Rolex Grand Slam of Show Jumping

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Mittendrin im CSIO Spruce Meadows 'Masters' 2021: Sonntag, 12. September

Steve Guerdat and Venard de Cerisy (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Steve Guerdat and Venard de Cerisy (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Steve Guerdat ist neue Anwärter auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping!

 

Die diesjährige Auflage des CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ fand ihren Höhepunkt in der Spitzenprüfung der Woche, dem CP ‘International’, presented by Rolex. Beim zweiten Major des prestigeträchtigen Rolex Grand Slam of Show Jumping des Jahres 2021 traten 28 Pferd- und Reiterpaare gegeneinander an, um Titelanwärter auf den Rolex Grand Slam zu werden. Der Österreicher Max Kühner, der im April beim The Dutch Masters Rolex Grand Prix den Sieg errungen hatte, hatte sich vorgenommen, seinen Status als Anwärter auf den Titel zu verteidigen.

Bei der ultimativen Springprüfung für Pferd und Reiter galt es, 14 anspruchsvolle Hindernisse auf einem von Leopoldo Palacios gestalteten Parcours im International Ring der Reitanlage Spruce Meadows zu überwinden. Das Turnier wurde vor den kritischen Augen von 2.000 Zuschauern abgehalten – der Höchstzahl von Gästen, die aufgrund von COVID-19-Einschränkungen erlaubt war. Es ging um alles für die 12 Paare, die in die zweite Runde vorgedrungen waren, und jedem war klar, dass wenig Raum für Fehler blieb.

Der Australier Rowan Willis, ein bekanntes Gesicht bei Spruce Meadows, gab das Tempo im ersten Umlauf vor, als er mit seiner 15-jährigen Stute, Blue Movie, einen fehlerfreien Ritt in 80,99 Sekunden absolvierte. Heimfavorit Mario Deslauriers schaffte es mit Leichtigkeit in die zweite Runde, indem er die Ziellinie auf seiner 12-Jahre-alten Stute, Bardolina 2, in 83,00 Sekunden ohne Strafpunkte überquerte. Nur der Schweizer Steve Guerdat und die Australierin Hilary Scott schafften es ebenfalls, den Parcours im ersten Umlauf strafpunktfrei zu absolvieren. Die anderen acht Reiter, die es in die zweite Runde schafften, waren der Ägypter Nayel Nassar, die Kanadierin Erynn Ballard, Carlos Hank Guerreiro aus Mexiko, der Brite Scott Brash sowie Kent Farrington, McLain Ward, Will Simpson und Natalie Dean aus den USA.

Die beiden Amerikaner Kent Farrington und McLain Ward hatten das Glück auf ihrer Seite und steuerten ihre vierbeinigen Partner fehlerfrei durch den zweiten Parcours, nachdem sie im ersten Umlauf jeweils einen Abwurf hatten. Dem amerikanischen Paar dicht auf den Fersen war der amtierende Rolex Grand Slam-Champion Scott Brash, der nur vier Strafpunkte zu seinem Ergebnis der ersten Runde hinzufügte. Die Führung übernahm jedoch der ehemalige Weltranglistenerste Steve Guerdat, nachdem er seinen 12-jährigen Wallach, Venard de Cerisy, mühelos über den 14-Sprung-Parcours geführt hatte. Nach Guerdat folgten noch zwei Reiter: Deslauriers und Willis, die beide nicht in der Lage waren, ihre Leistungen aus dem ersten Umlauf zu wiederholen. So wurde der dreimalige World Cup-Gewinner (2015, 2016, 2019) und  Einzel-Olympiasieger des Jahres 2012 zum Sieger des CP ‘International’, presented by Rolex, und damit zum Anwärter auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping.

Guerdat ist der einzige Reiter, der seit der Einführung des Rolex Grand Slam of Show Jumping an jedem der Majors teilgenommen hat. Zu seiner Leistung äußerte er sich wie folgt: „Ich habe schon als kleines Kind davon geträumt, in diesen Klassen den Sieg zu erringen. Soweit ich zurückdenken kann, waren Gewinne in Calgary und Aachen mein Ziel. Ich hatte das große Glück, in Genf schon einige Male den Sieg davonzutragen, aber Aachen und Calgary hatten mir noch gefehlt. Ich werde nicht aufgeben, bevor ich diese Erfolge erreicht habe. Einen davon habe ich jetzt, und schon bald werde ich mein Glück beim nächsten versuchen. Wir Reiter brauchen so einen Ansporn, glaube ich.“

