Scott Brash (GBR) riding Hello Jefferson in the CPKC 'International' Grand Prix, presented by Rolex
Sein Name ist zum Synonym für Schnelligkeit, Präzision und große Siege geworden: Hello Jefferson, der beeindruckende Wallach von Scott Brash, schrieb dieses Jahr mit seinem Sieg beim CPKC „International“, präsentiert von Rolex in Calgary, Geschichte. Doch der Hintergrund dieses außergewöhnlichen Springpferdes ist weitaus weniger gradlinig, als seine Leistungen vermuten lassen.
Als Fohlen wurde er beim BWP unter dem Namen Jerenmias van het Hulstenhof registriert. Züchter Bernard Mols erzählt die bemerkenswerte Geschichte hinter Hello Jefferson.
Die englischen Wurzeln
Die Mutter von Hello Jefferson stammt aus England. Züchter Bernard Mols erinnert sich an den Anfang dieser besonderen Geschichte: „Ich habe etwa zwei bis drei Jahre mit Malcolm Pyrah zusammengearbeitet. In dieser Zeit bin ich auch einige seiner Pferde geritten, und er hat mich dabei ein wenig begleitet. Im letzten Jahr, als ich dort war, habe ich Hovis – die Mutter von Hello Jefferson – aus England mitgebracht. Ich habe sie dort über Malcolm gekauft. Mit dieser Stute habe ich an der belgischen Meisterschaft teilgenommen und war Mitglied des B-Teams. Sie war wirklich auf einem hohen Niveau unterwegs.
Ich habe Hovis von Malcolm Pyrah gekauft. In England habe ich nur ein Anerkennungsdokument vom Zuchtverband bekommen – im Grunde lediglich einen Ausweis. Später habe ich das dem BWP vorgelegt, die Hovis dann registriert und mir ein offizielles Papier ausgestellt haben. Nachdem ich sie aus dem Sport genommen hatte, wurde sie beim BWP vorgestellt und das wurde auch bestätigt. Aus England hatte ich also nur den Vater dokumentiert, aber durch den BWP bekam ich ein offizielles Registrierungspapier.“
Hovis' eingetragener Vater ist Irco Mena (Irco Marco – Ballymena Park x Menelek xx). Er war einer der einflussreichsten Hengste Schwedens in den 1980er und 1990er Jahren, der erstklassige Sportleistungen mit einem bleibenden Einfluss auf die moderne Zucht vereinte. Gezüchtet von Ann und Lars Gustavii, trat der Schimmelhengst erfolgreich auf internationalem Grand Prix-Niveau an und vertrat Schweden in Nationenpreisen und Weltcup-Qualifikationen. Als Sohn des legendären Irco Marco und aus Ballymena Park war er ein seltener Mix aus Vollblut-Eleganz und klassischem Springvermögen. Zu seinen zahlreichen Nachkommen, die bis auf 1,60 m Niveau konkurrieren, zählt H5 Market Irminka, was seinen Ruf als Spitzenvereber unterstreicht.
Über die Zäune springen
Bernard Mols erinnert sich gut an den Moment, als er Hovis kennenlernte: „Ich war 21 Jahre alt, als ich bei Malcolm war; insgesamt verbrachte ich drei Jahre dort, gestartet mit 19, während ich auch beim Militär war. In meinem letzten Jahr dort wusste Malcom von dieser Stute und empfahl mir, sie anzuschauen. So kam ich schließlich zu Hovis. Über ihre Mutter wusste ich eigentlich nie etwas. Was ich allerdings weiß: Der Besitzer hat mir erzählt, dass Hovis' Mutter ständig aus Wiesen oder Paddocks gesprungen ist; wenn sie genug Anlauf und die Zäune nicht hoch genug waren, sprang sie einfach darüber.“
Qualität von Hovis
Nachdem Hovis nach Belgien gebracht wurde, zeigte sich ihre Qualität schnell sowohl im Sport als auch im Charakter. „Mit Hovis selbst habe ich große Erfolge erzielt. Ich habe sie bei der belgischen Meisterschaft und auch international bis 1,50 m geritten. Beim Turnier von Harrie Theeuwes sprang sie einen 1,50 m-Kurs und wurde als bestes Pferd des Wettbewerbs ausgezeichnet; an allen drei Tagen war sie unter den Top Drei. Als Siebenjährige gehörte sie bereits zu den zehn Besten des nationalen Zyklus. Aufgrund ihrer Qualitäten habe ich sie schließlich zur Zucht eingesetzt.
