Rolex Grand Slam of Show Jumping

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Jérôme Guery & Quel Homme de Hus at Knokke Hippique (Photo: Sportfot) Jérôme Guery & Quel Homme de Hus at Knokke Hippique (Photo: Sportfot)

Rolex Grand Slam Riders Watch

DIE SOMMERSAISON IST DA

 

Während der Countdown zum nächsten Major des Rolex Grand Slam of Show Jumping läuft, gibt es im Vorfeld des CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ vom 8. bis 12. September 2021 jede Menge Action, um die Vorfreude der Reitsportfans aus aller Welt anzustacheln.

Seit dem 23. Juni findet für einen Zeitraum von drei Wochen das von Rolex unterstützte Knokke Hippique statt. Bei dem Turnier kommen Pferde und Reiter aller Klassen zusammen – von den Nachwuchstalenten in den Wettbewerben für Jungpferde bis hin zu internationalen Weltklasse-Springreitern beim CSI3* Top Series Grand Prix, der jeweils am Sonntag stattfindet. Der Rolex Grand Prix fand am Sonntag, dem 27. Juni statt. Mit einer glänzenden Leistung sicherte sich Jérôme Guery den Sieg auf Quel Homme de Hus.

Vom 1. bis 4. Juli richten sich alle Augen auf die CHI Royal Windsor Horse Show, die auf dem Privatgelände des Windsor Castle stattfindet. Der Sieger des Rolex Grand Prix 2019, Henrik von Eckermann (SWE), tritt erneut in der berühmten Castle Arena an, um seinen Erfolg zu wiederholen. Dabei trifft er mit den Rolex-Markenbotschaftern Steve Guerdat (SUI) und Kent Farrington (USA) jedoch auf harte Konkurrenz, die das prestigeträchtige Turnier in der Vergangenheit ebenfalls gewinnen konnten. Der Rolex Grand Prix, der am Sonntag, den 4. Juli stattfand, wurde von Ben Maher und Explosion W gewonnen

Vom 8. bis 11. Juli trifft sich die Springreitgemeinde dann beim Masters of Chantilly, dessen Höhepunkt der Rolex Grand Prix am Abschlusstag sein wird. Die neue Veranstaltung, an der sich Rolex als Titelsponsor und offizieller Zeitnehmer beteiligt, findet vor dem Schloss Chantilly und seinen berühmten Ställen statt und verspricht, eine spektakuläre viertägige Veranstaltung zu werden.

Ab dem 30. Juli findet im Reitzentrum Val-Porée an vier Tagen das Jumping International de Dinard CSI5* statt, welches am Sonntag, dem 2. August, im Rolex Grand Prix gipfelt. Das Jumping International de Dinard ist nur einen Steinwurf vom Meer entfernt und bekannt dafür, ein hohes Maß an Präzision und eine gute Technik zu erfordern. Bei dem beliebten Turnier im internationalen Springreitkalender dürften wieder die weltbesten Pferd- und Reiterpaare antreten, um beim Rolex Grand Prix Ville de Dinard um den Sieg zu kämpfen.

Ben Maher riding Explosion W (Photo: Rolex / Kit Houghton) Ben Maher riding Explosion W (Photo: Rolex / Kit Houghton)

Zoé Conter & Davidoff de Lassus (Photo: Aline Cerisier) Zoé Conter & Davidoff de Lassus (Photo: Aline Cerisier)

Next Gen Interview mit:

Zoé Conter

 

Worauf haben Sie sich in letzter Zeit konzentriert und was sind Ihre Pläne und Ziele für 2021?

Ich möchte dieses Jahr wieder an 5-Sterne-Turnieren teilnehmen. Es ist jetzt über ein Jahr her, dass ich auf diesem Niveau mithalten konnte. Mein erstes Turnier ist bereits diese Woche in Knokke und umfasst 2*-, 3*- und 5*-Prüfungen. Eines meiner ersten Ziele ist es also, wieder auf 5*-Niveau zu reiten, eine solide Leistung zu zeigen und auf diesem Niveau wieder konkurrenzfähig zu sein. Ich würde auch sehr gerne an ein paar Rolex Grand Prix-Turnieren teilnehmen und dort gut abschneiden – das ist definitiv ein Ziel für dieses Jahr.

Für die 5*-Prüfung nehme ich mein Lieblingspferd Davidoff de Lassus – mit dem Spitznamen Dave – und Dawa de Greenbay mit. In den 3*-Prüfungen trete ich mit Univers du Vinnebus und Dolitaire Chavannaise an. Das sind meine vier besten Pferde im Moment. 

Den Winter habe ich ja in Wellington verbracht. Seitdem ich zurück bin, bin ich bislang nicht wirklich sehr präsent gewesen. Ich habe zwar an ein paar Turnieren teilgenommen, aber mein Hauptziel war es, mich auf Knokke vorzubereiten. Ich wollte sicher sein, dass wir bestens für die kommende Woche aufgestellt sind. Ich blicke dem Turnier mit hohen Erwartungen entgegen, denn ich habe hart daran gearbeitet, in Topform zu sein. Für den Rest des Jahres möchte ich einfach gute Leistungen zeigen. Ich habe das Gefühl, deutlich schneller zu sein, seit ich mit meinem neuen Trainer Eric Lamaze arbeite. Wir trainieren seit Anfang Mai zusammen. Ich freue mich also auf dieses neue Kapitel und bin gespannt, wie es weitergeht.

Mit welchen Pferden freuen Sie sich dieses Jahr am meisten, bei Turnieren an den Start zu gehen?  

Ich freue mich darauf, mein bestes Pferd Davidoff zu zeigen. Ich konnte mit ihm bisher überhaupt nicht an Turnieren teilnehmen, weil er seit vergangenem November verletzt fast sechs Monate außer Gefecht gesetzt gewesen ist. Es ist also auf jeden Fall sehr aufregend, ihn zurückzuhaben, da ich jetzt wieder in größeren Prüfungen antreten kann. Davidoff ist ein ganz besonderes Pferd für mich. Er ist ein großes, sehr sprunggewaltiges Pferd und hat kein Problem mit großen Hindernissen. Er hat einen tollen Charakter und ist wie ein sanfter Riese. Er ist jeden Tag super frisch – es gibt keinen einzigen Tag, an dem er nicht motiviert ist. Er hat jede Menge Energie und zählt zweifellos zu meinen Favoriten.

Ich habe auch ein paar Acht- und Neunjährige, die turnierbereit sind. Ich freue mich darauf, diese vorzustellen, dazu gehört auch wie Dawa. Ich reite ihn seit zwei Jahren. Jetzt ist er neun Jahre alt und er zeigt echtes Talent. Er hat sein erstes 3*-Turnier in Florida absolviert, das hat er sehr gut gemacht. Ich bin sehr gespannt auf seine Leistung in diesem Jahr. Mit seinem Selbstbewusstsein und Springvermögen dürfte er ein tolles Grand Prix-Pferd werden, ich freue mich wahnsinnig darauf, mit ihm anzutreten.

Dann habe ich noch eine neunjährige Stute namens Ma Belle. Sie gehört ebenfalls zu meinen jüngeren Pferden, die sich gerade bei 2*- und 3*-Veranstaltungen beweisen. Sie ist ein wenig unerfahrener als die anderen, aber sie ist eine wirklich tolle Stute, also freue ich mich auch auf sie.

Und schließlich möchte ich natürlich auch meinen Hengst Univers vorzeigen. Ich reite ihn nun seit drei Jahren. Er ist mein Partner für die größeren Prüfungen und hat mit mir bereits ein paar 5*-Grand Prix absolviert. Ich habe in diesem Jahr wirklich eine sehr gute Auswahl, deshalb freue ich mich sehr auf die ersten Turniere und werde versuchen, in allen mein Bestes zu geben. 

Welchen positiven Beitrag leistet der Rolex Grand Slam Ihrer Meinung nach für den Springsport?  

Der Rolex Grand Slam ist meiner Meinung nach eine sehr wichtige Turnierserie für das Springreiten. Sie ist sehr prestigeträchtig und umfasst vier große Veranstaltungen. Eine Teilnahme ist also für jeden Reiter eine tolle Gelegenheit. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass auch jüngeren Reitern die Chance geboten wird, an diesen Turnieren teilzunehmen. Ich durfte 2019 bei den CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ in Calgary antreten und das war eine unglaubliche Erfahrung. Es war wirklich aufregend – beim Grand Prix mitzureiten war einfach toll. Das lässt sich mit keinem anderen Turnier vergleichen. Dasselbe gilt für den CHIO Aachen, wo ich noch nicht angetreten bin. Aber wann immer ich dort bin, ist es wirklich beeindruckend. Die Tatsache, dass auch jüngeren Reitern diese Erfahrung ermöglicht wird, ist wirklich cool.

Scott [Brash] beim Gewinn des Rolex Grand Slam zuzusehen, muss sehr motivierend für die Reiter sein, die an allen vier Events teilnehmen. Er erhielt einen bedeutenden Bonus – ein guter Anreiz also, gute Ergebnisse zu erzielen und bei allen vier Prüfungen gut abzuschneiden. Diese Serie hat einen positiven Einfluss auf den Sport und diese Turniere sind diejenigen, für die wir Reiter hart arbeiten – immer in der Hoffnung, eines Tages dort antreten zu können.

Was haben Sie im Laufe des letzten Jahres gelernt – über sich selbst und allgemein – und welche positiven Schlüsse ziehen Sie daraus?  

Mir ist bewusst geworden, wie sehr ich in diesem Sport erfolgreich sein möchte. Vor allem im vergangenen Jahr, als ich in Florida war und die Turniersaison wieder begann. Ich hatte ein paar wirklich schwierige Monate, in denen ich nicht besonders gut war, das war kein schönes Gefühl. Jetzt habe ich das Gefühl, dass ich wieder oben auf bin und wirklich 100 Prozent geben kann. Ich arbeite sehr hart daran, auch den Rest des Jahres gute Leistungen zu zeigen.

Ich habe erkannt, dass ich wirklich alles geben muss und will, um in diesem Sport erfolgreich zu sein. Ich habe auch gelernt, die guten Momente mehr zu schätzen. Wie in jedem Sport gibt es immer wieder Höhen und Tiefen und manchmal werden die guten Momente als selbstverständlich betrachtet. Für einige Reiter gibt es mehr Höhen als Tiefen. In meinem Fall erlebe ich jedoch viel mehr Tiefen, daher ist es wichtig, dass ich es schätzen lerne, wenn ich eine gute Runde oder ein gutes Ergebnis erzielen konnte. Dann muss ich daran denken, den Moment zu genießen.

Im Hinblick auf die Pandemie, als keine Turniere stattfanden und die Welt langsam zum Stillstand kam, habe ich gelernt, die kleineren Dinge im Leben zu schätzen. Zum Beispiel konnte ich mehr Zeit mit meinen Pferden und mit meiner Familie zu Hause verbringen – beides ist mir wirklich wichtig.

William Funnell at The Billy Stud (Photo: Eli Birch Boots and Hooves Photography) William Funnell at The Billy Stud (Photo: Eli Birch Boots and Hooves Photography)

Züchter Im Gespräch mit:

William Funnell Gründer Und Züchter Bei The Billy Stud

 

Was ist Ihre früheste Erinnerung ans Reiten? 

Als ich noch sehr jung war, ritt ich ein winziges schwarzes Shetland-Pony. Ich muss damals etwa vier oder fünf gewesen sein. Ich hatte das Glück, auf einer Farm in Challock, unweit von Ashford in Kent, aufwachsen zu dürfen. Als Sohn eines Landwirts hatten wir natürlich viel mit Tieren zu tun, ich bin also mit Ponys und Pferden groß geworden. Grundsätzlich hatte ich also eine sehr schöne Kindheit auf dem Land, umgeben von Tieren.

Worauf sind Sie in Ihrer Karriere besonders stolz? 

Bei den Championaten für mein Land anzutreten, war schon toll. Ein besonderer Moment war sicher der Gewinn der Team-Goldmedaille bei den Europameisterschaften in Herning [2013], ebenso wie das Hickstead Derby. Ich habe das Hickstead Derby schon als Kind mitverfolgt – es zu gewinnen war für mich also eine große Sache. Ich hatte das Glück, mehrmals für unsere Nations-Cup-Mannschaft antreten zu dürfen, und auch auf diese Turniere bin ich besonders stolz.

Die Partnerschaft zwischen Pferd und Reiter ist zweifelsohne wichtig. Ist das etwas, wonach Sie Ausschau halten, wenn Sie Ihre Pferde an neue Besitzer verkaufen? 

Als Gestüt ist es sehr wichtig, dass die von uns gezüchteten Pferde weiterhin erfolgreich sind. Das ist immer schwierig, denn die besten Reiter sind nicht immer diejenigen mit dem meisten Geld. Daher müssen wir versuchen, ein Gleichgewicht zu finden. Es macht keinen Sinn, die besten Grand Prix-Pferde an einen Amateur zu verkaufen. Alles muss irgendwie passen. Schließlich möchten wir mit einem guten Pferd auch möglichst viel Bekanntheit erlangen. Das gelingt nur, wenn es auch mit einem guten Reiter antritt.

Können Sie uns ein paar Einblicke hinter die Kulissen Ihres Gestüts geben? Wie ist The Billy Stud aufgebaut? 

Ich denke, wir haben die ideale Aufteilung gefunden. Mein Geschäftspartner, Donal Barnwell, kümmert sich um alles rund um die Fohlen, bis sie drei Jahre alt sind. Dann kommen sie zu mir und wir beginnen mit der Ausbildung. Wir bewerten die Leistung, ihr Springverhalten sowie ihr Potenzial und versuchen, ihr Talent so gut wie möglich zu fördern. Wir überlegen auch, zu welchem Zeitpunkt sich ein bestimmtes Pferd am besten verkaufen lässt.

Im Durchschnitt waren unsere Stuten in den letzten paar Jahren rund 100 Mal trächtig. Bei vielen erfolgte dies über Embryotransfers, bei denen die Erfolgsrate bei etwa 85 bis 90 Prozent liegt. So erhalten wir 80 bis 85 Fohlen, sodass im Frühjahr 70 bis 80 Dreijährige zu uns kommen. Wir haben sieben oder acht Reiter, darunter Pippa und mich. Unsere vier Reitplätze umfassen eine Reithalle und mehrere Grasplätze, wir können also auf dem Gestüt bereits sehr viel machen, bevor wir Geld für Turniere ausgeben müssen. Das Gestüt umfasst unterschiedliche Parcours und Hindernisse, so dass wir die Pferde zu Hause gut ausbilden können.

Was ist für Sie das Hauptanliegen mit Ihrer Pferdezucht? 

Was das Reiten angeht, geht es für mich auf das Ende meiner Karriere zu. Es wäre schön gewesen, in diesem Jahr mit einem unserer Pferde bei den Olympischen Spielen vertreten zu sein. Ich springe nur auf selbstgezüchteten Pferden, es damit in die Top 30 in der Rangliste zu schaffen ist wohl eine Leistung, die bisher niemand sonst erreicht hat. Ich bin also wahrscheinlich der einzige Reiter, der ausschließlich seine eigenen, selbstgezüchteten Pferde reitet – und darauf bin ich sehr stolz. Mit einem unserer Pferde bei den Olympischen Spielen mit dabei zu sein, wäre natürlich toll gewesen. Aber man weiß nie, vielleicht bietet sich ja nochmal eine Gelegenheit. Ich habe genauso viel Freude daran, anderen zuzusehen. Hoffentlich werde ich also Pferde züchten, die gut genug sind, um sie zukünftig mit den richtigen Reitern bei den Olympischen Spielen und anderen Meisterschaften um Medaillen kämpfen zu sehen.

Haben Sie selbst gezogene Pferde, die derzeit mit anderen Top-Reitern besonders erfolgreich sind?  

Ja, es gibt mehrere in Europa und in Amerika. Meine Frau Pippa hat eines unserer Pferde in der Vielseitigkeitsprüfung bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro geritten. Unsere Pferde treten bei allen möglichen Meisterschaften an, aber ich denke, für die Olympischen Spiele wird es in diesem Jahr leider nicht reichen.

Auf welches selbst gezogene Pferd sind Sie am meisten stolz? 

Ich denke auf Billy Congo, der in Herning die Team-Goldmedaille gewonnen hat. Ich glaube, er war im GCT der Hengst mit der höchsten Gewinnsumme – in einem Jahr hat er 300.000 GBP auf Turnieren gewonnen und ich habe mit ihm ein Fünf-Sterne-Turnier für mich entscheiden können. Ich konnte mit ihm auch beim Hickstead Derby den Sieg davon tragen, später habe ich auch seine Sohn, Billy Buckingham, vorgestellt.

William Funnel and Billy Congo William Funnel and Billy Congo

Abgesehen von der Zucht, was sind Ihre Ambitionen und Wünsche? 

Ich glaube, dass wir in dem, was wir tun, immer noch besser werden können. Wir möchten uns zwar nicht vergrößern, aber es gibt definitiv Dinge, die wir optimieren und in denen wir uns ständig verbessern können. Wir lernen immer wieder weiter dazu und ich wünschte mir, wir hätten die Pferde und das Wissen, das wir jetzt haben, bereits vor 20 Jahren gehabt.

Betreuen Sie derzeit jemanden als Mentor? 

Ja, sowohl Pippa als auch ich betreuen Joe Stockdale, den Sohn des verstorbenen Tim Stockdale. Ich unterstütze Joe und er hatte einige tolle Erfolge in diesem Jahr, wie etwa zwei fehlerfreie Runden im Nations Cup. Es macht mir viel Freude, ihm bei seinen Turnieren zuzusehen.

Großbritannien kann mit einigen sehr talentierten Nachwuchsreitern aufwarten, dazu zählt auch Jack Whitaker. Es gab eine Zeit, in der ich mit Nick Skelton, John und Michael Whitaker an Meisterschaften teilgenommen habe und der Jüngste im Team war. Damals fühlte ich mich jung, aber jetzt, da Nick [Skelton] in den Ruhestand geht, fühle ich mich langsam alt, wenn ich zu Turnieren gehe. Aber es ist wirklich schön, diese jungen Talente mit ihren Eltern zu sehen. Teamwork spielt eine wichtige Rolle beim Springreiten und ist definitiv etwas, das ich im Laufe der Jahre genießen durfte.

Welchen positiven Beitrag leistet der Rolex Grand Slam Ihrer Meinung nach für den Springsport?  

Scott Brash hat mit dem Gewinn des Grand Slam eine fantastische Leistung erzielt. Ein Gewinn ist eine große Errungenschaft, besonders wenn Reiter ihre Pferde so gut managen können. Es gibt so viele verschiedene Szenarien, die das Ganze schwierig machen. Daher ist es eine unglaubliche Leistung, wenn alles zusammenkommt. Schließlich muss man sich bei diesen anspruchsvollen Prüfungen gegen die besten Reiter und Pferde der Welt durchsetzen. All das bei diesen ausgewählten Veranstaltungen zu erreichen, ist unglaublich beeindruckend. Pferd und Reiter müssen in absoluter Topform sein und zum richtigen Zeitpunkt ihr Bestes geben können. Das ist eine enorme Leistung.

Der Rolex Grand Slam bietet vielen Reitern einen besonderen Anreiz, ist aber gleichzeitig auch sehr individuell. Durch ihn wird die Bekanntheit dieser Top-Wettbewerbe noch gesteigert. Ich denke, der Rolex Grand Slam ist sehr gut für das Springreiten, und es ist toll, dass diese vier fantastischen Austragungsorte ein Teil davon sind. Diese Turniere zählten schon immer zu den schwierigsten und angesichts eines so bedeutenden Preisgelds beim Gewinn des Grand Slams will natürlich jeder mit dabei sein.

Welcher der vier Majors gefällt Ihnen am besten? 

Aachen und Calgary sind etwas ganz Besonderes. Ich habe schon immer Turniere im Freien bevorzugt und dank der Mischung, die der Rolex Grand Slam mit den Hallenturnieren in Genf und bei The Dutch Masters bietet, macht das Ganze meiner Meinung nach noch mehr Spaß. Ich persönlich hatte immer mehr Erfolg im Freien und habe diese Turniere mehr genossen, also gefallen mir diese beiden am besten. 

Wer hat Sie im Laufe Ihres Lebens und Ihrer Karriere am meisten inspiriert? 

John Whitaker war immer jemand, zu dem ich aufgeschaut habe. Ich war stets beeindruckt, John reiten zu sehen und zu beobachten, wie er mit seinen Pferden umging. Er war immer ein großartiger Reiter.

Wie lautet der beste Ratschlag, den Sie jemals erhalten haben?  

John [Whitaker] hat mir einmal gesagt, wenn die Grundlagen stimmen, dann fügt sich auch alles andere zusammen. Häufig übersehen wir die einfachen Dinge. 

Max Kühner (Photo: Rolex Grand Slam / Peggy Schröder) Max Kühner (Photo: Rolex Grand Slam / Peggy Schröder)

 

Das dreitägige CSI 5*-Reitturnier The Dutch Masters gipfelte im prestigeträchtigen Rolex Grand Prix, dem ersten Major des Rolex Grand Slam des Jahres 2021. Alle Augen der Springsportwelt waren auf den 28 Jahre alten Schweizer Rolex-Markenbotschafter Martin Fuchs gerichtet, der nach seinem Sieg im Rolex Grand Prix des CHI in Genf im Dezember 2019 als Anwärter auf den berühmten Titel nach ‘s-Hertogenbosch gereist war.

Auf seinem talentierten Schimmelwallach Clooney musste sich Fuchs starker Konkurrenz stellen. Unter den zahlreichen erfahrenen Reitern befand sich mit dem Briten Scott Brash ein weiterer Rolex-Botschafter, dazu waren der US-Amerikaner Kent Farrington, die aktuelle Nummer Eins der Weltrangliste, sowie der Schweizer Steve Guerdat und der Franzose Kevin Staut am Start. Weitere bekannte Namen waren das deutsche Trio Marcus Ehning, Christian Ahlmann und Daniel Deußer, die US-Amerikanerin Laura Kraut und der Schwede Peder Fredricson. Mit 42 Reitern aus 15 Ländern konnte sich die Teilnehmerliste wirklich sehen lassen und nicht wenige von ihnen hatten das Zeug, sich die begehrte Position als neuer Anwärter zu sichern.

Doch es kam anders: Sowohl Scott Brash und sein zwölfjähriger Wallach Hello Jefferson als auch Kent Farrington und seine dreizehnjährige Stute Austria 2 schieden aus, während Fuchs und Staut beide jeweils acht Strafpunkte verbuchten. Auch zahlreiche weitere Paare scheiterten an der von Parcoursdesigner Louis Konickx gestellten Aufgabe, sodass nur acht Paare fehlerlos blieben. Der 300 Meter lange Stechparcours mit sieben Hindernissen stellte die Reiter vor eine ultimative Prüfung ihres Könnens, ihrer Entschlossenheit und ihrer Präzision.

Philipp Weishaupt war der Einzige der acht Reiter im Stechen, der bereits einen Sieg bei einer der Etappen des Rolex Grand Slam verbuchen konnte (beim CHIO Aachen 2013 und beim CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ 2017), sodass der Deutsche einen leichten Erfahrungsvorteil besaß. Weishaupt trat gegen seinen Landsmann Christian Kukuk, das belgische Duo Jerome Guery und Gudrun Patteet, Luciana Diniz aus Portugal, den Brasilianer Marlon Modolo Zanotelli, Max Kühner aus Österreich und den Niederländer Willem Greve an.