„Venard ist ein sehr kräftiges und mutiges Pferd, in dem viel Leistung steckt. Er springt mit Leidenschaft und Energie. Seine Technik ist nicht immer perfekt, aber weil er so stark und stets willig ist, haben wir im Laufe der Jahre ein Verständnis füreinander entwickelt. Er ist ein sehr sensibles Pferd – das Auf- und Absteigen ist nicht einfach, er ist bei allem ein bisschen schüchtern. Aber wenn er ein Hindernis sieht, will er einfach nur drüber.“

Linda Southern-Heathcott (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Linda Southern-Heathcott (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Auf ein Wort mit den Veranstaltern:

Linda Southern-Heathcott

 

Sie müssen froh sein, dass die diesjährige Ausgabe des CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ jetzt doch noch stattfindet, nachdem sie im letzten Jahr wegen COVID-19 abgesagt wurde?

Wir sind überglücklich, dass die Pferde wieder springen dürfen. Es war nicht einfach, aber wir freuen uns, die Reiter und Pferde zu sehen. Seit gestern dürfen wir zweitausend Fans pro Tag hereinlassen und wir haben uns entschieden, nur komplett Geimpfte zuzulassen. Wir mussten unglaublich viele Vorgaben beachten, weil das von der kanadischen Regierung so vorgeschrieben wurde. Die letzten 16 bis18 Monate waren hart, aber es ist richtig toll, sich zu treffen und wir genießen es, die Prüfungen zu verfolgen und zu sehen, wie gut die Reiter und Pferde sind.

Wie würden Sie die letzten 18 Monate beschreiben?

Für mich lassen sich die letzten 18 Monate am besten mit den Wörtern Resilienz und Flexibilität zusammenfassen. Aufgrund von COVID-19 muss alles über die Regierung laufen, was viel Geduld und Belastbarkeit erfordert. Es gibt keinen geradlinigen Weg von A nach B  – man muss viele Kurven einplanen. Wir müssen uns an die Vorschriften der Regierung anpassen und daran, was COVID-19 uns auftischt. Ich bin sicher, keine Regierung macht es einem leicht, aber Kanada hat es uns extrem schwer gemacht. Unsere Grenzen waren geschlossen und wurden erst vor fünf Tagen geöffnet.

Wir haben im Februar mit einem Antrag bei der Provinz begonnen. Hierbei handelte es sich um ein 100-seitiges Dokument, das unter anderem einen COVID-19-Risikominderungsplan beinhaltete. Dieser musste von dem für unsere Provinz zuständigen Ministerium, Alberta Health, abgesegnet werden und anschließend noch von unserem Chief Medical Officer, Dr. Deena Hinshaw. Das hat bis zum 6. Juni gedauert, sprich von Februar bis Juni waren wir zwar mit den Behörden in Kontakt, aber es wurde nichts genehmigt. Am 18. Juni erhielten wir die Genehmigung vom Ministerium. Anschließend mussten wir das Dokument der Bundesregierung vorlegen und dort bei vier weiteren Ministerien eine Ausnahmeregelung im nationalen Interesse beantragen: beim Ministerium für Kultur, das für Sport zuständig ist; nochmal beim Gesundheitsministerium; beim Einwanderungsministerium wegen der Grenzangelegenheiten; und beim Wirtschaftsministerium. Neben der Genehmigung dieser Ministerien mussten wir außerdem eine Erlaubnis einholen, um so viele Menschen auf Spruce Meadows zu versammeln zu dürfen. Um es mit einem Wort zu beschreiben: Ich denke, Geduld trifft es am besten!

Wie viel harte Arbeit mussten Sie und Ihr Team leisten, um die diesjährige Ausgabe des CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ erfolgreich auf die Beine zu stellen?

COVID-19 hat uns das Leben sehr schwer gemacht. Sobald feststand, dass wir 2020 keine Veranstaltungen mehr abhalten durften, war uns klar, dass dies große Auswirkungen für uns haben würde. Wir hatten Umsatzeinbußen von 90 Prozent und mussten 100 Mitarbeiter entlassen, von denen einige bereits mehr als 20 Jahre lang für uns tätig waren. Wir haben nur 30 Mitarbeiter behalten: 10 im Büro, 10 im Pferdeprogramm und 10 im Bereich Wartung und Betrieb. Die Leute im Büro haben wirklich harte Arbeit geleistet. Unser Wettbewerbsleiter, Conor Charlton, hat die Führungsrolle bei der Antragsstellung an die Regierung übernommen. Er hat extrem hart gearbeitet und dabei immer eine positive Einstellung an den Tag gelegt. Unser gesamtes Team hat an einem Strang gezogen und es geschafft, mit weniger Ressourcen mehr zu erledigen. Aber es war nicht einfach. Ich habe unheimlich viel Respekt vor ihnen.

