, Pius Schwizer, Paul Estermann und der junge Martin Fuchs, Mannschafts-Europameister der Jungen Reiter und Schweizer Meister der Jungen Reiter. Weitere fünf Reiter werden in der mittleren Tour starten: Faye Schoch aus Fribourg, die bislang eine überaus erfolgreiche Saison hinter sich hat, Daniel Etter aus Bern und Fabio Crotta aus Tessin. Mit den neun Wild Cards, die von regionalen Reitern während der Saison gewonnen wurden, können – theoretisch – 24 Reiter die Schweizer Hymne bei der Siegerehrung singen.

Pieter Devos Pieter Devos

In der Finalrunde der besten zwölf Springreiter beim legendären Spruce Meadows 'Masters' blieb Pieter Devos ganz cool. Der Belgier blieb im "CN International presented by Rolex" als einziger Reiter ohne Fehler. Mit diesem Triumph startete er seinen ganz persönlichen Rolex Grand Slam, der vom 12. bis zum 15. Dezember beim CHI Genf fortgesetzt werden könnte.

Haben Sie Mitte Dezember schon etwas vor?

Pieter Devos: Ja, jetzt schon. Ich kann es noch gar nicht glauben, dieser Sieg ist unfassbar. Ich bin jetzt wohl auch beim CHI Genf dabei, beim Rolex Grand Slam, ein Traum ist hier in Spruce Meadows wahr geworden.

Haben Sie schon realisiert, dass Sie nun die Möglichkeit haben, als erster Reiter überhaupt den Rolex Grand Slam der Springreiter zu gewinnen?

Pieter Devos: Noch nicht so richtig, das wird erst langsam kommen. Der Rolex Grand Slam ist so etwas Besonderes, er stellt unseren Sport in den Fokus, bringt soviel Aufmerksamkeit von Zuschauern und Medien, und auf einmal bin ich mittendrin, das ist großartig. Ich muss jetzt erst einmal versuchen, das alles zu begreifen.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen in Genf ein?

Pieter Devos: Das ist bei so einem Weltklasse-Starterfeld natürlich sehr schwer zu beantworten. Es wird mein erster Start sein, ich habe also noch keine Erfahrung dort, aber: Die Halle ist sehr sehr groß, das wird meiner Stute "Candy" auf jeden Fall entgegen kommen.

Auch in Spruce Meadows waren Sie zum ersten Mal.

Pieter Devos: Richtig. Vielleicht ist das ja ein gutes Zeichen. Eigentlich heißt es ja, man muss dreimal am Start sein, um einen Platz so zu kennen, dass man Erfolg haben kann. Aber ich habe einfach nicht an die anderen Reiter gedacht, sondern mich einfach auf mein Ding konzentriert und versucht, keinen Fehler zu machen.

Nach Ihrem Sieg in Spruce Meadows konnten Sie die Rolex Grand Slam-Trophäe scon einmal begutachten. Haben Sie Sie auch schon einmal probeweise in die Luft gestemmt?

Pieter Devos: Um Himmels Willen, nein, ich habe sie natürlich nicht angefasst - das bringt Pech. Wir Sportler sind da ein bisschen abergläubig.

Ein Sieg im "CN International presented by Rolex" beim legendären CSIO5* Spruce Meadows 'Masters' gehört zu den ganz großen Erfolgen im internationalen Pferdesport. Durch seinen Triumph am Sonntag auf dem berühmten Turniergelände am Fuße der kanadischen Rocky Mountains reiht sich Pieter Devos (Belgien) nicht nur in eine Reihe prominenter Sieger ein, der 27-Jährige hat auch die Gelegenheit, als erster Sportler die ultimative Herausforderung im Pferdesport zu gewinnen: den Rolex Grand Slam der Springreiter. "Unglaublich, dass ich nun Chancen auf den Rolex Grand Slam habe, einfach Wahnsinn, ein Traum ist wahr geworden", so Devos.

Denn nur wer binnen eines Jahres beim 'Masters', beim CHI Genf und im Rolex Grand Prix beim CHIO Aachen erfolgreich ist, gewinnt den Rolex Grand Slam - und wird zu einer Legende des Sports. Somit hat am Sonntag in Spruce Meadows für Devos sein ganz persönlicher Rolex Grand Slam begonnen, wenngleich er die Grand Slam-Trophäe nicht berühren mochte: "Auf keinen Fall, das bringt Pech."
 
In Kanada siegte Pieter Devos vor mehreren zehntausend Zuschauern in einer überaus spannenden Prüfung knapp vor Olympiasieger Steve Guerdat aus der Schweiz und Frankreichs Penelope Leprevost. Devos war in der Finalrunde der zwölf besten Reiter als einziger ohne Fehler geblieben. Im Sattel von "Candy" blieb er zudem die Winzigkeit von einer Tausendstel Sekunde unter der erlaubten Zeit. Christian Ahlmann aus Deutschland wurde Vierter vor seinem Landsmann Patrick Stühlmeyer.
 
Für einen Erfolg bei allen drei Turnieren hintereinander erhält der Reiter eine Million Euro zusätzlich zum Preisgeld. Auch wer zwei von drei Turnieren gewinnt, erhält einen Bonus. Werden die Turniere hintereinander gewonnen, beträgt der Bonus 500.000 Euro. Ist der Sportler nach dem „two out of three-Modus", aber nicht bei zwei aufeinanderfolgenden Turnieren erfolgreich, beträgt der Bonus 250.000 Euro - jeweils vorausgesetzt, der Reiter ist bei allen drei Turnieren gestartet. Bereits beim CHI Genf vom 12. bis zum 15. Dezember wird sich zeigen, ob sich Devos nach seinem Erfolg in Kanada auch die Chance erhält, die größte Herausforderung im internationalen Pferdesport zu meistern - den Sieg im Rolex Grand Slam der Springreiter.

Was für ein vielversprechender Start in das Spruce Meadows 'Masters'. In der wichtigsten Prüfung, dem mit 125.000 kanadischen Dollars dotierten CANA Cup, setzten sich am Donnerstagabend die ganz großen Namen durch. Penelope Leprevost aus Frankreich siegte im Sattel von "Dame Blanche van Arenberg" und gab damit schon einmal einen ersten Fingerzeig in Richtung Grand Prix (CN International presented by Rolex) am Sonntag. Neben Leprevost hatten es noch Kanadas Hoffnung Eric Lamaze, der neue Weltranglistenerste Ben Maher aus Großbritannien, die US-Amerikanerin Beezie Madden und der Schweizer Olympiasieger Steve Guerdat ins Stechen geschafft.

Von der zweiten Station des Rolex Grand Slam zeigte sich die Siegerin bei ihrer Premiere beim Spruce Meadows 'Masters' begeistert: "Ich habe vorher viel über das Turnier gehört, aber hier selber einzureiten, ist einfach ein unglaubliches Gefühl." Dass "Dame Blanche" so gut mit der Atmosphäre des ungewöhnlich großen Platzes zurechtkam, wunderte die Reiterin nicht: "Dame Blanche" ist in diesem Jahr auch schon beim CHIO Aachen gestartet und hat auch dort ihre Sache richtig gut gemacht."

Für den Grand Prix, und damit einen Erfolg im Rolex Grand Slam am Sonntag, machen sich viele der internationalen Top-Reiter Hoffnungen. Nicht wenige haben schon einmal die Rolex Grand Slam-Trophäe, die auf der Rückseite der Tribüne in einem eigenen Raum ausgestellt ist, in Augenschein genommen.

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