Rolex Grand Slam of Show Jumping

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Mittendrin im The Dutch Masters: Samstag, 12. Marz

(Photo: Rolex Grand Slam / Peggy Schröder) (Photo: Rolex Grand Slam / Peggy Schröder)

Pieter Devos gewinnt die Audi Preis

 

38 Teilnehmer aus 14 Nationen bildeten die beeindruckende Starterliste für den Audi Preis (1,50 m) – die Hauptprüfung am zweiten Tag des The Dutch Masters 2022.

Springreiterlegende Marcus Ehning (GER) lieferte als erster Reiter eine fehlerfreie Runde ab und demonstrierte damit beeindruckend, welche harmonische Partnerschaft zwischen ihm und seiner fantastischen Stute Calanda 42 besteht. Insgesamt neun Pferd- und Reiterpaare, darunter vier unter niederländischer Flagge, zogen nach und es versprach ein spannendes Stechen vor begeistertem Publikum zu werden.

Der Belgier Pieter Devos legte die Messlatte hoch, indem er als Erster und Einziger im Stechen eine fehlerfreie Runde in einer Zeit von 37,20 Sekunden absolvierte und damit eine wahre Lehrstunde der Reitkunst bot. In Erwartung des noch immer sehr starken restlichen Starterfelds für das Stechen stieg die Spannung des Heimpublikums, das darauf hoffte, den zweiten niederländischen Sieg des Tages mitzuerleben. Der vorletzte Reiter, der sich dem anspruchsvollen Parcours stellte, Willem Greve, legte eine blitzschnelle Runde hin, musste sich jedoch aufgrund von vier Fehlerpunkten am letzten Hindernis mit dem zweiten Platz zufriedengeben.

Pieter Devos Kommentar:

Wie war der Parcours im Stechen heute Abend? Er sah sehr schwierig aus.

Ehrlich gesagt war es ein ungewöhnlicher Parcours für ein Stechen. Er war nicht wirklich flüssig und ich hatte mir keine großen Chancen ausgerechnet, weil ich mit meinem Pferd zwar die Galoppsprünge verkürzen kann, aber enge Wendungen mit ihm nicht so leicht zu reiten sind. Und es gab viele Wendungen in diesem Parcours, deshalb war ich im Vorfeld nicht besonders zuversichtlich. Ich muss aber sagen, dass er sich unglaublich bemüht hat, kein Hindernis abzuwerfen. Er war wirklich gut drauf und ich bin sehr zufrieden mit ihm.

Wie ist Ihr Pferd Kannabis van de Bucxtale denn so?

Er ist ein ganz besonderes Pferd. Er ist unglaublich vorsichtig. Beim Abreiten ist er immer sehr nervös zwischen all den anderen Pferden um ihn herum, aber im Parcours bemüht er sich immer sehr. Er möchte wirklich fehlerfrei durchkommen und gibt immer sein Bestes. Wenn man es schafft, dass er sich entspannt, gibt er alles für seinen Reiter, aber es ist nicht immer einfach, ihn dazu zu bringen, dass er das auch wirklich tut.

Was ist es für ein Gefühl, dass dieses Jahr wieder Zuschauer beim The Dutch Masters sind?

Es ist super, dass die Zuschauer zurück sind. Dieses Gefühl, wieder vom Publikum unterstützt zu werden, ist einfach großartig. Wir haben uns so daran gewöhnt, ganz alleine zu reiten und nicht diese Atmosphäre zu spüren, wenn man den Parcours betritt. Jetzt sieht man all die Menschen, wenn man einreitet, dadurch wird einem auch wieder einer der Gründe bewusst, weshalb wir das tun, was wir tun.

Wie fühlen Sie sich vor dem morgigen Rolex Grand Prix?

Der Rolex Grand Prix ist ein ganz anderes Niveau, aber ich hoffe, dass mein Pferd morgen gut in Form ist. Ich werde ein anderes Pferd reiten, nämlich Claire Z, also werden wir sehen, was passiert. Wir werden unser Bestes geben und abwarten, wo wir landen, aber nach dem heutigen Abend sind wir sehr zuversichtlich.

