Rolex Grand Slam of Show Jumping

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Mittendrin im The Dutch Masters: Sonntag, 25. April

Max Kühner (Photo: Rolex Grand Slam / Peggy Schröder) Max Kühner (Photo: Rolex Grand Slam / Peggy Schröder)

 

Das dreitägige CSI 5*-Reitturnier The Dutch Masters gipfelte im prestigeträchtigen Rolex Grand Prix, dem ersten Major des Rolex Grand Slam des Jahres 2021. Alle Augen der Springsportwelt waren auf den 28 Jahre alten Schweizer Rolex-Markenbotschafter Martin Fuchs gerichtet, der nach seinem Sieg im Rolex Grand Prix des CHI in Genf im Dezember 2019 als Anwärter auf den berühmten Titel nach ‘s-Hertogenbosch gereist war.

Auf seinem talentierten Schimmelwallach Clooney musste sich Fuchs starker Konkurrenz stellen. Unter den zahlreichen erfahrenen Reitern befand sich mit dem Briten Scott Brash ein weiterer Rolex-Botschafter, dazu waren der US-Amerikaner Kent Farrington, die aktuelle Nummer Eins der Weltrangliste, sowie der Schweizer Steve Guerdat und der Franzose Kevin Staut am Start. Weitere bekannte Namen waren das deutsche Trio Marcus Ehning, Christian Ahlmann und Daniel Deußer, die US-Amerikanerin Laura Kraut und der Schwede Peder Fredricson. Mit 42 Reitern aus 15 Ländern konnte sich die Teilnehmerliste wirklich sehen lassen und nicht wenige von ihnen hatten das Zeug, sich die begehrte Position als neuer Anwärter zu sichern.

Doch es kam anders: Sowohl Scott Brash und sein zwölfjähriger Wallach Hello Jefferson als auch Kent Farrington und seine dreizehnjährige Stute Austria 2 schieden aus, während Fuchs und Staut beide jeweils acht Strafpunkte verbuchten. Auch zahlreiche weitere Paare scheiterten an der von Parcoursdesigner Louis Konickx gestellten Aufgabe, sodass nur acht Paare fehlerlos blieben. Der 300 Meter lange Stechparcours mit sieben Hindernissen stellte die Reiter vor eine ultimative Prüfung ihres Könnens, ihrer Entschlossenheit und ihrer Präzision.

Philipp Weishaupt war der Einzige der acht Reiter im Stechen, der bereits einen Sieg bei einer der Etappen des Rolex Grand Slam verbuchen konnte (beim CHIO Aachen 2013 und beim CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ 2017), sodass der Deutsche einen leichten Erfahrungsvorteil besaß. Weishaupt trat gegen seinen Landsmann Christian Kukuk, das belgische Duo Jerome Guery und Gudrun Patteet, Luciana Diniz aus Portugal, den Brasilianer Marlon Modolo Zanotelli, Max Kühner aus Österreich und den Niederländer Willem Greve an.

Als erster Reiter legte Weishaupt eine schnelle Zeit vor und absolvierte die Prüfung fehlerfrei in 33,71 Sekunden. Seine Führung währte aber nicht lange: Christian Kukuk ging auf seinem elfjährigen Schimmelwallach Checker 47 als nächster Starter ins Stechen und war 0,14 Sekunden schneller als sein Landsmann. Und da keiner der nächsten Reiter Kukuks Leistung übertrumpfen konnte, sollte sich das Schicksal des Grand Prix zwischen Marlon Modolo Zanotelli und Max Kühner entscheiden. Kühner und sein zehnjähriger Wallach Elektric Blue P gingen als Vorletzte in den Wettkampf. Mit beeindruckendem Tempo absolvierten sie den Parcours mehr als eine Sekunde schneller als Kukuk und setzten sich somit auf Platz 1 der Wertung. Und dort sollten sie auch bleiben, denn der 32 Jahre alte Brasilianer verlor auf dem Weg zum letzten Hindernis an Boden und kam mit einem Rückstand von 0,17 Sekunden auf Rang zwei ins Ziel.

Äußerst zufrieden mit seiner Leistung sagte Max Kühner, der neue Anwärter auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping: „Ich habe mein Auge schon immer auf den Rolex Grand Slam gerichtet, daher freue ich mich sehr, dass es heute geklappt hat.“

„Ich habe Elektric Blue [Elektric Blue P] seit er zwei Jahre alt war. Damals sah ich ihn beim Freispringen in einem Video und er gefiel mir sofort. Die Auktion lief bereits, also kauften wir ihn. Er hat immer alles sehr gut gemacht, war immer schon ein sehr gutes Pferd und er hat mich nie enttäuscht. Er hat unglaubliches Potenzial, das Springen fällt ihm relativ leicht. Außerdem verfügt er über einen guten Charakter und er mag den Sport. Zuhause wird ihm schnell langweilig, daher haben wir ein besonderes Programm für ihn. Wir reiten ihn aus oder fahren mit ihm in die Berge, wo wir ihn im Gelände bergauf und bergab reiten können.“

