Rolex Grand Slam of Show Jumping

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Mittendrin beim CHI Genf: Freitag, 7. Dezember

Steve Guerdat mit Alamo (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton) Steve Guerdat mit Alamo (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton)

Der Schweizer Held Steve Guerdat stiehlt im Rolex IJRC Top 10 Finale allen die Show

 

Das Rolex IJRC Top 10 Finale, bei dem die weltbesten Reiter um die begehrte Trophäe kämpfen, verspricht immer Spitzensport und hat auch in diesem Jahr nicht enttäuscht. Es war ein Heimsieg für den Schweizer Helden Steve Guerdat auf Alamo, der die Menge mit einem atemberaubenden Ritt in 39,75 Sekunden begeisterte. Der Schwede Henrik von Eckermann lag knapp dahinter, konnte aber die Millisekunden, die ihn von dem ehemaligen Olympiasieger trennten, nicht aufholen. Mannschaftsweltmeister McLain Ward aus den USA und seine überwältigende Stute Clinta absolvierten einen lehrbuchmäßigen Ritt, der ihm den dritten Podiumsplatz einbrachte.

War es schwer für Sie, auf das Endergebnis zu warten?

Ja, es ist manchmal sehr schwer zu warten, besonders wenn noch so gute Reiter am Start stehen. Jedes Mal, wenn ein neuer Reiter in den Parcours einritt, wurde ich nervöser und hoffte, dass wir die Führung behalten können. Ich war sehr glücklich über meinen Ritt heute Abend. Es fühlt sich unglaublich an.

Wann haben Sie sich entschieden, Alamo für diesen Wettkampf anzumelden?

Ich habe Alamo vor einiger Zeit für dieses Finale eingeplant. Ich habe ihn letzte Woche hauptsächlich deshalb mit nach Paris genommen, um ihn auf diesen Wettkampf vorzubereiten. Er ist ein etwas nervöses Pferd. Also wollte ich ihm mehr Zeit im Parcours geben, um seine Nerven zu beruhigen. Ich hatte ein wirklich gutes Gefühl mit ihm auf dem Abreiteplatz. Er hörte mir wirklich zu; also beschloss ich, im Stechen alles zu geben. Alamo hat im Parcours sehr gut auf mich reagiert und ist wunderbar gegangen; ich bin einfach nur stolz auf ihn.

Können Sie uns sagen, was Sie während des Stechens dachten?

Ich wusste, dass Alamo ein sehr guter Springer ist und dass er schnell ist. Er hat einen gewaltigen Galopp und springt gut vorwärts, daher kam mir dieser Stechparcours sehr entgegen. Meine Wendung zur Mauer war nicht perfekt, also dachte ich nach der Kombination, dass ich wirklich alles geben muss. Ich verlängerte die Galoppsprünge noch mehr bis zum vorletzten Hindernis, und mein Pferd half mir da wirklich. Dann entschied ich mich, noch mehr Tempo zu machen und beim letzten Hindernis einen Galoppsprung weniger zu reiten. Alamo war einfach unglaublich. Aber ich war auch erleichtert, dass keine Hindernisse mehr kamen, denn ich glaube nicht, dass ich ihn noch hätte halten können.

Wie fühlt es sich an, sich mit Rodrigo Pessoa den Rekord der meisten Siege beim CHI Genf zu teilen?

Rodrigo war ein Idol von mir, als ich jünger war. Zu erfahren, dass wir beide heute die gleiche Anzahl Siege in Genf errungen haben, fühlt sich unglaublich an und ist sehr schön zu hören!

Joanne Sloan-Allen mit Suma's Zorro (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton) Joanne Sloan-Allen mit Suma's Zorro (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton)

Interview mit Joanne Sloan Allen – Besitzerin von Suma‘s Zorro

 

Was haben Sie gedacht, als Sameh in Spruce gewonnen hat?