(Photo: Rolex Grand Slam / Peggy Schröder) (Photo: Rolex Grand Slam / Peggy Schröder)

Interview mit:

Maikel van der Vleuten

 

Dieses Wochenende ist ein ganz besonderes Wochenende für Sie aufgrund der Verabschiedungszeremonie für Verdi TN. Wie fühlen Sie sich?

Ehrlich gesagt freue ich mich richtig auf die Abschiedsfeier für mein ehemaliges Spitzenpferd Verdi TN. Eigentlich hätte die Zeremonie schon vor zwei Jahren stattfinden sollen, doch wegen der Pandemie mussten wir leider bis jetzt damit warten. Es ist einfach wunderschön, dass sie jetzt vor den Fans beim The Dutch Masters doch noch stattfinden kann.

Können Sie uns etwas über ihn erzählen? Was hat ihn so besonders gemacht?

Er hat einfach einen fantastischen Charakter. Ich habe mit ihm die ganze Welt bereist, er war immer sehr unkompliziert und hat mich nie enttäuscht. Er bedeutet mir sehr viel und all die unglaublichen Ergebnisse und Medaillen, die wir gemeinsam errungen haben, sind Momente, die ich nie vergessen werde.

Genießt er seinen Ruhestand?

Ja, in vollen Zügen. Er darf täglich auf die Weide, geht auf Ausritte und hält sich als Zuchthengst auf Trab. Er ist hervorragend in Form und sieht so gut aus. Ich hoffe, dass das auch noch viele Jahre lang so bleiben wird.

Was fehlt Ihnen am meisten daran, mit ihm anzutreten?

Er konnte die größten Parcours der Welt mit Leichtigkeit springen. Ich glaube, dass ich jetzt, wo ich erfahrener bin und viele andere Pferde geritten habe, erst wirklich zu schätzen weiß, wie besonders er war und wie leicht ihm alles gefallen ist. Es war völlig egal, was für ein Parcours oder was für eine Arena uns erwartet hat – er war so talentiert und ich glaube, es wird schwer werden, irgendwann noch einmal ein Pferd wie ihn zu finden.

Haben Sie aktuell Pferde in Ihrem Stall, die Ihrer Einschätzung nach in seine Fußstapfen treten könnten?

Beauville Z ist mein aktuelles Spitzenpferd. Er ist extrem talentiert. Mit ihm kann ich die schwierigsten Prüfungen der Welt springen und gegen die besten Pferd- und Reiterpaare antreten. Ich habe eine Bronzemedaille in der Teamwertung bei den Olympischen Spielen letzten Sommer mit ihm gewonnen und halte wirklich sehr viel von ihm. Neben ihm habe ich aber noch ein paar andere gute Pferde, die auf diesem Niveau antreten. Im Moment habe ich wirklich ein tolles Kontingent an Pferden.

Warum haben Sie sich entschlossen, die Verabschiedungszeremonie hier beim The Dutch Masters abzuhalten?

Die Entscheidung ist mir sehr leichtgefallen. Verdi TN wurde in dieser Stadt geboren – seine Züchter stammen aus Brabant. Und sowohl seine Besitzer als auch ich sind Niederländer, also kann es wirklich keinen besseren Ort für diese Zeremonie geben.

Die Veranstaltung hat sich sehr weiterentwickelt seit sie Teil des Rolex Grand Slam of Show Jumping geworden ist. Haben sich die Änderungen für Sie bemerkbar gemacht?

Ja, absolut. Ich finde, man kann richtig spüren, wie erfahren die Veranstalter sind und dass sie immer dafür sorgen, für die Pferde und die Reiter alles perfekt zu gestalten. Als Reiter freuen wir uns wirklich immer sehr auf diese Veranstaltung, weil die Bedingungen so gut sind und das Wettkampfniveau so hoch ist. 

Dieses Jahr sind wieder Zuschauer dabei. Spornt es Sie an, vor Ihrem Heimpublikum anzutreten?

Natürlich – wenn du fühlst, wie das Publikum dir zujubelt und dich unterstützt, motiviert dich das enorm, deine beste Leistung zu zeigen und alles zu geben.

Was sind Ihre wichtigsten Ziele für 2022?

