Rolex Grand Slam of Show Jumping

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„Wir befinden uns bereits seit längerem in intensiven Gesprächen mit dem Weltverband FEI, dem nationalen Pferdesportverband FN, den Behörden und unseren Partnern“, sagen Frank Kemperman, Vorstandsvorsitzender des CHIO Aachen-Ausrichters Aachen-Laurensberger Rennvereins e.V. (ALRV) und Michael Mronz, Geschäftsführer des CHIO-Vermarkters Aachener Reitturnier GmbH (ART). In diesen Gesprächen geht es darum, auszuloten, was vor dem Hintergrund der Corona-Krise die beste Lösung für den CHIO Aachen und alle Besucher, Sportler mit ihren Pferden, Aussteller, Partner und Mitarbeiter des Turniers sei.

Den ursprünglichen Termin Anfang Juni werde man nicht beibehalten, denn: „Ein Festhalten am geplanten Termin macht keinen Sinn, die aktuelle und zukünftige Gesundheit und Sicherheit aller am Turnier Beteiligten haben für uns allerhöchste Priorität“, so Frank Kemperman. So ist nun vorrangiges Ziel, den CHIO Aachen zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr zu organisieren.

Sobald der neue Termin feststehe, werde man ihn umgehend mitteilen. Dann werden die CHIO Aachen-Organisatoren auch die Kartenkunden mit allen weiteren notwendigen Details informieren. Die Geschäftsstelle des CHIO Aachen bleibt aufgrund der aktuellen Umstände weiterhin geschlossen.

Aufgrund von COVID-19 verkündete das Organisationskomitee des The Dutch Masters 2020 heute Nachmittag die Absage der Veranstaltung mit sofortiger Wirkung. Die Regierungsrichtlinien der Niederlande schreiben eine Absage von Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen vor.

Der Turnierleiter des The Dutch Masters, Marcel Hunze: „Soeben hat die nationale Regierung verkündet, dass alle Veranstaltungen in den Niederlanden mit mehr als 100 Personen abgesagt werden müssen. Hier beim The Dutch Masters haben wir zwar nur 60 Reiter, aber zusammen mit den Pflegern und Organisatoren kommen wir auf weit über 100 Personen. Uns blieb also nicht anderes übrig, als das Event sofort abzusagen. In den letzten paar Minuten hatten wir die Gelegenheit, mit Sportlern, Mitarbeitern und Partnern des Events zu sprechen, und alle zeigen vollstes Verständnis und stimmen zu, dass es keine Alternative gibt.“

Die Familie des Rolex Grand Slam of Show Jumping zeigt sich solidarisch: Die Organisatoren des CHIO Aachen, von Spruce Meadows und dem CHI Genf sichern dem The Dutch Masters ihre volle Unterstützung zu.

Maikel van der Vleuten (Photo: Rolex Grand Slam / Ashlex Neuhof) Maikel van der Vleuten (Photo: Rolex Grand Slam / Ashlex Neuhof)

Zum diesjährigen The Dutch Masters vom 12. bis zum 15. März 2020 werden über 65.000 Zuschauer in die Stadt ’s-Hertogenbosch strömen, um ein Kopf-an-Kopf-Rennen einiger der besten Reiter der Welt mitzuerleben. Das Publikum darf sich auf ein umfassendes Programm voller Reitsportwettkämpfe zwischen einigen der hervorragendsten Spring- und Dressurreiter der Welt freuen. Der Rolex Grand Prix, die Krönung der diesjährigen Veranstaltung, bildet das Highlight am Sonntagnachmittag, wenn eine Auswahl der Elite des Pferdesports miteinander um die Anwärterschaft auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping wetteifern.

Der Rolex Grand Slam of Show Jumping – ein Blick auf die Reiter

Die 14.500 Zuschauer fassenden Brabanthallen in ’s-Hertogenbosch heißen eine Vielzahl der weltbesten Pferd-und-Reiter-Teams willkommen. Beim The Dutch Masters 2020 treten zahlreiche Kandidaten gegeneinander um den Sieg im ersten Major des Kalenderjahres an.

Rolex-Markenbotschafter Steve Guerdat (SUI) erzielte schon wiederholt Bestleistungen bei Major-Turnieren. Der dreimalige Gewinner des CHI Genf und aktuell die Nummer eins der Weltrangliste hofft sicherlich, diesen Erfolg beim diesjährigen The Dutch Masters zu wiederholen. Er reist mit einer eindrucksvollen Auswahl von Pferden an, mit denen er im bevorstehenden Wettkampf gut gerüstet sein dürfte, um neuer Anwärter auf den Rolex Grand Slam zu werden.

Auch der derzeitige Anwärter auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping, Martin Fuchs (SUI), nimmt am Wettkampf teil. Er hat in seinen jungen Jahren schon so viel erreicht und zu den Höhepunkten seiner Karriere zählen eine Silbermedaille im Einzel bei den FEI Weltreiterspielen 2018 sowie jüngst eine Einzel-Goldmedaille bei der FEI Europameisterschaft 2019. Auch in letzter Zeit präsentierte sich Fuchs in Bestform und sicherte sich auf Stalando 2 den ersten Platz beim Equinimity WEF Challenge Cup (CSI 5*). Er hofft nun sicherlich darauf, seiner beeindruckenden Erfolgsgeschichte auch den diesjährigen Siegerpokal des The Dutch Masters hinzufügen zu können. Der Schweizer Rolex-Markenbotschafter hat ein starkes Kontingent an Pferden dabei, darunter auch sein Spitzenpferd Clooney 51, der ihm im vergangenen Dezember zum Sieg beim CHI Genf verhalf.

Henrik von Eckermann (SWE), ehemals Anwärter auf den Rolex Grand Slam, ist ebenfalls ein heißer Kandidat beim diesjährigen The Dutch Masters. Nach herausragenden Leistungen 2019 wie den Siegen im Rolex Grand Prix des The Dutch Masters sowie bei der CHI Royal Windsor Horse Show wird von Eckermann darauf hoffen, seinen Titel verteidigen und erneut als Anwärter auf den Rolex Grand Slam die Zügel in die Hand nehmen zu können. Im starken Zusammenspiel mit seiner talentierten Toveks Mary Lou konnte sich der schwedische Reiter stetig die Weltrangliste hinaufarbeiten, und dank der Fähigkeit seiner Stute, in kleinen Arenen hervorragende Zeiten im Stechen abzuliefern, wird er nächste Woche zweifellos mit großer Zuversicht in die Niederlande reisen.

Der legendäre Pferdesportler und die ehemalige Nummer eins der Weltrangliste, Scott Brash (GBR), ist ein Paradebeispiel für Erfolg bei den Majors. 2015 schrieb der Schotte Geschichte, als er als erster Reiter überhaupt drei aufeinanderfolgende Majors des Rolex Grand Slam of Show Jumping gewann. Brash konnte auch jüngst bereits ein paar beneidenswerte Ergebnisse erzielen, darunter sein überwältigender Sieg beim Turkish Airlines Olympia Grand Prix (London) sowie ein zweiter Platz beim Rolex Grand Prix auf dem CHI Genf vergangenen Dezember. Während sich der Brite stetig in der Weltrangliste nach oben kämpft, werden bei seinem ersten Major dieses Jahr aller Augen auf ihn gerichtet sein.

Daniel Deußer (GER), die Nummer drei der Weltrangliste, gehört beim diesjährigen The Dutch Masters ebenfalls zu den Top-Kandidaten. Der Deutsche konnte in zahlreichen Fünf-Sterne-Wettkämpfen durchgehend Spitzenergebnisse erzielen und ist mehr als einmal nur haarscharf an einem Majorsieg vorbeigeschrammt. Sein deutscher Teamkollege, Marcus Ehning, startet mit jeder Menge Erfahrung ins diesjährige The Dutch Masters. Nach seinen Siegen beim Rolex Grand Prix des CHI Genf und des CHIO Aachen 2018 auf Prêt a Tout wird der ehemalige Anwärter auf den Rolex Grand Slam große Hoffnungen hegen, sich in ’s-Hertogenbosch für den diesjährigen Wettkampf zu qualifizieren.

Von jenseits des großen Teichs mischt Kent Farrington das Feld auf. Der US-Amerikaner ist für seine schnellen Zeiten im Stechen bekannt, die ihm 2019 zum Sieg des Rolex IJRC Top 10 Finales verhalfen, wo er sich dank einer blitzschnellen Runde auf seiner neuen, kastanienbraunen Stute Austria 2 die begehrte Trophäe holte. In einer atemberaubenden Darbietung von Schnelligkeit und Können verkürzte das flinke Duo die Zeit des Iren Darragh Kenny um unglaubliche 2,22 Sekunden. Fans dürfen damit rechnen, dass Farrington auch diesmal wieder sein außergewöhnliches reiterliches Können demonstrieren wird, das ihn 2019 ebenfalls beim CHIO Aachen zum Sieg im Rolex Grand Prix führte.

Das Heimpublikum kann sich auf ein starkes Starterfeld freuen, darunter die ehemalige Nummer eins der Weltrangliste Harrie Smolders sowie der EM-Goldmedaillengewinner Jeroen Dubbeldam, die hier beide auf Spitzenergebnisse aus sein dürften. Sehr bewegend wird die Veranstaltung für den niederländischen Reiter Maikel van der Vleuten werden, der hier sein legendäres Pferd Verdi TN nach unglaublicher 15-jähriger Partnerschaft in den Ruhestand verabschieden wird.

New ad campaign (Photo: Rolex Grand Slam) New ad campaign (Photo: Rolex Grand Slam)

Nach dem Erfolg der zweijährigen Kampagne „Surpass yourself and become a legend (Übertriff dich selbst und werde zur Legende)“ von 2018 startet der Rolex Grand Slam of Show Jumping zum Auftakt des The Dutch Masters, des ersten Majors des Jahres 2020 vom 12. bis zum 15. März, bei dem die weltbesten Reiter im niederländischen ’s-Hertogenbosch gegeneinander antreten werden, eine innovative neue Werbekampagne.

Unter dem Motto „The Quest for Excellence (Das Streben nach Vortrefflichkeit)“ zeigt die Kampagne dieses Jahr einen packenden 60-sekündigen Film, der auf eindringliche Art aufzeigt, welche Leidenschaft und Hingabe nötig sind, um eine der hervorragendsten Leistungen im Reitsport zu vollbringen – den Rolex Grand Slam of Show Jumping zu gewinnen. Das Konzept vereint sorgsam ausgewähltes Bildmaterial aus jedem der vier Majors, aus denen sich der Rolex Grand Slam of Show Jumping zusammensetzt, mit einer bahnbrechenden Grafik, die die wichtigsten Eigenschaften hervorhebt.

Die neue, im Vergleich zu den Vorjahren grafisch deutlich fortschrittlichere Werbung will durch ihren innovativen und offenen Charakter die traditionellen Grenzen des Reitsports sprengen. „The Quest for Excellence“ spricht die vielfältigsten Zielgruppen an, von eingefleischten Reitsportanhängern über Sportfans bis hin zu jenen, die Gefallen an der Herausforderung einer beinahe unmöglichen Aufgabe finden.

New ad campaign (Photo: Rolex Grand Slam) New ad campaign (Photo: Rolex Grand Slam)

Es wird eine weltweite digitale Freischaltung auf zahlreichen Plattformen wie dem Fernsehen und den sozialen Medien geben, um mit dem Motto „The Quest for Excellence“ ein noch größeres Publikum zu erreichen. Ebenfalls im Vorfeld des The Dutch Masters wird ein kürzerer 30-Sekunden-Spot an den Start gehen und in erster Linie in den sozialen Medienkanäle des Rolex Grand Slam of Show Jumping sowie im Fernsehen zu sehen sein.

Michael Mronz, Präsident des Lenkungsausschusses des Rolex Grand Slam of Show Jumping, kommentierte wie folgt: „Diese neue Kampagne verdeutlicht, wie sehr sich das Springreiten weiterentwickelt hat und wie innovativ es geworden ist. Und was nötig ist, um an die Spitze zu gelangen. Es ist ein geschichtsträchtiger und traditionsreicher Sport und genau das wollten wir demonstrieren, jedoch mit modernem Ansatz.“

Mronz weiter: „Wir wollten etwas erschaffen, das echte Gefühle weckt und gleichzeitig die Feinheiten des Sports aufzeigt und zum Leben erweckt.“

Der Schweizer Reiter Martin Fuchs begann seine „Quest for Excellence“ im Dezember vergangenen Jahres nach seiner herausragenden Leistung im Rolex Grand Prix des CHI Genf. Als Anwärter auf den Rolex Grand Slam werden ihn die Worte aus der neuen Werbekampagne bei seinem weiteren Streben nach einem der begehrtesten Preise des Springreitens sicherlich stets begleiten.

Hier können Sie sich den neuen Film ansehen

Martin Fuchs (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Martin Fuchs (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Worte von Martin Fuchs

Anwärter auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping

 

Was ist Ihre früheste Erinnerung ans Reiten?

Eine meiner ersten Erinnerungen ans Reiten ist an mein Pony Cleopatra, als ich sieben war. Mit ihr habe ich mein allererstes Springturnier bestritten.

Die letzten paar Jahre waren wirklich unglaublich für Sie. Wie haben Sie es geschafft, das noch zu toppen?

Ich habe das große Glück, ein ganz fantastisches Team zu haben, das mich unterstützt, tolle Sponsoren und wunderbare Pferdebesitzer. Meine Eltern haben mich schon immer bei allem unterstützt, ich habe auch zu Hause ein unglaubliches Team. Sie alle haben mir geholfen, meine Ziele und Träume zu verwirklichen. Außerdem habe ich hart gearbeitet. Ich hatte schon vorher ziemlich gute Ergebnisse, aber zurzeit habe ich eine ganze Reihe außergewöhnlicher Pferde, dank derer ich beinahe jede Woche hervorragende Leistungen auf Fünf-Sterne-Turnieren zeigen konnte. Zuvor hatte ich nur ein paar Spitzenpferde, aber im Augenblick habe ich eine ganze Reihe großartiger Pferde. Ich habe also freie Wahl und kann Woche um Woche versuchen, mir einen Sieg zu holen.

Wie finden Sie Ihre Pferde, wonach genau suchen Sie?

Kein Pferd ist wie das andere. Wir wollen ein vorsichtiges und kämpferisches Pferd, das sein Bestes gibt, damit der Reiter das Beste aus ihm herausholen kann.

Manchmal treten Sie gegen Reiter an, die Ihnen um Jahrzehnte an Erfahrung voraushaben. Wie schaffen Sie es, sich davon nicht einschüchtern zu lassen?

Meine Familie hat schon immer Pferde geliebt. Ich bin mit dem Reitsport und all den großen Reitern aufgewachsen und so war es ein ganz natürlicher Prozess für mich, selbst an großen Turnieren teilzunehmen. Noch heute beobachte ich die anderen Reiter und versuche, von ihnen zu lernen. Ich achte darauf, ob sie irgendetwas besonders gut machen, was ich für mich übernehmen und noch besser machen kann. Trotz meines Alters habe ich ziemlich viel Erfahrung auf hochklassigen Turnieren mit verschiedenen Pferden. Aber es gibt immer gewisse Situationen, in denen ich von erfahreneren Reitern im Parcours lernen und mich weiter verbessern kann.

Die Familie Fuchs ist im Springreiten weltbekannt. Wie haben Ihre Eltern Sie während Ihrer Kindheit und Karriere unterstützt?

Meine Eltern haben mich beide schon von klein auf unterstützt, mich trainiert, für mich nach Pferden gesucht und mir auch dabei geholfen, Pferdebesitzer und Sponsoren zu finden. Es war im Grunde eine Teamleistung meiner ganzen Familie, denn ohne sie wäre ich nicht in der Lage gewesen, die Nummer eins der Weltrangliste zu werden und einen Rolex Grand Prix zu gewinnen.

Clooney 51 ist ein Superstar unter den Pferden. Wie hat Ihre gemeinsame Reise begonnen und wie sind Sie zusammen gewachsen?

Wir haben Clooney im Alter von sieben Jahren durch einen meiner besten Freunde gekauft. Am Anfang war er etwas schwierig, aber er war schon immer ein großartiges Reitpferd. Als er acht wurde, erkannte ich, dass er das Zeug zu einem außergewöhnlichen Pferd hatte, denn er landete bei wichtigen Turnieren oft unter den Besten. Als Neunjähriger holte er sich einen zweiten Platz in einem Fünf-Sterne-Grand-Prix in Doha. Um zu dem Team zusammenzuwachsen, das wir heute sind, haben wir hart an unserer Dressur und seinem Selbstvertrauen gearbeitet. Ich versuche mein Möglichstes, damit er glücklich und zufrieden ist und das nötige Selbstvertrauen hat, um gute Leistungen zu bringen. Und dafür lässt er mich auf dem Parcours in der Regel auch nie im Stich.

Welche Eigenschaften machen ihn Ihrer Meinung nach so besonders?

Clooney geht die Hindernisse sehr vorsichtig und klug an. Er hat seine Umgebung sehr gut im Blick und weiß immer ganz genau, wo die Stangen sind. Er ist ein sehr intelligentes Springpferd mit eigenem Stil. Er springt nie zu hoch oder rennt gegen ein Hindernis.

Haben Sie vor, Clooney mit zum The Dutch Masters zu nehmen?

Ich nehme Clooney auf jeden Fall mit. Wir haben hart trainiert, uns vorbereitet und haben guten Chancen, gut abzuschneiden.

Sie haben schon so viel erreicht, aber wie sehen Ihre weiteren Ziele und Träume aus? Was möchten Sie noch erreichen?

Es war überwältigend, die Nummer eins der Weltrangliste zu werden. Das war natürlich ein Riesenerfolg und ein wahr gewordener Traum für mich, vor allem, weil ich ja noch ziemlich jung bin. Mit dem Sieg beim Rolex Grand Prix in Genf hätte es gar nicht besser für mich laufen können, und so bin ich nun Anwärter auf den Rolex Grand Slam. Mein Hauptziel für dieses Jahr sind der Rolex Grand Slam of Show Jumping und natürlich die Olympischen Spiele in Tokyo, auf die ich mich schon wahnsinnig freue.

Ihr Sieg beim Rolex Grand Prix des CHI Genf war verständlicherweise sehr emotional für Sie. Können Sie uns beschreiben, was dieser Sieg Ihnen bedeutet hat, vor allem vor Heimpublikum?

Das Genfer Turnier ist schon immer ziemlich gut für mich gelaufen. Aber einem Rolex-Grand-Prix-Sieg war ich dort noch nie nahe. Es war also sehr aufregend, mich für das Stechen zu qualifizieren. Clooney war ausgezeichnet in Form und ich wusste, dass das Stechen uns beiden zugutekommen würde. Ich blieb konzentriert und habe versucht, so schnell zu reiten, wie ich konnte, und gleichzeitig meinem Plan treu zu bleiben. Es war wirklich hart, den anderen zuzusehen, denn ich war mir ziemlich sicher, dass es nicht für mich reichen würde und einer der Spitzenreiter mich schlagen würde. Als Darragh Kenny, der letzte Reiter im Parcours, einen Abwurf hatte, wurde mir klar, dass ich gewonnen hatte. Es war ein unglaublicher Augenblick und ein ganz besonderer noch dazu, weil ich vor heimischem Publikum, meiner Familie und meinen Freunden gewonnen hatte.

Demnächst steht das The Dutch Masters an, das in einer viel kleineren Arena stattfindet. Ändert dies etwas an Ihren Vorbereitungen?

Unsere Vorbereitung bleibt dieselbe. Clooney ist sehr gut in kleineren Arenen, ihm kommt das also sehr entgegen. Ich bin sehr aufgeregt, weil ich zum ersten Mal beim The Dutch Masters dabei sein werde. Zwei Wochen vor dem The Dutch Masters starten wir ebenfalls in den Niederlanden bei einem Zwei-Sterne-Turnier mit Clooney, um uns so gut vorzubereiten, wie es nur geht.

Wenn wir noch weiter in den Terminkalender zum CHIO Aachen schauen, erwartet Sie wiederum eine völlig andere Arena. Wächst Clooney in einer Arena wie Aachen an seiner Aufgabe bzw. wie wirkt sich das auf ihn aus?

Clooney kann in großen Gras-Arenen schon mal etwas nervös werden, was die Sache ein klein wenig erschwert. Aber Aachen dauert eine ganze Woche und das gibt mir Gelegenheit, Clooney vor dem Grand Prix ein paar Mal im Parcours starten zu lassen. Das hilft uns dabei, uns einzugewöhnen. Letztes Jahr ist er wirklich gut gesprungen und hatte einen fehlerfreien Umlauf, doch in der zweiten Runde bin ich nicht so gut geritten. Letztendlich jedoch freue ich mich darauf, wieder mit ihm auf dieser Veranstaltung zu starten.

Scott Brash hat den Rolex Grand Slam auf Hello Sanctos gewonnen. Glauben Sie, Clooney hat das Potenzial, es ihm nachzutun?

Ich vertraue Clooney völlig. Ich weiß, dass er jede Prüfung in jeder Arena der Welt gewinnen kann. Das gibt mir viel Selbstvertrauen, aber in meinen kühnsten Träumen wage ich nicht, an einen Sieg des Rolex Grand Slam zu denken, weil es so schwer ist. Jeder, der sich in unserem Sport auskennt, weiß, dass Scott Brash etwas einfach Unglaubliches erreicht hat, und die Chancen, dass so etwas noch mal geschieht, sind minimal. Natürlich werden Clooney und ich unser Bestes geben und wer weiß, was die Zukunft für uns bereithält.

Welches ist der beste Ratschlag, den Sie je bekommen haben?

Ich glaube, einen Null-acht-fünfzehn-Rat habe ich noch nie bekommen. Ich habe viele wichtige Werte von vielen verschiedenen Menschen mit auf den Weg bekommen. Ich glaube, das Wichtigste ist, hart zu arbeiten, Leidenschaft zu haben, Verständnis für sein Pferd aufzubringen und jeden Tag sein Bestes zu geben.

Was tun Sie, wenn Sie gerade nicht reiten und an Turnieren teilnehmen? Haben Sie noch andere Hobbys außer dem Springreiten?

Ich bin ein ziemlich entspannter Mensch. Wenn kein Wettbewerb ansteht, mache ich gern lange Strandspaziergänge, aber manchmal fahre ich auch gern in die Stadt. Ich versuche, so viel wie möglich zu entspannen, wenn ich nicht gerade trainiere oder starte. Ich finde das sehr wichtig, wenn man gut sein will.

Thomas Fuchs (Photo: Alban Poudret) Thomas Fuchs (Photo: Alban Poudret)

Worte von Thomas Fuchs

Internationaler Springreiter, Trainer und Vater des Anwärters auf den Rolex Grand Slam

 

Wann haben Sie erkannt, dass Martin das Zeug dazu hat, es in die Weltspitze zu schaffen?

Als er die Junioren-Turniere hinter sich hatte, wurde mir klar, dass er vielleicht das Potenzial haben könnte, es bis ganz nach oben zu schaffen. Anfangs begleitete ihn meistens meine Frau zu den Turnieren. Ich fuhr auch ein paar Mal mit, aber er fiel oft runter und da habe ich aufgehört, ihn zu begleiten. Er wollte schon immer Springreiter werden. Mit elf oder zwölf startete er mit einem damals 18 oder 19 Jahre alten ehemaligen Grand-Prix-Pferd von Renata bei einigen Turnieren. Damals gelangen ihm erste Siege und ich erkannte sein Potenzial.

Welche Eigenschaften haben Martin dorthin gebracht, wo er heute ist?

