Kent Farrington (USA) celebrates winning the Rolex Grand Prix with Greya Rolex Grand Slam/Tom Lovelock
Unter dem Sattel von Kent Farrington beendete Greya die Saison 2025 auf wahrhaft phänomenale Weise mit dem Sieg im prestigeträchtigen Rolex Grand Prix von Genf. Leider ist ihr Züchter Wilfried Sandmann Anfang 2025 unerwartet verstorben.
Vor zwei Jahren besuchte ich Gleyas Züchter, nachdem der Cousin der Stute, Contago (von Cornet Obolensky), unter Eugenio Garza Pérez im Rolex Grand Prix von Aachen den fünften Platz belegt hatte. Dieser Besuch sowie mehrere Telefonate ermöglichten einen einzigartigen Einblick in ein Zuchtprogramm, dessen Vermächtnis heute auf höchstem sportlichem Niveau fortgeführt wird.
Das Fundament des Zuchtprogramms Sandmann
Das erfolgreiche Zuchtprogramm von Ulrike und Wilfried Sandmann basiert auf Landgräfin (geb. 1997) von Landkaiser aus der Prinzessin von Perser xx – Absurd, Züchter: Joh. Sandmann, Hüven.
„Landgräfin ist die Mutter unserer beiden Stammstuten Contessa von Contender und Cassandra von Cassini II. Neben Contessa, die selbst erfolgreich bis 1,45 m gesprungen ist, brachte Landgräfin drei weitere S-Springpferde hervor: Cortina Grande von Conterno Grande, die international bis 1,60 m mit dem Brasilianer Lucas Martins Brambilla sprang; Calida von Converter, erfolgreich bis 1,60 m mit Kyle Timm (Kanada); sowie Cassina von Cassini II, Siegerin auf S-Niveau bis 1,40 m mit Fabienne Graefe. Cortina Grande haben wir als Fohlen an Paul Schockemöhle verkauft“, berichtete Wilfried Sandmann stolz.
Bewährte Blutlinien im Sport
Aufgrund einer Verletzung im Jährlingsalter wurde Contessa frühzeitig aus dem Sport genommen, um weitere Risiken zu vermeiden. „Wir sind jedoch überzeugt, dass sie aufgrund ihres Vermögens sportlich noch viel weiter hätte kommen können. Sie hatte so viel Kraft und Übersicht“, betonte Sandmann. Sie wurde unter Hartwig Rohde bis 1,45 m eingesetzt.
Zu ihren Nachkommen gehört die inzwischen elfjährige Greya (Contina) von Colestus. Im vergangenen Jahr gewann Greya mit dem amerikanischen Reiter Kent Farrington sieben 1,60-m-Grand Prix-Prüfungen, darunter den Rolex Grand Prix in Genf. Während der COVID-19-Zeit wurde bewusst daran gearbeitet, ihr genetisches Erbe mittels Embryotransfer zu sichern, das nun durch ihren gekörten Sohn Chin Grey von Chinchero weitergeführt wird. Greya verkörpert eine Zuchtphilosophie – sie ist keine Ausnahme. Auch Louis 353 (von Levisonn) stammt aus Contessa und geht unter Felicia Lang in 1,45 m-Springen an den Start.
Cassandra – Eine tragende Säule der Zucht
Mit ihrem ersten Fohlen bewies Cassandra sofort ihren Zuchtwert: Quintini (OS, geb. 2009) von Quintender. Zunächst an den belgischen Springreiter Jos Lansink verkauft, sprang Quintini später unter Pieter Clemens für Belgien zweimal fehlerfrei im Nationenpreis von Calgary (Kanada). Zudem belegten sie dritte Plätze in Weltcup-Qualifikationen in La Coruña und Amsterdam. Aktuell ist Quintini erfolgreich unter Max Wachmann unterwegs.
Das dritte Fohlen von Cassandra war Contago (OS, geb. 2011) von Cornet Obolensky. „Cornet Obolensky war eine ausgezeichnete Wahl für unsere Zucht. Ich konnte Contago in Hamburg unter Eugenio Garza Pérez sehen. Er nahm sogar an den Weltmeisterschaften in Herning und den Olympischen Spielen in Paris teil. Contago zeigt eine herausragende Einstellung. Viele Menschen sagten mir, er sei eines der besten Pferde im Rolex Grand Prix beim CHIO Aachen 2023 gewesen.“
Darüber hinaus brachte Cassandra weitere erfolgreiche Nachkommen, darunter Conny von Conthargos, derzeit erfolgreich bis 1,50 m in den USA unter Kama Godek. Auch Quintara von Quality Time, zunächst in die USA verkauft und heute in Irland in der Zucht eingesetzt, stammt von Cassandra ab.
Letzte Worte über Greya
„Greya ist eine Stute mit Charakter. Johannes Ehning sagte einmal, er habe von Anfang an ein gutes Gefühl bei ihr gehabt. Sie hatte einen sehr guten Sprung, aber es war klar, dass sie einen besonderen Reiter brauchen würde. Man konnte sie nicht streng traditionell ausbilden; sie hatte eigene Vorstellungen und brauchte ein gewisses Maß an Freiheit. Zum Glück fand sie mit Kent den perfekten Partner, der eine wirklich starke Verbindung zu ihr aufgebaut hat. Wo ein Pferd landet und bei welchem Reiter spielt immer eine entscheidende Rolle für die Entwicklung seiner Karriere.“ Das waren Wilfried Sandmanns letzte Worte über Greya. Leider erlebte er ihren größten Erfolg nicht mehr.
Greya's mother Contessa (left) with breeder Wilfried and Ulrike Sandmann
Bleiben Sie über alle Informationen zum Rolex Grand Slam auf dem Laufenden