Rolex Grand Slam of Show Jumping

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Mittendrin Spruce Meadows 'Masters': Samstag 8. September

Philipp Weishaupt (Photo: Spruce Meadows Media / Mike Sturk) Philipp Weishaupt (Photo: Spruce Meadows Media / Mike Sturk)

Rolex-Reiter-Revue: Wichtiges aus der CSIO Spruce Meadows Masters SUNCOR Siegerrunde des Springens über 1,50 Meter

 

29 Pferde und Reiter durchliefen den von Leopoldo Palacios entworfenen Parcours im berühmten International Ring von Spruce Meadows. Jedes Paar hoffte, abschließend in der SUNCOR Siegerrunde des CSIO Spruce Meadows Masters triumphieren zu können.

Die lokalen Favoriten Eric Lamaze und sein 22-jähriges Wunderkind, Kara Chad, begeisterten die gespannten Zuschauer auf der vollen Tribüne mit fehlerfreien Ritten und beeindruckenden Zeiten von jeweils 71,10 Sekunden mit Chacco Kid und 71,45 Sekunden mit Viva – beide problemlos innerhalb der von Palacios vorgegebenen Zeit von 74 Sekunden. Ebenfalls in die zweite Runde kam Jim Ifko aus Calgary mit seinem 10-jährigen braunen Hengst, Un Diamant des Forets, der mit einer Zeit von 71,80 Sekunden ohne Fehler blieb. Sieben weitere Reiter aus sechs Ländern bestanden die schwierige Herausforderung des durch den Venezolaner zusammengestellten Parcours erfolgreich. Die Endrunde umfasste demnach 10 Paare und unter ihnen nennenswerte Reiter der Spitzenklasse wie Maikel van der Vleuten aus den Niederlanden und der Deutsche Philipp Weishaupt.

Erster am Start war sodann der Ire Connor Swail, der mit einem fehlerfreien Ritt und einer Zeit von 54,38 Sekunden früh ein aggressives Tempo vorgab. Der sechsmalige Major-Sieger Eric Lamaze mit Chacco Kid zeigte mit zwei fehlerfreien Ritten, aus welchem Stoff er und sein Pferd gemacht sind. Auch Lamazes Schützling, Kara Chad, zeigte auf Viva eine hervorragende Leistung, hatte aber beim letzten Sprung einen Abwurf und war somit nicht fehlerfrei. Der Franzose Edward Levy, der Ire Daniel Coyle und der Australier Rowan Willis lagen mit ihren Abwürfen zum Schluss in der Gesamtwertung allesamt hinter Chad. Jim Ifco schaffte zwei Nullrunden und erreichte das Ziel um Haaresbreite vor Lamaze. Philipp Weishaupt und Solitaer 41 bestachen auf dem Platz durch Eleganz und Brillanz und schoben sich mit einer beeindruckenden Zeit von 53,25 Sekunden noch vor Swail an die Spitzenposition. Für Maikel van der Vleuten, der als Letzter an den Start ging, war sein Bestes heute leider nicht gut genug, um Weishaupt den Sieg nehmen zu können.

Weishaupt, der nach seinem Sieg mit Sansibar 89 beim CANA Cup am Donnerstag eine hervorragende Woche hatte, durfte seinen Namen und den seines 10 Jahre alten grauen Wallachs Solitaer 41 nach einer ausgezeichneten Springleistung auf die SUNCOR-Siegertrophäe gravieren.

Nach dem Sieg 2017 beim CP International, presented by Rolex, mit LB Convall nimmt das Duo nun am Sonntag voll Zuversicht an der mit 3 Millionen Dollar dotierten Blue-Ribbon-Klasse teil und wird Erfolgsreiter und Landsmann Marcus Ehning beim Rolex Grand Slam der Springreiter harte Konkurrenz machen.

 

Kent Farrington und Creedance (Rolex Grand Slam of Show Jumping / Ashley Neuhof) Kent Farrington und Creedance (Rolex Grand Slam of Show Jumping / Ashley Neuhof)

Interview mit Rolex-Botschafter Kent Farrington

 

Bitte erzählen Sie uns von Ihren Pferden...