Seine Bindung zu seinem Pferd ist wirklich erstaunlich. Er ist sehr ruhig, er wird überhaupt nicht nervös. Er besitzt ein sehr gutes reiterliches Fundament, das er sich durch den Dressurunterricht angeeignet hat. Das hat ihn zu dem Reiter gemacht, der er heute ist.

Als Martin den Rolex Grand Prix in Genf gewann, war das natürlich ein sehr emotionaler Moment. Was ging Ihnen in diesem Augenblick durch den Kopf?

Ich erinnere mich noch an das Gefühl, als uns klar wurde, dass Martin die Europameisterschaft gewonnen hatte. Das ganze Team war sehr bewegt und uns wurde langsam bewusst, dass da gerade etwas ganz Besonderes geschah. Genf war auch deshalb etwas Besonderes, weil alle da waren, um ihn zu unterstützen, und es hat Martin viel bedeutet, eine so große Prüfung in seinem Heimatland zu gewinnen.

Sie haben in den 1980ern das The Dutch Masters gewonnen. Glauben Sie, Martin wird in Ihre Fußstapfen treten?

Ja, stimmt, ich glaube, da habe ich tatsächlich gewonnen! Was ich mir für ihn erhoffe, ist vielleicht nicht genau das, was eintreten wird, aber er hat definitiv gute Chancen. Clooney 51 sieht sehr fit aus. Er ist seit Genf nicht mehr gestartet, hat also eine schöne Pause gehabt und sich in Form gehalten. Somit steht einem guten Ergebnis beim The Dutch Masters nichts im Wege.

Die Arena beim The Dutch Masters ist ziemlich klein im Vergleich zu der in Genf. Wie stimmen Sie die Vorbereitungen darauf ab?

Die Pferde sind an viele unterschiedliche Arenen gewöhnt. Ich glaube nicht, dass Clooney ein Problem damit haben wird, denn er ist an unterschiedliche Rahmenbedingungen gewöhnt. Man braucht immer eine Prise Glück und das Pferd muss in Spitzenform sein. Das wird erst Clooneys zweites Turnier seit Genf sein, darum ist es schwer vorherzusagen, wie er sich präsentieren wird. Er ist fantastisch in Form, aber es muss einfach alles richtig zusammenkommen.

Werden Sie nervös, wenn Sie Martin zuschauen?

Ehrlich gesagt, nein, nicht wirklich. Das Pferd hat bisher so viele fehlerfreie Runden absolviert. Bei den Stechen am Ende werde ich immer ein bisschen nervös, aber das Pferd ist so unglaublich, dass ich alles in allem nicht sonderlich nervös bin. Ich habe Vertrauen in meinen Sohn und in Clooney und glaube, ich brauche inzwischen nicht mehr nervös zu sein.

Sie sind ein weltbekannter Pferdehändler. Wie haben Sie Clooney und die anderen Pferde für sich selbst und für Martin gefunden?

Im Laufe der Jahre habe ich mir ein Netzwerk aus guten Freunden und großartigen Kontakten aufgebaut. Wenn jemand aus diesem Netzwerk ein besonderes Pferd entdeckt, gibt er mir Bescheid. Wir haben uns so viele Pferde angesehen. Es ist ja nicht so, dass man jedes Jahr ein Pferd wie Clooney entdeckt. Er ist etwas ganz Besonderes. Man muss einfach ein bisschen Glück haben und das hatten wir.

Als Sie Clooney zum ersten Mal gesehen haben, dachten Sie da schon, dass er mal der Star wird, der er heute ist?

Anfangs, als wir ihn das erste Mal sahen, hielten wir ihn für ein sehr nettes Pferd. Damals dachten wir noch nicht, dass er mal ein Star werden würde. Doch als er als Achtjähriger die Schweizer Meisterschaft gewann, wurde uns klar, dass er ein ganz besonderes Pferd mit einem einzigartigem Talent ist.

Martin hat in seinen jungen Jahren schon so viel erreicht. Was erhoffen und erträumen Sie sich für ihn, welche Erfolge wünschen Sie ihm noch?

Ich freue mich wirklich sehr über das, was er bisher erreicht hat. Er hat eine außergewöhnliche Karriere hingelegt und schon viel mehr gewonnen als ich. Allerdings glaube ich, dass es für ihn ein bisschen einfacher ist. Heutzutage ist die Ausrüstung viel besser. Und er kann zu Veranstaltungen reisen, ohne sich darum sorgen zu müssen, wer sich um seine Pferde kümmert. Wir haben ganz tolle Mitarbeiter in den Ställen, die sich fantastisch um die Pferde kümmern, und seine Mutter erledigt sämtlichen Papierkram. So kann er sich ganz aufs Reiten und auf die Turniere konzentrieren.

Wenn Sie Ihre Anfänge mit Martins Karriere vergleichen, wie hat sich das Springreiten seitdem verändert?

Heute gibt es viel mehr Spitzenreiter in den Wettkämpfen. Es ist unglaublich, wie viel besser der Sport geworden ist. Zu meiner Zeit sind wir oft auf ganz normalen Pferden gestartet. Heutzutage braucht man Spitzenpferde, um überhaupt mithalten zu können. Damals war das noch nicht so. Man konnte auch auf einem Durchschnittspferd gewinnen, doch heute sind nur noch die wirklich großen Prüfungen überhaupt von Interesse.

Was war der stolzeste Moment Ihrer Kariere als Springreiter?

Ich würde sagen, der stolzeste Moment meiner Karriere war wahrscheinlich, als ich Trainer der beiden besten Reiter der Welt wurde. Ich habe als Reiter viele Turniere gewonnen, doch nie eine der Spitzenprüfungen. Mein Bruder und ich mussten uns vor allem zu Beginn unserer Karrieren um wesentlich mehr Dinge kümmern als die Reiter heute. Wir musste die Stallarbeit noch selbst verrichten. Wir konnten uns nicht immer nur ausschließlich auf den Wettkampf konzentrieren, denn wir hatten noch viele andere Pflichten. Ich glaube, das ist einer der Gründe, weshalb ich mich so früh in meiner Karriere aus dem aktiven Turniersport verabschiedet habe. Es war einfach zu viel.

Als Trainer von Steve Guerdat und Martin muss ich nicht jeden Tag vor Ort sein, doch auf den großen Turnieren und Meisterschaften bin ich dabei und versuche, sie zu beruhigen. Insgesamt ist uns eine gute Mischbeziehung aus Trainer, Vater und Freund gelungen.

Das muss sehr interessant sein. Steve und Martin sind ja sehr eng befreundet, konkurrieren aber miteinander um die Weltspitze. Herrscht da eine freundschaftliche Rivalität zwischen den beiden?

Es herrscht große Rivalität zwischen ihnen. Das lässt sie härter trainieren und noch bessere Leistungen erbringen, weil sie beide die Nummer eins sein wollen. Sie sind zwar Konkurrenten, aber natürlich trotzdem gute Freunde. Steve und Martin wollen beide gewinnen, aber wenn einer von ihnen Platz zwei belegt und der andere gewinnt, freuen sie sich dennoch, weil sie sich so nahestehen. Sie unterstützen einander sehr. Im Parcours sind sie Rivalen, aber privat sehr gute Freunde. Manchmal gibt es kleine Eifersüchteleien, aber das ist nur natürlich und etwas Gutes, wenn man der Beste sein will.

Das Lustige ist, als Martin die Nummer eins der Weltrangliste wurde, hat er mich angerufen und gefragt: „Wie ist es, Trainer des besten Reiters der Welt zu sein?“ Und ich habe geantwortet: „Daran bin ich gewöhnt.“ Er hätte besser fragen sollen, wie es ist, Vater der Nummer eins der Weltrangliste zu sein.

Eine letzte Frage noch. Wenn Sie nicht in der Welt des Springreitens oder des Reitsports arbeiten würden, welche andere Karriere könnten Sie sich vorstellen?

Im Pferdesport zu arbeiten ist alles, was wir kennen. Wir haben als Lehrlinge angefangen und sind dann in den Pferdehandel eingestiegen. Martin ist durch und durch Pferdemensch und ich glaube, ich selbst bin auch nicht so übel. Ich könnte mir keine andere Laufbahn für uns beide vorstellen.

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Photo: CHI de Genève / scoopdyga.com Photo: CHI de Genève / scoopdyga.com

Der Schweizer Martin Fuchs ist nach seinem Sieg des Rolex Grand Prix beim CHI Genf neuer Anwärter auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping. Mit einer fehlerfreien Runde im Stechen, die nicht mehr zu überbieten war, bewies das beeindruckende Duo Fuchs und Clooney 51 wieder einmal, was für ein starkes Team es ist. Der Brite Scott Brash lag nur 0,05 Sekunden hinter seinem Rolex-Markenbotschafterkollegen und sicherte sich auf Hello Senator den zweiten Platz. Dritter wurde der Belgier Jérôme Guery.

 

Wie fühlt es sich an, Ihr erstes Major zu gewinnen? 

Wow! Das ist ein enormer Sieg für mich. Es ist auf jeden Fall ein Highlight meiner Karriere und ein toller Abschluss eines unglaublichen Jahres für mich. Ich bin so glücklich.

Was bedeutet der CHI Genf jetzt für Sie? 

Er ist eins der besten Turniere der Welt und jeder Reiter will es gewinnen. Es freut mich sehr, dass ich mich bei diesem von Rolex gesponserten Major so gut präsentieren konnte, und vor meinem Heimpublikum den Großen Preis zu gewinnen, ist einfach fantastisch.

Clooney 51 ist ein Superstar. Wie hat er sich heute gefühlt? 

Clooney ist ein phänomenales Pferd und seine heutige Leistung war außergewöhnlich. Jeder hat gesehen, was er in der Arena vollbracht hat, er strengt sich so an und ist einfach fantastisch.  

Scott Brash and Hello Sanctos (Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Scott Brash and Hello Sanctos (Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Super-Samstag beim CHI Genf

Die US-Amerikanerin Coco Faith gewinnt mit ihrem Fuchswallach Exotik Sitte die größte U25-Prüfung beim CHI Genf, den Grand Prix des Espoirs. In einem spannungsgeladenen Stechen besiegelte die 19-Jährige aus Fairfield Connecticut ihren Sieg mit einer Zeit von 34,89 Sekunden.

Faith kommentierte ihren Sieg mit den Worten: „Ich fühle mich so geehrt und voller Demut, einfach nur Teil dieser legendären Veranstaltung zu sein, aber hier zu gewinnen, ist ein wahr gewordener Traum. Ich habe das große Glück, mit Amethyst Equestrian ein ganz unglaubliches Team hinter mir zu haben. Rodrigo, Alexa und Fran (unsere Pferdepflegerin) unterstützen mich hier sehr, ebenso wie das genauso unglaubliche Team zuhause, das mich aus der Ferne anfeuert! Und natürlich ist der einzigartige Exotik Sitte, auch Scotty genannt, der beste Partner, den ich mir wünschen könnte!“

Es war ein emotionaler Samstagabend beim CHI Genf, als die Welt des Springreitens Scott Brashs legendäres Pferd Hello Sanctos in einer speziellen Abschiedsfeier in den Ruhestand entließ. Brash brachte seine Dankbarkeit an das Pferd, das ihn zum bisher einzigen Gewinner des Rolex Grand Slam of Show Jumping gemacht hatte, mit folgenden Worten zum Ausdruck: „Er hat all meine Träume wahr werden lassen und ich kann ihm nicht genug für alles danken, was er geleistet hat. Ich möchte auch den Besitzern dafür danken, dass sie an mich und an Sanctos geglaubt haben. Wir waren ein unglaubliches Team und ich hoffe, dass er als Superstar in Erinnerung bleiben wird.“

Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof

Im Gespräch mit einer Legende: Peter Charles

Sie waren in der Vergangenheit sehr erfolgreich beim CHI Genf. Was bedeutet Ihnen diese Veranstaltung?

Ich glaube, wenn man hierherkommt, weiß man, dass man an einem der besten Turniere der Welt teilnimmt. Die besten Reiter und Pferde sind hier versammelt und sorgen für sportliche Spitzenunterhaltung. Die Einführung des IJRC Rolex Top 10 Finales war eine fantastische Idee, denn so hat man all die besten Reiter an einem Ort. Und ich finde, die Einführung des Rolex Grand Slam of Show Jumping hat das Springreiten noch mehr bereichert, Der Zusammenschluss von vier der besten Turniere der Welt macht diesen Sport noch interessanter. Sie erhalten dadurch eine ganz neue Dimension und das hier ist zweifellos eine der wichtigsten Veranstaltungen im Kalender.

Sie blicken auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurück. Geben Sie Ihr Wissen jetzt an Ihre Kinder weiter?

Ich finde es wichtig, sich als Trainer zusammen mit dem Sport weiterzuentwickeln, die Veränderungen zu erleben. Die Zeitvorgabe ist stark verkürzt worden, die Distanzen haben sich verändert und sind viel technischer geworden. Ein Springturnier in Spruce Meadows hat ein völlig anderes Konzept als hier in Genf. So würde man zum Beispiel nicht unbedingt dasselbe Pferd für beide Turniere nehmen. Man muss sich sehr genau überlegen, mit welcher Strategie und welchen Pferden man bei den verschiedenen Veranstaltungen und Grand-Prix-Turnieren antritt.

Werden Sie nervös, wenn Sie Harry zuschauen? 

Meine Frau ja! Sie ist immer sehr nervös und ihr wird übel, wenn die beiden antreten! Er hat noch viel zu lernen, aber er ist genau am richtigen Ort dafür. Wenn er jetzt antritt, ist er von den besten Reitern der Welt umringt und kann enorm viel von ihnen lernen. Scott (Brash) und Ben (Maher) sind sehr nett zu ihm und helfen ihm viel. Alle arbeiten so gut zusammen und sind füreinander da. Ich finde es immer schön zu sehen, wie ältere Reiter jüngeren Ratschläge geben. Es ist eine Bereicherung und wirklich toll, wenn man sieht, wie sie dem Sport etwas zurückgeben.

Wie wichtig ist die Young Riders Academy und die Einführung der U25-Prüfungen für die jüngere Generation, die versucht, sich in diesem Sport nach oben zu kämpfen?

Jeder muss eine Entwicklung durchlaufen. Ob man nun 16, 18 oder 25 ist – die Young Riders Academy ist für genau diese Altersgruppen da. Sie ist unverzichtbar für unseren Sport und es ist wichtig, dass sie weitergeführt wird. Rolex hat fantastische Sponsorenarbeit für die Academy geleistet und sie sehr unterstützt. So kommen diese Reiter in Kontakt mit den besten Profis, ob nun in Tierkliniken, zum Thema Buchhaltung oder wie man einen Betrieb leitet und wie es in der realen Welt zugeht. Die Young Riders Academy legt einen großartigen Grundstein für diese aufstrebenden Athleten und bereitet sie auf die Berufswelt vor. Ich finde, mit Eleonora haben wir die tollste Vorsitzende. Sie ist unglaublich. Würde sie für all die Stunden bezahlt, die sie hineinsteckt, wäre sie Milliardärin! Sie ist maßgeblich und sehr gut in dem, was sie tut. Ein Großteil des Verdienstes gebührt ihr.

Welche Träume und Wünsche haben Sie in Bezug auf Ihre Kinder? 

Sie haben alle eigenständig entschieden, Profireiter zu werden. Meine Töchter reiten inzwischen Zwei- bzw. Drei-Sterne-Turniere. Das Wichtigste ist, ein Team aus guten Pferden zu finden, die sie reiten können, aber ebenso wichtig ist es, ihnen beizubringen, wie das Geschäft funktioniert. Es geht nicht nur um die Turniere, sondern auch um Verkäufe, Weiterbildung etc. Das alles gehört auch dazu und man braucht ein wirklich gutes Team. Ich setze sie nicht zu sehr unter Druck. Es kommt, wie es kommt. Aber ich glaube, sie haben wirklich Talent, und wenn sie hart arbeiten, gibt es keinen Grund, wieso sie nicht Großes erreichen können.

Kent Farrington (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Kent Farrington (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

US-Amerikaner Kent Farrington gewinnt das Rolex IJRC Top 10 Finale

Es war ein weiterer Sieg für Kent Farrington, der sich den begehrten Sieg im Rolex IJRC Top 10 Finale beim CHI Genf sichern konnte. Auf seiner neuen braunen Stute Austria 2 schlug der US-Amerikaner die von dem Iren Darragh Kenny vorgegebene Zeit auf eindrucksvolle Weise um ganze 2,22 Sekunden. 

 

Das war eine unglaubliche Leistung von Austria 2, wie lässt sie sich reiten?

Ja, sie ist einfach toll. Ich reite sie seit April und mir war sofort klar, dass sie ein herausragendes Pferd ist. Sie ist von der Statur her sehr klein, aber sie hat ein riesiges Herz und enorm viel Springvermögen. Dies ist die größte Prüfung, die sie je gesprungen ist, sie also gleich zu gewinnen ist wirklich beeindruckend. Sie ist unglaublich. 

 

Wie war die Atmosphäre heute Abend? 

Es war großartig. Der CHI Genf ist meine Lieblingsveranstaltung und vielleicht sogar die beste der Welt – zwischen ihm und dem CHIO Aachen ist nicht viel dazwischen. Das Publikum war heute Abend fantastisch. Jeder will hier gewinnen, insbesondere diese Prüfung. Es war also ein ganz besonderer Abend.

 

Sie haben hier in Genf bereits zwei Prüfungen gewonnen. Glauben Sie, Sie können den Hattrick vollmachen und auch den Sieg beim Rolex Grand Prix am Sonntag davontragen?

Ja, ich glaube schon, dass ich gewinnen kann! Ich werde auf jeden Fall alles geben und hoffen, dass am Sonntag alles zueinander findet.

Louis Konickx (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Louis Konickx (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Ein Blick auf den Parcours mit

dem internationalen Parcoursdesigner Louis Konickx

 

Was erwartet uns am Sonntag im Parcours des Rolex Grand Prix?

Wir haben die besten Reiter der Welt hier versammelt, und ich habe zusammen mit Gérard Lachat den Parcours ausgearbeitet. Uns ist bewusst, dass der Parcours alles beinhalten und zudem sehr präzise aufgebaut sein muss. Wir müssen die Anordnung der Hindernisse sowie die Distanz dazwischen berücksichtigen. Kombinationen stellen immer eine große Herausforderung dar und wir müssen sicherstellen, dass sie an exakt der richtigen Stelle stehen, damit sie auch einen gewissen Schwierigkeitsgrad für die Reiter besitzen. Die Zeitvorgabe ist auch immer ein wichtiger Faktor, den wir einbeziehen müssen. Gestern haben zwölfder 13 Reiter das Stechen innerhalb von einer Sekunde Zeitunterschied beendet. Gibt man also auch nur eine Sekunde mehr Zeit vor, macht das den Parcours direkt einfacher für die Reiter. Wenn Sie mich also fragen, was der Rolex Grand Prix bietet – einfach alles! Die Arena ist aufgrund ihrer Größe etwas ganz Besonderes und verleiht dem Parcours deswegen das gewisse Extra, weil die Reiter richtig galoppieren können.

Für welchen Pferdetyp ist dieser Parcours besonders geeignet?

Das ist eine interessante Frage. Jedes Pferd ist hier vorsichtig, alle Pferde sind sehr feinfühlig, doch es gibt einen großen Unterschied zwischen Pferden mit größerer Sprungweite und Pferden mit kleinerer Sprungweite. Grundsätzlich können beide in dieser Arena schneller galoppieren. Schnell muss man immer sein, und die Reiter werden die Zeitvorgabe abschätzen und für jedes Pferd die richtige Lösung finden, um das Bestmögliche aus ihm herauszuholen. Kleinere Pferde sind oft schneller, und manche Pferde vergeuden kostbare Zeit, weil sie zu hoch springen.

Wie erarbeiten Sie und Gérard die Parcourspläne?

Ich liebe Gérards Stil. Er entwirft sehr flüssige Parcours und nutzt den Platz, der uns hier zur Verfügung steht, voll aus. Beim Parcoursdesign ist es immer so: Wenn man an seinen eigenen Designs festhält, kann einem schon mal etwas entgehen. Doch ich kann mir hier das Design von jemand anderem ansehen, eigene Vorschläge einbringen und Dinge ändern, die ihm vielleicht nicht aufgefallen sind. Es ist eine gute Partnerschaft. Unsere Zusammenarbeit ermöglicht es uns, die Entwürfe des jeweils anderen aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten und so Dinge zu entdecken, die vielleicht abgeändert werden müssen.

Welche Reiter haben Ihrer Einschätzung nach am Sonntag gute Chancen auf den Sieg?

Wenn es um einen so großen Preis wie hier geht, werden sich alle Reiter in Bestform zeigen. Es ist dasselbe wie bei jedem Championat. Die Teilnehmer müssen Ruhe bewahren. Wenn sie zu verbissen an die Sache herangehen, passieren Fehler. Diejenigen, die ruhig bleiben, haben immer bessere Chancen als die, die sich zu sehr von der Aufregung mitreißen lassen. Alle Reiter wollen gewinnen, aber sie müssen ihre Gefühle im Zaum halten.

Wie viele fehlerfreie Runden würden Sie gern sehen?

Das ist schwer zu sagen. Als Parcoursdesigner haben wir immer Angst davor, die Zeitvorgabe falsch berechnet zu haben. Setzen wir sie zu hoch an, machen wir es allen zu einfach, setzen wir sie zu niedrig an, reiten die Reiter zu schnell und die Pferde können nicht sauber springen. Unser Ziel als Parcoursdesigner ist es, den Pferden ideale Voraussetzungen zum Springen zu schaffen, damit die Reiter uns – dem Publikum – tolle Runden liefern können. Ein Zeitfehler oder Abwurf ist natürlich schade, aber die Reiter treten gern an, wenn sie spüren, dass ihr Pferd sein Bestes geben kann. Wenn sie sich zu sehr beeilen müssen, setzt sie das sehr unter Druck und das ist nicht schön anzusehen. Ich fände es toll, wenn wir sechs bis acht fehlerfreie Runden zu sehen bekämen.

Was gefällt Ihnen am CHI Genf am besten?

Wir dürfen nicht vergessen, dass dies eine ganz besondere Veranstaltung ist. Der Schauplatz ist unglaublich schön, und die Organisation und Dekoration sind fantastisch. Wir haben so viele ehrenamtliche Helfer auf unglaublich professionellem Niveau. Sie wissen, wie man effizient arbeitet und dabei trotzdem Spaß hat. Das macht diese Veranstaltung so großartig und verleiht ihr diese Atmosphäre. Hier kann einfach niemand arbeiten, der sich nicht für die Veranstaltung interessiert. Für mich ist es das beste Turnier der Welt. Die riesige Arena, die fantastische Dekoration und Atmosphäre – es gibt einfach nichts Vergleichbares. Außerdem haben wir hier das Rolex IJRC Top 10 Finale, was es ebenfalls nirgends sonst zu sehen gibt.

Harry Allen (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Harry Allen (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

U25-Interview mit:

Nachwuchsreiter Harry Allen

 

 

Können Sie uns ein bisschen darüber erzählen, wie es ist, hier beim CHI Genf dabei zu sein?

Ich freue mich sehr, hier reiten zu können, es ist das erste Mal, dass ich hier mitreite. Einmal war ich hier, um meinem Bruder Bertram (Allen) zuzuschauen, aber hier mitzureiten wird, denke ich, unglaublich sein.

Die Majors bieten jetzt auch immer mehr U25-Wettkämpfe an – wiehilft das den Nachwuchsreitern, die am Anfang ihrer Karriere stehen?