Als erster Reiter legte Weishaupt eine schnelle Zeit vor und absolvierte die Prüfung fehlerfrei in 33,71 Sekunden. Seine Führung währte aber nicht lange: Christian Kukuk ging auf seinem elfjährigen Schimmelwallach Checker 47 als nächster Starter ins Stechen und war 0,14 Sekunden schneller als sein Landsmann. Und da keiner der nächsten Reiter Kukuks Leistung übertrumpfen konnte, sollte sich das Schicksal des Grand Prix zwischen Marlon Modolo Zanotelli und Max Kühner entscheiden. Kühner und sein zehnjähriger Wallach Elektric Blue P gingen als Vorletzte in den Wettkampf. Mit beeindruckendem Tempo absolvierten sie den Parcours mehr als eine Sekunde schneller als Kukuk und setzten sich somit auf Platz 1 der Wertung. Und dort sollten sie auch bleiben, denn der 32 Jahre alte Brasilianer verlor auf dem Weg zum letzten Hindernis an Boden und kam mit einem Rückstand von 0,17 Sekunden auf Rang zwei ins Ziel.

Äußerst zufrieden mit seiner Leistung sagte Max Kühner, der neue Anwärter auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping: „Ich habe mein Auge schon immer auf den Rolex Grand Slam gerichtet, daher freue ich mich sehr, dass es heute geklappt hat.“

„Ich habe Elektric Blue [Elektric Blue P] seit er zwei Jahre alt war. Damals sah ich ihn beim Freispringen in einem Video und er gefiel mir sofort. Die Auktion lief bereits, also kauften wir ihn. Er hat immer alles sehr gut gemacht, war immer schon ein sehr gutes Pferd und er hat mich nie enttäuscht. Er hat unglaubliches Potenzial, das Springen fällt ihm relativ leicht. Außerdem verfügt er über einen guten Charakter und er mag den Sport. Zuhause wird ihm schnell langweilig, daher haben wir ein besonderes Programm für ihn. Wir reiten ihn aus oder fahren mit ihm in die Berge, wo wir ihn im Gelände bergauf und bergab reiten können.“

„Ich habe Spruce Meadows und Aachen im September bereits fest eingeplant. Bis dahin ist es noch lang, aber wir werden so früh wie möglich mit der Vorbereitung beginnen. Ich würde gerne Chardonnay [Chardonnay 79] mit nach Calgary nehmen, da er beim letzten Spruce Meadows Grand Prix im Jahr 2019 sehr gut gesprungen und auf Platz 3 gekommen ist. Und vielleicht nehmen wir Elektric Blue mit nach Aachen.“

Sean Lynch & Sean Vard (Photo: The Dutch Masters / Remco Veurink) Sean Lynch & Sean Vard (Photo: The Dutch Masters / Remco Veurink)

INTERVIEW MIT

PFLEGERN SEAN LYNCH UND SEAN VARD

 

Sean Lynch ist der leitende Pferdepfleger des Weltranglistenzweiten Daniel Deußer aus Deutschland. Sean Vard ist für die Pferde des Weltranglistendritten Martin Fuchs  aus der Schweiz verantwortlich. Sie beide verraten im Interview, was sie an ihrer Arbeit besonders lieben. Und sie erzählen von den Pferden, die sie betreuen, ihren bevorzugten Majors des Rolex Grand Slams und was ihnen besonders gefehlt hat, als eine Teilnahme an Spitzenturnieren im Springreitsport nicht möglich war.

 

Wie groß ist Ihre Freude, hier beim The Dutch Masters dabei zu sein und wieder an einem Spitzenturnier in Europa teilnehmen zu können?

Sean Lynch (SL): Ich freue mich sehr, zurück zu sein. Wir haben den Winter in Florida verbracht, wo etwas mehr Normalität herrschte. Aber es ist sehr schön, wieder zurück in Europa zu sein, mit unseren Freunden hier zusammenzukommen und an europäischen Turnieren teilzunehmen. Hoffentlich wird dieses Jahr wieder alles etwas normaler werden. Mir haben die Turnieratmosphäre und meine Freunde wirklich gefehlt, nur das viele Reisen habe ich nicht vermisst!

Sean Vard (SV): Es ist großartig, wieder hier zu sein. Ich freue mich, alle meine Freunde hier in Europa wiederzusehen und wieder zurück in der Heimat zu sein. Wir waren über den Winter in den USA, aber das lässt sich nicht ganz mit den Turnieren hier vergleichen, besonders nicht mit einem Major des Rolex Grand Slam. Die Atmosphäre und das geschäftige Treiben in den Ställen haben mir wirklich gefehlt. Es ist toll, zurück zu sein, und die großen Springen bleiben natürlich unser Hauptziel.

Was gefällt Ihnen am besten an Ihrer Arbeit als Pferdepfleger?

SL: Die Gelegenheit, andere Länder zusehen, an einigen unglaublichen Turnieren teilzunehmen und das zu tun, was ich liebe. Dass ich das jeden Tag erleben darf und wir zudem noch einige fantastische Ergebnisse erzielen können, das ist schon etwas Besonderes.  

SV: Die langen Nächte, das frühe Aufstehen und das stundenlange Fahren im Dunkeln! Nein, das war nur Spaß. Ich liebe es, wenn wir gute Ergebnisse erzielen und ich liebe die Euphorie nach einem Sieg. Und ich mag den Adrenalinschub während des Turniers, den Pferden dabei zuzusehen, wie sie sich verbessern. Das alles ist schon toll.

Erzählen Sie uns ein wenig über die Pferde, um die Sie sich kümmern ...

SL: Tobago [Scuderia 1918 Tobago Z] hat es mir wirklich angetan! Er hat einen ausgeprägten Charakter, ist sehr pflegeleicht und hat ein großes Herz. Wir haben jedoch eine Reihe sehr talentierter Pferde in unserem Stall, um die ich mich natürlich genauso wie um Tobago kümmere. Unser spannendstes Nachwuchstalent ist wohl Mr Jones [Scuderia 1918 Mr Jones] – er zeigt wirklich ein außergewöhnliches Springtalent und wird ein ganz besonderes Pferd werden.

SV: Wir haben wirklich tolle Pferde, aber am meisten sticht wohl Clooney heraus – er ist fantastisch, lustig und ein kleiner Komiker. Es macht einfach Spaß, mit ihm zu arbeiten. Dann ist da noch The Sinner, der ebenfalls sehr unterhaltsam ist, und Leone [Leone Jei], ein junger Neuzugang aus dem Stall Hendrix – er ist ebenfalls fantastisch und hat einen tollen Charakter.

Was sind Ihre Ziele für dieses Jahr und was möchten Sie erreichen?

SL: Wie bei allen anderen gilt mein Hauptfokus in diesem Jahr den Olympischen Spielen in Tokio. Es wäre toll, dort teilzunehmen und eine Medaille zu gewinnen – eine riesige Chance.

SV: Den Rolex Grand Slam zu gewinnen und noch eine Medaille bei den Olympischen Spielen in Tokio wäre natürlich toll – davon träume ich schon lange!

Welches der vier Majors des Rolex Grand Slam of Show Jumping gefällt Ihnen am besten und warum?

SL: Der CHIO Aachen! Die Atmosphäre dort ist mit keinem anderen Turnier der Welt vergleichbar. Sie ist einfach großartig und ich glaube nicht, dass andere Veranstaltungen an Aachen heranreichen können. Außerdem arbeite ich für einen deutschen Reiter, daher ist es natürlich etwas ganz Besonderes, wenn wir dort antreten.

SV: Für mich ist es der CHI Geneva, aus naheliegenden Gründen. Aber ich bin auch ein großer Fan des CHIO Aachen und des The Dutch Masters. Eigentlich liebe ich sie alle, auch Spruce Meadows. Kann ich mich für alle vier entscheiden?! Ok, ich nehme alle vier!

Kent Farrington (Photo: The Dutch Masters / Remco Veurink) Kent Farrington (Photo: The Dutch Masters / Remco Veurink)

INTERVIEW MIT:

KENT FARRINGTON

 

Der US-amerikanische Rolex-Markenbotschafter, ehemaliger Anwärter auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping und die aktuelle Nummer Sieben der Weltrangliste, Kent Farrington, spricht über seine Ziele für das Jahr 2021, seinen Plan für den Rolex Grand Prix beim The Dutch Masters und die positiven Schlüsse, die er aus dem vergangenen Jahr gezogen hat.

 

Was sind Ihre Pläne für das Jahr 2021 und was möchten Sie erreichen?

Wir haben ein verrücktes Jahr hinter uns. Daher bin ich sehr froh, sozusagen wieder zurück auf der Arbeit zu sein und an Turnieren teilnehmen zu können. Mein Ziel hat sich nicht geändert: Ich versuche, mich vor allem auf die Majors des Rolex Grand Slam zu konzentrieren. In diesem Jahr stehen auch die Olympischen Spiele an, hoffentlich werden diese wie geplant stattfinden. Das sind die Events, auf denen derzeit mein Fokus liegt.

Wie haben Sie die vergangenen sechs Monate verbracht und mit welchen Pferden sind Sie angetreten?

Ich habe hart gearbeitet und versucht, meine erfahrensten Pferde in Topform zu bringen, damit sie bereit sind, wenn die Saison wieder losgeht. Gleichzeitig habe ich auch versucht, eine Reihe jüngerer Pferde auszubilden und weiterzuentwickeln. Ich war auch beim Winter Equestrian Festival in Wellington mit dabei, das zum Glück diese Saison stattfinden konnte. Ich habe einen Stall in Wellington und lebe auch dort. So konnte ich in den vergangenen Monaten also viel trainieren.

Welche Pferde haben Sie zum The Dutch Masters mitgebracht und mit wem werden Sie beim Rolex Grand Prix antreten?

Ich habe Creedance und Austria mit dabei, zwei sehr erfahrene Pferde. Beide haben bereits zahlreiche Hallenturniere hinter sich. Es ist nicht ganz einfach, wenn man aus den USA rüberkommt, wo es nicht so viele Hallenturniere gibt. Aber diese beiden Pferde haben sehr viel Erfahrung, sie dürften also keine Probleme haben. Ich möchte Austria beim Rolex Grand Prix reiten, aber ich weiß natürlich, dass sich die Dinge noch ändern können. Aber das ist aktuell mein Plan. Ich hoffe also, dass sie der Herausforderung gewachsen sein wird.

Wie aufgeregt sind Sie über Ihren Start bei diesem Major des Rolex Grand Slam of Show Jumping?

Ich bin schon sehr aufgeregt und auch sehr froh, dass der Grand Prix stattfindet. Nach der Absage des Turniers im Jahr 2020 war ich enttäuscht, denn ich hatte mich wirklich auf die Teilnahme gefreut. Aber jetzt bin ich ja hier, hoffen wir also, dass es sich lohnen wird. Natürlich steht ein Sieg in einem Major des Rolex Grand Slam für mich und auch alle anderen Reiter immer ganz oben auf der Liste. Sie bieten also immer zusätzliche Motivation. Andererseits ist es natürlich immer mein Ziel,  zu gewinnen!

Was haben Sie im Laufe des letzten Jahres gelernt (über sich selbst und allgemein) und welche positiven Schlüsse ziehen Sie daraus?

Das vergangene Jahr hat mir erneut vor Augen geführt, wie sehr ich diesen Sport liebe. Ich bringe sehr viel Leidenschaft mit, wenn es um das Springreiten und meine Pferde geht. Dabei bin ich von einem unglaublich tollen Team umgeben, das hat sich in guten ebenso wie in schwierigen Zeiten nicht geändert. Das gibt mir die Zuversicht, dass ich das tue, wozu ich bestimmt bin.

Daniel Deusser (Photo: Rolex Grand Slam / Peggy Schröder ) Daniel Deusser (Photo: Rolex Grand Slam / Peggy Schröder )

ZUSAMMENFASSUNG DES VDL GROEP PREIS

 

Als Höhepunkt an Tag 1 des The Dutch Masters 2021 traten beim VDL Groep Preis 41 Pferd- und Reiterpaare an. Darunter waren 13 der Top 20 Springreiter: Zu dem Schweizer Weltranglistenersten und Rolex-Botschafter Steve Guerdat gesellten sich unter anderem die aktuelle Nummer sechs der Weltrangliste, der Belgier Pieter Devos, und der US-Amerikaner Kent Farrington, ebenfalls Rolex-Botschafter und derzeit Weltranglistensiebter.

Der niederländische Parcoursdesigner Louis Konickx stellte die Teilnehmer vor eine beachtliche Aufgabe: 13 Hindernisse umfasste das 1,55 Meter-Springen in der Hauptarena der Brabanthallen. Von den angetretenen Reiterpaaren schafften es zehn bis ins Stechen. Der Deutsche Christian Kukuk legte auf seinem Schimmelwallach Checker 47 mit 71,29 Sekunden die schnellste Zeit im Normalparcours vor. Zu ihm gesellten sich Reiter aus sechs verschiedenen Ländern, darunter auch die beiden Niederländer Kim Emmen und Marc Houtzager, sodass das Stechen zu einem echten internationalen Showdown wurde.

Als Zweite startete Kim Emmen auf ihrem zwölfjährigen Hengst Jack van het Dennehof in den Stechparcours – und legte eine sehr schnelle Zeit vor. Letztendlich waren es jedoch Daniel „Doppel-D“ Deußer, der mit seinem Team bereits bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 die Bronzemedaille gewann, und sein zwölfjähriger Wallach Casallvano, die sich am Ende gegen die Niederländerin und den Rest des Feldes durchsetzen konnten. Der Deutsche absolvierte die sieben Hindernisse im Stechen fehlerfrei und in einer Zeit von 35,66 Sekunden. Das war der Sieg.

Mit sichtlicher Begeisterung erklärte der 40-Jährige: „Ich bin den Kurs vorher abgegangen und war überrascht, wie viele fehlerfreie Runden es gab. Meine Strategie im Stechen war klar: Ich wollte versuchen, das Springen zu gewinnen. Ich muss sagen, dass alle Linien und Wendungen echt gut geklappt haben, daher freue ich mich heute Abend wirklich sehr für mein Pferd.“

„Casallvano hat wirklich sehrviel Vermögen. Er kann jedoch etwas scheu sein, wenn er in den Parcours kommt. Das Gute daran ist aber, dass er auch an den Hindernissen sehr vorsichtig ist. Obwohl er sehr schnell ist, muss ich sagen, dass ich in den vergangenen ein oder zwei Wochen einige Wendungen hatte, die nicht wie erwartet geklappt haben. Daher bin ich sehr stolz darauf, dass heute endlich alles perfekt war.“

„Angesichts der Umstände ist es wohl kaum selbstverständlich, dass wir weiterhin unseren Job machen können. Die Organisatoren und Sponsoren hier haben echt ganze Arbeit geleistet, um uns das zu ermöglichen und uns erneut in den Parcours schicken zu können.“

„Beim Rolex Grand Prix am Sonntag werde ich mit Scuderia Tobago [Scuderia 1918 Tobago Z] antreten. Er ist in Topform und hat vor einigen Wochen herausragende Leistungen in Wellington gezeigt. Ich hoffe also, dass er am Sonntag in ebenso guter Form sein wird.“

Jack Whitaker (Photo: The Dutch Masters / Remco Veurink) Jack Whitaker (Photo: The Dutch Masters / Remco Veurink)

Interview mit

Jack Whitaker

 

Er ist das jüngste Top-Talent aus der Springreiterdynastie der Whitakers: Der 19-jährige Jack erzählt von der Aufregung, bei seinem ersten Rolex Grand Slam-Major in 's-Hertogenbosch anzutreten, was er im Jahr 2021 erreichen möchte und in welcher Form er und seine Pferde nach dem Winter in Europa sind.

Was sind Ihre Pläne für das Jahr 2021, und was möchten Sie erreichen?

Ich habe einfach vor, bei so vielen großen Turnieren  wie möglich zu starten. Besonders auf den FEI Nations Cup werde ich mich konzentrieren, und ich werde natürlich versuchen, so gut wie möglich abzuschneiden. Sollte ich das Glück haben, noch zu weiteren Rolex Grand Slam Majors eingeladen zu werden, wäre das natürlich absolut fantastisch.

Sie haben den Winter in Belgien, Spanien und Portugal verbracht – haben Sie das Gefühl, dass Ihre Pferde in guter Form zum The Dutch Masters kommen?

Absolut. Sie sind momentan alle in Top-Form. Ich habe es geschafft, sie während der Covid-Pandemie einigermaßen fit zu halten, was bedeutet, dass sie und ich ziemlich viel freie Zeit hatten. Es ist natürlich eine Herausforderung, den ganzen Winter über in Spanien und Portugal im Freien zu trainieren und sich jetzt auf ein Hallenturnier einstellen zu müssen, aber ich habe das Gefühl, dass ich in der bestmöglichen Form bin.

Wie aufgeregt sind Sie vor Ihrem ersten Start bei einem Rolex Grand Slam-Major? Flattern die Nerven schon?

Ich war sehr, sehr aufgeregt und habe mich riesig gefreut, als ich die Nachricht von den Organisatoren des The Dutch Masters bekommen habe! Nach meinem Start heute mit Haya Loma N in der ersten Prüfung des Turniers, bin ich deutlich entspannter, obwohl ich denke, dass sich das am Sonntag vor dem Rolex Grand Prix noch ändern könnte. Ich habe vor, mit meinem 12-jährigen Hengst Valmy De La Lande an den Start zu gehen. Er war in den letzten sechs Monaten mein Spitzenpferd und ich bin in all´ meinen Grands Prix mit ihm gestartet. Drücken wir die Daumen, dass er am Sonntag gut drauf ist!

Ist der Rolex Grand Slam ein zusätzlicher Ansporn, Ihr Allerbestes zu geben?

Auf jeden Fall, obwohl ich versuchen werde, ihn wie jeden anderen Grand Prix anzugehen. Gleichzeitig ist dieses Turnier aber auch um einiges prestigeträchtiger, da es ein Rolex Grand Slam-Major ist. Ich werde also versuchen, mein absolut Bestes zu geben. Wenn ich am Sonntag in die Arena eingaloppiere, wissend,, dass es ein Rolex Grand Prix ist, wird das ein ganz besonderes Gefühl sein. , Natürlich will ich ihn genauso gerne gewinnen wie alle anderen auch – wenn nicht sogar noch ein bisschen mehr.

Was haben Sie im Laufe des letzten Jahres gelernt - über sich selbst und allgemein - und welche positiven Schlüsse ziehen Sie daraus?

Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, einfach eine positive Einstellung zu haben, zuversichtlich zu sein und durch alle Höhen und Tiefen hindurch eine Siegermentalität zu bewahren. Letztlich geht es eigentlich nur darum, zu versuchen, so ausgeglichen wie möglich zu bleiben.

Louis Konickx (Photo: The Dutch Masters / Remco Veurink) Louis Konickx (Photo: The Dutch Masters / Remco Veurink)

Interview mit:

Louis Konickx

 

Im Alter von 15 Jahren wurde er Assistent des Parcoursdesigners, seit 2008 ist er ein treuer Förderer von Indoor Brabant und The Dutch Masters:  Wir sprachen mit Louis Konickx über seine Hoffnungen und Träume für den Springsport im Jahr 2021, den Rolex Grand Prix am Sonntag und darüber, was er an seinem Job am meisten liebt.

Sie müssen froh sein, dass die diesjährige Ausgabe des The Dutch Masters jetzt doch noch stattfindet, nachdem sie im letzten Jahr wegen COVID-19 abgesagt und in diesem Jahr wegen EHV-1 verschoben wurde?

Es ist toll, wieder dabei zu sein! Aber nach dieser langen turnierfreien Zeit und der letzten Terminverschiebung hatte ich trotzdem die Befürchtung, dass die Veranstaltung noch abgesagt oder verschoben werden könnte. Aber das ist jetzt nicht mehr möglich und ich bin begeistert, dass wir hier sind. Ohne Fans fühlt es sich natürlich etwas seltsam an, denn die Atmosphäre, die durch sie entsteht, macht den Sport erst richtig aus. Aber nachdem ich gesehen habe, wie die Arena herausgeputzt wurde, strahlt sie schon für sich alleine eine gewisse Atmosphäre aus, und ich hoffe, dass sie den Zuschauern am Fernseher ein gutes Gefühl vermitteln kann.

Was sind Ihre Hoffnungen und Träume für den Springsport in diesem Jahr?

Jeder hofft, dass die Olympischen Spiele stattfinden und die Reiter eine gewisse Zeit zur Vorbereitung haben werden, also genau das, was das The Dutch Masters sowohl Pferden als auch Reitern bietet. Der Reitplatz hier ist groß und das Turnier wird eine enorme Herausforderung sein.  Ich denke, dass es einen ordentlichen Test für alle darstellt. Und ich hoffe, dass weltweit noch weitere Springturniere stattfinden, was allen Reitern bei ihren Vorbereitungen für Tokio 2021 eine Hilfe sein wird.

Wie wichtig sind die Partner und Sponsoren des The Dutch Masters, wie z. B. Rolex, für den Erfolg des Turniers und die Tatsache, dass es jetzt stattfindet?

Sie sind alle enorm wichtig und sie sind vollständig in das Turnier eingebunden. Das ist der Grund, warum sie sich überhaupt erst dazu entschieden haben, mitzumachen – sie gehören mit zum Team dazu. Sie verstehen die aktuelle Situation, in der wir uns befinden, und wissen, wie viel es den Reitern bedeutet, wieder bei Turnieren antreten zu können. Ohne Sponsoren und Partner wäre der Weltklasse-Springsport nicht möglich.

Was gefällt Ihnen am meisten an Ihrer Arbeit als Parcoursdesigner?

Ich liebe die kreative Seite des Parcoursdesigns. Es fasziniert mich, über den Parcours nachzudenken, den ich gestalten soll, wie er aussehen und zu reiten sein wird und wie man den gesamten Reitplatz am besten ausnutzen kann. Ich mag keine Routine. Ich fordere mich gerne selbst heraus, damit keine zwei Parcours jemals gleich aussehen. Aus diesem Grund liebe ich es, immer etwas Neues und Frisches zu erschaffen.

Erzählen Sie uns ein wenig über den Parcours für den Rolex Grand Prix am Sonntag …

Wir hatten für das Turnier im letzten Jahr einen Parcours entworfen, der dann aber in den Winterschlaf versetzt wurde! Dann bekam ich die Nachricht, dass der diesjährige Reitplatz größer sein würde, was bedeutete, dass ich den gleichen Plan wie für 2020 beibehalten konnte und ihn nur ein wenig großzügiger gestalten und anpassen musste. Jetzt haben wir, denke ich, einen wirklich schönen Parcours.

Wie viele fehlerfreie Runden erwarten Sie für den Rolex Grand Prix am Sonntag und welcher Reiter wird Ihrer Meinung nach gewinnen?

