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Interview mit Philipp Weishaupt und Grégory Wathelet

Gregory Wathelet and Phillipp Weishaupt during the interview at CHI Geneva 2017 Gregory Wathelet and Phillipp Weishaupt during the interview at CHI Geneva 2017

Beim CHI Genf 2017 haben Philipp Weishaupt und Grégory Wathelet die Chance auf ihren zweiten Majorsieg in diesem Jahr. Ein Interview mit den beiden Grand-Slam-Kandidaten über Kampfgeist, eigenwillige Partner und namhafte Große Preise, die jeder Reiter einmal im Leben gewinnen will.

 

Gestern haben die Wettbewerbe beim CHI Genf begonnen. Wie ist die Stimmung hier im Palexpo?

Grégory Wathelet: Einfach super! Die Atmosphäre hier ist großartig, das Publikum ist unglaublich. Es ist einfach ein richtig gutes Turnier.
Philipp Weishaupt: Absolut fantastisch. Wir kommen jedes Jahr gerne hier her, weil wir einfach wissen, was uns erwartet.


Gestern fand auch bereits die erste Qualifikation für den Rolex Grand Prix statt. Wie ist es für Sie gelaufen?

Wathelet: Für mich war es richtig gut. Ich wollte mich so früh wie möglich für den Großen Preis qualifizieren und mit dem vierten Platz gestern ist mir das gelungen. Jetzt ist für mich schon ein wenig der Druck abgefallen und ich kann mich auf den Großen Preis am Sonntag konzentrieren.
Weishaupt: Ich bin gestern in der Qualifikation ein Nachwuchspferd, die achtjährige Stute Call me Eva, geritten und hatte ein wenig Pech. Wir hatten eine gute erste Hälfte, aber die Wendung auf den Steilsprung nahm ich mit viel Risiko und hatte dort eine Verweigerung. Das war mein Fehler. Aber ich bin guter Dinge, dass mir heute Abend die Qualifikation für den Rolex Grand Prix gelingt. Da werde ich mein bestes Pferd Asathir reiten.


Geht man als aktueller Grand-Slam-Kandidat anders in so ein Turnier? Ist der Druck größer?

Wathelet: Klar. Philipp kann hier in Genf mehr Geld gewinnen als ich, also hat er auch mehr Druck. (beide lachen) Nein, im Ernst: Natürlich denken wir auch an den Grand Slam, aber im Endeffekt ist es der wichtige Grand Prix, den wir gewinnen wollen, egal, ob wir dafür einen Bonus bekommen oder nicht.
Weishaupt: Genauso sehe ich das auch. Das Preisgeld spielt immer eine Rolle, aber in erster Linie willst du als Top-Reiter einmal in deinem Leben den Großen Preis von Genf gewinnen. Der Bonus wäre super, aber alle 40 Reiter werden ihr Allerbestes geben, um zu gewinnen. Ich werde dasselbe tun, aber ohne den Bonus im Kopf. Wenn es gelingt, gelingt es. Und wenn nicht, geht das Leben weiter und ich versuche es im nächsten Jahr noch einmal. 


Welche Pferde haben Sie für den Rolex Grand Prix am Sonntag eingeplant? 

Wathelet: Ich werde Corée reiten, mit der ich im Juli in Aachen gewonnen habe. Mit ihr habe ich es in den vergangenen Wochen etwas langsamer angehen lassen, damit sie nun hier in Genf topfit ist. Heute Abend werde ich sie im Credit Suisse Grand Prix reiten, dann hat sie einen Tag Ruhe und am Sonntag steht dann der Große Preis an.
Weishaupt: Wenn ich mich für Sonntag qualifiziere, werde ich Asathir reiten. Sie war in den vergangenen Wochen sehr gut unterwegs und sie mag solche großen Hallenarenen wie hier in Genf. Gestern sprang ich sie in einer kleinen Prüfung und sie fühlte sich sehr gut an. Heute Abend starte ich mit ihr auch im Credit Suisse Grand Prix, in dem wir uns hoffentlich ein Startticket für den Rolex Grand Pric sichern werden.