Ich denke, das ist einfach toll für mich und für viele andere Leute in meinem Alter auch. Wir können auf diese großen Turniere gehen, und wenn wir gut sind, eröffnen sich dadurch weitere Möglichkeiten, auf anderen großen Reitturnieren anzutreten. Letztendlich sammeln wir Erfahrung in den großen Arenen, wodurch wir am Ende auch in unserer Karriere weiterkommen.

Welche Ziele haben Sie als Reiter?

Naja, ich möchte so hoch springen wie möglich in diesem Sport, aber ich verkaufe auch gerne Pferde und mir macht der Handel Spaß.

Wie ist die Atmosphäre beim CHI Genf?

Ich glaube, wir werden schon viel Druck spüren, es werden jede Menge Zuschauer da sein (so war es schonbei der Prüfung heute Morgen), aber hoffentlich – wenn alles gut geht – wird die Stimmung gut

Werden Sie nervös, wenn Sie in den Parcours einreiten?

Nein, das macht mir nicht wirklich viel aus, ich versuche einfach, mich so gut es geht zu konzentrieren.

In diesem Sport gibt es hinsichtlich der Konkurrenz eine wirklich breite Altersgruppe. Ist es schwierig, in die höchste Profi-Klasse aufzusteigen?

Es hat seine Höhen und Tiefen, aber es hilft, weil ich von den älteren Reitern und meinem Bruder viel Hilfestellung bekomme. Ich habe in dieser Hinsicht also viel Glück.

Abgesehen von Bertram (Allen), zu welchen Reitern schauen Sie auf?

Marcus Ehning ist ein toller Reiter. Sein Stil, sein System, die Art und Weise, wie er alles macht. Er ist bei diesen Rolex-Grand-Slam-Turnieren immer sehr erfolgreich, also hoffentlich ist dieses Turnier für ihn auch ein gutes.

Welche Pferde haben Sie diese Woche mitgebracht?

Ich habe Dancing Queen dabei. Sie eine sehr gute Stute, sie hat Anfang des Jahres den U25 Grand Prix in Fontainebleau gewonnen, und ich habe sie zu den Europameisterschaften mitgenommen, wo ich im Team Bronze gewonnen und als Einzelreiter auf den fünften Platz gekommen bin.

Sie haben die Schule mit 16 beendet, um eine Karriere als Springreiter zu verfolgen. Wie kamen Sie zu dieser Entscheidung?

Es war ehrlich gesagt nicht wirklich eine Entscheidung, ich habe an den Junioren-Turnieren teilgenommen, bin nach Deutschland gegangen und war ganz gut, und so hat sich das einfach entwickelt und ich bin dabeigeblieben

Der Rolex Grand Slam of Show Jumping –ist das etwas, von dem Sie hoffen, es eines Tages mal gewinnen zu können?

Es wäre traumhaft, allein einen Grand Prix oder auch nur eine Prüfung bei einem dieser großen Turniere zu gewinnen.

Kent Farrington (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Kent Farrington (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Der US-Amerikaner Kent Farrington absolvierte auf seinem für seine Schnelligkeit bekannten Fuchswallach Creedance eine blitzschnelle Runde und trug beim CHI Genf den Sieg der Trophée de Genève davon. Damit sicherte sich Farrington die Teilnahme am Rolex Grand Prix am Sonntag, bei dem er auf eine Wiederholung seines Erfolgs von 2017 hofft, als er den Großen Preis gewinnen konnte.um erneut Anwärter auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping zu werden.

Wie ist Ihnen eine so schnelle Runde gelungen?

Ich startete heute auf Creedance, weil er so unglaublich schnell ist und zudem sehr viel selbst macht. Ich versuche also, ihm nicht im Weg zu sein und ihn einfach machen zu lassen – das funktioniert meistens am besten. Er hat diese Prüfung schon einmal gewonnen, er weiß also ganz genau, was er tut, und das hat er heute Abend gezeigt.

Sie waren bei diesem Major bereits sehr erfolgreich. Wie fühlt es sich an, erneut hier anzutreten?

Ja, der CHI Genf ist meiner Meinung nach eine der besten, wenn nicht sogar die beste Veranstaltung des Jahres. Hier treffen die besten Reiter und besten Pferde aufeinander und jede Prüfung fühlt sich wichtig an. Natürlich sind die Prüfungen auch sehr schwer zu gewinnen, was den Rolex Grand Slam of Show Jumping so besonders macht. Ich bin wirklich froh, dass wir einen so tollen Start hinlegen konnten, und wir werden diesen Erfolg hoffentlich fortsetzen.

Mit welchem Pferd werden Sie am Sonntag beim Rolex Grand Prix antreten?

Ich denke, ich werde mit Gazelle starten. Ich werde unsere übliche Routine befolgen und sie in ein paar kleineren Prüfungen springen lassen, um ihr Selbstvertrauen zu stärken, damit wir dann am Sonntag alles geben können.

Ben Maher mit Explosion W und Cormac Kenny (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Ben Maher mit Explosion W und Cormac Kenny (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Stallgeflüster mit Cormac Kenny,

Pferdepfleger von Ben Maher

Können Sie uns von Ihrem Tagesablauf als Turnier-Pferdepfleger erzählen?

Ich stehe früh am Morgen auf, um die Pferde zu füttern. Anschließend geben wir ihnen etwas Zeit, damit sie in Ruhe ihr Futter verdauen können. Dann reiten wir die Pferde den ganzen Vormittag über, und falls sie danach Kälteumschläge oder in einer anderen Art speziell versorgt werden müssen, kümmern wir uns darum. Nach dem Mittagessen gehen wir mit ihnen draußen grasen, damit sie an der frischen Luft entspannen können.

Was mögen Sie an ihrer Arbeit am liebsten?

Das Beste an meiner Arbeit ist für mich das Reiten zuhause - ich liebe das Reiten und die Arbeit mit den Pferden. Normalerweise reite ich jeden Tag drei bis vier Pferde. Explosion und F One sind unglaublich toll zu reitende Pferde. Explosion ist sehr leichtrittig, er ist frisch und immer gut drauf. F One ist schon etwas eigenwillig, es wird mit ihm also nie langweilig. Er ist eben immer etwas anders, man kann nie wissen, was als nächstes kommt. Die Arbeit mit ihm ist daher immer aufregend.

Und was mögen Sie an ihrer Arbeit am wenigsten?

Das Reisen. Ich hasse den Transporter, das fällt mir schwer. Ich muss noch ein paar gute Podcasts runterladen. Normalerweise schaue ich Netflix, und ich habe mir ein paar gute Playlists auf Spotify zusammengestellt. Das mache ich unterwegs zum Zeitvertreib.

Wie sind Sie zu diesem Job gekommen?

Als ich jung war, hat mich mein Vater mit zu unseren Nachbarn genommen. Die hatten ein Pferd, auf dem ich reiten durfte, und so habe ich meine Liebe zu Pferden entdeckt. Ich bin ein bisschen auf Turnieren gesprungen, habe aber festgestellt, dass es mir die Arbeit als Pfleger wirklich Spaß macht – also habe ich das weiterverfolgt.

Wie ist es, für Ben zu arbeiten?

Er ist sehr auf seine Arbeit fokussiert, aber er ist auch lustig. Er hat neben seiner sehr fokussierten Seite, wenn er weiß, was er will und was er tun muss, um es zu erreichen, auch eine sehr lustige Seite an sich. Es ist wirklich etwas Besonderes für jemanden zu arbeiten, der schon so eine phänomenale Karriere hinter sich hat. Wir haben Glück, dass wir jeden Tag mit so wunderbaren Pferden arbeiten dürfen, und Ben und den Pferden auf Turnieren zuzuschauen ist immer sehr aufregend. Wenn man neben ihnen steht, bevor sie in den Parcours gehen, kann man schon sehen, dass ein Pferd wie Explosion wirklich gewinnen will und genau weiß, was er tut. Auf dem Abreiteplatz macht er manchmal Blödsinn und buckelt etwas, aber sobald er weiß, dass es in die Arena geht, gibt er alles.

Werden Sie beim Zuschauen nervös?

Ja, extrem nervös, manchmal kann ich gar nicht hingucken. Aber das Gefühl, wenn ich realisiere, dass Ben und eines der Pferde gewonnen haben, bin ich schon sehr stolz. Nicht nur auf mich, sondern auf alle. Es ist harte Arbeit, auch nur ein einziges Pferd auf ein Turnier vorzubereiten, und dann ist es für alle Beteiligten großartig, wenn wir ein gutes Ergebnis erzielen, weil wir dadurch alle angespornt werden, noch härter zu arbeiten, damit wir noch mehr erreichen können.

Der CHI Genf ist ein ein Major des Rolex Grand Slam of Show Jumping. Spüren Sie da einen Unterschied in der Stimmung/beim Druck?

Ja, die Atmosphäre hier ist wirklich besonders –wenn man hier ankommt, spürt man sofort, dass dieses Turnier einfach anders als die anderen ist. Es ist ein wenig angespannt, jeder konzentriert sich. Die Pferde spüren den zusätzlichen Druck auch. Als ich die Pferde auf dem Abreiteplatz geritten bin, waren sie aufmerksamer und frischer. Das muss an der Atmosphäre hier beim CHI liegen.

Mit Blick auf den Rolex Grand Prix: Wie bereiten Sie Explosion und das Team darauf vor?

Wir müssen den CHI Genf einfach wie jedes andere Turnier angehen. Wir sehen ihn nicht anders, obwohl er eines der faszinierendsten Turniere überhaupt ist, und natürlich ist der Rolex Grand Slam etwas, bei dem jeder dabei sein will. Die Pferde müssen gut drauf sein. Wir müssen darauf achten, dass sie gut versorgt sind und so entspannt und guter Stimmung wie nur möglich sind.

Welche Belohnung bekommt Explosion, wenn er gewinnt?

Er wird jeden Tag verwöhnt – da gibt es leider nichts zu verheimlichen! Alle Pferde werden schon ziemlich verwöhnt, aber Explosion bettelt viel mehr und bekommt am Ende dann auch ein paar mehr Leckerli als die anderen. Seine Lieblingsbelohnung sind immer eine Menge Karotten.

Sophie Mottu Morel (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Sophie Mottu Morel (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Auf ein Wort mit den Veranstaltern:

Sophie Mottu Morel, Präsidentin des CHI Genf

Wie schaffen Sie es, jedes Jahr neue Innovationen für das Turnier zu finden?

Es ist nicht leicht, sich jedes Jahr etwas Neues einfallen zu lassen, aber wir hören auf unsere Partner und Sponsoren, wenn sie uns neue Ideen vorschlagen. Außerdem hören wir auf die Reiter und das Publikum, sodass jedes Jahr etwas Neues auf sie wartet, wenn sie zum CHI kommen. Dieses Jahr haben wir die CHI TV Plattform in der Nähe der Attraktionsarena, wir haben die allgemeine Beleuchtung geändert, sodass es ein bisschen dunkler in den Hallen ist, wir haben die Lichteffekte und die Musik vor einer Prüfung spannender gemacht, damit wir – mehr wie bei einer Show – vor den Prüfungen eine tolle Atmosphäre schaffen können. Wir denken auch an die Pferde in den Ställen, also haben auch sie etwas Neues bekommen und sind komfortabler untergebracht. Nächstes Jahr haben wir noch mehr Innovationen zu enthüllen, da wir dann 60. Jubiläum haben, also werden wir zu diesem Anlass etwas komplett anderes machen. Dieses Jahr ist es ein bisschen wie im vergangenen Jahr, wir haben nur ein paar kleinere Dinge angepasst, um das Turnier zu verbessern, es fällt also nicht so auf. Wir halten uns auch immer das Feedback vor Augen, das wir am Ende des Turniers bekommen.

Finden Sie, dass die Digitalisierung und die Sozialen Medien die Art, wie Sie für das Event werben, verändert/beeinflusst haben?

Das ist für uns äußerst wichtig. Wir haben eine große Community, und wir möchten mit ihr über Social Media kommunizieren – denn das macht heutzutage nunmal jeder so. Social Media ist einfach ein schneller Weg, unser Publikum und die Personen, mit denen man in Kontakt treten möchte, sofort zu erreichen. Dieses Jahr haben wir einen tollen Medienmanager. Wir wollen jedes Jahr besser werden, weil wir wissen, dass die junge Generation heute auf diese Art und Weise kommuniziert. Trotzdem sind wir auch der Meinung, dass die traditionellen Kommunikationswege, also Zeitungen, ebenfalls noch sehr wichtig sind. In unserem Publikum finden sich Menschen aller Art, und wir müssen mit allen kommunizieren. Wir legen dabei allerdings jedes Jahr den Schwerpunkt mehr und mehr auf Social Media, weil das die Zukunft ist.

Was machen Sie während des Turniers am liebsten (falls Sie Zeit haben)?

Ich schaue den Pferden gerne beim Springen zu. Während des Turniers habe ich nicht viel Zeit, ich gehe von einem Meeting zum nächsten, spreche mit Partnern, Sponsoren, den ehrenamtlichen Helfern und anderen Leuten. Wenn ich also mal Zeit habe, setze ich mich auf einen Stuhl und schaue den Pferden beim Springen zu. Besonders toll ist es für mich, wenn ich die Gelegenheit dazu habe, das Rolex IJRC Top 10 Finale zu verfolgen, aber das größte Highlight ist der Rolex Grand Prix am Sonntag, weil das natürlich die schwierigste Prüfung des Turniers ist.

Welche spannenden Ereignisse finden die Woche über statt? Worauf können sich die Leute freuen?

Es gibt viel Spannendes zu sehen, was die Leute nicht verpassen sollten, wenn sie diese Woche zum Turnier kommen. Als erstes natürlich den Rolex Grand Prix – wir haben 40 der besten internationalen Reiter, die gegeneinander antreten. Es ist eine wunderbare Prüfung und der Höhepunkt des Turniers. Das Rolex IJRC Top 10 Finale ist auch ein Highlight und absolut sehenswert. Für mich ist es mit am schönsten, einfach in der Halle mit dabei zu sein, weil immer so viel Energie von den Reitern auf das Publikum überspringt. Wir haben drei Disziplinen. Wenn es also möglich ist, sollte man alle drei anschauen. Die Besten sind dafür der Rolex Grand Prix, die Indoor Cross Vielseitigkeit und der Weltcup im Fahren.

Wie viele Menschen braucht es, um dieses Event auf die Beine zu stellen?

Im Komitee sind wir 35 Leute, und wir haben dazu noch 700 ehrenamtliche Helfer – wir sind also ziemlich viele. Für die Arena haben wir 150 ehrenamtliche Helfer, für die Ställe mehr als 100. Außerdem haben wir noch alle unsere Partner, das Catering, die Aussteller – alle gehören mit zum Team, weil sie es sind, die das Turnier gestalten. Wir haben viel Glück, dass wir mit so vielen ehrenamtlichen Helfern arbeiten können, Genf ist doch eine eher kleine Stadt! Aber rund um Genf gibt es viele Reitställe und Höfe, also haben wir hier viele reit- und pferdebegeisterte Leute, die dann auch gerne bei diesem Turnier mithelfen. Es ist unglaublich, aber es ist nicht schwer, ehrenamtliche Helfer für dieses Turnier zu finden, weil sie etwas zum CHI beitragen möchten. Normalerweise müssen wir rund 100 Leuten absagen, was uns immer sehr leid tut!

Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof

EXKLUSIVES INTERVIEW MIT BEEZIE MADDEN,

ANWÄRTERIN AUF DEN ROLEX GRAND SLAM

 

Der „CP International, presented by Rolex“, der im Rahmen des CSIO Spruce Meadows Masters stattfindet, ist unglaublich schwer zu gewinnen. Waren Sie schon vorab zuversichtlich?

Ich muss sagen, ich hatte eine richtig gute Woche mit Darry Lou. Er hatte eine Fünf-Sterne-Prüfung am Freitag gewonnen und war wirklich gut in Form und das gab mir die Zuversicht, dass er auch am Sonntag gut sein würde. Er bringt immer sehr beständige Leistungen, also habe ich uns gute Chancen ausgerechnet, auch wenn ein Sieg beim ‘Masters’ sehr schwer ist.

Wie hat sich dieser Sieg im Vergleich zu Ihrem vorherigen Grand-Prix-Sieg von vor 14 Jahren angefüllt?

Bei meinem ersten Grand-Prix-Sieg in Spruce Meadows war das Wetter richtig schlecht und am Vortag hatte es jede Menge Kontroversen um den Nationenpreis gegeben, da war es ein tolles Gefühl, die Woche mit etwas so Positivem abzuschließen. Dieses Jahr war uns das Wetter gnädig und ich hatte das Gefühl, dass mein Pferd sich einen wirklich großen Sieg verdient hatte. Es war sehr aufregend und ich werde mich noch jahrelang an diesen Augenblick erinnern.

Wie halten Sie sich in Bestform?

Ich habe zum Glück ein wirklich fantastisches Team im Rücken. Von meinem Ehemann bis hin zu den Pferdebesitzerin und Sponsoren machen mir all diese Menschen das Leben sehr viel leichter. Ich darf mit erstklassigen Pferden arbeiten, das ist immer sehr aufregend und inspirierend. Die finanzielle Unterstützung hilft natürlich auch. Einige Mitglieder unseres Teams sind schon seit mehr als 20 Jahren bei uns. Ich habe also einen fantastischen Rückhalt.

Wie hat sich der Reitsport verändert, seit Sie als Profi dabei sind?

Die Pferdezucht, die Art der Parcours und die weltweite Geltung des Sports haben sich gewaltig verändert. . Heutzutage reiten viele Reiter in aller Welt in ähnlichem Stil, die Pferde sind leichtgängiger als früher und die Parcours ausgeklügelter und technischer. Da es jetzt deutlich mehr auf die Technik ankommt, dauert auch die Ausbildung eines Grand-Prix-Pferdes länger. Früher konnte man schon mal ein sechsjähriges Pferd bei einem Grand Prix sehen, aber diese Zeiten sind vorbei. Auch die Preisgelder sind in die Höhe geschossen, was den Sport noch konkurrenzbetonter und kommerzieller macht.

Können Sie uns verraten, wie lange Sie gebraucht haben, um genug Preisgelder für den Heimflug zu gewinnen?

Na ja, mein Mann besaß ein Geschäft, darum hatte nur eins unserer Pferde einen anderen Besitzer. Wir trugen jedoch sämtliche Unkosten für dieses Pferd, ebenso wie für die anderen, die zumindest anteilig uns gehörten. Als wir zum ersten Mal an einem Turnier in Europa teilnahmen, reichte unser Geld zwar für die Anreise, aber ab da waren wir auf Preisgelder angewiesen, um zu den anderen Veranstaltungen und danach wieder nach Hause reisen zu können. Wir standen also kein bisschen unter Druck! Zum Glück konnten wir unserem Team zum Sieg beim Nationenpreis in Rom verhelfen und danach einige Prüfungen bei anderen Turnieren gewinnen. Ich glaube, auf der Heimreise hatten wir noch Geld übrig.

Wie haben sich die verbesserten Transportmöglichkeiten für die Pferde auf den Reitsport ausgewirkt?

Da wir heutzutage Pferde um die ganze Welt fliegen können, sind viel mehr Länder in der Lage, diesen Sport auf Spitzenniveau zu betreiben. Früher, als Reiter und Pferde noch stärker auf ihr eigenes Land oder ihren Kontinent beschränkt waren, hatten sie keine Möglichkeit, gegeneinander anzutreten. Inzwischen haben viel mehr Reiter Zugang zu Veranstaltungen auf Spitzenniveau. So können sie an sich arbeiten, um ganz oben mitmischen zu können. Wenn wir Pferde im Handumdrehen an Orte wie Indien oder China bringen können, wird unser Sport rasant wachsen.

Wie hat der Rolex Grand Slam of Show Jumping das Springreiten weiterentwickelt?

Der Grand Slam ist ein tolles Konzept, das den Reitsport noch spannender macht. Die Veranstaltung hat auch unglaubliche Preisgelder mit sich gebracht und dazu geführt, dass auch andere Turniere ihre Preisgelder erhöht haben. Meiner Meinung nach vereint der Grand Slam einige der besten Turniere der Welt und jeder Reiter möchte gern den Großen Preis bei jedem einzelnen Turnier der Serie gewinnen, und das macht das Ganze so besonders. Die Reiter nehmen nicht einfach nur an diesen Turnieren teil, weil sie müssen, um die Boni zu gewinnen, sondern weil diese Turniere etwas so Besonderes sind. Die Aussicht auf einen Bonus ist da nur ein zusätzlicher Anreiz.

Können Sie uns etwas über Darry Lou erzählen, seine Persönlichkeit und wie er bei Ihnen zu Hause so ist?

Darry Lou ist wirklich ein ganz besonderes Pferd. Er ist sehr selbstbewusst und gleichzeitig so lieb und immer bemüht, mir zu gefallen. Ich glaube, er hatte eine ganz hervorragende Kinderstube in Mexiko und so ist ihm die Umstellung leichtgefallen, als wir beide Partner wurden. Er liebt es, sich zu wälzen. Ich weiß nicht, ob ihm das Wälzen an sich so gefällt oder ob er sich einfach nur gerne dreckig macht, aber er wälzt sich leidenschaftlich gern.

Wie wichtig ist die Rolle der Pferdebesitzer im Sport?

Die Pferdebesitzer sind ein sehr wichtiger Teil des Reitsports. Wir alle brauchen heutzutage mehr denn je eine solide finanzielle Rückendeckung, um uns die Pferde leisten zu können, die wir für den Spitzensport brauchen. Selbst der Kauf junger Pferde ist heute schwieriger als noch vor zehn Jahren. Wenn wir eins finden und mit seiner Ausbildung beginnen, müssen wir uns seinen Unterhalt auch leisten können. In Einzelfällen mag das zwar auch ohne riesiges Budget möglich sein, doch nichtsdestotrotz sind die Pferdebesitzer, die uns so treu unterstützen, essenziell für unseren Erfolg im Reitsport.

Wenn Sie Ihrem jüngeren Ich einen Rat geben könnten, wie würde er lauten?

Meiner Erfahrung nach ist es in gewisser Hinsicht schwer, in diesem Sport Fuß zu fassen, doch er wächst ständig weiter und so eröffnen sich auch immer mehr Chancen. Daher finde ich es wichtig, dass junge Menschen immer versuchen, einen positiven Eindruck auf andere zu machen. Man kann nie wissen, ob man nicht gerade seinen zukünftigen Arbeitgeber oder Sponsor vor sich hat. Man kann auf jeden Fall selbst daran arbeiten, sich Chancen zu schaffen.

Was ist Ihre früheste Erinnerung ans Reiten?

Als ich so etwa vier oder fünf war, parkte an Weihnachten der kleine Pferdeanhänger meiner Mutter vor unserem Haus und mein Bruder und ich bekamen zwei Ponys geschenkt. So lernten wir am Weihnachtsmorgen unsere neuen Ponys kennen und machten einen Ausritt. Das war so aufregend!

Gibt es einen Sportler oder eine Sportlerin außerhalb des Reitsports, den bzw. die Sie bewundern?

Schwierige Frage. Ich bin ein großer Football-Fan und mag die Green Bay Packers, also würde ich sagen, Aaron Rogers.

Wie bereiten Sie sich auf Genf vor?

Zur Vorbereitung auf Genf bin ich mit meinen Pferden Coach und Garant bei drei Hallenturnieren in Nordamerika gestartet. Jetzt genießen die beiden eine kurze Pause, bevor sie nach Europa reisen, wo sie zum Warm-up für Genf an einem Zwei-Sterne-Turnier in Sentower Park teilnehmen werden. Wir wollen sowohl Garant als auch Coach nach Genf bringen, um im Rolex Top 10 Finale und natürlich auch im Rolex Grand Prix anzutreten.