In erster Linie hoffe ich immer nur, dass der Sport spannend ist und die Pferde das Beste aus sich herausholen können. Natürlich ist es schön, sechs Reiter im Stechen zu haben, aber die endgültige Anzahl am Sonntag wird sich aufgrund einiger kleiner Details des Parcours und seiner Gestaltung ergeben. Sei es, dass ein Reiter ein Hindernis falsch einschätzt oder die erlaubte Zeit um nur eine Sekunde überschritten wird – das allein kann schon den Unterschied ausmachen, ob am Ende sechs oder zehn Reiter im Stechen vertreten sein werden. Für mich persönlich wären sechs Reiter im Stechen perfekt. Bei mehr als zehn Reitern geht dann ein wenig die Aufregung verloren. Der Reiter, der am Sonntag den Rolex Grand Prix gewinnen wird, ist jemand, der ein Höchstmaß an Kontrolle und Präzision an den Tag legen kann, der eine fließende Kontrolle und einen soliden Plan hat.  Mehr kann ich nicht sagen. Heutzutage gibt es viele Reiter, die in diese Kategorie passen, und ich denke, wir können uns glücklich schätzen, dass wir ihr Talent miterleben dürfen.

(Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

DIE TOPKANDIDATEN BEIM THE DUTCH MASTERS 2021

EIN BLICK AUF DIE REITER

 

Das The Dutch Masters 2021, eine Etappe des Rolex Grand Salm of Show Jumping, ist das erste Reitsport-Major des Jahres und findet vom 23. bis 25. April in 's-Hertogenbosch im Süden der Niederlande statt. Nach mehr als einem Jahr der Ungewissheit aufgrund der COVID-19-Pandemie und des kürzlich aufgetretenen Equinen Herpesvirus 1 (EHV-1) freuen sich die Organisatoren des diesjährigen Turniers nun darauf, zahlreiche der weltweit besten Reiter mit ihren Pferden in den legendären Brabanthallen begrüßen zu dürfen..

Wie bei jedem der vier Majors, aus denen sich der Rolex Grand Slam zusammensetzt – The Dutch Masters, CHIO Aachen, CSIO Spruce Meadows 'Masters' und CHI Genf – wird die diesjährige Ausgabe des The Dutch Masters am Sonntagnachmittag mit dem Rolex Grand Prix ihren Höhepunkt erreichen. Hier möchte jeder der internationalen Top-Reiter, immerhin sind 15 der aktuellen Top 20 der Weltrangliste am Start, Titelanwärter des  Rolex Grand Slam of Show Jumping werden.

 

Der Rolex Grand Slam of Show Jumping – ein Blick auf die Reiter

Das The Dutch Masters 2021 hat sage und schreibe sechs Rolex-Botschafter angezogen, darunter den britischen Springreiter Scott Brash, der als erster und einziger Reiter jemals drei Majors in Folge gewonnen hat und damit den Rolex Grand Slam of Show Jumping im September 2015 für sich entscheiden konnte. Brash ist 2021 bisher auf Turnieren in der Hauptstadt Katars, Doha und im nordbelgischen Lier angetreten und reist zum The Dutch Masters  mit der Hoffnung an, den Status des Titelanwärters zurückzuerobern.

Brash wird von seinem Rolex-Botschafter-Kollegen und aktuellen Weltranglistenersten Steve Guerdat begleitet. Guerdat kann auf eine herausragende Bilanz bei den Rolex Majors zurückblicken, denn er triumphierte sowohl 2013 als auch 2015 beim Rolex Grand Prix des CHI Genf. Jetzt wird sich der Schweizer Springreiter darauf konzentrieren, seiner beneidenswerten Liste an Titeln als Krönung das The Dutch Masters Major hinzuzufügen.

Nach seinem Sieg beim Rolex Grand Prix des CHI Genf im Dezember 2019 kommt der derzeitige Weltranglistendritte und Rolex-Botschafter Martin Fuchs als Titelanwärter des Rolex Grand Slam of Show Jumping zum The Dutch Masters. Der Schweizer Reiter hat den Großteil des Jahres 2021 mit seinen Schimmelwallachen Clooney 51 und Leone Jei beim Winter Equestrian Festival in Florida, USA, verbracht und wird nun alles daran setzen, dass er weiterhin der Titelanwärter bleibt, um als solcher auch  beim CSIO Spruce Meadows 'Masters' im September antreten zu dürfen.

Der Einzel-Goldmedaillengewinner der 2014 FEI World Equestrian Games™ und Heimfavorit Jeroen Dubbeldam reist mit Forever SFN, Kennedy Z und Oak Grove's Carlyle zum The Dutch Masters an. Zwar bleibt Dubbeldam ein Major-Sieg verwehrt, aber der holländische Rolex-Botschafter nimmt einen großen Erfolg beim Rolex Grand Prix am Sonntag fest ins Visier. Dubbeldam gesellt sich zu insgesamt 11 Reitern, die für die Niederlande antreten, darunter Bart Bles, Kim Emmen, Willem Grieve, Marc Houtzager, Kevin Jockems, Johnny Pals, der ehemalige Weltranglistenerste Harrie Smolders, Leopold van Asten und Jur Vrieling.

Rolex-Botschafter Kent Farrington und Landsfrau Laura Kraut sind die einzigen Vertreter beim diesjährigen The Dutch Masters, die aus den USA anreisen. Als zweifacher Major-Sieger (CHI Genf 2017 und CHIO Aachen 2019) reist Farrington mit seinem Wallach Creedance und der Stute Austria 2 nach 's-Hertogenbosch. Der derzeitige Weltranglistensiebte verfügt über die notwendige Erfahrung und das Geschick, um im Rolex Grand Prix am Sonntag ganz vorne mitmischen zu können.

Frankreich ist mit vier Weltklasse-Springreitern vertreten, darunter der 41-jährige Rolex-Botschafter Kevin Staut. Der Sieger des Einzeltitels bei den Europameisterschaften 2009 und die derzeitige Nummer 21 der Weltrangliste bringt Blackonda, Viking d'la Rousserie und Athos des Genets zum The Dutch Masters mit und hofft, seiner beeindruckenden Liste von Erfolgen einen Major-Titel hinzufügen zu können.

Weitere Reiter, die man beim diesjährigen The Dutch Masters im Auge behalten sollte, sind der belgische Springreiter Niels Bruynseels und der schwedische Reiter Henrik Von Eckermann, die in der aktuellen Rangliste der Springreiter auf den Plätzen 11 und 17 liegen. Von Eckermann ist nach seinem Sieg beim Rolex Grand Prix des The Dutch Masters 2019 mit seiner brillanten 15-jährigen Stute Toveks Mary Lou ein ehemaliger Titelanwärter, und Bruynseels sicherte sich ein Jahr zuvor in einem spannenden Stechen mit seiner 15-jährigen Stute Gancia de Muze den Sieg in der Hauptprüfung.

Ein junger Reiter, dem man Beachtung schenken sollte, ist der erst 19 Jahre alte Brite Jack Whitaker, ein Talent der Whitaker-Springreiterdynastie. Whitaker kommt zum The Dutch Masters, nachdem er die letzten Monate in Vejer de la Frontera in Spanien und Vilamoura in Portugal verbracht hat.

(Photo: Rolex Grand Slam) (Photo: Rolex Grand Slam)

NEUE WEB-APP BRINGT FANS DES ROLEX GRAND SLAM NOCH NÄHER AN DAS GESCHEHEN

'ROLEX GRAND SLAM LIVE'

 

Im Vorfeld des Dutch Masters 2021, dem ersten Reitsport-Major des Jahres, wurde eine brandneue, exklusiv vom Rolex Grand Slam of Show Jumping entwickelte Web-App vorgestellt, die es Fans ermöglicht, ihre Lieblingsreiter per Second-Screen-Technologie zu verfolgen.

Über die Web-App, die den Namen „Rolex Grand Slam Live" trägt, können passionierte Reitsportfans aus der ganzen Welt eine Vielzahl von Echtzeitdaten einsehen, wie Live-Zeitmessung, Anzahl der Fehler und Reihenfolge der Starts, und erhalten so eine umfangreiche Ergänzung des Online-Streamings des Rolex Grand Slam oder des Zuschauererlebnisses vor dem Fernseher.

Die Web-App bietet Fans zudem Zugriff auf zusätzliche Statistiken, wie z. B. den Prozentsatz der gefallenen Hindernisse und die Durchschnittsgeschwindigkeit der Pferd-/Reiter-Duos. Außerdem verspricht sie, der ultimative zweite Bildschirm für Reitsportfans zu sein, die alles über die vier Majors wissen wollen, aus denen der Rolex Grand Slam of Show Jumping besteht: The Dutch Masters, CHIO Aachen, CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ und CHI Genf.

Die "Rolex Grand Slam Live" -Technologie wurde von einem Expertenteam des Schweizer Hightech-Unternehmens Alogo entwickelt, das Analysetools für die Pferdewirtschaft herstellt, einschließlich einiger hochmoderner Produkte zur Quantifizierung der Leistungen von Sportlern.

Die Web-App ist kostenlos und unter dem folgenden Link verfügbar: https://rolexgrandslam.alogo.io/

(Photo: Rolex Grand Slam) (Photo: Rolex Grand Slam)

ROLEX GRAND SLAM STATS

HALLENTURNIERE VS. TURNIERE IM FREIEN

 

Der Rolex Grand Slam gilt unbestritten als die einzigartigste Serie im Springreiten und umfasst vier der prestigeträchtigsten Turniere des Sports, die auch als „Majors“ bekannt sind: The Dutch Masters, CHIO Aachen, CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ und CHI Genf. Es gibt jedoch eine entscheidende Komponente, die die Veranstaltungen in den Niederlanden und der Schweiz von denen in Deutschland und Kananda unterscheidet, nämlich die unterschiedlichen Rahmenbedingungen: in der Halle und im Freien.

Die Reithallen des The Dutch Masters und des CHI Genf sind mit synthetischem Boden ausgelegt, während die Prüfungen im Rahmen des CHIO Aachen und des CSIO Spruce Meadows Masters im Freien auf Rasen ausgetragen werden. Dies erinnert an die vier verschiedenen Oberflächen der Grand Slam Majors im Tennis – die Australian Open werden auf synthetischer Hartplatzoberfläche ausgespielt, die French Open auf rotem Sandplatz, bei den Meisterschaften in Wimbledon sind die legendären Rasenplätze der Untergrund und die US Open halten Acryl-Hartplätze bereit .

Die Strafpunkte im Springreiten werden sowohl in der Halle als auch auf Außenplätzen auf dieselbe Weise gezählt, die Geschwindigkeit allerdings, die die für Pferd und Reiter zur Beendigung des Parcours erlaubte Zeit festlegt, basiert in der Halle auf 350 m/Min. und im Freien auf 375-400 m/Min.

Im Vorfeld des The Dutch Masters 2021 sprachen wir mit zwei der renommiertesten Parcoursdesigner des Sports: Louis Konickx vom The Dutch Masters und Frank Rothenberger vom CHIO Aachen. Konickx stellt schon seit 2008 Herausforderungen an die weltweit erfolgreichsten Pferd/Reiter-Kombinationen in den Brabanthallen in 's-Hertogenbosch, während Rothenberger seit 2003 für die Parcours auf den riesigen Rasenanlagen des CHIO Aachen verantwortlich ist.

Was sind, abgesehen vom Boden, die grundlegenden Unterschiede bei der Gestaltung eines Parcours in der Halle oder im Freien?

Louis Konickx (LK): Der Platz in einer Reithalle ist begrenzt, daher kreuzt sich die Linie des Parcours oft -. Es ist immer ein bisschen wie ein Puzzle, sich ein interessantes und anspruchsvolles Design auszudenken. Ein Platz im Freien bietet dagegen mehr Möglichkeiten für Variationen und es gibt Platz für längere Galoppstrecken.

Frank Rothenberger (FR): Der Boden auf Reitplätzen im Freien ist nicht immer eben, was einen falschen Eindruck von den Distanzen zwischen den Hindernissen vermitteln kann – abhängig davon, ob der Parcours bergauf oder bergab verläuft. Das Licht kann auch erhebliche Probleme bereiten, z. B. kann die Sonne das Sehvermögen von Reiter und Pferd beeinträchtigen und das Flutlicht einige unangenehme Schatten erzeugen. Diese Dinge muss ich daher bei der Gestaltung meiner Parcours immer mit berücksichtigen. Einer der offensichtlichsten und grundlegendsten Unterschiede ist die Größe der Reitplätze – auf großen Reitanlagen im Freien wie beim CHIO Aachen und dem CSIO Spruce Meadows 'Masters' kann ein Parcoursdesigner bei der Linienführung viel kreativer sein und die Geschwindigkeit ist auf dieser Art von Reitplatz generell auch höher.

(Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton) (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton)

Auf welche Herausforderungen stoßen Sie bei der Gestaltung eines Parcours?

LK: Reithallen sind hinsichtlich Form und Layout alle ziemlich gleich. Eine ungewöhnliche Umzäunung und die Dekoration in der Halle verleihen dem Turnier seinen ganz eigenen Charakter. Darauf achte ich bei der Vorbereitung auf ein Turnier – neben den anspruchsvollen Linien – ganz besonders. Einen Parcours für die fantastischen Pferde und Reiter von heute zu designen ist wirklich nicht einfach, das gilt sowohl für Hallen als auch Reitplätze im Freien. Ich erlebe eine Halle eher als „Schnellkochtopf“, weil man wegen des eng gesteckten Zeitplans sehr schnell arbeiten muss. Außerdem sorgen die Anspannung und ein begeistertes Publikum in einer überfüllten Halle für eine unvergessliche Atmosphäre.

FR: Für mich ist es sehr schwierig, unterschiedliche Parcours für draußen zu gestalten, verglichen mit denen, die ich für Hallen entworfen habe – da ist wirklich meine ganze Vorstellungskraft gefragt. Auf Reitanlagen im Freien können Hänge genutzt werden, um eine technische Linienführung zu gestalten, ganz gleich ob der Parcours bergauf oder bergab verläuft – das ist wirklich nicht einfach, trägt aber sehr zum Charakter des Parcours bei.

 

Welche Faktoren, die außerhalb Ihrer Kontrolle liegen, müssen Sie beim Parcoursdesign beachten und berücksichtigen?

LK: Ein Parcoursdesigner hofft immer auf einen schönen Spannungsaufbau bei einem Turnier, mit fehlerfreien Runden in der zweiten Hälfte des Reiterfeldes. Manchmal gibt es jedoch auch ein oder zwei fehlerfreie Runden innerhalb der ersten 10 Reiter und das Publikum weiß dann bereits, dass der Parcours nicht sonderlich schwierig ist. Das passiert schon mal, leider geht dadurch ein bisschen der Spannung verloren.

FR: Das Wetter hat immer einen großen Einfluss auf die Art des Parcours, den ich für Reitplätze im Freien entwerfe. Bei Nässe versuchen wir möglichst darauf zu achten, dass die Reiter keine zu engen Wendungen reiten müssen, damit die Pferde nicht ausrutschen. Das Wetter ist auch der Grund, warum es äußerst wichtig ist, über die Distanzen zwischen den Kombinationen nachzudenken, da diese noch genauer abgemessen werden müssen als in Reithallen.

Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof

INTERVIEW MIT ROLEX GRAND SLAM OF SHOW JUMPING TITELANWÄRTER

MARTIN FUCHS

 

Martin Fuchs, Sieger des Grand Prix beim CHI Genf im Dezember 2019 und die aktuelle Nummer drei der Weltrangliste, ist der aktuelle Titelanwärter des Rolex Grand Slam of Show Jumping. Jetzt hat der Schweizer Springreiter den ersten Major des Jahres 2021 fest im Visier: The Dutch Masters in 's-Hertogenbosch vom 22. bis 25. April. Mit uns hat der 28-Jährige über seine Pläne für das Jahr 2021, seine Pferde und seine Ziele für das Turnier in den Niederlanden gesprochen.

 

Was sind Ihre Pläne für das Jahr 2021, und was möchten Sie erreichen?

Das größte Ziel für 2021 sind natürlich die Olympischen Spiele. Ich träume davon, in Tokio eine Medaille zu gewinnen. Darüber hinaus konzentriere ich mich auf die Turniere des Rolex Grand Slam. Für mich ist diese Serie gerade in diesem Jahr etwas Besonderes, da ich derzeit der Titelanwärter des Rolex Grand Slam of Show Jumping bin. In jeder Saison sind die vier Majors die wichtigsten Turniere, aber als Titelanwärter bekommen sie zusätzlich noch eine ganz besondere Note.

Mit welchen Pferden freuen Sie sich dieses Jahr am meisten, bei Turnieren an den Start zu gehen?

Ich freue mich sehr darauf, mit Clooney, anzutreten. Er ist noch immer mein Spitzenpferd, aber ich habe auch noch ein paar andere wirklich gute Pferde. In Wellington habe ich meinen neunjährigen Leone Jei auf Fünf-Sterne-Niveau gestartet. Das bedeutet, dass er dieses Jahr auch ein paar FEI Nations Cups gehen wird. Mein Hengst Chaplin wird derzeit noch als Deckhengst eingesetzt. Dafür haben wir ihn zum ersten Mal zum Team Nijhof geschickt. Aber er kommt bald wieder in die Schweiz zurück und dann kann ich mit ihm ein paar Turniereinsätze planen. Ein weiteres Pferd ist Sinner, mit dem ich den World Cup in London gewonnen habe. Mit ihm möchte ich dieses Jahr ein paar Etappen der Champions Tour bestreiten werde. Darüber hinaus habe ich noch zwei, drei jüngere Pferde, mit denen ich bei kleineren Zwei-Sterne-Turnieren antreten möchte – vorausgesetzt, ich bin nicht gerade auf Fünf-Sterne-Turnieren unterwegs.

Was haben Sie im Laufe des letzten Jahres gelernt (über sich selbst und allgemein) und welche positiven Schlüsse ziehen Sie daraus?

Ich habe gelernt, dass ich außer den Pferden auch andere Dinge genießen kann und nicht unbedingt jede Woche auf Turnieren unterwegs sein muss. Es war sehr schön, Zeit mit Freunden und meiner Familie zu verbringen – was ich natürlich auch vorher schon gemacht habe, aber normalerweise fand das alles auf Turnieren statt. Es hat mir gut getan, mal eine Auszeit zu haben und nicht ständig auf Reisen zu sein.

Sie haben 2019 den Rolex Grand Prix des CHI Genf gewonnen und sind damit zum Titelanwärter des Rolex Grand Slam of Show Jumping geworden. Motiviert Sie das noch mehr, den Rolex Grand Prix des diesjährigen The Dutch Masters zu gewinnen?

Es ist wirklich aufregend, der Titelanwärter des Rolex Grand Slam of Show Jumping zu sein. Ich versuche allerdings, es wie jedes andere Turnier zu sehen. Jedes Mal, wenn ich Clooney zu einem großen Turnier mitnehme, versuche ich zu gewinnen. Und bei jedem Major, zu dem ich anreise, möchte ich natürlich ganz vorne mitmischen. Ich versuche also, es wie jedes andere Turnier auch anzugehen – obwohl mir doch hin und wieder der Gedanke kommt, dass es eine wirklich besondere Leistung wäre, zwei Majors in Folge zu gewinnen.

Welchen positiven Beitrag hat der Rolex Grand Slam Ihrer Meinung nach für den Springsport geleistet?

Ich denke, der Rolex Grand Slam ist sehr wichtig für den Springsport. Alle Spitzenreiter richten die Pläne für ihre Spitzenpferde speziell auf diese Turniere aus. Da sich die vier Majors über die Saison verteilen, können die Reiter auch wirklich immer ihre besten Pferde an den Start bringen. Und jedem, der einmal an einem Major teilgenommen hat, ist klar, dass das Niveau des Sports, das eine solche Veranstaltung bietet, einmalig ist. 

Willy Wijnen and Ben Maher Willy Wijnen and Ben Maher

ZÜCHTER IM GESPRÄCH MIT

WILLY WIJNEN

 

In dieser Ausgabe von Züchter im Gespräch sprechen wir mit Willy Wijnen. Aus der Zucht des KWPN-Züchter des Jahres 2019 stammt das unter dem Briten Ben Maher hocherfolgreiche Springpferd Explosion W (Chacco-Blue x Baloubet du Rouet).

 

Was ist Ihre früheste Erinnerung ans Reiten?

Ich erinnere mich an die Zeit, als mein Großvater damit begann, Zeit mit Pferden zu verbringen. Das waren damals aber keine Spring- oder Dressurpferde, sondern Arbeitspferde. Ich war zu dem Zeitpunkt etwa acht Jahre alt. Man kann also sagen: Pferde gehören zu meinen Leben dazu, seit ich denken kann.

Worauf sind Sie in Ihrer Karriere besonders stolz?

Der stolzeste Moment meiner Karriere war, als Barina, die Großmutter von Explosion W,  vierjährig an der Niederländischen Meisterschaft in Utrecht teilgenommen hat. Sie wurde Dritte, aber ich war unglaublich stolz. Das war einfach ein fantastischer Moment für mich, besonders wenn man berücksichtigt, dass meine Zucht zu dieser Zeit wirklich sehr klein war. Barina wurde damals von Marianne Van Rixtel geritten. Es war von beiden eine wundervolle Leistung, da die Stute zu dieser Zeit sowohl Spring- als auch Dressurpferd war.

Wie kam es dazu, dass Sie Züchter geworden sind?

Barina war einfach eine außergewöhnliche Stute und ich wollte gerne Fohlen von ihr haben. Damals habe ich viel Geld und Zeit in die besten Hengste investiert, bin durch die Niederlande, Deutschland und Frankreich gereist und habe alle möglichen Hengstschauen besucht. Ich wollte einfach nach einem Hengst Ausschau halten, der möglichst gut zu Barina passt.

Können Sie kurz zusammenfassen, worauf es bei der Zucht eines Springpferdes ankommt, was dahintersteckt, wie Sie entscheiden, welche Paare Sie zur Zucht einsetzen, etc.?

Zuerst frage ich mich, ob der Hengst gut zur Blutlinie von Barina passen würde und wie die Abstammung der Mutterlinie des Hengstes aussieht. Natürlich ist der Hengst sehr wichtig, aber ich glaube, dass die Mutterlinie noch viel wichtiger ist.

Wurden Sie von Ihren Zuchtergebnissen auch hier und da mal überrascht?

Das ist schon vorgekommen, aber das war eher Zufall. Ich bekomme oft Anrufe von Leuten, die nach Informationen fragen, weil sie ihre Stute decken lassen möchten. Aber diese Informationen kann ich ihnen nicht geben, da ich die Einzelheiten zu einer speziellen Stute nicht kenne – jedes Pferd ist anders, und es ist für mich sehr schwierig, mich ohne die Abstammung des Pferdes zu kennen, zu einer Kombination zu äußern. Von mir selbst kann ich sagen, dass Barina insgesamt 17 Nachkommen hat. Neun davon sind internationale Spitzenpferde mit Erfolgen in Springen oder Dressur, darüber hinaus hat sie tolle Zuchtstuten und fünf anerkannte Hengste hervorgebracht.

Die Partnerschaft zwischen Pferd und Reiter ist ohne Zweifel wichtig. Ist das etwas, worauf Sie achten, wenn Sie Ihre Pferde an neue Besitzer verkaufen?

Ich habe einige ziemlich komplexe Gefühle und Gedanken zu meinen Pferden. Ich schaue in ihre Augen und dann betrachte ich ihren Rahmen und ihr Fundament. So kann ich besser feststellen, ob Reiter und Pferd gut zusammenpassen.

Wie lange behalten Sie ein Fohlen, bevor es an den neuen Besitzer geht?