Mein Hauptziel sind die FEI World Equestrian Games™. Sie sind eine Qualifikationsprüfung für die nächsten Olympischen Spiele, deshalb ist es sehr wichtig, dass wir als Team dort eine gute Leistung bringen, damit uns die Qualifikation sicher ist.

Welchem Beruf würden Sie nachgehen, wenn Sie kein Profireiter wären?

Dann wäre ich Fußballspieler geworden. Ich habe in meiner Kindheit und Jugend unheimlich gern Fußball gespielt, doch irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem ich mich entscheiden musste, welche Sportart ich weiterverfolgen wollte. Da ich es schon immer geliebt habe, mit Pferden zusammen zu sein, habe ich mich fürs Springreiten entschieden.

Haben Sie noch andere Hobbys, denen sie nachgehen, wenn Sie mal nicht reiten?

Ich verbringe den größten Teil meiner Zeit mit den Pferden, aber wenn ich tatsächlich mal etwas Freizeit habe, verbringe ich diese am liebsten mit meiner Familie. Ich habe zwei kleine Töchter und bin ihnen sehr gerne ein guter Vater. Die Ältere ist vier Jahre alt und dieses Jahr eingeschult worden, die Jüngere ist gerade neun Monate alt. Sie sind beide auch sehr gerne mit mir in den Ställen bei den Pferden.

Wer ist Ihrer Meinung nach Ihr größter Konkurrent für den Rolex Grand Prix am Sonntag?

Wenn man sich die Starterliste ansieht, sind da ganz viele gute Reiter aufgeführt und alle haben ihre besten Pferde dabei. Ich habe keine Ahnung, wer am Sonntag am besten abschneiden wird, aber es wird definitiv ein sehr spannender Wettkampf für alle.

(Photo: Rolex Grand Slam / Peggy Schröder) (Photo: Rolex Grand Slam / Peggy Schröder)

Interview mit:

Louis Konickx

 

Wie sind Sie an die Aufgabe des Rolex Grand Prix-Parcoursdesigners bei den The Dutch Masters gekommen?

Ich glaube, alles muss erstmal mit einer großen Portion Leidenschaft anfangen. Ich war immer schon pferdebegeistert und fand den Sport toll. Aber als Amateurreiter konnte mir das Reiten und eine entsprechende Ausbildung nicht leisten. Als Parcoursdesigner jedoch war es mir möglich, ein Teil des Sports bleiben, den ich so sehr mag. Und so habe ich als ich etwa 14 Jahre alt war einem Parcoursdesigner bei einem kleinen nationalen Turnier geholfen. Das war sozusagen der Beginn meines Weges zum Parcoursdesigner.

Ich hatte das Glück, in Holland einige großartige Lehrer zu haben und ich hatte die Gelegenheit, einigen der besten Parcoursdesigner der Welt zu assistieren, wie etwa Linda Allen, Bob Ellis, Arno Gego und vielen anderen hervorragenden Designern.

Haben Sie Assistenten oder Mitarbeiter, die Sie derzeit betreuen und ausbilden?

Ja. Außerdem bin ich gerade dabei, meinen Ruhestand vorzubereiten. Daher ist es schön, mein Wissen an die nächste Generation von Parcoursdesignern weitergeben zu können. In den Niederlanden habe ich zwei unglaublich talentierte Leute, die ich betreue: Henk Linders und Quintin Maertens. Henk hat gerade seine Arbeit als leitender Parcoursdesigner aufgenommen und arbeitet nun an 3*-Parcours in Europa. Quintin ist mir sehr ähnlich und sucht immer nach einer Lösung. Für den Nations Cup™ in Rotterdam wird er der leitende Parcoursdesigner sein. Er hat manchmal wirklich geniale Ideen, und ich arbeite richtig gerne mit ihm zusammen. Wir sind auch als Team sehr gut: Ich stelle einen Parcoursplan auf und er macht ihn besser.

Im Moment übergebe ich ihm quasi die Zügel. So ist es, denke ich, der beste Weg zum Aufhören, weil man weiß, dass man jemanden hat, der bereit ist, weiterzumachen. Ich habe seine Laufbahn über die Jahre hinweg unterstützt und jetzt haben wir eine Beziehung voller Vertrauen und Respekt, so dass ich sehr beruhigt sein kann, wenn er in Zukunft die Zügel in der Hand hat. Es gibt auf der ganzen Welt eine Menge toller Assistenten für Parcoursdesigner, aber um den nächsten Schritt zu machen, muss man wirklich das Bedürfnis spüren, selbst einen Parcours zu entwerfen. Das ist der letzte Schritt und ich glaube, hier kann ich mein Wissen einbringen.