Amy Devisser Amy Devisser

HINTER DER STALLTÜR MIT

AMY DEVISSER

 

Wie sind Sie zum Beruf der Pferdepflegerin gekommen?

Ich war am Cazenovia College, das hier von der Farm aus nur ein Stück die Straße hinauf liegt. Dann habe ich ein Praxisjahr gemacht und bin anschließend einfach geblieben! Jetzt bin ich schon seit 26 Jahren hier – der einzige Job, den ich als Pferdepflegerin je hatte – und ich liebe es.

Was hat Sie so lange dort gehalten?

Die Maddens sind total lockere Menschen und es ist einfach toll, für sie zu arbeiten. Ich passe perfekt hierher und wenn man seine Arbeit liebt, warum irgendetwas daran ändern?

Wie hat sich Ihr Job zusammen mit dem Springreiten verändert und weiterentwickelt?

Als ich angefangen habe, war unser Aufgabenbereich noch nicht ganz so groß und wir hatten noch nicht so viel zu tun, doch der Reitsport ist enorm gewachsen und inzwischen gibt es deutlich mehr Turniere. Wegen all dieser Veranstaltungen muss man sehr viel reisen. Ich bin inzwischen viel mehr unterwegs als damals, als ich angefangen habe.

Auf welchen Moment in diesen 26 Jahren blicken Sie mit dem größten Stolz zurück?

In letzter Zeit war das wahrscheinlich Beezies Sieg im Großen Preis von Spruce Meadows. Das war ganz schön aufregend. Ich konnte nicht viel von der Prüfung sehen, weil ich beim Pferd war, und als Beezie dann dran war, war ich richtig nervös! Es war wirklich toll, als sie gewonnen hat. Wir waren gerade bei der Kontrolle der Pferdebeine, als jemand auf und ab hüpfend um die Ecke kam und uns die Neuigkeiten mitteilte. Viel gefeiert haben wir nicht, weil wir wieder an die Arbeit mussten, aber das Pferd hat jede Menge Möhren und Leckerlis bekommen und durfte ein paar freie Tage auf der Weide genießen.

Welche Pferde sind von ihrer Persönlichkeit her Beezies Favoriten?

Sie haben alle ihre eigene kleine Persönlichkeit und zum Glück stört sich keines von ihnen an den Zuschauermengen bei einem Turnier. Zuhause im Stall sind sie alle ziemlich ausgeglichen, würde ich sagen. Coach ist wie ein großer Hund, der ständig um Aufmerksamkeit buhlt und einem am liebsten die ganze Zeit auf dem Schoß sitzen würde. Darry Lou ist für einen Hengst wirklich sehr brav, aber sehr lautstark, und Garant würde einem auch am liebsten auf den Schoß klettern, wenn er könnte. Sie sind alle kleine Schmusehunde, aber gleichzeitig ganz fantastische Pferde. Ich habe wirklich großes Glück.

Was mögen Sie an ihrer Arbeit am liebsten?

Ich mag das Reisen, weil man so viele verschiedene Orte kennenlernt und so viel von der Welt sieht.

Und was mögen Sie an ihrer Arbeit am wenigsten?

Die enorm langen Tage und dass wir manchmal sechs oder sieben Tage die Woche arbeiten. Da kommt das eigene Familienleben oft etwas zu kurz. Aber das gehört wohl einfach zum Job dazu.

Wie ist es, für jemanden wie Beezie zu arbeiten?

Sie ist ein großartiger Mensch mit viel Humor und die Arbeit macht viel Spaß. Gleichzeitig ist sie sehr ruhig und bodenständig und scheint sich nie groß stressen zu lassen.

Lastet auf Ihnen als Team zusätzlicher Druck, weil Beezieals Anwärterin auf den Rolex Grand Slam beim CHI Genf antritt?

Diesen Druck verspürt man wohl vor jedem großen Wettkampf, weil man immer Erfolg haben und gut sein will.

Hat die Einführung des Rolex Grand Slam of Show Jumping das Springreiten Ihrer Meinung nach bereichert?

Ja, auf jeden Fall. Hauptsächlich, weil er dem Sport größere öffentliche Aufmerksamkeit und dieses gewisse Etwas beschert.

Haben Sie nach 26 Jahren in diesem Beruf den Eindruck, dass die Pferdepfleger heutzutage mehr im Rampenlicht stehen als je zuvor?

Was die Anerkennung für die Pferdepfleger betrifft, ist da meiner Meinung nach noch Luft nach oben. Aber die Turniere leisten diesbezüglich inzwischen wesentlich bessere Arbeit, vor allem in den letzten zehn Jahren. Selbst nach einem Grand-Prix-Sieg bekommt der Pferdepfleger viel mehr Anerkennung und das ist toll.

Wenn Sie einen Tag lang einen anderen Beruf ausüben könnten, welcher wäre das?

Wahrscheinlich Barkeeperin an irgendeinem Strand.

Wie würden Sie Coach und Garant in drei Punkten beschreiben?

Garant ist ziemlich eigen, besitzt jede Menge Persönlichkeit und ist wunderschön. Couch ist ausgesprochen liebenswert, immer gut gelaunt und ebenfalls wunderschön.

Wie bereiten Sie, Beezie und das Team sich auf ein Event wie den CHI Genf vor?

Unsere tägliche Routine ändert sich, ehrlich gesagt, nicht besonders. Alle sind ziemlich entspannt und gelassen, aber wir bereiten uns trotzdem genauso vor wie immer. Zu Beginn des Jahres hat das Team immer das Ziel, dafür zu sorgen, dass die Pferde zu einem bestimmten Zeitpunkt in Spitzenform sind, und da war der Sieg in Spruce Meadows ein fantastischer Bonus.

Mit welchem Pferd haben sie in Ihren 26 Jahren am liebsten gearbeitet?

Da würde ich wahrscheinlich die aktuellen Pferde nennen, Coach, Darry Lou und Garant, weil es unheimlich viel Spaß macht, mit ihnen zu arbeiten, und ich sie sehr gern habe.

Wednesday Stats Wednesday Stats

Full list by Countries:

 

8x GER - 29,62%

5x GBR - 18,51%

3x BEL - 11,11%

3x USA - 11,11%

2x SUI - 7,50%

1x CAN - 3,70%

1x BRA - 3,70%

1x EGY - 3,70%

1x SWE - 3,70%

1x FRA - 3,70%

Top 3 by victories

 

GER

THE DUTCH MASTERS 2013 DAVID WILL

THE DUTCH MASTERS 2015 DANIEL DEUSSER

THE DUTCH MASTERS 2016 MARCUS EHNING

SPRUCE MEADOWS 'MASTERS' 2017 PHILIPP WEISHAUPT

CHI GENEVA 2018 MARCUS EHNING

CHIO AACHEN 2014 CHRISTIAN AHLMANN

CHIO AACHEN 2016  PHILIPP WEISHAUPT

CHIO AACHEN 2018 MARCUS EHNING

 

GBR

CHIO AACHEN 2013 NICK SKELTON

CHI GENEVA 2014 SCOTT BRASH

CHIO AACHEN 2015 SCOTT BRASH

CALGARY 2015 SCOTT BRASH

CALGARY 2016 SCOTT BRASH

 

BEL

SPRUCE MEADOWS MASTERS 2013 PIETER DEVOS

CHIO AACHEN 2017 GREGORY WATHELET

THE DUTCH MASTERS 2018 NIELS BRUYNSEELS

 

USA

CHI GENEVA 2017 KENT FARRINGTON

CHIO AACHEN 2019 KENT FARRINGTON

SPRUCE MEADOWS 'MASTERS' 2019 BEEZIE MADDEN

Harry Charles (Photo: ZUMA Press) Harry Charles (Photo: ZUMA Press)

Diese Woche hat sich der Rolex Grand Slam of Show Jumping über die neue Generation im professionellen Springreiten informiert. Wir haben uns angeschaut, wie Initiativen wie z. B. die Young Riders Academy und die Einführung von U25-Turnieren bei den Majors jungen Reitern, die fast 40 Jahre jünger als einige der Senioren-Turnierreiter sind, die Gelegenheit gibt, ihren Durchbruch in die Senioren-Welt zu schaffen.

Worte Des Aufstrebenden Nachwuchsreiters

Harry Charles

Wann haben Sie sich zu einer Profi-Karriere im Springreiten entschieden?

Als ich so um die 14 war, gewann ich ein großes Ponyturnier in England, das zu der Zeit wahrscheinlich größte Turnier in der Altersgruppe bis 16 Jahre. Dieser Sieg hat sich so großartig angefühlt und da wurde mir klar, dass ich das zu meinem Beruf machen wollte.

Glauben Sie, Ihre Karriere wäre anders verlaufen, wenn Sie nicht am CHIO Aachen teilgenommen hätten?

Der CHIO Aachen ist wirklich eins der größten Turniere der Welt. Sponsoren und Turnierveranstalter können heutzutage so vieles tun, und wäre ich – so jung ich auch war – nicht nach Aachen gegangen, wären mir wohl viele Chancen verwehrt geblieben.

Welche anderen Chancen haben sich Ihnen seither geboten?

Vor allem hat mir dieses Turnier dabei geholfen, wichtige Personen und Sponsoren des Reitsports kennenzulernen.  Ich habe viele tolle Kontakte geknüpft und neue Freunde gefunden. Meine Teilnahme hat mir also viele Vorteile eingebracht und mir haben sich seit letztem Jahr auch zahlreiche Chancen eröffnet.

Was sind Ihrer Meinung nach die drei wichtigsten Eigenschaften, die ein professioneller Springreiter haben muss?

Die erste ist Geduld, woran ich noch immer zu arbeiten habe. Geduld ist sehr wichtig wegen der Verletzungen, die der Sport mit sich bringt, vor allem bei den Pferden. Selbst ein wirklich begabter Reiter muss schon mal ein paar Jahre lang auf die Bremse treten, weil sein Pferd vielleicht verletzt ist oder noch nicht genug Erfahrung gesammelt hat. Das Pferd muss sich in seinem eigenen Tempo entwickeln dürfen.

Als zweites, finde ich, braucht man mentale Stärke. Das ist etwas, woran ich hart arbeite. Ich glaube zwar, dass ich zum Glück von Natur aus eine große mentale Stärke habe, aber trotzdem musste ich mich in dieser Hinsicht noch um einiges weiterentwickeln. Ich weiß noch, als ich mit den großen Turnieren angefangen habe, hat es mich immer furchtbar geärgert, wenn eine Stange gefallen ist. Doch jetzt, mit mehr Erfahrung, weiß man, dass das nicht das Ende der Welt bedeutet. Solange man aus seinen Fehlern lernt, ist das alles, was wirklich zählt.

Ich glaube, die dritte Eigenschaft ist eine gute Arbeitsmoral. Wenn ich nicht gerade im Sattel sitze, bin ich viel im Fitnessstudio oder absolviere spezielle Trainingseinheiten. Marcus Ehning hat mal gesagt, man darf nie aufhören, an sich zu arbeiten. Und ich finde, das ist eine großartige Einstellung in diesem Sport, denn man hat es ja schließlich mit zwei Athleten zu tun: mit einem selbst und dem Pferd.

Können Sie etwas zu Ihren derzeitigen Fünf-Sterne-Pferden sagen? Welche Zukunft steht ihnen bevor?

Ich glaube, wir haben eine gute Gruppe an Pferden. ABC Quantum Cruise ist momentan mein bestes Pferd, obwohl ich immer noch glaube, dass er erst in ein oder zwei Jahren seine volle Leistungsfähigkeit erreicht hat. Ich habe sicher noch nicht das Beste aus ihm herausgeholt, aber er ist sehr gut und bringt beständige Leistungen. Wir arbeiten täglich mit ihm, damit er besser wird, und hoffentlich kann er schon bald zeigen, was in ihm steckt.

Wer sind Ihre Vorbilder? Welche Reiter verehren Sie?

Für mich war schon immer Scott (Brash) der Größte. Er ist nicht nur ein fantastischer Reiter, sondern auch ein echt netter Kerl und damit definitiv mein Vorbild. Mit ihm kann man über alles reden und er ist immer für mich da, wenn ich mal Hilfe brauche. Besonders damals, als ich mit den großen Turnieren anfing und noch niemanden kannte, war er immer der erste, der sich morgens beim Frühstück zu mir gesetzt hat. Das habe ich wirklich sehr zu schätzen gewusst.

Macht es Sie nervös, gegen Ihre Idole anzutreten?

Nicht wirklich. Ehrlich gesagt, spornt mich das noch mehr an und macht mich noch hungriger auf den Sieg. Ich bin ziemlich selbstbewusst und laufe unter Druck zu Hochform auf. So reite ich besser.

Sie sind fast 40 Jahre jünger als einige der besten Reiter, die noch auf Turnieren starten – welches Rüstzeug braucht man, um eine so lange Karriere haben zu können?

Ich glaube, man braucht Geduld. Man darf nichts überstürzen. Wenn man seine Karten richtig ausspielt, kann man sich in dem Sport lange halten. Man muss auf sich achtgeben. Ich sehe ständig Reiter im Fitnessstudio. Der Sport hat sich stark verändert und der Grat ist so schmal geworden, dass Fitnesstraining meiner Meinung nach heutzutage wichtiger ist als jemals zuvor.

Was ist das Highlight Ihrer bisherigen Karriere?

Ganz eindeutig die Teilnahme am Rolex Grand Prix in Aachen. Davon habe ich schon als Kind geträumt und dann tatsächlich dabei sein zu können, war unglaublich. Ich muss mich, ehrlich gesagt, immer noch ab und zu selbst kneifen, weil ich es kaum glauben kann. Manchmal, wenn ich zu Hause mit ABC Quantum Cruise ausreite, sehe ich zu ihm runter und sage: „Kannst du es fassen, dass wir beim Rolex Grand Prix in Aachen gestartet sind?“!

Sie haben ja nun an einem Major teilgenommen. Ist der Rolex Grand Slam ein langfristiges Ziel für Sie?

Ich würde eines Tages liebend gern wenigstens ein Major gewinnen und natürlich den Rolex Grand Slam, aber bis ich 25 bin, will ich gern eins gewinnen und glaube, dass das in fünf Jahren möglich ist.

Die Rolex Grand Slam Majors fördern den Nachwuchs und organisieren immer mehr U25-Turniere. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Ich finde das toll. Für einen jungen Springreiter ist jede Chance, an einem solchen Top-Event teilzunehmen, enorm wichtig und richtungsweisend. In einer so großen Gruppe mit den Spitzenreitern zusammen zu sein, ist einfach unglaublich. Es ist nicht nur eine große Inspiration und Motivation für junge Reiter, sondern auch die Chance, ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Als ich zum Beispiel in Aachen war, haben mich so viele Menschen kontaktiert und ich glaube, ich habe in den sozialen Medien jeden Tag, den ich dort war, ungefähr 400 neue Follower dazugewonnen. An diesen Veranstaltungen teilzunehmen, spornt einen sehr an. Und auch wenn man vielleicht nur zwei Prüfungen springen kann, ist man noch motivierter, später irgendwann mal in mehr Prüfungen antreten zu können.

Welchem Beruf würden Sie nachgehen, wenn Sie kein Profispringreiter wären?

Dann wäre ich gern Pilot. Ich interessiere mich sehr für die Luftfahrt und mache zurzeit sogar den Privatpilotenschein.

Wie lautet der beste Ratschlag, den Sie jemals erhalten haben?

Den habe ich von meinem Vater bekommen und fand ihn schon immer gut. Er hat gesagt, Niederlagen schärfen den Verstand. Ich glaube, da ist viel dran, denn durch eine Niederlage wächst man als Mensch und im Spitzensport ist es so wichtig, seine positive Einstellung zu behalten.

Ein anderer Rat, den ich mal bekommen habe, war: Wenn das Pferd eine Stange schmeißt, ist es in neun von zehn Fällen dein Fehler, auch wenn du meinst, nichts falsch gemacht zu haben.

Jos Verlooy (Photo: Olympia Horse Show) Jos Verlooy (Photo: Olympia Horse Show)

Worte Von Jos Verlooy

Bronzemedaillengewinner Bei Den Europameisterschaften

Wann haben Sie sich zu einer Profi-Karriere im Springreiten entschieden?

Ich habe mich schon früh dazu entschieden, allerdings habe ich auch sehr gerne Fußball gespielt. Ich war mir also nicht sicher, mit welcher Sportart ich weitermachen wollte. Als sich aber mit 14 Jahren die ersten Siege auf Springturnieren einstellten, wurde mir klar, dass ich beim Springreiten bleiben wollte.

Was sind Ihrer Meinung nach die drei wichtigsten Eigenschaften, die man mitbringen muss, um professioneller Springreiten werden zu können?

Für mich steht Arbeitsmoral ganz oben auf der Liste, und ich denke für jede Sportart ist das die Nummer eins. Man muss hart arbeiten, um seine Ziele zu erreichen, und man muss dazulernen wollen. Außerdem ist es wichtig, sich mit Leuten zu umgeben, denen man vertrauen kann. Und schließlich ist auch eine gute Beziehung zu den Besitzern wichtig, weil sich die Rolle der Pferdebesitzer erheblich verändert hat.

Welchen Einfluss hat Ihr Pferdebesitzer auf Ihre Karriere?

Ich habe einen wirklich guten Besitzer und sehr viel Glück, dass ich Igor weiterhin reiten kann, denn das Kaufinteresse an ihm war sehr groß. In unserem Sport geht es nicht nur um das Reiten, sondern auch darum, die richtigen Pferde und Partnerschaften zu finden. Und hier setzt die Bedeutung der Pferdebesitzer an - es ist wirklich Teamarbeit.

Inwieweit war Ihr Vater Ihnen bei Ihrer Karriere behilflich?

Mein Vater hat viele Jahre Erfahrung in diesem Sport, und das war einer meiner Vorteile als aufsteigender Reiter. Mit Harrie (Smolders) und meinem Vater an meiner Seite bekomme ich immer gute Ratschläge und bekomme sowohl die guten als auch die schlechten Dinge zu hören. Sie geben mir immer Anleitung, was absolut unerlässlich ist, wenn man im Reitsport Erfolg haben möchte. Der Sport dreht sich zwar um Herunterfallen und wieder Aufsteigen, aber es ist definitiv sehr hilfreich, wenn man eine solche Unterstützung hat.

Sie sind fast 40 Jahre jünger als einige der besten Reiter, die noch auf Turnieren starten - welche Dinge braucht man, um eine so lange Karriere haben zu können?

Das ist schwierig zu sagen, aber das Wichtigste ist auf jeden Fall, das richtige Pferd zu haben. Auch mit 50 kann man noch dazulernen und sich weiter verbessern, und ich denke, dass man, wenn man ein gutes Pferd unter dem Sattel hat, unabhängig vom Alter auf höchstem Niveau reiten kann. Ich habe viel Respekt für Ludger Beerbaum, der ein unglaubliches Jahr hinter sich hat und immer die richtigen Leute hinter sich hatte. Erst wenn man in den Sport eingetaucht ist, merkt man, wie schwierig es ist, das richtige Pferd, das richtige Management und das richtige Team zu finden. Man benötigt tatsächlich alle Teile des Puzzles.

Was ist Ihre Meinung zu Sponsoren, die junge Reiter unterstützen möchten?

Ich glaube unser Sport bietet der jungen Generation heutzutage gute Möglichkeiten und Unterstützung, um bis zur höchsten Klasse aufzusteigen. Ich habe zwar nie selbst daran teilgenommen, aber ich denke, die Rolex Young Riders Academy leistet gute Dienste in der Ausbildung der Reiter. Ich kenne Reiter, die dort waren, und sie haben viel darüber gelernt, wie man mit Pferdebesitzern sprechen sollte und auch über die Managementseite des Sports. Diese Konzepte und Innovationen sind sehr wichtig, und man kann jetzt schon sehen, dass heute viele jüngere Reiter mit dabei sind, was an Sponsoren wie Rolex liegt, die U25-Turniere fördern, und wir deshalb auch auf großen Turnieren jüngere Reiter sehen können.

 

Können Sie uns etwas zu den FEI Europameisterschaften und Ihrem Medaillengewinn dort sagen?

Ich war wirklich gut auf die Europameisterschaften vorbereitet und ging mit viel Selbstbewusstsein und frisch an den Start. Das erste Ziel war natürlich die Qualifikation mit dem Team für die Olympischen Spiele in Tokio 2020, was ich auch erreichte - und die Mannschafts-Goldmedaille war, glaube ich, nur noch ein Bonus. Vor dem Finale habe ich mich gut gefühlt, mein Pferd schien noch sehr frisch und am Ende hat für uns alles gut geklappt und wir haben Einzelbronze gewonnen! Es ist wirklich toll, in meinem Alter zwei Medaillen zu gewinnen. Mein Selbstvertrauen ist dadurch auf jeden Fall gestiegen, genau wie meine Motivation für die nächsten Championate.

Haben Sie Vorbilder im Springsport?

Ich schaue zu vielen Reitern auf, und jeder ist anders. Zuerst denke ich immer an Harrie Smolders, weil er mir schon seit meinen Reitanfängen zur Seite steht. Ich habe großen Respekt für ihn. Er ist ein wirklich toller Mensch, der immer da ist, um mir zu helfen. Die meisten Reiter, die jetzt mit mir gemeinsam auf den Turnieren starten, sind Menschen, die ich als kleines Kind vom Sofa aus im Fernsehen bewundert habe.

Was ist das Highlight Ihrer bisherigen Karriere?

Das Highlight meiner Karriere, denke ich, ist definitiv Rotterdam, als so junger Reiter zwei Medaillen zu gewinnen, übertrifft alles, was ich mir erträumt hatte.

Karen Polle (Photo: Ashley Neuhof) Karen Polle (Photo: Ashley Neuhof)

Worte Von Karen Polle

Japanischer Reiter

Inwiefern hat die Young Riders Academy Ihnen geholfen, Ihre Ziele zu erreichen und Ihre Karriere voranzubringen?

Ich würde sagen, dass die Academy sehr förderlich für meine Karriere war. In dem Jahr, in dem ich in der Academy gewohnt habe, hatten wir eine Mischung aus Vorträgen und praktischen Seminaren. Ich fand sie alle sehr informativ und man lernt so viel über den Sport. Die Themen reichten von tierärztlicher Versorgung bis hin zum FEI-Ranking-Punktesystem, Arten von Reitböden, Pferdehaltung und der wirtschaftlichen Seite des Sports. Vom pädagogischen Standpunkt aus hat die Academy einen enormen Einfluss auf mich als Reiter gehabt. Sie war für mich insbesondere auch deshalb wichtig, weil ich zusammen mit meinem Pferdebesitzer meine eigenen Pferde manage. Auch die Menschen, die man durch die Academy trifft, sind sehr wichtig und sehr hilfreich. Alle sind jederzeit bereit, einem zu helfen und Ratschläge zu geben, und es ist schön, einer so tollen Gemeinschaft anzugehören. Die Academy hilft einem wirklich, bei Turnieren starten zu können, insbesondere wenn man versucht, den Durchbruch in den Top-Level des Sports zu schaffen.

Was sind Ihre Gründe für Ihren frühen Erfolg?

Der wichtigste Punkt ist wahrscheinlich, dass man nicht aufgeben darf. Dieser Sport ist sehr schwierig, man verliert öfter als man gewinnt, und die Pferde haben ihren eigenen Kopf, gegen den man nichts machen kann. Das A und O ist also: durchhalten. Ich bin sehr enttäuscht, wenn es schlecht läuft, und ich gebe mir dafür die Schuld. Aber ich habe auch gelernt, wie ich meine Fehler hinter mir lasse und mich stattdessen auf meine nächste Aufgabe konzentriere. Das klappt nicht immer so ganz, aber wer an die Spitze kommen will, muss das beherrschen.