Als ich anfing zu züchten, gingen viele meiner Fohlen sofort zu einem neuen Besitzer. Ich hatte zwar Zeit für die Zucht, aber nicht dafür, die Fohlen aufzuziehen, sie einzureiten und mich um ihre Zukunft zu kümmern. Heute sind die Dinge anders, ich habe viel mehr Zeit, mich um alle Aspekte zu kümmern. Explosion W zum Beispiel habe ich erst verkauft, als er sieben Jahre alt war. Ich wusste immer, dass er ein gutes Pferd ist, aber er brauchte Zeit, sich zu entwickeln. Also habe ich ihm diese Zeit gegeben – gemeinsam mit meiner Bereiterin Mareille de Veer. Und heute ist er eines der besten Springpferde der Welt.

Wie viele Pferde züchten Sie pro Jahr?

Ich habe etwa sechs bis sieben Fohlen pro Jahr.

Auf welches selbst gezogene Pferd sind Sie am meisten stolz?

Besonders natürlich auf Explosion W, aber er ist nicht das einzige Pferd, auf das ich stolz bin. Ich habe noch eine Halbschwester von Explosion W namens Zarina III, eine Tochter von Heartbreaker x Baloubet du Rouet. Sie ist eine Zuchtstute, die wirklich fantastische Fohlen hervorbringt. Jeder Reiter auf der Welt hätte gerne einen ihrer Nachkommen.

Welchen positiven Beitrag hat der Rolex Grand Slam Ihrer Meinung nach für den Springsport geleistet?

Ich denke, der Rolex Grand Slam hat sowohl für die Reiter als auch für den Sport eine sehr große Bedeutung. Das ist wirklich eine unglaublich tolle Serie mit sehr schönen Turnieren.

Welcher der vier Majors, aus denen der Rolex Grand Slam of Show Jumping besteht, gefällt Ihnen am besten und warum?

Der CHIO in Aachen. Ich kann das nur schwer in Worte fassen, aber das ist einfach das beste Turnier überhaupt. Alles an diesem Turnier ist fantastisch – die Leute, die Anlage, das Turnier selbst.

Was ist für Sie das Hauptanliegen mit Ihrer Pferdezucht?

Meine größte Ambition bei der Zucht ist es, ein Pferd zu züchten, das an den Olympischen Spielen teilnimmt. Jeder Züchter verfolgt letztendlich das Ziel, ein Pferd aus eigener Zucht bei den Olympischen Spielen dabeizuhaben.

Wer ist Ihre größte Inspiration? Wer hat Sie im Laufe Ihrer Karriere am meisten inspiriert?

Das VDL Stud im Norden Hollands hat mich sehr inspiriert. Ich habe einige Pferde dort stehen, wie Liamant W (Diamand de Semmily x Heartbreaker x Baloubet du Rouet) und Power Blue W (Chacco Blue x  Heartbreaker x Baloubet du Rouet).

Wie lautet der beste Ratschlag, den Sie jemals erhalten haben?

Wer mit der Zucht anfangen möchte, braucht eine gute Mutterlinie, auf die Zucht aufgebaut werden kann. Diesen Rat würde ich selbst auch jedem Züchter geben, schließlich bildet die Blutlinie das entscheidende Fundament. In ihr sollte viel Geschichte und sportliche Qualität vertreten sein. Man sollte sich immer zu etwa 60 oder 70 Prozent auf die Mutterlinie konzentrieren und die anderen 30 bis 40 Prozent auf den Hengst verwenden.

Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof

NTERVIEW MIT

DEM IRISCHEN REITER UND ROLEX-BOTSCHAFTER BERTRAM ALLEN

 

Worauf haben Sie sich in letzter Zeit konzentriert und was sind Ihre Pläne und Ziele für 2021?

Aufgrund der Corona-Pandemie und der Tatsache, dass aktuell in Europa nur sehr wenige Turniere stattfinden, haben wir beschlossen, zum Winter Equestrian Festival [WEF] nach Florida zu reisen. Dort war unglaublich viel los. Ich war fast drei Monate dort und bin erst kürzlich zurückgekehrt. Daher werde ich es die nächsten Wochen etwas ruhiger angehen lassen. Der Plan ist, mich und meine Pferde auf ein paar Turniere des FEI Jumping Nations Cup vorzubereiten. Außerdem habe ich die Olympischen Spiele in Tokio im Juli und dann die Rolex Grand Slam Majors im Spätsommer im Blick.

 

Mit welchen Pferden freuen Sie sich dieses Jahr am meisten, bei Turnieren an den Start zu gehen?

Meine beiden Spitzenpferde sind Pacino Amiro und Harley van den Bisschop. Harley ist das etabliertere Pferd – er hat letztes Jahr aufgrund einer Verletzung zwar ein bisschen Zeit verloren, aber jetzt ist er wieder da und fühlt sich wirklich fit an. Hoffentlich kann er dieses Jahr einen guten Rhythmus finden. Pacino Amiro stieg beim WEF in Wellington in die höchste Klasse auf und hat dort einen 5*-Grand Prix gewonnen. Er ist also ein sehr vielversprechendes Talent. Wir hoffen, dass beide Pferde in Top-Form sein werden, denn dann können sie wirklich alles springen.

 

Welchen positiven Beitrag leistet der Rolex Grand Slam Ihrer Meinung nach für den Springsport?

Er ist eine fantastische Serie, die aus vier der besten Turniere der Welt besteht. Sie bietet mir und den anderen Reitern etwas, worauf wir uns konzentrieren können. Diese Turniere gehören jeweils für sich allein schon zu den besten, aber in Kombination erlangen sie noch mehr Bedeutung und Prestige. Sie können jeden Reiter fragen – das sind die Grand Prix-Turniere, die wir alle jedes Jahr gewinnen wollen. Außerdem stehen sie noch einmal eine Stufe über einem normalen 5*-Grand Prix. Eines dieser Turniere zu gewinnen, ist ein sehr besonderes Gefühl, weil sie wirklich die Krone dieses Sports darstellen. Hinsichtlich meiner Pläne für den Rolex Grand Slam werden wir in diesem Jahr Schritt für Schritt vorgehen, weil es bis zu den Spruce Meadows 'Masters' und dem CHIO Aachen noch eine ganze Weile hin ist. Zum Glück könnten meine Spitzenpferde, wenn sie in guter Verfassung sind, problemlos beide Turniere gehen. Danach fangen wir mit den Plänen für Genf an.

 

Was haben Sie im Laufe des letzten Jahres gelernt – über sich selbst und allgemein – und welche positiven Schlüsse ziehen Sie daraus?

Als Reiter sind wir es gewohnt, buchstäblich jedes Wochenende im Jahr zu Turnieren zu fahren. Aber im Jahr 2020 waren unsere Aktivitäten diesbezüglich wirklich eingeschränkt. Ich habe viel gelernt, aber die größte Veränderung wird sein, dass ich wahrscheinlich die Anzahl der Turniere, an denen ich teilnehme, zurückfahren werde. Vor der Pandemie hatte ich wirklich das Gefühl, Woche für Woche Turniere reiten zu müssen. Aber als ich gezwungener Maßen einen Gang zurückschalten musste, hatte ich Zeit, über alles nachzudenken und genau zu prüfen, und ich habe festgestellt, dass ich mir und meinen Pferden wirklich nicht so viel abverlangen muss. Ich glaube, ich werde mich jetzt wirklich nur auf die größten 5*-Turniere konzentrieren, wodurch ich auch ein paar Wochen mehr zu Hause verbringen und nach dem Rechten schauen kann. Das gibt mir wertvolle Zeit, um mich der Vermarktung und meinen jüngeren Pferde zu widmen, für die ich in der Vergangenheit nicht genügend Zeit gehabt habe. Wie bei allem im Leben geht es darum, eine Balance und den goldenen Mittelweg zu finden.

Photo: The Dutch Masters/DigiShots Photo: The Dutch Masters/DigiShots

Top 5 world ranking competing

 

The FEI officially announced on 30 March that international equestrian events could resume as from 12 April. This is good news for the organisation of The Dutch Masters and now there is definite green light to organise the event from 23 to 25 April.

 

Measures

The planned Covid-19 measures remain in place and this special edition of The Dutch Masters will also take place behind closed doors. The FEI has published a list of measures because of the Rhino virus. Of course the organisation, together with the veterinary team, will closely follow up these measures. Immediately upon arrival the health of the horses will be checked and the temperature will be measured. Especially in the stables everything will be done to avoid contact between the horses and there will be several additional hygiene measures. Safety for man and horse comes first.

The Dutch Masters/DigiShots The Dutch Masters/DigiShots

 

Top Jumping Competitors

The organisation can again count on the international jumping top. The numbers 1 and 2 from Switzerland, Steve Guerdat and Martin Fuchs, are present. The number 3, Daniel Deusser is currently in top form. Last weekend the German rider won the prestigious $500,000 Rolex Grand Prix in Wellington, USA, with the 13-year-old stallion Scuderia Tobago Z, who he also wants to start in ´s-Hertogenbosch. The Swede Henrik von Eckermann, who won the Rolex Grand Prix in the Brabanthallen in 2019, will also travel to 's-Hertogenbosch. Peder Fredricson (SWE) and the Belgian Pieter Devos ensure that the entire top 5 of the world rankings will be at the start. Of course all the top Dutch riders like Harrie Smolders and Jeroen Dubbeldam will also be there. The complete list of participants will be announced shortly.

 

Dressage

The top dressage riders are already preparing for the outdoor season in view of the Olympic Games in Tokyo. This proved to be incompatible with the indoor competitions of The Dutch Masters. Therefore, it was decided to skip the dressage programme of this edition for a year. The programme will be completed with extra show jumping classes so that the riders can prepare their horses optimally for the Rolex Grand Prix.

Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof

 

Es war Montag der 1. März, als die FEI nach dem Ausbruch des equinen Herpes-Virus (EHV-1) im spanischen Valencia die Absage aller Pferdesportveranstaltungen verkündete. Die Enttäuschung der Organisatoren des „The Dutch Masters“ war grenzenlos, doch sie setzten gleich alle Hebel in Bewegung, um eine Lösung zu finden. Und eine solche Lösung wurde gefunden – nach intensiven Beratungen mit den Dachorganisationen, den Tierärzten des niederländischen Verbandes und der FEI: Sollte sich der Ausbruch nicht weiter verschlimmern, wird das „The Dutch Masters“ ohne Zuschauer von Freitag, 23. April bis Sonntag, 25. April in den Brabanthallen in `s-Hertogenbosch ausgetragen werden. Ursprünglich hatte die FEI alle Veranstaltungen bis zum 28. März abgesagt, inzwischen wurde dies bis zum 11. April verlängert. Die Organisatoren werden die Entwicklung nun sehr aufmerksam verfolgen, um gegebenenfalls das Datum noch einmal anzupassen. Höchste Priorität hat dabei die Sicherheit von Sportlern und Pferden.

 

Sicherheit der Pferde

 

Die Organisatoren erarbeiten derzeit einen Ablauf für die teilnehmenden Pferde. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Marianne Sloet van Oldruitenborgh-Oosterbaan von der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Utrecht, die auch Beraterin des niederländischen Verbandes ist sowie mit „The Dutch Masters“-Veterinär Randy de Greef und der FEI. Um die Veranstaltung nicht nur corona-, sondern auch herpessicher zu organisieren, werden unterschiedlichste Maßnahmen ergriffen. Dazu zählen ein veterinärmedizinischer Check-Up gleich bei der Ankunft, regelmäßige Temperaturkontrollen und eventuell Nasenabstriche bei den Pferden. Um bestmöglich vorbereitet zu sein, werden alle Maßnahmen nun in enger Absprache mit den Behörden detailliert diskutiert.

 

Zustimmung bei den Reitern

 

Bei den Reitern findet das neue Datum große Zustimmung. Denn gegenwärtig gibt es kaum Veranstaltungen auf diesem Niveau, für die Reiter sind sie aber zur Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Tokio unabdingbar. Die Weltranglistenersten in Dressur und Springreiten haben bereits beide ihre Teilnahme bestätigt. So sagt Deutschlands „Dressur-Königin“ Isabell Werth: „Großartig, welche Anstrengungen das The Dutch Masters unternimmt, um die Veranstaltung zu organisieren. Ich werde dort sein!“ Rolex-Botschafter Steve Guerdat ergänzt: „Ich bin sehr glücklich, dass das The Dutch Masters als Teil des Rolex Grand Slam of Show Jumping nun im April stattfinden wird. Für uns Reiter sind Prüfungen auf diesem Niveau sehr wichtig, deswegen freue ich mich drauf.“ Das Programm im April wird dem ursprünglich für März geplanten sehr ähnlich sein – mit dem Rolex Grand Slam of Show Jumping-Major am Sonntagnachmittag. Die Dressurfans bekommen ein identisches Programm geboten mit einer großen CDI 4*-Tour mit Grand Prix und Kür zur Musik. Alle Wettbewerbe werden live auf unterschiedlichen Kanälen übertragen.

Photos: Rolex Grand Slam / Kit Houghton Photos: Rolex Grand Slam / Kit Houghton

ROLEX GRAND SLAM OF SHOW JUMPING – BESTÄTIGTE TERMINE FÜR DIE MAJORS 2021

 

Das Weltfest des Pferdesports, CHIO Aachen (NEUES DATUM)

Für den CHIO Aachen 2021 gibt es ein neues Datum, er findet nun von Freitag, dem 10. bis Sonntag, dem 19. September statt. Weitere Informationen zum CHIO Aachen 2021 finden Sie auf https://www.chioaachen.de/

Spruce Meadows ‘Masters’ 

Die Termine für das Spruce Meadows 'Masters' 2021 bleiben unverändert: das Turnier findet vom Mittwoch, 8. bis Sonntag, 12. September statt. Weitere Informationen zum Spruce Meadows ‘Masters’ 2021 finden Sie auf https://www.sprucemeadows.com/

CHI Genf 

Die Termine für das CHI Genf 2021 bleiben unverändert: das Turnier findet vom Donnerstag, 9. bis Sonntag, 12. Dezember statt. Weitere Informationen zum CHI Genf 2021 finden Sie auf https://www.chioaachen.de/

Photo: Spruce Meadows Media Services Photo: Spruce Meadows Media Services

INTERVIEW MIT SPRINGREITER OLIVIER PHILIPPAERTS

 

Was sind Ihre Pläne für das restliche Jahr 2021, und was würden Sie am Ende gerne noch erreichen?

Ich würde gerne noch ein 5*-Turnier mit Legend [H&M Legend of Love] gewinnen. Sie ist ein großartiges Pferd, und ich habe sie schon sehr lange. Sie war einfach unglaublich. Die Erfolge und die vielen guten Durchgänge, die wir gemeinsam hatten, waren wirklich fantastisch. So auch in der letzten Woche – sie ist jetzt 15 Jahre alt –, sie versucht immer noch jede Woche auf jedem Turnier ihr Bestes zu geben. Ich würde also gerne irgendwann in diesem Jahr noch einen 5*-Grand Prix mit ihr gewinnen, was hoffentlich für uns möglich sein wird.

 

Wie geht es nun weiter?

Das letzte Jahr war wirklich ein einziger Nackenschlag, aber dieses Jahr sind wir von Anfang an auf dem richtigen Weg. Im Januar war ich in Oliva Nova, um die Pferde auf die Saison vorzubereiten. Dann kam Doha, und danach habe ich versucht, mich auf das „The Dutch Masters“ vorzubereiten, was ja aber leider aufgrund der momentanen Umstände abgesagt wurde. Trotzdem freuen wir uns auf die Saison, und wir glauben fest daran, dass diese Saison wirklich fantastisch und für alle Beteiligten ein weiterer Schritt nach vorne sein wird. Es stehen viele Turniere an, darunter die Majors des „Rolex Grand Slam of Show Jumping“ und natürlich die Olympischen Spiele in Tokio, zu denen wir alle natürlich sehr gerne anreisen würden. Das sind also meine größten Ziele dieses Jahr, und im Moment versuche ich, den besten Plan zusammenzustellen, um diese auch zu erreichen.

 

Mit welchen Pferden freuen Sie sich dieses Jahr am meisten, bei Turnieren an den Start zu gehen?

Im Moment habe ich ziemlich Glück, ich habe ein paar sehr gute Pferde im Stall. Dazu gehören einige erfahrene Pferde wie Legend of Love und Extra [H&M Extra], die ich seit etwa zwei Jahren habe. Und ich habe auch ein neues Pferd namens Blue Diamond [Le Blue Diamond V't Ruytershof], der seinen ersten 5*-Grand Prix letzte Woche in Doha gegangen ist, worüber ich mich sehr gefreut habe. Ich glaube wirklich, dass er ein Pferd sein könnte, das durchgehend auf 5*-Niveau Turniere gehen kann. Ich freue mich wirklich auf dieses Jahr, und darauf, mit ihm in der Spitzenklasse des Sports antreten zu können.

 

Welchen positiven Beitrag hat der Rolex Grand Slam Ihrer Meinung nach für den Springsport geleistet?

Ich denke, es war ein unglaublicher Erfolg, dass Rolex unserem Sport den Grand Slam gegeben hat. Das ist die beste Art für uns, unseren Sport mit beispielsweise Tennis vergleichen zu können. Jeder weiß, dass die Grand Slam-Turniere die wichtigsten Veranstaltungen eines Jahres sind, und dass wir das nun in unseren Sport übertragen können, um jemandem zu erklären, der den Pferdesport nicht verfolgt, was die Grand Slams sind, verleiht unserem Sport zusätzlichen Aufschwung. Als Reiter sind diese Turniere die wichtigsten des Jahres, und als echte Athleten und Wettstreiter kämpfen wir natürlich darum, diese Siege auf unserer Liste der Erfolge zu sehen.

 

Haben Sie unter den Majors einen Favoriten? Gibt es einen, der für Sie als das Turnier hervorsticht, das Sie unbedingt gewinnen möchten?

Natürlich, jeder hat doch seine Favoriten. Spruce Meadows wird für mich immer etwas ganz Besonderes sein, denn als ich dort gewonnen habe, war das für mich ein wirklich einzigartiger Moment. Aachen, andererseits, ist ebenfalls wirklich klasse, weil es nicht weit von meinem Zuhause entfernt ist und ich dort schon sehr lange hingehe. Mein Vater ist dort so viele Male angetreten, und auch ich bin dort schon geritten – das sind also die beiden Turniere, die für mich im Laufe eines Jahres den größten Stellenwert haben.

 

Was haben Sie im letzten Jahr gelernt – über sich selbst? Und welche positiven Schlüsse können Sie aus diesem doch sehr ungewöhnlichen und schwierigen Jahr ziehen?

Ich denke, der größte Unterschied war, dass wir im Jahr davor an so vielen Turnieren teilgenommen haben, vielleicht waren es etwas zu viele. Es ist zwar toll, dass es so viele 5*-Turniere gibt, da so alle eine bessere Chance auf den Sieg haben. Aber aus persönlicher Sicht denke ich, dass ich ab jetzt weniger 5*-Turniere auswähle, an denen ich teilnehmen werde. So habe ich die Gelegenheit, zu diesen Turnieren zu gehen und mich voll und ganz auf diese bestimmten Wettkämpfe zu konzentrieren. Manchmal sind wir Woche für Woche auf Turnieren unterwegs, nur weil es so viele davon gibt, und fliegen dauernd um die Welt  – was vielleicht etwas übertrieben ist. Im letzten Jahr habe ich gelernt, dass es besser wäre, sich auf eine kleinere Anzahl von Turnieren zu konzentrieren und dafür gut vorbereitet und mit den richtigen Pferden an den Start zu gehen.

Ich glaube auch, dass wenn man unter Zeitdruck steht, so wie es bei mir war, man kleine Fehler macht, die man gar nicht bemerkt. Jetzt, da wir alle viel zuhause waren, konnten wir uns neu organisieren, sodass jetzt alles für die kommende Saison bereit ist. Wir versuchen, junge Pferde zu kaufen und sie bis zur Spitzenklasse auszubilden. Dafür haben wir versucht, eine gute und solide Struktur zu erschaffen, sodass wir, auch wenn ich auf Turnieren unterwegs bin, immer noch eine gute Gelegenheit haben, die besten Jungpferde ausfindig machen zu können. In diesem Sport vergeht die Zeit so schnell – es ist also wichtig, immer auch Pferde für die Zukunft im Stall zu haben.

Photo: Élevage du Thot Photo: Élevage du Thot

ZÜCHTER IM GESPRÄCH

Interview mit Familie Noël (Élevage du Thot)

 

In dieser Ausgabe von Züchter im Gespräch sprechen wir mit Margrith und Florian Noël vom Gestüt „Le Thot“ in der Normandie in Frankreich – www.elevage-du-thot.com. Unser Dank geht außerdem an Judith Noël, die dieses Interview ermöglicht hat.

 

Was ist Ihre früheste Erinnerung ans Reiten?

Margrith Noël:

Mein Vater war bei der Schweizer Kavallerie, und jeder Angehörige hatte seinen eigenen Sattel und sein eigenes Pferd zuhause. Ich war noch jung, und als es dieses Pferd nicht mehr gab, legte er immer seinen Sattel unten über das Treppengeländer. Ich – jung wie ich war, etwa vier oder fünf – verbrachte viel Zeit damit, auf diesen Sattel zu klettern und so zu tun, als würde ich reiten gehen.

Florian Noël:

Ich wuchs mit Pferden auf, und da ich auch zwei ältere Schwestern hatte, die leidenschaftlich gerne ritten, wollten meine Eltern immer, dass ich in ihre Fußstapfen trete. Mittwochs und samstags haben meine Eltern mich immer dazu vergattert, ein Pferd oder Pony fertig zu machen und es zu striegeln, aber ich hatte daran wirklich keinen Spaß. Das Reiten habe ich schon als Kind gelernt, da das bei uns in der Familie eben „normal“ war. Im Sommer bin ich mit meinen Schwestern in Freizeitcamps gegangen, wo wir viel geritten sind, aber auch andere Aktivitäten gemacht haben. Jedes Mal nahm ich mein Fahrrad mit, also verbrachte ich eigentlich mehr Zeit damit, mit dem Rad den Reitstall zu umrunden, als auf den Pferden zu reiten. Ich hatte auch einen Freund, der ein Pony besaß, und wir machten in den Feldern oder am Strand immer Wettrennen gegeneinander. Wir sind also viel mehr um die Wette geritten, als auf andere Art zu reiten.

 

Worauf sind Sie in Ihrer Karriere besonders stolz?

Margrith Noël:

Für uns als Familie war das Ideo du Thot, ein Pferd, das 2007 den World Cup in Las Vegas gewann. Ein Pferd dieses Kalibers zu haben, war wirklich außergewöhnlich, ein wirklich einmaliges Pferd. Das war ein unglaublich stolzer Moment für uns. Als Mutter macht es mich sehr stolz, drei Kinder zu haben, die alle leidenschaftlich gerne reiten, und wenn sie mit unseren eigenen, selbstgezogenen Pferden auf Turniere gehen, macht mich das ganz besonders stolz.

 

Wie sind Sie auf den Zuchtaspekt dieses Sports gekommen?