Rückblickend sticht eine Eigenschaft klar hervor, die Hovis konsequent an ihre Nachkommen weitergab: ihr enormes Go. Es gibt heute weltweit nur wenige Mutterlinien mit dieser Arbeitswilligkeit. Und genau das ist auf höchstem internationalen Niveau nötig – nur Pferde mit so viel Durchhaltevermögen bestehen bei anspruchsvollsten Turnieren.“
Das Erbe geht weiter
Bernard Mols stellt fest, dass diese besondere Energie über Generationen weitergegeben wurde. „Die erste Generation, einschließlich Hello Jefferson, hat das bereits deutlich bewiesen. Nun ist auch die zweite Generation präsent. Es gibt insgesamt sieben oder acht Nachkommen von Cooper van de Heffinck aus Hovis und ihren Töchtern. Außerdem hat die Cassini-II-Tochter Hovina Mia van ’t Hulstenhof hervorgebracht, Gewinnerin des Young Riders Prize in Valkenswaard, und aus derselben Mutterlinie wurden weitere Nachkommen von Cooper van de Heffinck gezogen. Dazu zählen Tiamo van ’t Hulstenhof, ein Sohn von Cooper van de Heffinck aus Hovina, und Ubelle van ’t Hulstenhof, ebenfalls eine Tochter von Hovina, die mit Casallco gespült wurde und derzeit selbst tragend ist. Schon als Hello Jefferson bei Scott Brash ins Training kam, hatte Cooper van de Heffinck dreißig Nachkommen, von denen fünfzehn oder sechzehn erfolgreich bis 1,50 m liefen. Das sagt viel über den genetischen Einfluss dieses Hengstes.“
Obwohl Hovis bei weitem keine perfekte Stute war und sicherlich einige Schwächen hatte, war es außergewöhnlich, ein Pferd wie Hello Jefferson aus ihr zu ziehen. Die Kreuzung mit Cooper van de Heffinck erwies sich als besonders erfolgreich. Tatsächlich hat er gezeigt, dass man auch mit Stuten, die nicht zu den absoluten Top-Stuten zählten, erstklassige Sportpferde züchten konnte. Deshalb war er ein Eckpfeiler im Zuchtprogramm.“
Vom Sport zur Zucht
Der Erfolg der Hovis-Linie endete damit nicht; Mols setzte die sportliche Laufbahn und Zucht mit ihren Töchtern fort. „Hovina, die Cassini-II-Stute, habe ich selbst bis 1,45 m geritten. Jetzt habe ich noch einige Nachkommen aus dieser Linie: einen Cooper van de Heffinck, sieben oder acht Jahre alt, aus den Schwestern. Ich züchte außerdem mit einer weiteren Zirocco-Blue-Stute. Deren Vollbruder, Oscar van het Hulstenhof, ging in Eindhoven an den Start. Außerdem gibt es Mia van het Hulstenhof, die mit Roy van Beek startet und die einmal sogar den Grand Prix in Valkenswaard in der Jungenreiter-Klasse gewonnen hat. Sie stammt ebenfalls aus der Cassini-II-Stute, gepaart mit Zirocco Blue.“
Der Einfluss von Cooper van de Heffinck
Mols ist überzeugt, dass die Kreuzung mit Cooper van de Heffinck entscheidend war für das Gleichgewicht zwischen Energie und Kontrolle bei Hello Jefferson. „Was Cooper van de Heffin ck vor allem beigefügt hat, war Übersicht. Wo Hovis‘ Mutter so viel Go hatte, dass sie alles auf einmal machen wollte, trug Cooper van de Heffinck die Fähigkeit bei, konzentriert zu bleiben und die Energie effektiv zu bündeln. Das zeigte sich besonders bei Hello Jefferson: Sein riesiger Wille wurde kombiniert mit der Übersicht, die von Cooper van de Heffinck kam, was ihn wirklich besonders machte.
Hello Jefferson war schon als Fohlen bemerkenswert. Vom ersten Tag an lief er mir hinterher wie ein kleiner Hund. Bei anderen Fohlen muss man sie erst schicken – Halfter anlegen, führen – aber Jefferson lief mir frei im Trab nach, einfach so. Es war, als fragte er: Was soll ich tun? Das war wirklich außergewöhnlich. Ob es heute in der Linie noch etwas gibt, das ihm ganz ähnlich ist, weiß ich nicht.“
Cooper van de Heffinck stammt aus derselben Holsteiner Mutterlinie wie Quaprice Bois Margot. Beide führen auf den berühmten Stamm 504 — die Wella-Linie — zurück, die zahlreiche internationale Springpferde hervorgebracht hat und als eine der einflussreichsten Holsteiner Familien gilt, unter anderem hinter Pferden wie Operette La Silla. Cooper van de Heffinck war mit drei verschiedenen Reitern bis 1,45 m erfolgreich.“
Die gleiche Entschlossenheit, die Hello Jefferson als Fohlen zeigte, treibt ihn jetzt in den größten Arenen der Welt an – eine Eigenschaft, die sich beim Triumph im CPKC „International“, präsentiert von Rolex von Calgary am deutlichsten gezeigt hat.
Hello Jefferson als Fohlen von Bernard Mols
Bleiben Sie über alle Informationen zum Rolex Grand Slam auf dem Laufenden