„Ich habe Spruce Meadows und Aachen im September bereits fest eingeplant. Bis dahin ist es noch lang, aber wir werden so früh wie möglich mit der Vorbereitung beginnen. Ich würde gerne Chardonnay [Chardonnay 79] mit nach Calgary nehmen, da er beim letzten Spruce Meadows Grand Prix im Jahr 2019 sehr gut gesprungen und auf Platz 3 gekommen ist. Und vielleicht nehmen wir Elektric Blue mit nach Aachen.“

Sean Lynch & Sean Vard (Photo: The Dutch Masters / Remco Veurink) Sean Lynch & Sean Vard (Photo: The Dutch Masters / Remco Veurink)

INTERVIEW MIT

PFLEGERN SEAN LYNCH UND SEAN VARD

 

Sean Lynch ist der leitende Pferdepfleger des Weltranglistenzweiten Daniel Deußer aus Deutschland. Sean Vard ist für die Pferde des Weltranglistendritten Martin Fuchs  aus der Schweiz verantwortlich. Sie beide verraten im Interview, was sie an ihrer Arbeit besonders lieben. Und sie erzählen von den Pferden, die sie betreuen, ihren bevorzugten Majors des Rolex Grand Slams und was ihnen besonders gefehlt hat, als eine Teilnahme an Spitzenturnieren im Springreitsport nicht möglich war.

 

Wie groß ist Ihre Freude, hier beim The Dutch Masters dabei zu sein und wieder an einem Spitzenturnier in Europa teilnehmen zu können?

Sean Lynch (SL): Ich freue mich sehr, zurück zu sein. Wir haben den Winter in Florida verbracht, wo etwas mehr Normalität herrschte. Aber es ist sehr schön, wieder zurück in Europa zu sein, mit unseren Freunden hier zusammenzukommen und an europäischen Turnieren teilzunehmen. Hoffentlich wird dieses Jahr wieder alles etwas normaler werden. Mir haben die Turnieratmosphäre und meine Freunde wirklich gefehlt, nur das viele Reisen habe ich nicht vermisst!

Sean Vard (SV): Es ist großartig, wieder hier zu sein. Ich freue mich, alle meine Freunde hier in Europa wiederzusehen und wieder zurück in der Heimat zu sein. Wir waren über den Winter in den USA, aber das lässt sich nicht ganz mit den Turnieren hier vergleichen, besonders nicht mit einem Major des Rolex Grand Slam. Die Atmosphäre und das geschäftige Treiben in den Ställen haben mir wirklich gefehlt. Es ist toll, zurück zu sein, und die großen Springen bleiben natürlich unser Hauptziel.

Was gefällt Ihnen am besten an Ihrer Arbeit als Pferdepfleger?

SL: Die Gelegenheit, andere Länder zusehen, an einigen unglaublichen Turnieren teilzunehmen und das zu tun, was ich liebe. Dass ich das jeden Tag erleben darf und wir zudem noch einige fantastische Ergebnisse erzielen können, das ist schon etwas Besonderes.  

SV: Die langen Nächte, das frühe Aufstehen und das stundenlange Fahren im Dunkeln! Nein, das war nur Spaß. Ich liebe es, wenn wir gute Ergebnisse erzielen und ich liebe die Euphorie nach einem Sieg. Und ich mag den Adrenalinschub während des Turniers, den Pferden dabei zuzusehen, wie sie sich verbessern. Das alles ist schon toll.

Erzählen Sie uns ein wenig über die Pferde, um die Sie sich kümmern ...

SL: Tobago [Scuderia 1918 Tobago Z] hat es mir wirklich angetan! Er hat einen ausgeprägten Charakter, ist sehr pflegeleicht und hat ein großes Herz. Wir haben jedoch eine Reihe sehr talentierter Pferde in unserem Stall, um die ich mich natürlich genauso wie um Tobago kümmere. Unser spannendstes Nachwuchstalent ist wohl Mr Jones [Scuderia 1918 Mr Jones] – er zeigt wirklich ein außergewöhnliches Springtalent und wird ein ganz besonderes Pferd werden.

SV: Wir haben wirklich tolle Pferde, aber am meisten sticht wohl Clooney heraus – er ist fantastisch, lustig und ein kleiner Komiker. Es macht einfach Spaß, mit ihm zu arbeiten. Dann ist da noch The Sinner, der ebenfalls sehr unterhaltsam ist, und Leone [Leone Jei], ein junger Neuzugang aus dem Stall Hendrix – er ist ebenfalls fantastisch und hat einen tollen Charakter.

Was sind Ihre Ziele für dieses Jahr und was möchten Sie erreichen?

SL: Wie bei allen anderen gilt mein Hauptfokus in diesem Jahr den Olympischen Spielen in Tokio. Es wäre toll, dort teilzunehmen und eine Medaille zu gewinnen – eine riesige Chance.

