BEN MAHER GEWINNT SEIN ERSTES ROLEX GRAND SLAM MAJOR

Ben Maher & Enjeu de Grisien - Rolex Grand Slam/Ashley Neuhof Ben Maher & Enjeu de Grisien - Rolex Grand Slam/Ashley Neuhof

Das dritte Major des Rolex Grand Slam of Show Jumping des Kalenderjahres, das CSIO Spruce Meadows ‚Masters‘-Turnier, ging heute Nachmittag mit dem CPKC ‚International‘ Grand Prix, presented by Rolex, zu Ende. 39 Pferd- und Reiterpaare, die sich während der ersten vier Tage des Majors qualifiziert hatten, begaben sich voller Hoffnung, ihren Namen auf der heiß begehrten Trophäe zu verewigen, in den International Ring. Unter ihnen auch Rolex-Markenbotschafter Richard Vogel, der sich nach seinen Grand-Prix-Siegen beim The Dutch Masters und beim TSCHIO Aachen in der historischen Position befand, der zweite Reiter werden zu können, der jemals den Rolex Grand Slam of Show Jumping gewonnen hat.

Der CPKC ‚International‘ Grand Prix, presented by Rolex, wird über zwei Runden mit einem Stechen bei Unentschieden ausgetragen und gehört zu den anspruchsvollsten Prüfungen des Sports. Hier werden nicht nur Sportlichkeit und Mut auf die Probe gestellt, sondern auch höchstes Vertrauen und Harmonie zwischen Pferd und Reiter.

Der wie üblich sehr eindrucksvolle Parcours der ersten Runde, entworfen von Leopoldo Palacios, der über enorme Erfahrung verfügt, bestand aus 13 Hindernissen, darunter drei Kombinationen. Er stellte die ultimative Herausforderung für das diesjährige Starterfeld dar, zu dem neun ehemalige Major-Gewinner mit zusammengenommen 24-Major-Siegen sowie sieben Reiter und Reiterinnen aus den Top 10 der Weltrangliste zählten.

Der erste fehlerfreie Durchlauf gelang der Startnummer zehn, der Neuseeländerin Katie Laurie mit Django II. Die nächste Null-Fehler-Runde ging an den Brasilianer Yuri Mansur, der mit dem 19-jährigen QH Alfons Santo Antonio als 26. Pferd- und Reiterpaar in der Arena eine überragende Leistung zeigte. Insgesamt schafften sieben Reiter und Reiterinnen fehlerfreie Durchläufe, darunter der Anwärter auf den Rolex Grand Slam, Richard Vogel, sowie Lillie Keenan und Daniel Coyle. Die 12 bestplatzierten Teams aus der ersten Runde zogen in die zweite Runde ein, sodass auch die Schnellsten mit vier Fehlerpunkten noch im Rennen waren. Zu diesen Reitern und Reiterinnen zählten auch der dreimalige Olympiasieger Ben Maher und der erst jüngst zum FEI Weltmeister in der Einzelwertung gekrönte Steve Guerdat.

In umgekehrter Reihenfolge kehrten die Starter in den International Ring zurück, sodass der Deutsche Christian Kukuk nun den Anfang machte. Doch nach einem weiteren Abwurf verließ er den Parcours mit insgesamt acht Fehlerpunkten. Als Nächstes startete Steve Guerdat, der eine perfekte Runde absolvierte, ebenso wie Ben Maher, sodass beide Reiter ihre jeweils vier Fehlerpunkte behielten und die noch übrigen, fehlerfreien Pferd- und Reiterpaare mächtig unter Druck setzten. Keinem der sieben Teams, die mit null Fehlern aus der ersten Runde hervorgegangen waren, gelang ein zweiter fehlerfreier Durchlauf. Doch Katie Laurie, Roy van Beek, Richard Vogel und Lillie Keenan mussten jeweils nur einen Abwurf hinnehmen und so zogen sechs Pferde ins Stechen ein und das Publikum fieberte gespannt mit, ob es Vogel gelingen würde, Geschichte zu schreiben.

Guerdat gab mit einer fehlerfreien Runde in 42,25 Sekunden schon früh die Richtzeit für das Stechen vor. Doch der nächste Starter, Maher mit Enjeu De Grisien, verkürzte die Zeit des Schweizers um mehr als eine Sekunde und übernahm so vorläufig die Führung. Eine große Enttäuschung gab es für Vogel, den vorletzten Starter, als das zweite Element des Doppelhindernisses fiel und damit seine Jagd auf die ultimative Trophäe dieses Sports ihr Ende fand. Nur Keenan, die letzte Starterin, konnte die Zeit des Briten jetzt noch schlagen, doch sie überquerte die Ziellinie schließlich 0,45 Sekunden langsamer, sodass sich Ben Maher über seinen ersten Major-Sieg im Rolex Grand Slam of Show Jumping freuen durfte.

Seinen Sieg kommentierte Maher wie folgt: „Es ist unglaublich, ein Major des Rolex Grand Slam zu gewinnen und meine Reise mit einem Sieg bei einem der – wie wir alle finden – größten Grands Prix der Welt, wenn nicht sogar dem größten überhaupt, zu beginnen. Es ist ein fantastischer Veranstaltungsort mit einer unglaublichen Atmosphäre. Ich komme schon seit jungen Jahren hierher und fand schon immer, dass ein Sieg hier eine wirklich bedeutsame Leistung ist.“

Der neue Anwärter auf den Rolex Grand Slam fügte noch hinzu: „Wir klopfen schon seit zwei Jahren an die Tür, aber in letzter Zeit sind die Dinge am letzten Tag nie nach Plan verlaufen. Ich habe ein Wahnsinnsteam. Meine Familie, die Eigentümer und alle um mich herum haben mich von Anfang an unterstützt und verdienen diesen Sieg deshalb genauso. Enjeu [De Grisien] ist ein unglaubliches Pferd – er strotzt nur so vor Energie und scheint nie müde zu werden. Es ist großartig, gemeinsam so ein Ergebnis erzielt zu haben.“