Können Sie ein paar Hinweise geben, wie der Parcours am Sonntag aussehen wird?

Letztes Jahr war ich wirklich enttäuscht, weil wir einen so schönen Parcours hatten, der ein tolles Stechen hervorbrachte. Aber es waren keine Zuschauer da, die es live mit ansehen konnten. Deshalb wollte ich fast schon den gleichen Parcours noch einmal aufbauen, damit die Fans ihn auch einmal sehen können!

Mit der Planung des diesjährigen Parcours haben wir im Januar begonnen und es hat lange gedauert, bis ich den perfekten Parcours gefunden habe. Erst diese Woche habe ich endlich einen Kurs zusammengestellt, mit dem ich zufrieden bin. Also habe ich ihn Quintin gezeigt und wir haben gemeinsam daran gearbeitet, diesen Parcours noch zu verbessern. Die Halle bei den The Dutch Masters ist recht klein, daher muss man die Linienführung des Parcours sorgfältig planen und darauf achten, dass der Verlauf ausgewogen ist. Darüber hinaus muss der Parcours auch ein gutes und spannendes Stechen ermöglichen. Im Idealfall möchte man als Parcoursdesigner etwa acht Pferd-Reiter-Paare im Stechen haben – Dramatik und Spannung lassen sich aber nicht kontrollieren, sie folgen einer eigenen Dynamik.

Werden Sie nervös, wenn die Reiter einen von Ihnen entworfenen Parcours absolvieren?

Ja, das werde ich. Die meisten Leute sagen zwar, dass man mir das nicht ansieht, aber ich werde doch sehr nervös. Die Gestaltung eines Parcours erfordert viel Zeit und Mühe und wir setzen alles daran, den besten und fairsten Kurs für die Pferde und Reiter zu schaffen. Das kann zwar sehr stressig sein, aber es ist meine Leidenschaft. Ich glaube, man muss schon starke Nerven haben, um sich immer weiter verbessern zu können.

Wie entscheiden Sie über die Zeitlimits der von Ihnen gestalteten Parcours?

Die Einstellung der richtigen Zeit ist sehr wichtig, vor allem seit der Regeländerung im Januar. Eine Sekunde über der Zeit gibt einen Strafpunkt. Man muss also eine Zeit festlegen, die knapp, aber auch zu schaffen ist, denn die Reiter können jetzt richtig viele Zeitstrafpunkte kassieren. Wir vermessen die Strecke zwei- oder dreimal mit einem Messrad und wir versuchen, bis Freitagabend eine Vorstellung von der Zeit zu bekommen.

Welche Art von Pferd und Reiter können in den von Ihnen entworfenen Parcours erfolgreich sein?

In einer Reithalle braucht man schnelle und wendige Pferde, da im Gegensatz zu den großen Rasenplätzen wie beim CHIO Aachen der Platz sehr begrenzt ist. Die Pferde und die Reiter müssen sich gut unter Kontrolle haben und problemlos miteinander kommunizieren können. Marcus Ehning zum Beispiel reitet immer so geschmeidig und harmonisch – da gibt es einfach ein totales Verständnis zwischen Reiter und Pferd. Und ich glaube, dass dieser Parcours gut zu so einer Reitweise passen wird.

Welchen Vergleich können Sie ziehen, um ihre Aufgabe zu beschreiben?

Als Parcoursdesigner kreiert man quasi seine eigene Sprache und die Reiter müssen versuchen, diese Sprache zu verstehen, um den Parcours so zu überwinden, wie man es sich vorgestellt hat. Einigen Reitern fällt das leichter als anderen und es ist immer sehr interessant, das zu beobachten. Das alles kann schon mal eine große Herausforderung sein, aber wir machen es, weil wir es lieben und weil es so viel Spaß macht, immer wieder Neues zu erfinden und so etwas wie ein Rätsel zu erstellen, das die Reiter lösen müssen.

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Es ist an der Zeit.

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