Die Majors investieren in mehr U25-Turniere. Wie wichtig sind diese Events?

Ich finde, dass diese Turniere toll sind. Sie geben jungen Reitern die Gelegenheit, in den Spitzensport zu finden, aber dabei gegen Ihresgleichen anzutreten anstatt gegen die Top-Reiter. So kann man schon mal ein bisschen proben, ohne dass es gleich ganz ernst wird. Ich finde, dass diese Turniere einem die perfekte Gelegenheit geben, Erfahrung zu sammeln und Sicherheit auf diesem Top-Level zu erlangen. Sie sind auf jeden Fall klasse für den Sport.

Fühlen Sie eine Verantwortung, das Springreiten als Sport in Asien zu fördern?

Ich bin sehr froh darüber, dass der Sport in Asien wächst. Als japanische und asiatische Reiterin fühle ich definitiv eine Verantwortung und will dabei helfen, den Sport zu verbreiten, soweit ich es kann. Ich würde sagen, dass in Japan das Interesse an Pferderennen sehr groß ist, aber nicht so sehr am Springreiten. Ich denke, dass der Grund hierfür ist, dass Springreiten nicht so bekannt ist. Sobald die Leute aber sehen, wie toll dieser Sport und die Pferde sind, wird er bestimmt sehr populär. Das glaube ich zumindest. Es ist wichtig, dass man den Sport bekannt macht, Die Olympischen Spiele stehen ja vor der Tür, und das ist gut, weil der Sport hierdurch bestimmt bekannter wird. Das japanische Turnierteam ist sehr gut, sowie einzeln als auch im Team. Außerdem wird im Dezember zum ersten Mal eine asiatische Meisterschaft in Thailand ausgetragen, für die viele Investitionen und viel Infrastruktur erforderlich sind. Das Interesse an diesem Sport wächst also definitiv.

Wann haben Sie den Beschluss gefasst, eine Springreiterin zu werden?

Wahrscheinlich, während meiner Juniorenzeit. Ich hatte an den US National US Jumper Championships teilgenommen und war ganz klar ein Underdog. Ich hatte eine super Woche und mein Pferd war unglaublich. Wir gewannen sogar, was ein ganz tolles Gefühl war! Danach wusste ich, wie es sich anfühlt, wenn man gewinnt. Und ab diesem Moment wusste ich, dass ich eine Springreiterin werden wollte. Ich dachte mir, dass ich vielleicht noch mehr erreichen könnte, wenn ich mich richtig anstrenge. Von diesem Moment an war Springreiten meine große Liebe und der Anfang einer großen Leidenschaft.

Welche drei Merkmale machen ein Pferd zu einem Fünf-Sterne-Pferd?

Ich würde sagen, dass das wichtigste das Herz ist. Pferde, die ein großes Herz haben, die sich so richtig ins Zeug legen und für dich kämpfen, werden immer die erfolgreichsten sein. Zweitens, was natürlich offensichtlich ist, muss das Pferd auch in der Lage sein, die Sprünge zu schaffen, mit denen wir konfrontiert werden. Drittens würde ich Mentalität sagen. Das ist vielleicht etwas zu weit gefasst, aber ich meine hiermit sowohl das Verständniselement als auch den Spaßfaktor. Pferden muss es Spaß machen, gegen andere Pferde anzutreten, und sie müssen lernwillig sein. All das fällt meiner Meinung unter Mentalität.

Wie wichtig ist die Rolle der Pferdebesitzer beim Springreiten?

Sehr wichtig. Ich habe einen Besitzer aus Japan, dem zwei meiner besten Pferde gehören. Ich kann ihm nicht genug für seine Großzügigkeit danken, denn er hat mir die Gelegenheit gegeben, zwei Fünf-Sterne-Pferde von Weltklasse zu reiten. Und was das für meine Karriere getan hat, ist unglaublich. Ich bin ihm dafür sehr dankbar.

Welchem Beruf würden Sie nachgehen, wenn Sie keine Springreiterin wären?

Ich würde wahrscheinlich in der Wirtschaft arbeiten. Ich habe in der Schule Wirtschaftslehre gehabt, also definiert etwas in der Richtung.

(Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Beezie Madden ist neue Anwärterin auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping!

 

Im Gegensatz zum BMO Nationencup am Samstag, bei dem die warme Herbstsonne auf den Parcours schien, gab sich das Wetter am letzten Tag des CSIO Spruce Meadows 'Masters' 2019 bedeckt und kühl. Im International Ring traten erstmals 48 Pferd- und Reiterpaare beim Highlight dieser Woche, dem CP 'International' presented by Rolex, gegeneinander an, um ein  Major des Rolex Grand Slam of Show Jumping zu gewinnen und sich einen Platz in den Geschichtsbüchern des Reitsports zu sichern.Der erfahrene venezolanische Parcourschef Leopoldo Palacios und sein Assistent Peter Grant stellten den aus 22 Ländern stammenden Reitern wie gewohnt anspruchsvolle Aufgaben. In der ersten Runde galt es 17 und in der zweiten Runde 14 Hindernisse zu meistern. Von den 48 Startern schafften es zwölf in die zweite Runde, acht von ihnen sogar mit einem fehlerfreien ersten Umlauf.

Doch es waren die aktuelle Nummer sechs der Weltrangliste, die US-Amerikanerin Beezie Madden, und ihr elfjähriger Fuchshengst Darry Lou, die sich am Ende gegen die Konkurrenz durchsetzen konnten. Mit nur einem einzigen Zeitfehler nach ihrer fehlerfreien ersten Runde und einer Zeit von 66,94 Sekunden sicherte sie sich ihren ersten Majorsieg seit Beginn des Rolex Grand Slam of Show Jumping.

Auch der Australier Rowan Willis und seine 13-jährige Fuchsstute Blue Movie meisterten die erste Runde fehlerfrei und schafften es mit einem Abwurf in der zweiten Runde und einer Zeit von 65,93 Sekunden auf Platz zwei. Auf Platz drei sprang der Österreicher Max Kühner auf seinem zwölfjährigen Schimmelhengst Chardonnay 79 mit insgesamt fünf Strafpunktenund einer Zeit von 66,78 Sekunden.

Eine freudestrahlende Beezie Madden sagte zu ihrem Sieg: „Es ist einfach ein großartiges Gefühl. Dies ist ein so toller Ort und es ist eine Ehre, hier antreten zu dürfen. Natürlich ist jeder Sieg fantastisch, aber ich muss sagen, dieser ist schon etwas ganz Besonderes.“

„Ich habe das Gefühl, dass Darry Lou der Publikumsliebling ist, weil sie ihn so süß finden. Die Fans hier sind einfach großartig. Natürlich feuern sie vor allem die heimischen Reiter an, aber sie wissen diesen fantastischen Sport auch wirklich zu schätzen.“

„Darry Lou war heute einfach in Topform. Ich dachte zuerst, ich hätte ihn ein wenig zu frisch gelassen, als ich ihn vor ein paar Tagen warmgemacht habe.Aber es ist noch einmal gut gegangen und so oder so war er großartig. Es ist schön, wenn man einen Plan hat und der am Ende tatsächlich aufgeht. Wenn etwas schief geht, dann ist das meine Schuld, denn er macht einfach alles, was ich von ihm möchte. Er hat einen wunderbaren Galopp und springt einfach toll. Auch sein Temperament ist fantastisch. Er ist vorsichtig, hat viel Springvermögenund es macht einfach Spaß, ihn zu reiten.“

„Ich war mir erst nicht sicher, ob ich beim CHI Genf antreten soll, aber ich denke, das heutige Ergebnis hat meine Entscheidung gestärkt, dort hinzufahren. Ein Majorsieg fühlt sich einfach toll an und den Rolex Grand Slam oder auch nur noch eine weitere Etappe davon zu gewinnen,wäre fantastisch.“

(Photo: Adam Cromarty) (Photo: Adam Cromarty)

Hinter dem Mikrofon mit:

Adam Cromarty

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit als Reitsportkommentator am besten und was finden Sie daran besonders bereichernd?

Ich bin bereits recht lange als Kommentator im Reitsport tätig und der Job hat viele Highlights. Manchmal ist er natürlich auch sehr anstrengend, aber er bietet einem die Möglichkeit, um die Welt zu reisen und jede Menge sehr interessanter Leute zu treffen. Und man hat das Glück, Orte wie Spruce Meadows erleben zu dürfen, wo sich die besten Reiter und Pferde der Welt auf höchstem Niveau miteinander messen.

Was waren die bisherigen Höhepunkte Ihrer Karriere als Reitsportkommentator?

Ich kann in meiner Karriere bereits auf sehr viele bedeutende Momente zurückblicken. Spruce Meadows selbst und das ‘Masters’-Turnier sind immer ein Highlight – schließlich findet hier der größte Grand Prix der Welt mit einem Preisgeld von drei Millionen kanadischen Dollar statt. Ein weiteres Highlight war das Weltcupfinale der Springreiter im Jahre 2017, das ich in Omaha, Nebraska kommentierte – für eine solch kleine Stadt war die Atmosphäre wirklich grandios.

Gibt es andere Sportkommentatoren, die Sie inspirieren? Haben Sie irgendwelche Idole?

Was andere Kommentatoren angeht, bin ich da ein wenig seltsam, denn ich suche meine Inspiration nicht wirklich bei meinen Kollegen. Ich habe meine Karriere sehr jung begonnen und ging zunächst auf eine Schauspielschule, wo ich das Handwerk des Theaters lernte. Anschließend machte ich eine Ausbildung im Radio- und Fernsehbereich. Und da ich schon immer passionierter Reiter war, kombinierte ich die beiden einfach. Wenn ich also auf der Suche nach Inspiration oder Leuten bin, die mir Tipps geben können, schaue ich mir eher Fernsehsendungen wie The X Factor oder Britain’s Got Talent an. Damit kann ich mich bei meiner Arbeit ein wenig differenzieren, denn ich lasse Elemente aus Veranstaltungen nicht-sportlicher Natur in meine Persönlichkeit als Reitsportkommentator einfließen.

Was macht einen herausragenden Kommentator aus?

Eine sehr genaue Vorbereitung ist entscheidend, denn man muss eine Menge über die Reiter, die Pferde und den Sport wissen. Außerdem sollte man meiner Meinung nach nicht nur Kommentator sein, sondern vielmehr ein Entertainer, der seine Zuhörer auf unterhaltsame Weise informieren möchte. Es gibt einige Kommentatoren in diesem Sport, die sich mehr oder weniger gleich anhören und vielleicht sogar ein wenig langweilig sind. Obwohl das Springreiten eher eine Randsportart ist, wird es doch zunehmend beliebter und ist zudem unglaublich spannend. Meine Aufgabe als Kommentator lautet also, den Sport so spannend wie The X Factor klingen zu lassen.

Was würden Sie jemandem raten, der eine Karriere als Sportkommentator anstrebt?

Ich denke, Vorbereitung ist bei einer Karriere als Sportkommentator wirklich alles. Für eine einstündige Sendung sollte man sich etwa drei Stunden vorbereiten. Ich würde auch empfehlen, so viel unterschiedliche Erfahrung wie möglich zu sammeln. Bei meinen Anfängen im Radio habe ich enorm viel gelernt, denn ich saß vier Stunden am Tag, sechs Tage die Woche im Studio und sprach wortwörtlich mit mir selbst! Wenn also etwas Unvorhergesehenes im Parcours passiert und ich die Zeit füllen muss, ist das für mich kein Problem, denn ich kann pausenlos reden. Es kann auch hilfreich sein, sich möglichst viele verschiedene Turniere und andere Sportarten anzusehen. So kann man entscheiden, welche einem Spaß machen und was einem liegt, und anschließend seine eigene Persönlichkeit entsprechend aufbauen.

Wie lautet der beste Ratschlag, den Sie jemals erhalten haben?

Ich denke, auch der drehte sich um die Vorbereitung. Wenn man nicht gut vorbereitet ist, kann es sehr schnell passieren, dass man langweilig oder altbacken klingt. Außerdem muss man versuchen, immer frisch und aufgeweckt zu sein.

Welche Turniere kommentieren Sie am liebsten und warum?

Ich habe das Glück, bei vielen der besten Turniere der Welt mit dabei sein zu dürfen. Es gibt heute eigentlich keine Veranstaltungen, an denen ich einfach so teilnehme oder weil sie gut bezahlt werden. Letztendlich arbeite ich nur bei den Turnieren, die mir Spaß machen. In Spruce Meadows habe ich den Grundstein für meine Karriere in Nordamerika gelegt. Ich antwortete damals auf eine Werbeanzeige auf Facebook und schickte ein Demo meiner bisherigen Arbeit. Mittlerweile bin ich jetzt schon das siebte Jahr hier und es ist definitiv eine der Veranstaltungen, die ich am meisten genieße.

Neben meiner Arbeit bei Top-Events wie diesen arbeite ich auch gerne bei kleineren Turnieren zuhause in Großbritannien, weil es den Reitern dort sehr viel bedeutet – denn einen so hohen Standard beim Kommentar bekommen sie nicht sehr oft zu hören. Ich denke, sie wissen das noch mehr zu schätzen als zum Beispiel ein Kent Farrington oder Steve Guerdat.

Was macht Spruce Meadows für Sie so besonders?

Spruce Meadows ist  etwas ganz Besonderes und wer noch nicht hier war, der sollte das unbedingt nachholen und sich selbst davon überzeugen. Es gibt so viele Dinge, die den Zauber dieses Orts ausmachen. Die Turnierplätze sind wirklich eindrucksvoll, das Publikum hier in Spruce Meadows verbreitet eine elektrisierende Atmosphäre und alles hier ist makellos. Was mir bei meinem ersten Besuch in Spruce Meadows als Erstes auffiel, war die Liebe zum Detail. Da es sich um einen Familienbetrieb handelt und er so international ausgerichtet ist, zieht der Ort Menschen aus aller Welt an – nicht nur Reiter, sondern auch Zuschauer.

Außerdem finden hier hochkarätige Prüfungen wie der mit drei Millionen kanadischen Dollar dotierte CP 'International‘ presented by Rolex statt, der Teil des Rolex Grand Slam of Show Jumping ist. Zu den weiteren Highlights zählen das ATCO Electric Six Bar Springen und ein abendliches Unterhaltungsprogramm mit Orchester und Feuerwerk. Da können andere Veranstaltungen einfach nicht mithalten.

Welchen Beitrag hat der Rolex Grand Slam of Show Jumping Ihrer Meinung nach für den Sport geleistet?

Der Rolex Grand Slam of Show Jumping gewinnt jedes Jahr an Ansehen hinzu. Er zieht so viele der weltweit besten Reiter an, die mit einem Sieg bei einem der vier Majors des Rolex Grand Slam Geschichte schreiben möchten. Ich war hier, als Scott Brash als erster und bisher einziger Reiter den Rolex Grand Slam gewann, und er redet heute noch davon. Dabei ist es, so glaube ich, nicht so sehr der finanzielle Anreiz, der die Reiter antreibt, sondern vielmehr die Trophäe und der Titel. Grand Slams gibt es auch in vielen anderen Sportarten und ich denke, seinen eigenen Grand Slam zu haben, hat das Springreiten wirklich positiv verändert.

(Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Hinter der Stalltür mit:

Kaytlyn Brown

Welche Pferde hat Eric in diesem Jahr nach Spruce Meadows mitgebracht? Können Sie uns ein wenig über sie erzählen?

Eric hat Coco Bongo, Chacco Kid und Fine Lady mit dabei. Alle drei Pferde haben einen sehr unterschiedlichen Charakter.

Coco Bongo ist sehr entspannt, nichts scheint ihm wirklich etwas auszumachen. Er ist also sehr pflegeleicht und hat einen niedrigen Stresslevel – ich würde sagen, er ist ziemlich cool. Er lässt buchstäblich alles mit sich machen und ist wirklich leicht zu handhaben.

Chacco Kid ist das liebste Tier, das ich je gesehen habe – ich habe noch nie ein Pferd kennengelernt, das Menschen so gut versteht wie er. Er ist immer auf Aufmerksamkeit aus und hat immer etwas im Maul – er würde wirklich versuchen, alles zu fressen. Wenn Eric um ihn herum ist, geht sein Stresslevel nach oben und er wird recht unruhig, denn er will gefallen und weiß, dass Eric viel von ihm erwartet.

Fine Lady ist zweifellos die Komplizierteste unter den dreien. Sie ist unsere einzige Stute. Sie ist ein sehr sensibles Pferd: Alles stört sie, insbesondere Musik und Lärm – es macht sie verrückt. Wenn es laut ist und sie sich in der Box befindet, scharrt sie, wälzt sich und macht generell ein großes Trara. Aber sie ist mein absolutes Lieblingspferd und wirklich einzigartig – sie will es immer allen recht machen. Wenn ich sie mir anschaue, weiß ich, dass ich nie wieder eine Beziehung wie diese zu einem Pferd haben werde. Sie ist einfach unglaublich.

Wie war das vergangene Jahr für Sie? Welche Höhepunkte haben Sie erlebt?

Nach dem CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ 2018 legte Eric eine lange Pause ein, es war also nicht viel los bei uns. Mein absolutes Highlight war daher, ihn zurück im Parcours zu sehen – sein Talent ist wirklich beeindruckend. Das war nicht nur für mich der Höhepunkt, sondern auch für das gesamte Team. Es war sehr schwer für uns alle, als er aufgehört hatte, auf Turniere zu fahren. Nach allem, was passiert ist, zur Sommer-Turnierserie hier nach Spruce Meadows zu kommen und zwei Fünf-Sterne-Prüfungen in Folge zu gewinnen,  mehr hätten wir uns wirklich nicht wünschen können.

Haben Sie seit dem CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ 2018 neue Pferde im Torrey Pines Stable?

Wir sind ein Handelsstall, es kommen und gehen also immer viele Pferde. Zurzeit verfügen wir über mehrere vielversprechende Neulinge, die unserer Meinung nach Potenzial haben. Eric hofft, dass sie schon bald turnierbereit sein werden.

Spüren Sie als Pferdepflegerin zusätzlichen Druck, wenn Sie an einem Major des Rolex Grand Slam teilnehmen?

Ja, immer. In der Woche vor dem Turnier nimmt der Stresslevel auf dem Hof deutlich zu. Wir bereiten uns wirklich so gut wie möglich auf die Anreise vor und wir wissen, dass es eine lange und anstrengende Woche für Eric und die Pferde wird. Die Pferde werden aus Europa eingeflogen und müssen daher einen langen Flug überstehen. Wir möchten natürlich dafür sorgen, dass sie so bald wie möglich nach der Anreise wieder in Topform sind und ihr Bestes geben können. Klar ist es stressig – zum 'Masters' hierherzukommen ist nicht dasselbe wie zur Sommer-Turnierserie – und wir haben uns für das Ende dieser Woche ein klares Ziel gesteckt.

Wie viel Zeit verbringen Sie auf Reisen?

Wir sind im Jahr nur fünf Wochen für die Sommer-Turnierserie in Kanada. Dann geht es von Dezember bis April nach Florida in den USA und den Rest der Zeit verbringen wir in Europa. Es ist aufregender in Europa, weil man jede Woche an einem anderen Ort ist, und ich persönlich finde alle europäischen Veranstaltungsorte schön.

Eric und Fine Lady schafften es beim CP ‘International’ presented by Rolex im vergangenen Jahr auf Platz sieben. Können sie sich in diesem Jahr verbessern?

Ich würde es mir wünschen, denn Fine Lady ist derzeit gut in Form. Wir alle setzen große Hoffnungen in sie, aber ich persönlich glaube, dass sie eine gute Leistung zeigen wird. Nicht, dass vergangenes Jahr ein schlechtes Ergebnis war, aber ich denke, sie und Eric können sich gegenüber dem Vorjahr noch verbessern.

Kanada hat sich für Tokio 2020 qualifiziert. Wie bereiten Sie und das Team sich auf die Olympischen Sommerspiele im nächsten Jahr vor?

Es ist noch eine Weile bis Tokio 2020 und es ist ein langer Prozess. Aber wir machen uns langsam Gedanken darüber, welche der Pferde das Potenzial für die Olympischen Spiele haben und an welcher Art von Prüfungen sie teilnehmen müssen, um sicherzustellen, dass sie bereit dafür sind. Wir müssen zudem überlegen, zu welcher Tageszeit wir sie springen lassen und ob sie an mehr Abend-Prüfungen teilnehmen sollten. Auch das Wetter gilt es zu berücksichtigen, denn Tokio könnte sehr heiß werden.

Beezie Madden (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Beezie Madden (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Beim Tourmaline Oil Cup traten am Freitagabend 28 Pferd- und Reiterpaare im legendären International Ring von Spruce Meadows gegeneinander an. Die technisch anspruchsvolle Prüfung des venezolanischen Parcourschefs Leopoldo Palacios mit 16 Hindernissen erwies sich als echte Herausforderung. Nur sechs Teilnehmer sprangen die erste Runde fehlerfrei und gelangten ins Stechen mit acht Hindernissen, darunter Beezie Madden, Martin Fuchs, Mario Deslauriers, Max Kühner, Daniel Bluman und Kevin Staut.

Beezie Madden, ie aktuelle Nummer sechs der Weltrangliste und zweifache Goldmedaillengewinnerin im olympischen Teamspringen, und ihr außerordentlich begabter elfjähriger Fuchshengst Darry Lou zeigten eine eindrucksvolle Leistung im Stechen. Mit einer fehlerfreien Runde und einer unschlagbaren Zeit von nur 42,81 Sekunden ließen sie der Konkurrenz keine Chance. Das Paar – eines der klaren Publikumslieblinge der begeisterten Zuschauer in Calgary – absolvierte den Parcours mehr als zwei Sekunden schneller als der Zweitplatzierte, der Österreicher Max Kühner auf seinem elfjährigen Hengst Alfa Jordan, während die aktuelle Nummer zwei der Weltrangliste, der Schweizer Martin Fuchs, auf seinem zehnjährigen Schimmelwallach Silver Shine auf den dritten Platz sprang.

Das kundige Publikum in Spruce Meadows darf sich nun auf den BMO Nationenpreis am Samstag freuen, bei dem mit Belgien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Mexiko, den Niederlanden, Schweden und den USA zehn Länder gegeneinander antreten werden. Am Sonntag folgt dann mit dem CP ‘International’ presented by Rolex der Höhepunkt des diesjährigen CSIO Spruce Meadows ‘Masters’, bei dem einige der besten Reiter und Pferde der Welt um den Sieg im dritten Major des Rolex Grand Slam of Show Jumping wetteifern werden.

Leopoldo Palacios (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Leopoldo Palacios (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Parcoursbegehung mit:

Leopoldo Palacios

Haben Sie sich für den Parcours am Sonntag einige besonders schwierige Hindernisse ausgedacht?

Ich versuche in der Regel, alle Hindernisse mit demselben Schwierigkeitsgrad zu gestalten. Der Anfang wird anspruchsvoll, aber nicht allzu tough sein. In der ersten Runde gibt es eine dreifache Kombination mit trockenem Graben, der eine Herausforderung für die Teilnehmer darstellen dürfte. Auf den Wassergraben folgt zudem ein Doppelrick, das ebenfalls nicht einfach zu meistern sein wird. In der zweiten Runde dürfte dann ein doppelter Liverpool die Reiter auf die Probe stellen.

Ich habe gehört, dass es am Sonntag etwas Regen geben könnte. Wie ich aber in meinen 25 Jahren als Parcourschef hier in Calgary gelernt habe, kann sich diese Prognose in fünf Minuten wieder ändern. Ich kenne diesen Turnierplatz in- und auswendig. Wenn es also schlechtes Wetter gibt, weiß ich genau, welche Bereiche des Parcours gut oder schlecht sind, und kann ihn entsprechend anpassen, damit die Hindernisse ideal positioniert sind.