Ich habe Sherkan D’amaury bereits seit seinem 7. Lebensjahr. Heute ist er 11. Im Jahr 2016 und 2017 gewann er bei der von Rolex gesponserten Royal Windsor Horse Show in England hintereinander zwei Grand-Prix-Turniere. Es ist einfach fantastisch, wie viel Rolex für den Reitsport tut. In den letzten fünf Jahren hat das Unternehmen sein Engagement durch die Partnerschaft beim Rolex Grand Slam und den vier Majors sogar noch weiter ausgebaut. Das Turnier in Windsor ist großartig, und ich hatte bereits zweimal das Glück, Ihrer Majestät, der Königin, zu begegnen. Das zweite Mal hat sie mich sogar erkannt. Wir sind etwa gleich groß, vielleicht lag es daran! Sherkan D’amaury hat sich seitdem in ein wirklich vielversprechendes Grand-Prix-Pferd entwickelt. Mit Creedance war ich im Juli in Spruce Meadows mit dabei, und er hat hier bereits sehr viel Erfahrung gesammelt. Er kennt sich mit dem Platz aus, und daher habe ich ihn jetzt wieder mitgebracht. Er ist in dieser Klasse noch nie an den Start gegangen. Es wird die schwierigste Klasse in seiner Springlaufbahn sein. Ich hoffe auf etwas Glück und dass er am Sonntag gut in Form ist. Und dann habe noch ein anderes Grand-Prix-Pferd, Gazelle. Diese Stute habe ich nicht mitgebracht, da ich das Gefühl hatte, dass der Grand Prix nicht unbedingt zu ihr passt.

 

Erzählen Sie uns vom Februar, als Sie sich eine schwere Verletzung am Bein zugefügt hatten. Wie haben Sie Ihr Comeback geschafft?

Ja, das war eine ziemlich schwere Verletzung, die ich mir in einem Rahmenspringen über 1,30 Meter beim Winter Equestrian Festival in Florida zuzog. Mein Pferd bockte und schnellte so zurück, dass es über seinen Kopf fiel und auf meinen Füßen landete. Ich zog mir einen komplizierten Bruch des rechten Schien- und Wadenbeins zu und wurde noch am selben Abend operiert, konnte aber innerhalb von 48 Stunden – zwar mit Krücken – wieder gehen. Mein Tagesablauf danach bestand nur aus Essen, Schlafen und Reha – jeden Tag, um wieder reiten zu können. Das war eine harte Zeit für mich, weil ich, die damalige Nummer 1 in diesem Sport, noch nicht einmal selbstständig gehen, geschweige denn reiten oder an Turnieren teilnehmen konnte. Als ich das erste Mal wieder im Sattel sitzen durfte, war es schon eine Herausforderung, und es fiel mir schwer, mir eine Rückkehr in den Turniersport und das Springreiten beim Grand Prix vorzustellen. Ein wichtiger Teil meiner Genesung war mentales Training. Ich musste daran glauben, dass ich das alles überstehen würde. Und das war der eigentliche Kampf. Ich habe es meinen sehr guten Trainern und Ärzten zu verdanken, dass sich für mich jetzt fast alles wieder normal anfühlt, obwohl das Bein mir manchmal – wenn es draußen kalt ist oder wenn ich mich noch nicht eingeritten habe – doch hier und da noch Beschwerden bereitet.

 

Bereiten Sie sich und Ihr Pferd auf den Rolex Grand Slam der Springreiter anders als auf die anderen 5*-Turniere vor?

Ich versuche eigentlich, nicht so viel zu ändern. Meine Vorbereitungen laufen daher im Großen und Ganzen immer gleich ab. Die Wahl des richtigen Pferdes für das jeweilige Turnier ist viel wichtiger. Danach gilt es dafür zu sorgen, dass es genau zur rechten Zeit seine Spitzenleistung erbringt. Für das Major-Turnier in ‘s-Hertogenbosch würde ich zum Beispiel ein anderes Pferd als für den CHIO Aachen wählen. Leider konnte ich dieses Jahr aufgrund meiner Verletzung weder an dem einen noch an dem anderen Turnier teilnehmen. Ich hinke buchstäblich etwas hinterher. Aber hoffentlich klappt es nächstes Jahr, dass ich an allen vier Rolex Grand Slam Majors teilnehmen kann. Davon abgesehen besteht unsere Vorbereitung darin, dass wir den Pferden etwas Auszeit geben, damit sie vor einem so großen Turnier wie diesem mehr Energie haben. Das Springen am Sonntag ist sehr anspruchsvoll, daher gönne ich Creedance eine etwas längere Pause als sonst.