Das war tatsächlich ziemlich kurios, weil ich nicht wusste, dass er gewonnen hatte. Es sah so aus, als wäre Sameh Zweiter, und ich konnte die Anzeige nicht sehen, weil ich wirklich klein bin. Also habe ich alle gefragt: „Hat er gewonnen?“. Schließlich habe ich es erfahren und konnte vor Aufregung und Emotionen einfach nicht an mich halten. Der zweite Umlauf war unglaublich. Mir liefen die Tränen, weil das alles war, wofür wir gearbeitet hatten. Es war alles, wofür Zorro gearbeitet hatte. Ihr ganzes Leben lang hatten die Leute gesagt, dass sie kein Springvermögen hätte. Aber jetzt tritt sie in dieser 1,70m-Klasse an, und niemand kann mehr sagen, dass sie kein Springvermögen hat. Ich freue mich so sehr für Sameh. Wir haben einen langen Weg hinter uns, und ich hatte das Gefühl, dass dies sein Jahr ist.

Wie haben Sie danach gefeiert?

Wir aßen eine Suppe und stiegen ins Flugzeug! Wir waren in so einem Rausch, aber wir mussten ins Flugzeug steigen, um direkt nach Tryon zu fliegen. Dann verlor Sameh seine Medaille. Das war vielleicht ein Drama. Wir kamen nach Hause und sein Koffer war noch nicht am Flughafen Dublin angekommen. Also sagte ich: „Gut, dass ich die Medaille in dein Handgepäck getan habe.“ Da wurde er sehr still. Sameh erzählte mir, dass er die Medaille in den Koffer gepackt hatte, weil sie zu schwer zum Tragen war. Zwei Tage später immer noch kein Koffer, und wir wollten nach Tryon fahren. Sameh fragte: „Was machen wir jetzt?“ Also habe ich es auf Facebook veröffentlicht, und alle haben geholfen und es geteilt, und schließlich hat jemand den Koffer gefunden. Erst eine Woche später haben wir ein Hoffest für alle organisiert. Aber wir planen ein Weihnachtsfest nach diesem Turnier.

Was hat Zorro für eine Persönlichkeit?

Zorro ist das perfekte Pony. Wenn man im Leben nur ein Pferd hätte, müsste es Zorro sein. Sie lässt sich reiten wie ein Engel. Sie ist süß. Sie ist freundlich. Sie hat ein paar Macken – sie hasst Tierärzte und sie hasst es, wenn sie geschoren wird, aber sie ist das netteste, süßeste Pferd. Sie will einfach nur gewinnen. Sie glaubt, dass sie alles springen kann. Ich bekam sie als Fohlen im Alter von drei Monaten, und sie kam mit sechs Monaten auf den Hof. Bei ihrer Ankunft trat sie aus dem Anhänger, trabte zu einem Tor mit fünf Querbalken und hüpfte drüber. Seitdem ist sie so fantastisch geblieben.

Was haben Sie in diesem frühen Alter in Zorro gesehen?

Vor 14 oder 15 Jahren, als wir gerade mit unserem grünen Programm in den Sycamore Stables begannen, gab es einen Abverkauf, bei dem alle Stuten verkauft wurden. Ich sah dieses Stütchen, das einfach nur sprang und sprang. Ich sagte zu meinen Eltern, dass wir sie kaufen müssen. Die Sprungtechnik, die sie jetzt hat, ist die gleiche, die sie im Alter von drei Monaten hatte. Sie sieht einfach wie ein kleiner Star aus, und das war sie schon immer.

Können Sie etwas über Ihre Vorahnung vor Spruce erzählen?

Sameh und ich sind selten unterschiedlicher Meinung, wir arbeiten so gut zusammen. Aber er wollte unbedingt bei den Weltreiterspielen antreten, die nach Spruce stattfanden. Wir waren uns zunächst einig, dass wir nicht an beiden Turnieren teilnehmen könnten. Aber eines Tages hatte ich diesen Traum, dass Sameh nach Spruce gereist war und gewonnen hatte. Ich teilte ihm also am Morgen mit, dass er nach Spruce gehen würde. Sameh war nicht einverstanden. Aber ich glaubte, dass wir beides schaffen könnten. Zwischen den Wettkämpfen lagen ausreichend freie Tage, und die Stute war wirklich fit. Ich dachte, das sei ihr Jahr und deshalb musste sie antreten. Ich sagte Sameh, dass er so enttäuscht wäre, wenn er in Tryon einen Abwurf hätte und nicht nach Spruce gegangen wäre. Immerhin ist Spruce Teil des Rolex Grand Slams, eine einmalige Gelegenheit, die man ergreifen muss. Noch am Morgen des Turniers sagte ich zu Sameh: „Das ist dein Parcours.“ So sollte es sein.