Margrith Noël:

Alles hat damit begonnen, dass ich Jean-Francois Noël geheiratet habe, dessen Vater viel mit Pferdezucht zu tun hatte. Sein Vater wiederum war ein Rinderzüchter aus der Normandie, der auch ein paar Stuten besaß, und so begann er schon in sehr jungen Jahren damit, die Pferde einzureiten. Wir haben dieses Unternehmen Schritt für Schritt aufgebaut, haben ein paar Fohlen gekauft und versucht, sie durch Einkreuzen unserer eigenen Blutlinien weiterzuentwickeln. So wurde unsere Zucht immer größer, und so kamen wir auch dazu, die Blutlinie von Ideo zu kaufen, die wir dann mit unserer kreuzten, wodurch wir uns weiter vergrößern konnten. Es ist interessant zu sehen, wie weit wir gekommen sind. Wir haben nur zu zweit angefangen, mit drei Pferden. Das war vor 35 Jahren, und heute sind wir zu einem großen und erfolgreichen Zuchtbetrieb geworden.

 


Könnten Sie kurz zusammenfassen, worauf es bei der Zucht eines Springpferdes besonders ankommt, was dahintersteckt, wie Sie entscheiden, welche Paare Sie zur Zucht einsetzen, etc.?

 

Florian Noël:

Das Ganze ist eine Mischung aus körperlichen und geistigen Veranlagungen und der Ausbildung des Pferdes. Das Pferd muss gut erzogen sein, gut im Futter stehen und über eine große mentale Stärke verfügen. Das Einreiten und die Ausbildung sind für das Heranziehen eines Pferdes der Spitzenklasse ebenfalls maßgeblich. Außerdem ist es sehr wichtig, über gute Grundlagen zu verfügen, wodurch es einfacher wird, Pferde zu haben, die leichtrittig und mental ausgeglichen sind. Außerdem ist die Qualität der Stute von zentraler Bedeutung, denn wenn man einmal eine gute Stute hat, bieten sich bei der Wahl des Vaters viele Möglichkeiten. Es ist also entscheidend, die Mutterstute richtig auszuwählen.

 

Wurden Sie von Ihren Zuchtergebnissen auch hier und da mal überrascht?

Margrith Noël:

Ja, Samourai du Thot, der einmal das beste französische Vielseitigkeitspferd auf der Weltrangliste war. Dieses Pferd stammte aus einer Mischung, von der wir nicht glaubten, dass sie ein so erstklassiges Pferd hervorbringen könnte. Die Mutter war ein gutes, vollkommenes Pferd, aber nicht unbedingt sehr bekannt. Aber sie war ein Pferd, dass über viel Sinn verfügte. Wir haben sie mit Milor Landais verpaart, und mit Samourai du Thot kam dabei eine echte Überraschung heraus.

Florian Noël:

Manchmal versuchen wir an Hengste zu kommen, die gar nicht unbedingt alle unsere Wünsche erfüllen, sondern eigentlich ziemlich unspektakulär sind. Das gibt uns die Gelegenheit, ein bisschen herumzuprobieren, wie zum Beispiel das Einkreuzen von reinrassigen Pferden, Anglo-Arabern, um etwas wirklich Einzigartiges zu erhalten.  

 

Photo: Élevage du Thot Photo: Élevage du Thot

Die Partnerschaft zwischen Pferd und Reiter ist zweifelsohne wichtig. Ist das etwas, wonach Sie Ausschau halten, wenn Sie Ihre Pferde an neue Besitzer verkaufen, oder wenn sie die Pferde selbst reiten?

Margrith Noël:

Ja, das ist etwas, wonach wir Ausschau halten, aber aufgrund der Art und Weise, wie der Markt und die Branche funktionieren, haben wir darauf oft nicht viel Einfluss. Wir machen viele Geschäfte mit Händlern, was die Dinge manchmal verkompliziert. Wenn es einen Kunden gibt, der nicht gut zum Pferd passt, können wir das Pferd nicht zurücknehmen und durch ein anderes ersetzen, denn bei 12-15 Fohlen haben alle jeweils andere Eigenschaften.

Florian Noël:

Wir versuchen, Pferde zu produzieren und heranzuziehen, die leicht zu reiten und zu handhaben sind, da viele Menschen in einem Pferd mehr oder weniger dieselben Dinge suchen. Sie möchten ein hochwertiges, schickes und gut gerittenes Pferd. Je besser ein Pferd geritten ist, desto einfacher ist es, mit ihm zu arbeiten. Deshalb versuchen wir, das beste Pferd für unsere Kunden zu produzieren, und wir bemühen uns immer darum, dass es in bestmöglichem Zustand zu ihnen kommt.

 

Können Sie uns ein paar Einblicke hinter die Kulissen Ihres Zuchtprogramms geben?

Florian Noël:

Es gibt mehrere wichtige Faktoren, die eine Rolle spielen, zum Beispiel gute Mutterstuten, gute Kreuzungen und Vielfalt. Die Pferde, von denen wir glauben, dass sie aufgrund ihrer Abstammung viel Potenzial für den Einsatz im Sport mitbringen, behalten wir manchmal bis zu ihrem sechsten Lebensjahr, bevor wir den Embryotransfer durchführen. Wir ziehen zudem die Pferde alle auf die gleiche Weise auf, um zu versuchen, das Beste aus ihnen herauszuholen. Das ist die Methode, die wir anwenden, aber es gibt Zeiten, in denen wir uns an die verschiedenen Pferde und ihre Bedürfnisse anpassen müssen.

 

Wie lange behalten Sie ein Fohlen, bevor es an den neuen Besitzer geht oder Sie mit der Ausbildung anfangen?

Florian Noël:

Bestimmte Fohlen können wir manchmal schon verkaufen, wenn sie noch bei ihrer Mutter sind. Das ist selten, aber es kommt vor. Wir beginnen im Winter mit der Ausbildung, wenn sie zwischen zwei und drei Jahre alt sind. Im Moment zum Beispiel sind so ziemlich alle schon eingeritten. Als Test lassen wir sie zwei oder drei Mal frei springen und steigen ein paar Mal auf. So erhalten wir einen Einblick in das Temperament des Pferdes und können abschätzen, wie sich das Pferd später verhalten wird. Im Frühjahr kommen sie alle auf die Weide, und im nächsten September, am Ende des dritten Lebensjahres, holen wir sie wieder in den Stall. Zu dem Zeitpunkt sind wir dann mit der Auswahl beschäftigt. Wir stellen die Pferde im Alter von drei Jahren auf ihren ersten Turnieren vor, und dann beginnt der Handel, sobald das veterinärmedizinische Programm abgeschlossen ist. Es gibt Pferde, die schon während des Winters verkauft werden, aber wir versuchen, sie je nach individuellem Entwicklungsstand zu verkaufen. Manche Pferde sind schon bereit, aber wir behalten einige etwas länger, da sie noch sehr jung sind.


Wie viele Pferde züchten Sie pro Jahr?

Wir haben jedes Jahr etwa 30. Etwa die Hälfte davon gehört uns, und die andere Hälfte gehört anderen Besitzern, von denen die meisten im Ausland wohnen.

 

Was ist für Sie das Hauptanliegen mit Ihrer Pferdezucht?

Jahr für Jahr die Qualität unserer Pferde weiter zu steigern.

 

Auf welches selbst gezogenes Pferd sind Sie am meisten stolz?

Das ist definitiv Ideo du Thot, aber er wird jetzt langsam schon etwas älter. Dieses Jahr haben wir Diaz du Thot, die bei Constant Van Paesschen steht, und Diadem du Thot, der bei Laura Kraut in den USA steht und von dem wir hoffen, dass er es wie Ideo an die Spitze schafft.

 

Abgesehen von der Zucht, was sind Ihre Ambitionen und Wünsche?

Margrith Noël:

Da wir direkt am Meer leben, haben wir viele Pferde, die für eine Thalassotherapie hierher kommen (zur Rehabilitation nach einer Verletzung oder einfach zum puren Genuss). Wir hatten schon einige sehr gute Pferde hier, wie zum Beispiel Paille de la Roque von Steve Guerdat. Wir arbeiten kontinuierlich daran, diesen Aspekt unseres Programms zu verbessern, und wir versuchen auch immer, die sportliche Seite der Dinge mit unseren jungen Pferden weiterzuentwickeln. Es ist sehr erfüllend, aus unseren jungen Pferden Wert zu schöpfen, wenn sie erst vier, fünf oder sechs Jahre alt sind, und es ist auch großartig, einige wirklich gute Leistungen aus ihnen herauszuholen.

Florian Noël:

Als Züchter und fünfköpfige Familie versuchen wir immer, unser Wissen und unsere Kommunikation, unsere Struktur und Organisation zu verbessern. Außerdem beschäftigen wir zur Zeit einige Mitarbeiter, und wir möchten, dass dies ein schöner Ort zum Arbeiten ist. Wir führen ein Familienunternehmen, und die Zucht ist unsere Leidenschaft, dafür leben wir. 

 

Welchen positiven Beitrag hat der Rolex Grand Slam Ihrer Meinung nach für den Springsport geleistet?

Margrith Noël:

Das sind vier legendäre Turniere, und wir träumen davon, dass einmal eines unserer Pferde dort antritt. Es ist den Sponsoren wie Rolex zu verdanken, dass diese Turniere so berühmt-berüchtigt geworden sind und weltweit wahrgenommen werden. Es ist immer wieder eine Freude, Pferde auf so schönen Rasenplätzen wie in Aachen gegeneinander antreten zu sehen.

Florian Noël:

Wir gehen jedes Jahr zum Turnier nach Genf, weil es im Dezember stattfindet, wenn es bei uns immer etwas ruhiger ist. Es ist also ein bisschen wie ein kleiner Winterurlaub für uns, nach Genf zu gehen und alte Freunde zu treffen. Das sind zweifelsohne die besten Turniere der Welt, und deshalb schauen wir uns alle an, egal ob vor Ort oder im Fernsehen.

Photo: Élevage du Thot Photo: Élevage du Thot

Welchen der vier Majors, aus denen der Rolex Grand Slam of Show Jumping besteht, würden Sie am liebsten besuchen, und warum?

Unser Traum ist es, nach Aachen zu gehen – das ist die Krone unseres Sports. Als Familie gehen wir auch gerne nach Genf, weil es von den Vieren uns am meisten am Herzen liegt.

 

Wer hat Sie am meisten inspiriert? Wer hat Sie im Laufe Ihrer Karriere am meisten inspiriert?

Florian Noël:

Ich war bei William Funnell in England und habe auf seinem Gestüt gearbeitet. Ich fand es sehr inspirierend, dass er nur etwa so viele Fohlen züchtet wie wir, und er hat dem Heranziehen junger Pferde viel Wert verliehen. Außerdem gehört er der britischen National-Equipe an und ist daher eine echte Inspiration. Aber das Inspirierendste, was ich von ihm mitnehme, ist, dass er dem Zuchtvorgang von Anfang bis Ende Wert verleiht.

 

Wie lautet der beste Ratschlag, den Sie jemals erhalten haben?

Florian Noël:

Mir wurde einmal gesagt, dass wir alle als Familie zusammenarbeiten sollten, da wir alle einen gemeinsamen Nenner haben. Wir alle teilten die gleiche Leidenschaft, aber wir kamen nicht immer gut miteinander aus. Deshalb wurde mir gesagt, dass es uns wirklich guttun würde, wenn wir alle zusammenarbeiten.

Margrith Noël:

Mir wurde auch gesagt, dass egal was man tut, man es immer nach bestem Wissen und Gewissen tun soll.

Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton

VETCHECK MIT:

Randy de Greef, Tierarzt beim The Dutch Masters

 

Was ist EHV-1 und was tut die FEI, um den Ausbruch einzudämmen?

EHV-1 ist ein Virus, das Pferde befällt und bei manchen der infizierten Tiere neurologische Probleme hervorrufen kann. Soweit ich weiß, hilft die FEI dabei, Tierärzte in Valencia in Spanien zu organisieren, um die betroffenen Tiere zu behandeln. Darüber hinaus hat die FEI internationale Turniere in mehreren europäischen Ländern abgesagt, um das Risiko einer weiteren Verbreitung des Virus zu minimieren. 

 

Musste der Springsport sich jemals mit einem Virus wie diesem auseinandersetzen?

Ich glaube nicht, dass der Pferdesport jemals in einem so großem Ausmaß wie bei dem jetzigen Ausbruch des EHV-1 von einem Virus betroffen war.

 

Ist es wahrscheinlich, dass das Virus sich letztendlich weltweit, also auch außerhalb Europas ausbreiten wird?

Das Virus existiert bereits in der Pferdepopulation weltweit. Es wird jedoch zu einem Problem, wenn sich große Gruppen von Pferden infizieren und aus irgendeinem Grund die Infektion nicht am Herd des Ausbruchs eingedämmt werden kann. In dieser Situation werden große Mengen des Virus übertragen, wodurch andere Pferde dann erkranken.

 

Welche Maßnahmen wurden implementiert, um zu verhindern, dass das Virus außer Kontrolle gerät?

Soweit ich informiert bin, werden alle Pferde in Valencia so gut es geht isoliert, und die FEI hat internationale Turniere in mehreren europäischen Ländern abgesagt, um das Risiko einer weiteren Verbreitung des Virus zu minimieren.

 

Wie schnell könnte das Virus unter Kontrolle sein? Kann es überhaupt weltweit gänzlich ausgerottet werden?

Das hängt wirklich davon ab, wie viele Pferde das Turniergelände in Valencia bereits verlassen haben und nun in ihren Ställen zuhause für andere Pferde infektiös sind. EHV-1 wird niemals vollständig ausgerottet werden können. Wir müssen mit diesem Virus leben, und in Zukunft vielleicht etwas vorsichtiger und gewissenhafter mit Hygienemaßnahmen beim Pferdetransport sein, besonders wenn dieser international abläuft.

Daniel Deusser and Killer Queen VDM (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Daniel Deusser and Killer Queen VDM (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Je später das Jahr, desto schöner die Veranstaltung: Das Weltfest des Pferdesports, CHIO Aachen 2021, öffnet vom 10. bis zum 19. September seine Pforten. Ursprünglich war das Turnier für Ende Juni geplant.

Die Vorfreude auf den CHIO Aachen 2021 ist riesig, dabei stehen natürlich Gesundheit und Sicherheit an erster Stelle“, sagt Frank Kemperman, der Vorstandsvorsitzende
des ausrichtenden Aachen-Laurensberger Rennvereins e.V. (ALRV)
. Daher seien die Organisatoren sehr glücklich, dass es gelungen ist, einen Ausweichtermin im Spätsommer zu finden, „der nun auch seitens der FEI genehmigt ist, so dass wir ihn offiziell bestätigen können“, so Kemperman.

Der CHIO Aachen 2021 wird ein Top-Turnier werden, so wie wir es kennen mit allen
fünf Disziplinen und den besten Reitern und Pferden
“, erläutert Kemperman. So klar die sportliche Seite sei, so unsicher sind derzeit noch die Rahmenbedingungen. Man wisse heute noch nicht, welche Zuschauerkapazitäten im September zugelassen werden, daher können bereits für den CHIO Aachen 2021 gekaufte Tickets auf den CHIO Aachen 2022 umgebucht werden. Wer seine Karte nicht auf 2022 übertragen möchte, kann das Geld erstattet bekommen oder auch den Betrag spenden. Das Formular und alle Infos gibt es online unter https://www.chioaachen.de/de/tickets/, alle Kartenkunden werden in den kommenden Tagen informiert.

Wir gehen davon aus, Mitte Juni zu wissen, welche Zuschauerkapazitäten möglicherweise erlaubt sind“ so Frank Kemperman. Dann wird auch der Ticketverkauf für den CHIO Aachen 2021 starten. Jede Menge CHIO Aachen-Atmosphäre, aber auch alle Infos rund um den CHIO Aachen, gibt es online unter www.chioaachen.de sowie auf den Social Media- Plattformen des Reitsport-Klassikers.

Henrik von Eckermann (Photo credit: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Henrik von Eckermann (Photo credit: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Gestern Abend hat der Internationale Pferdesportverband FEI die Absage sämtlicher Pferdesport-veranstaltungen bis zum 28. März bekanntgegeben. So soll die weitere Verbreitung des „Equine Herpes Virus“ (EHV-1) verhindert werden. Der Ausbruch hatte vor einer Woche seinen Ursprung in Valencia genommen.

Eine Riesenenttäuschung für die Organisatoren des „The Dutch Masters“, Direktor Marcel Hunze sagte: „In den vergangenen Monaten hat das gesamte Team sehr hart daran gearbeitet, alle Sicherheitsvorschriften umzusetzen. Unser Ziel, das „The Dutch Masters“ als angepasstes Format dem Corona-Virus zum Trotz zu organisieren, haben wir mit viel Enthusiasmus der Reiter und des gesamten Sports erreicht. Dass wir uns nun einem anderen Virus gegenüber sehen und die Veranstaltung kurzfristig absagen müssen, ist jenseits unserer Vorstellungskraft. Wir können nichts anderes machen als nach vorne zu schauen – auf die nächste tolle Auflage des Turniers.“

Henrik von Eckermann (Photo: Ashley Neuhof / Rolex Grand Slam) Henrik von Eckermann (Photo: Ashley Neuhof / Rolex Grand Slam)

Gemäß der Regierungsentscheidung, bedeutende Sportevents in den Niederlanden wieder stattfinden zu lassen, haben die Organisatoren des „The Dutch Masters“ beschlossen, das Sportprogramm für das Jahr 2021 stattfinden zu lassen. „Für den Reitsport ist es immens wichtig, Kontinuität zu gewährleisten – sowohl für das Event, als auch für die Pferde, die Reiter und alle anderen, die im Pferdesportbereich tätig sind“, sagt Anky van Grunsven, Präsidentin des „The Dutch Masters“. Die Organisatoren sind sehr dankbar für die Unterstützung, die sie von ihren Partnern nach der Absage des Turniers 2020 erhalten haben. Auch die Reaktion des Nationalen Olympischen Komitees (NOC*NSF) ist positiv: „Für den Pferdesport ist es wichtig, dass die großen Turniere wieder ausgetragen werden können. Die Athleten des TeamNL erhalten so die notwendige Perspektive, um sich auf die anstehenden Olympischen und Paralympischen Spiele vorzubereiten. Das gilt besonders für den Reitsport, da nicht nur die Reiter, sondern auch die Pferde in Top-Form gebracht werden müssen. Es ist gut, dass das „The Dutch Masters“ wieder stattfinden kann und dass sich die Athleten vom TeamNL auf die bestmögliche Weise auf die Spiele vorbereiten können.“

Ohne Zuschauer

 

In Anbetracht der momentanen Situation wird das „The Dutch Masters“ unter Ausschluss der Öffentlichkeit und in einem angepassten Format ausgetragen. Die Sicherheit der Teilnehmer und Mitarbeiter hat oberste Priorität, und die Organisatoren werden eng mit den Behörden zusammenarbeiten, um ein Turnier zu organisieren, das komplett coronasicher ist. Ratsherr Huib van Olden (Stadtrat’s-Hertogenbosch) ist mit dieser Lösung ebenfalls zufrieden: „Es lässt mein Sportlerherz höher schlagen, dass dieses Turnier, das für unsere Provinz und Stadt so wichtig ist, auf eine sichere Weise ausgetragen werden kann.“ Die Übertragung des „The Dutch Masters“ wird auf mehreren Kanälen zu sehen sein.

Rolex verlängert die Partnerschaft

 

Hauptsponsor Rolex hat seine Partnerschaft mit dem „The Dutch Masters“ langfristig erneuert. Rolex ist seit über 60 Jahren die Krone des Reitsports und hat den Rolex Grand Slam of Show Jumping von Beginn an unterstützt. Der Schweizer Uhrenhersteller ist seit 2014 Partner des „The Dutch Masters“. Im Jahr 2018 trat das „The Dutch Masters“ dem renommierten Rolex Grand Slam of Show Jumping bei, dem drei weitere der weltbesten Turniere angehören: der CHIO Aachen in Deutschland, das CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ in Calgary, Kanada, und der CHI Genf in der Schweiz. „Die Absage des The Dutch Masters im Jahr 2020 hatte große Auswirkungen auf unsere Organisation. Wir sind für das Vertrauen unserer Partner sehr dankbar, und die Verlängerung der Partnerschaft mit unserem treuen Unterstützer Rolex ist eine tolle Ermutigung für die Zukunft“, sagt Marcel Hunze, Direktor des „The Dutch Masters“.

Der The Dutch Masters finden vom 12. bis 14. März 2021 statt. Das endgültige Programm wird online veröffentlicht.

Sophie Mottu Morel (Photo: Joseph Carlucci) Sophie Mottu Morel (Photo: CHI Genf - Joseph Carlucci)

Mittendrin im CHI Genf virtual with

Sophie Mottu Morel, Generaldirektorin

 

Auf was können sich Reitsportfans beim CHI Genf Virtual freuen? Haben Sie irgendwelche Überraschungen geplant?

Sobald die Absage des CHI Genf verkündet wurde, war es für uns klar, dass wir vom 10. bis 13. Dezember, den ursprünglichen Terminen für unser Event, virtuell präsent sein werden. Wir haben uns gemeinsam mit dem Team Gedanken gemacht, und unser Ziel war es, etwas zu kreieren, das sich von schon Dagewesenem unterscheidet. Deshalb haben wir beschlossen, eine tägliche Fernsehsendung von etwa einer Stunde Länge zu produzieren, die auch unsere renommierten Gäste einschließt. Wir produzieren schon seit einigen Jahren Fernsehshows während des CHI Genf und sind also nicht ganz unerfahren auf diesem Gebiet. Alban Poudret und Michel Sorg, die dem CHI Genf ihre Stimmen leihen, werden jeden Tag mit einen Stargast im Studio oder per Videoschalte Interviews führen. Die Gespräche umfassen Anekdoten und Erinnerungen, und die Gäste werden auch über ihre liebsten Parcours im Verlauf der Jahre in der Palexpo Arena in Genf sprechen.

Wie können die Menschen am CHI Genf Virtual teilnehmen?

Reitsportfans können die Fernsehshow auf der Website des CHI Genf (www.chi-geneve.ch) und auf unserer Facebook-Seite (www.facebook.com/CHIGeneve) verfolgen. Wir übertragen live am Donnerstag, dem 10. (Ehrengast: Kevin Staut via Zoom), Freitag, dem 11. (Ehrengast: Steve Guerdat entweder im Studio oder via Zoom) und Samstag, dem 12. Dezember (Ehrengäste: Eric Lamaze und Luciana Diniz via Zoom) von 18.30-19.30 Uhr MEZ, und am Sonntag, dem 13. Dezember (Ehrengast: Martin Fuchs via Zoom) von 14.00-15.00 Uhr MEZ. Fans können den Gästen über unsere Sozialen Netzwerke und einer eigens eingerichteten Plattform live Fragen stellen, an Umfragen teilnehmen, und es wird Gelegenheiten geben, besondere Geschenke zu gewinnen!

Der CHI Genf wurde schon 10 Mal zum „Besten Turnier der Welt“ gewählt. Gibt diese phänomenale Leistung einen zusätzlichen Anreiz, den CHI Genf Virtual zu einem riesigen Erfolg werden zu lassen.?

Diese Auszeichnungen zu gewinnen lässt uns jedes Jahr noch härter arbeiten – sie treiben uns dazu an, uns immer wieder selbst zu übertreffen. Anerkennungen wie diese bieten uns einen Anreiz, etwas anders als unsere Kollegen – die anderen großen Reitturniere – zu denken. Deshalb haben wir beschlossen, im Rahmen des CHI Genf Virtual etwas Außergewöhnliches zu bieten.

Was ist der Schlüssel zur Organisation eines erfolgreichen Turniers, ob live oder virtuell?