Hannah Rajotte and Patronusin (Photo: Spruce Meadows Media / Mike Sturk) Hannah Rajotte and Patronusin (Photo: Spruce Meadows Media / Mike Sturk)

Meet the Next Gen mit:

Hannah Rajotte

 

Welche Erfolge hoffen Sie bis zum Jahresende noch zu erzielen?

Ich habe gerade erst meinen High-School-Abschluss gemacht und nehme mir jetzt ein paar Jahre frei, um mich auf das Reiten zu konzentrieren. Ich hoffe, dass ich daraus eine Karriere machen kann. Wie sich dieser Plan in absehbarer Zeit entwickeln wird, kann ich nicht sagen, aber idealerweise möchte ich jemanden finden, für den ich eine Weile lang arbeiten und reiten kann und bei dem ich ein oder zwei Pferde selbst mitbringen darf.

Wie sehen Ihre Pläne und Ziele für 2022 aus?

Ich bin erst vor kurzem das erste Mal in der 1,45 m-Klasse mit einem meiner Pferde gesprungen. Je nachdem, wie die Dinge laufen und welche Pferde ich habe, ist ein wichtiges Ziel mein erstes 1,50 m-Springen oder, mich bei den höheren Turnieren etwas besser zu behaupten. Da habe ich noch nicht so viel Erfahrung. Und für mich persönlich möchte ich etwas mehr Selbstbewusstsein entwickeln, damit es mir leichter fällt, bei den Veranstaltungen mehr Leute anzusprechen und neue Kontakte zu knüpfen.

Worauf sind Sie in Ihrer Karriere besonders stolz?

Schwer zu sagen, aber ein Highlight war die Auszeichnung als Xerox Junior Rider of the Year 2019, die ich hier erhalten habe. Klar, dass sich so eine Anerkennung gut anfühlt, aber zur Ehrung bin ich auf meinem eigenen Pferd, Theo, in den International Ring geritten. Er ist etwas eigen und sensibel, doch von dem Moment an, als wir die Arena betraten, war er brav und gelassen – das war ein tolles Gefühl. Und letzten Freitag war ich mit Theo wieder im International Ring, und das war noch besser. Es fühlt sich an, als hätten wir den ersten Schritt in eine neue Richtung gewagt.

Erzählen Sie uns mehr über die Pferde in Ihrem Stall...

Im Moment habe ich zwei Wallache. Theo ist mein erfahrener Partner, den ich inzwischen seit drei Jahren habe. Wir haben uns gemeinsam hochgearbeitet. Bevor er zu mir kam, hatte er nur an Turnieren bis 1,20 m teilgenommen. Er war ein Vielseitigkeitspferd und ich hatte nur Erfahrung in Wettkämpfen bis 1,30 m. Wir sind unser erstes 1,30 m-Springen zusammen geritten, ebenso wie unser erstes 1,40 m und unsere U25-Klassen, wo wir ein paar Siege erzielt haben. Ich habe also eine sehr gute Beziehung zu ihm. Er hat mein Selbstvertrauen enorm gestärkt. Mein anderes Pferd habe ich von Spruce Meadows gepachtet. Sein Name ist Charlie [S 15]. Er ist ein bisschen ausgeglichener als Theo und soll mir beim Training helfen, um beständiger auf dem 1,40 m-Level zu werden. Er ist ein guter Partner, der seine Arbeit jeden Tag mit Freude verrichtet. Außerdem ist er sehr besonnen und bestrebt, saubere Sprünge hinzulegen. Beide von ihnen lieben das, was sie tun.

Wer hat Sie im Laufe Ihrer Karriere am meisten inspiriert?

Da könnte ich vermutlich alle Spitzenreiter nennen. Beezie Madden ist schon lange ein Idol für mich, ebenso wie Tiffany Foster. Meine Mutter hat mir immer geholfen und mich auf meinem bisherigen Weg

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Es ist an der Zeit.

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