Wie viele fehlerfreie Runden erwarten Sie?

Nicht mehr als drei und nicht weniger als eine!

Welchen Pferd- und Reiterpaaren wird der Parcours Ihrer Meinung nach besonders zusagen?

Ich denke, der Parcours kommt den kleineren athletischen Pferden gleichermaßen entgegen wie den größeren Pferden mit viel Kraft. Ich habe versucht, beiden Pferdetypen dieselben Chancen einzuräumen.

Wer wird Ihrer Meinung nach den CP ‘International’ presented by Rolex gewinnen?

Das ist eine sehr schwierige Frage. Beim CP ‘International’ presented by Rolex treten am Sonntag fünf der aktuellen Top Ten der Springreiter an. Es ist also fast unmöglich, vorherzusagen, welcher Reiter gewinnen wird. Sameh El Dahan war im vergangenen Jahr erfolgreich und zeigt in Spruce Meadows immer gute Leistungen, vielleicht hat er also eine Chance. Die Turnieranlage wirkt häufig etwas einschüchternd auf die Pferde und Reiter, vor allem wenn die Tribünen vollgepackt mit fahnenschwenkenden Zuschauern sind. Die Pferde brauchen also Erfahrung und diejenigen, die bereits hier angetreten sind und gut abgeschnitten haben, haben daher eine bessere Chance.

Wie sind Sie zum Parcoursdesign gekommen?

Ursprünglich ritt ich in Venezuela auf nationalen Turnieren. Ich stamme aus einer Reiterfamilie – mein älteren und jüngeren Brüder und auch mein Vater ritten. Eigentlich war aber nur mein älterer Bruder als Profi-Reiter unterwegs, wir waren lediglich Amateure. Heute reitet allerdings keiner in meiner Familie mehr! Da sich die Situation in Venezuela jedoch verschlechterte und das Springreiten ein recht teurer Sport ist, entschied ich, einer Karriere im Parcoursdesign nachzugehen. Mir hat es schon immer Spaß gemacht, kreativ zu sein und Designs zu entwerfen. Man könnte also sagen, ich bin ein frustrierter Architekt. Zunächst entwarf ich Parcours auf der ganzen Welt, ohne dafür Geld zu verlangen. Irgendwann wurde es aber zu viel und ich fing an, Verluste zu machen. Da wurde mir bewusst, dass ich für mein Know-how Geld nehmen musste, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Also machte ich das Parcoursdesign zum Beruf. Ich erinnere mich, dass ich in einem Jahr an 42 Turnieren auf der ganzen Welt arbeitete und dazwischen nur zehn Wochen Pause hatte – ich lebte praktisch aus meinem Koffer. Auch heute arbeite ich noch bei einer Vielzahl von Turnieren, aber ein großer Teil meiner Rolle besteht mittlerweile darin, das Design zu überwachen und die Organisationskomitees zu beraten.

Was sind die größten Herausforderungen für Sie?

Eine ständige Herausforderung für Parcourschefs liegt darin, genug Material zur Verfügung zu haben. Allerdings können sich meine Assistenten und ich hier in Spruce Meadows auf eine wirklich hervorragende Kollektion mit einer Vielzahl unterschiedlicher Hindernisse verlassen. Von allen Turnieren, bei denen ich je gearbeitet habe, hat Spruce Meadows eine der komplettesten und vielfältigsten Hindernissammlungen überhaupt. Sie haben sogar Sprünge von den vergangenen Olympischen Spielen, Europameisterschaften und Pan-Amerikanischen Spielen.

Meine Herausforderung hier in Spruce Meadows besteht also insbesondere darin, den Parcours für den CP ‘International’ presented by Rolex am Sonntag groß und breit zu gestalten und damit den Maßstab für das ganze Jahr zu setzen. Was das Ganze für mich jedoch bedeutend einfacher macht, ist mein erstklassiges Team an Assistenten. Sie arbeiten schon sehr lange mit mir zusammen und wissen, was mir gefällt. Ihre Unterstützung ist wirklich von unschätzbarem Wert.

Vanessa Mannix (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Vanessa Mannix (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Reiter-Interview mit:

Vanessa Mannix

Sie sind in Calgary aufgewachsen. Haben Sie schon immer davon geträumt, hier in Spruce Meadows anzutreten?

Ja, es ist wirklich eine Ehre, hier bei den 'Masters' mit dabei zu sein und mein Land diese Woche als einer der fünf kanadischen Reiter vertreten zu dürfen. Calgary ist meine Heimatstadt und Spruce Meadows damit mein Heimatturnier. Ich freue mich also sehr, diese Woche Teil dieser bedeutenden Veranstaltung zu sein.

Ihr Vater und Ihre Brüder sind bekannte Polo-Spieler und auch ihre Mutter ist leidenschaftliche Reiterin. Haben Sie jemals eine Karriere abseits des Pferdesports in Erwägung gezogen?

Ich habe schon immer mit dem Gedanken gespielt, in das Familiengeschäft einzusteigen, und das würde ich auch in Zukunft nicht ausschließen. Ich habe in der Vergangenheit bereits zwischen meinen Turnieren dort ausgeholfen. Meine Karriere im Reitsport läuft jedoch gerade so gut, dass es schwierig ist, sich auf etwas anderes als das nächste Turnier und die nächste Saison zu konzentrieren. Gerade angesichts der Ziele, die ich mir aktuell für meine Pferde gesteckt habe.

Die Atmosphäre in Spruce Meadows zählt zu den besten der Welt. Wie fühlt es sich an, hier vor heimischem Puklikum zu springen?

Es ist etwas ganz Besonderes. Zunächst einmal sind natürlich viele Leute im Publikum, die ich kenne, einschließlich Freunde und Familie. Zum anderen kennen sich die Zuschauer hier in Calgary mit dem Springreiten sehr gut aus. Einige sind bereits seit Jahrzehnten jedes Jahr in Spruce Meadows mit dabei. Sie verstehen den Sport also entsprechend gut und wissen ihn wirklich zu schätzen. Eine erstklassige Runde vor einem solch leidenschaftlichen Publikum zu absolvieren ist  ein viel außergewöhnlicheres Gefühl als es vor einer leeren Tribüne zu tun.

Mit welchen Pferden treten Sie diese Woche an? Können Sie uns ein wenig über sie erzählen?

Ich habe diese Woche zwei Pferde für die Fünf-Sterne-Tour mit, die beide zehn Jahre alt sind – meine Stute Catinka und einen Wallach namens Valentino. Ich reite beide Pferde bereits seit einer Weile: Catinka bekam ich als Siebenjährige und Valentino, als er gerade acht wurde. Beide sind wunderbare und sehr athletische Pferde, mit unglaublich großen Herzen.

Catinka ist eine echte Diva. Man könnte sich auf dem Trainingsplatz glatt mit ihr überwerfen. Aber auf dem Turnierplatz ist sie eine echte Löwin. Sie ist nicht sehr groß, aber sie steckt alles in ihren Sprung und hat eine hervorragende Technik. Für ihre Statur ist sie ein echter Überflieger, denn obwohl sie recht klein ist, hat man das Gefühl, auf einem Riesen zu sitzen.

Valentino ist wirklich lieb. Er ist eigentlich ziemlich frech, im Parcours ist er aber sehr loyal und talentiert, und es ist toll, diese Woche ein so unglaubliches zweites Pferd zur Verfügung zu haben.

Was würden Sie jemandem raten, der eine Karriere als professioneller Reiter anstrebt?

Für eine Karriere im Pferdesport muss man wirklich überlegen, wie viel einem die Pferde bedeuten. Wenn man nur auf den Lebensstil oder den Glanz und Glamour eines Lebens als Profisportler aus ist, sollte man sich etwas anderes aussuchen, denn das ist weit von der Realität entfernt. Letztendlich muss man eine Leidenschaft für Pferde, das Reiten und das Wohl der Tiere haben. All das muss einem wirklich am Herzen liegen, wenn man sich für den Reitsport entscheidet, denn alles andere geht irgendwann zu Ende.

Wie lautet der beste Ratschlag, den Sie jemals erhalten haben?

Behalte die Beine am Pferd!

Wer hat Sie am meisten inspiriert? Haben Sie ein Idol im Springreiten?

Es gibt ein paar Reiter, die ich wirklich bewundere. Da wäre zum einen Beezie Madden und zum anderen Laura Kraut. Sie sind meiner Meinung nach nicht nur zwei der erfolgreichsten Frauen in unserem Sport, sondern gehören zweifellos zu den besten Reitern der Welt, ganz ehrlich. Beide haben bewiesen, dass man in diesem Sport ganz oben an der Spitze mitreiten kann, unabhängig vom eigenen Hintergrund. Was ich auch gut finde ist, dass Männer und Frauen in unserem Sport ebenbürtig gegeneinander antreten. Die beiden sind also zwei meiner Vorbilder, die Frauen wirklich zeigen, dass sie es bis nach ganz oben schaffen können.

Welches Ziel haben Sie sich für dieses Jahr gesteckt?

Mein Ziel für dieses Jahr lautet, weiterhin hervorragende Ergebnisse bei den Großen Preisen zu erzielen. Ich möchte Anfang des nächsten Jahres gerne wieder für Kanada antreten. Wenn ich bei den 1,60-Meter-Springen in dieser Woche einige gute Ergebnisse erzielen kann, dürfte das zeigen, dass ich das Zeug dazu habe, Teil des kanadischen Teams zu sein und nächstes Jahr an den olympischen Sommerspielen teilzunehmen.

Wie hat der Rolex Grand Slam of Show Jumping den Sport aufgewertet?

Der Rolex Grand Slam of Show Jumping hat den Sport noch mehr ins Rampenlicht gerückt, sodass sich die Majors über noch mehr Aufmerksamkeit bei den Zuschauern und der Öffentlichkeit freuen können.

Wovon träumen Sie im Springreiten?

Mein Traum ist es, beim CP ‘International’ presented by Rolex hier in Spruce Meadows als eine der zwölf besten Reitern abzuschneiden.

Eric Lamaze (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Eric Lamaze (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Fünfzig Pferd- und Reiterpaare stellten sich im Rahmen des CANA Cup am Donnerstagnachmittag der vom venezolanischen Parcoursdesigner Leopoldo Palacios gestellten Herausforderung des 1,60-Meter-Springens. Von den 50 Teilnehmern schafften es 14 Reiter ins Stechen, das ausacht Hindernissen bestand. Der kanadische Publikumsliebling Eric Lamaze ließ die Konkurrenz auf seinem dreizehnjährigen Wallach Chacco Kid weit hinter sich und konnte sich mit sichtlicher Begeisterung den Sieg sichern. Somit verwies das Paar den Australier Rowan Willis auf Diablo VII auf den zweiten und den Franzosen Kevin Staut auf Urhelia Lutterbach auf den dritten Platz.

Zu seinem Sieg bemerkte Lamaze: „Es ist sehr schwierig, anspruchsvolle Prüfungen wie diese zu gewinnen, wenn man als erster ins Stechen geht. Chacco Kid war heute sehr schnell. Er hat nicht gerade den größten Galoppsprung, aber wenn ich ein bisschen Anlauf zum Sprung habe, kann er Tempo aufbauen und springt dementsprechend vorsichtig. Das war mein Vorteil heute.“

„Chacco Kid ist sehr vorsichtig. Ich muss manchmal besonders auf die hintere Stange beim Oxer achten, denn er ist so vorsichtig, dass er enorm viel Abstand zur vorderen Stange hält und das Hindernis so noch breiter für ihn macht. Normalerweise kann ich aber bei einem Sprung wirklich Tempo machen in dem Wissen, dass er das Hindernis genau im Auge und alles im Griff hat.“

„Das hier ist ein ganz besonderer Veranstaltungsort für mich, das war schon in jungen Jahren so. Ich verbinde großartige Erinnerungen mit Spruce Meadows. Man wird einfach nicht müde, das Tosen des Publikums zu hören, wenn man unter dem Uhrenturm hindurch einreitet. Ich denke, das holt das Beste aus einem heraus, nicht nur bei mir. Denn das Letzte was man will, ist, all die jubelnden Zuschauer zu enttäuschen.“

Linda Southern-Heathcott (Photo: Spruce Meadows Media) Linda Southern-Heathcott (Photo: Spruce Meadows Media)

Auf ein Wort mit den Veranstaltern:

Linda Southern-Heathcott, Präsidentin des Organisationskommitees von Spruce Meadows

Das CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ gilt als eine der besten Reitsportveranstaltungen der Welt. Wie schaffen Sie es, sich jedes Jahr etwas Neues auszudenken, um das Event noch besser zu machen?

 

Erst einmal hoffen wir auf gutes Wetter! Was uns in der Vergangenheit wirklich geholfen hat, sind die vier Stakeholder von Spruce Meadows: unsere Sponsoren, unsere Fans, unsere Medien und unsere Athleten. Wir versuchen immer, den besonderen Bedürfnissen dieser vier Gruppen nachzukommen und auf ein oder zwei konzentrieren wir uns jedes Jahr besonders, um ihre individuelle Erfahrungen zu verbessern.Das kann das Fan-Erlebnis sein, also welche Aktivitäten wir abseits der erstklassigen Reitsportwettbewerbe anbieten, oder die Wünsche der Athleten, also Dinge wie das Preisgeld oder die Reitböden und Stallanlagen. Mit dieser Strategie waren wir bisher sehr erfolgreich.

Wie hat sich die Veranstaltung verändert, seitdem das CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ Teil des Rolex Grand Slam of Show Jumping ist?

Seitdem wir zum Rolex Grand Slam gehören, haben wir unsere Kompetenzen kontinuierlich ausgebaut. Wir haben von den besten Veranstaltungsorten der Welt gelernt und unsere Abläufe entsprechend optimiert. Beispielsweise müssen wir die beste Vorgehensweise und Protokolle für den Fall festlegen, dass sich ein Pferd oder Reiter verletzt. Das sind sehr wichtige Details, die wir uns genau überlegen und die wir richtig machen müssen. Das sieht man zum Beispiel beim Kentucky Derby und anderen großen internationalen Reitsportveranstaltungen. Als Teil des Rolex Grand Slam liegt die Messlatte für uns alle nun deutlich höher.

Die Hallenturniere haben den Vorteil, dass sich die Organisatoren keine Sorgen über das Wetter machen müssen und auch das Einreiten der Teilnehmer in die Arena ist bei diesen Events sehr beeindruckend. Die Anlage in Spruce Meadows erstreckt sich über mehr als 200 Hektar, also stellt sich die Frage, wie wir einen starken Auftritt für unsere Fans sicherstellen können. Wir nehmen also ständig Anpassungen vor und überlegen uns neue Ideen, um diesen Teil der Erfahrung zu verbessern. Aber ich denke, wir haben eine wundervolle Lernkurve durchlaufen und wissen heute, dass wir uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen dürfen.

Wir lernen übrigens nicht nur vom Pferdesport, sondern sehen uns auch andere erfolgreiche Sportarten wie Football, Tennis, Golf oder Formel 1 an. Wir fragen uns, wie sie es das alles machen und warum sie zu den Besten gehören. Wir lassen uns also inspirieren, um unser Turnier ständig zu verbessern.

Wie sehen die größten Herausforderungen bei der Organisation eines Events wie dem CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ aus?

In gewisser Weise vergleiche ich das Springreiten häufig mit Golf. Der Golfsport verfügt über den Golfverband R&A, der seinen Sitz in Großbritannien hat. Ein Großteil der Golfturniere wird jedoch von der PGA in Nordamerika veranstaltet. Beim Springreiten finden dagegen die meisten Turniere in Europa statt, sodass Spruce Meadows eher als Nebenveranstaltung gesehen wird. Uns stellen sich also geografische Herausforderungen, denn wir müssen Flugzeuge chartern, um die Pferde von Europa nach Nordamerika zu fliegen. Calgary war noch nie einfach zu erreichen und erfordert eine lange Anreise.

Die Unterstützung unserer Sponsoren und die von ihnen bereitgestellten Preisgelder sind für den Erfolg von Spruce Meadows also entscheidend. Wir müssen den Sportlern einen überzeugenden Anreiz liefern, bei unserem Turnier antreten zu wollen. Im Vergleich zu anderen weltweiten Turnieren erwartet die Teilnehmer zudem eine etwas andere Erfahrung, denn es handelt sich hier um einen Familienbetrieb. Die Stimmung ist sehr vertraut, denn die Familie begrüßt jeden Teilnehmer persönlich und ist auch sonst sehr involviert, packt quasi direkt mit an. Die Logistik und die veränderten Reisebedingungen waren sicherlich eine unserer größten Herausforderungen, insbesondere seit dem 11. September, da sehr strenge Einreisebestimmungen erlassen wurden. Die Pferdepfleger sind viel unterwegs und man muss die Bewegungen der vergangenen zehn Jahre angeben, um nach Kanada einreisen zu dürfen. Die Welt verändert sich also und wirft ständig neue Herausforderungen für uns auf.

Was hat Sie während Ihrer Arbeit für Spruce Meadows am meisten mit Stolz erfüllt?

Der stolzeste Moment meiner Karriere war, als ich bei den Olympischen Sommerspielen 1996 in Atlanta für Kanada antreten durfte. Mein größter Erfolg war allerdings, dass ich es als Athletin geschafft habe, mental über all den Herausforderungen zu stehen, die Spruce Meadows zu bewältigen hatte, und auf heimischem Boden an den Wettbewerben teilnehmen zu können. Das hat mich sicher etwas tougher gemacht und für mich selbst war das daher der größte Erfolg.

Der beste Rat, den ich jemals erhielt, stammte von meiner Mutter und meinem Vater. Mein Vater sagte immer, dass jeder Erfolge und Niederlagen hat. Man hat eine Nacht, sich über seine Niederlage zu ärgern, und eine Nacht, um seinen Erfolg zu feiern. Und wenn die Sonne aufgeht, fängt man wieder von vorne an. Die Moral dieser Geschichte ist also, niemals aufzugeben. Meine Mutter brachte mir bei, was auch immer ich tue, mit Würde und Anmut zu tun.

Welcher Aspekt Ihrer Arbeit gefällt Ihnen am besten?

Ich finde es toll, so viele Leute kennenzulernen. Mein Vater nahm sich zum Ende hin nie die Zeit, Spruce Meadows einfach zu genießen. Für mich ist Spruce Meadows ein wirklich wunderschöner und idyllischer Ort und ich spaziere fast jeden Tag über die Anlage und genieße es, hier zu sein. Ich bin wirklich beeindruckt von dem, was mein Team auf die Beine gestellt hat. Und man spürt sofort, dass die Mitarbeiter ihre Arbeit gerne machen – das macht meine Rolle darin zu etwas Besonderem.

Das CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ ist eines der vier Majors des Rolex Grand Slam of Show Jumping – verspüren Sie deswegen zusätzlichen Druck, eine herausragende Veranstaltung aufzuziehen?

Ja natürlich ist der Druck dadurch etwas größer. Schließlich wollen wir unser Bestes geben und noch einen Schritt weiter gehen, um die Erwartungen zu übertreffen. Wir müssen also auf jedes noch so kleine Detail achten und Wert auf eine genaue Ausführung legen. Aber Druck hat auch seine gute Seite: Er motiviert uns und ich sehe ihn daher nicht als Last, sondern als Herausforderung. Letztendlich ist es doch so: Wenn wir uns am Sonntag über volle Tribünen freuen können, war die Veranstaltung ein Erfolg.

Sameh El Dahan (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Sameh El Dahan (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Reiter-Interview:

Sameh El Dahan

Reiter-Interview: Sameh El Dahan

Sie konnten sich im vergangenen Jahr den Sieg im CP ‘International’ presented by Rolex sichern. Spüren Sie zusätzlichen Druck, wenn Sie am Sonntag erneut bei diesem Major antreten?

Der Druck ist bei jedem Großen Preis da, aber er nimmt natürlich zu, je mehr auf dem Spiel steht. Mir persönlich macht das aber nichts aus – gerade wenn man ein Pferd wie Zorro unter sich hat. Ich weiß, dass sie jedes Mal ihr Bestes geben wird, und das macht das Ganze etwas einfacher. Ich bin meiner Stute sehr dankbar, dass ich diese großen Grand Prix ohne Druck und in dem Wissen angehen kann, einfach nur meinen Job machen zu müssen.

Was erwarten Sie sich vom CP ‘International’ presented by Rolex am Sonntag?

Ich habe immer hohe Erwartungen, doch im Springreiten gibt es leider keine Garantien. Aber ich liebe meine Arbeit und ich liebe mein Pferd, eines ist also sicher – wir werden beim CP ‘International’ presented by Rolex am Sonntag alles geben.

Wie ist es Ihrer Stute Zorro seit Ihrem eindrucksvollen Sieg beim CP ‘International’ presented by Rolex im vergangenen Jahr ergangen?

Wir hatten in diesem Jahr unsere Höhen und Tiefen. Für Zorro war die Wintersaison etwas schwierig. Sie ist eine Stute, die Wärme und Sonne bevorzugt, daher ist sie nicht besonders gut durch den Winter gekommen. Seit gut einem Monat ist sie jedoch wieder besser in Form. Sie zeigte gute Leistungen beim Rolex Grand Prix des CHIO Aachen und ich freue mich wirklich auf Sonntag, denn das Timing dürfte perfekt sein, um sie wieder in Topform zu sehen. Ich will es nicht beschwören, aber ich habe ein gutes Gefühl für Sonntag!

Können Sie uns etwas mehr über Zorros Charakter erzählen?

Zorro ist sehr stur und ich nenne sie daher immer meinen eigensinnigen Rotfuchs. Sie ist sehr temperamentvoll, man muss sich also ein bisschen bei ihr einschmeicheln, sonst hat man keine Chance. Aber ich kenne sie jetzt schon seit acht Jahren und sie ist ein bisschen wie meine beste Freundin – ich weiß alles über sie, ebenso wie sie alles über mich weiß. Und eines weiß ich ganz genau: Ich kann nicht gegen sie arbeiten, sondern muss sie auf meine Seite bringen. Sie ist eine echte Kämpfernatur und zeigt für mich immer diesen Kampfgeist. Dafür bin ich sehr dankbar.

Welche Pferde haben Sie außer Zorro noch zum Turnier in Spruce Meadows mitgebracht?

Ich habe einen zehnjährigen Wallach namens WKD Exotic mit, ein wirklich sehr schönes Pferd. Ich reite ihn noch nicht sehr lange, noch nicht einmal ein Jahr, und ich versuche noch, ihn richtig kennenzulernen. Er hat bereits tolle Leistungen gezeigt und ich freue mich darauf, den Rest der Woche mit ihm zu arbeiten.

Was motiviert Sie und treibt Sie an?

Ich liebe einfach meine Arbeit und schätze mich jeden Tag glücklich, denn für mich sind meine Pferde der Grund, warum ich jeden Morgen aufstehe. Pferde sind wie Menschen und man muss sie wie Individuen behandeln. Das hält den Geist ständig auf Trab und das gefällt mir. Herauszufinden, was für jedes einzelne Pferd das Beste ist, ist eine echte Herausforderung. Ich verstehe mich wirklich gut mit meiner Teamkollegin, Joanne Sloan Allen. Wir probieren Ideen aneinander aus und das motiviert mich. Ich bin sehr ehrgeizig und versuche, jede Prüfung, an der ich teilnehme, zu gewinnen. Aber im Springreiten verliert man mehr, als man gewinnt, sodass man einen Sieg wirklich zu schätzen weiß. Mein Erfolg in Spruce Meadows im vergangenen Jahr ist ein Moment, den ich nie vergessen werde. Wenn ich also einmal etwas unmotiviert bin, denke ich zurück an diesen Sieg und meine Laune bessert sich sofort. Das Springreiten ist ein sehr interessanter Sport und auch eine Lebensart, deswegen liebe ich es so sehr.