SV: Den Rolex Grand Slam zu gewinnen und noch eine Medaille bei den Olympischen Spielen in Tokio wäre natürlich toll – davon träume ich schon lange!

Welches der vier Majors des Rolex Grand Slam of Show Jumping gefällt Ihnen am besten und warum?

SL: Der CHIO Aachen! Die Atmosphäre dort ist mit keinem anderen Turnier der Welt vergleichbar. Sie ist einfach großartig und ich glaube nicht, dass andere Veranstaltungen an Aachen heranreichen können. Außerdem arbeite ich für einen deutschen Reiter, daher ist es natürlich etwas ganz Besonderes, wenn wir dort antreten.

SV: Für mich ist es der CHI Geneva, aus naheliegenden Gründen. Aber ich bin auch ein großer Fan des CHIO Aachen und des The Dutch Masters. Eigentlich liebe ich sie alle, auch Spruce Meadows. Kann ich mich für alle vier entscheiden?! Ok, ich nehme alle vier!

Kent Farrington (Photo: The Dutch Masters / Remco Veurink) Kent Farrington (Photo: The Dutch Masters / Remco Veurink)

INTERVIEW MIT:

KENT FARRINGTON

 

Der US-amerikanische Rolex-Markenbotschafter, ehemaliger Anwärter auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping und die aktuelle Nummer Sieben der Weltrangliste, Kent Farrington, spricht über seine Ziele für das Jahr 2021, seinen Plan für den Rolex Grand Prix beim The Dutch Masters und die positiven Schlüsse, die er aus dem vergangenen Jahr gezogen hat.

 

Was sind Ihre Pläne für das Jahr 2021 und was möchten Sie erreichen?

Wir haben ein verrücktes Jahr hinter uns. Daher bin ich sehr froh, sozusagen wieder zurück auf der Arbeit zu sein und an Turnieren teilnehmen zu können. Mein Ziel hat sich nicht geändert: Ich versuche, mich vor allem auf die Majors des Rolex Grand Slam zu konzentrieren. In diesem Jahr stehen auch die Olympischen Spiele an, hoffentlich werden diese wie geplant stattfinden. Das sind die Events, auf denen derzeit mein Fokus liegt.

Wie haben Sie die vergangenen sechs Monate verbracht und mit welchen Pferden sind Sie angetreten?

Ich habe hart gearbeitet und versucht, meine erfahrensten Pferde in Topform zu bringen, damit sie bereit sind, wenn die Saison wieder losgeht. Gleichzeitig habe ich auch versucht, eine Reihe jüngerer Pferde auszubilden und weiterzuentwickeln. Ich war auch beim Winter Equestrian Festival in Wellington mit dabei, das zum Glück diese Saison stattfinden konnte. Ich habe einen Stall in Wellington und lebe auch dort. So konnte ich in den vergangenen Monaten also viel trainieren.

Welche Pferde haben Sie zum The Dutch Masters mitgebracht und mit wem werden Sie beim Rolex Grand Prix antreten?

Ich habe Creedance und Austria mit dabei, zwei sehr erfahrene Pferde. Beide haben bereits zahlreiche Hallenturniere hinter sich. Es ist nicht ganz einfach, wenn man aus den USA rüberkommt, wo es nicht so viele Hallenturniere gibt. Aber diese beiden Pferde haben sehr viel Erfahrung, sie dürften also keine Probleme haben. Ich möchte Austria beim Rolex Grand Prix reiten, aber ich weiß natürlich, dass sich die Dinge noch ändern können. Aber das ist aktuell mein Plan. Ich hoffe also, dass sie der Herausforderung gewachsen sein wird.

Wie aufgeregt sind Sie über Ihren Start bei diesem Major des Rolex Grand Slam of Show Jumping?

Ich bin schon sehr aufgeregt und auch sehr froh, dass der Grand Prix stattfindet. Nach der Absage des Turniers im Jahr 2020 war ich enttäuscht, denn ich hatte mich wirklich auf die Teilnahme gefreut. Aber jetzt bin ich ja hier, hoffen wir also, dass es sich lohnen wird. Natürlich steht ein Sieg in einem Major des Rolex Grand Slam für mich und auch alle anderen Reiter immer ganz oben auf der Liste. Sie bieten also immer zusätzliche Motivation. Andererseits ist es natürlich immer mein Ziel,  zu gewinnen!

Was haben Sie im Laufe des letzten Jahres gelernt (über sich selbst und allgemein) und welche positiven Schlüsse ziehen Sie daraus?

Das vergangene Jahr hat mir erneut vor Augen geführt, wie sehr ich diesen Sport liebe. Ich bringe sehr viel Leidenschaft mit, wenn es um das Springreiten und meine Pferde geht. Dabei bin ich von einem unglaublich tollen Team umgeben, das hat sich in guten ebenso wie in schwierigen Zeiten nicht geändert. Das gibt mir die Zuversicht, dass ich das tue, wozu ich bestimmt bin.

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Es ist an der Zeit.

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