Der Schlüssel zu unserem Erfolg ist zweifelsohne unsere Leidenschaft für den Reitsport. Das Team arbeitet mit Herzblut an der Organisation des Turniers. Manchmal werden wir als Träumer bezeichnet, aber ich denke, das ist gerade unsere Stärke, weil es wichtig ist, sich große Ziele zu setzen!

Was hat Ihnen an der Organisation des CHI Genf Virtual besonders gefallen?

Es war sehr aufregend, sich über die Inhalte dieser vier täglichen Sendungen Gedanken zu machen. Die Organisation hat erhebliche Teamarbeit von unserem Kommunikationsteam eingefordert, darunter auch Yannick Guerdat, mit dem wir die Sendungen produzieren werden, und Nicolas Bossard, der schon seit den Anfängen des CHI Genf (CHIG) TV mit uns an den Sendungen zusammenarbeitet.

Welche Pluspunkte ziehen Sie aus dieser Erfahrung?

Ein echter Wille, etwas anderes zu machen, eine gemeinsame Vision in den Ideen, die wir erschaffen und umgesetzt haben, und eine fantastische Motivation, etwas wirklich Inspirierendes und Originelles für die Reitsport-Community vorzuschlagen und zu liefern.

Bei den Rolex Grand Slam of Show Jumping Majors haben sowohl der CHIO Aachen als auch der CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ virtuelle Versionen veranstaltet. Hat sich der CHI Genf Virtual von diesen beiden Events inspirieren lassen?

Wie schon gesagt wollte das Organisationsteam des CHI Genf etwas Anderes und Originelles machen, das es so vorher noch nicht gab. Aber natürlich haben wir mit Interesse verfolgt, was unsere Freunde vom Rolex Grand Slam dieses Jahr gemacht haben, was auch sehr beeindruckend war und wir sprechen ihnen auch ein sehr großes Lob aus.

Sie müssen von einem außergewöhnlich talentierten Team umgeben sein, um den CHI Genf Virtual in einer solch kurzen Zeit zu organisieren?

Der CHI Genf hat das Glück, sich auf äußerst kompetente, talentierte und motivierte Leute verlassen zu können. Ich muss auch die unglaublich tollen Freiwilligen erwähnen, die das Herz und die Seele dieses Turniers sind, und ohne sie wäre das alles gar nicht möglich. Das ist auch der Grund, warum sie als einzige die einmalige Gelegenheit haben werden, unseren Ehrengästen am Samstag, dem 12. und am Sonntag, dem 13. Dezember im CHIG TV Fragen zu stellen – das ist unser Geschenk an sie. Aber auf einen Freiwilligen wartet darüber hinaus noch ein großer Gewinn: ein VIP-Erlebnis auf dem CHIO Aachen im nächsten Jahr.

Das Schweizer Ausnahmetalent Martin Fuchs ist der amtierende Meister des Rolex Grand Prix beim CHI Genf. Glauben Sie, er bringt die Voraussetzungen mit, seinen Titel 2021 zu verteidigen?

Martin muss unglaublich enttäuscht sein, seinen Titel dieses Jahr nicht verteidigen zu können. Aber ich bin sicher, dass er 2021 umso mehr Motivation dafür mitbringt.

Steve Guerdat ist die derzeitige Nummer Eins der Weltrangliste und hat seit 2013 an jedem Major teilgenommen. Woran liegt es, dass Steve so eine konsistente Leistung zeigen kann, und wie kommt es, dass er und Martin die Nummer Eins bzw. Nummer Zwei der Weltrangliste sind?

Steve ist wirklich extrem talentiert und er weiß genau, wie er die Programme für seine Pferde managen muss. Und ich glaube, das ist einer der Schlüssel zu seiner unglaublichen Konsistenz.Er ist das Idol vieler junger Reiter in der Schweiz, aber auch weltweit, und Martin auch.. Steve wird von Martins Vater trainiert, und Martin und Steve hegen beide einen gegenseitigen Respekt füreinander und eine wirklich freundschaftliche Rivalität, was zusammengenommen wohl ein Grund dafür ist, warum das Schweizer Team heute so stark ist.

2021 findet die 60. Ausgabe des CHI Genf statt. Was waren Ihre persönlichen Highlights, seit Sie an diesem Turnier beteiligt sind?

Es gibt viele wundervolle Höhepunkte, die für mich herausgestochen haben. Ich würde sagen, wirkliche Gänsehautmomente waren der Sieg von Steve und Jalisca Solier beim Weltcupfinal 2006 und der emotionale Abschied von Nino des Buissonnets 2016.

Die 20. Ausgabe des Rolex IJRC Top 10 Finale auf dem CHI Genf wird auf dem Turnier im kommenden Jahr gefeiert – wird es im Programm des CHI Genf Virtual eine virtuelle Top-10-Prüfung geben?

Selbstverständlich werden wir über die Top 10 sprechen. Zum Beispiel wird es eine Gelegenheit für unsere Ehrengäste und sich die Übertragung ansehenden Reitsportfans geben, ihre ganz eigene Top 10 zu erstellen, sogar ab der allerersten Ausgabe des Turniers im Jahr 1926!

Lisa Lourie (Photo: Spy Coast Farm) Lisa Lourie (Photo: Spy Coast Farm)

Züchter Im Gespräch mit:

Lisa Lourie, Züchterin in Spy Coast Farm

 

Was ist Ihre früheste Erinnerung ans Reiten?

Das wären Ausritte mit einer guten Freundin von mir etwas außerhalb von Boston in Winchester, Massachusetts, ohne Sattel im Wald hinter meinem Haus. Wir waren etwa 12 Jahre alt. Sie ist im Sommer zum Pony-Camp gegangen und hat im Winter immer ein paar Pferde mit nach Hause gebracht. Sie brauchte Hilfe, um sie alle zu bewegen, also sind wir im Winter immer in den Wald geritten.

Worauf sind Sie in Ihrer Karriere besonders stolz?

Die einfachste Antwort ist: Als Chaqui Z, den ich besitze und der von Shane Sweetnam geritten wird, zum Siegerteam der Europameisterschaft gehörte. Vor Kurzem aber stand ich im Tryon International Equestrian Center am Platz, auf dem die Prüfungen der Fünf-, Sechs- und Siebenjährigen ausgetragen wurden, und ich hatte zwei Pferde dabei, die für diese Prüfungen aufgewärmt wurden. Zur gleichen Zeit war da ein Achtjähriger aus meiner Zucht auf dem Warmreiteplatz, und ein anderer wirklich guter Reiter, Aaron Vale, hatte ebenfalls ein von Spy Coast gezogenes Pferd dabei, das in der Prüfung der Fünfjährigen antreten sollte. Und dann lief noch jemand an uns vorbei – auch mit einem Pferd von der Spy Coast Farm. In diesem Moment war ich also wortwörtlich von Pferden umgeben, die aus meiner Zucht stammten und die sich gut entwickelt hatten. Das hatte wirklich eine starke Wirkung auf mich. Ich dachte: „Es klappt ja wirklich!“

Wie sind Sie auf den Zuchtaspekt dieses Sports gekommen?

Ich hatte eine Vollblutstute, die wirklich eine richtig gute Lehrerin war, und aus der ich ein Fohlen gezogen hatte. Als ihr Hengstfohlen zweieinhalb Jahre alt war, sagte jemand zu mir: „Was machst du da eigentlich?“. Da realisierte ich, dass – weil er ja ein Vollblut war – er eigentlich schon längst hätte verkauft sein müssen! Mir wurde aber auch klar, dass ich diese Vollblüter, diese kleinen Babys, unmöglich so jung aufgeben konnte. So kam ich also zur Warmblutzucht, und das machte auch für mich einfach viel mehr Sinn. Ich dachte, ich könnte in der Warmblutzucht ein Zeichen setzen, in der Vollblutzucht aber, von der ich keine Ahnung hatte, mein letztes Hemd verlieren. Deswegen habe ich also diese Richtung eingeschlagen.

Könnten Sie kurz zusammenfassen, worauf es bei der Zucht eines Springpferdes besonders ankommt, was dahintersteckt, wie Sie entscheiden, welche Paare Sie zur Zucht einsetzen, etc.?

Offensichtlich versuche ich die Besten mit den Besten zu verpaaren – bewährte Mutterlinien mit großartigen Deckhengsten. Für mich steht eigentlich die Zuchtstute an erster Stelle, und danach suche ich nach hervorragenden Deckhengsten. Aber nicht nur nach solchen, die unter dem Sattel erfolgreich waren, sondern sie müssen auch schon gute Nachkommen hervorgebracht haben. Ich züchte immer zuerst nach Charakter, da 95-99% meiner Käufer Amateure sind. Dabei versuche ich, in die Fußstapfen der besten Züchter Europas zu treten, weil ich mir gedacht habe, warum sollte ich das Rad neu erfinden, wenn Europa das schon seit Jahrzehnten so macht. Also probiere ich, ihrem Beispiel zu folgen. Ich versuche die besten Stuten wie möglich zu bekommen, und Shane und der Rest meiner Reiter-Crew sind an so ziemlich jedem Aspekt der Zucht beteiligt, in den ich auch involviert bin. Da ich nicht reite und nicht auf jedes internationale Turnier gehe, erfahre ich von ihnen, wie die Pferde tatsächlich gehen, wie sie im Maul sind, welche Charaktereigenschaften sie haben, und solche Dinge. Ihr Input ist für das Zuchtprogramm unverzichtbar.

Wurden Sie von Ihren Zuchtergebnissen auch hier und da mal überrascht?

Ja. Manchmal verpaare ich eine wirklich tolle Stute mir einem sehr guten Hengst und bekomme ein mittelprächtiges Stutfohlen, das vielleicht etwas zu kurz ist oder nicht sehr hübsch aussieht oder vielleicht auch nicht viel Potential hat. Von Joris De Brabander hörte ich dann, dass es oft genau Stuten dieser Art sind, aus denen man züchten soll, da es die Enkel sind, die die ganzen guten Veranlagungen in sich vereinen. Also habe ich – trotz einigen Widerstands aus meinem Team – das so gemacht. Ich habe diese Stuten zur Zucht eingesetzt und war von den Resultaten sehr beeindruckt. Das war also ein richtig guter Tipp!

Die Partnerschaft zwischen Pferd und Reiter ist zweifelsohne wichtig. Ist das etwas, wonach Sie Ausschau halten,

wenn Sie Ihre Pferde an neue Besitzer verkaufen?

Ja, nicht immer, aber für die Besten auf jeden Fall. Wenn jemand ein Pferd ausprobiert, ist es uns natürlich wichtig, dass Reiter und Pferd zusammenpassen und es nicht zu viel Pferd für die Person ist. Bei unseren besseren Pferden, besonders, wenn sie jung sind, achten wir darauf, dass sie zu jemandem kommen, der sie entsprechend fördert. So sind sie sowohl aufgrund des Pferdes, als auch aufgrund unseres Programms erfolgreich. Unser Programm ist noch jung, und weil wir nicht in der EU angesiedelt sind, musste ich sowohl unser Ausbildungsprogramm, die Entwicklung unserer Pferde als auch die Pferde selbst unter Beweis stellen. Deshalb verkaufen wir keine Pferde, die wirklich jung sind. Wir mussten unser Zuchtprogramm unter Beweis stellen, unsere Pferde vor das Publikum bringen und sie bestmöglich präsentieren, damit Spy Coast Farm von Anfang an einen guten Ruf genießen konnte. Im Alter von sieben oder acht Jahren hat das Pferd dann eine höhere Toleranz bezüglich des Typs seines Reiters. Aber junge Pferde brauchen jemanden, der sie richtig fördert.

Wie lange behalten Sie ein Fohlen, bevor es an den neuen Besitzer geht oder Sie mit der Ausbildung anfangen?

Wir beginnen die Ausbildung normalerweise im Alter von zweieinhalb Jahren, beginnen also schrittweise. Mittlerweise versuchen wir, die Pferde relativ jung zu verkaufen. Aber hier in den USA gibt es keinen großen Markt für Pferde unter fünf oder sechs Jahren, es sei denn, sie sollen potentiell in die Zucht gehen. Aber dann verkauft man seine Blutlinien eben einfach nur billig. Mir ist es lieber, dass die Guten zuerst eine Karriere im Springsport haben, bevor sie nur noch zur Weitervererbung ihrer Blutlinie eingesetzt werden.

Wie viele Pferde züchten Sie pro Jahr?

In einem normalen Jahr zieht Spy Coast etwa 20, und normalerweise weitere 20 für Kunden, und das alles auf unserem Anwesen. Da dieses Jahr nicht wirklich normal ist, habe ich 31 gezogen und außerdem 20 für Kunden. 2020 haben wir auch viel mehr Sperma an Kunden von außerhalb verkauft – dieses Jahr war also ein richtiges Zuchtjahr.

Was ist für Sie das Hauptanliegen mit Ihrer Pferdezucht?

Die Branche als Ganzes verbessern. Die Amerikaner sind zwar bei Turnieren und tierärztlichen Kompetenzen ganz gut, aber hinsichtlich der Zucht gab es noch eine riesige Lücke. Ich dachte, dass wir so viele gute Stuten und Hengste aus dem Ausland gekauft hatten und wir doch etwas mit ihnen anstellen sollten. Das bedeutete natürlich dann auch, die Ausbildung der Jungpferde aufzubauen und Prüfungen und Turniere für sie auszurichten. Es gab es also einen wirklich großen Bereich der Branche, der keine richtige Aufmerksamkeit erhielt. Ich denke, dass wir letztendlich noch bessere Reiter hervorbringen werden, weil diese dann wissen, wie sie die von uns gezogenen Jungpferde fördern müssen.

Auf welches selbst gezogenes Pferd sind Sie am meisten stolz?

Hm, wahrscheinlich Kirschwasser SCF – er wurde zu einem erfolgreichen Grand-Prix-Pferd mit einem wirklich begeisterten Reiter, Freddie Vasquez, der ihn abgöttisch liebt. Darüber bin ich wirklich sehr froh. Ein paar andere kommen auch noch dazu, aber ich sollte auch mein eigenes Pferd erwähnen, Nosy Parker SCF, die sehr gut auf mich aufpasst. Sie hat eine äußerst gute Abstammung (For Pleaseure x Cumano), ist sehr sportlich und hat einen fantastischen Charakter, der mich tolerieren kann. Aber ich glaube, ich werde sie jetzt weitergeben, da sie schon fast acht Jahre alt ist. Sie hat mehr Talent als ich Fähigkeiten, also wäre es ein guter Zeitpunkt, sie abzugeben.

Abgesehen von der Zucht, was sind Ihre Ambitionen und Wünsche?

Hier in den Staaten ein kostengünstiges, qualitativ hochwertiges System des Geschäfts mit Jungpferden zu etablieren. Das ist das große Endziel. Außerdem möchte ich eine internationale Vereinigung gründen und Möglichkeiten finden, wie Europa uns und wir Europa helfen und dabei die Zucht voranbringen können.

Welcher der vier Majors, aus denen der Rolex Grand Slam of Show Jumping besteht,

gefällt Ihnen am besten und warum?

Ich war leider noch nicht bei allen, aber ich würde sagen der CHIO Aachen, weil die Atmosphäre dort einfach elektrisch ist und meine Pferde dort immer gut gehen, was sehr hilfreich ist – das darf man also auch nicht auslassen! Und allein meine Anwesenheit dort hat schon zu vielen guten Ideen geführt, also würde ich sagen, das sind die Gründe, warum ich Aachen nennen würde.

Wer hat Sie am meisten inspiriert? Wer hat Sie im Laufe Ihrer Karriere am meisten inspiriert?

Hinsichtlich der Zucht war das Joris De Brabander. Sein Stal de Muze hat wundervolle Pferde hervorgebracht. Ich hatte aber auch die Gelegenheit, mich mit mehreren Vollblutunternehmern zu umgeben und mit ihnen zu arbeiten – die Art von Personen, die mich mit ihrer unkonventionellen Denkweise immer inspirieren, und weil sie ein Problem aus einer anderen Sichtweise heraus angehen, was ich selbst auch immer versuche, umzusetzen. Ich hatte die Ehre, mit Mark Bellisimo und unseren Partnern in Wellington und Tryon zusammenzuarbeiten. Und kürzlich auch mit unseren Partnern Klaas De Coster und Mares of Macha in Belgien. Sie haben eine ungewöhnliche Herangehensweise an die Zucht und viel positive Energie, was mir wirklich gut gefällt. Und sie bringen die Branche auf eine sehr demokratische Weise voran.

Wie lautet der beste Ratschlag, den Sie jemals erhalten haben?

Das ist vielleicht ein bisschen albern, aber es ist eine Textzeile aus einem Song: „It‘s hard to see the spot you‘re standing on“. Anders ausgedrückt, man muss Dinge ändern, um herauszufinden, wo man wirklich steht. Wenn man die ganze Zeit immer nur am selben Ort stehen bleibt, lässt man keinen Raum für Möglichkeiten. Also, so lautet zumindest meine Interpretation dieser Textzeile.

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The Palexpo Arena (photo: CHI de Genève) The Palexpo Arena (photo: CHI de Genève)

In den letzten Tagen haben der Bundesrat und der Kanton Genf neue Gesundheitsmaßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19 Pandemie vorgestellt. Nach diesen Ankündigungen hat das Organisationskomitee des CHI Genf beschlossen, die Ausgabe 2020 der Reitsportveranstaltung abzusagen.

Das Organisationskomitee des CHI Genf hat alles versucht, was irgendwie möglich war. Es wurden strenge und gründliche Hygienemaßnahmen erarbeitet und zahlreiche Szenarien durchgespielt, damit die Veranstaltung auch mit einer sehr geringen Zuschauerzahl oder sogar hinter verschlossenen Türen hätte stattfinden können.

Die Ankündigungen des Bundesrates vom Mittwoch, 28. Oktober und des Genfer Staatsrates vom Sonntag, 1. November beschränken Veranstaltungen nun auf 5 Personen, was die Durchführung eines Events wie des CHI Genf unmöglich macht. Da diese Zahl nicht die Teilnehmer und Mitarbeiter betrifft, wurde die Möglichkeit geprüft, eine Veranstaltung unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchzuführen. In der gegenwärtigen gesundheitlichen Situation kann sich das Organisationskomitee aber nicht vorstellen, dass etwa 400 Personen (Komitee, Freiwillige, Reiter, Pfleger, usw.) auf dem Veranstaltungsgelände zusammenkommen. Deshalb muss der CHI Genf 2020, der vom 10. bis 13. Dezember im Palexpo stattfinden sollte, leider abgesagt werden. Zuschauer, die ihre Eintrittskarten bereits gekauft haben, bekommen das Eintrittsgeld vollständig zurückerstattet.

"Die Gesundheitssituation ist ernst und die Sicherheit der Bevölkerung hat absolute Priorität. In diesem Jahr wäre das Gesicht des Reitturniers ganz anders gewesen als das, was wir gewohnt sind. Aber trotzdem wollten wir den Reitern und Fahrern die Möglichkeit bieten, ihren Sport auszuüben und gleichzeitig dem Publikum die Gelegenheit geben, ihre Leistungen in unserem Live-Stream oder im Fernsehen zu verfolgen. Die Ankündigungen der letzten Tage machen es jedoch unmöglich, die Veranstaltung durchzuführen. Diese Absage ist ein harter Schlag für das gesamte Team des CHI Genf, das viele Monate lang hart an verschiedenen Szenarien gearbeitet hat, um das Turnier zu ermöglichen. Aber wir werden 2021 noch stärker zurückkommen, um unsere 60. Ausgabe zu feiern. Mit der heutigen Entscheidung garantieren wir die Fortsetzung unserer Veranstaltung in den kommenden Jahren", verspricht Sophie Mottu Morel, Generaldirektorin des CHI Genf.

Das Organisationskomitee möchte all seinen Partnern herzlich danken, die in den letzten Monaten außergewöhnliche Solidarität gezeigt haben. Besonderer Dank gilt den Pferdesportlern, Freiwilligen, Ausstellern und Offiziellen für ihr Verständnis und ihre Unterstützung bei dieser Entscheidung. Die Organisatoren freuen sich bereits darauf, ihr Publikum vom 9. bis 12. Dezember 2021 zur 60. Ausgabe des CHI Genf begrüssen zu können.

Photo: Rolex Grand Slam Photo: Rolex Grand Slam

Der Rolex Grand Slam of Show Jumping wurde im April 2013 ins Leben gerufen und gilt heute als einer der renommiertesten Preise des Pferdesports. Das Konzept wurde von den Organisationskomitees von drei der größten und angesehensten Turniere der Welt entworfen – CHIO Aachen (Deutschland), CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ (Kanada) und CHI Genf (Schweiz) – und belohnt den Reiter, der die Grands Prix dieser drei Turniere in Folge gewinnt, mit einem Bonus in Höhe von 1 Million Euro. Im März 2018 wurden diese drei globalen Events, die als „Majors“ bezeichnet werden, um ein namhaftes viertes Event ergänzt – das größte Hallenturnier der Niederlande: The Dutch Masters.

Der erste und einzige Gewinner des Rolex Grand Slam of Show Jumping ist Scott Brash MBE, der diese Spitzenleistung im Jahr 2015 auf dem Rücken seines braunen Wallachs Hello Sanctos erbrachte. Nach seinen Erfolgen im Rolex Grand Prix beim CHI Genf 2014 und CHIO Aachen 2015 ritt der Brite beim CP 'International' presented by Rolex beim CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ im Jahr 2015 zwei Mal fehlerfrei und hat damit den Gipfel des Sports erklommen.

Innerhalb relativ kurzer Zeit wuchs der Rolex Grand Slam of Show Jumping exponentiell an – wie die vielen beeindruckenden Zahlen in der Infografik verdeutlichen – und hat sich als die ultimative Herausforderung des Sports etabliert, zu der die besten Pferd-Reiter-Paare auf die Weltbühne des Pferdesports kommen. Während im Tennis vier Grand Slam-Turniere (die Australian Open, French Open, The Championships in Wimbledon und die US Open) und im Golf vier Majors (Masters Tournament, US Open, British Open und PGA Championship) ausgetragen werden, ist der Pferdesport Springreiten stolz darauf, ebenfalls einen eigenen Grand Slam zu haben. Der Rolex Grand Slam hebt sich von denen des Tennis und Golf dadurch ab, dass Männer und Frauen in derselben Klasse gegeneinander antreten und um denselben Preis kämpfen.

Seit seiner Gründung hat der Rolex Grand Slam of Show Jumping zu seinen vier Majors über 653.500 Zuschauer angezogen und Major-Sieger aus neun verschiedenen Nationen gekrönt, wobei es der uneingeschränkten Unterstützung von über 2.150 treuen Freiwilligen zu verdanken ist, all dies zu ermöglichen. Weitere interessante Fakten und Zahlen zum Rolex Grand Slam of Show Jumping finden Sie in der angehängten Infografik, die Sie gerne auch auf Ihrer Website posten und über Ihre Social-Media-Kanäle teilen können.

Laden Sie hier die Infografik herunter

CHI Geneva CHI Geneva

Genf, den 28. September 2020 – Warum sollten sich die besten Reiter und Fahrer der Welt nicht messen wie Hockeyspieler oder Fußballer? Nachdem die Organisatoren des Concours Hippique International von Genf (CHIG) ein umfassendes Hygienekonzept entwickelt haben und sich der Herausforderungen bewusst sind, freuen sie sich, die 60. Ausgabe des CHI Genf vom 10. bis 13. Dezember mit großartigen Prüfungen im Springen, Fahren und der Vielseitigkeit vorzuschlagen.