Wie ist es, mit Sameh zu arbeiten?

Er ist erstaunlich, wir arbeiten so gut zusammen. Es ist schwer, jemanden mit den gleichen Ideen und Einstellungen zu finden. Ich wollte versuchen, ganz nach oben zu kommen, dabei aber die Pferde im Blick behalten; sie stehen immer an erster Stelle. Es ist schwierig, wenn man ein Wettkämpfer wie Sam ist, einen Besitzer im Hintergrund zu haben, der sagt: „Heute nicht.“ Aber er glaubt genauso wie ich daran, dass die Pferde an erster Stelle stehen sollten. Sameh ist ein echter Wettkämpfer. Ich glaube so sehr an ihn. Ich glaube, wenn der Tag stimmt und der Parcours stimmt, dann wird Sameh gewinnen.

Erzählen Sie mir von Ihrem Werdegang!

Ich glaube, Pferde liegen einem im Blut. Meine Großeltern mütterlicherseits waren im Renngeschäft, das lag ihnen im Blut. Als wir klein waren, nahm meine Mutter meine Schwester und mich mit zum Reiten. Meine Schwester gab früh auf, aber ich blieb dabei. Ich habe an der Universität einen betriebswirtschaftlichen Abschluss auf Französisch erworben und dann meinen eigenen Hof aufgebaut. Ich hatte das Glück, in England von einigen fantastischen Leuten wie David Broom zu lernen. Dann habe ich meinen eigenen Hof aufgebaut. Es macht mir Spaß, Pferde aufzuziehen.

Verkaufen Sie Ihre Pferde weiter? Wie entscheiden Sie, welche Pferden Sie behalten?

Leider können wir sie nicht alle behalten. Es ist uns sehr wichtig, dass unsere Pferde an den richtigen Ort kommen, und ich bin sehr wählerisch, zu wem sie kommen. Bisher hatten wir viel Glück; alle unsere Pferde sind in sehr gute Hände gekommen. Wir haben im Moment acht Fünfjährige, die wir nicht alle behalten können. Manchmal behalten wir sie, je nach Geschlecht oder Abstammung. Wir entscheiden uns auch für Pferde, die zu unserem System passen.

Werden Sie nervös, wenn Sie Ihre Pferde im Wettkampf beobachten?

Es ist schwieriger zuzusehen, als selbst aktiv zu sein. Wenn ich springe, gibt es nur mich und das Pferd. Aber wenn ich draußen stehe, kann ich nichts tun, und das frustriert mich sehr. Ich springe bei jedem Hindernis mit Sam mit und schnalze bei jedem Sprung. Er sagt immer, ich soll damit aufhören! An jedem Hindernis bin ich bei ihnen. Manchmal denke ich, dass ich einen Herzinfarkt bekomme. Teil von etwas so Besonderem zu sein, ist so großartig.

Schauen Sie lieber zu oder reiten Sie lieber selbst?

Zuzuschauen ist eine Qual. Sam sagt dasselbe. Wenn Sie Ihre Arbeit und die Pferde so lieben, ist es unmöglich, nicht diesen Adrenalinschub zu bekommen.

Wie hat der Rolex Grand Slam im Springreiten Ihrer Meinung nach den Springsport verbessert?

Das Gefühl, das man hier in Genf bekommt, ist Stolz, Geschichte und Tradition. Das ist auch das, was man in Spruce Meadows spürt. Es ist eine riesige, qualitativ hochwertige Veranstaltung. Sie sind so stolz auf ihren Platz und alles andere. Für mich ist Rolex der perfekte Partner. Wenn man an die Marke Rolex denkt, denkt man an Qualität, Präzision, an Stolz auf das, was sie tun. Für mich ist der Springsport ein Zusammenspiel zwischen beidem. Wenn ein Sponsor wie Rolex in den Sport tritt und den Grand Slam veranstaltet, verändert dies das Leben von Menschen wie Sameh und die anderen auf unserem Hof. Seit acht Jahren bemühen wir uns und kommen Schritt für Schritt weiter; der Einstieg in diese Turniere ist sehr schwierig. Einen Rolex Major zu gewinnen, war unglaublich für Sameh. Wir waren ein winziger Hof in Nordirland, und dass wir an einem solchen Turnier teilnehmen und eine Chance haben, ist ein solcher Traum. Also dass Rolex Teil dieses Traums ist, ist großartig.