Was gefällt Ihnen am besten an Spruce Meadows?

Alle Mitarbeiter vor Ort gehen ihrer Arbeit mit sehr viel Stolz nach. Das reicht von den Organisatoren über die Mitarbeiter auf dem Gelände bis hin zur Atmosphäre und den Zuschauern. Wenn ich hier bin, habe ich das Gefühl, für ein gutes Ergebnis etwas mehr geben zu müssen, denn alle hier sind mit so viel Leidenschaft dabei. Ich liebe einfach diesen Ort – für mich ist es ein echtes Disneyland für Pferde. Es ist für alles gesorgt, von den erstklassigen Stallanlagen bis hin zu den zahlreichen Weiden. Die Organisatoren von Spruce Meadows sind ihrer Tradition über Generationen hinweg treu geblieben, was angesichts der Modernisierung des Sports heute gar nicht so einfach ist. Sie haben eine klare Vision, die sie über die Jahre stets aufrecht erhalten haben – das ist wirklich beeindruckend.

Welchem Beruf würden Sie nachgehen, wenn Sie nicht im Reitsport tätig wären?

Ich habe Medizin studiert, also würde ich wahrscheinlich als Arzt arbeiten!

Hat der Rolex Grand Slam of Show Jumping Ihrer Meinung nach den Sport aufgewertet?

Ja, der Reitsport ist besser als je zuvor. Man muss sich nur die Teilnehmerliste dieser Veranstaltung ansehen, bei der die besten Reiter und Pferde der Welt antreten. Es wurde sehr viel Geld in die Majors investiert und der Bekanntheitsgrad jedes einzelnen enorm gestärkt. Für mich geht es aber nicht um das Geld oder die materielle Seite. Es ist eine Ehre, an einem der vier großen Majors der Welt teilzunehmen, sei es in Genf, Aachen, Spruce Meadows oder bei den The Dutch Masters, die allesamt von Rolex gesponsert werden. Wenn man an einem Grand Prix teilnimmt, möchte man gewinnen, egal ob es um drei Millionen, eine Million oder eine halbe Million Euro geht. Das wäre auch ohne Preisgeld nicht anders. Denn mit einem Sieg schreibt man als Reiter Geschichte und reiht sich unter den größten Namen des Sports wie Nick Skelton, Eric Lamaze, Eddie Macken und anderen Reitsportlegenden ein. Es ist für jeden ein absoluter Traum und ich habe das große Glück, dass ich, ein junger Reiter aus Ägypten, heute hier stehen und das sagen kann.

Steve Guerdat (Photo: Rolex / Ashley Neuhof) Steve Guerdat (Photo: Rolex / Ashley Neuhof)

In diesem September zieht das dritte Major des Rolex Grand Slam of Show Jumping wieder die Aufmerksamkeit von Springreitfans aus aller Welt auf sich, wenn der CP ‘International’ presented by Rolex beim CSIO Spruce Meadows 'Masters' in Calgary stattfindet. Vom 4. bis 8. September 2019 treffen vor der malerischen Kulisse der kanadischen Rocky Mountains wieder die weltbesten Reiter und Pferde aufeinander, um sich an sieben Tagen miteinander zu messen und ihr sportliches Können unter Beweis zu stellen. Das Event zieht jedes Jahr rund 100.000 Zuschauer an und gilt als eine der führenden Reitsportveranstaltungen Nordamerikas. Rolex unterstützt das Turnier bereits seit 1989 als stolzer Sponsor.

Rolex Grand Slam of Show Jumping: Ein Blick auf die Reiter

Der CP ‘International’ presented by Rolex wird die Topstars des Reitsports aus aller Welt willkommen heißen, die nach dem begehrtesten Preis im Springreiten streben. Pünktlich zum Start des dritten Majors des Jahres haben sich einige  Reiter durch konstante Spitzenleistung hervorgetan und dürften sich hohe Chancen auf einen Sieg im CSIO Spruce Meadows 'Masters' ausrechnen.

So holte sich etwa Rolex-Markenbotschafter Kent Farrington, aktueller Anwärter auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping, in diesen Sommer den Großen Preis beim CHIO Aachen. Auf seinem Top-Pferd Gazelle setzte er sich im Stechen gegen sieben Konkurrenten durch. 40.000 Zuschauer verfolgten das Turnier im Hauptstadion des CHIO Aachen und sahen zu, wie das unaufhaltsame Paar den Parcours in berauschendem Tempo absolvierte und fehlerfrei in nur 43,98 Sekunden meisterte.  Der US-Amerikaner gilt als einer der schnellsten Reiter der Welt und hat immer wieder aufs Neue bewiesen, dass er in der Lage ist, den Großen Preis beim nächsten Major nach Hause zu holen.

Großbritanniens Top-Springtalent und Rolex-Markenbotschafter Scott Brash ist in dieser Saison ebenfalls in Bestform. Das britische Team konnte sich in diesem Jahr beim Nationenpreis im irischen Dublin durchsetzen, bei dem Brash auf Hello Jefferson, in Besitz von Lady Harris und Lady Kirkham, zwei perfekte Null-Fehler-Runden sprang. Als bisher einziger Gewinner des Rolex Grand Slam of Show Jumping hat der junge Schotte einen weiteren Sieg in diesem Jahr in Calgary fest im Blick.

Rolex-Markenbotschafter und Schweizer Legende Steve Guerdat ist weiterhin Nummer eins der Springreiter-Weltrangliste und hat sich diese Spitzenposition nun den achten Monat in Folge gesichert. Guerdat verpasste auf Venard de Cerisy nur knapp den Sieg im Großen Preis beim Nationenpreis-Turnier in Irland und landete mit seinem Pferd auf Platz sechs. Mit Albführens Bianca schaffte es der Schweizer zudem unter die Top Ten des Rolex Grand Prix beim CHIO Aachen und hat damit beste Voraussetzungen, sich seinen ersten Majorsieg des Jahres 2019 zu sichern.

Henrik von Eckermann, der vorherige Anwärter auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping, hat ebenfalls eine vielversprechende Leistung gezeigt und zählt in dieser Saison zweifellos zu den Publikumslieblingen. Auf seiner fantastischen Stute Toveks Mary Lou absolvierte der Schwede im Mercedes-Benz Nationenpreis des CHIO Aachen zwei fehlerfreie Runden für sein Land, das letztendlich als Sieger hervorging.. Auch von Eckermann dürfte sich also große Chancen auf einen weiteren Majorsieg in diesem Jahr ausrechnen.  

Kent Farrington (Photo: Rolex / Ashley Neuhof) Kent Farrington (Photo: Rolex / Ashley Neuhof)

Interview Mit Kent Farrington

Gewinner des Rolex Grand Prix CHIO Aachen 2019

Können Sie uns ein bisschen von der Zeit nach dem CHIO Aachen erzählen? Wie ist es Ihnen seit Ihrem Majorsieg ergangen?

Der Rolex Grand Prix des CHIO Aachen ist der größte Große Preis in unserem Sport und natürlich träumt jeder Springreiter davon, ihn einmal in seiner Karriere zu gewinnen. Nach meiner Verletzung im vergangenen Jahr zurückzukommen und den Rolex Grand Prix beim CHIO Aachen zu gewinnen, hat mir also einen echten Selbstvertrauensschub gegeben. Ich fühle mich wirklich wieder in Bestform und es war aus mehreren Gründen ein sehr emotionaler Sieg für mich.

Sie haben nun zwei Rolex Grand Slam Majors gewonnen, beim CHI Genf und beim CHIO Aachen. Glauben Sie, sich ebenfalls beim CSIO Spruce Meadows 'Masters' und beim The Dutch Masters durchsetzen und damit den Rolex Grand Slam im Springreiten gewinnen zu können?

Natürlich glaube ich daran. Ob es auch passieren wird, ist eine andere Sache ... Aber ich werde mein Bestes geben und mich nun auf die nächste Aufgabe konzentrieren. Denn so funktioniert mein Kopf: Wenn ich mit etwas fertig bin, gehe ich sofort die nächste Sache an – in diesem Fall also das CSIO Spruce Meadows 'Masters'. Ich stecke all meine Energie in die Vorbereitung. Hoffentlich werden wir beim Turnier in Topform sein und die Sache durchziehen.

Sie sind der aktuelle Anwärter auf den Rolex Grand Slam. Hat sich Ihr Trainingsplan im Vorfeld des CSIO Spruce Meadows 'Masters' geändert?

Nein, unser Trainingsplan ist zum Großteil derselbe geblieben. Ich versuche, das Programm mit meinen Top-Pferd Gazelle nicht zu sehr zu verändern, um ihr Selbstbewusstsein nicht zu gefährden. Sie ist ein sehr vorsichtiges Pferd und für ihren Erfolg bei diesen anspruchsvollen Runden ist es wichtig, dass sie vor dem Turnier besonders selbstsicher ist. Ich nehme also in der Regel im Vorfeld eines großen Turniers wie dem CSIO Spruce Meadows 'Masters'  an kleineren Trainingsturnieren teil und absolviere mit ihr eher kleinere Springen. Der Plan ist, so weiter zu machen wie bisher und zu hoffen, dass am Ende alles aufgeht.

Sie haben bereits mehrmals einen Fünf-Sterne-Grand-Prix bei der Sommer-Turnierserie in Spruce Meadows gewonnen, aber noch nie den Großen Preis des 'Masters'. Spüren Sie zusätzlichen Druck, jetzt dort gewinnen zu müssen?

Wie alle wissen, mache ich mir selbst sehr viel Druck. Es ist also gar nicht möglich, mir noch mehr Druck aufzuladen, denn dafür sorge ich schon selbst. Das hat seine positive und negative Seite. Mein Siegeswille ist sicher derselbe wie bei allen anderen. Aber da ich sowieso sehr hohe Ansprüche an mich stelle, bedeutet das für mich keinen zusätzlichen Druck. Für mich ist Gewinnen alles und das wird sich nie ändern.

Gazelle ist ganz klar eine sehr talentierte Stute. Wie lässt sie sich in einer großen Arena wie beim CHIO Aachen reiten?

Ja, sie ist wirklich ein außergewöhnliches Pferd. Sie ist sehr vorsichtig und war nicht immer selbstsicher genug, um die allergrößten Sprünge fehlerfrei zu meistern. Aber sie hat ein großes Herz und arbeitet hart. Sie war schon immer unglaublich intelligent. Es ist also fantastisch zu sehen, was ein Pferd erreichen kann, wenn man ihm genug Zeit und Selbstvertrauen gibt.

Sie und Gazelle sind offensichtlich ein eingespieltes Team. Wie schaffen Sie es, eine so gute Beziehung zu Ihren Pferden aufzubauen?

Ich denke, genau das macht Springreiten heute aus: eine echte Partnerschaft und tiefe Verbundenheit zwischen Pferd und Reiter. Den Großteil meiner Pferde reite ich bereits, seitdem sie sehr jung sind. Gazelle bekam ich als Siebenjährige, unsere Partnerschaft ist also über viele Jahre hinweg entstanden. Sie ist sozusagen mit mir in den Sport hinengewachsen. Wir haben mit kleinen Prüfungen angefangen und sie für ihren ersten Großen Preis aufgebaut.

Sie sagten, dass Sie Gazelle bereits als Siebenjährige bekamen. Dachten Sie damals schon, dass sie so renommierte Große Preise wie den Rolex Grand Prix des CHIO Aachen gewinnen könnte?

Wenn ich diese jungen Pferde bekomme, versuche ich immer, diejenigen auszuwählen, die meiner Meinung nach am konkurrenzfähigsten sind. Wenn man an ein Pferd glaubt und es mit Zuversicht behandelt, geht etwas von diesem Glauben und Vertrauen auf das Tier über und macht fantastische Dinge möglich. Was genau, wird erst die Zukunft zeigen. Aber genau das ist das Schöne an diesem Sport und das, was diesen Prozess so spannend macht.

Haben Sie andere Nachwuchspferde, die dasselbe Potenzial haben, zu zukünftigen Stars zu werden?

Ich trainiere derzeit mehrere Jungpferde und wie ich schon sagte, geht es vor allem darum, an sie zu glauben. Im Moment glaube ich also, dass sie alle Potenzial haben! Ich bin ein echter Optimist, wenn es um den Nachwuchs geht, und ich versuche immer, das Beste und die Stärken jedes Pferds zu sehen. Ich hoffe, dass sich mit der Zeit jegliche Zweifel oder Schwächen überwinden lassen. Aktuell bin ich also sehr zuversichtlich, was meine Pferde angeht.

Wie sehen Sie die Rolle der Pferdebesitzer im Springreiten? Welche Beziehung haben Sie zu den Besitzern und wie viel Einfluss haben diese auf Sie?

Angesichts der zunehmenden Popularität des modernen Springreitens mit höheren Preisgeldern und stärkerer Bekanntheit und Berichterstattung hat auch der Wert der Pferde zugenommen. Daher ist es für uns als Reiter enorm wichtig, jemanden zu finden, der ebenso viel Leidenschaft für diesen Sport mit sich bringt und unseren Traum, an der Spitze mitzureiten, unterstützt. Ich habe das Glück, auf fantastische Besitzer zählen zu können, die sich für den Sport begeistern und mir helfen, meine Träume zu verfolgen.

Jedes der vier Majors des Rolex Grand Slam of Show Jumping hat sozusagen seine eigene Persönlichkeit. Welches Turnier sticht für Sie besonders heraus?

Heute würde ich den CHIO Aachen zu meinen Favoriten zählen. Das hätte ich wahrscheinlich auch vorher gesagt, aber nach meinem Sieg nimmt das Turnier natürlich eine ganz besondere Stellung für mich ein. Es ist eine äußerst renommierte und traditionsreiche Veranstaltung und jeder Reiter wird mir zustimmen, dass der Sieg im Großen Preis allein schon unglaublich ist. Aber in Verbindung mit den anderen Majors ist es noch einmal eine ganz andere Sache!

Robin Parsky (Photo: Isabel J. Kurek) Robin Parsky (Photo: Isabel J. Kurek)

Interview mit Robin Parsky

Mitbesitzerin Von Kent Farringtons Gazelle

Wie sind Sie zum Pferdesport gekommen?

Ich wurde in Kalifornien geboren und bin dort aufgewachsen. Mit dem Reiten begann ich bereits im Alter von ungefähr sechs Jahren. Mein Vater hatte mit Rennpferden zu tun und ich wollte eine richtige Reiterin werden. Von meinen drei Geschwistern war ich die einzige, die es zu Pferden hinzog. Damals gab es einen berühmten, Oscar-prämierten Dokumentarfilm von Walt Disney: The Horse with the Flying Tail. Er handelt von einem Palomino-Pony namens Nautical, das bei den Panamerikanischen Spielen 1959 die Team-Goldmedaille gewann. Diese unglaubliche Geschichte erzählte davon, wie ein Pferd aus dem Amerikanischen Westen zum Superstar des Springreitens der US-Mannschaft aufstieg. Nachdem ich diesen Film gesehen hatte, erzählte ich meinen Eltern, ich würde eines Tages selbst ein berühmtes Springpferd besitzen. Die Geschichte hat mich so sehr inspiriert, dass meine Begeisterung für diesen Sport seither kein Ende genommen hat. Die erste Reiterin des US-Teams, die ich unterstützte, war Anne Kursinski. Anne wuchs wie ich im kalifornischen Pasadena auf und ihr Talent hat mich wirklich beeindruckt.

Wie lange arbeiten Sie bereits mit Kent Farrington zusammen?

Unsere Zusammenarbeit begann, als ich Kent Ende des Jahres 2012 meine Stute Blue Angel zur Verfügung stellte, die er bis zum Ende der Saison 2016 ritt. Er zeigte mit ihr hervorragende Leistungen und behandelte sie einfach toll. Daher entschied ich, ihn weiter zu unterstützen.

Haben Sie derzeit Nachwuchspferde, die Ihrer Meinung nach das Zeug zum Star haben?

Ja, ich habe mehrere junge Pferde, zum Beispiel einen siebenjährigen Wallach namens Heavenly (auf Deutsch „Himmlich“). Einsehr passender Name, wie ich finde, schließlich habe ich bereits einen Engel mit meiner Blue Angel! Und dann ist da noch eine wunderschöne achtjährige Stute, die auf den Namen Glamour Girl hört. Beide Pferde sind sehr vielversprechend. Wir werden also abwarten und sehen, wie es mit den beiden weitergeht.

Im Parcours ist Gazelle einfach großartig, das kann jeder sehen. Was für ein Pferd ist sie abseits des Turniersports?

Gazelle ist sehr auf die Menschen um sie herum eingespielt. Wir lassen sie nicht mit vielen anderen Pferden in Berührung kommen, denn sie kann schon ziemlich stutenbissig sein. Aber sie liebt es, Menschen um sich herum zu haben, und genießt die Aufmerksamkeit.  Gazelle hat große Ohren und ist sehr aufmerksam. In der Regel hört sie mich bereits aus der Ferne und freut sich, mich zu sehen. Sie ist ein wirklich unkompliziertes Pferd und da sie schon sehr lange bei uns ist, kennt sie alle auf Kents Anlage wirklich gut. Ein wenig verwöhnt ist sie allerdings auch – sie weiß, dass sie den besten Stall auf dem Hof hat!

Wie eng arbeiten Sie und Kent bei Gazelles Trainingsplan und ihrem Tagesprogramm zusammen?

Kent entscheidet, an welchen Turnieren sie teilnimmt und wie ihr täglicher Trainingsplan aussieht. Natürlich besprechen wir das gemeinsam, aber die Entscheidung liegt bei ihm und er macht die Pläne und überwacht ihr Training. Er trägt also die Verantwortung für diese Dinge, berät sich aber immer mit mir und wir überlegen gemeinsam, was das Beste für Gazelle ist. Was die Turniere angeht, habe ich schon sehr lange keines mehr verpasst, an dem sie teilgenommen hat. Ich liebe es, mit ihr um die Welt zu reisen, und versuche, bei jeder Veranstaltung dabei zu sein.

 

Gazelle hat schon zwei der vier Rolex Grand Slam Majors gewonnen, sowohl in der Halle als auch im Freien. Hat sie Ihrer Meinung nach das Zeug, eines Tages den Rolex Grand Slam of Show Jumping zu gewinnen?

Ich habe großes Vertrauen in sie, das habe ich wirklich. Ich denke, wenn uns das Glück wohlgesonnen ist, zählt sie sicher zu den Top-Favoriten, denn sie hat immer wieder bewiesen, dass sie es kann. Sie und Kent sind bereits in zahlreichen großen Springen angetreten und arbeiten schon sehr lange zusammen, was natürlich ein sehr großer Vorteil ist. Kent kennt sie also sehr gut und weiß bereits, wenn er den Parcours sieht, was er von ihr verlangen muss. Ich konnte das erstmals in Aachen beobachten, als Gazelle und Kent einritten und diesen unglaublich schwierigen Parcours so einfach aussehen ließen. Nach der ersten Runde war ich überzeugt, dass sie gewinnen würde, aber wir mussten Geduld haben und die drei Runden abwarten. 2017 gewann sie 15 Fünf-Sterne-Prüfungen, darunter zehn große Preise. Ihr Siegeswille findet also kein Ende. Mein ganzes Leben habe ich davon geträumt, ein so großartiges Pferd wie sie zu besitzen.

Hat sich die Rolle des Pferdebesitzers im Laufe der Jahre verändert, seit sie angefangen haben, sich im Sport zu engagieren?

Als stellvertretende Vorsitzende des FEI Jumping Owners Club denke ich, dass sich die Rolle des Pferdebesitzers definitiv gewandelt hat, denn heute gibt es deutlich mehr Team- und Einzelwettbewerbe. Als ich erstmals in der Welt des Reitsports tätig wurde, kamen Amerikaner nur zu Turnieren in Europa, wenn sie als Team teilnahmen. Die Rolle des Besitzers hat sich also dahingehend verändert, dass wir Pferde für einzelne Reiter anstatt Teams bereitstellen. Wenn ein Reiter Zugang zu den besten Turnieren haben soll, musst er heute mehrere Pferde zur Verfügung haben, die gegen die besten Pferde und Reiter der Welt antreten können. Ich habe als Mitglied des FEI Jumping Owners Club und im Austausch mit den anderen Besitzern sehr viel gelernt. Wir tragen eine enorme Verantwortung, unsere Reiter und Pferde dabei zu unterstützen, ihre Ziele zu erreichen. 

Der Nachwuchs welcher Zuchthengste war in den letzten vier Majors (von Spruce Meadows 2018 bis CHIO Aachen 2019) am Start? Der Nachwuchs welcher Zuchthengste war in den letzten vier Majors (von Spruce Meadows 2018 bis CHIO Aachen 2019) am Start?

8 - Chacco-Blue : Explosion W (2x), Chaqui Z, Calisto Blue, Chacna, Blue Movie, VDL Groep Miss Untouchable, Delvaux

6 - Quidam de Revel : Verdi TN (3x), Quel Homme de Hus, Sterrehof’s Calimero (2x)

5 - Balou du Rouet : Babalou 41, Albfuehren's Bianca (3x), Saura de Fondcombe,

5 - Cornet Obolensky : Cornet Kalua, Cornado NRW, Balou du Reventon, Clooney 51 (2x)

5 - Toulon : Vancouver de Lanlore (2x), Iq Van Het Steentje, DM Jacqmotte, Jumpy Van De Hermitage

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Kent Farrington und Gazelle (Photo: Tiffany Van Halle) Kent Farrington und Gazelle (Photo: Tiffany Van Halle)

 

Zum Höhepunkt des CHIO Aachen, dem Rolex Grand Prix, strahlte die Sonne über dem eindrucksvollen Turnierplatz. Sieben Pferd-Reiterpaare schafften es ins Stechen. mit seiner schnellen Stute Gazelle konnte der Amerikaner Kent Farrington in 43,98 Sekunden diesen Wettkampf zwischen den Weltbesten für sich entscheiden. Das Finale blieb bis zum Ende atemberaubend, denn der letzte Starter, der Deutsche Daniel Deusser, schien kurz davor zu sein, Farringtons Zeit zu übertreffen. Trotz seiner elektrisierenden Nullrunde brauchte er 0,37 Sekunden mehr als der Amerikaner und musste mit dem zweiten Platz vorlieb nehmen.

Sie haben schon immer gesagt, dass Sie hier einmal siegen möchten. Wie fühlen Sie sich jetzt, wo Sie es geschafft haben?

Jeder Reiter möchte hier einmal siegen. Jeden Tag ritt ich vom Platz, mit Blick auf die Wand der Sieger, und stellte mir vor, dass da auch mein Name stünde. Deshalb freue ich mich, dass ich es geschafft habe. Ich kann es immer noch nicht fassen! Der CHIO Aachen ist eines der besten Turniere der Welt, ich bin so stolz, dass ich hier gewonnen habe.

Sagen Sie uns, wie der Parcours zu reiten war.

Ich würde sagen, er war typisch für Aachen. Hier reiten die Allerbesten, deshalb ist der Parcours bei jeder Prüfung schwierig. Gazelle verfügt über ausreichend Fähigkeiten, Möglichkeiten und Sorgfalt, und genau das wurde während der beiden Runden getestet. Deshalb gibt es meiner Meinung nach während der Prüfung so viele Fehler: Jeder Teil von ihr ist ein Test, ein leichter Teil existiert nicht.

Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie ins Stechen ritten und es noch keine fehlerfreien Runden gab? Haben Sie da Ihre Strategie geändert?

Ich war in dieser Prüfung schon einmal ganz nahe am Sieg. Als ich letztes Mal im Stechen war, war ich der Schnellste, aber ich hatte einen Abwurf, deshalb wollte ich es heute wirklich noch etwas besser machen! Ich dachte, wenn ich eine fehlerfreie Runde absolviere, wird das für genug Druck sorgen, daher habe ich meine Strategie geändert, und das hat sich heute ausgezahlt.

Wie kann man Gazelles Temperament beschreiben?

Sie ist in diesem Sport ein echter Profi geworden. Sie kennt die Preisverleihung, sie weiß, wann sie im Parcours ist, sie weiß alles! Sie war nicht immer so, aber jetzt ist sie ein echter Profi.

Werden Sie Ihre Rolex Grand Slam-Reise beim ‚Masters‘ in Spruce Meadows fortsetzen?

Ja, natürlich! Ich werde dort sein! Der Rolex Grand Slam ist für den Sport großartig, und ich freue mich, wieder dabei zu sein.

Beezie Madden (Photo: Tiffany Van Halle) Beezie Madden (Photo: Tiffany Van Halle)

Interview mit Beezie Madden

 

Es gibt hier in Aachen viele amerikanische Reiter. Was ist an diesem Turnier so besonders, dass Sie alle extra dafür nach Europa kommen?

Meiner Meinung nach alles - die Atmosphäre, die Zuschauer, die Infrastruktur für Reiter und Pferde, die Tradition und die Preisgelder - das alles macht dieses Turnier zu etwas Besonderem.

Der Turnierplatz ist sehr groß. Wie fühlt man sich, wenn man auf ihm reitet?

Mir macht das großen Spaß. Ich mag große Turnierplätze und mein Pferd Darry Lou auch, deshalb fühle ich mich hier wirklich zu Hause.

Das Team, das gestern im Preis der Nationen angetreten ist, bestand überwiegend aus Frauen. Offensichtlich findet man in den USA vor allem Frauen im Springsport, in Europa dagegen weniger. Wie sehen Sie das?

In den USA reiten kleine Mädchen gerne und Jungen widmen sich eher anderen Sportarten. Unter den Kindern und Jugendlichen reiten vor allem Mädchen, keine Jungen. Auf internationaler Ebene gleicht sich der Frauen- und Männeranteil der US-Reiter wieder aus.

Es ist sehr aufwändig, aus den USA anzureisen. Beeinträchtigt die Reise die Leistungsfähigkeit der Pferde? Wie planen Sie die Reise?

Das kommt auf die Pferde an, den meisten macht das nichts. Wir versuchen, die Reise so zu planen, dass die Pferde nicht direkt in den Tagen nach ihrer Ankunft ein Turnier haben. Meine Pferde kamen aus Spruce Meadows, sie brauchen eine Woche, um zu reisen, sich von den Strapazen zu erholen und wieder für ein Turnier einsatzbereit zu sein.

Sie können auf eine lange, erfolgreiche Karriere zurückblicken. Wie konnten Sie sich so lange an der Spitze halten?

Ich denke, dass man vor allem leidenschaftlich begeistert sein muss und Pferde und Turniere lieben. Hinter mir steht auch ein fantastisches Team, von den Mitarbeitern im Stall bis hin zu meinem Mann John, der alles organisiert. Auch der Besitzer meines Pferdes ist toll.

Wie lautet der beste Rat, den Sie je erhalten haben?

Ein früherer britischer Chef d‘Equipe riet mir einmal, in den Parcours einzureiten und Spaß zu haben. Wir baten ihn, uns das zu erklären und er sagte, in den Parcours einzureiten mit der Absicht, Spaß zu haben schafft die besten Voraussetzungen dafür, dass man sein Bestes gibt und so gut reitet wie man kann. Daher denke ich, dass das ein großartiger Rat war.

Sind Sie immer noch nervös?

Nicht all zu sehr. Ich hatte nie sehr unter Nervosität zu leiden. Aber es wäre gelogen zu sagen, dass ich nie nervös war. Wenn ich einmal auf dem Pferd sitze, fühle ich mich gut.

Ashley Neuhof (Photo: Rolex Grand Slam / Kimberly Beaudoin) Ashley Neuhof (Photo: Rolex Grand Slam / Kimberly Beaudoin)

Interview mit Ashley Neuhof

 

Welche Eigenschaften muss man als professioneller Fotograf im Reitsport mitbringen?

Für jedes gute Sportfoto ist es glaube ich am wichtigsten, dass man in der Lage ist, Augenblicke zu antizipieren. Bei einem Turnier mit einer so besonderen Atmosphäre wie in Aachen ist das meiner Meinung nach noch wichtiger, denn man versucht nicht nur, den sportlichen Aspekt zu erfassen, sondern auch die Zuschauermenge und die Atmosphäre. Man muss dem Geschehen immer drei oder vier Schritte voraus sein - manchmal ist man im richtigen Moment da, manchmal nicht. Ich versuche es allerdings immer und bemühe mich, problemlos von einem Ort zum anderen gelangen zu können, um das Ereignis aus möglichst vielen Perspektiven zu fotografieren.

Wie ist es, beim CHIO Aachen zu fotografieren?

Es ist schwer, Aachen mit Worten zu beschreiben, es ist einfach magisch. An keinem anderen Ort der Welt erreicht der Reitsport ein derartiges Niveau. Die Zuschauer sind fachlich sehr versiert und kennen den Sport. Für einen Fotografen ist das etwas ganz Besonderes, denn man fühlt die ganze Energie hinter sich. Wo immer man auch hinschaut sieht man Zuschauer, hört Jubel und spürt viel Emotion. Das motiviert mich als Fotografin - es verleiht einen echten Adrenalinschub, und die Augenblicke hier sind wie sonst nirgends auf der Welt.

Spüren Sie besonderen Druck, wenn Sie einen Rolex Grand Prix bei einem der vier Rolex Grand Slam Majors fotografieren?

Ja, natürlich! Die Rolex Grand Prix sorgen bei mir immer für die größten Adrenalinschübe. Es ist nervenaufreibend, da man immer nur eine Aufnahme machen kann, denn jeder Augenblick ist einmalig. Innerhalb eines Sekundenbruchteils ballt sich eine Hand zur Faust, reagiert die Zuschauermenge oder zeigt sich die Emotion des Teams, das hinter einem Pferd steht - diese Augenblicke darf man nicht verpassen!

Welches Pferd-Reiterpaar fotografieren Sie am liebsten?

Das ist eine schwierige Frage! Am liebsten fotografiere ich die Pferd-Reiterpaare, bei denen man sieht, dass zwischen ihnen eine ganz besondere Beziehung besteht. Ich denke, dass alle Reiter, die Turniere auf diesem Niveau reiten, großen Respekt für ihre Pferde haben und diese gut verstehen, und das fotografiere ich wirklich sehr gerne.

Daniel Deusser und Killer Queen VDM (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Daniel Deusser und Killer Queen VDM (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Heimsieg für den deutschen Reiter Daniel Deusser im RWE Preis von Nordrhein-Westfalen!

 

Zur großen Freude der heimischen Fans beim CHIO Aachen wurde der Deutsche Daniel Deusser mit seiner braunen Stute Killer Queen VDM zum Sieger des RWE Preises von Nordrhein-Westfalen gekürt. Der Parcours von Frank Rothenberger stellte den 42 Teilnehmern der ersten Runde schwierige Aufgaben, und nur elf von ihnen durften im Stechen um den ersten Platz kämpfen. Schon früh sorgten fehlerfreie Runden für Druck auf diejenigen, die später starteten, und die Spitze des provisorischen Klassements änderte sich häufig, da im Wettkampf viele Möglichkeiten offen blieben. Der Belgier Olivier Philippaerts legte in nur 45,79 Sekunden eine schnelle Nullrunde hin, aber Deusser unterbot die Zeit von Philippaerts mit besonderem Geschick um mehr als eine Sekunde (44,65 Sekunden), und zur großen Freude der patriotischen Zuschauer konnte er seine Führungsposition behaupten und schließlich siegen.

Wie fühlt man sich, wenn man vor einer so großen heimischen Zuschauermenge gewinnt?

Ein Sieg hier in Aachen vermittelt immer ein ganz besonderes Gefühl. Man spürt geradezu, wie die heimischen Zuschauer hinter einem stehen, und die Atmosphäre ist unglaublich. Man möchte immer gute Leistung bringen und fehlerfrei springen, aber wenn man 40.000 Zuschauer hinter sich hat, die einem zujubeln, schafft das eine absolut unglaubliche Atmosphäre und beeinflusst die Art, wie man reitet.

Ist Killer Queen VDM ein zukünftiger Star?

Auf jeden Fall. Ich bin davon überzeugt, dass diese Stute für ganz hochkarätige Turniere geeignet ist. Letztes Jahr sagte ich, dass ich sie für ein Pferd mit großem Potenzial halte, und mit ihrer Leistung heute bin ich absolut zufrieden.

Der Wassergraben schien heute einige Probleme zu bereiten, was meinen Sie dazu?

Das ist sehr schwer zu erklären. Es war derselbe Wassergraben wie gestern, aber wir mussten ihn in die andere Richtung springen. Selbst mein Pferd, das mit Wasser normalerweise kaum Probleme hat, ist heute viel höher gesprungen als es das normalerweise tun würde. Es ist wirklich schwer zu sagen, warum. Vielleicht liegt es am Gras, weil wir sonst öfter auf Sandplätzen springen. Der Wassergraben selbst war weder zu groß noch zu schwierig, aber aus irgendeinem Grund hatten die Pferde heute mehr Probleme als gestern. Ich habe auch beobachtet, dass ein paar Pferde schlecht gesprungen sind, so dass ich gemischte Gefühle im Hinblick darauf hatte, wie ich selbst den Graben am besten springen sollte. Deshalb sind wir vielleicht nicht mit derselben Zuversicht und demselben Enthusiasmus geritten wie sonst.

Sie haben sich mit drei Pferden für den Rolex Grand Prix qualifiziert, welches werden Sie am Sonntag reiten?

Am Sonntag werde ich Tobago Z reiten.

Sean Vard (Photo: Tiffany Van Halle) Sean Vard (Photo: Tiffany Van Halle)

Hinter der Stalltür mit Sean Vard

 

Erzählen Sie uns etwas über die Pferde, die Sie diese Woche mitgebracht haben!

Wir haben diese Woche für den Rolex Grand Prix Clooney dabei, daneben ein neues, junges Pferd und zwei weitere Pferde, Chica BZ und Silver Shine. Beide werden jeweils an einer großen Prüfung teilnehmen und Clooney ist für den Rolex Grand Prix eingeplant. Ich hoffe, dass die jungen Pferde ihre Prüfungen gewinnen werden.

Offensichtlich ist Clooney 51 bei den Fans sehr beliebt. Können Sie uns sagen, was ihn zu einem so großartigen Pferd macht?

Das kann man jemandem, der ihn nicht kennt, nur schwer erklären. Clooney denkt sehr schnell, er ist äußerst intelligent. Er ist ein besonderes Pferd, wirklich einzigartig. Für mich ist er das intelligenteste Pferd der Welt, er weiß, wann es darauf ankommt. Er hatte in der Vergangenheit Probleme, aber seit er letztes Jahr operiert wurde, scheint er voll bei der Sache zu sein. Er ist zuverlässig, ein tolles Pferd, mental sehr stark. Vom Körperbau her ist er kein ideales Springpferd, aber er gibt sich größte Mühe, eines zu sein und die Ergebnisse sprechen für sich.

Wie ist er im Stall?

Er ist irrsinnig witzig. Diese Woche war er besonders lustig, er will immer Aufmerksamkeit, wirklich immer. Wenn man sich um ein anderes Pferd kümmert, sieht man, wie er einen aus dem Augenwinkel beobachtet. Er kann manchmal etwas schwierig sein, wenn eine besondere Atmosphäre herrscht, und wenn viele Zuschauer da sind, ist er auch schon mal beeindruckt, aber die meiste Zeit ist er unkompliziert im Umgang und man kann gut mit ihm arbeiten. Eine Tasche voll Leckerli hilft bei ihm immer.

Wie ist es, für Martin zu arbeiten?

Martin ist super. Ich arbeite jetzt seit drei Jahren für ihn und weiß was er erwartet. Alles sollte klar und einfach sein, dann ist er zufrieden. Er vertraut mir inzwischen. Ich arbeite selbständig und erfülle normalerweise seine Erwartungen. Die Zusammenarbeit ist gut.

Was macht Aachen aus Sicht eines Pferdepflegers zu einer so besonderen Veranstaltung?

Sobald man auf das Gelände fährt, fühlt man sich motiviert, alles an der Arbeit besser zu machen. Vom Abreitplatz über die Einkaufsmöglichkeiten bis hin zu den Boxen herrscht hier überall eine ganz besondere Atmosphäre. Auch die Atmosphäre auf dem Turnierplatz ist ganz einzigartig, hier ist alles eine Nummer größer.

Was mögen Sie an Ihrer Arbeit am liebsten?

Es ist toll, gute Ergebnisse zu erzielen, aber am besten gefällt es mir, den Fortschritten eines Jungpferdes beizuwohnen. Wir haben diese Woche Chica BZ mitgebracht. Vor zwei Jahren war sie noch ein Jungpferd, und diese Woche nimmt sie an der 5*-Prüfung teil. Die Entwicklung der Jungpferde zu beobachten und zu sehen, wie sie schließlich auf höchstem Niveau springen ist für mich der positivste Aspekt meiner Arbeit.

Kent Farrington und Creedance (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Kent Farrington und Creedance (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Interview mit Kent Farrington

 

Wie wichtig sind für Sie als Spitzen-Springreiter körperliche und mentale Vorbereitung?

Für Spitzen-Springreiter und andere Spitzensportler ist meiner Meinung nach die Kombination sämtlicher Faktoren wichtig. Man muss mental und körperlich vorbereitet sein, und in unserem Sport kommt als zusätzliches Element noch das Pferd hinzu, das auch mental und körperlich auf das Turnier vorbereitet sein muss. Ich bemühe mich, das alles hinzubekommen, so dass wir hoffentlich am Sonntag eine Spitzenleistung erzielen können.

Sie leben als Reiter in den USA. Wie viel Vorbereitung und Organisation sind für Ihre Pferde und Ihr Team nötig, wenn Sie nach Europa reisen?

Da wir in den USA leben, ist viel Organisation erforderlich. Hinter mir steht ein großes Team, welches das alles ermöglicht, und dafür bin ich sehr dankbar. Der Flug und der Transport der Pferde erfordert eine genaue Terminplanung. Die Pferde müssen früh genug eintreffen, um für ein großes Turnier in Form zu sein.

Der Turnierplatz hier in Aachen zählt zu den größten der Welt. Wie ist es, hier zu reiten?

Für mich ist es der beste Turnierplatz überhaupt, aber man muss das richtige Pferd haben. Viele Pferde sind von diesem Platz schwer beeindruckt. Es ist daher hilfreich, mit einem mutigen, erfahrenen Pferd zu kommen.

Der Parcours gestern war ziemlich groß und stellte einige schwierige Anforderungen. Können wir das auch am Sonntag erwarten?

Das und noch mehr. Meiner Meinung nach rechnet man mit so etwas, wenn man nach Aachen kommt. Hier gibt es nur das Beste vom Besten, es geht um den größten Preis in unserem Sport. Ich denke, dass wir hier alle hart auf die Probe gestellt werden.

Ben Maher and Explosion W (Photo: Tiffany Van Halle) Ben Maher and Explosion W (Photo: Tiffany Van Halle)

Die erste Qualifikationsrunde zum Rolex Grand Prix, The Turkish Airlines-Prize of Europe, bot den zahlreichen Zuschauern beim CHIO Aachen spannende Unterhaltung. In dem atemberaubenden Stechen siegte der Brite Ben Maher nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Eduardo Alvarez Aznar und Daniel Deusser, die schließlich jeweils Zweiter und Dritter wurden.

Elf Pferd-Reiterpaare kamen ins Stechen, und der niederländische Reiter Marc Houtzager setzte seine Mitbewerber mit der ersten, in 50,13 Sekunden sehr umsichtig absolvierten fehlerfreien Runde unter Druck. Zur großen Freude der heimischen Zuschauer unterbot der Deutsche Daniel Deusser mit seinem beneidenswerten Talent Houtzagers Zeit jedoch um fast drei Sekunden und übernahm unter dem Jubel der patriotischen Fans die Führung. Lange konnte er diese Position allerdings nicht halten, da der Brite Ben Maher mit seinem als besonders schnell bekannten Fuchswallach Explosion W. in nur 46,28 Sekunden eine elektrisierende Runde hinlegte. Diese Zeit erwies sich dann auch als unschlagbar.

Explosion W ist offensichtlich in Topform. Welches Gefühl hat er Ihnen in diesem ersten Springen vermittelt?

Er ist zum ersten Mal in Aachen. Er hat in seinem Leben noch nicht viele Turnierplätze wie diesen gesehen, aber wenn man ihm das Zaumzeug anlegt und aufsitzt hat man das Gefühl, alles erreichen zu können. Er macht mir das Leben und die Arbeit wesentlich leichter als die meisten anderen!

Am Wasser hat es offensichtlich ein kleines Problem gegeben. Hatte Explosion damit Schwierigkeiten?

Er nicht, aber ich! Mir ist nämlich ein Fehler unterlaufen: Ich habe in der ersten Runde acht anstatt neun Galoppsprünge gemacht. Ich habe mir heute Morgen bei einem Abwurf den Kopf gestoßen, vielleicht kann ich jetzt nicht mehr zählen! Aber Explosion hat diesen kleinen Fehler für mich ausgebügelt, und das macht den Unterschied zwischen einem unglaublichen Pferd wie ihm und einigen anderen Pferden, die ich vorher hatte.

Für die erste 5*-Prüfung beim CHIO Aachen war es offensichtlich ein schwieriger Parcours - wie sehen Sie das?

Dem kann ich nur zustimmen, die erste Qualifikationsrunde war schwierig. Aber für die Zuschauer ist es guter Sport, wenn es beim Turnier etwas spannend wird. Es war ein großartiger Parcours, der uns einen Vorgeschmack auf den Rolex Grand Prix am Sonntag gegeben hat.

Der CHIO Aachen ist als eine der besten Reitsportveranstaltungen der Welt bekannt. Wie fühlt man sich, wenn man hier gewinnt?

Es ist immer schön, zu gewinnen, ich bin sehr ehrgeizig! Das Besondere bei einem Sieg hier ist die Größe des Turnierplatzes und die Zuschauerzahl, das haben wir normalerweise in unserem Sport nicht. Es ist meiner Meinung nach daher etwas ganz Besonderes, auf diesem Platz zu reiten, der so geschichtsträchtig ist und wo die Prüfungen von so vielen Zuschauern mitverfolgt werden. Deshalb möchte jeder Reiter hier siegen.

Henrik von Eckermann andToveks  Mary Lou (Photo: RWHS / Peter Nixon) Henrik von Eckermann andToveks Mary Lou (Photo: RWHS / Peter Nixon)

Interview mit Henrik von Eckermann

Wie haben Sie sich auf den CHIO Aachen vorbereitet?

Ich habe mich mit meiner Stute (Toveks Mary Lou) auf das Training am Wassergraben konzentriert. Das ist das einzige Hindernis, das sie manchmal etwas nervös machen kann. Deshalb haben wir das als Vorbereitung auf dieses Turnier viel geübt. Sie springt großartig und ist in Topform, daher brauchten wir uns wirklich nur auf das Wasser zu konzentrieren.

Wie kommt TOVEKS Mary Lou bishermit der Atmosphäre beim CHIO Aachen zurecht?

Ich muss sagen, dass sie gestern im 1,45m-Springen hervorragend gesprungen ist, die Atmosphäre bereitet ihr keine Probleme. Man weiß nie hundertprozentig, wie ein Pferd reagiert. Das eine ist vielleicht gerne auf einem großen Turnierplatz wie diesem, der dann der beste Turnierplatz der Welt für seinen Reiter wäre, ein anderes ist dagegen möglicherweise etwas schüchterner und der Platz macht ihm Angst, das ist dann nicht so toll. Gestern hat Mary Lou den Aachener Turnierplatz genossen und mir ein super Gefühl vermittelt, deshalb freue ich mich auf die nächsten Tage.

Fühlen Sie sich besonders unter Druck, weil Sie der Titelanwärter auf den Rolex Grand Slam sind?

Nicht wirklich. Um ehrlich zu sein, habe ich bei jedem Turnier das Gefühl, unter Druck zu stehen. Ich nehme jedes Jahr nur an wenigen großartigen Turnieren mit meinen Pferden teil, und Mary Lou ist so fantastisch, dass ich für sie jedes Mal eine Höchstleistung bringen möchte. Ich möchte, dass sie in jedem Springen, an dem wir teilnehmen, gut abschneidet, sonst habe ich das Gefühl, ihr großartiges Talent zu verschwenden. Natürlich ist der Druck hier in Aachen immer besonders groß, da jeder Reiter den Rolex Grand Prix gewinnen möchte.

Frank Rothenberger (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton) Frank Rothenberger (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton)

Interview mit Frank Rothenberger

Wie wird der Parcours am Sonntag aussehen? Wird es besonders schwierige Stellen geben?

Das weiß ich noch nicht. Der Große Preis wird zwei Runden und das Stechen umfassen. Die maximale Höhe wird 1,70 m betragen. Es wird zwei oder drei Sprünge in dieser Höhe geben und doppelt so viele Oxer mit Wassergraben. Der Springparcours hier am Sonntag wird einer der schwierigsten dieses Jahres sein.

Auf wie viele fehlerfreie Runden hoffen Sie?

Ich denke, dass es drei oder vier Reiter ins Stechen schaffen werden, das wäre ein perfektes Ergebnis. Aber beim Springreiten weiß man nie...

Denken Sie, dass der Parcours bestimmten Pferd-Reiter-Paaren besonders entgegenkommen wird?

Es wird sich um einen klassischen, fließenden Parcours handeln. Was diesen Platz besonders schwierig macht, sind die 40.000Zuschauer. Ich muss Sprünge bis in jede Ecke aufstellen, denn jeder Zuschauer möchte ein Pferd aus nächster Nähe springen sehen. Der Parcours wird auf keinen Fall eng, klein und technisch, sondern lang und klassisch sein. Natürlich wird er Distanzen, Wasser- und andere Gräben sowie Dreier- und Zweierkombinationen enthalten.

Denken Sie, dass die Atmosphäre im vollbesetzten Hauptstadion die Leistung der Pferde beeinflussen wird?

Ich denke, dass die Pferde, die am Rolex Grand Prix teilnehmen, diese Art von Atmosphäre und diese Art von Turnierplatz sehr gut kennen. Sie werden weder von den Zuschauern noch von der Musik überrascht sein. Sie sind genauso Profis wie ihre Reiter.

Was mögen Sie an Ihrer Arbeit am liebsten?

Wir entwerfen den Parcours für den Rolex Grand Prix am Sonntag schon Wochen vorher. Es ist immer interessant, das Ergebnis zu sehen. Das macht die Arbeit für mich so schön und spannend, dass man das Ergebnis nicht im Voraus kennt. Alles ist möglich. Wir arbeiten mit Pferden, sie haben keinen Motor, sind keine Maschinen.

Auf welchen Reiter würden Sie am Sonntag setzen?

Das weiß ich nicht, denn 70 Prozent der teilnehmenden Reiter könnten gewinnen, und ich werde am Sonntag dem besten Paar die Daumen drücken.

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Rolex Grand Slam

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