Die Organisatoren des CHI Genf sind bestrebt, sowohl den Reiterinnen und Reitern als auch allen Pferdesportbegeisterten die Möglichkeit zu bieten, zusammenzukommen und mit zu fiebern. Obwohl sie sich bewusst sind, dass sich die epidemiologische Situation jederzeit ändern kann, haben sie in den letzten Monaten sowohl am Programm der 60. Ausgabe als auch an einem strengen Hygienekonzept gearbeitet.

"Wir haben alle Optionen geprüft. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Durchführung des CHI Genf unter Einhaltung strenger und fachgerechter Hygienemaßnahmen durchgeführt werden kann und die Sicherheit jedes Einzelnen gewährleistet werden kann", sagt Sophie Mottu Morel, Generaldirektorin des CHI Genf. Sie fügt hinzu: "Wir sind uns sehr wohl bewusst, dass sich die gesundheitliche Situation bis Dezember ändern kann, und uns zwingen könnte, in den kommenden Wochen weitere Entscheidungen zu treffen. Aber wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, damit der CHI Genf 2020 stattfinden kann. Wir sind entschlossen, eine 60. Ausgabe zustande zu bringen, die den Reitsport auf höchstem Niveau präsentiert. Sie wird für Zuschauer, Teilnehmer und Partner gleichermaßen attraktiv sein."

Auch in diesem Jahr stehen Springen, Fahren und Hallenvielseitigkeit auf dem Programm. Es wird viele Highlights geben, von denen das 20. Rolex IJRC Top 10 Finale am Freitagabend und der Rolex Grand Prix, eine der vier Etappen des Rolex Grand Slam of Show Jumping am Sonntag den krönenden Abschluss bilden. Die U25 Prüfungen, die im vergangenen Jahr eingeführt wurden, werden ebenfalls beibehalten. Auch die berühmte Hallenvielseitigkeit, das Indoor Cross, das von der Tribune de Genève präsentiert wird und der FEI Driving World Cup, der von RTS präsentiert wird, sind mit von der Partie.

Das Organisationskomitee möchte seinen Sponsoren, die sich während der letzten Monate solidarisch gezeigt haben und die heute seine Wahl unterstützen, herzlich danken. Der Termin vom 10. bis 13. Dezember steht fest, um den Reitern und Fahrern in der Genfer Hallen Arena zu applaudieren.

Ian Allison and Eric Lamaze (Photo: Rolex Grand Slam/Ashley Neuhof) Ian Allison and Eric Lamaze (Photo: Rolex Grand Slam/Ashley Neuhof)

Mittendrin im Spruce Meadows 'Masters' at Home mit Ian Alisson

 

Was steht dieses Jahr auf dem Programm für das Spruce Meadows ‘Masters’ at Home?

Wir haben tief im Archiv gegraben und großartige historische ‘Masters’-Inhalte gefunden, darunter vollständige Programme, Reportagen und Interviews. Vieles davon dreht sich um den Sport, aber wir haben uns auch die Traditionen angesehen, wie die holländischen Blumen, den British Day und besondere Eigenheiten, die die ‘Masters’ einzigartig machen.

Wie sind Sie auf die Ideen für die Inhalte gekommen?

Das Spruce Meadows-Team hat sich zusammengesetzt und sich über alle die großartigen Momente und Erinnerungen der ‘Masters’ Gedanken gemacht. Wir haben auch unseren Fans zugehört, die sich zur Art der Inhalte geäußert haben, die sie gerne sehen würden. Nach unserem Erfolg mit den Ausgaben von Spruce Meadows „National“ und „North American at Home“ schien dies für uns ein sinnvoller Weg, unsere 45. Jubiläumssaison – irgendwie – feiern zu können.

Was haben Sie ins Programm aufgenommen, um ein internationales Publikum anzuziehen?

Die ‘Masters’ haben schon ein internationales Publikum, und die Gewinner stammen aus allen Ecken der Welt. Auf dem Programm stehen nicht nur Kanadier, sondern großartige Champions und Teams aus unserer gesamten Geschichte. Spruce Meadows hat eine globale Reichweite. Athleten aus über 60 Nationen sind hier angetreten, und beim BMO Nations‘ Cup waren bisher stets die besten Teams der Welt aus Nord- und Südamerika sowie Europa dabei.   

Was unterscheidet das Spruce Meadows ‘Masters’ at Home von anderen virtuellen Events?

Wir hatten das Glück, ein paar unserer Vorhaben für 2020 durchführen zu können, wie den XEROX Young Rider Award und Name the Foal, presented by TELUS. Von beiden Preisen werden wir Aufzeichnungen der Gewinner 2020 zeigen, die im Rahmen der Spruce Meadows ‘Masters’ at Home 2020 bekanntgegeben werden. Spruce Meadows verfügt zudem über eine umfangreiche Bibliothek an nicht nur vollständigen Turnieren, sondern auch hervorragenden Reportagen, die den Austragungsort und die erfolgreichen Reiter beleuchten, die dort angetreten sind.

Wie hat sich das Team auf die Corona-Pandemie eingestellt?

Dieses Jahr war auf jeden Fall ein sehr ungewöhnliches Jahr. Glücklicherweise konnten wir aber unsere Geschichte feiern und mit allen unseren Partnern zusammenarbeiten, um zuversichtlich in die Zukunft zu blicken und wieder zur Normalität zurückzukehren. Wir konnten unsere Geschichte feiern, für die Zukunft planen und Technologien nutzen, um weiterhin in Kontakt zu bleiben.

Haben die Ereignisse in diesem Jahr Sie zu einer Änderung des Formats der Events im kommenden Jahr bewogen?  

Wir möchten Spruce Meadows immer weiterentwickeln und Neuerungen einführen und stellen uns hierfür immer die Frage, wie wir noch besser werden können. Dieses Kapitel in unserer Geschichte wird sicherlich einige Änderungen bewirken, nicht nur für uns, sondern für alle Sportarten.

Die Spruce Meadows Summer Series veranstalteten Sie als digitale Version – wie kam das beim Publikum an?

Wir haben viel positives Feedback von unseren Fans bekommen, die unser „National“, „North American“ und den Canada Day at Home angesehen haben. Viele hatten Anmerkungen zu den Turnieren und Arten der Funktionen, die sie gerne für die ‘Masters’ hätten. Das haben wir bei der Planung der ‘Masters’ at Home berücksichtigt und haben sogar eine Abstimmungsfunktion für Fans eingerichtet, über die sie einige der Turniere auswählen können, die sie gerne sehen würden. Unsere Archive stecken mit unzähligen denkwürdigen Momenten und unvergesslichen Athleten und Offiziellen voller Optionen.

Mit welchen Reitern haben Sie bisher zusammengearbeitet? Und welche Reiter stehen schon auf der Teilnehmerliste?

Für das Spruce Meadows ‘Masters’ at Home konzentrieren wir uns hauptsächlich auf die historischen Inhalte. Wir haben einige vergangene Momente ausgewählt, von denen wir hoffen, dass sie dem Publikum gefallen werden, und haben es den Fans ermöglicht, bei der Auswahl der Inhalte, die präsentiert werden, mitzureden. Zum Glück haben wir noch vor unserem 45. Jahrestag und der Pandemie die Gelegenheit genutzt, uns mit vielen heutigen und auch früheren Stars des Sports zu unterhalten.  

Was war die größte Lehre, die Sie aus den Ereignissen der letzten Zeit gezogen haben? 

Wir alle müssen lernen, uns anzupassen und Dinge zu bewältigen. Gesundheit und Sicherheit haben für unsere Fans, Mitarbeiter, Athleten, Offiziellen und Sponsoren oberste Priorität. Wir werden diese Zeit überstehen, dabei viele Lektionen lernen und am Ende mit einigen fantastischen Innovationen dastehen.

Sie haben auch ein Fußballteam. Vermischen Sie die Kommunikation zwischen den beiden Sportarten? 

Ja, die Marken Spruce Meadows und Cavalry FC werden aus den gleichen Gründen respektiert und positiv aufgenommen. Wir können unsere Kommunikation mischen und für beide Sportarten neue Fans gewinnen.

Was hat Ihnen bei der Vorbereitung auf die Spruce Meadows ‘Masters’ at Home am meisten Spaß gemacht? 

Es war wirklich toll, mit vielen jüngeren Kollegen im Archiv (und unseren Erinnerungen) zu graben und solch unvergessliche Momente, von denen es so viele gab, noch einmal Revue passieren zu lassen. Durch diesen Prozess haben die folgenden Generationen an Führungskräften unsere Vergangenheit besser verstehen und schätzen gelernt.

2021 wird der Rolex Grand Slam of Show Jumping ausgetragen. Welche Reiter haben Ihrer Meinung nach gute Chancen?

Das lässt sich nur schwer voraussagen. Jeder Reiter in den Top 50 der Weltrangliste kommt in Frage. Ich denke, Steve Guerdat hat den Sieg immer im Blick. Scott Brash sollte man auch nicht ignorieren, da er eine neue Auswahl an Pferden vorbereitet.

Wenn der CSIO Spruce Meadows ‘Masters’ dieses Jahr stattgefunden hätte, wer hätte beim CP ‘International’, presented by Rolex Ihrer Meinung nach den Sieg geholt?

Ich denke, Steve Guerdat wäre sicherlich ein Favorit gewesen. Die Spiele in Tokyo wären abgeschlossen gewesen, und zwischendrin hätte es eine ausreichend lange Pause gegeben. Er hat das Talent, die Konzentration und starke Pferde.

Judy Ann Melchior (Photo: Erin Gilmore Photography) Judy Ann Melchior (Photo: Erin Gilmore Photography)

Wort der Züchter mit Judy Ann Melchior, Züchterin in Zangersheide und internationale Reiterin

 

Was ist Ihre früheste Erinnerung ans Reiten?

Meine früheste Erinnerung ist ein Besuch beim CHIO Aachen mit meinem Vater, ich glaube, ich war etwa sieben oder acht Jahre alt. Alles war so riesig und unglaublich beeindruckend!

Worauf sind Sie in Ihrer Karriere besonders stolz?

Auf zwei Dinge: Die Bronzemedaille bei den FEI World Equestrian Games™ und die Teilnahme am FEI Nations Cup™ in Aachen, wo die Atmosphäre so richtig knisterte.

Wie sind Sie auf den Zuchtaspekt dieses Sports gekommen?

Ich glaube, das war mehr ein Familienunternehmen, in das ich reingewachsen bin. Zuhause haben wir schon immer Pferde gezüchtet – mein Vater hat ein Zuchtbuch. Die Pferdezucht hat also schon immer eine sehr große Rolle gespielt. Schon als Kind hatte ich damit zu tun und habe bis zum heutigen Tag daran festgehalten. Noch präsenter wurde das Ganze, als meine Springstuten in das Zuchtprogramm aufgenommen wurden und ich so die Chance bekam, Fohlen von meinen ehemaligen Sportpferden zu ziehen und diese zu unseren Sportpferden von heute auszubilden.

Könnten Sie kurz zusammenfassen, worauf es bei der Zucht eines Springpferdes besonders ankommt, was dahintersteckt, wie Sie entscheiden, welche Paare Sie zur Zucht einsetzen, etc.?

Ich glaube, es gibt zwei Aspekte, die wirklich wichtig sind. Natürlich ist die Abstammung der Pferde wichtig, aber auf der anderen Seite muss man auch seinen Hengst und seine Stute gut kennen. Wenn man weiß, welche Qualitäten eine Stute mitbringt, und auch, wie der Hengst diese ergänzen kann, kann man eine fundierte Entscheidung treffen und so die Paare optimal zusammenstellen. Die Abstammung sollte natürlich auch nicht vernachlässigt werden, und man stellt sich hierzu Fragen wie zum Beispiel welche anderen Blutlinien bei der Zucht nachweislich guten Nachwuchs hervorgebracht haben. Im Prinzip ist es ein Puzzle, von dem Sie nie zu 100% sicher sein können, dass es am Ende passt. Außerdem sind Leidenschaft und Gefühl bei der Zucht ebenfalls unglaublich wichtig.

Wurden Sie von Ihren Zuchtergebnissen auch hier und da mal überrascht?

Ja, das war bei einigen unserer Paarungen der Fall, und in beide Richtungen. Wir hatten Kombinationen, von denen wir dachten‚ das wird der nächste Superstar, und dann stellte sich das Pferd als eher durchschnittlich heraus. Dann gab es Kombinationen, die uns wirklich überrascht haben. Was aber tatsächlich passiert, ist, dass sich die Pferde eben weiterentwickeln. Manchmal hat man also Fohlen, von denen man meint, sie seien nur so mittelprächtig, die sich aber später, wenn sie älter sind, zu einem tollen Pferd gemausert haben.

Die Partnerschaft zwischen Pferd und Reiter ist zweifelsohne wichtig. Ist das etwas, wonach Sie Ausschau halten, wenn Sie Ihre Pferde an neue Besitzer verkaufen?

Ja. Die Partnerschaft, die sich im Laufe der Zeit mit dem Reiter entwickelt, das ist tatsächlich genau das, was das Pferd später ausmacht. Wenn Reiter und Pferd nicht harmonieren, kann man das Potential des Pferdes nie vollständig ausschöpfen.

Können Sie uns ein paar Einblicke hinter die Kulissen eines typischen Zuchtprogramms geben?

Also, da haben wir die Stuten, manche neu und manche, die schon im Zuchtprogramm eingesetzt wurden. Wir schauen uns immer die Fohlen der schon im Zuchtprogramm vorhandenen Stuten an, um zu sehen, wie sie sich entwickelt haben und ob die Hengst-Stute-Kombination wie erwartet funktioniert hat oder nicht. Je nach Zuchtergebnis der vorigen Fohlen ändern wir dann womöglich etwas. Wenn wir sehen, dass das Ergebnis der Stute mit einem bestimmten Hengst gut funktioniert hat, setzen wir normalerweise dieselbe Paarung wieder ein. Sollte das nicht möglich sein, wählen wir für die Stute einen Hengst, der von der Abstammung und dem Typ her dem vorigen möglichst ähnlich ist. War das Ergebnis eines Zuchtpaares nicht befriedigend, versuchen wir herauszufinden, woran es lag. Handelt es sich um eine neue Stute, oder eine Stute, die erst kürzlich aus dem Sport genommen und noch nicht zur Zucht eingesetzt wurde, schauen wir sie uns etwas genauer an und analysieren die Qualitäten, die sie schon hat, und wie der Hengst seine Eigenschaften beitragen kann. Ab diesem Moment beginnt die Fortpflanzung.

Wie lange behalten Sie ein Fohlen, bevor es an den neuen Besitzer geht oder Sie mit der Ausbildung anfangen?

Stuten und Fohlen bleiben etwa fünf bis sechs Monate zusammen. Danach, während der Absetzzeit, wird das Fohlen langsam unabhängiger von der Mutter. Anschließend werden die Fohlen in Gruppen von sieben oder acht Tieren gehalten. Bei gutem Wetter können sie auf den Paddock oder die Koppel, und bei schlechtem Wetter haben sie freien Zugang zu ihren Ställen und dem Paddock. Sie können im Prinzip also kommen und gehen, wie sie möchten. Im Alter von etwa drei Jahren beginnen wir mit dem Freispringen. Von den dreijährigen Stuten ziehen wir manchmal ein Fohlen, bevor sie in den Sport gehen, und die Hengste werden auf die Körung vorbereitet. Die meisten Hengste reiten wir an, bevor sie vier Jahre alt sind, bei den Stuten warten wir etwas länger damit.

Wie viele Pferde züchten Sie pro Jahr?

In einem Jahr ziehen wir etwa 25 Fohlen.

Was ist für Sie das Hauptanliegen mit Ihrer Pferdezucht?

Mein Ziel ist es, sowohl für uns als auch für andere Reiter Sportpferde von höchster Qualität zu züchten. Es ist auch richtig toll, wenn wir unsere eigenen Pferde auf höchstem Niveau reiten können. Manche Pferde aus unserer Zucht waren sehr erfolgreich, und Christian [Ahlmann] hat auch viele Pferde aus unserer Zucht im Stall, die zu seiner Top-Auswahl gehören.

Auf welches selbst gezogenes Pferd sind Sie am meisten stolz?

Ich würde sagen, As Cold as Ice Z ist einer meiner von mir selbst gezogenen Favoriten, weil sie viele meiner Träume hat wahr werden lassen und eine Stute ist, die bei uns zuhause geboren wurde. Als zweites würde ich Take a Chance on Me Z nennen. Er war das erste selbst gezogene Pferd aus einem meiner alten Sportpferde. Er hat sich außerdem zu einem Grand Prix-Pferd entwickelt, was mich unglaublich stolz darauf macht, dass ich ihn aufgezogen und zu so einem großartigen Pferd ausgebildet habe. Wir haben schon mit seiner Mutter und seinem Vater Grand Prix-Preise gewonnen, und dass wir diese Erfolge auch mit dem Fohlen fortsetzen konnten, macht es zu etwas ganz Besonderem.

Abgesehen von der Zucht, was sind Ihre Ambitionen und Wünsche für Ihre Karriere im Springsport?

Ich bin schon seit etwa 18 Monaten kein Turnier mehr geritten, da ich unser zweites Kind bekommen habe und aufhören musste, weil ich einfach keine Zeit hatte. Mit der Zucht, den Auktionen und anderen Dingen war es einfach zu viel. Trotzdem habe ich mich nicht zur Ruhe gesetzt, weil ich das Reiten liebe. Aber im Moment habe ich keine Zeit, an Turnieren teilzunehmen. Springen nimmt viel Zeit in Anspruch, und weil mein Zeitplan schon mit Familie und Pferdezucht so voll ist, kann ich das momentan nicht unterbringen. Aber warten wir ab, was die Zukunft bringt. Ansonsten habe ich natürlich Ambitionen. Mich bei Auktionen zu engagieren macht mir wirklich sehr viel Spaß. Vor etwa sieben Jahren haben wir eine der ersten Online-Auktionen organisiert. Heute sind diese Auktionen weit verbreitet, es wurde also zu einem ziemlich großen Geschäft für uns.

Welcher der vier Majors, aus denen der Rolex Grand Slam of Show Jumping besteht, gefällt Ihnen am besten?

Aachen, keine Frage. Das ist fast wie unser Heimturnier, wir wohnen nur 30 Minuten entfernt. Es fühlt sich so an, als ob es mehr ein Heimturnier für mich ist, als für die Deutschen. Wenn die Arena voll ist, ist die Stimmung einfach unglaublich.

Wer hat Sie am meisten inspiriert? Wer hat Sie im Laufe Ihrer Karriere am meisten inspiriert?

Mein Vater.

Wie lautet der beste Ratschlag, den Sie jemals erhalten haben?

Gute Frage. Ich habe über die Jahre viele gute Ratschläge bekommen. Aber es gibt ein Zitat, das mir immer im Hinterkopf bleibt: „Wenn du fällst und wieder aufstehst, bist du stärker als derjenige, der niemals hingefallen ist“ – Das halte ich mir immer vor Augen, egal, was ich in meinem Leben gerade tue.

Michael Mronz (photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton) Michael Mronz (photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton)

Behind the CHIO Aachen Digital with Michael Mronz, General Manager, CHIO Aachen

 

Erzählen Sie uns vom „CHIO Aachen digital“. Was sind die Höhepunkte?

Es ist total abwechslungsreich. Wir haben Sport-Challenges mit Top-Reitern wie Patrik Kittel, Luciana Diniz, Ludger Beerbaum, Jessica von Bredow-Werndl und Sandra Auffarth. Beim virtuellen SAP Cup können die CHIO Aachen-Fans zu „Vielseitigkeits-Manager“ werden. Zudem wird es viele Storys rund um die wichtigsten Prüfungen geben. So wird uns Luciana Diniz nochmal erzählen, wie es war, dreimal den Sieg im Rolex Grand Prix haarscharf zu verpassen, und Otto Becker und viele andere berichten von der Faszination Mercedes-Benz Nationenpreis. Außerdem natürlich Höhepunkte vom Rolex Grand Prix, von anderen faszinierenden Prüfungen sowie Re-Lives vom CHIO Aachen 2019, angereichert um O-Töne und spannende Hintergrundinformationen. Erzählt wird das alles vom 4. bis zum 9. August in einem täglichen Magazin bei Facebook, Youtube, auf chioaachen.de und bei clipmyhorse.tv.

Wie sind Sie auf die Ideen für den Inhalt gekommen?

Die Ideen und das Konzept haben wir zum einen natürlich im gesamten Team des CHIO Aachen erarbeitet. Ein großer Teil kam aber auch von außen – von den CHIO Aachen-Fans, und und auch Reiter haben sich mit Ideen und Wünschen eingebracht.

Was wollen Sie mit dem digitalen Event erreichen?

Unser Ziel ist das gleiche wie für das „echte“ CHIO Aachen: Menschen unterhalten. Wir wollen in diesem herausfordernden Jahr wenigstens den CHIO Aachen-Fans ein bisschen dieser sehr besonderen und einmaligen Atmosphäre aus der Aachener Soers in ihre Wohnzimmer bringen.

Wie hat sich das Team auf die Corona-Pandemie eingestellt?

Das hat sehr gut geklappt. Die meisten Kollegen arbeiten im Homeoffice und wir kommunizieren via Videokonferenz und online. Alle haben sich sehr schnell auf die Situation eingestellt und ich glaube, dass wir auch viel darüber gelernt haben, wie wir in Zukunft arbeiten werden.

Müssen Sie angesichts der Ereignisse in diesem Jahr das Format des CHIO Aachen für das nächste Jahr umdenken?

Wir werden sicherlich viele der Aspekte, die wir jetzt digital in die CHIO Aachen integriert haben, auch in Zukunft nutzen können: Apps wie den „Eventing Manager“, aber auch den intensiven Online-Austausch mit unseren Besuchern und Fans.

Glauben Sie, dass es mehr virtuelle Events geben wird, selbst wenn die Pandemie vorbei ist?

In kleinerem Umfang kann ich mir das gut vorstellen. Alles, was einen Mehrwert bietet, sollte man auch für die Zukunft in Betracht ziehen.

Haben Sie interessante Initiativen in anderen Sportarten gesehen?

Klar, es gibt viele gute Initiativen und Ideen, großartige Events trotz der Pandemie lebendig werden zu lassen.

Welche Reiter sind beim CHIOAachen digital dabei?

Sowohl nationale als auch internationale Reiter. Zum Beispiel Ludger Beerbaum und Sandra Auffarth, Jessica von Bredow-Werndl, Ijsbrand Chardon, Patrik Kittel und Luciana Diniz.

Was war die wichtigste Lektion, die Sie in diesen schwierigen Zeiten gelernt haben?

Dass man sich nie zu sicher sein darf.

Was hat Ihnen bei der Zusammenstellung des CHIO Aachen digital am meisten Spaß gemacht?

Die Begeisterung innerhalb des Teams. Natürlich waren wir alle traurig, enttäuscht und fassungslos, dass der CHIO Aachen 2020 abgesagt werden musste – aber es war toll, zu erleben, wie neue Ideen geboren und umgesetzt wurden.

Schauen wir auf 2021, welche reiter sehen sie mit guten Chancen beimRolex Grand Slam of Show Jumping?