Sind Sie schon einmal in Genf angetreten?

Noch nie.

Was sind Ihre Ziele und Träume für die Zukunft?

Unsere Zukunft ist es, den nächsten Rolex Grand Prix mit Zorro zu gewinnen. Am Sonntag steht der Rolex Grand Prix an und nächste Woche Prag. Sameh ist qualifiziert, weil er in Paris gewonnen hat. Die nächsten Monate werden wir dann langsamer angehen lassen. Wir werden wieder mit unseren anderen Pferden arbeiten und sie fordern, da wir sie für einige Zeit zurückgestellt hatten. Im Januar wollen wir auf dem Hof sein und versuchen, ein paar Pferde zu verkaufen. Dann gehen wir im Februar auf Tour, und alles beginnt wieder von Neuem. Wir sind in Bewegung, wechseln ständig die Pferde und genießen jede Minute. Es ist eine unglaubliche Zeit. Wenn man es nicht zu schätzen weiß und genießt, warum würde man es dann tun? Manchmal muss man innehalten und sich daran erinnern, wie erstaunlich das alles ist.

Gérard Lachat (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton) Gérard Lachat (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton)

Interview mit Gérard Lachat, Parcoursbauer beim Swiss Rolex Grand Prix

 

Wie lang dauert es, einen Parcours für den Rolex Grand Prix zu entwerfen?

Ich habe mit der Planung vor zwei Wochen begonnen. Wir haben ein paar Ideen gesammelt und skizziert, was wir vorhatten. Dann habe ich letzte Woche den Plan fertiggestellt, und diese Woche stimmen wir alle technischen Details ab und machen den Feinschliff, bevor wir am Sonntag aufbauen.

Wie viele fehlerfreie Ritte erwarten Sie am Sonntag?

Im Idealfall möchten wir, dass zwischen acht und zwölf Reiter fehlerfrei durchkommen, aber manchmal ist es schwer vorherzusagen, wie die Pferde auf den Parcours reagieren.

Wie haben Sie mit dem Parcoursbau begonnen?

Ich habe vor langer Zeit angefangen, zuerst als Assistent bei nationalen Wettbewerben in der Schweiz, dann bin ich vor sieben Jahren auf internationales Niveau aufgestiegen. Ich bin seit fünf Jahren beim CHI Genf und genieße es sehr, Teil einer so renommierten Veranstaltung zu sein. Die Atmosphäre ist immer großartig, und die weltbesten Pferde und Reiter treten hier an. Es ist fantastisch, an einem solchen Turnier beteiligt zu sein.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten?

Am besten gefällt mir, die Teilnehmer im Parcours zu sehen, den sie hoffentlich genießen. Ich bin auch immer von den Ergebnissen fasziniert, also freue ich mich darauf herauszufinden, wer sich gut schlägt und wer nicht!

Spüren Sie zusätzlichen Druck, wenn Sie einen Parcours für ein Rolex Major entwerfen?

Ja, wenn man einen Parcours für einen Rolex Grand Prix entwirft, lastet definitiv zusätzlicher Druck auf einem. Die Majors sind die größten Wettkämpfe der Welt und der Höhepunkt der Saison, also muss man es richtig machen und die besten Ergebnisse erzielen.

Hat sich die Kunst des Parcoursbaus weiterentwickelt, seit Sie damit begonnen haben?

Ja, vieles hat sich verändert. Die Stangen sind viel leichter geworden, was man bei der Planung berücksichtigen muss. Die Fähigkeiten der Reiter und Pferde haben sich weiterentwickelt und verbessert, sodass man den Parcours technischer gestalten muss, um sie mehr herauszufordern, und man muss sich mehr denn je auf die Linienführung und Distanzen konzentrieren.

Welche Reiter haben Ihrer Meinung nach gute Chancen, am Sonntag zu gewinnen?

Es ist sehr schwierig vorherzusagen, wer am Sonntag gut abschneiden wird. Wir haben die weltbesten Reiter-Pferd-Paare dabei, und es ist fast unmöglich, unter ihnen auszuwählen. Aus Schweizer Sicht würde ich gerne Steve Guerdat gewinnen sehen, aber wer weiß!

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Es ist an der Zeit.

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