Wenn Sie Ihre beiden Top-Pferde miteinander vergleichen, sind sie ähnliche Typen?

Wathelet: Ehrlich gesagt kenne ich Philipps Pferd nicht so gut, deswegen kann ich nur für meine Stute sprechen. Sie ist einfach unglaublich, aber auch unglaublich kompliziert. Eine richtige Frau, also! (lacht) Aber ich weiß, sie kann alle Parcours springen und alles gewinnen, wenn sie mich nur gut genug reiten lässt.
Weishaupt: Ich glaube nicht, dass die beiden besonders viel gemeinsam haben, eher im Gegenteil. Vielleicht kann man sagen, dass beide einen sehr starken Charakter haben. Sie gehen gerne ihren eigenen Weg. Aber ich bin in der glücklichen Position, dass meine Stute super leicht zu reiten ist. Grégory muss da schon härter arbeiten. 


Wie sieht es bei Ihnen beiden aus? Sind Sie denn ähnliche Reiter-Typen?

Weishaupt: Es wäre schön, wenn ich eines Tages mal so ein guter Reiter wäre wie Grégory. Er kann ein Pferd im Parcours einfach zwei Sekunden schneller reiten als jeder andere, und das ist eine Gabe, die nur ganz wenige Reiter auf der Welt beherrschen. Und wenn man schaut, mit wie vielen unterschiedlichen Pferden er schon Große Preise gewonnen hat, ist das wirklich erstaunlich. Ich hoffe, dass ich eines Tages mit ihm mithalten kann.
Wathelet: Ich finde, wir sind uns gar nicht so unähnlich. Jeder Reiter auf diesem Level muss gewisse Eigenschaften haben: Er muss gut organisiert sein. Er muss das, was er macht, wirklich ernst nehmen. Aber vor allem muss er ehrgeizig sein, sehr ehrgeizig! Ein richtiger Kämpfer. Wenn man auf diesem Niveau nicht wirklich gewinnen will, wird man auch nie die Chance haben, zu gewinnen. Ich glaube, Philipp und ich haben diesen Kampfgeist und deswegen konnten wir schon den ein oder anderen wichtigen Großen Preis gewinnen.


Wie schwer wird es am Sonntag für Sie werden, den Rolex Grand Prix und damit ein weiteres Grand-Slam-Major zu gewinnen? 

Weishaupt: Ich glaube, was Scott Brash mit seinem Grand-Slam-Sieg vor zwei Jahren geschafft hat, wird so schnell nicht mehr passieren. Es gibt vielleicht fünf noch aktive Reiter, die in ihrer Karriere drei Majors gewinnen konnten, und manchmal lagen da 20 Jahre zwischen den Siegen. Mehr als ein Major innerhalb einer Saison zu gewinnen, ist eine große Herausforderung. Aber ich habe ein wirklich gutes Pferd und werde mein Bestes geben.
Wathelet: Als der Rolex Grand Slam ins Leben gerufen wurde und wir Reiter zum ersten Mal den Modus gehört haben, dachten wir, es wird unmöglich sein, das zu schaffen. Dann kam Scott und er schaffte es auf Anhieb. Also haben wir gelernt, dass es eben doch möglich ist. Aber wie Philipp gerade gesagt hat, es ist sehr, sehr schwierig. Es sind die Großen Preise, die jeder Reiter einmal in seinem Leben gewinnen will. Das können wir an diesem Wochenende sehen: Alle großen Namen sind hier, mit ihren besten Pferden. Sicherlich hoffen und träumen wir alle davon, die Grand-Slam-Majors zu gewinnen, und im besten Fall im selben Jahr. Aber auch wenn einige Jahre dazwischen liegen, bleibt es eine ganz besondere Leistung. Genauso wie am Sonntag Vierter oder Fünfter im Rolex Grand Prix zu werden. Das wäre bei diesem Starterfeld auch ein tolles Ergebnis.
Weishaupt: Es wird auf jeden Fall ein harter Wettkampf werden und egal wie es ausgeht. Ich bin mir sicher, dass wir großen Sport sehen werden.

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