Das Tolle an unserem Sport ist die große Leistungsdichte. Es gibt nicht mehr wie früher die fünf, sechs Reiter, die alles dominieren. Wir erleben alljährlich beim Rolex Grand Slam of Show Jumping herausragenden Sport in den faszinierendsten Pferdesport-Arenen der Welt. Wir durften durch Scott Brash erleben, dass es möglich ist, die ultimative Herausforderung zu meistern, aber wer die nächsten Contender sein werden? Unmöglich, vorherzusagen. Aber, wenn ich das persönlich sagen darf: Ich würde mich riesig freuen, wenn es eine Frau wäre.

Sean Lynch (photo: Tiffany Van Halle) Sean Lynch (photo: Tiffany Van Halle)

Hinter Der Stalltür mit Sean Lynch Internationaler „Travelling Groom“ Bei Daniel Deusser

 

Wie hat sich Ihr Tagesablauf während des Lockdowns verändert?

Es gab definitiv weniger zu tun, weil keine Wettkämpfe stattfanden. Am Anfang war es sehr ruhig. Gegen Ende hatten wir zu Hause schließlich trotzdem sehr viel zu tun. Wir hatten einigen Mitarbeitern freigegeben, weil es ja keine Veranstaltungen gab und nicht jeder gebraucht wurde. Im April waren da nur ich, ein Bereiter und Daniel, und obwohl wir pünktlich Feierabend machen konnten, was gut war, hatten wir trotzdem alle Hände voll zu tun!

Haben Sie dadurch, dass Sie so viel Zeit zu Hause mit ihnen verbracht haben, etwas Neues über die Pferde gelernt?

Ich muss sagen, dass ich es sehr schön fand. Wenn ich zu Turnieren reise, bin ich jede Woche mit anderen Pferden unterwegs, zum Beispiel mit Jasmine, Killer Queen und Tobago in der einen Woche und mit den jungen Pferden in der Woche darauf. Von daher war es wirklich schön, zu Hause sein und mich täglich um die Grand-Prix-Pferde kümmern und gleichzeitig einige der neueren Pferde, die wir im Stall haben, besser kennenzulernen zu können.

Haben Sie die Zeit genutzt, um sich neue Fähigkeiten anzueignen? 

Jetzt, wo Sie es erwähnen ... ich arbeite zurzeit an einer App für iPhone und Android. Sie heißt GroomsGoTo und hält auf Knopfdruck alles bereit, was man so braucht. Von den Veranstaltungskalendern, die mit World of Show Jumping verlinkt werden, bis hin zu Übernachtungsställen und Kliniken, und ich werde auch noch ein paar Lerndvideos für die jüngere Generation einstellen, die nicht so viel auf Reisen ist. Es wird jede Menge interessante „Get-to-knows“ zu lesen geben. Und zuletzt wird noch der Papierkram integriert, wie Packlisten und ähnliches, um alles zu vereinfachen.

Ich hatte auch angefangen, etwas Deutsch zu lernen, habe es aber schnell wieder aufgegeben!

Was hat Sie auf diese Idee gebracht?

Ein Gespräch mit meiner Mutter und meinem besten Freund. Wir waren uns einig, dass es viel einfacher wäre, alles Notwendige an einem Ort zu vereinen. Anstelle von 20 verschiedenen Papierblättern hat man alles in nur einer App, die einen benachrichtigt und einem das Leben ein bisschen leichter macht. Wenn sie so gut ankommt wie ich hoffe, möchte ich noch einen Job-Bereich hinzufügen.In diesem kann man inserieren, wenn man zum Beispiel einen Showpfleger für einen Monat, und dort kann man sich auch gleich auf den Job bewerben.

Was fehlt Ihnen an den Wettkämpfen am meisten?

Die Aufregung! Vor allem, weil wir in den Wochen vor dem Lockdown zwei 5-Sterne-Grand Prix nacheinander gewonnen hatten. Ich war so aufgekratzt, die Pferde waren hervorragend in Form, wir waren dabei, alles für das FEI World Cup™-Finale zu organisieren. Ich war schon auf dem Weg nach 's-Hertogenbosch, als ich einen Anruf erhielt und erfuhr, dass ich umkehren konnte, weil die Veranstaltung abgesagt worden war. Ganz klar: Am meisten fehlt mir die ganze Aufregung, das Adrenalin, aber auch meine  „Turnierfamilie“, die sehr wichtig für mich ist, weil wir so viel Zeit zusammen verbringen.

Was haben Sie am wenigsten vermisst?

Das Fahren ... ich bin in den Transporter gestiegen, um nach St. Tropez zu fahren, und dachte mir scherzhaft: „Nein, ich kann das einfach nicht mehr.“

Wie halten Sie die Pferde fit und einsatzbereit für ein Major-Springturnier? Oder haben Sie ihnen eine Pause gegönnt?

Ich glaube, das muss man von Fall zu Fall entscheiden. Es ist ja nicht so, dass man uns anruft und sagt, in drei Tagen findet der CHI Genf statt. Das ist ein längerer Prozess und wir haben ein paar Wochen Vorlauf, um alles vorzubereiten. Wir haben den Pferden ein paar entspannte Tage gegönnt, und als uns im April und Mai klar war, dass der Lockdown noch anhält, haben wir ihnen ein paar Tage freigegeben. Killer Queen ist jeden Tag in den Wald auf die Rennbahn gegangen und durfte noch etwas länger einfach nur ein „normales“ Pferd sein. Aber als wir erfuhren, dass St. Tropez eventuell in ein paar Wochen stattfinden würde, haben wir das Training sofort wieder aufgenommen. Wir haben sie locker weiter trainiert, damit sie in Form blieben und quasi auf Abruf bereit wären für einen Wettkampf.

Wie hat sich Daniels Strategie verändert?

Wir mussten ja abwarten, wie sich das Jahr weiterentwickelt und welche Pferde einsatzbereit waren. Uns standen mehrere Optionen offen, da wir so privilegiert sind, gleich mehrere Grand Prix-Pferde zu haben. Im Augenblick haben wir etwa sechs Grand Prix-Pferde im Stall, von denen drei bei einer Meisterschaft antreten könnten. Unsere Position ist großartig, denn neben den tollen Pferden haben wir auchein unglaubliches Team. Was Details der Strategie angeht: Ich kenne nicht die ganze Planung, aber Jasmine sollte zum Beispiel nach 's-Hertogenbosch fahren, um dort im letzten Major vor dem FEI World Cup™-Finale zu starten. Ich weiß nicht, was für den Rest des Jahres geplant war. Daniel hat vom CSIO Spruce Meadows Masters gesprochen hat und davon, dass Killer Queen bei den Olympischen Spielen antreten sollte. Klar, wir haben auch viel spekuliert, aber letztlich mussten wir abwarten, wie das Jahr verlief. Daniel hat immer einen hervorragenden Plan, was die Pferde angeht, er ist sehr professionell und sehr clever. Er überbeansprucht die Pferde nie, aber alles hing davon ab, wie sich das Jahr entwickeln würde.

Auf welche Pferde setzen Sie beim Rolex Grand Prix im Dezember beim CHI Genf?

Mein Dreamteam wären Killer Queen, Tobago und Jasmine. Dann können wir alles gewinnen! Killer Queen ist vergangenes Jahr dort als Neunjährige angetreten und ihr erstes Rolex IJRC Top 10 Finale gesprungen. Das war gar nicht geplant, aber Tobago hatte sich verletzt und sie hat sich letztlich den vierten Platz geholt, was einfach erstaunlich ist. Sie ist jetzt viel erfahrener, besonders in dieser Arena. Es könnte ein gutes Turnier für sie sein.

Daniel stand schon mehr als einmal haarscharf vor einem Major-Sieg. Ist das eins der großen Ziele des Teams?

Ich weiß, dass er letztes Jahr in Aachen am Boden zerstört war, als er so haarscharf am Sieg vorbeigeschrammt ist. Als Pfleger möchte man immer, dass die eigenen Reiter und Pferde gut abschneiden. Das freut jeden. Es wäre also etwas ganz Besonderes, so etwas wie den CHIO Aachen zu gewinnen. Er ist eine der größten Reitsportveranstaltungen und das Publikum würde ausrasten. Wir sind bereit, nächstes Jahr dabei zu sein!

Was würden Sie tun, wenn Sie kein Pfleger wären?

Ich weiß es nicht. Ich war schon immer im Pferdesport tätig. In jüngeren Jahren bin ich geritten und habe als Pfleger gearbeitet, jetzt bin ich Travelling Groom für einen der besten Reiter der Welt. Ich glaube, ich habe es ziemlich gut getroffen, aber natürlich möchte ich nicht für den Rest meines Lebens von Show zu Show reisen, denn ich hätte schon gern eine Familie und all das. Ich würde gern einen Stall managen, sodass ich auch mal zu Hause bleiben kann. Aber jetzt noch nicht. Das ist eher mein Plan für die Zukunft.

Der beste Rat, den Sie je bekommen haben?

Nie aufhören, zu lernen. In diesem Job lernt man nie aus. Es gibt Pfleger der alten Schule, die einem erzählen können, wie die Dinge früher gemacht wurden. Wir neuen Pfleger haben neue Maschinen, neue Methoden und so weiter. Dadurch hat sich alles sehr verändert. Aber eine Sache, die ich immer im Kopf behalten werde, ist „Nie aufhören, zu lernen.“

Der schlimmste Rat, den Sie je bekommen haben?

Das ist nicht wirklich ein Rat, sondern betrifft die Differenzierung der Pfleger. Wir machen alle denselben Job und sind alle gleich. Ich hasse diese Kontroversen, bei denen 2-Sterne-Pfleger und 5-Sterne-Pfleger so hingestellt werden, als wären sie Welten voneinander entfernt – wir sind alle gleich und wir sollten auch alle gleich behandelt werden.

Der bisher beste Augenblick Ihrer Karriere?

Da gab es so viele, dass ich Ihnen meine Top 3 nennen muss. Rio gehört definitiv dazu, die Europäischen auch. Das hört sich vielleicht seltsam an, aber auch der FEI World Cup™ in Mechelen letztes Jahr, einfach nur deshalb, weil wir durch den Ausfall von Tobago eine so schwere Zeit hatten und der Sieg deshalb umso schöner für uns war. Ich könnte noch viel mehr aufzählen, aber diese drei werden immer etwas Besonderes für mich bleiben.

Welche anderen Sportarten verfolgen Sie? / inspirieren Sie? Unterstützen Sie irgendein Team?

Nein, nicht wirklich. Die Pferdewelt ist wie eine Droge, sie beherrscht fast dein ganzes Leben. Wenn die Olympischen Spiele laufen und ich die Chance habe, sehe ich mir gern die Leichtathletik mit Usain Bolt und Co. an. Das gefällt mir sehr, aber ich würde mir nicht extra Zeit freischaufeln, um mir das anzusehen. Aber wenn es gerade läuft, sehe ich es mir an. Ich bin durch und durch Pferdesportler und zurzeit habe ich großen Gefallen an der Dressur gefunden.

Harry Charles (Photo: Rolex / Ashley Neuhof) Harry Charles (Photo: Rolex / Ashley Neuhof)

Nick Skelton (GBR) and Big Star winners of the Rolex Grand Prix Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton

Interview Mit Olympiasieger Und Springreitlegende Nick Skelton

 

Welches war das erste Major, an dem Du teilgenommen hast? Wie ist es gelaufen?

Ich habe den Grand Prix zum ersten Mal in Genf im Jahr 1978 gewonnen, noch bevor es ein Rolex Turnier war.

Wie hat es sich angefühlt, Ihr erstes Major zu gewinnen?

So, wie es sich bei jedem anfühlen würde. Unglaublich aufregend. Ich war sehr zufrieden und extrem froh, gewonnen zu haben. Damals hatte ich einige sehr gute Pferde. Apollo hat zwei Grand Prix beim CHIO Aachen gewonnen, und dann gewann ich 1982 den Aachen Grand Prix auf einem Pferd namens Everest if Ever. Schließlich hat im Jahr 2013 Big Star den Rolex Grand Prix in Aachen gewonnen, als der schon zum Rolex Grand Slam of Show Jumping gehörte, und so wurde ich zu einem Rolex Live Contender.

Fühlt es sich verglichen mit anderen Turnieren anders an, wenn Sie in den Parcours eines Majors des Rolex Grand Slam einreiten?

Der CHIO Aachen war immer ein tolles Turnier. Sogar damals in den 80er Jahren waren die Zuschauerränge immer vollgepackt und die Atmosphäre war einfach großartig. Den Rolex Grand Prix in Aachen zu gewinnen, ist für jeden Reiter eine unglaubliche Leistung. Er ist wahrscheinlich, neben Calgary, das mit am schwierigsten zu gewinnende Major.

Welchen Major sind Sie am liebsten geritten?

Ich glaube, alle Reiter würden mir zustimmen wenn ich sage, dass der CHIO Aachen das beste Major ist. Er ist wie das Wimbledon des Springsports oder das Masters im Golf – die Krönung des Sports. Ich denke, die meisten Reiter sehen das auch so.

Glauben Sie, man braucht eine ganz besondere und einzigartige Art von Pferd, um eins der Majors, aus denen der Rolex Grand Slam of Show Jumping besteht, zu gewinnen?

Selbstverständlich. Die Parcours sind hoch und lang und durch die davon angezogenen Zuschauermengen herrscht eine Menge Druck. Zusätzlich setzen sich die Reiter selbst auch noch unter Druck, weil sie die wichtigsten Grand Prix sind, die es zu gewinnen gilt.

Wie hat sich der Springsport im Laufe Ihrer Karriere verändert?

Er hat sich sehr verändert. Heutzutage fällt mir besonders die erlaubte Zeit auf. Man muss jetzt viel schneller durch den Parcours kommen als früher. Neulich habe ich mir ein Video angesehen, ich glaube aus dem Jahr 1987, als ich einen Grand Prix mit Apollo gewonnen hatte. Die erlaubte Zeit betrug 102 Sekunden. Heute reitet man auf dem gleichen Platz mit der gleichen Anzahl an Hindernissen, aber die erlaubte Zeit liegt jetzt zwischen 82 und 84 Sekunden. Man muss heute also etwa 20 Sekunden schneller sein als damals. Man kommt heutzutage auch schneller an die Sprünge. In einen modernen Parcours werden häufig mehr Sprünge eingebaut, obwohl die Plätze relativ klein sind. Selbst auf den kleinsten Platz quetschen sie jetzt etwa 13 Sprünge. Das erhöht den Druck auf die Pferde, die jetzt nicht nur schneller sein, sondern auch über mehr Hindernisse gehen müssen als damals.

Würden Sie sagen, dass es jetzt wichtiger ist, eine größere Auswahl an Pferden zu haben, anstatt eines absoluten Top-Pferdes?

Auf jeden Fall. Heute finden viel mehr Turniere statt. In Europa gibt es jede Woche irgendwo einen großen Grand Prix. Man braucht also schon viel mehr Pferde, und es ist schwierig, richtig gute Pferde zu finden. Deshalb sind sie auch so teuer.

Wie hat die Einführung des Rolex Grand Slam of Show Jumping das Springreiten bereichert?

Das Konzept ist sehr gut, und er ist unglaublich schwierig zu gewinnen. Ich glaube, früher hätte ich es schaffen können. Ich glaube, ich habe diese Grands Prix gewonnen, manche davon sogar im selben Jahr. Scott Brash ist der einzige Reiter, der das bisher geschafft hat. Es ist schon schwer, in einer Saison zwei davon zu gewinnen, geschweige denn drei oder vier. Das ist also eine fantastische Leistung. Ich denke, generell hat er den Sport ehrgeiziger werden lassen. Die Reiter wollen jetzt bei der Krönung des Springreitens dabei sein, beim Rolex Grand Slam.

Sie sind so viele Jahre bei Turnieren angetreten. Waren Sie am Ende vor großen Turnieren immer noch nervös?

Ich glaube nicht, dass ich nervös war. Alle Reiter sind vor einem wichtigen Ritt angespannt, weil man ja erfolgreich sein möchte. Wenn jemand sagt, er spüre nichts, würde ich sagen, dass er lügt. Reiter fühlen Emotionen, weil sie gut sein wollen. Es ist aber mehr der Adrenalinschub als Nervosität würde ich sagen. Ich kann nur von mir selbst reden, aber sobald man mit dem Ritt begonnen hat, habe ich nie irgendetwas davon mitgekriegt, was um mich herum passiert ist. Ich denke, das ist bei anderen Athleten genauso. Ich kann mir vorstellen, dass auch Tennisspieler, die in Wimbledon spielen, sich auf ihr Spiel konzentrieren und die Zuschauer gar nicht wahrnehmen. Mir ging es auch so.

In Ihrer Karriere mussten sie einige schwierige Momente meistern – was hat sie zum Weitermachen motiviert?

Ich hatte immer ein paar junge Pferde bei mir. Während ich verletzt war, freute ich mich also darauf, diese Jungpferde aufzubauen und weiterzubringen, und dadurch wollte auch ich stärker in den Sport zurückkehren. Ich hatte erst Arko und dann Big Star. Es kamen also immer ein paar gute junge Pferde zu mir, von denen ich dachte, dass sie mal gut genug werden würden, und das hat mich zur Rückkehr motiviert. Aber mir war klar, dass ich nach Big Star kein annähernd so gutes Pferd mehr finden würde. Außerdem wurde ich ja auch älter, und in Anbetracht dessen, was ich bis zu diesem Punkt alles gewonnen hatte, wusste ich, dass dies der richtige Zeitpunkt war, um meine Karriere zu beenden. Auch weil mein Rücken Probleme machte und Big Star nicht mehr so fit war wie früher. Die Zeit war einfach gekommen.

Ich glaube, wir kennen die Antwort auf diese Frage schon, aber welches Pferd war das Pferd Ihres Lebens?

Big Star, ganz klar. Ich hatte sehr viel Glück. Ich hatte einige wirklich sehr gute Pferde. Es ist schwierig, zu entscheiden, welches von ihnen wirklich besser war. Aber er war einfach außergewöhnlich. Meine Karriere wurde von einigen unglaublich guten Pferden begleitet, wie zum Beispiel Dollar Girl, St James, Apollo, Tinka’s boy, Top Gun, Carlo – zu der Zeit einige der besten Pferde der Welt. Aber Big Star war ein wirklich besonderes Pferd, und ich bin sehr sehr dankbar, dass ich ihn reiten durfte.

Als Sie anfingen, Big Star zu reiten, war Ihnen da schon bewusst, dass er etwas Besonderes war?

Mir war klar, dass er anders war. Als ich ihn das erste Mal ritt, war da etwas, dass mich spüren ließ, dass er anders war. Dass er außergewöhnlich war.

Was macht Big Star jetzt? Springen Sie zuhause noch mit ihm?

Er steht zur Zucht auf einem Gestüt, und wenn er nach Hause kommt, versuchen wir, ihn so gut es geht fit zu halten. Wir springen ein bisschen und gehen ins Gelände. Er wird sehr verwöhnt und genießt seinen Ruhestand.

Was vermissen Sie am Turnierreiten am meisten bzw. überhaupt nicht?

Gewinnen ist das, was ich am meisten vermisse! Was ich überhaupt nicht vermisse ist das Reisen, obwohl ich immer noch mit unseren Schülern und Laura recht viel unterwegs bin. Ich vermisse das Mitreiten. Manchmal schaue ich zu und denke mir: „Das ist ein großer Grand Prix, wäre es nicht schön, jetzt da draußen auf dem Platz zu sein und mitzumachen.“ Aber, ich war und bin zufrieden mit dem, was ich im Laufe meiner Karriere erreicht habe. Ich bin nicht von der Sorte Mensch, die zurückblickt und irgendetwas bereut.

Was würden Sie den Nachwuchs-Springreitern raten, die nun in den ranglisten nach oben klettern, wie z. B. Peter Charles Sohn Harry?

Der Trick ist, die richtigen Pferde auszuwählen. Die, die dich bis ganz nach oben bringen können. Man muss sie zwar auch reiten können, aber die besten Pferde zu finden, ist das Allerwichtigste.

Welcher Reiter hat sie am meisten inspiriert?

Da gibt es viele, ehemalige aber auch heute noch aktive. Ich würde sagen, im Moment Scott Brash, Steve Guerdat und die Brüder Philippaerts, aber es gibt so viele gute Reiter heutzutage, die alle inspirierend sind.

Wie haben Sie die Pferde während des Lockdowns im Training gehalten?

Wir haben sie einfach zuhaue trainiert. Wir haben dort ein paar Parcours für unsere Schüler aufgebaut, und einmal in der Woche wählen wir einen aus und üben dann. Das war wirklich unterhaltsam und es hat Spaß gemacht, weil ich noch nie so viel Zeit zuhause verbracht habe. Der Lockdown war für mich also kein allzu großes Problem.

Kent Farrington with Creedance (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof) Kent Farrington with Creedance (Photo: Rolex Grand Slam / Ashley Neuhof)

Virtual CHIO Aachen 2020 Virtual CHIO Aachen 2020

Perfekter Mix aus virtuellen Erfahrungen, Social Media, Sport und Unterhaltung

 

Das O steht für online: Aus dem „Concours Hippique International Officiel“ wird ein einziges Mal der „Concours Hippique International Online“. Vom 4. bis zum 9. August 2020 wird es den „CHIO Aachen digital“ geben.

„Natürlich übertrifft nichts den echten CHIO Aachen“ sagt Frank Kemperman, Vorstandsvorsitzender des Aachen-Laurensberger Rennvereins e.V. (ALRV), aber mit dem CHIO Aachen digital habe man mit modernster Technologie eine sehr gute Antwort auf die coronabedingte Absage des Events gefunden. „Bereits seit vielen Jahren setzen wir auf modernste Technik und Innovationen, um so unseren einmaligen Sport bestmöglich darzustellen, aber natürlich auch transparenter und somit besser verständlich zu machen“, sagt Michael Mronz, Geschäftsführer der Aachener Reitturnier GmbH. So habe man gemeinsam mit dem offiziellen Technologiepartner SAP die inzwischen weltweit eingesetzte Judging-App für die Dressur entwickelt, eine Technik, die in abgewandelter Form nun auch beim CHIO Aachen digital Anwendung finden wird.

Beim „CHIO Aachen digital“ setzen die Organisatoren auf einen Mix aus virtuellen Erfahrungen, Social Media, Sport und Unterhaltung. Dressur- und Spring-Challenges mit internationalen Top-Reitern wird es geben, ebenso eine virtuelle Vielseitigkeit, jede Menge Fan-Involvement, ein Handy-Game und ein deutsch – niederländisches Länderspiel der Vierspänner. Auch werden die Höhepunkte aus den letzten Jahren von einigen der berühmtesten Prüfungen der Welt gezeigt. Angereichert werden Rolex Grand Prix, Mercedes-Benz Nationenpreis, Deutsche Bank Preis und Co. dabei mit aktuellen Sportler-Kommentaren, Hintergründen, fun facts und viel bislang unveröffentlichtem Material.

„Natürlich haben wir uns alle eine Live-Veranstaltung auf unserem traditionsreichen Turniergelände gewünscht“, sagt ALRV-Präsident Carl Meulenbergh, „doch ich bin mir sicher, dass wir mit dem Digital-Event viel von der legendären CHIO-Atmosphäre zu den Menschen nach Hause bringen werden.“

In den kommenden Tagen und Wochen werden auf den Social Media-Plattformen und auf chioaachen.de Details zum CHIO Aachen digital bekannt gegeben.

www.chioaachen.de
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