 

Kaytlyn Brown (Photo: Rolex Grand Slam of Show Jumping / Ashley Neuhof) Kaytlyn Brown (Photo: Rolex Grand Slam of Show Jumping / Ashley Neuhof)

Hinter der Stalltür mit Kaytlyn Brown, Stallmeisterin bei Eric Lamaze

 

Eric Lamaze tritt am Sonntag mit Fine Lady beim CP International, presented by Rolex, an. Erzählen Sie uns etwas über diese Stute...

Sie hat sehr viel Charakter und ist ein ganz besonderes Pferd. Entweder sie mag Sie, oder sie mag Sie nicht. Und wenn sie Sie nicht mag, macht sie es einem nicht gerade einfach, sie zu versorgen. Obwohl sie zu den älteren Stuten zählt, wirkt sie nicht so. Sie ist 15 Jahre alt und macht den Eindruck einer Sechsjährigen. Der Gang zum Turnierplatz ist immer eine Herausforderung, da sie sehr geräuschempfindlich ist. Ohrstöpsel kommen bei ihr nicht in Frage, weil sie uns ihre Ohren nicht berühren lässt. Und auch ihr Gesicht ist ein Problem. Das dürfen wir noch nicht einmal bürsten. Aber obwohl sie hier und da schwierig sein kann, ist sie im Großen und Ganzen ein Pferd, mit dem ich sehr gut zurechtkomme.

 

Sie kennen sich in Spruce Meadows aus wie in Ihrer Westentasche. Was gefällt Ihnen hier besonders?

Mit gefällt es sehr, dass es ein Turnier der alten Schule ist und dass hier das pferdebegeisterte Publikum im Mittelpunkt steht. Auf dem Weg zum International Ring sehen Sie all diese Zuschauer, die sich für diesen Sport begeistern. Ein unglaublicher Anblick. Sie wissen genau, um was es geht und was das Ziel ist. Und jeder hat seinen Lieblingsreiter, den er sehen will. Spruce Meadows ist einfach ein wirklich cooler Ort.

 

Inwiefern unterscheidet sich für Sie der Rolex Grand Slam der Springreiter von „normalen“ 5* Major-Turnieren?

Er ist einfach viel spannender. Die besten Pferde und Reiter treten bei den Majors an – das ist einfach ein anderes Niveau. Ich bin vor jedem Turnier nervös, aber vor einem Major wie dem CSIO Spruce Meadows Masters ist für uns Kanadier der Druck besonders hoch. Und damit müssen wir zusätzlich zu allem anderen zurechtkommen. Ich war schon bei den Majors beim CHIO Aachen und den Dutch Masters, beides fantastische Turniere, aber für mich ist Spruce Meadows eine ganz besondere Veranstaltung.

 

Erzählen Sie uns bitte etwas über Ihren Werdegang...

Ich bin noch jung und habe in meinem Beruf noch nicht so viel gemacht. Ich habe mit 5 Jahren mit dem Reiten angefangen und mich einfach in die Sportart verliebt. Aber komischerweise ist das Reiten selbst nicht unbedingt mehr meine Lieblingsbeschäftigung. Ich will einfach nur bei den Pferden sein. Ich habe dort, wo ich aufgewachsen bin, in einem Handelsstall gearbeitet und dann bei einem Sattelhersteller, weil ich in der Reiterbranche arbeiten wollte. Aber ich habe gemerkt, dass ich nur dann glücklich bin, wenn ich direkt mit Pferden arbeiten kann. Danach habe ich Chemie studiert und auch einige Wirtschaftskurse belegt, aber ich war nicht mit dem Herzen dabei. Vor drei Jahren habe ich dann die Arbeit in Torrey Pines bei Eric Lamaze begonnen und bin immer noch mit Begeisterung dabei.

 

Was ist als erstklassige Stallmeisterin Ihr Traum beim Springreiten?

Das ist eine schwierige Frage. Natürlich würde ich gerne 2020 bei den Olympischen Spielen in Tokio dabei sein. Aber abgesehen davon, schätze ich mich einfach glücklich und freue mich, das tun zu dürfen, was ich momentan tue. Ich liebe meine Arbeit und das, was ich jeden Tag mache, macht mich glücklich. Ich erwarte nicht viel mehr. Man könnte also sagen, dass ich bereits jeden Tag meinen Traum lebe.

 

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Es ist an der Zeit.

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