Lilie Keenan & Kick On - Rolex Grand Slam/Ashley Neuhof
Der prestigeträchtige CANA Cup im legendären International Ring von Spruce Meadows stand am zweiten Tag des CSIO Spruce Meadows ‚Masters‘-Turniers im Zentrum der Aufmerksamkeit. Zu der 1,55-m-Qualifikationsprüfung für den CPKC ‚International‘ Grand Prix, presented by Rolex, fand sich ein herausragendes internationales Starterfeld ein, in dem sowohl der erst jüngst zum Weltmeister im Einzel gekrönte Steve Guerdat sowie weitere Reiter aus den Top 10 der Weltrangliste, namentlich Ben Maher, Daniel Deußer und McLain Ward, vertreten waren. Alle Augen waren auf den Weltranglistenersten und Anwärter auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping, Richard Vogel, gerichtet, der nach seinen Siegen 2023 und 2024 mit United Touch S sowie 2025 mit Cloudio auf seinen vierten Folgesieg im CANA Cup hoffte.
Fehlerfreie Durchläufe blieben mehr als 20 Pferd- und Reiterpaaren in der ersten Runde verwehrt, bevor es der deutschen Starterin Sophie Hinners als Erste gelang, den anspruchsvollen Parcours zu meistern. Der dreimalige Olympiasieger Ben Maher schloss sich ihr auf seinem braunen Wallach Corlander nach einem perfekten Durchlauf an und sorgte damit dafür, dass es ein Stechen geben würde.
Die Richtzeit erwies sich als kritischer Faktor, denn sieben Pferd- und Reiterpaare absolvierten den Parcours zwar ohne Fehler, mussten aber Zeitstrafen hinnehmen. Darunter auch der Kanadier Kyle Timm, der mit nur einem einzigen, frustrierenden Zeitfehler ins Ziel ritt. Als Letztes ritten Lillie Keenan und Kick On durch den Uhrturm in die Arena, begeisterten das Publikum mit einer fehlerfreien Runde und vervollständigten damit die Aufstellung für das Dreierstechen.
In derselben Reihenfolge wie in der ersten Runde machte wieder Hinners den Anfang und absolvierte auf dem 14-jährigen Grauwallach Iron Dames My Prins eine fehlerfreie Runde in 43,78 Sekunden. Als Nächstes startete Maher, der ebenfalls eine fehlerfreie Runde hinlegte, jedoch knapp über drei Sekunden langsamer als die Deutsche über die Ziellinie ritt.
So war nur noch Keenan übrig, um Hinners den Titel zu verwehren. Nach einer außergewöhnlich geschmeidigen und schnellen Runde sicherte sich die Amerikanerin mit einem Vorsprung von 2,75 Sekunden ihren ersten CANA-Cup-Sieg.
Ihren Sieg kommentierte Keenan wie folgt: „Wenn man zum ‚Masters‘ kommt, will man immer einen starken Start hinlegen, deshalb ist es einfach großartig, heute gewonnen zu haben. Jede einzelne Prüfung zählt, aber natürlich sind wir darauf aus, uns für Sonntag zu qualifizieren. Nach unserer fehlerfreien ersten Runde wusste ich, dass mir das gelungen war, und mein Pferd ist einfach so unfassbar schnell. Sein Name passt wirklich perfekt zu ihm. Als ich im Stechen antrat, dachte ich mir nur, dass wir einfach Spaß haben und tun sollten, was wir am besten können.“
Zur Richtzeit in der ersten Runde merkte Keenan weiterhin an: „Ich mag eine knappe Richtzeit, ehrlich gesagt, denn ich finde, unser Sport hat inzwischen wirklich viele talentierte Pferd- und Reiterpaare hervorgebracht. Es steht einem nur eine bestimmte Hindernishöhe zur Verfügung und unseren Sport macht es so besonders, dass er auch eine Kunstform ist. Es kommt darauf an, dass Pferd und Reiter miteinander im Einklang sind, und das muss einem unter Zeitdruck gelingen. Wenn einem die Möglichkeit fehlt, sich dafür Zeit lassen und von vorn anfangen zu können, hängt letztendlich alles vom Feingefühl ab. Ich liebe knappe Richtzeiten, muss ich ehrlich gestehen. Ich fand, dass das heute großartig umgesetzt war und damit ein wirklich tolles Stechen ermöglicht hat.“
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